Schlagwort: Persönliches

Jahresendspurt

Jeder, der in den letzten Wochen mal einen Blick auf meine Challenge-Seite geworfen hat, kann sehen, dass ich da noch ein bisschen was aufzuholen habe. Die einzige Challenge, bei der ich wirklich gut dabei bin, ist die „I’m in … Englisch 2011“-Challenge und mein Buch für den November werde ich mir am kommenden Wochenende vornehmen.

Aber meine beiden persönlichen Challenges benötigen dringend einen „Jahresendspurt“, damit ich die nicht mit ins Jahr 2012 mitnehmen muss. Also liste ich hier mal die Titel auf, die ich bis zum Jahresende noch schaffen will.

Von den Neuzugängen dieses Jahres müssen folgende Bücher noch gelesen werden:

  1. John Dickinson: Das Kind des Schicksals
  2. Chris Marten: Hydra
  3. Kerstin Pflieger: Die Alchemie der Unsterblichkeit
  4. Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch
  5. Kiersten White: Flames’n’Roses 

(Die Titel, bei denen ich noch in der Zeit liege, zähle ich hier nicht auf.)

    Und für den vorgenommenen SuB-Serienabbau würden noch folgende Titel fehlen:

    1. Robert Asprin: Des Dämons fette Beute
    2. Robert Asprin: Ein Dämon muss die Schulbank drücken
    3. Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
    4. Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
    5. Marie Brennan: Doppelgänger
    6. Marie Brennan: Hexenkrieger
    7. Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
    8. Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
    9. Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
    10. Alan Dean Foster: Die Echsenwelt
    11. Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
    12. Alan Dean Foster: Patrimonium
    13. Alan Dean Foster: Quofum
    14. Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
    15. Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
    16. Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)
    17. Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
    18. Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
    19. Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
    20. Darren Shan: Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire
    21. Darren Shan: Mitternachtszirkus 2 – Die dunklen Geheimnisse der Vampire
    22. Darren Shan: Mitternachtszirkus 3 – Das Blut der Vampire

    Beim SuB-Abbau hat es sich ja schon etwas gerächt, dass ich in diesem Jahr so viele Blogger-Empfehlungen dank der örtlichen Bibliothek ausprobieren konnte. Theoretisch kann ich mein Vorhaben noch schaffen, ob das aber wirklich klappt, glaube ich noch nicht so ganz. Aber ich will es zumindest versuchen. Immerhin muss ich jetzt mal für Karis SuB-Losverfahren „Die Echsenwelt“ in Angriff nehmen. Ihr dürft mir gerne Glück wünschen, dass ich noch mehr Serienbände von meinem SuB weggelesen bekomme! 😉

    Dies und Das (13)

    Wochenende
    Irgendwie entwickeln sich gerade die Wochenenden zu einer fast internetlosen Zeit. Da mein Mann nicht mit der PS3 beschäftigt ist und ich meine kalten Hände auf dem Sofa unter einer Decke wärme, komme ich gar nicht dazu ständig einen Blick auf meinen Maileingang, den Feed-Reader oder Twitter zu werfen. Dafür verschiebt sich mein Schlafrhythmus total, weil ich unter der muckeligen Decke (und mindestens zwei Katzen begraben) schnell einschlafen und am Montag brauche ich den halben Tag, um wieder im Alltag anzukommen. Trotzdem finde ich es gar nicht so schlecht, dass ich momentan die Wochenende quasi offline verbringe. Erholsam ist das auf jeden Fall und zum Lesen komme ich so auch – meine Krimiphase scheint gerade gar nicht enden zu wollen.

    Oh, und ein paar Katzenfotos habe ich am Wochenende auch wieder gemacht, aber die gibt es erst im Laufe der Woche.

    Heizung
    In der alten Wohnung hätte um diese Jahreszeit unser über 90-jährige Nachbarin mit ihrem frühzeitigen und intensivem Heizen für angenehm warme Füße gesorgt. Hier allerdings führt der Keller unter der Wohnung dazu, dass ich nicht nur dicke Wollsocken trage, sondern auch am Schreibtisch die Füße auf einen mehrfach gefalteten Flickenteppich lege. Theoretisch wäre sogar ich so langsam soweit die Heizung anzuwerfen, praktisch scheitert das daran, dass in diesem Herbst die – mit Klebeband zusammengehaltenen – Heizungsventile den Dienst verweigern.
    Am Wochenende habe ich testweise in der Wohnung mal alle Heizkörper aufgedreht und nur zwei von fünf wurden warm. Natürlich waren die warmen Heizkörper in den Räumen, die wir nur im allertiefsten Winter heizen. Also muss ich morgen zum Baumarkt fahren und Ersatz für die zerbröselten Ventile besorgen. Eigentlich kein großes Ding, aber in einer gemieteten Wohnung ärgern mich solche Sachen dann doch. Trotzdem sollte ich zumindest Wohn- und Gästezimmer heizen können, bevor am Sonntag Besuch eintrifft.
    Besuch
    Auf den Besuch freue ich mich sehr, aber ein paar Sorgen mache ich mir schon, denn beim letzten Mal hat dieser Besuch recht heftig auf unsere Katzen reagiert. Vier Samtpfoten sind doch ein ganz schönes Problem für einen Allergiker, selbst wenn diese Person sonst nicht so allergisch auf Katzen ist. Somit wird das Vor-Besuch-Putzen dieses Mal noch etwas mehr intensiviert und die Gästematratze wird in dem Zimmer ausgeworfen, in das die Katzen bislang noch keine Pfote gesetzt haben. Und ansonsten bleibt nur Daumen drücken …

    Eine Woche mit Besuch – dieses Mal ganz ohne Fotos

    Vorfreude genossen,
    Wohnung geputzt,
    eingekauft,
    Besuch begrüßt,
    den Nachmittag verschwatzt,
    Kaffee getrunken und Kekse geknabbert
    und Pizza gegessen.
    Abenteuer im Bus erlebt,
    viel rumgelaufen und gesehen,
    geschwatzt und Pläne gemacht,
    auf dem Sofa eingerollt und weiter geschwatzt,
    Kurzgeschichten gelesen,
    Buchzugang betrachtet,
    Omelette gegessen
    und Schweine gejagt.
    Umwege mit dem Auto gemacht,
    unter freiem Himmel gefrühstückt,
    einen Termin verpasst,
    in ein fremdes Land geflüchtet
    und einen Anfall von Fremdscham in Japan erlebt.
    Schweizer Käsemakkaroni gekocht,
    Füße hochgelegt und
    ein Duell beobachtet …
    weiterhin Schweine gejagt.
    Auf dem Sofa gemuckelt,
    Milchkaffee, Kekse und Schokolade genascht,
    viel geschwatzt, gearbeitet und
    etwas Musik gehört.
    Pizza gegessen, 
    noch eine Runde mit dem Bus gefahren,
    in der Dunkelheit durch eine fremde Gegend geirrt,
    einen neuen Sänger entdeckt
    und ein langerwartetes Konzert genossen.
    Wieder in den Bus gehüpft,
    geschwatzt und in der Nacht Schokoladeneis gegessen,
    dann ins Bett gefallen.
    Ausgeschlafen,
    geschwatzt und
    wieder Schweine gejagt,
    über Bibliotheken geredet,
    Musik gehört
    und ein Nickerchen gemacht.
    Aufgewacht, um ins Restaurant zu gehen,
    Essen auseinandergenommen,
    gemopst und geteilt
    – und trotzdem genossen.
    Entspannen auf dem Sofa,
    weiterhin Schweine gejagt
    und natürlich geschwatzt
    bis die Augen zugefallen sind.
    Ein bisschen Hektik am Morgen,
    Abschiedstimmung und Kichern,
    eine große Überraschung zum Schluss 
    und Vorfreude auf ein Wiedersehen.
    Nun etwas Aufräumen,
    Wäsche waschen,
    Geschirr abwaschen und
    Füße hoch und all die Eindrücke der letzten Tage sortieren.
    Schön war es!

    Kleine Freuden – Der Bibliotheksbesuch am Freitagvormittag

    Ich habe am Freitag tolle Beute aus der Bibliothek mitgebracht:

    Vor allem freue ich mich auf „Blutstein“, da ich gerade anscheinend eine Theorin-Phase habe.

    Dann bin ich mit einer anderen Bibliotheksnutzerin ins Gespräch bekommen und habe ihr drei meiner „bewährten“ Krimiautorinnen empfohlen (unter anderem Deborah Crombie), weil sie etwas suchte, das nicht zu blutig, nicht zu vorhersehbar und nicht aus der Region ist. Ein bisschen sentimental bin ich da schon geworden, weil es sich anfühlte wie die Kundengespräche früher im Buchhandel … Im Gegenzug habe ich von ihr Petros Markaris in die Hand gedrückt bekommen – ich bin jetzt schon gespannt auf den Autor.

    Für den Nachmittag habe ich mir dann noch vom Bäcker neben der Bibliothek etwas mitgebracht und den Arbeitstag dann mit Tee, Blaubeermuffin und „Blutstein“ ausklingen lassen. 🙂

    Immer wieder Katzen

    Während ich die nächsten Sonnentage wohl mit meinem neuen Spielzeug verbringen werde, um den Vorgarten und Garten wieder etwas in den Griff zu bekommen (Da fällt mir ein: Weiß jemand, ob man eine Magnolie im Herbst, Frühling oder gar im Sommer schneiden sollte? Online finde ich nur die Aussage, dass man Magnolien „eigentlich gar nicht schneidet“, aber unsere ist inzwischen eindeutig zu hoch!), …

    … genießen die Katzen das Wetter auf ihre Weise:

    Fotografieren ist dabei allerdings absolut verpönt, auch wenn Baltimore es mit relativer Gelassenheit über sich ergehen lässt:

    Christie hingegen zeigt bei solchen Gelegenheiten gern einmal ihre wahre Persönlichkeit:

    An Regentagen sieht es hier übrigens eher so aus:

    Und da Baltimore (während ich gerade die Fotos bearbeitet habe) so einen schönen Platz zum Putzen gefunden hat, gibt es davon auch noch Bilder:

    Allerdings hoffe ich, dass er da fertig ist, bevor Shandy zu seiner abendlichen Spielrunde aufbricht. 😀

    Musik-Zuwachs

    Normalerweise gebe ich mein Geld ja eher für Bücher als für Musik aus, auch wenn sich diverse CDs auf meinem Wunschzettel tummeln. Aber nachdem ich mich schon eine ganze Weile auf das Album von BOY gefreut habe, das jetzt im September erschienen ist, hat mein Mann sie mir Donnerstag spontan bestellt. Über BOY bin ich das erste Mal gestolpert, als Tanja vom Lese-Leuchtturm ein Lied der Band auf ihrem Blog verlinkt hatte, kurz darauf hatte ich regelmäßig morgens bei der PC-Arbeit die bei „TV Noir“ verlinkten Songs laufen, um gut in den Tag zu kommen.

    Seit gestern ist nun „Mutual Friends“ von BOY (in der Limited Edition) in meinem Besitz. So viele neue Songs gibt es da nicht für mich, da viele der Lieder schon bei den TV-Noir-Auftritten zu hören waren, aber ich finde es spannend, jetzt mal Studio-Aufnahmen der beiden Musikerinnen zum Vergleich zu haben. Insgesamt gefällt mir die CD sehr gut, abwechslungsreiche, leichte, aber nie belanglose Pop-Musik, der man anhört, dass sie hand- und mit Liebe gemacht ist. Bei den Texten, die alle im Booklet abgedruckt sind (zum Leidwesen meines Mannes, der gestern eine mitsingende Ehefrau ertragen musste 😉 ), kommt regelmäßig das Gefühl auf, dass persönliche Erfahrungen bei den Inhalten eingeflossen sind – und auch das gefällt mir. Besonders hat es mir aber die Extra-CD angetan, auf der man sechs Lieder in der Akustik-Version hören kann. Diese klareren Varianten sagen mir noch mehr zu als die – wirklich gelungenen – aufwändigeren Aufnahmen.

    Ach ja, um über die Portogrenze zu kommen, musste noch eine weitere CD in den Einkaufskorb wandern, und deshalb hat mir mein Mann noch „Rodrigo Y Gabriela“ (von Rodrigo y Gabriela) bestellt. Über die beiden Gitarristen bin ich auch erst vor kurzer Zeit gestolpert, als ich bei Youtube auf der Suche nach „anständigen“ Gitarrenstücken war. Nein, ich spiele kein Instrument, ich hatte an dem Tag nur die Nase voll von „künstlicher“ und „elektronischer“ Musik und suchte etwas schlichtes und handgemachtes, das meiner Stimmung entsprach.

    Tja, statt an dem Tag weiter zu arbeiten, habe ich mir ein Video nach dem anderen von den beiden angeguckt und war hingerissen von ihrer Beherrschung der Gitarren und der mitreißenden Musik. So sind dann gleich ein paar CDs auf den Wunschzettel gewandert – und erst später habe ich mitbekommen, dass die beiden wohl einen gewissen Bekanntheitsgrad haben (wohl auch, weil sie am Soundtrack von „Fluch der Karibik 4“ beteiligt waren).

    „Rodrigo Y Gabriela“ bietet mitreißende, schwungvolle mexikanische Instrumentalmusik – einfach nur zwei Gitarristen, die fantastisch mit ihrem Instrument umgehen können und offensichtlich viel Spaß dabei haben. Im liebevoll gemachten Booklet findet man Gedanken oder Erinnerungen, die die beiden Musiker mit den jeweiligen Stücken verbinden. Dabei drehen sich diese Texte um so unterschiedliche Themen wie den Raubbau an der mexikanischen Natur, eine Fahrt mit einer Achterbahn oder ihre Vergangenheit in einer Metal-Band. Die ist laut meinem Mann auch in den Gitarrenstücken spürbar, denn da gibt es wohl einige Anklänge an Metallica-Songs. Ich persönlich kann das ehrlich gesagt nicht beurteilen, und das nicht nur, weil ich meine Metallica-CDs schon lange nicht mehr in den Player geworfen habe. Ich genieße einfach die Musik und freue mich über diese beiden so unterschiedlichen Neuzugänge!

    Das große Warten

    Da es ja doch etwas abenteuerlich ist, wenn man hier ein Paket empfangen will, bekomme ich von den meisten Leuten, die mir etwas schicken, den Link zur Sendungsverfolgung. Was eine Vereinfachung für die Kunden sein soll, wird allerdings an manchen Tagen zum großen Rätselraten.

    An manchen Tagen läuft das ganz einfach: Ich bekomme den Link, gucke abends drauf und sehe, dass mein Paket das Start-Paketzentrum erreicht hat, schaue morgens noch einmal, wo das Ganze abgeblieben ist und richte mich dann darauf ein, dass ich den Tag über in der Nähe der Klingel bleibe, damit ich zur Tür sprinten kann, bevor der Paketbote sich wieder aus dem Staub macht.

    Manchmal sorgt die Sendungsverfolgung aber für richtig aufregende Tage, so wie im August 2010. Und seit vergangenem Donnerstag beobachte ich mal wieder etwas verwirrt die Vorgänge rund um mein erwartetes Buchpaket:

    Am Donnerstag wurde das Paket gegen 15 Uhr in einer Paketstation abgeliefert. Da der Absender schon meinte, dass die Station wohl erst am Freitag geleert wird, haben wir gehofft, dass das Paket am Samstag bei mir ankommen würde. Aber bis Samstagmittag zeigte die Paketverfolgung keine neue Meldung an und erst abends wurde mir „mitgeteilt“, dass mein Paket abgeholt worden sei.

    Okay, übers Wochenende hatte ich keine große Bewegung erwartet, aber schon ein bisschen gehofft, dass es doch noch den Weg ins Start-Paketzentrum finden würde. Aber heute morgen hatten meine Bücher immer noch den „abgeholt“-Status …

    Vor einer Stunden aber ist die Anzeige umgesprungen und meine Bücher landeten doch noch im Paketzentrum – nun bin ich gespannt, ob sie da wieder eine Weile ruhen werden oder ob es in der Nacht weitergeht.

    Auch wenn ich davon ausgehe, dass diese „Wartezeiten“ einfach personalbedingt entstehen (so haben wir anscheinend zur Zeit einen studentischen Aushilfspaketboten), so amüsiere ich mich gerade doch ein bisschen über die Vorstellung, dass irgendein Postmitarbeiter übers Wochenende eine gemütliche Leserunde eingelegt hat. 😉 Aber so nett die Vorstellung ist, so wäre ich für ein paar Daumendrücker ganz dankbar, die dafür sorgen, dass das Paket morgen heil bei mir ankommt. 🙂

    Alter Schatz oder überbewerteter Regalplatzverstopfer?

    Manchmal frage ich mich, ob mir die Autoren und Serien, die mich seit Jahren begleiten und immer wieder gelesen werden, ebenso gut gefallen würden, wenn ich sie erst heute entdecken würde. Dabei gibt es so einige Romane, die schon längst weitergewandert sind, weil ich merkte, dass ich nach der ersten Entdeckungsfreude keinen langfristigen Spaß daran haben würde. So habe ich zum Beispiel von den „Darkover“-Titel von Marion Zimmer Bradley nur noch ein paar wenige, die ich ab und an aus Sentimentalität wieder aus dem Regal ziehe und wieder genießen kann, während der Rest meiner Sammlung vor zwei Umzügen zum modernen Antiquariat gewandert ist.

    Aber gerade im High-Fantasy-Bereich gibt es so einige Schätze aus den 80er Jahren, die ich immer wieder gerne lese und von denen ich mich vermutlich nie trennen werde, wie etwa die „Belgariade“ von David Eddings. Auf der anderen Seite finde ich kaum aktuelle High Fantasy, die mir zusagt, weil ich das Gefühl habe, dass ich das alles schon mal (und zwar besser *g*) von anderen Autoren präsentiert bekommen habe. Ich fühle mich oft der Grundideen und Archetypen übersättigt, bin ungnädig, wenn ich das Gefühl habe, dass ein Autor in seiner Jugend die gleichen Bücher gelesen hat wie ich und nun für sein aktuelles Werk reines Szenenrecycling* betreibt, und nur selten kann mich die Entwicklung einer Geschichte wirklich überraschen. Bei Krimis ist es übrigens ähnlich, so dass ich da vor allem bei den Cozys lesbare „Neuentdeckungen“ (wie Simon Brett, auch wenn mich dessen Bücher jetzt nicht total umhauen) mache, wo es weniger um einen spannende Aufbau und eine innovative Grundidee als um gut beschriebene Charaktere und eine atmosphärische Umgebung geht.

    Trotzdem beschleicht mich immer wieder der Verdacht, dass ich all diese vernichtenden Urteile vermutlich auch über meine heißgeliebten alten Schätze fällen würde, würde ich diese erst heute in die Hände bekommen. Auf der anderen Seite gibt es genügend „Klassiker“ in unterschiedlichen Genres, die ich jetzt erst für mich entdecke und die ich trotzdem genieße und bei denen ich nicht das Gefühl habe, dass mir die Geschichte schon x Mal untergekommen ist. Dabei bemerke ich schon, dass ich mich gerade bei den Klassikern oft für den Erzählstil des Autors begeistern kann, während die Handlung zwar gut und unterhaltsam ist, aber von mir manchmal mit etwas distanzierten Augen gesehen wird, weil sie auf politische und gesellschaftliche Aspekte eingeht, die eben schon einige Jahrzehnte her sind. So habe ich trotz meiner schon lange bestehenden Leidenschaft für Raymond Chandler und Dashiell Hammet den Autor Cornell Woolrich erst sehr spät für mich entdeckt. Übrigens kann man mich inzwischen mit feministischen Fantasy- oder Science-Fiction-Romanen jagen, während ich Krimis aus der McCarthy-Ära immer noch sehr spannend finde …

    Am Ende dieses leicht wirren Beitrags bleibt wohl das Fazit, dass ich weiterhin vor meinen alten Schätzen stehen werde und feststellen muss, dass mir ein relativ objektives Urteil über diese Romane schon seit langer Zeit nicht mehr möglich ist. Dafür genieße ich dann die vertrauten Charaktere, den geliebten Humor, versuche immer wieder neue Aspekte in den altbekannten Geschichten zu entdecken und verbinde mit jedem jahrelang gehegten Titel vielfältige Erinnerungen. Und allein die Tatsache, dass ich bei manchen Büchern mit jeder Lebensphase andere Facetten bemerke und anerkennen kann, sorgt wohl dafür, dass ich einige dieser alten Schätze weiterhin behalten werde und nicht als Regalverstopfer betrachten kann.

    ______________________________

    *Zum Szenenrecycling: Wenn der Autor es offiziell als Hommage an ein anderes Werk bezeichnet, dann kann ich mit solchen Zitaten, wie sie zum Beispiel Bernd Perplies in seiner „Tarean“-Reihe verwendet, um auf Tolkiens „Herrn der Ringe“ zu verweisen, gut leben. Negativ hingegen ist mir in der Beziehung Marcus Reichard mit „Das Siegel der Finsternis“ aufgefallen. So nett und flüssig die Geschichte zu lesen ist, so sehr störte mich ein Kampf, der wie eine 1:1-Kopie von Gandalfs Auseinandersetzung mit dem Balrog in den Minen von Moria wirkt, während andere Szenen mich zum Beispiel weniger greifbar, aber trotzdem deutlich an die nicht ganz so bekannte Reihe „Die Diener von Ark“ von Jonathan Wylie (Mark und Julia Smith) erinnern.

    Leseflaute

    Nach einer Woche mit Hexenschuss, Schmerzmitteln und vorsichtigen Dehnbewegungen geht es mir inzwischen eigentlich wieder gut. Zumindest solange ich darauf achte, dass ich den Rücken nicht zu sehr verdrehe … Und morgen habe ich auch endlich den Arzttermin, den ich schon vor dem Hexenschuss ausgemacht hatte.

    Da ich in den letzten Tagen eh nicht arbeiten konnte, hätte ich unglaublich viel Zeit zum Lesen gehabt. Blöderweise fehlte mir die Lust! So stapeln sich lauter angefangene Bücher auf dem Wohnzimmertisch, aber kaum eins davon habe ich weiter als bis zum zweiten Kapitel gelesen. Stattdessen habe ich mir die Zeit mit DVDs vertrieben und nicht nur endlich die schon lange angefangenen „Buffy“- und „Angel“-Staffeln beendet, sondern auch Folgen von „Die Mädchen aus dem Weltraum“ gesehen. Wer sich darüber wundern sollte: Mein Mann hat eine Schwäche für seltsame (billig gemachte) Serien aus den 70er-Jahren. Und diese Serie ist wirklich seltsam! Wenn ich nur unkritisch hingucke, dann amüsiere ich mich über den Versuch, eine matriarchalische Gesellschaft zu entwerfen, in anderen Momenten frage ich mich, ob das eine Anti-Feminismus-Kampagne sein sollte.

    Auf jeden Fall wird es wieder Zeit, dass ich aktiver werde. Und wenn ich morgen beim Arzt grünes Licht bekomme, dann werde ich nicht nur brav wieder an die Arbeit gehen, sondern auch wieder mehr Freizeit am PC verbringen und den Blog regelmäßiger füttern. Oh, und es wäre auch schön, wenn ich bis zum Ende des Monats den SaB vom Wohnzimmertisch weglesen würde. 😉

    Aber heute gönne ich mir noch etwas Entspannung und habe deshalb nach dem Frühstück einen Blick in diesen Comic geworfen:

    Bislang kann ich sagen, dass sich „Aufzeichnungen aus Birma“ vollständig von „Pjöngjang“ unterscheidet und mich dazu gebracht hat, nach einer „lachenden roten Kuh“ im Internet zu recherchieren. Und da ich große Lust aufs Weiterlesen habe, kann ich mit dem Comic vielleicht die Leseflaute beenden. 🙂

    Wenn alle guten Dinge drei sind, was …

    … muss man dann über die blöden Dinge sagen?

    Was ich auf jeden Fall sagen kann, ist, dass ich die nächsten Tage offline verbringen werde. Und da ein Großteil der Leute, mit denen ich sonst täglich Kontakt habe, meinen Blog lesen, melde ich mich hierüber mal ab.

    Ich habe einen bösen Hexenschuss und obwohl es mir gestern dank Schmerzmittel ganz gut ging, merke ich doch seit dem gestrigen Abend die Folgen der ungewohnte Medikamente. So müde, unkonzentriert, schwindelig und von Übelkeit geplagt, habe ich andere Dinge im Sinn als meine Mails und andere Blogs zu lesen oder darauf zu reagieren.

    Außerdem ist meinem Mann der Stress der letzten Tage so kräftig auf den Magen geschlagen, dass er sich heute krank melden musste. Was letztendlich ein Glück war, …

    … denn Baltimore kann gerade nicht auf sein Katzenklo gehen. Der alte Herr leidet seit gestern Nacht an einer bösen Verstopfung und durfte deshalb heute zum Tierarzt. Wenn es bis morgen nicht besser wird, dann muss mein Mann vor seiner Arbeit den Kater zur Praxis bringen, wo er den Tag über bleiben wird, um seinen Darm zu leeren.

    Ich hoffe sehr, dass wir drei uns erst einmal erholen können, bevor das nächste Familienmitglied krank wird. Aber wer weiß, vielleicht schlagen auch Krankheiten „nur“ dreimal zu …