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Dörthe Binkert: Weit übers Meer

Zwei Dinge sind es, die mich an „Weit übers Meer“ auf Anhieb angesprochen haben: Die Idee zu dem Roman kam der Autorin aufgrund eines Artikels, der ursprünglich im Jahr 1904 in der New York Times erschien und von einer Frau berichtete, die im Abendkleid als Blinder Passagier die Stadt erreichte – und dann noch die Zeit. Ich mag einfach diese Aufbruchstimmung zu Beginn des 20sten Jahrhunderts. Geschichten vor und nach dem Ersten Weltkrieg haben häufig eine ganz besondere Atmosphäre, die mir einfach ein schönes Gefühl beim Lesen vermittelt.

In „Weit übers Meer“ betritt am Abend des 23. Juli 1904 eine wunderschöne Frau in einem edlen weißen Abendkleid die „Kroonland“. Der Überseedampfer fährt von Antwerpen nach New York und hätte schön längst ablegen sollen, doch es kam zu technischen Problemen (wobei ich es schön finde, dass die Autorin den Leser später sogar noch darüber aufklärt, welche Probleme es gab 🙂 ). Noch bevor bekannt wird, dass die Frau im Abendkleid eine Blinde Passagierin ist, berührt sie die Reisenden an Bord auf unterschiedliche Weise.

Aufgrund ihrer eindeutig edlen Herkunft erlaubt ihr der Kapitän die Überfahrt in einer Kabine der Ersten Klasse zu machen und die Abende mit den Passagieren zusammen zu verbringen. So lernt man nicht nur Valentina Gruschkin kennen und erfährt so nach und nach, was sie dazu veranlasst hat, auf so ungewöhnliche Art und Weise die Reise nach Amerika anzutreten, sondern auch viele andere Personen der Ersten Klasse. Henri, ein Bildhauer, der auf dem Weg zur Weltausstellung in St. Louis ist, hängt mit seinen Gedanken immer noch bei seiner Geliebten, die ihn verließ, weil er sie nicht heiraten wollte. Er gehört zu den Charakteren, denen einiger Platz in der Geschichte eingeräumt wird. Aber auch viele kleine Begebenheiten oder Wortwechsel zwischen den verschiedenen Paaren oder Familien tragen dazu bei, dass man sich ein gutes Bild vom Leben dieser Personen – und häufig auch von ihren Wünschen und Träumen – machen kann.

Dörthe Binkert gelingt es sehr schön auf der einen Seite die Atmosphäre auf dem Schiff zu beschreiben, in der die Enge und ein Sturm zu recht schnellen Vertraulichkeiten führen, und auf der anderen Seite die Gesellschaft und die Stellung der Frau in ihr darzustellen. Gerade dieser Kontrast zwischen den althergebrachten Konventionen, den Wünschen, die die Frauen für ihr Leben haben und den Veränderungen, die die Zeit mit sich bringt, ist wirklich gut zu lesen. Und doch plätschert der ganze Roman ein bisschen vor sich hin …

Es gibt keine wirklichen Höhen oder Tiefen in der Geschichte, keine großen Spannungen und keine Stellen, an denen ich gar mitleiden konnte. Ich fand „Weit übers Meer“ interessant und sehr entspannend, hatte aber auch kein Problem damit das Buch aus der Hand zu legen, um mich an den Abwasch oder eine andere langweilige Tätigkeit zu begeben. Eigentlich ist es der perfekte Roman für meine Mutter, die früher jahrelang nichts gelesen hat, weil sie immer nur für ein paar Seiten am Stück Zeit hatte und beim nächsten Mal schon nicht mehr wusste, worum es ging. Das passiert einem bei „Weit übers Meer“ nicht, dafür stört es eben auch nicht, wenn man nur hier und da einen Abschnitt liest, sich ein bisschen mit dem Leben einer Figur beschäftigt und sich dann einer anderen Beschäftigung widmen muss.

SUB-Nachschub!

Als ich gestern meine SUB-Liste aktualisierte, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass ich doch wirklich dabei bin meinen Stapel abzubauen! Dann aber erinnerte ich mich daran, dass sich eine neue Lieferung angekündigt hatte – und prompt klingelte gerade der Paketbote! 🙂

Da sind so einige Titel dabei, auf die ich mich richtig freue! Von „Morland“ hatte mir der erste Teil sehr gut gefallen, so dass ich auf die Fortsetzung sehr gespannt bin. „Des Teufels Maskerade“ hat mehr als eine gute Kritik in den letzten Tagen bekommen, hoffentlich erfüllt es auch meine Erwartungen und auch vom dritten „Tarean“ erhoffe ich mir ein paar sehr unterhaltsame Stunden.

Insgesamt erwartet mich da wohl wieder eine wunderbare Mischung, die mich in fremde – und manchmal fantastische – Welten führen wird, die mir vielleicht ein paar Tränen in die Augen treibt, mein Fernweh anheizt und mir vielleicht auch die Gelegenheit zum herzhaften Lachen bietet. Hach, ich liebe Buchpakete! 🙂

Winterabend mit Katzen

Wenn es kälter wird, hole ich mir immer das Gästebettzeug und kuschel mich abends unter die Decke. Das ist gemütlich und spart auch noch Heizkosten. 😉 Allerdings hat es auch einen großen Nachteil, wenn die Katzen die Wahl haben zwischen einer Person mit Decke und einer ohne Decke, wenn sie kuscheln wollen.

Das führt dazu, dass meine abendliche Perspektive auf den Fernseher so aussieht:

Und erst, wenn sich alle drei etwas bequemer hingesetzt haben, kann ich meinen Mann bitten mir wieder ein Buch zu reichen … 😉

Immerhin sitzt Logan am Liebsten auf der Sofalehne und versucht nicht auch noch einen Platz auf meinem Schoß zu finden. *g*

Michelle Harrison: Elfenseele – Hinter dem Augenblick

Solange sie denken kann, ist Tanya in der Lage Feen und Elfen zu sehen (ich bin mir nicht ganz sicher, ob die deutsche Übersetzung da wirklich dem Original entspricht, aber ich verwendet mal weiter die im Buch verwendeten Begriffe). Als sie ein Kind war, fanden ihre Eltern es noch niedlich, wenn sie ihnen von all den unsichtbaren Gestalten erzählte, doch je älter Tanya wird, desto mehr Ärger bekommt sie durch diese Fähigkeit.

Die Elfen haben angefangen sie zu piesacken, um das Mädchen daran zu hindern den anderen von ihnen zu erzählen – und je mehr Schabernack diese Wesen treiben, desto wütender wird ihre Mutter darüber, dass Tanya soviel kaputt macht und die Schuld dann immer auf nichtexistierende Gestalten schiebt. So ist es kein Wunder, dass Tanya dazu verdonnert wird, die Ferien bei ihrer Großmutter zu verbringen, in einem alten und fast verfallenen Haus in den Tiefe der Grafschaft Essex.

Auch hier wimmelte es von Elfen und Kobolden, was das Leben für Tanya nicht einfacher macht. Doch nach einigen unheimlichen Vorfällen beschließt sie zusammen mit Fabian, dem Sohn des Verwalters, mehr über die übernatürlichen Wesen herauszufinden – genauso wie über das geheimnisvolle Verschwinden der Morwenna Bloom, die vor 50 Jahren in den Henkerswald hinter dem Anwesen von Tanyas Großmutter ging und nach diesem Tag nie wieder gesehen wurde.

Michelle Harrison ist mit „Elfenseele“ ein wirklich spannender und unterhaltsamer Jugendroman gelungen. Auch wenn man meinen könnte, dass die dreizehnjährige Tanya vielleicht im Laufe der Zeit besser mit den Elfen hätte umgehen können, so bezaubern mich die verschiedenen Wesen und ihre unterschiedlichen Eigenschaften. So unangenehm es sein muss, wenn ein „Abflussbewohner“, ein lurchartiger Elfe, einem ständig glitzernde Sachen aus dem Badezimmer stahl, so nett ist die Idee einer Herdfee, die dafür sorgt, dass der Tee immer warm ist. Letztere würde ich gern einladen bei mir zu wohnen – auch wenn die vier Katzen wohl zuviel für sie sein müssten. 😉

Aufbauend auf den verschiedenen (britischen) Feensagen spinnt die Autorin eine fantastische Geschichte rund um die dreizehn Schätze des Feenreichs, die Menschen, die die übernatürlichen Wesen sehen können, Wechselbälger und den Übergang in das magische Reich. Auch wenn sich die Handlung eher langsam entwickelt, so hat es mir gefallen, dass ich nur selten vorhersagen konnte, in welche Richtung die Geschichte gehen würde. Und obwohl Michelle Harrison am Ende sehr viele verschiedene Hinweise zu einem stimmigen Gesamtbild verknüpft hat, so bleibt noch genug zu erzählen für eine (hoffentlich ebenso gelungene) Fortsetzung. Die ist übrigens für den englischsprachigen Markt schon angekündigt und soll im Januar unter dem Titel „Thirteen Curses“ erscheinen. 🙂

Dezember-SuB

Wieder ein neuer Monat – und ich starte mit weniger Büchern auf dem SUB als im November. Ein schöner Gedanke, auch wenn ich schon genau weiß, dass die nächsten Tage Nachschub geliefert wird. 😉

A (4)
Gilbert Adair: Mord auf fforkes Manor – Eine Art Kriminalroman
Robert Asprin: Des Dämons fette Beute
Robert Asprin: Ein Dämon schafft noch keine Ordnung
Robert Asprin: Als Dämon brauchst du nie Kredit

B (13)
Pierdomenico Baccalario: Will Moogleys Geisteragentur
Sina Beerwald: Die Goldschmiedin
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Alan Bennett: Die souveräne Leserin
Ruth Berger: Gretchen – Ein Frankfurter Kriminalfall
Jacques Bonnet: Meine vielseitigen Geliebten
Mechtild Borrmann: Mitten in der Stadt
Marie Brennan: Doppelgänger
Marie Brennan: Hexenkrieger
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud
Simon Brett: Ein Toter kommt selten allein
Simone Buchholz: Revolverherz – Ein Hamburgkrimi

C (5)
Trueman Capote: Frühstück bei Tiffany
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt
Stephen Cole: Aztec Code
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
James Collins: Zauberberg für Anfänger

D (7)
Jeffrey Deaver: Die Menschenleserin
Friedrich Dönhoff: Savoy Blues – Ein Fall für Sebastian Fink
Doris Dörrie: Kirschblüten Hanami
Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Rebecca Drake: Still sollst du sterben
Martha Tod Dudman: Schwarze Oliven

E (1)
Chris Ewan: Amsterdam

F (13)
Jennifer Fallon: Kind der Magie (Das Dämonenkind 1)
Jennifer Fallon: Kind der Götter (Das Dämonenkind 2)
Melissa Fairchild: Himmelsauge
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 1 – Der letzte Paladin
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 2 – Die flüsternde Stadt
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Earlene Fowler: Tödliche Schatten
Rina Frank: Als Gott die Großmutter holte
Peter Freund: Laura und das Siegel des Mondes
Luca di Fulvio: Die Rache des Dionysos

G (5)
Yasmine Galenorn: Hexenküsse (Schwestern des Mondes 4)
Francois Gantheret: Das Gedächtnis des Wassers
Michele Giuttari: Rachefeuer
Thomas Görden: Der Mönch und die Jüdin
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (5)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Frederik Hetmann: Zeitenwende
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Jim C. Hines: Drei Engel für Armand
Rachel Hore: Der Garten der Erinnerung

I (1)
Greg Iles: Leises Gift

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (7)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah
Hans Werner Kettenbach: Das starke Geschlecht
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (2)
Marc Levy: All die ungesagten Worte
Michaela Link: Der Spiegel der Kaiserin

M (9)
Jenny Mai-Nuyen: Nijura – Das Erbe der Elfenkrone
James McGee: Die Totensammler
Kelly Meding: In drei Tagen bist du wieder tot
Kai Meyer: Hex
Kai Meyer: Die Sturmkönige 1 – Dschinnland
Kai Meyer: Die Sturmkönige 2 – Wunschkrieg
Kai Meyer: Die Sturmkönige 3 – Glutsand
Boris Meyn: Die Schattenflotte
Thomas B. Morgenstern: Der Milchkontrolleur

N (1)
Elle Newmark: Der Granatapfeldieb

P (6)
Ann Pearlman: Der Christmans Cookie Club
Bernd Perplies: Tarean 3 – Ritter des Ersten Lichts
Renata Petry: Hilgensee
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)

R (11)
Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
John Maddox Roberts: Die Feinde des Imperators – Ein Krimi aus dem Alten Rom
Nora Roberts: Abendstern
Nora Roberts: Nachtflamme
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Brian Ruckley: Winterwende (Die Welt aus Blut und Eis 1)

S (11)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Peter Schwindt: Morland 2 – Die Blume des Bösen
Emma Smith: Der Ruf der Ferne
Ernst Soler: Staub im Paradies
Veronica Stallwood: Böses Spiel in Oxford
Helle Stangerup: Der Brautmaler
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (9)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher – Die Stadt der Regenfresser
Kerstin Tomiak: Drachenwind
Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 1 – Das Erbe der Drachen
Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 3 – Der Fluch des Assassinen
Aino Trosell: Eine grenzenlose Liebe
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

W (3)
Valerie Wilson Wesley: Remember Cecilia Jones – Ein Fall für Tamara Hayle
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Cornell Woolrich: Der schwarze Engel

X (1)
Xinran: Gerettete Worte

(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind neu hinzugekommen)

Amber Kizer: Meridian – Dunkle Umarmung

Da es schon genügend Rezensionen gibt, die detailliert auf den Inhalt von „Meridian“ eingehen, gibt es hier von mir nur den Klappentext (sonst wird diese Rezi eindeutig zu lang zum Lesen! 😉 ).

„Mein Name ist Meridian. Ich gehöre leider nicht zu den Menschen, die man gerne zu Geburtstagsfeiern einlädt – denn obwohl ich es ganz sicher nicht will, muss ich mein Leben mit dem Tod teilen. Ich bin eine Fenestra: Durch mich gelangen die Seelen der Verstorbenen in den Himmel. Aber davon wusste ich nichts, bis ich sechzehn Jahre alt wurde – und plötzlich in großer Gefahr schwebte.“

Wie schon mal erwähnt, hatte ich bei der Beschreibung im Verlagskatalog das Gefühl, dass „Meridian“ eher keine Geschichte für mich ist. Ich bin so langsam ein wenig übersättigt, wenn es um solche Jugendromane geht. Dann habe ich dann so viele positive Rezensionen gelesen und Details erfahren, dass ich neugierig auf den Roman wurde. Letztendlich hinterlässt mich das Buch zwiegespalten, was wohl auch an meiner Art zu Lesen liegt.

Wenn ich lese, dann nehme ich eine Geschichte auf der einen Seite mit dem Verstand und auf der anderen Seite mit dem Gefühl war – und lese ich ganz privat für mich, dann erlaube ich meinem Gefühl gern die Oberhand zu übernehmen. Häufig ist ein Roman für mich dann richtig „gut“, wenn ich die Handlung miterleben kann. Da ist es mir dann auch egal, ob die Ausdrucksweise nicht ganz stimmig ist oder ob kleine Widersprüchlichkeiten vorhanden sind – und erst mit ein paar Tagen Abstand bin ich dann in der Lage ein objektives Urteil über das Buch abzugeben.

Bei „Meridian“ hatte ich ein paar Momente, wo das Gefühl über den Verstand siegte, aber dies hielt nie sehr lange an, da es einfach zu viele Unstimmigkeiten in der Geschichte gibt. Mich reizt die Grundidee sehr! Die Idee von einer Fenestra, die den Seelen nach dem Tod den Übergang ermöglicht, und viele andere Details haben mich wirklich angesprochen. Sehr schön fand ich auch die ganzen Szenen in der Küche und die Atmosphäre im Haus der Tante. Bei den ganzen Patchworkdecken zuckte es in meinen Fingern endlich wieder mit dem Nähen anzufangen, und dass die Tante ihre „Seelenreste“ über das Handarbeiten verarbeitet, gefiel mir auch. Aber ich muss zugeben, dass man mich mit gut geschriebenen Küchen- und/oder Handarbeitsszenen eh schnell auf seine Seite ziehen kann.

Was mich allerdings im Laufe des Romans immer wieder ärgerte, waren die ganzen „Issos“. Das sind die Dinge, bei denen eine Autor einfach sagt „Das ist eben so!“ ohne einen Hintergrund oder eine Erklärung zu bieten. Viele Dinge, die Amber Kizer vielleicht hatte erzählen wollen, musste ich mir selber zusammenreimen – doch selbst hier durfte man nicht zu genau hinschauen, da einen dann wieder die Unstimmigkeiten ansprangen.

Dabei hätte man all diese Dinge so leicht umgehen oder erklären können! Anfangs empfand ich Meridians Kindheit als einen guten Auftakt für diese Geschichte. Und mit ihr zusammen war ich als Leser ganz verwirrt auf dem Weg zu Meridians Tante, hoffte auf Aufklärung und war neugierig darauf, was mir die Geschichte zu bieten hat. Doch dann kam der Brief von Meridian Mutter, in der sie „erklärt“, warum sie ihre Tochter so abrupt wegschicken müsse. Allein dieser Brief hat mich schon unzufrieden zurückgelassen … Auf der einen Seite meint die Mutter, dass sie ihre Tochter liebt, sie so lange wie möglich hätte bei sich behalten wollen, dass es ihr leid täte, dass sie eine anständige Ausbildung durch die Tante verhindert hätte – und dass es sie immer gewundert hätte, dass Meridian nie gefragt hätte, warum ständig Tiere in ihrer Nähe sterben.

Um jetzt mal wohlwollend damit umzugehen, kann ich nun behaupten, dass die Mutter, die Fähigkeiten der Tochter ignoriert hätte, um die Tatsache zu verdrängen, dass sie Meridian an ihrem sechzehnte Geburtstag wegschicken müsse. Doch wenn dem so ist, dann frage ich mich, warum das Mädchen von den Eltern nie liebevoll behandelt wurde. Denn laut Meridian hat nur ihr kleiner Bruder sie manchmal umarmt und wie einen normalen Menschen behandelt.

Dann lese ich, dass eine Fenestra 106 Jahre alt wird, wenn sie nicht vorher eines unnatürlichen Todes stirbt. Unter diesen Umständen hätte ich spätestens beim 104 Geburtstag der Tante darauf bestanden, dass Meridian ausgebildet wird. Denn das die Zeit nicht reichen würde, wenn man den sechzehnten Geburtstag von Meridian (und 106sten der Tante!) abwartet, sollte wohl für alle Beteiligten erkennbar gewesen sein. Die Frage, warum eine Fenestra nicht älter wird, wird übrigens nicht beantwortet. Was mich dann doch wieder zu einem gequälten „Warum?“ veranlasst!

Und allein die Dummheit der Tante, die (wenn man sich mal das Tagebuch anguckt) jeden Unfall, jeden ungeklärten Todesfall einer Fenestra auf die bösen Aternocti schiebt, aber nicht in der Lage ist eine Verbindung zwischen diesen Bösewichten und dem unheimlichen Reverend der örtlichen Gemeinde zu ziehen, treibt mich die Wände hoch. Ich meine, wie viele Hinweise braucht man denn noch, wenn man schon zusehen muss, wie der Ort sich verändert, wie die Alteingesessenen vertrieben werden, wie die Tante quasi ein Berufsverbot auferlegt bekommt – und wie der Reverend anscheinend für den Tod eines Kindes, brennende Häuser und ähnliche wunderbare Entwicklungen verantwortlich ist?

Lustigerweise hat mir das Buch trotz des Ärgers über die Unstimmigkeiten irgendwie doch gefallen. Ich werde es bestimmt irgendwann noch einmal lesen, auch wenn mir dabei wohl durchgehend Gedanken durch den Kopf schießen werden, die sich darum drehen, wie man diese Geschichte stimmig erzählen könnte. Und einer Fortsetzung stehe ich auch nicht so abgeneigt gegenüber, werde diese dann aber wohl eher aus der Bibliothek ausleihen …

Von Büchern und anderen Geschenken

Momentan ist der Mittwoch nicht gerade mein Lieblingstag, denn an diesem Tag ziehe ich los, besorge einige Kilo gewolftes Fleisch und bin dann eine Stunde lang damit beschäftigt diese Fleischmengen in passende Portionen für die Fütterungen der nächsten Woche aufzuteilen. Für mich als Vegetarier gibt es eindeutig angenehmere Beschäftigungen, auch wenn ich mich darüber freue, wie gut die Rohfütterung den Katzen tut.

Doch gestern wurde ich liebevoll (und viel zu früh *g*) geweckt und in Wohnzimmer geführt, um ein paar Geschenke auszupacken. Und – wenn man von dem kleinen Fehlgriff meiner Mutter (die wohl auch in den kommenden 38 Jahren nicht verstehen wird, dass ich einen anderen Geschmack habe als sie 😉 ) absieht – es waren tolle Geschenke, die da auf mich warteten! 🙂

Drei der vier Bücher standen noch nicht so lange auf meiner Wunschliste, umso mehr freue ich mich darüber.

Von dieser aktuellen Reihe von Nora Roberts habe ich „Abendstern“ letzten Winter gelesen. Damals lag es auf dem Schreibtisch meiner Kollegin und da ich an drei aufeinanderfolgenden Tagen im Büro nicht so viel zu tun hatte, habe ich es während der Arbeitszeit verschlugen. Die Geschichte erinnert mich an eine Mischung aus ihren Romanen um die MacKade-Brüder und ihrer „Three Sisters“-Trilogie. Nichts Neues, aber nett zu lesen! Und so schlich ich schon eine ganze Weile um die Fortsetzung „Nachtflamme“ herum.

„Tödliche Schatten“ ist der Roman der Benni-Harper-Krimis, der mir zur Komplettierung der Reihe noch fehlte. Auch wenn sich im Laufe der Zeit der Schwerpunkt der Geschichten weg vom Krimi und hin zu Bennis Beziehungen verlagerte, so mag ich die Figuren, das beschriebene Kleinstadtleben und die immer wieder auftauchenden Anspielungen auf Quilts und das Patchworken. 🙂

„Meridian“ ist zuletzt auf meinen Wunschzettel gewandert. Als ich die Beschreibung im Katalog las, fühlte ich mich nicht so angesprochen. Ich gehöre wohl weniger zur Zielgruppe und bin so langsam auch ein wenig übersättigt, was dieses Genre angeht. Aber dann häuften sich die positiven Rezensionen und ich wurde immer neugieriger auf das Buch. So habe ich es gestern auch gleich angefangen zu lesen und bin momentan noch auf Seite 117. Ganz kann ich die Begeisterungsstürme nicht teilen, fühle mich aber gut unterhalten und bin gespannt wie es weitergeht. Ganz schlecht sind die Massen an Patchworkdecken, die ständig erwähnt werden, denn jetzt juckt es mir in den Fingern endlich wieder zu Nadel und Faden zu greifen – dabei muss ich die nächsten Tage noch eine Mütze für meinen Schwiegervater stricken (der hat Anfang Dezember Geburtstag) und die anderen angefangenen Dinge wollte ich auch erst fertig machen, bevor ich die nächste Decke in Angriff nehmen …

Damit ich nicht nur noch mit einem Buch vor der Nase dasitze, hat mein Liebster dann noch eine DVD für mich gefunden. 🙂

„Das Mädchen, dass durch die Zeit sprang“ fiel mir schon vor einigen Monaten ins Auge. Die Geschichte reizt mich sehr – und ich habe schon viel zu lange keinen schönen neuen Anime mehr gesehen.

Und da mein Mann auch für das „Hauptgeschenk“ von meinen Eltern verantwortlich war, gab es auch noch ein Spiel für mich.

„Eternal Sonata“ kam vor einem Jahr für die XBOX 360 heraus und die Idee hat mir gleich gefallen. Zum ersten Mal habe ich es bedauert, dass diese Konsole nicht in unserem Haushalt zu finden ist. 😉 Dass das Spiel dann auch für die PS3 erschien, war dafür eine umso schönere Neuigkeit. Leider bekam ich es nicht als Rezi-Exemplar – und selber kaufen war zu dem Zeitpunkt nicht drin. Umso schöner ist es, dass mein Mann sich die letzten Wochen daran erinnert hat, wie sehr mich das Spiel reizte. 🙂 Die Geschichte basiert auf der ungewöhnlichen Idee den sterbenden Chopin im Traum ein fantastisches Abenteuer erleben zu lassen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich viele Spielelemente um die Musik des Komponisten drehen – und der Soundtrack ebenfalls aus seinen Werken besteht. Ich bin schon sehr gespannt, wie es mir gefällt!

Und dank der lieben Anrufe gestern, weiß ich, dass da die nächsten Tage noch zwei Päckchen bei mir eintreffen werden. Doch erst einmal gab es noch zwei Manga (mit nicht so schönen Cover)für mich:

Von dieser Reihe hatte ich den ersten Band gelesen (mal wieder bei der Arbeit *g*) und mich hat die Geschichte fasziniert. Bei nächtlichen Skateboard-Rennen kam vor einiger Zeit der Schüler Masato auf ungeklärte Weise ums Leben. Seine Freunde haben seinen Tod noch nicht verwunden, als ein geheimnisvoller Neuer an der Schule auftaucht und herauszufinden versucht, was damals mit Masato passierte … Band 1 und 3 habe ich mir vor einigen Wochen bei meinem ersten Besuch im örtlichen Comicladen besorgen können, aber Band 2 und 4 waren leider nicht auf Lager. Doch nun habe ich die Serie komplett – und hoffe sehr, dass es so spannend weitergeht, wie der erste Teil andeutete.

Nach einem so netten Tagesanfang konnten auch die Fleischmengen für die Katzen mich nicht stören – und da das Wetter so wunderschön kalt und sonnig war, habe ich danach die Gelegenheit genutzt und Laub geharkt. Es hat mir so viel Spaß gemacht draußen zu arbeiten, dass der Nachbar von meiner guten Laune auch noch profitierte, denn seinen Vorgarten habe ich gleich mitgemacht. *g*

Abends gingen mein Mann und ich dann in ein Lokal in der Nähe und haben uns ein unglaublich leckeres Essen gegönnt! 🙂 Lustigerweise hatte ich beim Laubharken darüber nachgedacht, dass ich es eigentlich mag älter zu werden. Mit jedem Jahr komme ich mehr bei mir an und fühle ich mich wohler mit mir. Allerdings irritierte es mich sehr, als ich vor einigen Monaten feststellen musste, dass ich inzwischen von meinen neuzugezogenen studentischen Nachbarn gesiezt werde. Unter Studenten duzt man sich normalerweise – und so wird mir dann doch mal wieder bewusst, dass mein Diplom schon zehn Jährchen her ist. Nun, so sehr mich die siezenden Studenten zum Stutzen brachten, so sehr irritierte es mich auch, dass ich gestern im Restaurant von der – wirklich supernetten! – Bedienung geduzt wurde. Sollte mir das nun zu denken geben?

Bruce Coville: Die Einhorn-Chroniken 1

Es gibt eine Sache, die mich an „Die Einhorn-Chroniken“ irritiert: Der Band „Das Tor zwischen den Welten“ wird als erster von drei Teilen bezeichnet – und beinhaltet die ersten beiden amerikanischen Bücher „Into the Land of the Unicorns“ und „Song of the Wanderer“. Bislang gibt es bei Scholastic Inc. nur einen dritten Teil der Reihe – weiter Bände kann ich auf der Homepage des Verlags nicht einmal als Ankündigung finden. Allerdings verspricht Amazon.com für 2010 den Titel „The Last Hunt“ als vierten Teil der Reihe … Und nun bin ich ein wenig verwirrt. 😉 Aber immerhin ist es schön mal zu sehen, dass die deutsche Veröffentlichung nicht nur einen halben amerikanischen Roman, sondern gleich zwei Bücher beinhaltet! 🙂

Doch erst einmal ein Wort zum Inhalt: „Das Tor zwischen den Welten“ erzählt von Caras unglaublichen Erlebnissen in einer fantastischen Welt. Als sie eines Tages mit ihrer Großmutter Ivy aus der Bibliothek kommt, fällt dem Mädchen auf, dass sie von einem fremden Mann verfolgt werden. Die beiden flüchten in eine Kirche und als der Fremde sie dort aufspürt, verhält sich die Großmutter sehr merkwürdig. Ivy Morris gibt ihrer Enkelin ein wertvolles Amulett, geht mit ihr in den Glockenturm und beginnt dort zu läuten. Cara soll beim zwölften Glockenschlag mit dem Amulett in der Hand vom Kirchturm springen, um sich so in Sicherheit zu bringen!

Zu ihrer großen Überraschung landet Cara so im märchenhaften Kirin und schnell begegnet sie allerlei fantastischen Gestalten, wie dem Einhorn Lightfoot, dem Dumbeltum und dem Skijum. Aber Kirin hat auch seine Schattenseiten und dazu gehören so boshafte und unheimliche Kreaturen wie die Delfer, die Cara das Ivys Amulett stehlen wollen. Hier in Kirin erfährt das Mädchen von den magischen Fähigkeiten des Schmuckstücks, und dass ihre Großmutter Morris schon häufig in Kirin war und als Freundin der Einhörner gilt. Das ist auch der Grund, warum der Fremde sie und Cara gejagt hat. Denn er gehört zu den Jägern, die seit Jahrhunderten versuchen einen Weg in die magische Welt zu finden, um die Einhörner auszulöschen.

Mir gefiel diese fantastische Geschichte sehr gut. Mit Cara zusammen konnte ich eine klassische Märchenwelt entdecken und habe vor allem den Dumbeltum schnell in mein Herz geschlossen. Auch wenn es für jüngere Leser einige erstaunlich heftige Szenen in diesem Roman gibt, sorgt die märchenhafte Stimmung dafür, dass man Caras Abenteuer in Kirin einfach nur genießen konnte. Allerdings muss ich zugeben, dass ich erst nach der Hälfte des Bandes gemerkt habe, dass mir hier zwei Romane präsentiert werden und das hat mich beim Lesen schon gestört. Denn auf einmal bekam ich innerhalb einer durchgehenden Geschichte wieder all die Dinge erklärt, die ich am Anfang schon einmal erzählt bekommen habe. Ein kleiner Hinweis des Verlages wie z.B. ein Titelblatt für den zweiten Teil, wäre da ganz nett gewesen. >g<

Wer von Bruce Coville schon die Geschichten um den Zauberladen kennt, wird vielleicht ein wenig erstaunt sein, wie sehr sich sein Erzählstil von diesen Romanen unterscheidet. „Das Tor zwischen den Welten“ ist eindeutig ernsthafter und da der Großteil der Geschichte nicht in unserer Welt spielt, wirken Caras Abenteuer auf mich nicht so ungewöhnlich wie die Zauberladen-Bücher. Trotzdem findet man hier ein wunderschönes modernes Märchen voller seltsamer Kreaturen und wirklich rührender Momente, die einem schon mal eine Träne ins Auge treiben können. 😉

[Anime] Das Königreich der Katzen

Gerade eben sah ich, dass heute Abend auf SuperRTL „Das Königreich der Katzen“ ausgestrahlt wird. Ich habe den Film noch nie auf Deutsch gesehen, aber ich kann diese Geschichte nur empfehlen. Studio Ghibli ist in der Regel ein Garant für besonders schöne Anime – und auch diese Geschichte voller Katzen und märchenhafter Elemente ist einfach nur wunderschön anzuschauen.

Die Schülerin Haru rettet auf dem Heimweg eine schwarze Katze davor überfahren zu werden. Dass sich der Kater danach auf die Hinterbeine stellt, sich vor ihr verbeugt und für die Rettung bedankt, sorgt für ein wenig Verwirrung bei dem Mädchen, die sie sich aber mit dem erlittenen Schreck erklärt. Doch in der Nacht zieht eine aufsehnerregende Katzenprozession an ihrem Haus vorbei. Der König der Katzen will Haru so einige Wohltaten zukommen lassen, um sich bei ihr für die Rettung seines Sohnes bedanken.

Doch für Haru bringt hüfthohe Katzenminze in ihrem Garten genauso wenig Freude wie ein Haufen kleiner Geschenkpäckchen voll mit lebenden Mäusen. Da die Katzen nicht das richtige Präsent für das Mädchen finden, beschließt der König, dass Haru ins Königreich der Katzen gebracht – und mit dem Prinzen vermählt wird. In ihrer Not wendet sich die Schülerin an Humbert von Gikkingen, einen Kater, der ihr zusammen mit seinem Freund Muta zu Hilfe kommt. Und Hilfe hat Haru wirklich nötig, denn wenn es ihr nicht gelingt rechtzeitig das Königreich der Katzen wieder zu verlassen, verwandelt sie sich selber in eine Samtpfote!

Das erste Mal habe ich den Film auf der Connichi 2003 in Kassel gesehen, doch damals konnte ich leider das Ende nicht gucken, da meine Mitfahrer nach Hause wollten. Kurz darauf haben wir uns dann die japanische DVD zugelegt und gucken den Anime immer wieder gerne! „Das Königreich der Katzen“ ist einfach eine zauberhafte Geschichte, und gerade an Gestik und Mimik der Samtpfoten kann man merken, wie sehr die Zeichner sich vorher mit Katzen beschäftigt haben müssen. Ich kann leider nicht sagen, wie die deutsche Synchronisation ist, aber wer märchenhafte Trickfilme mag und eventuell noch eine Schwäche für Katzen hat, sollte heute Abend mal den Fernseher anwerfen und sich ein bisschen Zeit für diesen Film nehmen. 🙂