Letztes Jahre habe ich Ende September stolz verkündet, dass die alte Wohnung renoviert sei – und nun könnte ich mich demnächst an die nächste Renovierung machen, damit unser neues Zuhause auch schön und gemütlich wird. Tja, und dann folgten Wochen, in denen sich die Handwerker die Klinke in die Hand gaben, damit alle Reparaturen, die noch vom Vermieter ausgeführt werden mussten, erledigt wurden. Und ich hatte danach einfach die Nase voll vom Renovieren! Wir wussten ja, dass hier noch einiges auf uns warten würde, aber dass die Wohnung nach dem Auszug der Vormieter so schlimm ausschauen würde, hatten wir dann doch nicht erwartet.
Außerdem war ich mir noch nicht so ganz sicher, wie weit ich diese Wohnung überhaupt auffrischen wollte. Neue Farbe an den Wänden war klar, denn die sahen/sehen unglaublich schäbig aus. Unsere Vormieter waren eindeutig keine begnadeten Handwerker und auch mit einer gewissen Gleichgültigkeit am Werk, zusätzlich hatte ihre Tochter ihre Spuren hinterlassen (und ich kann nun an unserer Flurwand jeden einzelnen Wachstumsschub nachvollziehen, den sie seit Februar 2002 gemacht hat), ebenso wie das Rauchen und der Auszug und dazu kamen natürlich die normalen Abnutzungserscheinungen. Also, neue Farbe musste her! Aber ich habe auch überlegt, ob ich die (wirklich hässlichen dunklen) Holzdecken rausreiße, die in den Wohnräumen und dem Badzimmer vor einigen Jahrzehnten angebracht wurden.


Da wir aber nun schon in der Wohnung wohnen müssen und das Entfernen der Decken wirklich viel Dreck und Arbeit mit sich bringen würde, habe ich mich dagegen entschieden. Jetzt brauchte ich nur noch ein paar Tage, an denen mein Mann mir mit dem schweren Möbelstücken helfen konnte – und so kam es, dass dieses Osterwochenende mein Renovierungswochenende wurde. Was als Zwei-bis-drei-Tage-Aktion geplant war, zog sich dann allerdings über fünf Tage und die verbrachte ich mit viel Fluchen auf meine Vormieter und ihren … kreativen Umgang mit Wänden. Dass ich die Nikotinflecken nicht einfach so entfernt bekomme, war mir ebenso klar wie die Tatsache, dass das Verspachteln all der Löcher (die sich über 1,5 Wände zogen) in der Schlafzimmerwand einen halben Tag dauern würde. Womit ich nicht gerechnet hatte, waren all die kleinen Überraschungen, die man erst entdeckt, wenn man mit der Nase auf den Fußleisten herumkriecht oder in einer gewagten Haltung auf der Leiter balanciert, während man versucht mit dem Pinsel hinter die hässliche Verkleidung des Rollladenkasten zu gelangen.



Auch in der Küche gab es Dinge, die ich wohl nie werde nachvollziehen können. Irgendwann war ich beinah soweit, dass ich eine – ansonsten noch gute – Tapete abziehen wollte, nur weil ich an einer 40x60cm großen Stelle, an der die Farbe einfach nicht haften wollte, nicht weiterkam. Für diese beiden Räume musste ich wirklich alle Tricks anwenden, die ich je zum Thema Streichen und Lackieren gelernt habe (und dank einer Ausbildung, die auch mit dem Bereich zu tun hatte, kenne ich eine Menge Tricks in der Richtung 😉 ), aber immerhin strahlen inzwischen beide Räume in einem hellen leuchtenden Weiß!


Was bedeutet, dass ich nun auch den neuen schmalen Kleiderschrank noch aufbauen kann und mir nur noch zwei hübsche Nachttische (oh, und Vorhänge! *seufz*) fehlen, damit das Schlafzimmer (so gut wie) fertig ist. Für die Küche brauche ich noch einen neuen Fußboden, aber da habe ich (endlich!) einen Handwerker in Aussicht, der sich hoffentlich diese Woche mit mir in Verbindung setzen wird. Dann „nur“ noch eine neue Küche kaufen und ich kann endlich wieder richtig Kochen und Backen und an einem normalen Tisch essen – und dabei auf den Garten gucken. 🙂

Gestern war auch ein Elektriker da und hat erst einmal einen Plan für den Sicherungskasten gemacht. Da dieses Haus sehr alt ist – und unser Vermieter in den letzten Jahrzehnten nichts an der Elektrik geändert hat – müssen wir mit vier Sicherungen für sechs Räume auskommen. Das führt dazu, dass die Schaltungen für mich etwas unberechenbar waren, was mir im Winter beinah einen Stromschlag verpasst hätte, als ich eine Lampe anschließen wollte. Freitag kommt der nette Handwerker übrigens noch einmal vorbei und schließt in allen Zimmern, die wir bislang nutzen, Deckenlampen an (endlich kein Stehlampenprovisorium mehr!) und stopft alle Kabel, für die wir keine Verwendung haben, wieder in die Wand und deckt sie ab.
Wenn das erledigt ist, kann ich auch im Wohnzimmer endlich die Farbrolle schwingen. Mir fehlt nur noch ein Maler, der bereit ist mir seine Profifarbe zu verkaufen, denn ich weigere mich einfach mit Baumarktfarbe zu arbeiten. Mit der Qualität bin ich nur selten wirklich zufrieden … Die anderen beiden Zimmer müssen hingegen auf ihre Verschönerung noch etwas warten. Der kleine Raum benötigt auch einen neuen Fußboden, aber der will erst einmal verdient werden, und der große Raum wird einmal unsere Bibliothek. Doch bevor der in Angriff genommen wird, will ich den kleinen Raum fertig und die Küche eingerichtet haben, denn bislang dient der große Raum als Lagerplatz für die ganzen Umzugskartons, die noch darauf warten ausgepackt zu werden.
Das Bad hätte auch eine gründliche Aktion nötig, aber da ich gegen die hässlichen braunen Fliesen eh nichts ausrichten kann, lass ich mir mit den restlichen Details noch etwas Zeit. Immerhin ist der Elektriker so nett und bringt am Freitag seine Bohrmaschine mit, so dass wir dann endlich wieder einen Spiegel im Bad haben. *freu* Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal in einen Spiegel geguckt habe … oh, doch, das muss Donnerstag gewesen sein, als wir das Osterwochenende mit einem Essen im Restaurant um die Ecke eingeleitet haben. Wieder einmal sehr lecker, das Essen in dem schnuckeligen Lokal. 🙂
Richtig lustig wird noch ein größeres Projekt, das ich mir vorgenommen habe: Die Türen! Die wurden vor vielen Jahrzehnten mit brauner Folie verkleidet. Diese Folie ist nicht nur inzwischen unglaublich schmuddelig, sondern sie zieht sich an allen Türen, die für das Laminat mal gekürzt wurden, hoch und wirft deshalb hässliche Falten. Außerdem macht dieses Holzimitat jeden Raum unangenehm dunkel – vom Flur will ich gar nicht erst reden. Also habe ich die letzten Wochen angefangen die Türen von der Folie zu befreien – und bin wieder auf ein paar hübsch Überraschungen gestoßen. Das wird noch viel Arbeit werden, aber irgendwann habe ich alle Folien (auch an den Kanten) runter, kann die Türen spachteln, schleifen und lackieren und dann strahlen sie wieder in einem schönen Cremeweiß!


Auf den Moment freue ich mich jetzt schon und ich habe auch kein Problem damit, dass diesen Sommer lang der Balkon wohl nur für die Türen genutzt wird. 😉 Aber ich frage mich noch, wie ich die Türrahmen lackieren soll, während die vier Katzen in der Wohnung sind. Der Lack benötigt zwei Tage, bis keine Katzenhaare, -nasen und ähnliches mehr darin kleben bleibt und ich kann die Monsterchen ja auch nicht so lange in ein Zimmer sperren. Abgesehen davon, dass die geschlossene Tür dann nicht gleich mitlackiert werden kann … Im schlimmsten Fall werde ich halt mit hässlichen Türrahmen und schönen Türen leben müssen bis ich eine Lösung dafür finde. 😉
Ohje, ich glaube nicht, dass einer von euch so lange durchgehalten hat. Aber wenn noch einer bis zu diesem Punkt gelesen haben sollte, dann hoffe ich, dass ihr schöne Osterfeiertage verbracht habt! 🙂 Für mich waren sie ja eher etwas arbeitsintensiv und der einzige Osterhase, der seinen Weg zu mir fand, wartet noch darauf vertilgt zu werden, aber ich habe auf dem einen oder anderen Blog gesehen, dass einige von euch das lange Wochenende wirklich genossen haben. Schön! 🙂