Ich habe gerade einen Roman angelesen, bei dem ich schon in dem Moment, in dem ich sagte „Da kann ich mal reingucken.“ wusste, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Einen Fehler, den ich immer wieder begehe und der mir schon so einige Bluthochdruck-fördernde Stunden bereitet hat.
Schlagwort: Buchgedanken
Ich mag euch nicht!
Nein, der Titel bezieht sich natürlich nicht auf meine Blogleser – die mag ich nämlich sehr -, sondern auf Buchcharaktere. Es passiert ja häufiger, dass man mit einer Figur in einem Roman nicht warm wird, aber so extrem wie in den letzten Tagen ist es mir schon lange nicht mehr passiert.
Auf der einen Seite habe ich gestern zum dritten Mal „Ein verzauberter Sommer“ von Juliet Hall angelesen und musste wieder einmal feststellen, dass ich die Figuren in dieser Geschichte nicht leiden kann. Vom Klappentext her hatte ich eine ganz normale „Frau erbt Gebäude und lernt darüber mehr über die Vergangenheit ihrer Familie“-Geschichte erwartet, also etwas Nettes und Unterhaltsames zum Entspannen. Vermutlich passt der Roman auch in diese Schublade, aber ich hege den Verdacht, dass ich es nie genau herausfinden werde, weil ich die drei Frauenfiguren von Anfang an nicht leiden kann. Da gibt es die sizilianische Großmutter Flavia, die niemals über ihre Kindheit oder Familie in Sizilien geredet hat, die Tochter Tess, die als alleinerziehende Mutter in einem Job festhängt, der sie langweilt, und die eine Beziehung mit einem verheirateten Mann hat, und die Enkelin Ginny, die ich bislang noch als irgendwie schwammig und pubertär empfinde.
Und weil ich diese drei Frauen, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, einfach nicht leiden kann, mag ich auch den Roman nicht weiterlesen. Ich bin gerade mal auf Seite 86 (von ca. 570), Tess ist erst seit ein paar Stunden in Italien (und guck mal an, auch da sind mir schon Personen über den Weg gelaufen, die ich auf Anhieb als unsympathisch empfand) und ich bin absolut nicht neugierig darauf, wie es weitergeht. Dabei wird es – wenn ich den Amazon-Rezensionen glauben darf – noch spannende Entwicklungen samt manipulierender Italiener, Mafia und Familiendrama geben …
Apropos Familiendrama: Auch bei „Mit freundlicher Anteilnahme“ gab es so gut wie keine Figur, die mir sympathisch war. Trotzdem habe ich das Buch vor ein paar Tagen sehr zügig durchgelesen, weil ich wissen wollte, worauf der Autor Erling Jepsen mit seiner Geschichte hinauswollte. Gestolpert bin ich über den Autoren bei der Blogparade zum Jahresende von den BuchSaiten – irgendein Teilnehmer hatte Erling Jepsen als Neuentdeckung angepriesen und vor allem die subtile Spannung in einem anderen Titel gelobt. In meiner Bibliothek habe ich nur „Mit freundlicher Anteilnahme“ vorgefunden und hatte mich von vornherein darauf eingestellt, dass ich in erster Linie ein Familiendrama und erst in zweiter Linie „Spannung“ zu erwartet hätte.
Dabei habe ich gerade die ersten Kapitel von „Mit freundlicher Anteilnahme“ schnell gelesen, weil ich neugierig auf die Handlung und die Personen war. Der Roman beginnt mit dem Tod des Vaters der Hauptfigur, und man erfährt schnell, dass dieser seinen beiden jüngsten Kindern schon vor Jahren das Haus verboten hat. Letztendlich dreht sich die gesamte Geschichte rund um das Thema „Missbrauch/Misshandlung“, und obwohl ich keinen einzigen Charakter ausstehen konnte, war ich neugierig auf die Hintergründe in dieser Geschichte. Ich wollte mehr über die Kindheit des Protagonisten wissen, über sein Verhältnis zu seinen Geschwistern, über seine Mutter – und am Ende beschäftigte mich die Frage, ob man den Tod des Vaters als Mord einstufen muss. Mit dem Ende des Romans war ich nicht glücklich, und ich werde wohl keinen weiteren Titel des Autors lesen, aber ihm ist es gelungen, seine unsympathischen Figuren so interessant zu gestalten und seine Handlung so spannend aufzubauen, dass ich das Buch in einem Nachmittag gelesen habe.
Lustigerweise arbeiten beide Autoren (soweit ich das nach den wenigen Kapiteln bei „Ein verzauberter Sommer“ sagen kann) grob gesagt mit denselben Methoden. Beide deuten viel an, verzögern die Herausgabe von Informationen und wechseln immer wieder die Perspektive, aber handwerklich liegen Welten zwischen den beiden Geschichten …
Mütter in Fantasyromanen …
Mütter oder werdende Mütter in klassischen Fantasyromanen spielen in der Regel nur eine Nebenrolle. Häufig habe ich das Gefühl, dass es eigentlich nur zwei Sorten von Müttern in diesen Geschichten gibt. Die erste Variante hat ihr Kind verlassen, entweder ist hier die Mutter an einer Krankheit verstorben, wurde von irgendwelchen mehr oder weniger namenlosen Bösewichten getötet oder sie spielt so gar keine Rolle, weil das Kind von Fremden aufgezogen wurde (nachdem es auf irgendeiner Schwelle ausgesetzt wurde)
Der andere Typ Mutter ist liebevoll, fürsorglich, tut trotz widriger Umstände alles für die Familie und sorgt dafür, dass das Kind alles mit auf den Weg bekommt, um zu einem anständigen Helden zu werden. Diese Mütter lieben ihre Nachkommen natürlich selbst dann, wenn die Umstände die Kinder dazu zwingen, eine Laufbahn als König der Diebe oder ähnlich Verwerfliches einzuschlagen. 😉 Und diese Mütter dürfen manchmal innerhalb der Geschichte noch ein kleine Rolle spielen, wenn sie zum Beispiel sich neu verlieben, als Heilerin im Hintergrund ständig parat stehen, um den Helden und seine Verbündeten zusammenzuflicken, oder dem Kindchen mal den Kopf zurechtrücken, weil so ein mütterlicher Ratschlag eben doch immer wieder eine nette Möglichkeit ist, um die Handlung endlich wieder etwas in Bewegung zu bringen.
Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, dass mir Geschichten, bei denen Mütter mal eine Hauptrolle übernehmen dürfen, doch etwas länger im Kopf hängenbleiben, selbst wenn ich mich an die eigentliche Handlung nicht mehr richtig erinnern kann.
So geht es mir zum Beispiel mit „Heldenmutter“ von Wolfgang und Heike Hohlbein. Ich habe den Roman vor ungefähr 15 Jahren das letzte Mal gelesen und kann nur noch grob sagen, worum es geht. Aber die Idee, dass eine Frau in den Kampf zieht, damit ihrem Baby – das einer Prophezeiung nach der Auserwählte ist, der das Böse besiegen kann – ein solches Leben erspart bleibt, finde ich auch heute noch sehr reizvoll.
Bei „Die Klingen des Lichts“, dem ersten Band der Reihe „Die magischen Messer“ von Lois McMaster Bujold, ist es eine ungewollte Schwangerschaft, die Fawn vom heimischen Hof weglaufen lässt. Sie ist wild entschlossen, ihr Baby alleine auf die Welt zu bringen und großzuziehen, und wird so in ein fantastisches Abenteuer hineingezogen. Durch ihre Schwangerschaft muss Fawn lernen, in einer unwirtlichen Gegend zu überleben, muss Kämpfe ausfechten, die sie in der Sicherheit des Hofes nie hätte bestehen müssen, und macht insgesamt eine sehr klassische Entwicklung für eine Fantasyheldin durch, auch wenn sie – was ich von Lois McMaster Bujold eher nicht so erwartet hätte – häufig noch das unerfahrene Frauchen ist, das von einem kampferprobten Mann gerettet werden muss (was angesichts ihres Hintergrunds wiederum schon stimmig ist).
Zwei Beispiele, mehr fallen mir zu Müttern als Hauptfiguren in Fantasyromanen nicht ein. Nur noch eine SF-Geschichte, die ebenfalls von Lois McMaster Bujold ist. Nicht mal in Urban-Fantasy-Romanen werden die Mütter mal abseits der Klischees dargestellt, wenn man vielleicht von October Daye (von Seanan McGuire) absieht, deren Tochter nach der Trennung der Eltern beim Vater geblieben ist, oder von Ashe Carver („Seelenkuss“ von Sharon Ashwood), deren Tochter in einem Internat aufgewachsen ist.
Ist euch schon mal ein Fantasyroman mit einer Mutter als Hauptfigur untergekommen?
Von Buchhandlungen und der Suche nach Neuentdeckungen…
Ich muss gestehen, dass ich mir eigentlich nie ernsthafte Gedanken darüber gemacht habe, wie ich auf die Bücher komme, die ich lese. Dann habe ich vor einiger Zeit diesen Post bei Susanne gelesen (ebenso wie den von ihr verlinkten Beitrag), und mir ging auf, dass sich meine Suche nach neuen Büchern in den letzten Jahren sehr verändert hat. Der von Irina in diesem Post verlinkte Artikel hat mir heute dann erst einmal bewusst gemacht, wie sehr sich auch mein Verhalten in Buchhandlungen verändert hat.
Ich bin schon früher sehr zielstrebig in Buchhandlungen gegangen. Zum stundenlangen Stöbern bin ich selten gekommen, viel zu schnell stapelten sich einige Wunschbücher vor mir und ich musste dann überlegen, wie viele davon mein Geldbeutel wohl finanzieren könnte. So habe ich auch selten länger als ein paar Minuten als Kunde in der Buchhandlung verbracht, wenn ich nicht gerade mit der Buchhändlerin ins Gespräch gekommen bin.
Aber dafür gab es diese Abstecher in die Buchhandlung mindestens einmal die Woche. Als Schülerin bedeutete das oft, dass ich für meine zehn Minuten in der Buchhandlung 1,5 Stunden später nach Hause kam, weil ich dann den späteren Bus nehmen musste, der die lange Strecke über alle Dörfer nahm. Als Abiturientin hatte ich manchmal Glück und der Zug war so pünktlich, dass ich aus dem Bahnhof sprinten, die Einkaufsstraße hochrasen, in der Buchhandlung meine Bestellungen abholen und trotzdem noch den Bus erreichen konnte. Wenn ich allerdings Pech hatte, dann hieß es wieder ein bis zwei Stunden auf den Bus warten – aber immerhin hatte ich dann ja frisches Lesefutter.
Dann kam meine Ausbildung im Buchhandel und mit ihr nicht nur die Leseexemplare für Buchhändler, sondern auch die Möglichkeit, Bücher aus dem Laden zu lesen, ohne sie gleich kaufen zu müssen. Und da ich mein nachfolgendes Studium mit der Arbeit im Buchhandel finanzierte, konnte ich dieses Angebot ziemlich lange nutzen. Dazu kamen dann noch diverse neue Freunde, deren Bücherregale geplündert werden konnten – was wiederum dazu führte, dass ich mir einige Titel bei meinem Arbeitgeber bestellen musste, um sie dann auch selbst zu besitzen. Nach dem Studium gab es dann neue Jobs, aber solange der Heimweg an der Buchhandlung vorbeiführte, war ich dort weiterhin mehrmals in der Woche anzutreffen. Mit dem Umzug weg vom Studienort hat sich daran aber eine Menge geändert – ohne dass es mir groß bewusst geworden wäre.
Einige Jahre später muss ich nun feststellen, dass ich Buchhandlungen deutlich seltener von innen sehe. Auf der einen Seite lebe ich jetzt in einem Stadtteil ohne Buchhandlung (seitdem die „Buchhandlung um die Ecke“ geschlossen hat), und da ich zu Hause arbeite, habe ich keine Monatskarte für die Öffentlichen Verkehrsmittel. Ich sehe es nicht ein, 5 Euro zu investieren, wenn ich keinen konkreten Anlass für eine Fahrt habe, was natürlich die „Stöbergelegenheiten“ schon mal deutlich einschränkt.
Außerdem bin ich nicht gerade glücklich mit den bislang entdeckten Buchhandlungen hier vor Ort. Die bislang erkundeten Läden waren entweder zu „literarisch“ für meinen Alltagsgeschmack (auch wenn ich es schön finde, dass diese Buchhandlungen hier vor Ort anscheinend noch genügend Kunden haben, um zu existieren) oder zu groß, zu sehr Buchkaufhaus, um mich wirklich zu reizen. Es gibt nur zwei Buchhandlungen, die ich gern aufsuche.
Auf der einen Seite eine gutsortierte und liebevoll geführte Kinderbuchhandlung, bei der ich auch meine Bestellungen aufgebe. Ich bin mir zwar sicher, dass die Inhaberin etwas irritiert ist, weil ich relativ wenige Kinderbücher bestelle und nur sehr selten bei ihr stöbere, aber dafür gibt mir das die Möglichkeit, den Einzelhandel zu unterstützen. Auf die Onlineanbieter greifen ich noch oft genug für meine englischen Titel und die Non-Books zurück.
Auf der anderen Seite gibt es da noch eine sehr enge und chaotische Buchhandlung, die sich irgendwie auf Krimis spezialisiert hat (aber eben nicht nur), auch antiquarische Bücher anbietet und nur deshalb zum Verweilen einlädt, weil man dort eben doch noch die eine oder andere neue Entdeckung machen kann. Ich muss zugeben, dass ich nicht oft dort bin, denn diese Buchhandlung liegt abseits meiner normalen Busstrecke, die Wege im Laden sind unfassbar beengt und wenn man sich nach einem Buch bückt, dann wischt man gleichzeitig schnell mal mit dem Hintern den Stapel hinter sich vom Tisch. Mich macht auch die Unübersichtlichkeit in den Regalen ganz kirre. Aber hier ist das Angebot so groß, dass sogar ich mal wieder zum Stöbern komme.
In diesem Laden erlebe ich etwas, das ich lange Zeit vermisst habe, nämlich die Entdeckung neuer Bücher in der Buchhandlung! Ich muss deutlich länger suchen als früher, aber hier gibt es noch Autoren, die ich noch nicht kenne, auf die ich neugierig werde, wenn ich ihren Roman in der Hand halte und bei denen ich das Gefühl habe, dass ich auch mal „blind“ einen Titel verschenken kann.
Aber für andere Genres habe ich noch keine Buchhandlung gefunden, und das macht mich verflixt traurig. Natürlich finde ich durch das Betrachten der vielen Verlagsprogramme, das Lesen diverser Buchblogs und durch Gespräche mit meinen Freunden mehr als genügend Bücher, die ich mal lesen möchte. Einige davon kaufe ich mir gleich, andere leihe ich über die Bibliothek aus und bei wieder anderen stelle ich irgendwann fest, dass das Interesse erlahmt ist und werfe sie von der Merkliste.
Aber das alles führt auch dazu, dass ich in einer „durchschnittlichen“ Buchhandlung sehr unzufrieden bin. Ich sehe Regale voller Bücher, die ich innerlich schon längst in Schubladen (wie SuB, Wunschliste, Bibliothek oder „nicht mein Ding“) gestopft habe. Meinem Gefühl nach gibt es zwar unfassbar viele neue Titel (gerade im Fantasybereich hat sich da unglaublich viel getan seit meinen ersten zaghaften Leseversuchen in diesem Genre), aber viel weniger Abwechslung in den Buchhandlungsregalen. Ich will hier keinen Lobgesang auf die gute alte Zeit singen, dafür musste ich damals auf zu vieles verzichten! Aber ich finde es schon auffällig, dass ich mich zu den individuellen Buchhandlungen hingezogen fühle und ich hoffe sehr, dass die Tendenz wieder in diese Richtung geht und dass ich dann wieder überraschende Neuentdeckungen machen kann, die dazu führen, dass ich verzweifelt nach noch einem Euro im Geldbeutel suche, um mir doch noch ein Buch mehr leisten zu können …
Wissenssplitter
Mir fällt immer wieder auf, wie sehr ich es mag, wenn mich Romane dazu bringen mehr über eine Person oder ein Wissensgebiet herauszufinden. Dabei betone ich bewusst, dass ich das bei Romanen toll finde. Denn da finde ich es überraschender, wenn etwas meine Aufmerksamkeit und Neugier so sehr weckt, dass ich das Buch zur Seite lege und recherchiere. Bei einem guten Sachbuch hingegen erhoffe ich mir, dass alle eventuell aufkommenden Fragen geklärt werden und dass ausreichend auf weiterführende Literatur verwiesen wird, die es mir ermöglicht tiefer in die Materie einzusteigen.
Ich finde es auch immer wieder lustig, welche Wissenssplitter sich so bei mir ansammeln. Selbst wenn es mich manchmal verunsichert, wenn ich auf Nachfrage nicht mehr sagen kann, woher meine Informationen stammen. Denn bei diesen Wissenssplittern geht es mir selten so wie mit bestimmten Ideen oder Sätzen, die ich fest mit einer Geschichte verbinde (sprecht mich bloß nie auf Kühlschränke, Pinguine und eine Frau namens Kate Schechter an 😉 ). Stattdessen flirren diese Informationsfragmente nach meiner Recherche einfach so unsortiert durch meinen Kopf und setzen sich wie Wollmäuse in entlegenen Ecken ab, um in den seltsamsten Momenten wieder hervorzudriften.
Aktueller Anlass für diesen Beitrag ist das Buch „Steam & Magic – Feuerspiele“ von Cindy Spencer Pape, das ich endlich mal vom Stapel mit den angefangenen Titeln befreit habe. In diesem Roman gibt es einen kleinen Satz auf Seite 5, der lautet
„Merrick fragte sich im Stillen, ob Dorothy wohl einen Ada-Lovelace-Altar in ihrem Zimmer hatte, zu Ehren der Frau, die Lord Babbage bei der Arbeit an seiner mechanischen Rechenmaschine unterstützt hatte.“
Bewusst war mir Ada Lovelace noch nicht untergekommen, aber da dieser kleine Satz meine Neugier weckte, habe ich einen Teil meiner heutigen Lesezeit mit einer schnellen Suche im Internet verbracht. Gerade bei fantastischen Romanen kann man sich ja nicht sicher sein, ob da auf reale Personen Bezug genommen wird, aber hier ist das der Fall. Und so habe ich nicht nur erfahren, dass Ada King, Countess of Lovelace, anscheinend eine begnadete Mathematikerin war, die schon 1842 vorhersah, dass es eines Tages Rechenmaschinen geben würde, die in der Lage wären komplexe wissenschaftliche Arbeiten zu unterstützen, Graphiken zu erstellen und Musik zu komponieren, sondern auch, dass sie die Tochter von Lord Byron war.
Lord Byron wiederum ist auch eine der historischen Figuren, bei denen mein Wissen sich auf diverse Puzzelstückchen beschränkt. Ich weiß von seinem Klumpfuß, seinen Veröffentlichungen als Dichter und seinem Verhältnis mit der verheirateten Lady Caroline Lamb (besonders dieser Punkt wird gern in historischen Romanen, die in der entsprechenden Zeit spielen, beim Klatsch und Tratsch der Gesellschaft aufgegriffen). Außerdem habe ich natürlich von der gemeinsam mit dem Ehepaar Shelley verbrachten Zeit am Genfer See gehört, die dazu geführt haben soll, dass Mary Shelley „Frankenstein“ schrieb. Und nun kann ich diesen Wissensplittern auch noch seine Tochter Ada hinzufügen (und seine Bestreben um die griechische Unabhängigkeitsbewegung um 1823).
Ich liebe es wirklich, wenn ein Name, ein kleines Detail oder eben ein einziger Satz in einem Roman zu solchen Wissenssplittern führt. Auch wenn ich manchmal denke, dass ich mehr davon hätte, wenn ich mich mal intensiver in ein einziges Gebiet einarbeiten würde, statt mich immer wieder von neuen interessanten Dingen ablenken zu lassen. 😉
Wenn das Buch stinkt …
Ich weiß nicht, ob ich damit alleine stehe, aber der Geruch eines Buches spielt für mich beim Lesen auch eine Rolle. Nein, ich bin keine von den Leserinnen, die genussvoll den Leimgeruch aufsaugen und in den Farbdämpfen schwelgen, ich bin nur so geruchsempfindlich, dass ich bestimmte Duftnoten nicht in meiner Nähe ertragen kann. Bei neuen Büchern ist das in der Regel kein Problem, denn selbst intensiver Leim- und Farbgeruch verfliegt nach spätestens ein paar Tagen.
Auch bei Bibliotheksbücher hält sich die Geruchsbelästigung in der Regel in Grenzen. Die Bücher sind selten lange genug in einem Haushalt, um einen wirklich prägnanten Geruch anzunehmen. Selbst Zigarettenrauch, den ich wirklich widerlich finde, ist bei Bibliotheksbüchern selten so durchdringend, dass ich ein Buch nicht lesen kann. Eigentlich haben Bibliotheksbücher – wenn sie nicht ganz neu im Bestand sind – eher einen leicht muffigen „Lagergeruch“, der zwar nicht wirklich schön aber irgendwie vertraut und durchaus erträglich ist.
Bei gebrauchten Büchern hingegen ist es schon etwas anderes. Die befinden sich normalerweise lange genug in einem Haushalt, um typische Düfte anzunehmen. So habe ich schon Romane in die Finger bekommen, die so extrem nach Haarspray gerochen haben, dass mir beim Aufschlagen Tränen in die Augen gestiegen sind, andere Exemplare wiederum bringen eine Mischung aus Kochdüften oder ähnlichem mit. Mir ist bewusst, dass ich da besonders empfindlich bin, aber ich mag eben keine Niesattacken oder tränenden Augen. Ich habe auch unseren Baltimore die ersten Tage nach seinem Einzug kaum auf meinem Schoß ertragen, weil sein Fell nach dem Parfüm seiner Vorbesitzerin gestunken hat. Aus diesen Gründen greife ich nur ungern zu gebrauchten Büchern, auch wenn ein Massenleser wie ich damit eine Menge Geld sparen würde.
Aktuell habe ich ein Problem mit einem Roman, den mir meine Mutter ans Herz gelegen hat. Meine Mutter liest viel und gerne, redet aber normalerweise nicht über die gelesenen Sachen. Bei dieser Geschichte („Cleo“) hingegen war es anders: Sie hat das Buch ausgelesen, zum Telefonhörer gegriffen und mir den Roman ans Herz gelegt, weil er sie so berührt hatte. Und obwohl ich nicht so gerne Tiergeschichten, habe ich bei all dieser Begeisterung zugesagt, dass ich das Buch lesen würde.
Kurz darauf traf eine Büchersendung bei mir ein und schon der Umschlag roch nach Zigarettenrauch. Meine Eltern sind beide starke Raucher und dementsprechend haftet der Geruch an dem Roman. Inzwischen habe ich das Buch zwei Wochen lang in meiner Küche liegen gehabt, weil ich hoffte, dass Wasserdampf und Essensgerüche etwas gegen den Zigarettengeruch ausrichten könnten. Weitere zehn Tage liegt das Buch nun im Wohnzimmer auf der Fensterbank und wird dem Dauerluftzug des Fensters, ebenso ausgesetzt wie den regelmäßigen Lüftungsrunden, aber ich kann es immer noch nicht in der Hand halten ohne Niesattacken zu bekommen. Wenn das Buch nicht bald etwas geruchsärmer wird, dann muss ich es wohl ungelesen zurückschicken, was ich schade fände. Nicht, weil ich denke, dass ich groß etwas verpassen würde, sondern weil es so selten ist, dass meine Mutter sich begeistert mit mir über etwas unterhalten will.
Wenn ihr also noch ein paar (möglichst „unchemische“) Tipps für mich hättet, um den Geruch aus dem Buch zu bekommen, dann wäre ich sehr dankbar! Aber vielleicht bin ich auch wirklich die Einzige, die sich in dieser Beziehung so anstellt und ihr habt damit noch nie Probleme gehabt.
Die verhasste Zwillingslösung (in Kriminalgeschichten)
Da ich zur Zeit wieder einen Kriminalroman (Titel und Autor möchte ich nicht nennen, um andere Leser des Romans nicht zu spoilern) lese, bei dem in der Handlung auf einen eineiigen Zwilling zurückgegriffen wird, muss ich mich gerade wieder einmal über diesen – in meinen Augen – billigen Trick aufregen. Über eineiige Zwillinge in Krimis stolpere ich erschreckend oft, zumindest habe ich das Gefühl, und ich empfinde es jedes Mal als Notlösung des Autors.
Dabei ist es mir egal, ob der Zwilling dazu dient, um dem anderen ein Alibi zu geben, ob die Polizei keine Anklage erheben kann, obwohl einer von beiden der Täter sein muss, weil man nicht genau sagen kann, wer von beiden die Tat begangen hat, oder ob es einfach nur darum geht, dass jemand befürchtet, dass er wahnsinnig wird oder ein Mörder ist, weil er da diese Träume und Erinnerungen hat, die nicht zu ihm gehören, wobei solche „geteilten Erinnerungen“ – soweit ich weiß – (und nein, ich habe micht nicht intensiv mit dem Thema Zwillingsforschung auseinandergesetzt) reine Erfindung von Roman- und Drehbuchautoren sind. Selbst meine recht fantasiebegabte Großmutter hat nie behauptet, dass sie die Träume ihrer Zwillingsschwester teilen würde. Dabei gab es im Leben der beiden erstaunliche Ähnlichkeiten – die vermutlich ein kleines bisschen damit zu tun hatten, dass die eine der anderen immer alles nachmachen musste … 😉
Aber zurück zum Kriminalroman: Neben den schon erwähnten Varianten gibt es dann auch noch die Steigerung, bei der dann einer der beiden Zwillinge ein durch und durch „guter“ und der andere ein absolut skrupelloser und „böser“ Mensch ist. Dabei kann ich schon verstehen, was einen daran reizt, zwei Figuren zu schaffen, die zwar die gleichen Voraussetzungen und Grundbedingungen mitbekommen haben, sich aber so gegensätzlich verhalten. So ein Ausprobieren der Grenzen bei der Charakterentwicklung macht bestimmt Spaß, aber ich als Leser bin von der Umsetzung im Roman meist nur gelangweilt oder verärgert.
Das ist vor allem dann der Fall, wenn ich – so wie bei meinem aktuellen Kriminalroman – schon lange vor allen anderen Beteiligten befürchten muss, dass es auf diese Handlungsentwicklung hinausläuft. Da lese ich eine spannend konstruierte Geschichte, bei der ein Kind entführt worden ist. Die Hauptfigur ist eine interessante Frau, deren Alltag ich gern verfolge, ihre Verwicklung in den Fall erfolgt ganz langsam und eher unwillig und ich werde immer neugieriger. Und dabei nagt nach nur wenigen Kapiteln dieser Verdacht in meinem Hinterkopf und mischt meine Neugier mit den schlimmsten Befürchtungen. Zwischenzeitlich habe ich das Buch sogar zur Seite gelegt, weil meine Vorstellung davon, wie die Handlung weitergeht, mir die Lust am Lesen genommen hatte.
Ich weiß, dass der ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückte Mann nicht der Täter sein kann. Abgesehen davon, dass er vom Typ her nicht passt, präsentiert mir der Autor auch noch Passagen aus der Sicht des Entführers, und die haben einen ganz anderen Sprachrhythmus, vermitteln eine vollkommen andere Persönlichkeit. Natürlich könne man damit den Leser einfach nur an der Nase herumführen wollen, aber da glaube ich dann doch an die Ehrlichkeit des Autoren mir gegenüber – was sich in diesem Fall auch bestätigt hat. Stattdessen wird die Zwillingslösung dann im Laufe der Geschichte noch weiter auf die Spitze getrieben und Zwilling A übernimmt die Rolle von Zwilling B, ohne dass selbst dessen Frau etwas bemerkt.
Dabei kann mir niemand erzählen, dass eine Person eine andere, die sie lediglich aus der Ferne beobachten und gerade mal ein paar Minuten sprechen konnte, so gut nachahmen kann – selbst wenn es eineiige Zwillinge sein sollten -, dass niemand etwas bemerkt. Weder seine Frau noch seine Ärztin oder ein Ermittler, der mit beiden schon intensivere Gespräche geführt hat, hegen auch nur den Hauch eines Verdachts, dass da etwas nicht stimmen könnte – und spätestens ab diesem Punkt hat mich der Autor endgültig verloren. Jetzt ist es mir egal, ob der Roman gut geschrieben ist oder ob ich die Hauptfiguren interessant fand, ich ärgere mich nur noch darüber, dass mir ein Autor eines realistischen Kriminalromans (ganz ehrlich, gäbe es da auch nur einen Hauch Phantastik, Magie oder ähnliches, dann könnte ich besser damit leben 😉 ) solche Szenen vorsetzt.
Aber vielleicht bin ich da auch nur zu anspruchsvoll, vielleicht erwarte ich zu viel, wenn ich von einem Krimiautor verlange, dass er mir keine so simple Lösung für seine Geschichte präsentiert. Oder wie geht es euch so, wenn ihr über die „Zwillingslösung“ oder andere aus dem Hut gezauberte „Überraschungen“ in Kriminalgeschichten stolpert?
Schwarzweiße Sehnsucht
Ein blöder Beitragstitel, ich weiß, aber so recht fiel mir einfach kein passender Begriff ein, um mein aktuelles Bedürfnis nach Büchern und Filmen zu beschreiben, die für mich in die „schwarzweiße“ Zeit fallen. Und ich kann nicht mal sagen, dass das eine neue Leidenschaft für mich ist, denn dann gäbe es nicht so viele Dinge in unserem Haushalt, die in diese Kategorie passen. Nur zu blöd, dass es keinen allgemeingültigen Überbegriff gibt, denn so muss ich jetzt versuchen, eine einigermaßen vollständige Liste zu machen, um euch begreiflich zu machen, worüber ich rede.
Ich habe immer wieder große Lust auf Kriminalromanen wie die Miss-Daisy-Geschichten, die ich in den letzten Wochen verschlungen habe, aber auch eine unsterbliche Schwäche für Raymond Chandler, Dashiell Hammett, Erle Stanley Gardner und ähnliche Autoren. Einige von ihnen vermitteln mir ein „Nachkriegsgefühl“ („Miss Daisy“ spielt nach dem Ersten Weltkrieg, die meisten anderen Geschichten nach dem Zweiten Weltkrieg), das ich irgendwie genieße. Aber auch Hörbücher wie „Deine Juliet“ (welches ich gerade zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate höre) passen in diese Kategorie, oder Romane wie „Ein Schlachtplan für Miss Winter“.
Zusätzlich plagt mich ein – gerade leider nicht stillbares – Bedürfnis nach Screwball-Komödien. Normalweise kann ich mich darauf verlassen, dass im Herbst die dritten Programme nachts den einen oder anderen Schwarzweiß-Film zeigen, der es mir ermöglicht, die wundervoll amüsanten Dialoge dieser Zeit zu genießen oder zumindest eine klassische amerikanische Kriminalgeschichte zu verfolgen. Doch zu meinem Bedauern lassen mich gerade die Fernsehsender im Stich – ebenso wie unser DVD-Player, so dass ich nicht mal auf meine „Der dünne Mann“-Sammlung und andere DVDs zurückgreifen kann.
Ich weiß gar nicht, warum ich gerade solche Lust auf Geschichten habe, die zwischen 1920 und 1950 spielen, aber am liebsten würde ich kopfüber in meinen Bücherkartons und DVD-Regalen verschwinden und nach Krimis und Komödien suchen, die dieses Zeitgefühl vermitteln, wieder zu Miss Pettigrew und Miss Daisy greifen, mit Agatha Christies Tommy und Tuppence Beresford Abenteuer erleben, mich an der lakonischen Art von Philip Marlowe erfreuen, zusehen, wie Abby und Martha Brewster einem alten Herren Wein servieren, mit Cary Grant und Katherine Hepburn Knochen jagen oder ein Leben jenseits des Geldadels anstreben und meinen Humphrey-Bogart-Bildband so aufstellen, dass ich jederzeit einen Blick darauf habe …
Habt ihr eigentlich auch so Phasen, in denen ihr am liebsten für eine Weile in einer anderen Zeit „verschwinden“ würdet? Oder denkt ihr nach dem Lesen dieses Beitrags einfach nur, dass ich spinne? 😉
Alter Schatz oder überbewerteter Regalplatzverstopfer?
Manchmal frage ich mich, ob mir die Autoren und Serien, die mich seit Jahren begleiten und immer wieder gelesen werden, ebenso gut gefallen würden, wenn ich sie erst heute entdecken würde. Dabei gibt es so einige Romane, die schon längst weitergewandert sind, weil ich merkte, dass ich nach der ersten Entdeckungsfreude keinen langfristigen Spaß daran haben würde. So habe ich zum Beispiel von den „Darkover“-Titel von Marion Zimmer Bradley nur noch ein paar wenige, die ich ab und an aus Sentimentalität wieder aus dem Regal ziehe und wieder genießen kann, während der Rest meiner Sammlung vor zwei Umzügen zum modernen Antiquariat gewandert ist.
Aber gerade im High-Fantasy-Bereich gibt es so einige Schätze aus den 80er Jahren, die ich immer wieder gerne lese und von denen ich mich vermutlich nie trennen werde, wie etwa die „Belgariade“ von David Eddings. Auf der anderen Seite finde ich kaum aktuelle High Fantasy, die mir zusagt, weil ich das Gefühl habe, dass ich das alles schon mal (und zwar besser *g*) von anderen Autoren präsentiert bekommen habe. Ich fühle mich oft der Grundideen und Archetypen übersättigt, bin ungnädig, wenn ich das Gefühl habe, dass ein Autor in seiner Jugend die gleichen Bücher gelesen hat wie ich und nun für sein aktuelles Werk reines Szenenrecycling* betreibt, und nur selten kann mich die Entwicklung einer Geschichte wirklich überraschen. Bei Krimis ist es übrigens ähnlich, so dass ich da vor allem bei den Cozys lesbare „Neuentdeckungen“ (wie Simon Brett, auch wenn mich dessen Bücher jetzt nicht total umhauen) mache, wo es weniger um einen spannende Aufbau und eine innovative Grundidee als um gut beschriebene Charaktere und eine atmosphärische Umgebung geht.
Trotzdem beschleicht mich immer wieder der Verdacht, dass ich all diese vernichtenden Urteile vermutlich auch über meine heißgeliebten alten Schätze fällen würde, würde ich diese erst heute in die Hände bekommen. Auf der anderen Seite gibt es genügend „Klassiker“ in unterschiedlichen Genres, die ich jetzt erst für mich entdecke und die ich trotzdem genieße und bei denen ich nicht das Gefühl habe, dass mir die Geschichte schon x Mal untergekommen ist. Dabei bemerke ich schon, dass ich mich gerade bei den Klassikern oft für den Erzählstil des Autors begeistern kann, während die Handlung zwar gut und unterhaltsam ist, aber von mir manchmal mit etwas distanzierten Augen gesehen wird, weil sie auf politische und gesellschaftliche Aspekte eingeht, die eben schon einige Jahrzehnte her sind. So habe ich trotz meiner schon lange bestehenden Leidenschaft für Raymond Chandler und Dashiell Hammet den Autor Cornell Woolrich erst sehr spät für mich entdeckt. Übrigens kann man mich inzwischen mit feministischen Fantasy- oder Science-Fiction-Romanen jagen, während ich Krimis aus der McCarthy-Ära immer noch sehr spannend finde …
Am Ende dieses leicht wirren Beitrags bleibt wohl das Fazit, dass ich weiterhin vor meinen alten Schätzen stehen werde und feststellen muss, dass mir ein relativ objektives Urteil über diese Romane schon seit langer Zeit nicht mehr möglich ist. Dafür genieße ich dann die vertrauten Charaktere, den geliebten Humor, versuche immer wieder neue Aspekte in den altbekannten Geschichten zu entdecken und verbinde mit jedem jahrelang gehegten Titel vielfältige Erinnerungen. Und allein die Tatsache, dass ich bei manchen Büchern mit jeder Lebensphase andere Facetten bemerke und anerkennen kann, sorgt wohl dafür, dass ich einige dieser alten Schätze weiterhin behalten werde und nicht als Regalverstopfer betrachten kann.
*Zum Szenenrecycling: Wenn der Autor es offiziell als Hommage an ein anderes Werk bezeichnet, dann kann ich mit solchen Zitaten, wie sie zum Beispiel Bernd Perplies in seiner „Tarean“-Reihe verwendet, um auf Tolkiens „Herrn der Ringe“ zu verweisen, gut leben. Negativ hingegen ist mir in der Beziehung Marcus Reichard mit „Das Siegel der Finsternis“ aufgefallen. So nett und flüssig die Geschichte zu lesen ist, so sehr störte mich ein Kampf, der wie eine 1:1-Kopie von Gandalfs Auseinandersetzung mit dem Balrog in den Minen von Moria wirkt, während andere Szenen mich zum Beispiel weniger greifbar, aber trotzdem deutlich an die nicht ganz so bekannte Reihe „Die Diener von Ark“ von Jonathan Wylie (Mark und Julia Smith) erinnern.
Warum rezensiere ich welches Buch?
Ich lese deutlich mehr Bücher, als ich auf diesem Blog rezensiere – sogar mehr Bücher, als man anhand meiner Angaben bei „Ich lese gerade“ nachvollziehen kann, da ich den Bereich nicht immer so schnell aktualisiere, wie ich lese.
Zwischen dem 1. Januar 2010 und dem 31. August 2010 habe ich zum Beispiel 198 Bücher, Comics und Hörbücher „konsumiert“, aber nur 47 Titel rezensiert. Dabei gehe ich bei der Wahl der Sachen, die ich für den Blog rezensiere, rein nach Bauchgefühl. Ich nehme mir immer deutlich mehr vor (mein Mann „liebt“ den Buchstapel neben dem PC), aber wenn zu viel Zeit zwischen dem Lesen und dem Schreiben verstrichen ist, dann kommt ein Buch eben einfach so ins Regal, ohne dass ich es besprochen habe.
Ich rede nicht unbedingt über jedes Buch, das mich total begeistert oder enttäuscht hat, und ich schreibe nicht über jede Leihgabe, auch wenn ich mir mit denen mehr Mühe gebe als mit meinen eigenen Titeln. Ich bespreche relativ wenige Sachbücher (habe ich überhaupt schon mal eins besprochen? – ne, noch keine Sachbuch-Rezension im Blog, auch wenn da mal wieder eins auf eine Besprechung wartet). Die Rezensionen gehen quer durch alle Genres – Kinderbücher machen mir Spaß, darüber schreibe ich gern, vor allem, wenn mich eins wirklich gut unterhalten hat. Liebesromane erkunde ich gerade recht systematisch, also gibt es auch davon erstaunlich viele auf meinem Blog. Krimis sind – ebenso wie Fantasygeschichten – eine alte Leidenschaft von mir, werden aber zur Zeit nicht so häufig von mir besprochen, weil ich immer weniger finde, über die ich was Aussagekräftiges zu schreiben habe. Viele sind einfach nett, während mir andere das Gefühl geben, dass ich genau diese Geschichte schon x-mal gelesen habe – und damit mag ich mich dann nicht länger beschäftigen.
Es gibt den einen oder anderen Titel, den ich bespreche, weil er auf scheinbar allen anderen Buchblogs erwähnt wird. Nicht, weil ich mitziehen will – auch wenn ich zugebe, dass mein Leseverhalten auch von den Rezensionen anderer beeinflusst wird -, sondern häufig, weil ich Punkte ansprechen will, die ich anders empfunden habe oder die mir bei anderen Kritiken gefehlt haben. Andere Bücher bespreche ich, weil mir jemand beim SuB-Zuwachs einen Kommentar hinterlassen hat, dass er auf meine Meinung gespannt ist und noch überlegt, ob der Roman etwas für ihn ist.
Auffällig finde ich es immer, dass auf anderen Blogs immer wieder in den Kommentaren erwähnt wird, dass die Leser es so toll finden, wenn Bücher außerhalb des Mainstreams besprochen werden. Doch bei mir muss ich feststellen, dass das dann auch die Beiträge sind, zu denen die wenigsten Leute etwas zu sagen haben. Also werde ich es weiterhin so halten, dass ich einfach rezensiere, worauf ich Lust habe, und ihr müsst dann auch mal damit leben, wenn auf meinem „Buchblog“ in einem Monat nur zwei Rezensionen online gehen.
Ich werde auch keine „Kurzrezensionen“ einführen und nur ein paar Sätze zu einem Buch sagen, denn 1. fällt es mir meistens schwer, mich kurz zu fassen, und 2. will ich mich nicht selbst verpflichten, jedes gelesene Buch hier vorzustellen. Dann würde das Bloggen zur Arbeit, statt ein angenehmes Hobby zu sein – und Arbeit habe ich an anderer Stelle schon genug. Dafür habe ich mich von Natira „breitschlagen“ lassen, am Ende des Jahres mal eine Liste aller gelesenen Titel einzustellen, die ihr dann nach Herzenslust kommentieren dürft. Na ja, wenn denn einer von euch die Geduld hat, um sich die ganzen aufgeführten Bücher, Hörbucher und Comics anzugucken. 😉
