Alle Artikel von Konstanze

Frohes neues Jahr!

Ich wünsche euch hiermit ein frohes neues Jahr – und hoffe, dass ihr die Silvesternacht gut verlebt habt! 🙂

Bei uns ging es wieder recht ruhig zu, zumindest innerhalb der eigenen Wohnung. Draußen wird schon seit drei Tagen kräftig geknallt und so war es auch nicht verwunderlich, dass gestern gegen 15 Uhr der Lärm anfing und erst sehr früh wieder endete. Für die Katzen war das nicht gerade ein Zuckerschlecken, aber abgesehen von einer gewissen Angespanntheit bei Logan ist schon wieder alles gut.

Leider hat gestern Abend auch unser PC angefangen zu mucken und fuhr sich alle paar Minuten grundlos runter. Einen Virus oder so können wir ausschließen, also ist es wohl eher ein Hardware-Problem. Keine Ahnung, ob unsere Erste-Hilfe-Bemühungen langfristig ausreichen, so fit sind wir in dem Bereich beide nicht. Wenn ihr also eine Weile nichts von mir hören solltet, dann liegt es am PC. Erst einmal versuche ich normal weiter zu machen …

Euch wünsche ich, dass euer neues Jahr besser angefangen hat und für die kommenden Monate wunderschöne Momente mit lieben Menschen, großartigen Büchern und anderen Dingen, die euch am Herzen liegen, bereit hält!

Chris Ewan: Amsterdam

Nachdem Karis SuB-Losverfahren ja schon dafür gesorgt hatte, dass ich mich endlich mal mit „Königsallee“ von Horst Eckert beschäftigte, hat mir das Warten auf die nächste Runde fast ein wenig zu lange gedauert. 😉 Also war Kari so lieb und hat mir per Mail eine weitere Zahl genannt, anhand derer ich einen Roman aus meinem Regal fischen konnte. Lustigerweise hat sie – genau wie meine „Glücksfee“ – die 55 gewählt und so traf es den Krimi, der sich vor ein paar Wochen noch liebevoll an „Königsallee“ schmiegen konnte.

Die Hauptfigur in „Amsterdam“ ist der Engländer Charlie, ein Schriftsteller und ein Einbrecher. Obwohl er als Jugendlicher mal bei einem kleinen Einbruch erwischt wurde, kann er eine weiße Weste vorweisen, war nie im Gefängnis – und hängt natürlich auch nicht an die große Glocke, dass er einem illegalen Nebenerwerb nachgeht. Umso mehr überrascht es ihn, als eines Tages ein Amerikaner mit ihm Kontakt aufnimmt und ihn beauftrag zwei kleine Affenfiguren zu stehlen. Obwohl Charlie bei dem Gedanken an diese Einbrüche nicht ganz wohl ist, lässt er sich von seiner Neugierde und der Suche nach Nervenkitzel zu diesem Auftrag hinreißen. Wenig später findet er eine Leiche, wird des Mordes verdächtigt und von mehreren Parteien gejagt.

Die Geschichte lässt mich ein wenig zwiespältig zurück. Auf der einen Seite fand ich Charlie und sein Umfeld recht sympathisch und habe es genossen, dass Chris Ewans in seiner Handlung viele Kleinigkeiten berücksichtigte, die sonst gern mal unter den Tisch fallen. Sein Einbrecher ist weder aufgrund von Not oder einer schweren Kindheit auf die schiefe Bahn geraten, er plant seine Schritte normalerweise sehr sorgfältig und geht sehr gründlich vor. Manchmal sogar detaillierter als es mir lieb war, denn stellenweise ging diese Detailversessenheit auf Kosten der Spannung.

So misstrauisch und vorsichtig Charlie normalerweise vorgeht, so sehr verwundert es dann doch, dass er immer wieder gewillt ist, sich auf die Aussagen seiner Gesprächspartner zu verlassen. Auf der anderen Seite wird der Leser immer mal wieder bewusst im Unklaren gelassen, eine Vorgehensweise, die mich wirklich kirre macht. Charlie öffnet eine Schublade, macht eine aufsehenerregende Entdeckung – und ich erfahre erst im nächsten Kapitel, was er da gesehen hat. Auch wenn mir so das Mitraten erschwert wurde, hatte ich doch recht schnell den richtigen Täter in Verdacht.

Trotz dieser Schwachpunkte war „Amsterdam“ eine sehr entspannte und unterhaltsame Lektüre. Die Holländer und ihre Stadt wurden liebevoll (wenn auch nicht immer meinen Erfahrungen gemäß *g*) beschrieben und Chris Ewan hat sympathische und recht realistische Figuren geschaffen und diese vor ein interessantes Problem gesetzt. Es gibt bessere und/oder spannende Krimis, aber trotzdem werde ich wohl die Augen nach der Fortsetzung, „Kleine Morde in Paris“ aufhalten, denn manchmal reicht es, wenn eine Geschichte einfach nur nett ist.

Jim C. Hines: Drei Engel für Armand

„Drei Engel für Armand“ von Jim C. Hines setzt da an, wo ein Märchen endet. Nach der glücklichen Vermählung mit dem Prinzen ist für Danielle immer noch nicht so ganz der Alltag eingekehrt. Eine lange Hochzeitsreise hat sie und ihren Armand zwar nach der stürmischen Kennenlernphase einander näher gebracht, aber an das Leben am Königshof hat sich das ehemalige Aschenputtel noch nicht so recht gewöhnt. Trotzdem ist Danielle sich bewusst, wie gut sie es getroffen hat – und so ist nicht ganz so verwunderlich, dass sie willens ist, ihren unglücklichen Stiefschwestern die langen Jahre der Misshandlungen zu verzeihen und ihnen zu helfen, auf eigenen Füßen zu stehen.

Diese können dem Aschenputtel den grausamen Tod ihrer Mutter nicht verzeihen und hecken mit magischer Unterstützung einen tödlichen Plan aus. Doch Danielle überlebt den Mordanschlag ihrer Schwestern und findet heraus, dass diese ihren Armand nach Elfstadt entführt haben. Zum Glück hat die Königin eine Schwäche für ungewöhnliche Prinzessinnen und so zieht Danielle zusammen mit Talia (Dornröschen) und Schnee(wittchen) aus, um Armand zu retten.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen – und das lag nicht nur daran, dass ich eh eine Schwäche für gut erzählte und erwachsene Märchenneuinterpretationen habe! Jim C. Hines hat mit „Drei Engel für Armand“ eine wirklich witzige, spannende und düstere Geschichte geschaffen, die sich ganz wunderbar in einem Rutsch durchlesen lässt. Sein Aschenputtel ist eine freundliche und sanfte Person, die zwar erst einmal von jedem das Beste annehmen möchte, aber auch in der Lage ist sich zu wehren. Dornröschen hat mich anfangs ein wenig irritiert. Erst einmal verbinde ich den Namen Talia in meinen Gedanken fest mit einer Figur von Mercedes Lackey und dann hat der Autor dieser Frau mit so vielen harten Kanten angelegt, dass sie zwar interessant, aber nicht leicht zugänglich ist. Umso schöner war es dann die verschiedenen Facetten ihrer Persönlichkeit zu entdecken! Schneewittchen hingegen hat bei mir ein permanentes ungläubiges Schmunzeln hervorgerufen. Sie ist sehr freizügig und leichtlebig, aber zum Glück hat sie auch etwas mehr Hintergrund zu bieten, als auf den ersten Blick erkennbar ist.

Neben den ansprechenden Charakteren hat mich auch das beschriebene Elfenreich gut unterhalten. An jeder Kreuzung, hinter jede Ecke finden sich „Führer“ und natürlich ist ihre Hilfe nicht umsonst. Jim C. Hines spielt mit den Märchenregeln und –klischees auf sehr ansprechende und amüsante Weise. Auch wenn mir die tragischen Hintergründe – gerade beim Dornröschen – schon fast zuviel wurden, finde ich es schön, dass hier keine rosarote Feenwelt präsentiert wird. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass eine Fortsetzung mir ganz genauso gut gefallen wird wie diese Geschichte, freu mich aber trotzdem schon auf weitere Romane, die in dieser bösen und witzigen Märchenwelt spielen!

Buchsaiten-Stöckchen zum Jahresende

Katrin hatte am 24. Dezember nicht nur liebe Weihnachtswünsche auf ihrem Blog hinterlassen, sondern gleich noch ein Stöckchen zum Jahresende. Vier kleine, aber erstaunlich kniffelige Fragen sollten beantwortet werden. Bei der Menge an Büchern, die ich 2009 gelesen habe, ist es zwar nicht leicht eine Entscheidung zu treffen, aber trotzdem kommen hier meine Antworten. 🙂

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

So richtig viel oder wenig verspreche ich mir von einem Buch in der Regel nicht, aber von „Miss Winters Hang zum Risiko“ und „Eine wie Alaska“ (Hörbuch) hatte ich mir eindeutig weniger versprochen, als ich bekommen habe.

„Miss Winters Hang zum Risiko“ spielt im Jahr 1942 und ist ein Kriminalroman, aber es hat mich überrascht, wie gut es der Autorin Kathryn Miller Haines gelungen ist Screwball-Elemente in einen an die hardboiled novels erinnernde Geschichte zu packen. Ich habe mich beim Lesen wirklich amüsiert!

„Eine wie Alaska“ von John Green habe ich als Hörbuchversion genossen. Andreas Fröhlich liest die Geschichte sehr ansprechend, wie ich es von ihm auch erwartet hatte. Obwohl es eine recht vorhersehbare Handlung hat und ich niemals bei Hörbüchern weine (ich gebe zu, bei manchen Büchern habe ich recht nah am Wasser gebaut >g<), liefen mir hier am Ende unkontrolliert die Tränen über das Gesicht. Eine Geschichte, die mich bei der Hörbuchversion zum Weinen bringt, ist eindeutig eine positive Überraschung. 😉

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Wirklich viel versprochen hatte ich mir von „Grün wie die Hoffnung“ zwar nicht, aber normalerweise finde ich selbst die schlechteren Nora-Roberts-Romane schön entspannend. Doch mit diesem Band hat die Autorin es geschafft, mich die Wände hochzutreiben. Eine so billige (und berechnende) Zusammenstellung von beliebten Versatzstücken habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Nur weil man etwas Sex, Vampire und keltische Mythologie auf einen Haufen packt, kommt noch lange kein ansprechender Roman heraus. Vor allem regt es mich auf, weil die Autorin schon so viel bessere Geschichten geschrieben hat …

Von „Verstummt“ habe ich sowohl das Hörbuch, als auch das Buch konsumiert – und war von Karin Slaughter ziemlich enttäuscht. Sie spart zwar auch sonst nicht an unappetitlichen Details und problembehafteten Charakteren, aber bei „Verstummt“ fühlte ich mich als Leser veralbert. Die Handlung und die „Geheimnisse“ waren vorhersehbar und viele der Beschreibungen schienen nur eingebaut worden zu sein, um mit Ekel und Abscheu eine bestimmte Lesergruppe anzusprechen – welche auch immer das sein mag.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Eine richtig großartige Autoren-Neuentdeckung hatte ich schon lange nicht mehr – zumindest nicht in dem Maß, wie es zum Beispiel damals bei Tamora Pierce war, von der ich unbedingt jede Geschichte haben musste und von der ich immer noch jede Neuerscheinung kaum abwarten kann.

Aber Stephen Cole und sein Buch „Snakeroot“ haben mir so gut gefallen, dass ich mir die folgenden Bände dieser Reihe auch unbedingt holen werde. Die Geschichte bietet ganz viele Elemente, die ich als Jugendliche geliebt habe. Abenteuer in Ausgrabungsstätten, etwas Mythologie, Diebe, Intrigen und die stete Frage, wer auf wessen Seite steht.

Jim C. Hines hat mir mit seinen „Drei Engel für Armand“ die Weihnachtstage versüßt. Er schreibt eindeutig düsterer als Patricia C. Wrede mit ihren Drachenprinzessinen-Büchern, aber ich liebe es, wenn klassische Märchen erwachsener umgesetzt und ihre dunklere Seite betont wird. (Ein wunderbares Beispiel ist da auch „Tochter der Schatten“ von Robin McKinley … *sniff*)

Auch Alan Bradley hat mich mit seiner Flavia und dem Mord im Gurkenbeet überzeugt und ich hoffe sehr, dass weitere Bücher des Autors ebenso unterhaltsam sein werden und mich wieder mit einer Mischung aus unterhaltsamen Krimi und skurrilen Charakteren erfreuen . 🙂

Welches war eurer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Ich schau eigentlich recht wenig auf die Cover, denn in der Regel passen die eh nicht zum Inhalt des Buches. So ist es auch bei „Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“, denn das Cover passt eher zu einem skurrilen Jugendbuch, als zu einem gemütlichen Krimi mit ungewöhnlichen Charakteren. Trotzdem finde ich es schön. 😉

„Die Stadt der Regenfresser“ habe ich noch nicht gelesen, aber ich finde, dass das Cover eine Mischung aus Jack London, Jule Verne und Daniel Defoe verspricht – und das reizt mich sehr. Hoffentlich hält der Roman dann auch die Erwartungen, die durch die Optik geweckt werden.

Obwohl mich das Cover von „Des Teufels Maskerade“ ein wenig an die Buchblöcke erinnert, die wir früher manchmal im Buchhandel in die Finger bekommen haben, gefällt mir der schlichte und ungewöhnliche Look dieses Romans.

Es gab definitiv noch mehr interessante und schöne Cover in diesem Jahr, aber bevor ich weiter in meiner Erinnerung und den Buchstapeln krame, höre ich hier lieber auf. 😉

Weihnachtsgeschenke – inklusive SuB-Zuwachs

Wie erwartet verlief mein Weihnachten wirklich wunderbar entspannt und sogar die lästige Erkältung ist so langsam auf dem Rückmarsch! 🙂 Trotzdem haben mein Mann und ich in den letzten Tage möglichst wenig Pflichten erledigt und den Großteil der Zeit gemütlich eingekuschelt verbracht. Und da der Weihnachtsmann für ihn ein Videospiel parat hatte, blieb mir viel Zeit zum Lesen und Musikhören. Sehr gemütlich! 🙂

So passte es natürlich hervorragend, dass ich in diesem Jahr von meinen Lieben vor allem mit Büchern und CDs beschenkt wurde. Gerade über die Musik habe ich mich gefreut, denn normalerweise geht dieser Bereich auf meinem Wunschzettel immer unter. So habe ich schon am Weihnachtsabend die DVD mit dem Live-Konzert von Tina Turner eingeworfen und bin spät in der Nacht zu den Klängen von Norah Jones eingeschlafen.

Am ersten Weihnachtstag hat mir mein Mann morgens „Drei Engel für Armand“ ins Bett gebracht – und sich dann gewundert, dass ich erst mittags aus den Federn kam. *g* Den Roman habe ich so ziemlich in einem Zug ausgelesen, die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen (eine richtige Rezi folgt in den nächsten Tagen!). 🙂 Die anderen Bücher werden aber wohl noch etwas warten müssen, denn die Arbeit geht in restlichen Tagen des Jahres erst einmal vor.

Gestern war schon fast wieder Alltag eingekehrt, abgesehen davon, dass ich mir Zeit genommen habe, um meine neue Mari-Boine-CD zu hören. Ich liebe ihre CD „Gula, Gula“ und war sehr gespannt auf weitere Musik von ihr. 🙂 Insgesamt kann ich sagen, dass dieses Weihnachtsfest wirklich sehr schön war. Ohne großen Stress, voller lieber Anrufe und Briefe, voller Geschenke, die mir wirklich Freude bereitet haben und mit viel Zeit, die ich mit meinem Mann verbringen konnte.

Für die Katzen gab es – abgesehen von der großzügigen Portion Katzenmilch – keine Aufmerksamkeit. Dafür bekommen sie in den nächsten Wochen einen neuen Kratzbaum. Trotzdem haben die Pfoten es in den letzten Tagen genossen, dass wir so viel Zeit für sie hatten. Und noch immer steht unter dem Tisch ein Wäschekorb mit gebrauchtem Geschenkpapier, in dem es sich herrlich herumtoben und kruscheln lässt. 😉

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche euch ein frohes Fest! Egal, ob ihr allein mit einem Buch unter dem Baum sitzt und es euch gemütlich macht oder ob ihr mit euren Lieben feiert, ich wünsche euch einen wunderschönen Weihnachtsabend.

Für meinen Mann, die Katzen und mich wird es auf jeden Fall ein geruhsamer Abend. Er erholt sich von dem Stress der letzten Wochen, ich kuriere meine Erkältung aus und die Katzen werden ihren Spaß mit den Resten des Geschenkpapiers haben. Ich hoffe, für euch wird es genauso gemütlich – und wir lesen uns in den nächsten Tage wieder, wenn der Feiertagstrubel vorbei ist. Auf jeden Fall bin ich schon mal gespannt, was für Bücher bei euch ins Haus geflattert sind. 😉

Ann Pearlman: Der Christmas Cookie Club

Alle Jahre wieder treffen sich die zwölf Freundinnen in Marnies festlich geschmücktem Wohnzimmer zum Christmas Cookie Club. Sie erzählen und plaudern, lachen und weinen, streiten und versöhnen sich. Kein Thema wird ausgespart: Hat Tracy die große Liebe gefunden? Kann ein Rapper ein guter Vater sein? Wie bleibt Sex immer aufregend? Und wie backt man die köstlichsten Cookies fürs Weihnachtsfest? An diesem ganz besonderen Abend sind die Frauen einander so nahe wie nie – Freundinnen fürs Leben, was immer auch geschieht.

„Der Christmas Cookie Club” von Ann Pearlman war sehr nett zu lesen, vor allem die erste Hälfte fand ich sehr entspannend. Einzig die Tatsache, dass ich gewaltige Lust auf Kekse bekam, war ein wenig störend. 😉 Mir hat es gefallen Marnie und ihre Freundinnen kennenzulernen und mehr über diesen einen Abend in der Vorweihnachtszeit zu erfahren, an dem sich alle Mitglieder des Clubs treffen und Plätzchen und Rezepte austauschen und über die Ereignisse des vergangenen Jahres reden. Da kam auch bei mir so etwas wie Vorfreude auf den Advent auf.

Am Anfang eines Kapitels findet man ein Plätzchenrezept und im folgenden Teil der Geschichte wird von einem Mitglied des Clubs erzählt, warum es gerade dieses Rezept gewählt hat und was es persönlich damit verbindet. Für den Leser bedeutet dies, dass man mehr über die betreffende Frau erfährt. Manchmal verbinden sich mit einen Rezept Kindheitserinnerungen oder der Name des Plätzchens sprach die Bäckerin an. Es kann aber auch sein, dass das Gespräch schnell wegwandert von den Rezepten und sich eher um die aktuellen persönlichen Entwicklungen dreht. Im privaten Bereich hat sich bei all diesen Frauen viel getan. So hat sich Marnie zum Beispiel in einen jüngeren Mann verliebt, Laurie ein kleines Mädchen aus China adoptiert und Charlene ihren Sohn bei einem schrecklichen Unfall verloren.

Allerdings gibt es ein paar Dinge, die mich nicht so ansprachen. Zum einen finde ich das beliegende Dr.-Oetker-Rezeptheft ziemlich überflüssig. Sowohl die im Roman verwendeten Zutaten, als auch ein Cup&Spoon-Set sind inzwischen ohne Probleme in Deutschland zu bekommen, und die Änderungen gegenüber dem Originalrezept empfinde ich auch nicht als so positiv – vor allem, wenn man ständig die Gewürzmischung verwenden soll, die von Dr. Oetker natürlich nur in der Vorweihnachtszeit verkauft wird. Wie bei allen anderen fertig gewürzten Dingen, wird da wohl der besondere Geschmack einer Plätzchensorte auf der Strecke bleiben … Aber ich versuche das Ganze trotzdem wohlwollend zu sehen und mir zu sagen, dass so vielleicht auch diejenigen mal zum Backen verführt werden, die es sich nicht zutrauen die amerikanischen Mengen auf ihre Messgeräte umzurechnen oder vielleicht sogar mal nach Gefühl zu würzen. 😉

Dann habe ich – und nicht nur in diesem Buch – immer wieder ein Problem mit diesem leichtfertig dahin gesagtem „Ich liebe dich“, das für amerikanische Romane so typisch zu sein scheint. Auch wenn einige aus dem „Christmas Cookie Club“ wohl das Jahr über sehr engen Kontakt haben, so wird deutlich, dass diese Frauen nicht alle eng miteinander befreundet sind. Warum sagt man also jemandem, von dem man nicht einmal genug weiß, um ihm in Schwierigkeiten helfen zu können, dass man ihn liebt?

In dieser Beziehung – und auch bei der Anzahl der erzählten Lebensgeschichten – wäre für mich weniger mehr gewesen. Ich hätte das Buch deutlich mehr genossen, wenn ich ein paar Personen besser kennen gelernt hätte, wenn ich mit ihnen hätte mitfühlen können. So hingegen hat mich die Fülle an Schicksalsschlägen, Beziehungs- und sonstigen Problemen irgendwann aus meiner „Gehirn aus und genießen“-Stimmung gerissen. Dabei hatte es mir so gut gefallen, wie Ann Pearlman die Vorbereitungen für die Party und über Gerüche und den Geschmack der Zutaten Atmosphäre aufbaute.

Ich denke schon, dass ich den Roman in den nächsten Jahren im Advent wieder aus dem Regal kramen werde, um mich ein wenig in Weihnachtsstimmung bringen zu lassen. Aber dabei wird mir immer bewusst sein, dass mich keine durchgehend befriedigende Geschichte erwartet, und dass ich beim Leser meinen inneren Kritiker unterdrücken sollte. 😉

Winter, Katzen

Während ich die letzten Tage gut eingespannt war, genießen die Katzen die so langsam hereinbrechenden Wintertemperaturen auf ihre Weise. Und das bedeutet natürlich vor allem auf einer warmen Decke liegen und schlafen!

 

Dabei ist es natürlich von Vorteil, wenn man eine Decke findet, die auch noch durch einen menschlichen Heizkörper gewärmt wird.

 

 

 

 

 

Aber im Zweifelsfall begnügt man sich sogar mit einer anderen Katze und genießt die Wärme ebenso wie die Gesellschaft.

 

 

 

Ganz geschickte Exemplare verstehen es sogar die nette Gesellschaft mit besonders kuscheligen Erholungsorten zu kombinieren, man muss nur mal genauer hingucken!

 

 

So finde ich unsere Madame übrigens ganz besonders niedlich! 🙂

Meine neue Handtasche:

Nein, die Überschrift ist kein Fehler, auf dem Foto seht ihr wirklich meine neue Handtasche!

Genauer gesagt sind das zwei Taschen, die ich mir in der nächsten Zeit machen möchte. Eine kleinere in Rot (weil ich die Farbe einfach mag) und eine etwas größere in Grün (passend zu meinem Wintermantel). 😉 Wer mich persönlich kennt, wird vielleicht ein bisschen verwundert sein, denn ich bin kein Mensch, der mit Handtaschen herumläuft. Aber ich suche schon seit einiger Zeit eine Alternative zu meinem geliebten Rucksack (in den übrigens locker ein Wochenvorrat Bücher passt! 😀 ).

Außerdem habe ich in letzter Zeit keine Sockenstrickaufträge mehr gehabt, beim „Stricken für Frühchen“ ist seit Monaten Annahmestopp (ich sehe ein, dass ein überfülltes Lager ein Problem ist, aber ich bekomme bald keine einzige Babysocke mehr verstaut!) und ich kann einfach nicht ruhig auf dem Sofa sitzen ohne etwas zu tun in der Hand zu haben. Also brauchte ich unbedingt ein neues Projekt und ich liebäugel schon so lange mit den Noni-Bags!

Dank meines Geburtstags hatte ich ein bisschen Geld für Luxus übrig und habe den Großteil der benötigten Materialien bestellen können. Gestern kam das Paket an und nun werde ich wohl heute Abend mit dem Stricken meiner ersten Handtasche starten. So soll sie übrigens am Ende aussehen – mal gucken, ob ich das hinbekomme! Wobei der spannenste Teil das Filzen und Ausformen der Tasche sein wird, denn das habe ich noch nie gemacht. Ihr dürft mir ein gutes Gelingen wünschen! ;D

Pierdomenico Baccalario: Will Moogleys Geisteragentur

Mit „Unheimlichkeiten aller Art“ beginnt eine neue Reihe von Pierdomenico Baccalario, die sich um „Will Moogleys Geisteragentur“ dreht. In dieser Agentur kann man Geister für jede Gelegenheit mieten. Egal, ob man seine Nachbarn vergraulen möchte oder aus anderen Gründen übernatürlichen Beistand benötigt, Will Moogley hat die unterschiedlichsten Geister im Angebot. Schon seit sehr langer Zeit sind die Moogleys in diesem Bereich aktiv und hatten sich mit der Geisteragentur mal einen sehr guten Namen gemacht.

Doch unter der Leitung von Wills Onkel Alvin lief es nicht mehr so gut – und nach einige Fehlschlägen ist Will inzwischen fast so weit, dass er über eine Schließung der Agentur nachdenkt. Zum Glück hat sein oberpeinlicher, aber bester Freund Topper die grandiose Idee sich um einen Auftrag der erfolgreichen Hotelkette „Scary Inn“ zu bemühen. Diese haben in der Stadt Ghostville ein altes verlassenes Haus gekauft und wollen es zu einem luxuriösen Spukhotel umbauen. Natürlich benötigt man für so eine Aufgabe ganz besondere Geister! Aber Will ist natürlich nicht der Anwärter auf diesen ganz besonderen Job …

Mir hat dieser erste Band von „Will Moogleys Geisteragentur“ wirklich ganz wunderbar gefallen. Abgesehen von ein paar etwas schwereren Wörtern ist die Geschichte definitiv für Leser ab neun Jahren – und eine etwas ältere Winterkatze natürlich ebenfalls 😉 – geeignet. Will lebt im 29sten Stockwerk eines alten Hochhausees in Manhattan, ernährt sich von Lieferpizza und Schokoladenpudding *lecker* und lebt mit einem Papagei („Haltdieklappe“) und einer Schildkröte (na ja, eigentlich zwei, aber die eine lebt nicht mehr … ) zusammen.

Der Junge ist nicht gerade ein besonders großer Menschenfreund, sogar sein bester Freund Tupper muss immer wieder unter Wills Scherzen leiden. Doch trotzdem gelingt es Pierdomenico Baccalario Will so sympathisch darzustellen, dass man ihm wirklich den Hotelauftrag gönnen würde. Doch so einfach ist es für Will nicht, seiner Firma mal wieder eine bessere Reputation zu verleihen. So entwickelt sich eine wirklich lustige Geschichte um den „Alltag“ in einer Geisteragentur. Besonders die liebevollen Details, wie die Entlohnung der Geister mit selbstgebrautem Ektoplasma, den Eigenheiten, der verschiedenen Charaktere und den seltsamen Dinge, die für eine Anrufung zum Beispiel gebraucht werden, lassen die Seiten nur so vorbeifliegen (na ja, der geringe Umfang, der bei einem Kinderbuch zu erwarten ist, trägt auch etwas dazu bei *g*). Auch die Illustrationen von Matteo Piana haben mir gut gefallen. Seine Zeichnungen, vor allem seine Figuren, erinnern an italienische Trickfilme, währen die Hintergründe mit auffallenden Schraffuren Atmosphäre schaffen.