Alle Artikel von Konstanze

Kleiner SuB-Zuwachs

So oft bin ich ja noch nicht in die Innenstadt meiner neuen Heimat gelangt, und an den meisten Tagen habe ich genug damit zu tun die nähere Umgebung zu erkunden. Trotzdem konnte ich es mir bei keiner Fahrt ins Zentrum verkneifen, die Augen nach „der richtigen Buchhandlung“ aufzuhalten. Doch so recht hat mich keine angesprochen – es waren auch nicht gerade viele davon zu finden. Der einzige Laden, der all die Dinge anbot, die mich interessieren, wenn ich in eine Buchhandlung gehe, gehört zu einer großen Kette. So hatte ich immerhin einen Anlaufpunkt, aber zufrieden war ich damit nicht. Mir war die Filiale einfach zu groß, zu unpersönlich, zu wenig „die kleine Buchhandlung um die Ecke“.

Denn in genau solchen Buchhandlungen haben ich früher immer gearbeitet. Wir kannten unsere Kunden nicht nur beim Namen, wir wußten auch persönliche Vorlieben einzuschätzen oder konnten gar bei den Vertreterbesuchen gezielt für unsere Kunden ordern. Auch nachdem ich nicht mehr im Buchhandel gearbeitet habe, habe ich solche kleinen netten Läden bevorzugt. Ich lasse mich gern in ein Gespräch über Bücher verwickeln, mich beraten oder einfach nur auf der Straße von „meiner“ Buchhändlerin grüßen. 😉

Und so war ich richtig glücklich, als ich Anfang der Woche herausfand, dass es hier in der Nähe eine Buchhandlung gibt. Am Mittwoch habe ich sie mir angeguckt und sie ist irgendwie nett … *g* Gerade mal so groß wie unser Wohnzimmer, aber mit einem ganz gut sortierten Angebot und einer entgegenkommenden Besitzerin. Obwohl sie nicht all meine Genreansprüche auf Lager hat, fand ich die Regale ansprechend bestückt. Nur leider habe ich die interessanten Titel schon auf meinem SuB oder ich erwarte sie mit der nächsten Lieferung.

Um aber nicht vergeblich in der Buchhandlung gewesen zu sein, habe ich mir also einen Roman bestellt, der mich schon lange reizt. Egal in welchem Forum oder welchem Blog ich in den letzten Monaten gestöbert habe, jeder schien von diesem Titel begeistert zu sein. Also wird es Zeit, dass ich mir auch mal ein Bild davon mache. So habe ich gerade „Bartimäus“ abgeholt und bin gespannt wie er mir gefallen wird. Doch vorher habe ich hier noch ein paar dringendere Titel, die auch noch gelesen werden wollen … *g*

Susan Elizabeth Phillips: Mitternachtsspitzen

Nachdem Soleil vor einigen Wochen eine begeisterte Rezension zu dem Roman „Mitternachtsspitzen“ geschrieben hat, dachte ich, dass ich doch auch mal einen Blick in das Buch werfen sollte. Eine Freundin von mir ist vor ein paar Jahren nach Amerika ausgewandert und hatte mir vorher einen großen Schwung Bücher überlassen. Darunter auch einige Romane von Susan Elizabeth Phillips, die ich dann hintereinander gelesen habe. Doch so gehäuft hat es mich geärgert, dass in jedem Roman ein anfangs unschuldiges Mädchen die Hauptfigur war, und dass diese dann eine Beziehung mit einem (deutlich) älteren und vor allem erfahreneren Mann anfing, der sie in die Geheimnisse der Liebe einwies.

Auch in „Mitternachtsspitzen“ zeigt sich dieses Schema wieder, doch zusätzlich beschlich mich das Gefühl, dass die Autorin sich bei ihren Figuren von Georgette Heyers „Der Page und die Herzogin“ hat inspirieren lassen. Die jungenhafte Kit reist kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg von der familiären Baumwollplantage nach New York, um Baron Cain zu ermorden. Dieser hat nämlich von Kits böser Stiefmutter die Plantage geerbt – und nur sein Tod würde die junge Frau in die Lage versetzen den väterlichen Besitz ihr eigen zu nennen.

Doch der durchschaut schnell, dass sein neuer Stallbursche ein Mädchen ist. Und da das Schicksal ihn sogar zum Vormund der aufmüpfigen Dame gemacht hat, steckt er sie erst einmal in eine Schule, in der sie lernen soll, wie sich eine Lady zu benehmen hat. Drei Jahre später ist aus dem Wildfang eine hinreißende Frau geworden, deren Ausstrahlung auch der erfahrene Baron kaum widerstehen kann. Doch Kit verfolgt weiterhin nur ein Ziel: Wieder in den Besitz der Plantage zu gelangen.

Soleils Begeisterung für das Buch kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Aber ich habe heute einen netten Nachmittag mit Kit und ihrem attraktiven Baron gehabt. Obwohl der Verlauf der Handlung recht vorhersehbar ist und mich so mancher Anfall von Dickköpfigkeit bei den beiden Hauptfiguren zum Kopfschütteln bewegt hat, ist es eine unterhaltsame Geschichte. Doch vor allem haben mir ein paar Nebencharaktere – besonders Veronica – gefallen und bei mir immer wieder für ein Schmunzeln gesorgt.

Achja, noch etwas zum Cover: Meine Güte, hat den niemand in diesem Verlag mal das Buch gelesen, bevor die Umschlaggestaltung ausgewählt wurde? Das ist ein Roman, der kurz nach dem Sezessionskrieg spielt … und die weibliche Hauptfigur ist schwarzhaarig … und in keiner Weise so rosa-blond … und was soll das für eine Geste sein? … und ich mag so belanglose Cover absolut nicht! 😉

Mellis 24-h-read-a-thon

Gestern Abend bin ich über Mellis 24-h-read-a-thon gestolpert und mich hat diese verrückte Idee gleich angesprochen. Es wäre nicht das erste Mal, dass ich 24 Stunden am Stück lese. Aber es wäre die erste Gelegenheit, um mich bei solch einem Lesemarathon mit Gleichgesinnten auszutauschen.

Doch natürlich fällt der Tag des 24-h-read-a-thon mit Bibendums Wise-Guys-Besuch zusammen. Und auch wenn wir dann schon ein paar Tage miteinander verbracht haben, so ist es doch nicht gerade höflich, die letzten Stunden vor der Abreise seinen Besuch nur über die Kante eines Buches zu sehen. 😉

Da Bibendum heute aber meinte „Wenn es dir Spaß macht, dann meld dich an“ – und mein Mann schon gestern versprach, dass er an diesem Wochenende Kochen, Katzen und sonstige Verpflichtungen übernehmen könnte, habe ich mich nun zu diesem 24-h-read-a-thon verpflichtet.

Ich bin gespannt, wie das so ablaufen wird. Freu mich auf den Austausch mit anderen Lesern – und überlege schon ein bisschen, welche Titel ich mir für diese 24 Stunden zur Seite lege. Und damit ich die Zeit nicht aus den Augen verliere, werde ich gleich mal Mellis Countdown einbasteln. 😉

Diane Setterfield: Die dreizehnte Geschichte

„Die dreizehnte Geschichte“ ist Diane Setterfields Debütroman und wanderte 2007 direkt auf die Bestsellerlisten. Die Geschichte handelt von der Buchhändlerin und Hobbybiografien Margaret Lea, die die einmalige Gelegenheit bekommt, die Lebensgeschichte der gefeierten Schriftstellerin Vida Winter zu verfassen. Die Autorin hatte von Anfang an Stillschweigen über ihren familiären Hintergrund bewahrt und jahrelang in den verschiedenen Interviews immer wieder neue Geschichten über ihr Leben erfunden. Doch nun beschließt Vida, dass es an der Zeit die Wahrheit über ihre Herkunft und ihre Vergangenheit zu erzählen.

Obwohl Diane Setterfield sich viel Zeit nimmt, um ihre Handlung zu erzählen, habe ich mich mit diesem Roman sehr wohl gefühlt. Die Autorin hat eine wundervolle Hommage an die Klassiker des 19. Jahrhunderts, wie „Jane Eyre“ oder „Die Frau in Weiß“ geschaffen. So nimmt Diane Setterfield viele vertraute Motive auf – und bemüht auch den Zufall nicht gerade selten -, um eine im besten Sinne altmodische Geschichte zu erzählen.

Zwischen den beide Hauptfiguren Vida und Margaret entsteht ein angenehmer Kontrast, der dafür sorgte, dass ich durchgehend neugierig auf die Handlung blieb (auch wenn so manche Wendung für mich vorhersehbar war). Vida beginnt ihre Geschichte bei ihren Großeltern, deren seltsame Liebe den Grundstein legte für die Erlebnisse und das Elend ihrer Nachkommen, und die die Ursache für die Geschehnisse rund um die Zwillinge Adeline und Emmeline Angelfield bildeten.

Nachdem Vida schon so viele Jahrzehnte Lügengeschichten über ihr Leben gesponnen hat, fällt es der Autorin selber schwer zwischen Wahrheit und Märchen zu unterscheiden. Und es wird deutlich, wie belastend es für sie ist in ihre Vergangenheit zurückzugehen. Doch durch Margarets wissenschaftliche Neugier, die dafür sorgt, dass die junge Frau jeden Teil der Erzählung erst durch Fakten aus Archiven und Kirchenregistern belegt haben muss, bevor sie eine solch ungeheuerliche Geschichte glauben kann, wird auch für den Leser die Handlung realer. Oh, und Margaretes Liebe zu Büchern, ihre Arbeit in dem Antiquariat des Vaters und der Zuflucht, die sie in ihren Romanen findet, haben mich wirklich sehr angesprochen.

Mit „Die dreizehnte Geschichte“ von Diane Setterfield bekommt man einen wirklich ungewöhnlichen Roman zu lesen. Aus einer Hommage an die viktorianischen Klassiker hat die Autorin eine spannende Geschichte mit faszinierenden Charakteren und unverhofften Wendungen geschaffen, die mich hervorragend unterhalten hat.

Blick aus dem Fenster

Ein Blick aus dem Fenster präsentierte mir gerade einen richtig verregneten Tag. Ich liebe solche Regentage und gerade im Herbst gibt es für mich nichts kuscheligeres als dieses Wetter!

Nachdem ich heute Vormittag schon fleißig war, werde ich mir den Nachmittag so richtig schön gemütlich gestalten. Noch weiß ich nicht, ob ich nur lese oder mir auch vorlesen lasse, aber bei der Auswahl ist es eh schwer sich zu entscheiden.

Eins weiß ich aber mit Bestimmtheit: Mein Sofa wird schon für mich vorgewärmt und ich darf meine Tasse mit Händen und Füßen verteidigen und es wird nicht leicht zwischen den Fellmonstern auf meinem Schoß Platz für meine Lektüre oder mein Handarbeitszeug zu finden. Aber genau so mag ich es! 🙂

 

Matthew Skelton: Cirrus Flux

Nachdem ich Matthew Skeltons ersten Roman „Endymion Spring“ wirklich mit Begeisterung gelesen hatte, war ich unheimlich gespannt auf sein zweites Werk. „Cirrus Flux – Der Junge, den es nicht gab“ wird ebenso wie „Endymion Spring“ über mehrere Zeitebenen erzählt. Aber hier sind die Zeitsprünge nicht so groß, sondern umfassen gerade mal zwölf Jahre.

Cirrus wächst in einem Waisenhaus in London auf. Man schreibt das Jahr 1783 und während die britischen Schiffe um die Welt reisen und jeden Tag von neuen Entdeckungen berichtet wird, wird Naturwissenschaft und Elektrizität noch wie Magie behandelt. In seinem Heim bekommt Cirrus von all diesen Wundern nichts mit. Mit seinem besten Freund stromert er durch die Gegend, bis ihn eines Tages ein unheimlicher Fremder beobachtet. Schnell findet Cirrus heraus, dass mehr als ein Mann hinter ihm her ist. Verschiedene Parteien glauben, dass der Junge von seinem Vater eine geheimnisvolle Kugel geerbt hat, die den „Atem Gottes“ beinhaltet.

Auch das Mädchen Pandora wird in die Jagd nach der Kugel hineingezogen. Sie lebt ebenso wie Cirrus im Waisenhaus und wird von dem Vorsteher Mr. Chalfont bei der unheimlichen Mesmerismuskünstlerin Madame Orrery in Dienst gegeben. Auch diese Frau ist hinter dem Geheimnis her, das sich in Cirrus Besitz befinden soll – und Pandora versucht alles, um dem Jungen gegen ihre Dienstherrin beizustehen. Während sich die Geschichte anfangs recht gemächlich entwickelt, überschlagen sich zum Ende die Ereignisse. Durch den gesamten Roman ziehen sich Rücksprünge, die dem Leser aufzeigen, wie es dazu kam, dass Cirrus‘ Vater James in den Besitz des „Atem Gottes“ kam – und wieso er sich gezwungen sah, seinen Sohn in die Obhut des Waisenhauses zu geben.

Ich fand diese Mischung aus Magie und Naturwissenschaft und die Atmosphäre, die Matthew Skelton geschaffen hat, wirklich faszinierend. Ein wenig erinnerte mich das Buch an den Film „Prestige“ mit Hugh Jackman, Christian Bale und Michael Cain, aber leider hat es der Autor in meinen Augen nicht geschafft, seinen Figuren genug Raum zu bieten. Die Charaktere sind entweder nett oder böse – und auch wenn ich Cirrus‘ und James‘ Handlungen nachvollziehen kann, so berührte mich ihr Schicksal recht wenig. Einzig Pandora wuchs mir soweit ans Herz, dass ich mit ihr etwas mitfiebern konnte.

Die Bösewichte hingegen waren mir zu motivlos. Okay, Madame Orrery wird mit einer Vergangenheit ausgestattet, die erklären soll, warum diese Frau so kaltherzig ist. Und der Zauberkünstler Leechkraft ist einfach geldgierig, aber so recht reicht mir das als Hintergrund nicht. Ich wünsche mir wirklich, dass sich Matthew Skelton mehr Zeit genommen hätte, um seine Figuren auszuarbeiten und all die Möglichkeiten, die dieses fantastische London bietet, auszuschöpfen. Doch trotz meiner Kritikpunkte habe ich „Cirrus Flux“ gern gelesen – nur eben nicht mit ebenso viel Euphorie wie „Endymion Spring“.

Wie soll man da denn arbeiten?

Jeden Morgen gibt es das gleiche Bild hier im Haus: Ich wusel ein bisschen durch die Wohnung, räume auf und lüfte, während die Katzen noch gemütlich eingekuschelt weiterschlafen.

Doch sobald ich mich an den Schreibtisch setze, um ein bisschen Bürokram zu erledigen, Rezensionen zu schreiben oder auch nur Mails zu lesen, wachen die Katzen auf! Wenn Shandy mich nicht schon im Bett zum Schmusen genötigt hat, dann ist er noch nicht wach genug, um auf meinem Schoß zu krabbeln. Aber Baltimore und Logan starten beim ersten Knarzen des Schreibtischstuhls einen Wettlauf, wer den besten Platz zum Schmusen bekommt.

Nachdem Baltimore heute gewonnen hat, krabbelte er zuerst auf meinen Schoß, dann ruhte er eine Weile quer über meinen Nacken liegend auf meinen Schultern (ich sehe jedes Mal danach aus, als ob ich mich kopfüber in eine Dornenhecke gezwängt hätte) und zuletzt beschloss er, dass er meine Post durchgucken müsse.

Immerhin hat er so Platz für Logan gemacht, der die Gelegenheit sofort nutzte und auf meinen Schoß hüpfte. Halb auf mir, halb auf der Tastatur rumstapfend sucht er auf dem Foto noch die beste Position zum Schmusen. Was für ihn bedeutet, dass er jetzt gerade quer über meinen Unterarmen liegen muss. Und jedes Mal, wenn ich es wage meinen rechten Arm zu bewegen, um nach der Maus zu greifen, bekomme ich einen sehr strafenden Blick zu geworfen …

Irgendwann werden die beiden den Schreibtisch wieder verlassen – und dann kommt Shandys Schmusestunde! Nur gut, dass unsere Madame mit den Streicheleinheiten warten kann, bis ich die Dosen mit dem Frischfleisch öffne …

Jenna Black: Dämonenkuss (Die Exorzistin 1)

„Dämonenkuss“ ist der Auftakt der Reihe „Die Exorzistin“ von der Autorin Jenna Black. Die Hauptfigur ist die Exorzistin Morgan Kinsley, die in einer Welt, in der Dämonen alltäglich sind, lebt. Dämonen können hier nur in einem menschlichen Wirtskörper existieren, wobei viele Menschen sich den übernatürlichen Wesen für diesen Zweck anbieten. Morgans Bruder ist einer dieser Wirte – mit ein Grund, warum die junge Frau Dämonen hasst, denn mit der Inbesitznahme verschwindet die Persönlichkeit des Menschen.

Doch es gibt auch Dämonen, die unrechtmäßig Besitz von einem Menschen nehmen, und die dann von Exorzisten ausgetrieben werden müssen. Morgan ist eine der Besten in ihrem Job und trotzdem gerät sie gleich zu Beginn des Buches in Gefahr von einem Dämon übernommen zu werden. Zu ihrer großen Überraschung gelingt es dem bösen Wesen aber nicht in sie hineinzufahren, ein Rätsel, dass sie ziemlich beschäftigt. Als sie weiter nachforscht, stellt sich heraus, dass Morgan – ohne es zu wissen – schon längst eine Verbindung zu einem Dämon eingegangen ist.

Eigentlich finde ich die Grundidee zu diesem Roman sehr interessant. Jenna Black hat eine faszinierende Welt geschaffen und das Rätsel, um Morgans Immunität gegen den bösen Dämonen bietet mal einen ganz neuen Ansatz für ein Urban-Fantasy-Buch. Leider strotzt das Buch vor nicht gerade geschickt eingebauten Sexszenen und schlechten Charakterisierungen. Morgan ist nicht nur ihrem Freund Brian verfallen, sondern entwickelt auch für jeden vorbeikommenden Mann Interesse, solange dieser attraktiv ist. Die Exorzistin bleibt ihrem Liebsten zwar treu, lässt sich aber nicht von diversen Fantasien abhalten, die der Leser detailliert teilen darf.

Auch die SM-Spiele des Dämonen Adam und seines Geliebten werden ausführlich beschrieben. Wobei es der Autorin wohl vor allem darum ging wie bei einem Yaoi-Manga Szenen zu entwerfen, die der Leserin gefallen sollen. Doch bei mir führte das Ganze dazu, dass ich so langsam der Sexspielchen überdrüssig wurde. Vielleicht liegt es an Jenna Blacks Unfähigkeit schöne Liebesszenen zu beschreiben, dass sie auf den SM-Bereich ausgewichen ist und zum Dämonenthema passt es ja auch, aber auch hier fehlte es einfach an einer tieferen Charakterisierung. Keine der Personen war mir wirklich sympathisch und zu keinem Moment kam bei mir das Gefühl auf, dass Morgan jemals wirklich in Gefahr war (dabei wird die Exorzistin im Laufe der Geschichte von immer mehr Parteien gejagt). So interessant die Grundidee zu „Dämonenkuss“ ist, ich werde ganz bestimmt keinen weitern Roman dieser Reihe (und Autorin) lesen.

Bibendum-Besuch und Bodo Wartke

Letzte Woche kam Bibendum zu Besuch. Nicht nur, um die traditionellen August-Urlaubstage bei uns nachzuholen, die dieses Jahr wegen unseres Umzugs ausgefallen sind, sondern auch um mit mir einen Auftritt von Bodo Wartke zu besuchen. Bodo Wartke bietet Klavierkabarett und bislang kannte ich ihn in erster Linie aus diversen YouTube-Videos. Doch nach dem amüsanten Abend werde ich bestimmt auch die nächste Gelegenheit nutzen, um mir den Künstler live anzugucken. Ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt – und auch Bibendum hat es wohl gut gefallen, obwohl irgendwann die Müdigkeit fast zu groß war, um noch aufmerksam zuzugucken. Kein Wunder, nach über sechs Stunden Bahnfahrt sollte man wohl den Abend eher ruhiger angehen lassen. *g*

Am nächsten Tag ging es dann im Nieselregen in die Innenstadt. Bibendum war schon mal hier – und kannte sich eindeutig besser aus als ich. Aber ich habe ja auch ein paar Jahre, um meine neue Heimatstadt kennenzulernen. Großes Sightseeing haben wir dann doch nicht veranstaltet, dafür war es zu ungemütlich, aber ein kleiner Besuch bei Starbucks gab noch genug Energie, um zum Main runterzuschlendern. Bei der Wohnungssuche hatte ich ja noch gehofft, dass wir irgendwie in der Nähe des Flusses landen würden, aber es passte dann doch nur mit einer Behausung am anderen Ende der Stadt … Angeregt von dem netten Abend kamen wir auch noch auf die Idee uns schon mal Karten für die „Wise Guys“ im Februar zu besorgen. Jetzt hoffe ich nur, dass Bibendum in der Woche auch Urlaub bekommt, damit das mit dem Konzertbesuch klappt.Es waren ein paar wirklich nette Tage mit dem Besuch, abgerundet durch ein gemütliches Essengehen in einem kleinen Restaurant in der Nähe. Noch einmal vielen Dank für die Einladung!

Das Lesen und Schreiben ist in diesen Tagen ein wenig kurz gekommen, aber vermisst habe ich es bei der netten Gesellschaft nicht. Doch nun hat mich der Alltag wieder mit Handwerker-Termine, provisorischer Küche und ein paar Zimmern, die ich endlich mal streichen müsste. Nur locken mich das graue Wetter und die kuschelbedürftigen Katzen auf’s Sofa, während die Lust auf’s Renovieren immer noch sehr gering ist. Vor allem muss ich doch nach all den Tagen endlich herausfinden, wie es mit Cirrus Flux weitergeht … 😉

SuB-Losverfahren – Horst Eckert: Königsallee

Um meinen SuB ein wenig zu verkleinern, habe ich an Karis aktuellem SuB-Losverfahren teilgenommen. Gilfaen hatte für mich die Nummer 55 gewählt, was sich als „Königsallee“ von Horst Eckert herausstellte. Der Krimi ruht schon eine Weile auf meinem SuB. Auf der einen Seite finde ich die Regionalkrimis aus dem Grafit-Verlag immer wieder spannend zu lesen, auf der anderen Seite hatte ich in den letzten Monaten recht wenig Lust auf eine Geschichte, die sich um Artnapping, organisiertes Verbrechen und interne Ermittlungen dreht.

Und so ist es auch nicht erstaunlich, dass ich mich in die Handlung ein wenig einlesen musste. Horst Eckert hat es mir auch nicht leichter gemacht, denn nach einem kurzen Prolog, der in einem kleinen osteuropäischen Land spielt, hüpft die Geschichte nach Düsseldorf. Dort lernt der Leser den Polizisten Jan Reuter und diverse andere Personen kennen, aus deren Perspektive der Kriminalfall erzählt wird. Bedauerlicherweise ist keiner der Charaktere tiefer beschrieben worden und die ständigen Stereotype gingen mir schnell auf den Geist. Für die Anspielungen bezüglich der städtischen Politiker, den Prominenten und den Örtlichkeiten zu verstehen kenne ich Düsseldorf zu wenig. Vielleicht hätten diese Details den Krimi interessanter gemacht. Aber so konnte mich die Geschichte allein nicht überzeugen.

Schon früh erfährt man als Leser, dass ein kleiner osteuropäischer Präsident/Verbrecher sich nach Deutschland absetzen und dort ein neues Imperium aufbauen will. Mit diesem Hintergrundwissen ist man der Polizei, die in Düsseldorf bei verschiedenen Verbrechen ermittelt, ein gutes Stückchen voraus – was nicht gerade zur Spannung beiträgt. Während Kriminaloberkomissar Jan Reuter noch versucht eine Verbindung zwischen einem Kunstraub und einer kriminellen Größe der Düsseldorfer Unterwelt herzustellen, wird sein Informant Robby ermordet. Kurz darauf wird auch die Leiche von Robbys Freundin, der Tochter eines Richters (der als zukünftiger Innenminister gehandelt wird) gefunden.

Daraus entwickelt sich ein Krimi rund um das Organisierte Verbrechen, korrupte Politiker und bestechliche Polizisten. Doch aufgrund der sprunghaften Erzählweise, der mangelnden Herausforderung für den Leser und den depremierenden Figuren entwickelt sich aus diesen klassischen Zutaten keine spannende Geschichte. Ein Großteil der Wendungen sind vorhersehbar und keine einzige Person ist wirklich sympathisch. Der einzige Mensch, der anscheinend keinen Dreck am Stecken hat, wird so besserwisserisch dargestellt, dass man mit ihm eigentlich auch nichts zu tun haben will.

Großen Spaß hat mir das Buch nicht gemacht, aber ich bin froh, dass der Roman durchgelesen ist. Mein SuB ist wieder ein kleines Stückchen geschrumpft und das ist immer schön zu sehen. 😉