Alle Artikel von Konstanze

Dies und Das (2)

Die Post kommt immer zwischen 10 und 17 Uhr …

… nur nicht an Tagen, an denen ich morgens um halb neun unter der Dusche stehe und ausnahmsweise mal nicht auf das Klingeln an der Tür reagieren kann.

So war es am Mittwoch und da Donnertag Feiertag war, habe ich den Abholschein am Freitagmorgen meinem Mann mitgegeben, damit er nach der Arbeit die verpasste Sendung auf dem Heimweg mitbringen kann. Am Abend kam er grummelnd nach Hause, denn unsere Postfiliale hatte nichts für uns. Nun will die Filialleiterin mal nachforschen, wo das Päckchen geblieben ist – und hat angekündigt, uns Samstagvormittags (inzwischen ist es übrigens Mittag *seufz*) deshalb anzurufen. Ich weiß noch nicht, was mir lieber wäre:

Möglichkeit Nummer 1: Das Päckchen liegt in der großen Filiale einige Kilometer weiter, bei der man theoretisch sogar mit dem Auto parken kann – was auch nötig ist, denn sonst wäre die Strecke sehr mühselig zu bewältigen, da die nächste U-Bahn-Haltestelle etwas weiter weg ist.

oder

Möglichkeit Nummer 2: Die vermisste Sendung ist der große Umschlag, der mir am Freitagmorgen von dem aktuellen Aushilfspostboten in die Hand gedrückt wurde.

Doch vor allem hoffe ich, dass nicht Folgendes passiert …

Möglichkeit Nummer 3: Die geheimnisvolle Post ist unauffindbar verschwunden und da ich nicht einmal weiß, wer uns was geschickt haben könnte, kann ich nicht mal beim Absender Bescheid geben, dass wir was vermissen … Besonders ärgerlich wäre das, wenn es eine der nicht angekündigten, aber wichtigen Sendungen wäre, die mir ab und an ins Haus flattern.

Außerdem wurde mir Mittwoch von einer Bekannten eine Hermes-Versandverfolgungsnummer gemailt, mit dem Hinweis, dass sie ein Paket abgeschickt habe. Da das entgegen aller Hoffnungen nicht Freitag eingetroffen ist, aber am heutigen Samstag den Status „Befindet sich in der Zustellung“ hat, haben wir also beschlossen, die Suche nach einer Küche um eine weitere Woche zu verschieben und stattdessen den Tag mit dem Warten auf die Post zu verbringen.

Denn auch bei Hermes-Sendungen ist es hier in der Gegend nicht so ganz leicht, an sein Paket zu kommen, wenn man beim ersten Versuch nicht zu Hause war.

Noch lustiger ist es allerdings, wenn man die Lieferung seine monatliche Comic-Bestellung per GLS verpasst hat. Deren Abholstation liegt drei Ortsteile weiter, ebenfalls außerhalb der Reichweite der U-Bahn- , S-Bahn- oder Bus-Haltestellen und ist eigentlich eine Tankstelle. Wenn man die dann mit Hilfe eines zentimeterdicken Stadtplans, freundlicher Passanten und viel Glück gefunden hat, dauert die Herausgabe auch noch eine Weile, weil der Tankstelleninhaber sich erst einmal lang und breit darüber auslassen muss, dass ja noch nie jemand von soooo weit weg gekommen sei, um eine Lieferung abzuholen …

 

***

Und zuletzt noch ein typischer Wochenend-Dialog im Hause Winterkatze:

Sie sitzt am PC, er liest auf dem Sofa.

Sie: „Ach, Lauch …“
Er: „Hm?“
Sie: „Leek.“
Er: „Porenta?“
Sie: „Tomatensauce …“

Wer diesem Dialog folgen kann, ohne den ersten Link zu aktivieren: Herzlich Willkommen in meiner kleinen verschrobenen Welt! 🙂

Laura Whitcomb: Silberlicht

Irgendwie passen „Silberlicht“ und ich nicht so recht zusammen. Der Roman war zwar gut zu lesen und hat mir eigentlich auch zugesagt (oder zumindest dachte ich das beim Lesen), aber ich hatte so einige Kritikpunkte – und ich finde es immer noch nicht so ganz einfach die auszuformulieren. Die Geschichte handelt von Helen, die schon seit 130 Jahren als „Licht“ existiert. Ihr ist bewusst, dass sie mal ein Mensch war und gestorben ist. Es gibt aber zwei Sachen, die sie noch auf der Erde halten. Zum einen ist da ihre Angst vor der Hölle, die sie nach ihrer Überzeugung nach ihrem endgültigen Tod erwartet, und zum anderen ist da die Liebe zur Literatur. Es ist Helen gelungen sich einen Halt im Leben zu suchen, in dem sie sich an Menschen hält, die ihr als „Bewahrer“ dienen.

Diese Menschen teilen ihre Vorliebe für Bücher und Geschichten, sie sind Dichter oder Schriftsteller und Helen versucht ihnen als eine Art Muse beizustehen. Ihr aktueller Bewahrer ist Mr.Brown, ein Englischlehrer an einer Highschool, der seit vielen Jahren schon an einem Buch arbeitet. Mit ihm zusammen geht Helen jeden Tag zur Schule, sie empfindet Zuneigung zu ihm und es fällt ihr schwer sich mit seiner Ehefrau und ihrem gemeinsamen Kinderwunsch abzufinden. Nie hat jemals jemand Helen zu Gesicht bekommen, auch wenn sie manchmal Vorhänge oder Papier in Bewegung versetzt. Doch eines Tages blickt ihr einer von Mr. Browns Schülern ins Gesicht und lächelt sie an.

Helen ist anfangs unglaublich erschrocken, da sie nicht fassen kann, dass da jemand in der Lage ist sie zu sehen. Doch James ist nicht irgendjemand. Auch er ist ein „Licht“, aber ihm ist es gelungen, den Körper eines Jungen in Besitz zu nehmen. Schnell überzeugt er Helen davon, dass auch sie einen Körper finden sollte, der von seiner Seele verlassen wurde und ihr die Möglichkeit bieten würde, endlich wieder etwas zu fühlen. Doch so einfach ist es nicht ein passendes Gefäß für Helen zu finden …

Am Ende des Buches liefen mir die Tränen runter, aber da ich an dem Tag sehr müde und eh emotional angeschlagen war, weiß ich nicht, ob das jetzt nur an der Handlung lag. Denn während des Lesens hatte ich immer das Gefühl, dass die ganze Geschichte einfach nicht richtig ausgereift war. Auf der einen Seite erfährt man anfangs sehr viel über Helens erste Bewahrer und ihrer ersten Schritte als „Licht“ und das macht einen auch ein wenig neugierig auf dieses ungewöhnliche Geschöpf, aber letztendlich hatte ich das Gefühl, dass hier zuviel Raum für die paar wichtigen Informationen genommen wurde. Das ist aber wirklich vor allem nur mein Gefühl, denn wenn ich mir jetzt die Seitenzahl angucke, dann nimmt sich Laura Whitcomb gerade mal bis Seite 24 Zeit dafür.

Als Helen dann James kennenlernt hat mich die Geschichte mehr gefangen genommen, aber trotz der Grundvoraussetzung, dass beide „Licht“ (ich weigere mich hier „Lichter“ zu schreiben, denn das hört sich einfach blöd an) sind, bekommt man hier doch nicht mehr als eine typische amerikanische Romeo-und-Julia-Geschichte geboten. Junge aus der Unterschicht, der in kriminelle Machenschaften verstrickt war, und Mädchen aus der gehobenen Mittelschicht, die in einer superbraven christlichen Familie aufgewachsen ist, können nicht zusammenkommen, da die gesellschaftlichen Unterschiede und der Widerstand des Umfelds so groß ist.

Okay, es ist ein bisschen komplexer, weil es ja nicht nur um die beiden „Wirtskörper“ von Helen und James, sondern auch um die beiden und ihrer Vergangenheit geht. Und um die Tatsache, dass sie sich doch deutlich von den Personen unterscheiden, die sie darstellen müssen, damit sie in ihrer neuen Rolle als „normale Menschen“ überzeugen. Eigentlich ist das auch alles von Laura Whitcomb schön geschrieben worden, die Sprache lässt sich (mal moderner, mal altmodischer) gut lesen, die literarischen Anspielungen haben mir gefallen und eigentlich mochte ich auch Helen und James.

„Eigentlich“ ist allerdings das entscheidende Wort. Denn ich fand das Ganze nicht ausgewogen genug. Auf der einen Seite sind Helen und James erwachsene Menschen gewesen, bevor sie verstarben, auf der anderen benehmen sie sich wie kopflose und egoistische Kinder. Die vielen einsamen Jahrzehnte haben anscheinend dafür gesorgt, dass die beiden nur jemanden finden mussten, der von der gleichen Art ist, damit sie sich sicher sind, dass es für die ewige Liebe reicht und das unwiderstehliche Verlangen haben übereinander herzufallen.

Beide haben mit den Körpern auch die Probleme derjenigen Personen übernommen, die sie nun überzeugend darstellen müssen – und irgendwann wurde es mir für die paar Seiten, aus denen die Geschichte besteht, einfach zuviel. Extreme Religiosität, Drogen und Jugendbanden, zerstörte Familien mit komatösen oder im Gefängnis steckenden Angehörigen und dazwischen die beiden frischverliebten Teenager … Sehr viele Sachen, die angesprochen werden, viel vorhandener Konfliktstoff, aber nichts davon ist richtig ausgearbeitet. Alles wird oberflächlich behandelt und nur angerissen.

Was die Handlung an sich angeht, so kann man letztendlich sagen, dass Helen und James irgendwie was gutes für diese beiden Familien getan haben, aber das Ende ihrer Geschichte ist mir dann schon wieder zu sehr wie in einer klassischen Geistergeschichte und somit zu beliebig. Während mich die Frage, was aus den beiden ursprünglichen Seelen in den beiden Teenagerkörpern wird, mich sehr unbefriedigt zurückgelassen hat. Ich glaube nämlich nicht, dass die Entwicklungen, die James und Helen ausgelöst haben, die Sache zu einem guten Ende führen können. Wie auch immer, das bekommt man als Leser nur angedeutet – und egal in welche Richtung ich es für mich „zuendespinne“, ich bin nicht wirklich glücklich mit dem Buch!

Laura Resnick: Verzaubert

„Verzaubert“ ist eins der kurzweiligsten Bücher, die ich in den letzten Tagen gelesen habe. Die Hauptfigur ist Esther Diamond, eine eher erfolglose Schauspielerin, die endlich mal wieder auf der Bühne stehen darf. Zwar ist sie in einem Off-Broadway-Stück nur die Zweitbesetzung für die Hauptdarstellerin und tummelt sich ansonsten als leicht bekleidete Nymphe im Chor dieses Musicals, aber all das ist besser als weiterhin als Kellnerin arbeiten zu müssen.

Als eines Tages die Hauptdarstellerin Golly Gee während eines Zauberkunststücks während der Vorstellung verschwindet, kommt Esthers große Chance. Doch so ganz ist sich die Schauspielerin nicht sicher, dass Golly wirklich nur einen Nervenzusammenbruch hatte und heimlich aus der gläsernen Kiste geflohen ist. Vor allem als Esther dann auch noch anonyme Mitteilungen bekommt, die sie davor warnen Gollys Rolle zu übernehmen, bekommt die junge Frau doch etwas Angst.

Zu schade, dass der attraktive Detective Lopez Esthers Sorgen nicht ernst nimmt, denn so ist sie gezwungen selber herauszufinden, was mit Golly passiert ist. Doch diese ist nicht die einzige, die in den letzten Tagen bei diesem speziellen Zaubertrick verschwand, und so muss sich Esther mit ihren Nachforschungen beeilen, bevor noch mehr Leute vermisst werden. Zusammen mit dem älteren Max Zodek und einem wirklich bunt gemischtem Haufen anderer Helfer entdeckt Esther eine ganze neue – und erstaunlich übernatürliche – Seite von New York.

Bei ihren Ermittlungen helfen der Schauspielerin nicht nur der magieerfahrene Max, sondern auch sein überaus unfreundlicher Assistent Hieronymus, ein Haufen Dragqueens, ein texanischer Cowboy mitsamt seiner entzückenden Tochter, ein Wall-Street-Finanzier und andere exzentrische Figuren. Und so klein ihr Auftritt auch ist, so habe ich auch die weiße Tigerdame Alice sehr in mein Herz geschlossen …

„Verzaubert“ bietet keine besonders anspruchsvolle Geschichte, aber die Handlung ist so nett und kurzweilig und liebenswert chaotisch, dass ich das Buch in einem Zug ausgelesen habe und am Ende kichernd auf dem Sofa saß. Esther hat einen ganz eigenen Galgenhumor, der ihr hilft mit all den seltsamen Vorgängen fertig zu werden, und obwohl viele der Figuren sehr klischeeüberladen dargestellt sind, haben sie mich hervorragend unterhalten. Ein kurzer Blick zu Amazon.com hat mir gezeigt, dass Laura Resnick in diesem Herbst den dritten Band um Esther Diamond herausbringen wird – und ich hoffe sehr, dass die weiteren Teile auch noch auf deutsch erscheinen werden.

Julia Quinn: Wie verführt man einen Lord?

… oder auch: Cinderella lässt grüßen! Die ersten Seiten hat es Julia Quinn für meinen Geschmack nämlich ein bisschen zu sehr mit der Märchenanlehnung übertrieben – obwohl ich solche „armen Verwandtengeschichten“ (z.B. bei Georgette Heyer *dumdidum*) normalerweise sehr mag. Zum Glück gelang es der Autorin dann die Handlung so weiterzuführen, dass ich sie rundum genießen konnte – und ich liebe das Ende! Aber erst einmal der Reihe nach: Nach „Wie erobert man einen Duke?“ und „Wie bezaubert man einen Viscount?“ ist „Wie verführt man einen Lord?“ der dritte Band der Bridgerton-Reihe und dieser dreht sich um Sophie und den zweiten Bridgerton-Sohn Benedict.

Sophie Beckett ist ein Bankert, das Ergebnis eine Affäre zwischen dem Earl of Penwood und eine Frau aus dem gemeinen Volk. Als ihre Mutter verstarb, wurde das kleine Mädchen von ihrer Großmutter bei dem Earl abgeliefert und lebte von nun an als „Mündel“ und „verwaisten Tochter eines verstorbenen Freundes“ im Hause des Adeligen. Obwohl ihr Vater ihr keinerlei Aufmerksamkeit schenkt, wird Sophie gut erzogen. Erst als der Earl eine Witwe mit zwei Töchtern heiratet, verändert sich ihr Leben drastisch. Der neuen Herrin (mit dem hübschen Vornamen Araminta) ist auf den ersten Blick bewusst, dass das Mädchen die Tochter ihres Mannes ist und verbietet ihr jeglichen Kontakt mit ihren Kindern Posy und Rosamund. Und da sich die beiden Mädchen am Verhalten ihrer Mutter orientieren, wird Sophie in den nächsten Jahren auch kräftig von ihnen gepiesackt.

Nach dem Tod des Earl hofft die böse Stiefmutter … äh … die Countess, dass sie das verhasste Mädchen endlich loswerden könnte, doch der Verstorbene hat testamentarisch für sein Mündel gesorgt. Um nicht in Zukunft auf dem Trockenen zu sitzen, muss sich Araminta mit Sophie arrangieren – und sorgt deshalb dafür, dass das Mädchen ihr als „bessere Zofe“ zu Diensten ist. Als die Londoner Saison anfängt werden Rosamund und – die nicht so hübsche – Posy von ihrer Mutter von einer Veranstaltung zur anderen geführt, während Sophie davon träumt auch nur einmal einen Ball besuchen zu dürfen. Doch eines Abends kommt ihre große Stunde, als eine Verschwörung der Dienstboten dazu führt, dass die junge Frau einen Maskenball im Hause Bridgerton besuchen kann.

Hier erreichen dann die unglaubwürdigen Momente in meinen Augen ihren Höhepunkt, denn welcher Dienstbote (und hier ist es quasi der gesamte Haushalt) würde in dieser Zeit schon so ein Vergehen auf sich nehmen? Aber da es alles so nett beschrieben wurde, kann ich mit diesen Unglaubwürdigkeiten leben – und das erste Zusammentreffen von Sophie und Benedict auf dem Ball genießen. Die junge Dame ist mit einer Halbmaske getarnt und so verliebt sich Benedict erst einmal nur in ihre Augen, ihre Haltung und ihre wunderbare Ausstrahlung. 😉 Wie es mit den beiden weitergeht, will ich eigentlich nicht verraten, aber natürlich ist alles fürchterlich kompliziert und es dauert unendlich lange, bis sie sich gegenseitig ihre Zuneigung gestehen können. Vor allem Sophies Abstammung ist natürlich ein großes Hindernis und würde dafür sorgen, dass sie niemals in der Gesellschaft akzeptiert würde.

Ich weiß, dass sich das jetzt vielleicht nicht so anhört, aber mir gefiel dieser dritte Band noch besser als die ersten beiden. Sophie und Benedict haben sich ganz schnell einen Platz in meinem Herzen erschlichen. Er ist ein wunderbarer romantischer Romanheld, auch wenn er ein bisschen braucht, um den richtigen Weg zu Sophie zu finden – aber was wäre eine solche Liebesgeschichte ohne solche Wirrungen? Und Sophie ist einfach toll. Anfangs ein kleines liebes Mädchen, das nicht verstehen kann, warum die neue Frau im Haus und ihre Kinder so unfreundlich sind, dann eine junge Frau, die versucht das Beste aus jeder Situation zu machen und dabei immer ihren Prinzipien treu zu bleiben. Und wie es sich für einen Bridgerton-Roman gehört, mischt auch Benedicts restliche Familie wieder gewaltig mit, was für wunderbar amüsante Szenen sorgt!

Bislang muss ich zugeben, dass Irinas Julia-Quinn-Empfehlung mir wirklich viel Freude bereitet hat. Der vierte Band „Penelopes pikantes Geheimnis“ ist schon lange gelesen und nun warte ich sehnsüchtig auf den fünften Teil „In Liebe, Ihre Eloise“, der leider erst im Juni veröffentlicht wird. Wie soll ich nur all die Wochen bis dahin überstehen? *g* Oh, und für diejenigen, die meine Georgette-Heyer-Vergleiche vermisst haben: Auch diese Autorin hat gern mittellose und von der Verwandtschaft ausgenutzte Heldinnen in den Mittelpunkt ihrer Bücher gestellt, aber Sophie wäre bei ihr wirklich ein Mündel des Hauses oder das verwaiste Kind eines entfernten Verwandten gewesen. 😉

Renovierung Nummer 2: Der Küchenboden

Wie schon in einem anderen Renovierungsbeitrag erwähnt, haben wir längere Zeit einen Handwerker gesucht, der uns einen neuen Küchenboden verlegt. Die Anfragen bei diversen Firmen aus den Gelben Seiten waren leider weniger erfolgreich, aber unser neuer Elektriker meinte, er hätte einen Bekannten, den er mal fragen könnte. Besagter Bekannter hatte auch Lust, uns den Boden zu machen, seine Preisvorstellungen waren akzeptabel und als das geklärt war, hatte er sogar relativ schnell Zeit für uns. Allerdings müssen wir das mit der Terminabsprache noch einmal üben …

Letzten Freitag habe ich dann das von mir ausgesuchte Linoleum-Laminat bestellt, und der Natur-Baumarkt sagte mir die Lieferung für Mittwoch zu, was hervorragend passte, denn mit dem Handwerker hatten wir uns inzwischen auf Freitag geeinigt. Auch wenn sich der Bodenbelag etwas an die Raumbedingungen gewöhnen soll, bevor man ihn verlegt, so hatte ich doch nicht vor, ihn länger als unbedingt nötig als Hindernisstapel in der Wohnung zu haben.

Glücklicherweise konnte sich mein Mann am Donnerstag den Nachmittag freinehmen und mit mir zusammen die Kartons abholen. Denn die sind verflixt schwer und ich hätte mir dabei bestimmt wieder den Rücken verrenkt oder ähnliche Sachen angestellt. Doch bei all dem Trubel mit mir, meinem Mann und dem Baumarktchef (der mich unbedingt darüber aufklären wollte, dass es kein Linoleum-Laminat, sondern Linoleum-Schichtbodenplatten oder so seien – mir egal, ich muss darüber keine Prüfung schreiben und für den Handwerker war nur wichtig zu wissen, dass es das gleiche Klick-System und der gleiche Aufbau ist wie bei Laminat!) landeten nur sechs Kartons im Kofferraum. Das war zwar die errechnete Menge, aber ich hatte eigentlich sieben Pakete bestellt, damit wir Luft für Verschnitt hätten. Außerdem will ich den gleichen Boden irgendwann auch noch in dem kleinen Zimmer neben der Küche verlegen und müsste mir deshalb auch keine Gedanken über eventuelle Reste machen.

Da ich mit dem Elektriker, über den bislang die Verhandlungen liefen, abgemacht hatte, dass mich der Fußbodenverleger noch einmal zurückruft, damit wir über den weiteren Materialbedarf reden, wartete ich nun die ganze Woche auf diesen einen Anruf. Und bin immer grummeliger geworden, weil mir klar war, dass wir schlecht am Freitag noch in letzter Minute was besorgen könnten. Der Samstag fiel ja sowieso ganz aus, sodass wir auch all die anderen Sachen, die sonst auf diesen Tag geschoben werden, schon am Donnerstag erledigten. Ach, ich muss einfach mal zugeben, dass es mich schrecklich aus dem Tritt bringt, wenn ich bei meinem durchgeplanten Tagesablauf alles umstellen muss. 😉

Freitagmittag saß ich immer noch hier und wartete auf den Handwerker, und so langsam kroch die Panik in mir hoch … Doch dann klingelte es und der Fußbodenverleger wollte reingelassen werden. Wieder etwas, was nicht ganz so einfach ist, wenn man einen Haushalt mit vier Katzen hat. Ich hatte zwar vorsorglich im Schlafzimmer schon ein Katzenklo und einen Wassernapf aufgestellt, aber es ist nicht so leicht, die vier Monsterchen dann auch dort einzusperren. Vor allem, wenn sie merken, dass irgendwas los ist. Shandy und Baltimore sind zum Glück verfressen genug, um sich mit Leckerli locken zu lassen, Christie wurde eingefangen und hat sich dann mit der Situation abgefunden, aber Logan musste mühsam vom Kratzbaum gelöst werden. Und jede Kralle, die er nicht mehr in den Baum schlagen konnte, landete in meinem Unterarm. Der arme Kerl hatte wirklich Angst …

Dann ging es damit los, den alten Küchenfußboden zu entfernen und alles für das Verlegen der Bodenplatten vorzubereiten. Der Handwerker war nicht nur mitsamt all seinen Gerätschaften, sondern auch mit einem Helferlein angereist – so war das schnell erledigt, wobei wir feststellen durften, dass unsere Vormieter wohl mal einen Wasserschaden in der Küche hatten. Zum Glück hatte diese Entdeckung keine Auswirkungen auf das Verlegen unseres Bodens. Auch mit den diversen Krümmungen unsere Wände wurde der nette Handwerker routiniert fertig. Insgesamt habe ich gut drei Stunden mit einem breiten Grinsen im Flur gelauert und zugeguckt, wie Stück für Stück unser neuer Fußboden entstand.

Ich will jetzt nicht weiter auf die kleinen Nebenbemerkungen eingehen, die den beiden Herren entfleuchten und die in mir mal wieder den Wunsch weckten, unsere Vormieter kräftig zu schütteln. Allerdings kann ich mir die Bemerkung nicht verkneifen, dass mir in diesen Stunden mal wieder in den Sinn gekommen ist, dass tiefsitzende Hosen kein wirklich schöner Anblick sind. Selbst, wenn man neonpinkfarbende Slips oder knallrote Boxershorts über den Bund blitzen sieht … So ein Handwerkerdekolletee (ja, das „ee“ am Ende dieses Wortes ist die neue Rechtschreibung) ist selbst bei durchtrainierten und jungen Handwerkern kein wirklich hübscher Anblick.

Das letzte Laminatpaket wurde übrigens geöffnet, als noch eine ganze Reihe zu verlegen war – und nur der Schornstein hat uns davor bewahrt, dass uns das Material vorzeitig ausging. Jetzt haben wir noch genau eine Platte und fünf Reststückchen übrig, die wohl zu klein sind, um irgendwann noch einmal verarbeitet zu werden. Für den kleinen Raum werde ich dann auf jeden Fall auf meine sieben Pakete bestehen, auch wenn er etwas kleiner ist als die Küche … Tja, und dank der unglaublich guten Absprache mit dem (wie ich zugeben muss) ansonsten sehr patenten und sympathischen Handwerker hatten wir keine Fußbodenleisten, die breit genug sind, um die Fuge zwischen Bodenbelag und Wand zu verdecken.

Also kommt der nette junge Mann „nächste Woche“ (ich fürchte, den genauen Termin entscheidet er wieder eher spontan) wieder und beendet sein Werk. Immerhin besorgt er mir dann auch bei einem Bekannten, der Malermeister ist, Profiwandfarbe für meine Wände. Das bedeutet, dass ich die schweren Eimer ins Haus geliefert bekomme und preislich ist es auch etwas günstiger, als ich es als Privatperson normalerweise vom Maler verkauft bekomme. 🙂 Oh, und außerdem fragt er einen anderen Bekannten, der wiederum im Bad- und Sanitärbereich arbeitet, ob er eine Duschabtrennung schneiden und anbringen mag. Das wäre eine deutliche Verbesserung der Badezimmersituation! Denn aufgrund des Schnitts der Badewanne und der Anbringung neben dem Fenster und all der anderen hübschen Herausforderungen, die der Raum bietet, leben wir noch mit einem unschönen Duschvorhang-Drahtseil-Provisorium … 😉

Also, falls das noch nicht durchgeklungen ist: Ich liebe meinen neuen Küchenfußboden! Er ist wunderschön und hell und freundlich und wunderschön und langfristig hoffentlich wirklich so pflegeleicht wie erhofft, und wundeschön ist er auch noch. Außerdem haben wir seit Freitag auch eine passende Türschwelle zwischen Küche und Flur, eine perfekt gekürzte Küchentür (über die Rauchentwicklung, die dabei entstand, will ich lieber nicht reden) und sogar eine Schwelle zwischen Wohnzimmer und Flur (die war unseren Vormietern beim Auszug „abhanden gekommen“ *seufz*).

Allerdings werde ich die Küche wohl erst dann wieder „richtig“ einräumen, wenn die Bodenleisten angebracht sind, denn ich habe keine Lust, jetzt wöchentlich alles auszuräumen. Das wiederum bedeutet, dass ich die nächsten Tage vier Räume nutzen muss, um zu kochen: In dem kleinen Raum neben der Küche steht gerade das Kellerregal mit dem Geschirr und den Lebensmitteln, in der Küche steht der Schreibtisch mit der Kochplatte, im Badezimmer ist mein einziger Wasseranschluss und der Kühlschrank befindet sich gerade im Flur … Aber wer weiß, vielleicht finde ich ja schnell genug eine passende Küchenzeile, dass ich beim nächsten Rumräumen alles gleich fertig einrichten kann. Und ja, mir ist bewusst, dass das gerade haltlose Tagträumerei ist. *kicher*

Michelle Harrison: Elfenseele – Zwischen den Nebeln

Mit „Elfenseele – Zwischen den Nebeln“ veröffentlicht der Loewe-Verlag den zweiten Band von Michelle Harrison. Über „Hinter dem Augenblick“ hatte ich ja schon im Dezember geschrieben und da mir das Buch so gut gefallen hatte, musste ich natürlich auch die Fortsetzung lesen! Im ersten Teil stand Tanya im Mittelpunkt, ein Mädchen, dass mit der Gabe gesegnet (oder sollte man besser sagen verflucht) war Feen und Elfen sehen zu können. Aufgrund dieser Fähigkeit geriet sie immer wieder in Schwierigkeiten, lernte aber auch einige Menschen kenne, die ebenfalls die übernatürlichen Wesen sehen konnten – und ihr helfen wollten. Rowan „Red“ Fox zum Beispiel hat Tanya viel darüber beigebracht, wie sie sich vor den Übergriff der Feen und Elfen schützen könnte.

Am Ende von „Hinter dem Augenblick“ gelang es Red nach einer dramatischen Auseinandersetzung mit dem „kleinen Volk“ sogar das Elfenreich zu betreten, etwas, was sie schon seit über einem Jahr versuchte. Damals musste Red nach einem Autounfall, der ihre Eltern das Leben kostete, mit ihrem kleinen Bruder zusammen in einem Heim leben. Als dort Kinder verschwinden und durch Wechselbälger ersetzt werden, versucht Red alles, um ihren Bruder James zu beschützen – doch vergeblich!

Nachdem James von den Feen geraubt wurde, sammelt seine Schwester so viel Informationen wie möglich über die übernatürlichen Wesen und findet heraus, dass sie vielleicht eine kleine Chance haben könnte, ihren Bruder aus dem Elfenreich zu befreien. Doch dafür muss sie selber in diese magische Welt gelangen. Als ihr das letztendlich gelingt, fällt sie der Heckenhexe in die Hände, die ihre ganz eigenen unheimlichen Pläne mit dem Mädchen hat.

Mir gefiel „Zwischen den Nebeln“ noch besser als der erste Teil, da sich die Autorin noch mehr auf die düsteren Seiten der britischen Volksmärchen konzentriert hat. Zwar wird der eine oder andere Teil von Reds Aufgabe im Feenreich etwas einfach gelöst, aber dafür werden die Charaktere vielschichtiger beschrieben und der Hintergrund des Mädchens wird schön ausgearbeitet. Im Vergleich zu Tanya, deren Leben doch bislang immer sehr glatt verlief, zeigt Red viel mehr unterschiedliche Seiten ihres Charakters. Sie ist durch das Leben auf der Straße misstrauisch geworden, wirkt manchmal hart und erschreckend skrupellos – und wird doch die ganze Zeit nur von ihrer Liebe zu ihrem kleinen Bruder angetrieben.

Auch Tanya und Fabian wird in diesem Buch wieder eine Rolle zugestanden, da neben dem magischen Reich auch wieder das Herrenhaus Elvesden Manor zum Schauplatz der Geschichte wird – und ich sollte noch erwähnen, dass die Handlung auch verständlich ist, wenn man „Hinter dem Augenblick“ nicht gelesen hat, wobei so einige Anspielungen mit diesem Vorwissen eher zu genießen sind. Insgesamt bietet „Zwischen den Nebeln“ eine schöne Mischung aus traurigen Geschehnissen, fantastischen Elemente, niedlichen, bedrohlichen und hilfsbereiten magischen Wesen und vielen kleinen amüsanten Szenen.

Wenn es der Autorin gelingt diese Qualität zu halten (oder gar noch besser zu werden) und weiterhin so schöne und märchenhafte Geschichten zu erzählen, dann freu ich mich jetzt schon auf alle noch kommenden Romane von Michelle Harrison.

Mai-SuB

Dank Handwerker-Termine und anderer „Ablenkungen“ habe ich im April nur ein Pensum von dreizehn Büchern, einem Manga und drei Hörbüchern (4 CDs, 2 CDs und noch einmal 2 CDs) geschafft. Vor allem habe ich angefangen einige der älteren Titel abzubauen, auch wenn ich von meinen Neuzugängen nicht so ganz die Finger lassen kann. So kann es auf jeden Fall weitergehen! 🙂

A (3)
Robert Asprin: Des Dämons fette Beute
Robert Asprin: Ein Dämon schafft noch keine Ordnung
Jane Austen: Mansfield Park

B (10)
Sina Beerwald: Die Goldschmiedin
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Ruth Berger: Gretchen – Ein Frankfurter Kriminalfall
Jacques Bonnet: Meine vielseitigen Geliebten
Marie Brennan: Doppelgänger
Marie Brennan: Hexenkrieger
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud
Simon Brett: Ein Toter kommt selten allein
Simone Buchholz: Knastpralinen
Bill Buford: Hitze

C (6)
Trueman Capote: Frühstück bei Tiffany
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
James Collins: Zauberberg für Anfänger
Colin Cotterill: Dr. Siri und seine Toten
Deborah Crombie: Wenn die Wahrheit stirbt

D (5)
Barbara Demick: Die Kinogänger von Chongjin
Friedrich Dönhoff: Savoy Blues – Ein Fall für Sebastian Fink
Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Rebecca Drake: Still sollst du sterben

F (13)
Jennifer Fallon: Kind der Magie (Das Dämonenkind 1)
Jennifer Fallon: Kind der Götter (Das Dämonenkind 2)
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 3 – Der brennende Berg
Lucie Flebbe: Hämatom
Gayle Forman: Wenn ich bleibe
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Earlene Fowler: Tödliche Schatten
Karen Joy Fowler: Der Jane Austen Club
Peter Freund: Laura und das Siegel des Mondes
Luca di Fulvio: Die Rache des Dionysos

G (4)
Francois Gantheret: Das Gedächtnis des Wassers
Michele Giuttari: Rachefeuer
Thomas Görden: Der Mönch und die Jüdin
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (4)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Frederik Hetmann: Zeitenwende
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Rachel Hore: Der Garten der Erinnerung

I (1)
Greg Iles: Leises Gift

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (6)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Laura Kalpakian: Café Eden
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (3)
F. G. Ledesma: Der Tod wohnt nebenan
Marc Levy: All die ungesagten Worte
Michaela Link: Der Spiegel der Kaiserin

M (10)
Christoph Marzi: Lyra
James McGee: Die Totensammler
Seanan McGuire: October Daye – Winterfluch
Kelly Meding: In drei Tagen bist du wieder tot
Kai Meyer: Hex
Kai Meyer: Die Sturmkönige 1 – Dschinnland
Kai Meyer: Die Sturmkönige 2 – Wunschkrieg
Kai Meyer: Die Sturmkönige 3 – Glutsand
Boris Meyn: Die Schattenflotte
Thomas B. Morgenstern: Der Milchkontrolleur

N (3)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Elle Newmark: Der Granatapfeldieb
Jenny-Mai Nuyen: Nijura – Das Erbe der Elfenkrone

P (5)
Bernd Perplies: Tarean 3 – Ritter des Ersten Lichts
Renata Petry: Hilgensee
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)

R (11)
Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Laura Resnick: Verzaubert
John Maddox Roberts: Die Feinde des Imperators – Ein Krimi aus dem Alten Rom
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Brian Ruckley: Winterwende (Die Welt aus Blut und Eis 1)

S (13)
Régis de Sá Moreira: Das geheime Leben der Bücher
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Peter Schwindt: Morland 2 – Die Blume des Bösen
Brian Selznick: Die Entdeckung des Hugo Cabret
Emma Smith: Der Ruf der Ferne
Ernst Soler: Staub im Paradies
Veronica Stallwood: Böses Spiel in Oxford
Helle Stangerup: Der Brautmaler
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (9)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher – Die Stadt der Regenfresser
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 3 – Der Fluch des Assassinen
Aino Trosell: Eine grenzenlose Liebe
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

W (5)
Winifred Watson: Miss Pettigrews großer Tag
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Valerie Wilson Wesley: Remember Celia Jones – Ein Fall für Tamara Hayle
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Cornell Woolrich: Der schwarze Engel

X (1)
Xinran: Gerettete Worte

114 Titel

(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind neu hinzugekommen)

Ein Loblied!

Es gibt so einige Dinge, die für einen provisorischen Haushalt sehr hilfreich sind, doch nur eine Sache, die meiner Ansicht nach absolut unentbehrlich ist! Man bekommt dieses eine Ding in vielen bunten Farben, in verschiedenen Größen und sogar aus unterschiedlichen Materialien. Es ist geräumig und kostet in unserem Supermarkt gerade mal 2,99 Euro. Kaum etwas ist so praktisch, wenn man etwas sortieren will – und hat man mehrere davon, so lassen sie sich in der Regel ganz einfach ineinanderstellen und in einer Ecke verstauen, wenn man sie gerade nicht benutzt.

In unserem Haushalt wird dieses Wunderding nicht nur regelmäßig in den Keller getragen, um gut eine Stunde später wieder in die Wohnung zurückgeholt zu werden, sondern wir nehmen es auch manchmal zum Einkaufen mit. Vor allem, wenn wir wissen, dass wir viele kleine, leichte Dinge besorgen werden – aber auch größere Teile werden darin verstaut, und dann nehmen wir es liebevoll zwischen uns und schleppen unsere Beute nach Hause.

Man kann es im provisorischen Alltag auch unter den Küchentisch schieben, wo es die Aufgabe hat, Nudeln, Reis und andere Lebensmittel einigermaßen geordnet zu bewahren. Wenn ich mal wieder einen Handwerker erwarte oder selbst etwas renovieren will und deshalb viel hin- und herräumen muss, dann ist es absolut unentbehrlich! Inzwischen haben wir sechs dieser bunten Dinger und gerade heute erst habe ich vier davon mit den Sachen aus dem provisorischen Küchen-(und zukünftigen Keller-)Regal bestückt, das Regal in das kleine Zimmer neben der Küche gezogen und dank meiner wundersamen praktischen Helferlein innerhalb kürzester Zeit genauso wieder bestücken können.

Wenn die Küche irgendwann fertig eingeräumt ist, werde ich mit einem dieser fröhlichen bunten Dinger zu Füßen im Wohnzimmer sitzen, ein Hörbuch hören, dabei die nicht mehr gebrauchten Umzugskartons zerreißen und die Kartonfetzen hineinfallen lassen. Dort bleiben sie bis zu dem Tag, an dem ich es schaffe, als Erste nach der Leerung auf die Papiertonne zu stürzen und mein Wunderding dahinein zu entleeren.

Und wie geht es euch so? Liebt ihr ihn auch so – euren Wäschekorb? 😉

Spieglein, Spieglein an der Wand …

… oder das übliche Chaos im Haus Winterkatze. Ich hatte schon mal geschrieben, dass der Elektriker es nicht geschafft hatte, unseren Badezimmerspiegel an die Wand zu bringen. Aber immerhin hatte er alles soweit vorbereitet, dass ich nur noch die Kabel anschließen musst. Zumindest dachten wir das, als er uns an dem Abend verlassen hatte …

Doch um das Problem zu beschreiben, muss ich vielleicht erst etwas näher auf den Spiegel eingehen. Ich mag keine Spiegelschränke im Bad mit eingebautem Licht, wollte aber – da die dunkelbraunen Fliesen den Raum sehr dunkel und trist aussehen lassen – Lampen am Spiegel haben. Das hatten die Vormieter auch und neben Kabeln, die aus der Wand lugten, gibt es neben der Badzimmertür einen Extra-Lichtschalter. Möglichst hell sollte der Spiegel sein, möglichst schlicht und eine Ablagefläche wäre auch nicht schlecht, damit wir die Zahnbürsten nicht immer im geschlossene Schrank abstellen müssen (der in unserem Chaoshaushalt natürlich immer noch darauf wartet, dass wir die gekaufte Tür endlich anbringen *hüstel*).

Meine/unsere Ansprüche an den Spiegel waren also relativ festgelegt – genau wie die Preisvorstellungen, die wir hatten. Und an denen scheiterte dann auch der Kauf des perfekten Spiegels, denn ich war nicht bereit mehrere hundert Euro dafür auszugeben. Letztendlich haben wir einen Kompromiss gefunden und „Pierre“ mit nach Hause genommen (bevor jemand beim schwedischen Möbelhaus guckt: Auch andere Hersteller geben ihren Produkten hübsche Namen 😉 ). Pierre war zwar dunkler als gewünscht, aber schlicht und mit einer Glasplatte versehen, die für die Ablage der Zahnbürsten reichen würde. Und an der oberen Kante strahlten uns zwei dezente kleine Lampen entgegen, die meinen Ansprüchen vollkommen genügten.

Mit dem Elektriker zusammen haben wir dann allerdings feststellen müssen, dass Pierres Aufbauanleitung eine Sache für sich war, da musste gebastelt, geklebt und geschraubt werden und nach über einer halben Stunde stand fest, dass eine Lampe so einfach nicht am Spiegel halten wollte. Da half nur doppelseitiges Klebeband, was natürlich als einziges nicht im Haus war! Also hat der gute Mann alles vorbereitet, ich habe ein paar Tage später das Klebeband besorgt und den Spiegel dann erst einmal vergessen. Erstaunlich, wie sehr man sich an ein Leben ohne gewöhnen kann. 😉

Doch gestern war endlich der große Tag gekommen, an dem wir uns noch einmal am Spiegel versuchen wollten! Der Spiegel war schnell festgeklebt, die beiden Badezimmersicherungen wurden umgelegt, mein Mann hielt geduldig den Spiegel und ich … ich kämpfte mit den Kabeln … Der Elektriker hatte zwar alles ganz wunderbar am Spiegel vorbereitet, aber die alten steifen Kabel waren kaum in die dafür vorgesehene Halterung zu bekommen. Irgendwann haben wir dann beschlossen, dass es nur dann funktioniert, wenn wir den kleinen Kasten, in dem die Anschlüsse zusammenlaufen, vom Spiegel abreißen, die Verbindungen herstellen und dann mit doppelseitigem Klebeband wieder befestigen.

Immerhin waren wir dieses Mal so schlau und haben uns überlegt, dass wir erst die Funktionsfähigkeit der Lampen testen, bevor wir alles ankleben, festschrauben und einbetonieren 😉 – und siehe da, die Lampen leuchteten ganz wunderbar! Wir haben sogar schon die richtige Ausrichtung überlegt, damit mein Mann sich auch problemlos rasieren kann. Aber unsere Erfahrungen mit dieser Wohnung haben uns ja auch misstrauisch gemacht und so testeten wir auch erst den zweiten Lichtschalter für das Badezimmer, um auch sicher zu sein, dass wir die Lampen auch wieder ausschalten können.

Jetzt dürft ihr zweimal raten, wie unser Test ausgefallen ist … Natürlich funktionierte das Lichtauschalten nicht über den Schalter, keine Ahnung, wozu der da angebracht ist, aber er ist nicht für das Kabel gedacht, das das Licht über dem Spiegel mit Strom versorgt. Nun hatten wir zwei Alternativen: Irgendwie die Lampen noch mit einem extra Schalter versehen (also die Kabel lösen, alles katzensicher verstauen, zum Baumarkt fahren, wieder eine kleine Summe ausgeben und hoffen, dass man das Ganze dann auch noch zusammengebastelt bekommt) oder einfach nur den Spiegel ohne Lampen anbringen und damit zufrieden sein.

Nach einem kleinen Wutanfall von meiner Seite haben wir uns dann für die letzte Alternative entschieden. Nun haben wir einen Spiegel im Badezimmer … mit einer Ablagefläche … und ohne Licht … Den Rest des Abends habe ich mich dann auf dem Sofa verkrochen und meine Nase in einen Liebesroman gesteckt …

Und wo wir gerade beim Thema Wohnung sind: Hatte ich erwähnt, dass der Handwerker, der sich heute an das Fußbodenverlegen machen soll, noch nicht wieder gemeldet hat? Weder per Mail noch per Telefon … aber immerhin kann man auf seinem Handy Nachrichten hinterlassen … *seufz*

Dies und Das

Die letzten Tage waren sehr trubelig, und in den kommenden werde ich wohl auch gut eingespannt sein. So bekommt ihr hier nur ein paar Sachen präsentiert, die mich aktuell beschäftigt haben. Ich hoffe sehr, dass ich nach dem kommenden Wochenende mal wieder ein paar Buchrezensionen für den Blog schreiben kann, denn so langsam wird der Stapel an Romanen, die ich noch besprechen will, bedrohlich hoch. 😉

Freitag
Ich liebe meine Katzen, aber ich hasse es, wenn ich mal wieder feststellen muss, dass Christie wieder eine Phase hat, in der sie auf den neu bestückten Wäscheständern schläft. Trotz Kleiderbürste und Klebeband lassen sich ihre weißen Haare einfach nicht vollständig von der Wäsche entfernen, und so räume ich zur Zeit mal wieder frisch gewaschene T-Shirts in den Schrank, die voller Katzenhaare sind …

Samstag
Als ich gerade vom Einkaufen nach Hause kam, sprach mich ein Handwerker im Hausflur an und meinte: „Wenn Sie wollen, dann können wir die Tür jetzt beilegen.“
Nachdem ich ihn eine Weile sehr ratlos angeguckt habe, machte er die Tür dann zu mit der Bemerkung „Ich habe hier im Haus schon mitbekommen, dass das nicht gern gesehen ist.“ und ging weg. Ich bin mir immer noch nicht sicher, was er mir genau sagen wollte.

Sonntag
Seit Dezember fragen wir, wer mit dem Mähen der Gemeinschaftsfläche im Jahr 2010 dran ist – seit Sonntagabend wissen wir, dass wir es sind. Eigentlich hätte mein Mann da gut noch mähen können, aber es wäre etwas arg schwierig geworden, um die Nachbarn herum zu arbeiten, die sich auf der Fläche zum Grillen getroffen hatten …

Montag
Wenn man vier Katzen hat und Besuch bekommt, dann saugt man in letzter Minute. Wenn sich der Besuch für morgens sieben Uhr angekündigt hat, dann bedeutet das, dass man Montagabend die Wohnung putzt – in dem Wissen, dass man nach dem Aufstehen schon wieder die ersten Filzmäuse vorbeiwehen sieht …

Gartenerkenntnisse:
Ich schaffe es mit Mühe und Not, den Rasenmäher allein die Kellertreppe raufzuschleppen. Lustigweise ist es einfacher, ihn für den Vorgarten einfach durch das Fenster zu heben – zu schade, dass es die Option für den hinteren Rasen nicht gibt.

Man benötigt mit einem gut funktionierenden Elektro-Rasenmäher zwei Stunden, um die hubbelige Geländestrecke mit Hindernissen in Form von Wäschestangen, die sich Gemeinschaftsrasen nennt, zu mähen – zumindest, wenn es das erste Mal im Jahr ist.

Nach dem Knoblauchgeruch zu schließen, der aus dem Rasenschnitt aufsteigt, würde ich sagen, dass wir Bärlauch im Garten haben. Vermutlich sind die einen Pflanzen also doch keine Maiglöckchen – aber ich werde das bei meinen botanischen Kenntnissen bestimmt nicht im Selbstversuch austesten!

Anscheinend bin ich gegen irgendeine Pflanze allergisch, wenn ich nach den kleinen roten Punkten auf meinen Unterarmen gehen darf. Wäre es die Sonne (zum Glück lag der größte Teil des Rasens im Schatten), dann wären nicht nur meine Unterarme betroffen …

Nach dem ersten Mähen im Jahr habe ich genügend Rasenschnitt, um die nächsten sechs Wochen ganz allein die Tonne für den Grünmüll zu füllen – jetzt frage ich mich nur, was für lustige Schlachten wir uns die nächsten Monate mit den anderen Nachbarn liefern, die auch alle einen Garten haben und die gleiche Tonne wie wir nutzen. Aber wer weiß, vielleicht bekomme ich ja irgendwann sogar in den nächsten Wochen noch einen Tipp, wie man den Grünschnitt anders entsorgen kann. Oder ich lege demnächst in der Nacht heimlich einen hübschen Komposthaufen auf dem nahe gelegenen Fußballplatz an … 😉