Alle Artikel von Konstanze

August-SuB

Im Juli gab es 31 neue Bücher für meinen SuB – oh, mir fällt gerade auf, das umgerechnet ein Buch pro Tag bedeutet! 😀 Und zum Glück konnte ich einige davon auch schon wieder abbauen. Insgesamt habe ich in diesem Monat (trotz der Woche, in der ich das Wohnzimmer gestrichen habe) 19 Bücher und 6 Manga gelesen und (weil das so schön beim Streichen ging) 4 Hörbücher mit insgesamt 17 CDs gehört. Der August wird deutlich weniger Zugänge bringen, aber ich hoffe, dass ich neben all meinen anderen Verpflichtungen wieder viel Zeit zum Lesen finden werde.

A (3)
Robert Asprin: Des Dämons fette Beute
Robert Asprin: Ein Dämon schafft noch keine Ordnung
Jane Austen: Mansfield Park

B (8)
Sina Beerwald: Die Goldschmiedin
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Ruth Berger: Gretchen – Ein Frankfurter Kriminalfall
Jacques Bonnet: Meine vielseitigen Geliebten
Marie Brennan: Doppelgänger
Marie Brennan: Hexenkrieger
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud

C (5)
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
James Collins: Zauberberg für Anfänger
Colin Cotterill: Dr. Siri und seine Toten
Bruce Coville: Die Einhorn-Chroniken – Die Schlacht am Weltenbaum

D (6)
Chris D’Lacey: Feuerträne
Friedrich Dönhoff: Savoy Blues – Ein Fall für Sebastian Fink
Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben

F (12)
Jennifer Fallon: Kind der Götter (Das Dämonenkind 2)
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Gayle Forman: Wenn ich bleib
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Earlene Fowler: Tödliche Schatten
Karen Joy Fowler: Der Jane Austen Club
Dick & Felix Francis: Abgebrüht
Peter Freund: Laura und das Siegel des Mondes
Luca di Fulvio: Die Rache des Dionysos

G (4)
Francois Gantheret: Das Gedächtnis des Wassers
Michele Giuttari: Rachefeuer
Thomas Görden: Der Mönch und die Jüdin
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (3)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Frederik Hetmann: Zeitenwende
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung

I (3)
Greg Iles: Leises Gift
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River
Andrea Israel und Nancy Garfinkel: Johannisbeersommer

J (2)
P.D. James: Ein makelloser Tod
Alaya Johnson: Moonshine – Stadt der Dunkelheit

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (5)
Victoria Laurie: M.J. Holliday: Geisterjägerin – Rendezvous um Mitternacht
Marc Levy: All die ungesagten Worte
Michaela Link: Der Spiegel der Kaiserin
Jens Lossau/Jens Schumacher: Der Elbenschlächter
Sergej Lukianenko: Trix Solier

M (6)
Christoph Marzi: Lyra
James McGee: Die Totensammler
Seanan McGuire: October Daye – Winterfluch
Richelle Mead: Dark Swan – Sturmtochter
Kai Meyer: Hex
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (3)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter
Elle Newmark: Der Granatapfeldieb

P (4)
Renata Petry: Hilgensee
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)

Q (0)
–

R (14)
Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)
Maria Daniela Raineri: Ti amo heißt Ich liebe dich
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
John Maddox Roberts: Die Feinde des Imperators – Ein Krimi aus dem Alten Rom
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Brian Ruckley: Winterwende (Die Welt aus Blut und Eis 1)
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (15)
Régis de Sá Moreira: Das geheime Leben der Bücher
Lynsay Sands: Wer will schon einen Vampir?
Lynsay Sands: Ein Vampir und Gentleman
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Emma Smith: Der Ruf der Ferne
Ernst Soler: Staub im Paradies
Veronica Stallwood: Böses Spiel in Oxford
Helle Stangerup: Der Brautmaler
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jeff Stone: Schlangenkrieger
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (12)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Heather Terrell: Die Chronik der Nephilim – Auf den Schwingen der Nacht
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 1 – Die Stadt der Regenfresser
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Rob Thurman: Nachtgeister
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Aino Trosell: Eine grenzenlose Liebe
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

W (6)
Winifred Watson: Miss Pettigrews großer Tag
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Valerie Wilson Wesley: Remember Celia Jones – Ein Fall für Tamara Hayle
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Cornell Woolrich: Der schwarze Engel
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut

X (1)
Xinran: Gerettete Worte

117 Titel
(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind neu hinzugekommen)

Orange Katze bzw. Kindheitserinnerung gesucht!

Oder genauer gesagt: Ich suche ein Buch, an das ich mich nur noch ganz vage erinnere – es hatte allerdings eine orange Katze auf dem Cover, die auch eine wichtige Rolle in der Geschichte spielte. Vielleicht hat einer von euch eine Idee welchen Titel dieser Roman haben könnte oder von welchem Autor es stammen könnte.

Seit vielen Jahren muss ich immer wieder an dieses Buch denken – und das Lesen von „Die geheime Sammlung“ hat es mir nur noch lebhafter wieder in Erinnerung gerufen. Wenn ich mich richtig erinnere, dann spielt die Geschichte in England – vermutlich noch während der Kolonialzeit, aber das ist eher geraten.

Hauptfigur dieser Geschichte ist eine Junge – da bin ich mir fast sicher *g* – und ständig kommt eine orange Katze vor. Der Junge wohnt recht unbeaufsichtigt in einem großen Haus und sieht eines Tages in einem Spiegel ein Mädchen. Das Mädchen wird (von einem bösen Zauberer?) gefangen gehalten und natürlich versucht der Junge sie zu befreien. Dazu muss er verschiedenen silberne Gegenstände finden unter anderem einen Teekessel und einen silbernen Fisch (der übrigens von der Katze gefressen wurde, weshalb es ihr möglich ist in den Welten vor und hinter dem Spiegel zu sein).

Wenn ich da nichts durcheinanderbringe – ich habe als Kind eine ganze Menge fantastischer Jugendbücher gelesen – , dann bekommen die beiden unter anderem Hilfe von den vier Winden und anderen übernatürlichen Gestalten.

Einzig an das Ende erinnere ich mich noch ganz gut: Der Vater des Jungen kommt nach langer Zeit wieder nach Hause zurück und eröffnet seinem Sohn, dass er (in Indien, wenn ich mich recht erinnere) wieder geheiratet hat. Und als er dem Jungen seine neue Frau und deren Tochter vorstellt, stellt sich heraus, dass seine neue Schwester das Mädchen aus der Spiegelwelt ist.

Wenn also einer von euch eine Idee hat, was für ein Buch das sein könnte, dann wäre ich über einen Kommentar sehr dankbar! Ich hatte den Roman als Kind ein paar Mal aus der Bibliothek ausgeliehen – und da ich mich heute noch mit einem guten Gefühl daran erinnere, würde ich zu gern schauen, ob ich die Geschichte irgendwie gebraucht auftreiben könnte. Aber dafür benötige ich halt einen Titel, einen Autorennamen oder sonst etwas greifbares.

Polly Shulman: Die geheime Sammlung

„Die geheime Sammlung“ ist ein ganz wunderbares, märchenhaftes – und auch ein wenig altmodisches – Buch von Polly Shulman. Hauptfigur ist Elizabeth, eine Schülerin, die nicht gerade glücklich mit ihrem Leben ist. Vor einigen Jahren starb ihre Mutter, und auch wenn das Mädchen sie sehr vermisst hatte, so hat sie sich in der Zeit danach sehr mit ihrem Vater verbunden gefühlt. Doch inzwischen hat ihr Vater neu geheiratet und so muss Elizabeth nicht nur seine Aufmerksamkeit vermissen, die nun der neuen Frau gilt, sondern auch zugunsten ihrer beiden Stiefschwestern auf viele Dinge verzichten.

Unter anderem bedeutete die Heirat ihres Vaters, dass Elizabeth nun auf eine neue Schule gehen muss. Und da ihre Schwestern beide studieren, musste sie ihren geliebten Ballettunterricht aufgeben, da für diesen kein Geld mehr da war. Außerdem ist ihre beste Freundin gerade nach Kalifornien gezogen – und nun fühlt sich Elizabeth im verschneiten New York ziemlich allein. Einzig der Unterricht bei Mr. Mauskopf, ihrem Lehrer für europäische Geschichte, macht ihr noch Spaß – und so gefällt es ihr sogar, dass sie über die Weihnachtsferien für seinen Unterricht einen Aufsatz über die Gebrüder Grimm schreiben muss.

Der Lehrer ist es auch, der ihr im neuen Jahr einen Nebenjob vermittelt. Dank Mr. Mauskopfs Empfehlung bekommt Elizabeth eine Stelle als „Page“ im „Repositorium der Verleihbaren Schätze“. Das ist eine ungewöhnliche „Bibliothek“, in der die Nutzer die seltsamsten Gegenstände ausleihen können. In den Archiven dieses Gebäudes finden sich Kostbarkeiten, die früher berühmte Persönlichkeiten gehört haben, ungewöhnliche Werkzeuge, wertvolle Teppiche und andere Dinge, von denen ein normaler Mensch kaum zu träumen wagt.

Elizabeth bekommt aber schnell mit, dass sich hinter den Mauern des Repositoriums mehr verbirgt als nur diese kostbaren Gegenstände. Während ihr auf der einen Seite Gerüchte zugetragen werden, die behaupten, dass ein unheimlicher Vogel die Besucher des Repositoriums beobachtet, Gegenstände stielt und auch schon Angestellte entführt hat, bekommt sie auf der anderen Seite hinweise auf geheime Sammlungen, zu denen nur wenige Menschen in dem Repositorium Zugang haben.

Eine dieser Sammlungen beinhaltet magische (und nichtmagische) Schätze aus den Märchen der Gebrüder Grimm, in anderen werden Erfindungen und Gegenstände aufgewahrt, die aus den Romanen der Autorn H.G. Wells oder William Gibson stammen könnten. Doch kaum bekommt Elizabeth offiziell Zugang zu der grimmschen Sammlung, da erfährt sie auch schon, dass wirklich einige der Kostbarkeiten gestohlen wurden.

Neben den Hintergründen des fantastischen „Repositorium der Verleihbaren Schätze“ beschäftig sich Elizabeth auch viel mit ihren neuen Kollegen. Gleich an ihrem ersten Tag hat sie zu ihrer großen Freude feststellen können, dass der beliebte Marc Merritt von ihrer Schule ebenfalls als „Page“ dort arbeitet – und auch mit Aaron, Anjali (und Anjalis jüngerer Schwester Jaya) freundet sich das Mädchen schnell an. Natürlich schwärmt auch Elizabeth für Marc – und benimmt sich deshalb im Laufe des Buches manchmal etwas dümmer, als man es von ihr erwarten sollte, aber alles in allem hat Polly Shulman die verschiedenen Beziehungen sehr schön in die Geschichte eingearbeitet.

Die gesamte Handlung wird aus Elizabeths Perspektive erzählt, und die Schülerin ist – wie es sich für eine klassische Märchenfigur gehört 😉 – ein wirklich nettes, verantwortungsbewusstes und fürsorgliches Mädchen. Überhaupt haben mir all die Anspielungen auf Märchenelemente, -charaktere und –gegenstände ganz wunderbar gefallen. Hier und da plätschert die Handlung objektiv gesehen vielleicht etwas dahin, aber beim Lesen fällt das überhaupt nicht auf, weil man sich an all den kleinen Szenen und fantastischen Einfällen der Autorin erfreuen kann.

Zwei Sachen hingegen sind nicht ganz so schön gelungen: Einmal gibt es eine unübersehbare Unstimmigkeit in der Handlung (die man durch das Streichen des Wörtchens „gestern“ locker hätte beheben können), als sich Mr. Mauskopf im Januar in einem Gespräch mit Elizabeth auf eine Szene bezieht, die sich vor den Weihnachtsferien zugetragen hatte – von der er meint, dass er das „gestern“ gesehen hätte. Nicht schlimm, aber irgendwie bleibt es hängen und hat mich geärgert.

Das andere sind die vielen Zeitsprünge in der Handlung, die man leicht mit einer Leerzeile hätte kenntlich machen können. Da aber der Sprung im Text nur durch einen Absatz kenntlich gemacht wird, muss man sich als Leser erst einmal neu orientieren, wenn man feststellt, dass sich zwischen dem aktuellen Satz und dem davor Ort und Zeit geändert haben. Vielleicht fand man ja die vielen kleinen Abschnitte nicht so schön oder wollte Seiten sparen, aber übersichtlicher – und somit auch angenehmer – wäre es schon gewesen, wenn man diese Sprünge deutlicher gemacht hätte.

Doch beide Punkte sind nun keine so gravierenden Fehler, dass sie mir das Lesevergnügen verleiden konnten. Und Spaß hat mir Elizabeths Geschichte wirklich gemacht. Hier bekommt man vielleicht – im Vergleich zu manch anderem Jugendfantasybuch – keine herzergreifende Liebesgeschichte, keine rasanten Actionsszenen oder kniffelige Herausforderungen für die Charaktere präsentiert, aber dafür wirklich sympathische Figuren, lustige und fantasievolle Einfälle, leise und angenehm realistisch wirkende Beziehungen und viele kleine Momente, die einfach dafür sorgen, dass man sich in der Geschichte wohlfühlt.

Für mich hat dieser Roman etwas angenehm Altmodisches, das mich an viele Jugendbücher erinnert, die ich während meiner Kindheit gelesen habe (uiui, das klingt, als hätte ich das Rentenalter schon erreicht). Das „Repositorium der Verleihbaren Schätze“ hat meine Fantasie angeregt und ein bisschen hoffe ich, dass der Autorin noch einmal eine Idee für ein Roman kommt, der mit diesem wundersamen Ort verbunden ist. „Die geheime Sammlung“ wird auf jeden Fall in mein Regal wandern und in den nächsten Jahren immer mal wieder gelesen werden.

Wohnzimmerrenovierung – eine endlose Geschichte

Montag
Ich hab die Kerzenständer und den Kratzbaum aus dem Wohnzimmer geräumt, Bücherregal Nr. 1 vor das Bücherregal Nr.2 geschoben, die beiden Sofas, den Sofatisch, den Telefontisch und die Stehlampe in eine Ecke geschoben. Dann wurden die Katzen aus dem Wohnzimmer gescheucht, der Farbeimer und alle anderen Sachen zum Streichen aus dem Rumpelz… äh, der zukünftigen Bibliothek geholt und los ging es mit dem Streichen. Wie ich es am Wochenende geplant hatte, konnte ich die Wände vom Bücherregal bis zum Fenster in einem schönen strahlenden Weiß streichen. Die Fußleisten benötigten zwar drei Schichten, aber trotzdem war alles so weit fertig, dass ich die Möbel wieder zurückräumen, die Katzen wieder ins Wohnzimmer lassen und duschen konnte, bevor mein Mann nach Hause kam.

An verschiedenen Stellen der Wände fand ich übrigens noch die Kunstwerke des Vormietertöchterchens … (durch den Blitz leider nur schlecht zu erkennen)

Dienstag
Damit ihr nicht denkt, dass ich verschollen bin, habe ich morgens schnell einen Blogbeitrag zusammengeschustert und eingestellt. Dann habe ich die beiden Bücherregale auf die andere Seite des Zimmers geschoben, die kleinen Regale mit den Videospielen und DVDs ausgeräumt und in den Flur (der bald gar nicht mehr begehbar ist) gezogen, die Sofas und den Tisch enger zusammengeschoben und wieder den Farbeimer und die restlichen Sachen ins Wohnzimmer geschleppt. Dieses Mal waren die Katzen nur mit einem Haufen Leckerli aus dem Zimmer zu locken, aber nachdem sie endlich draußen waren, habe ich mich auf die Wandflächen zwischen Fenster und Büroschrank gestürzt. Was eine gute Planung erforderte, denn ich konnte erst dann den Bereich am Büroschrank streichen, wenn meine ersten Flächen so weit trocken waren, dass ich den Schrank, den Schreibtisch und den Fernseher gefahrlos dahin schieben konnte. Klappte aber alles – abgesehen davon, dass ich doch noch die Fußleiste hinter dem Schreibtisch doch noch für den nächsten Tag übrig lassen musste.

Und so sah die Fußleiste aus – deutlich erkennbar ist der liebevolle Farbauftrag unserer Vormieter, ebenso wie der graue Schleier, der durch die Tapetenkleisterreste entstanden ist …

Mittwoch
Heute konnte ich es eigentlich schön langsam angehen lassen, da ich nur die Fußleiste und die kleine Fläche hinter dem Büroschrank und dem Schreibtisch (die inzwischen beide an die gestern gestrichene Wand zwischen Fenster und Büroschrankecke gewandert waren) vor mir hatte. Aber die Fußleiste erforderte dann doch zwei Schichten, bevor sie strahlend weiß war – und da der Anschluss orange werden sollte, musste ich geduldig warten, bis die Farbe so weit trocken war, dass ich mit Klebeband und Acryl eine saubere Kante anlegen konnte. Währenddessen habe ich dann doch noch spontan beschlossen, dass ich den nicht zu reinigen Rollladenkasten in schmutzigem weiß im Vergleich zu den strahlend weißen Wänden ganz schön scheußlich fand – und dass ich natürlich noch eine Runde den Pinsel schwingen musste, um ihn ebenfalls zu streichen. Die orange Farbe war dann eine ganz schöne Enttäuschung – nicht von dem Farbton her, der mir immer noch sehr gut gefällt, sondern aufgrund der miesen Baumarktqualität. Inzwischen bezweifle ich, dass drei Schichten Farbe reichen werden, damit die ganze Sache deckt. Obwohl die Konsistenz mit der Profifarbe vergleichbar ist, ist die Pigmentierung wirklich erschütternd. Die erste Schicht sieht aus, als ob ich die Wand mit Wasserfarbe bearbeitet hätte. Wenn also einer von euch eine Renovierung planen sollte, dann fahrt zum nächsten Maler und fragt ihn, ob er euch seine Profifarbe verkauft. Der Qualitätsunterschied ist jegliche Preisdifferenz wert!

Böse Baumarktfarbe – in einem schön leuchtenden Ton!

Irgendwie hatte ich das ganz verdrängt, als ich den kleinen Eimer orange gekauft habe – vielleicht weil ich schon seit Jahren keine Baumarktfarbe mehr verstrichen habe. Immerhin kann ich jetzt verstehen, warum unsere Vormieter an einigen Ecken des Wohnzimmers ihre gelbe Wandfarbe so „lieblos“ verteilt haben. Was ich allerdings nicht verstehen will, ist, dass sie nicht in der Lage waren nach dem Streichen die (untere) Fußbodenleisten zu säubern. Nach einigen Jahren lassen sich die gelben Farbflecken nämlich nicht mehr entfernen, ohne dass ich demnächst mal zu Schleifpapier, Scheuerschwamm und Lösemittel greifen muss. Ich weiß schon, warum ich diese Aktion nach dem Einzug auf die Zeit nach meiner eigenen Renovierung vertagt hatte. 😉

Einmal ein Gesamteindruck vom Zustand der Ecke vor dem Streichen

Donnerstag
So langsam bin ich doch etwas unmotiviert, vor allem da der Regen eigentlich dazu einläd mal die Nase vor die Tür zu strecken und zu gucken, ob der Garten noch lebt. Naja, oder eine Runde auf dem Sofa zu muckeln und ein bisschen zu lesen. *g* Eigentlich sollte die orange Farbe ja zwischen jedem Streichvorgang vier Stunden trocknen, aber so geduldig war ich dann doch nicht. Wenn die Farbe trocken ist, dann streiche ich auch! Und so habe ich zwischen 9 und 16 Uhr drei Farbschichten aufgetragen. Im Moment sieht es eigentlich gar nicht so schlecht aus, abgesehen von der Ritze in der Ecke, die schon von unseren Vormieter nicht richtig gestrichen wurde und deshalb einen helleren Unterton hatte als die restliche Wand. Leider bietet der verregnete Nachmittag nicht die beste Sicht auf die Farbflächen. Wer hätte gedacht, dass eine Winterkatze sich mal strahlendes Sonnenlicht herbeiwünschen würde?

Tja, und der Ende des Tages zeigte: Ich darf Freitag noch einmal die Farbrolle schwingen!

Aber die Kante sah schon gut aus, nur die Fläche war noch immer streifig …

Freitag
Wenn ich heute wenigstens mit der guten Farbe weitermachen dürfte, dann ginge ja alles, aber noch eine Schicht Baumarkt-orange vor mir zu haben, macht mich müde und sorgt dafür, dass ich bis zur Mittagszeit vor dem PC hänge, zur Bibliothek wandere und mich so gar nicht zum Streichen aufraffen konnte … Doch dann ging es los mit der fünften orangen Farbschicht! Immerhin hatten mein Mann und ich gestern Abend beschlossen, dass nach spätestens sechs Schichten Schluss ist und wir dann einfach mit dem Ergebnis leben müssen! Inzwischen kann ich sagen, dass nach sechs Schichten die „hübschen“ Zeichnungen des Vormietertöchterchens nicht mehr durch die Farbe „schimmern“ – und der Farbauftrag lässt sich mit der Farbe wohl nicht besser hinbekommen. Manchmal frage ich mich, warum ich das so perfekt haben will, wenn ich doch davon ausgehen kann, dass bei vier Katzen nach ein paar Wochen wieder genügend Kratzer an der Wand zu sehen sind …

Warum sieht die Kante auf dem Foto so schief aus? Dabei ist sie wunderbar gerade geworden! 🙂

Samstag
Eigentlich wollte ich an diesem Tag mit meinem Mann nur noch zwei Möbel zusammenbauen, Löcher in die Wände bohren, alles an den richtigen Platz schieben, katzensicher anbringen, einen Kalender aufhängen – und am Ende des Samstags sagen: „Alles fertig! Das war eine anstrengende, aber lohnende Woche!“ Stattdessen öffneten wir einen Büroschrank-Bausatz, packten alle Teile aus, sortieren alle Schräubchen und Dübel und was sonst noch dazugehört und musste feststellen, dass vier wichtige Elemente fehlen!

Christie immerhin war mit ihrem neuen Liegeplatz sehr zufrieden …

Leider müssen wir aber den Büroschrank als erstes in die Ecke schieben und dann erst können wir den Rest der Arbeitsecke einrichten, Löcher bohren, eine Katzenbrücke anbringen usw. Und erst wenn die Arbeitsecke eingerichtet ist, dann ist gegenüber genug Platz, um die kleinen DVD/Spiele-Regale zusammenzuschrauben und an die Wand zu dübeln, und erst danach hätten wir den Raum, um auch noch das letzte Möbel zusammenzusetzen und den Fernseher, den DVD-Player und die Konsolen darin zu verstauen …

Theoretisch hätten wir natürlich noch den Weg zum schwedischen Möbelhaus auf uns nehmen können. Aber wir waren beide verflixt müde, genervt und hatten beim besten Willen keine Lust uns am Samstagmittag auf die Autobahn und dann auch noch in das Getümmel beim Möbelriesen zu stürzen. Also werde ich in den nächsten Tagen mit der Aufbauanleitung in der Hand dort aufschlagen und die fehlenden Teile einfordern müssen … Aber nicht heute (Montag), denn gerade warte ich auf den Techniker, der herausfinden soll, warum wir in der Nacht von Freitag auf Samstag auf einmal keinen Kontakt zur Außenwelt mehr hatten. Weder Fernsehen, noch Internet, noch Telefon gingen und auch wenn das wieder funktioniert, so will unsere Anbieter doch wissen, warum es überhaupt ausfallen konnte …

… und hat den Tag entspannt ausklingen lassen (wenn auch nicht mehr auf dem Kartonstapel, denn der war ja inzwischen ausgeräumt, da das unsere Büroschrank werden sollte)

Vorläufiges Renovierungsfazit:

– Eine bepinkelte Wäschewanne, da das Ausgesperrtsein und die Renovierungsunruhe mal wieder zu viel für Shandy waren (immerhin lässt sich so eine Folge innerhalb einer Stunde dank Waschmaschine wieder in Ordnung bringen).
– Kaputte Knie, die sich darüber beschweren, dass sie einige Tage lang ständig auf die Leiter und wieder runterkrabbeln mussten.
– Niemals wieder wird in meinem Haushalt Farbe aus dem Baumarkt gekauft!
– Oh, und auch Renovierungsaktionen können bei mir natürlich nicht ohne „Lektüre“ erledigt werden. Also gab es zur Unterhaltung folgende Hörbücher „Verstand und Gefühl“ (ca. 775 Minuten), „Die kleine Hexe“ (ca. 118 Minuten) und „John Sinclair 47: Die Werwolf-Sippe (Teil 1/2)“ (ca. 47 Minuten)

Stöckchen: Katzen

Bei Sylvia und Natira habe ich dieses Stöckchen gefunden und konnte nicht daran vorbeigehen. 😉

1) Wann hast du dein Diplom im Dosen- und Türöffnen gemacht?

Wenn diese Frage so verstanden werden soll, ab wann ich für meine erste Katze verantwortlich war: Das müsste so 1980 gewesen sein. Nicki war zwar der Familienkater, aber ich war diejenige, die sagte, wann er zum Tierarzt musste, und ich war diejenige, die die Entscheidung treffen musste, als er nach einem Unfall mit einem Auto eingeschläfert wurde …

2) Was schätzt du, wie oft du am Tag aufstehst, nur um einer mauzenden Katze die Tür zu öffnen?

Aufstehen muss ich in der Regel gar nicht, da unsere vier reine Wohnungskatzen sind – und nur Shandy wird zweimal am Tag in „Einzelhaft“ gefüttert und bekommt nach dem Fressen die Tür geöffnet. Aber manchmal schließt Shandy die Wohnzimmertür vor der Nase der anderen Katzen – und Logan sagt dann lauthals Bescheid, dass er nicht reinkommt.

3) Was war das Peinlichste, was du jemals deiner Katze zuliebe getan hast?

Zu dieser Frage fällt mir einfach nichts ein. Vielleicht müsste die von jemandem beantwortet werden, der mich und meine Katzen persönlich kennt. 😉

4) Wie viel Zeit verwendest du darauf, im Supermarkt Katzenfutter zu kaufen?

Nicht besonders viel. Erst einmal gibt es bei uns nur wenig Fertigfutter und dann weiß ich ja, was ich haben will und packe es ohne großen Zeitaufwand ein. Wenn es allerdings um das frische Fleisch geht, dann kann das schon mal etwas dauern, da der Tierfutterladen an den Frischfleischtagen immer sehr gut besucht ist und ich manchmal umdisponieren muss, wenn eine Sorte schon ausverkauft ist.

5) Wie viel Mühe machst du dir mit dem Futter? Kochst du auch mal selbst für die Katze?

Ich koche nicht für die Katzen. Je nachdem welche Fleischsorte wir gerade verfüttern, benötige ich zwischen 1 und 1,5 Stunden pro Woche, um die Sachen zu portionieren und einzufrieren. Beim Füttern werden dann nur noch die aufgetauten Fleischportionen auf die einzelnen Näpfe verteilt.

6) Bringst du Abwechslung in die Marken und Sorten?

Abwechslung beim Fleisch: Ja, soweit es geht, abhängig davon, was die Monster gerade mal wieder gut fressen und ob ich mal wieder aufpassen muss, dass nicht zuviel Knochenstückchen oder so im Futter sind.

Bei Fertigfutter bleibe ich lieber bei einer erprobten Marke, auch wenn ich da bei jeder Mahlzeit eine andere Sorte verfüttere. Jeder Markenwechsel kann im schlimmsten Fall zu Durchfall, Erbrechen und anderen Nebenwirkungen führen, die ich lieber vermeiden will.

7) Schläft deine Katze im Bett? Wenn ja: Wieviel Platz bleibt für dich? Darfst du dich bewegen?

Zum Glück schlafen selten alle vier mit im Bett, auch wenn das schon mal vorkommen kann. In der Regel bleiben nur die Maine-Coon-Kater die ganze Nacht über bei uns, wobei wir uns inzwischen ganz gut arrangiert haben. Nur manchmal gibt es Phasen, in denen Logan darauf besteht bei einem von uns auf dem Kopf – oder Kopfkissen – zu schlafen, was arg lästig ist. Im Schlaf mache ich leider mehr Platz, als für mich gut ist und wache deshalb nicht selten etwas verspannt auf. Aber trotzdem habe ich keine Hemmungen mich zu bewegen, so dass es auch schon mal passieren kann, dass einer der Kater unter meinem Bein eingequetscht wird. Shandy hingegen schläft, wenn er im Bett bleibt, auf meiner Hüfte und läuft dann bei jeder Umdrehung mit.

8) Was war das Schlimmste/Ekligste, was dir deine Katze je angeschleppt hat (platzend vor Stolz)?

Hm, das ekelhafteste Beutestück brachte mir mein dritter Kater Felix vor vielen Jahren. Damals hatten wir einen Nachbarn, der seine Hühner noch selber geschlachtet hat – und Felix brachte eines Tages im Sommer durch die offene Terrassentür einen Hühnerkopf mit in die Wohnung!

9) Du bist verliebt. Unsterblich. In einen absolut wunderbaren Menschen. Er sagt: “Die Katze oder Ich!” Wer geht?

Jemand, der mich vor ein solches Ultimatum stellen würde, wäre kein „absolut wunderbarer Mensch“. Wenn jemand mit Katzen nicht zusammenleben will, dann ist das ja in Ordnung, dann muss man eben einen Kompromiss finden, aber so eine Aussage wäre definitiv ein Grund für mich die Beziehung sofort zu beenden. Zum Glück stellt sich die Frage gar nicht, denn mein Mann ist inzwischen auf seine Weise genauso vernarrt in die Biester wie ich es bin.

10) Kaufst du deiner Katze Spielzeug? Wo und was?

Ja, natürlich! Wo immer mir etwas über den Weg läuft, was für alle vier geeignet zu sein scheint. Also nichts, was Baltimore fressen oder Shandy zerbeißen würde. Es müsste robust genug sein, um Logan zu überleben, und ansprechend für Christie. Natürlich gibt es auch Spielzeuge, die nur für eine Katze gekauft wurden, aber trotzdem müssen diese Teile in diesem Haushalt überleben.

11) Bemerkst du die Katzenhaare auf deinen Klamotten noch?

Ohja! Und ich fluche regelmäßig darüber, vor allem seitdem die Coon-Kater bei uns eingezogen sind. Wir haben zuhause nur noch alte Klamotten an, die nicht nur verhaart sind, sondern auch das eine oder andere Loch von den Katzenkrallen aufweisen, da beim Schmusen schon mal was passieren kann. Das ist etwas peinlich, wenn es überraschend an der Tür klingelt, aber damit müssen Besucher leben können. Und die Sachen für „draußen“ werden immer direkt weggehängt, damit sich keine Katze daran reiben und ihre Spuren hinterlassen kann. Was natürlich so nie funktioniert und dazu führt, dass wohl jeder – trotz Kleiderbürste, Klebebandattacken und ähnliche Enthaarungsversuche – sehen kann, dass wir mit Katzen leben. Irgendwann hätte ich gern einen Wäschetrockner, das ist nämlich das wirksamste Mittel gegen die lästigen Haare …

Francisco González Ledesma: Der Tod wohnt nebenan

„Der Tod wohnt nebenan“ wurde von mir als erste Station der „Weltreise“-Challenge von Natira ausgewählt und führte mich nach Barcelona. Dort hatte der Nachbarschaftsvereins des Viertels eine Feier in einem Abrisshaus geplant. Denn mit diesem Haus würde endgültig die Vergangenheit verschwinden und so sollte man sich noch ein letztes Mal zusammenfinden, um Abschied zu nehmen. Doch vor den schön geschmückten Tischen, die sich unter den Speisen und Getränken regelrecht verbiegen, liegt die Leiche eines Mannes.

Seine Identität ist kein Rätsel, denn er ist den Leuten in der Nachbarschaft bekannt, auch wenn er schon seit vielen Jahren nicht mehr hier wohnt. Omedes war ein kleiner Schläger und Ganove und hat eines Tages mit einem Komplizen eine Bank überfallen. Dabei wurde nicht nur ein Wachmann, sondern auch eine Geisel getötet – besonders tragisch war dabei, dass die Geisel ein gerade mal dreijähriger Junge war. Als der Gauner nun ermordet aufgefunden wird, steht für jeden fest, dass der Vater des getöteten Jungen sich für die inzwischen dreißig Jahre zurückliegende Ermordung seines Kindes gerächt hat. Auch Inspector Méndez geht davon aus, nun muss es ihm nur noch gelingen, David Miralles die Tat nachzuweisen. Und zwar bevor dieser auch noch Omedes Komplizen aufstöbern und töten kann. Oder von diesem ermordet wird, damit Miralles seine Rache nicht vollenden kann.

Was wie ein sehr reizvoller Krimi beginnt, ist eigentlich eher eine Hommage an die katalanische (nicht spanische) Gesellschaft, und zwar an eine Gesellschaft, die aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahre zu verschwinden scheint. Inspector Méndez und die Menschen, denen er während seiner Ermittlungen begegnet, trauern der alten Zeit hinterher. Dabei ist ihnen allen bewusst, dass diese Vergangenheit auch ihre Schattenseiten hatte – kein Wunder, wenn man überlegt, dass all diese Menschen während des Franco-Regimes aufgewachsen sind.

Es ist nicht gerade unüblich, dass ein Krimi die gesellschaftskritische Sicht des Autors widerspiegelt, aber Francisco González Ledesma macht das „In der Tod wohnt nebenan“ so plakativ, dass es für mich doch sehr gewöhnungsbedürftig war. Ich bevorzuge dann doch eher die subtile Erzählweise eines Raymond Chandler oder Ross Macdonald. Francisco González Ledesma hingegen neigt zu blumigen Formulierungen, Übertreibungen und Wiederholungen, an die ich mich erst einmal gewöhnen musste – was mir nicht so leicht gefallen ist. Aber so geht es mir häufig mit Autoren, die aus dem spanischen, französischen oder italienischen Sprachraum kommen.

Ein weiteres Problem ergab sich beim Lesen dieses Romans dadurch, dass „Der Tod wohnt nebenan“ schon der neunte Band der „Inspector Méndez“-Reihe ist – aber das erste Buch des Autors, das in Deutschland veröffentlicht wurde. So hatte ich ganz oft das Gefühl, dass mir Hintergründe zu den Personen fehlen, dass der Autor eigentlich Namen oder Beschreibungen hätte liefern müssen und dass ich anfangs eher hilflos auf den ungewöhnlichen Inspector und sein Umfeld losgelassen werde. All das regelt sich im Laufe des Romans, doch wäre der Einstieg in die Geschichte für mich vermutlich deutlich leichter geworden, wenn ich die ersten acht Bücher um diesen Polizisten schon gekannt hätte.

Insgesamt war es für mich schon ein interessantes Buch. Ich habe noch nicht sehr viele katalanische Krimis gelesen und die Anzahl der spanischen Autoren, die mir bislang durch ihre Bücher begegnet sind, kann ich an einer Hand abzählen. So bot mir „Der Tod wohnt nebenan“ – nachdem ich mich an die Erzählweise gewöhnt hatte – einen spannenden und eher melancholischen Einblick in die katalanische Gesellschaft (wenn auch nur durch die Augen dieses einen Autors), eine Vielzahl ungewöhnlicher Charaktere und eine anfangs eher plätschernden, aber letztendlich doch noch reizvolle Kriminalgeschichte.

Juli-SuB-Nachschub Nummer 3

„Sei vorsichtig mit dem, was du dir wünscht …“ wurde mir gerade von einer ansonsten sehr netten Person unter die Nase gerieben. Denn nachdem ich von Mitte April bis Anfang Juli kein einziges Buchpaket bekommen hatte, klingelte gerade eben schon wieder der Paketbote!

Ich muss gestehen, dass er mich gestern schon heimsuchte, da allerdings nicht so überraschend, da mir mein Onlinedealer schon verraten hatte, dass der neuste Julia-Quinn-Roman schon losgeschickt worden sei.

Aber heute hatte ich ihn wirklich nicht erwartet und war eigentlich fest davon ausgegangen, dass diesen Monat kein einziges neues Buch ins Haus flattern würde! Aber irgendwie scheint es da jemand gerade ganz besonders gut mit mir zu meinen und sorgt nun dafür, dass ich all die „Füllsachen“ aus dem SuB-Regal räumen muss, damit die ganze Neuzugänge noch Platz finden.

Ich will mich wirklich nicht beschweren, aber darf ich jetzt bitte erst mal wieder etwas Zeit zum Lesen finden, bevor der Paketbote das nächste Mal klingelt? 😉

Juli-Neuzugänge: Die zweite Runde

Nachdem ich im Mai und Juni so schrecklich darben musste, hat mich der Paketbote gestern schon zum zweiten Mal in diesem Monat mit einem Buchpaket beglückt. Dieser Karton war deutlich kleiner als bei der Sendung vom 2. Juli, aber trotzdem erwartete mich wieder eine interessante Mischung! Der SuB wächst also so langsam wieder an und ich freu mich schon darauf die kommenden heißen Nächte mit einem Buch vor der Nase zu verbringen, da an Schlafen bei dem Wetter eh nicht zu denken ist.

Buchzuwachs:
Jens Lossau/Jens Schumacher: Der Elbenschlächter
Victoria Laurie: M.J. Holliday: Geisterjägerin – Rendezvous um Mitternacht
Jackie Kessler & Caitlin Kittredge: Schatten und Licht – Das Ikarus Projekt
Dick & Felix Francis: Abgebrüht
Agnes Desarthe: Mein hungriges Herz
Lynsay Sands: Wer will schon einen Vampir?
Lynsay Sands: Ein Vampir und Gentleman
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River
Jane Austen: Anne Elliot (Neuübersetzung)
Richelle Mead: Dark Swan – Sturmtochter

Und für die Ohren:
Sergej Lukianenko: Trix Solier – Zauberlehrling voller Fehl und Tadel
Michael Ende: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch
Ottfried Preußler: Die kleine Hexe

Neugierig bin ich eigentlich auf alle Titel, aber ganz besonders auf „Abgebrüht“. Ich habe die Dick-Francis-Krimis jahrelang geliebt, aber nach dem Tod seiner Frau (die angeblich einen nicht geringen Anteil an den Romanen hatte) war die Qualität nicht mehr die gleiche. Nun bin ich gespannt, ob Dick Francis mit seinem Sohn zusammen wieder das alte Niveau erreicht!

Oh, und wie ihr sehen könnt, wage ich mich mit „Mein hungriges Herz“ wieder an einen Roman, der rund um ein Café spielen soll. Mal gucken, ob der Klappentext dieses Mal wieder so irreführend ist, wie er es bei „Café Eden“ war.

Isabel Abedi: Imago

Nachdem mir „Whisper“ ja so gar nicht zugesagt hatte, haben mir mehrere Leute „Imago“ und „Isola“ von der Autorin ans Herz gelegt – und da „Imago“ bei der Bibliothek vormerkbar war, habe ich beschlossen, dass ich dem Buch eine Chance geben. Anfangs hat mich die Namensgebung der Hauptfigur Wanja etwas irritiert. Denn für mich ist dieser Name eindeutlich ein Männername und so musste ich doch etwas umdenken, um in „Wanja“ ein zwölfjähriges Mädchen mit dunklen Locken und runden Augen zu entdecken.

Wanja lebt mit ihrer Mutter Jo und dem alten dicken Kater Schröder zusammen. Wer ihr Vater ist, weiß Wanja nicht, denn ihre Mutter hat sich schon immer geweigert über ihn zu reden. Auch von Flora, der besten Freundin von Jo, und ihrer Großmutter bekommt das Mädchen keine Informationen – abgesehen davon, dass ihre Großmutter ihr immer wieder „Ganz wie der Vater“ vorwirft, wenn Wanja mal wieder etwas falsch gemacht hat.

Doch eines Tages erhält Wanja eine geheimnisvolle Einladung zu der Ausstellung „Vaterbilder“ – und mit ihr finden sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Jugendliche in der Kunsthalle ein, um diese geheime Ausstellung zu besuchen. Die „Vaterbilder“ bieten den Kindern die Möglichkeit durch ein Bild, das ihnen besonders zusagt, in eine andere Welt zu treten. Für Wanja ist dies die Welt Imago, wo sie auf den zauberhaften Zirkus Anima und den freundlichen Trapezkünstler Taro trifft. Doch das Mädchen betritt diese Welt nicht allein, denn auch Mischa, ein Junge von ihrer Schule, wird von dem Zirkus angezogen.

Mischa gilt an der Schule als Außenseiter – und vor allem Wanjas Freundinnen lästern gern über sein abgerissenes Aussehen und seine Problemfamilie. Doch das Mädchen fühlt sich von dem Jungen angezogen, es scheint sie mehr zu verbinden, als nur ihre gemeinsamen Erlebnisse während der Besuche der „Vaterbilder“. Für die beiden werden die Figuren, die sie im Zirkus Anima kennengelernt haben immer wichtiger – und vor allem Taro scheint einen Platz in ihrem Leben auszufüllen, der sonst eine schmerzliche Leere hinterlässt. Doch nicht alles in diesem fantastischen Land ist wunderschön, denn ein riesiger schwarzer Vogel bedroht Taro und seine Freunde.

Ich muss zugeben, dass ich anfangs noch etwas skeptisch war, da ich das Gefühl hatte, ich wüsste genau, worauf die Handlung hinausläuft (womit ich auch richtig lag *g*). Aber Isabel Abedi hat ihre Geschichte sehr schön erzählt und mir haben nicht nur der Zirkus Anima gut gefallen, sondern auch die Passagen, die in der realen Welt spielen und in denen sich Wanja mit ihren Alltagsproblemen rumschlagen muss. Denn zwischen den einzelnen Besuchen der „Vaterbilder“ liegen oft Wochen und in denen muss sich Wanja nicht nur Gedanken, um das Schicksal von Taro und den anderen aus dem Zirkus machen, sondern sich auch mit Schulproblemen, ihrer (für mich nervigen) Mutter und ihren Freundinnen auseinandersetzen.

Aber ich muss auch sagen, dass mich die Handlung lange Zeit nicht richtig gepackt hat. „Imago“ ist nett und es hat Spaß gemacht das Buch zu lesen, aber wenn man es mir weggenommen hätte, dann wäre es auch okay gewesen. Ich war nicht allzu neugierig auf das Ende, sondern habe lieber einzelne Szenen genossen oder die Stimmung, die sie in mir hervorgerufen haben. Erst am Schluss war ich gespannt darauf, wie Isabel Abedi die Geschichte abschließen würde. Insgesamt habe ich also nicht das Gefühl, dass ich meine Zeit mit dem Roman vergeudet habe, aber so großartig, dass ich ihn noch einmal lesen oder gar besitzen müsste, fand ich ihn auch nicht.

William Shakespeare: Macbeth

„Macbeth“ ist für mich im Prinzip ein re-read, denn ich habe mich zwischen der zehnten Klasse und meinem Abitur quer durch die englische Shakespeare-Gesamtausgabe aus der Bibliothek gelesen. Da das aber schon so einige Jahre her ist und ich inzwischen sehr viele Romane (vor allem Krimis) gelesen habe, in denen dieses Stück entweder zitiert oder auf einer Bühne aufgeführt wird, dachte ich, dass Hollys „Ich bilde mich weiter“-Challenge eine gute Gelegenheit ist, um diese Geschichte neu – und auf deutsch – auf mich wirken zu lassen.

Ich wollte es mir dieses Mal einfach machen und „Macbeth“ auf deutsch lesen – doch das stellte sich als überraschend großes Hindernis heraus. Wieder habe ich auf eine Stadtbibliothek zurückgegriffen – und die ersten beiden ausgeliehenen Titel fast ungelesen wieder zurückgebracht, da ich wirklich ein Problem mit den Übersetzungen hatte. Ich erwarte einfach einen bestimmten Rhythmus bei den ersten Zeilen dieses Stücks und reagiere erstaunlich irritiert, wenn der erste Auftritt der Hexen in meinen Ohren falsch klingt. Außerdem stelle ich immer wieder fest, dass ich Shakespeare laut lesen muss, damit ich mich mit seiner Sprache wohlfühle – was dazu führt, dass ich mich jedes Mal vergewissert habe, ob die Fenster auch zu sind, bevor ich zum Buch griff.

Die Handlung von „Macbeth“ ist eigentlich ganz simpel: Macbeth ist ein starker Krieger, der sich im Krieg gegen den norwegischen König ausgezeichnet hat. Als Duncan, der König von Schottland, von den Taten Macbeths hört, überträgt er ihm die Ämter und Würden des Thane of Cawdor (der sich im Krieg als Verräter herausgestellt hatte). Da Macbeth diese Würdigung schon von drei Hexen vorhergesagt wurde, die ihn auch als den zukünftigen König von Schottland bezeichneten, lässt ihn der Gedanke an die Ergreifung des Throns nicht los.

Von seiner Ehefrau angestachelt ermordet er Duncan, als dieser bei ihm zu Gast ist, und versucht die Tat den beiden Kammerdienern des Königs in die Schuhe zu schieben. Aber auch die Söhne des Ermordeten werden verdächtig, da sie nach der Tat außer Landes fliehen. Macbeth wird zum König gekrönt und nur sein alter Kamerad Banquo hegt einen Verdacht, dass Macbeth Duncan getötet haben könnte – und wird deshalb von angeheuerten Mördern erstochen. Doch mit dem Tod von Banquo wächst auch Macbeth schlechtes Gewissen und er fühlt sich vom Geist seines Freundes verfolgt.

Also sucht er noch einmal die drei Hexen auf, die ihm dieses Mal prophezeien, dass er sicher sei, solange nicht der Wald von Birnam nach Dunsinane komme. Außerdem könne ihm kein Mensch, der von einer Frau geboren wurde, Schaden zufügen. In der Zwischenzeit ist der schottische Edelmann Macduff nach England geflohen und versucht mit Malcolm (dem Sohn König Duncans) ein Heer gegen Macbeth aufzustellen. Obwohl Lady Macbeth die treibende Kraft hinter der Ermordung Duncans war, verfällt sie so langsam dem Wahnsinn, während sich ihr Mann zu einem schrecklichen Tyrann entwickelt. Schließlich gelingt es Macduff (der nicht normal geboren, sondern aus dem Leib seiner Mutter geschnitten wurde) Macbeth in einer Schlacht zu töten und so seiner Herrschaft ein Ende zu bereiten.

Ich finde es immer wieder beeindruckend, dass es Shakespeare gelungen ist, in seinen Stücken so viele Inhalte zu verpacken, die auch heute noch ihre Gültigkeit haben. Machtgier ist dabei das offensichtlichste Thema, aber auch Lady Macbeths Schuldgefühle, die sie in den Wahnsinn treiben und die Entwicklung Macbeths vom Helden zum Tyrannen – der in seinem Bestreben seine Macht zu erhalten immer lächerlicher wirkt. Spannend ist es für mich auch, dass ich bislang jedes Shakespeare-Stück beim erneuten Lesen auch wieder neu für mich entdecken konnte. Trotzdem werde ich mich wohl die nächsten Wochen wieder weiter mit aktuellere Lektüre beschäftigen und nicht so schnell zu einem anderen Text von William Shakespeare greifen. 😉