Schlagwort: Kriminalroman

Simone Buchholz: Knastpralinen

Im März hatte ich hier auf dem Blog „Revolverherz“, den ersten Band rund um die Staatsanwältin Chas Riley, vorgestellt. Schon bei diesem Roman von Simone Buchholz hatte ich kräftig kritisiert, dass die Kriminalgeschichte unglaubwürdig, durchschaubar und wenig realistisch ist. Aber dafür hatten mich die schöne Sprache der Autorin und die wundervoll atmosphärischen Beschreibungen von Sankt Pauli mit der schwachen Geschichte ausgesöhnt. Also habe ich mir an diesem Wochenende den zweiten Teil, „Knastpralinen“, vorgenommen, der damit anfängt, dass in der Elbe kurz hintereinander zwei sorgfältig verklebte Plastikbeutel gefunden werden, in denen sich jeweils ein Kopf und die Hände und Füße eines Mannes befinden.

So muss Chastity Riley nicht nur einen Prozess gegen eine Bande von Mädchenhändern, sondern auch noch die Mordermittlungen im Fall der getöteten Männer führen. Doch leider fehlen der Polizei jegliche Hinweise auf den oder die Täter, was sich auch nicht ändert, als ein dritter (diesmal vollständiger) Ermordeter in der Elbe gefunden wird. Neben den beruflichen Problemen kämpft Chas auch noch mit ihrer Beziehung zu dem fünfzehn Jahr jüngeren „Klatsche“ und muss sich um ihre Freundin Carla kümmern, die in ihrem eigenen Café nach Feierabend vergewaltigt wurde.

Mit all diesen Zutaten müsste sich doch ein spannender Krimi schreiben lassen, aber auch „Knastpralinen“ versagt in dieser Hinsicht. Ebenso wie Chas Riley haben mich die Morde an den verschiedenen Männern kalt gelassen, aber nicht nur dieser Fall war mir egal, auch die verschiedenen Hauptfiguren. Selbst Carla, die ich in „Revolverherz“ ins Herz geschlossen hatte, war mir recht gleichgültig – obwohl ich sonst bei dem Thema Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen doch recht empfindlich bin.

Das Mordmotiv wurden einem hier auf dem Silbertablett präsentiert ebenso wie der Täter! Ich hasse es, wenn ich einen Krimi lese und der Autor den Mörder so in die Geschichte einbaut, dass man das Gefühl hat, er wird die ganze Zeit mit einem Scheinwerfer und blinkenden Weihnachtsbaumketten beleuchtet, damit man auch ja nicht verpasst, dass hier eine verdächtige Person rumläuft! Das war es also mit der Hoffnung, dass Simone Buchholz den Krimianteil bei ihrem zweiten Chas-Riley-Buch besser macht.

Doch es gab ja zwei Dinge, die mir bei „Revolverherz“ gefallen hatten, einmal die Sprache und dann die Atmosphäre. Die ungewöhnliche und doch klare Sprache ist geblieben und die habe ich auch in „Knastpralinen“ wieder würdigen können. Doch gelingt es Simone Buchholz mit diesem Roman nicht bei mir eine Sehnsucht nach Sankt Pauli auszulösen. Die Geschichte spielt in einem sehr heißen Sommer, was ein Grund dafür ist, dass alle Bewohner der Stadt träger und langsamer sind. Aber diese Trägheit hat sich auch auf mich als Leser gelegt. Ein heißer Tag in der Großstadt, das kenne ich, das hasse ich – und das fühlte sich beim Lesen nicht anders an als ein Tag in Köln, in Frankfurt, in München, in … Nur ganz selten gelingt es der Autorin etwas zu beschreiben, das sich für mich von anderen Städten abhebt.

Diese Passagen sind zwar dann so gut gelungen, dass sie in meiner Erinnerung haften blieben, wie das Kaffeetrinken am Sonntagmorgen auf der Straße, ein angsteinflößender Schuster oder ein kurzer Moment unter einem Leuchturm, aber diese wenigen Szenen reichen nicht, um mich für den Rest des Buches zu entschädigen. Ich glaube nicht, dass ich noch einen weitere Roman rund um Chas Riley lesen werde – und da mich die anderen Titel, die Simone Buchholz bislang veröffentlicht hat, auch nicht reizen, war es das wohl erst einmal für mich mit der Autorin.

Simone Buchholz: Revolverherz

Da demnächst der zweite Teil (mit dem schönen Titel „Knastpralinen“) um die Staatsanwältin Chas Riley bei mir eintreffen wird, dachte ich, dass es an der Zeit sei „Revolverherz“ mal auf meinem Blog vorzustellen. Ich muss gestehen, dass mich das Cover mit der auffälligen Leuchtreklame doch eine Weile vom Lesen abgehalten hat, obwohl mich ein Hamburg-Krimi, der auf dem Kiez spielt, schon sehr reizte.

Aber sehr viel Krimihandlung darf man sich von diesem Roman nicht erwarten, denn vor allem dreht sich das Buch um Chastity „Chas“ Riley – und natürlich um den Hamburger Stadtteil St. Pauli. Als innerhalb kürzester Zeit drei tote Frauen auf dem Kiez gefunden werden, wird Chas mit den Ermittlungen in diesen Fällen beauftragt. Zusammen mit dem Hauptkommissar Faller versucht die junge Frau mehr über die Opfer herauszufinden und zu klären, welche Umstände dafür gesorgt haben, dass sie in das Visier eines Serientäters gelangen konnten.

Dabei hat Chas eigentlich gerade so viel mit ihrem eigenen Gefühlschaos zu tun, dass sie nicht allzu viel Aufmerksamkeit auf den Fall richten kann. Wie es sich für eine etwas klischeebelastete Krimihauptfigur gehört, hatte auch diese Staatsanwältin keine einfache Jugend. Schon als Kleinkind wurde sie von ihrer Mutter verlassen und an ihrem zwanzigsten Geburtstag fand sie die Leiche ihres Vaters. Der hatte freundlicherweise beschlossen, dass dies der perfekte Tag für einen Selbstmord sei. So vorbelastet hat die gute Chas so einige Bindungsängste – was natürlich nicht besser wird, als sie feststellt, dass sie sich in den deutlich jüngeren Nachbarn „Klatsche“(zu diesem Namen verkneife ich mir lieber einen ausführlichen Kommentar) verliebt hat. Aber auch ein durch ihrer Freundin Carla vermitteltes Date mit einem eher unterkühlten Theaterintendanten bringt weitere Aufregung in Chastitys Leben.

Wenn man jetzt mal guckt, wieviel ich zum Krimi und wieviel ich über die Hauptfigur geschrieben habe, dann bekommt man schon ein ungefähres Gefühl über die Gewichtung in diesem Roman. Wer also reine Krimihandlung haben möchte, der sollte die Finger von diesem Buch lassen. Oh, ebenso alle Personen, die es nicht mögen, wenn etwas in der Ich-Perspektive geschrieben wurde! Denn genau aus dieser Sicht erlebt man die ganze Geschichte – und somit auch hautnah Chas gesamtes Seelenleben mit allen Höhen (eher spärlich vorhanden) und Tiefen (in großen Mengen).

Es gibt wirklich viel, was mich an der Handlung gestört hat. So wusste ich schon beim ersten Erscheinen des Täter, dass dieser der Mörders ist. Auch sucht man den Realismus bei diesen „Ermittlungen“ wohl eher mit der Lupe – zumindest gehe ich stark davon aus, dass eine Staatsanwältin mit dieser Arbeitshaltung, die nur ab und an mal für ein paar Minuten in ihrem Büro auftaucht und sich dafür den restlichen Tag eher treiben lässt, schnell gefeuert würde. Auch ihre „besondere Fähigkeit“ sich in die Psyche des Täters hineinzuversetzen hat mir nur ein müdes Gähnen abgerungen. Sorry, aber ich habe einfach schon zu viele (und zum Teil erschreckend schlechte) amerikanische Profiler-Serien gesehen.

Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt, warum ich überhaupt den zweiten Band lesen werde? Es ist so, dass man jeder Seite anmerkt, dass die Autorin sich in St. Pauli verliebt hat und dieses Buch ist eine einzige Liebeserklärung an diesen Stadtteil. Hier kommen auf einmal Details, die mich fasziniert haben und das Bedürfnis weckten, mit diesem Roman in der Hand ein paar Tage in Hamburg zu verbringen und zu gucken, wie die beschriebenen Ecken wirklich aussehen. Von der eher konservativen Wohngegend über die einschlägigen Viertel bis zum Hafen wird man in dieser Geschichte geführt und empfindet – dank dieser liebevollen Darstellungen – eine gewisse Zuneigung zu diesem Teil der Stadt.

Da sich diese Liebe zu St. Pauli durch das ganze Buch zieht, konnte ich die eher belanglose Krimihandlung ein wenig zur Seite drängen und mich auf diesen Part konzentrieren. So gesehen übte „Revolverherz“ einen gewissen Reiz auf mich aus. Und während ich sonst mit allzu blumigen Beschreibungen nur wenig anfangen kann, empfand ich einige der ungewöhnlichen Vergleich der Autorin als sehr stimmungsvoll. Ebenso wie die Dialoge, die für meinen Geschmack gerade genug Dialekt aufwiesen, um atmosphärisch zu sein, ohne dass die Lesbarkeit darunter litt. So bin ich gespannt, wie Simone Buchholz die zweite Geschichte um Chas Riley angelegt hat und hoffe ein wenig, dass auch dieses Buch eine Liebeserklärung an St. Pauli sein wird – und vielleicht trotzdem etwas mehr Realismus aufzuweisen hat.

Ariana Franklin: Die Teufelshaube

„Die Teufelshaube“ ist Ariana Franklins zweiter Roman um Adelia Aguilar, eine Sizilianerin, die an einer der modernsten Schulen ihrer Zeit Medizin studiert hat und nun in England lebt. All das wäre nicht so besonders, wenn die Geschichten rund um diese energische Frau nicht zur Regentschaft Heinrich II. spielen würden. Im rückständigen England ist es nicht nur absolut unvorstellbar, dass eine Frau als Ärztin arbeitet (mal davon abgesehen, dass es hier so etwas wie eine fundierte Ausbildung in diesem Bereich gar nicht gibt), sondern die Tatsache, dass Adelia sich auch noch auf die Untersuchung von Verstorbenen spezialisiert hat, wäre ein Grund sie als Hexe hinzurichten. Achja, man kann „Die Teufelshaube“ auch ohne Vorwissen aus „Die Totenleserin“ verstehen, aber ich persönlich würde doch empfehlen die Bücher der Reihe nach zu lesen.

Bei „Die Totenleserin“ habe ich mich wirklich gut amüsiert. Adelia war in dem Buch eine toughe Frau, die mit den Sitten in England nur schlecht zurechtkam. Allein die Tatsache, dass sie ihren Begleiter Mansur (ein Sarazene) als Arzt ausgeben musste, damit sie seine Assistentin spielen konnte, ging ihr gehörig gegen den Strich. Aber sie war nun einmal vom sizilianischen König losgeschickt worden, um zusammen mit dem königlichen Ermittler Simon für Heinrich II. eine Reihe von Kindsmorden aufzuklären. Tja, die Sache hat sie dann so gut gemacht, dass Heinrich sie nicht wieder gehen lassen wollte – und nun sitzt Adelia in England fest und versucht sich in „Die Teufelshaube“ irgendwie mit der Situation zu arrangieren.

Natürlich bekommt sie zu Beginn des Buches wieder einen Auftrag aufs Auge gedrückt, dieses Mal geht es um einen erfolgreichen Mordanschlag auf Rosamund Clifford, die Geliebte Heinrich II. und die einzige Frau, mit die Königin sich nicht abfinden kann. Nur wenn es Adelia gelingt nachzuweisen, wer diese Frau vergiftet hat – und vor allem, dass dies nicht im Auftrag der Königin geschah – lässt sich ein Bürgerkrieg in England vermeiden. Doch die Medizinerin ist erstaunlich wenig an diesem Fall interessiert. Gerade erst ist sie Mutter geworden (natürlich ohne einen passenden Ehemann dabei, wie es sich für eine anständige Frau gehören würde) und nun kreisen all ihre Gedanken um ihr Kind.

Tja, und das ist das große Problem an diesem Buch! Im ersten Band war Adelia eine unglaublich neugierige Wissenschaftlerin, die sich in einem Problem verbeißen konnte ohne dabei auf ihre Umgebung – oder gar auf Gefahren für ihr eigenes Leben – zu achten. Nun aber lässt sie sich schon von jeder Kleinigkeit einschüchtern, ist trotzig und passiv und eigentlich nur daran interessiert, wie sie ihren Hintern aus dieser Sache wieder rausbekommt.

Hier bastelt Ariana Franklin zwar auch die eine oder andere stimmungsvolle „Familienszene“ ein, aber überzeugend entwickelt sie Adelia so nicht weiter. Wirklich aktiv ist die Medizinerin nicht an der Lösung des Problems beteiligt, wirkt statt dessen wie ein hilfloses Püppchen, das nach Belieben der verschiedenen Parteien positioniert wird. Ohne die wunderbar kauzigen Nebenfiguren, wie ihre alte Freundin Gyltha oder der Sarazene Mansur (der hier allerdings auch keine so große Rolle spielt) und ein paar wunderbar moderne Nonnen, hätte ich die Geschichtewohl noch lustloser zu Ende gelesen.

Dabei hat die Grundgeschichte wieder sehr viel Potenzial und man kann einfach nicht übersehen wie gründlich die Autorin all die Details recherchiert hat. Das Lebensgefühl der Menschen kommt hervorragend beim Leser an. Die Abhängigkeit der Bevölkerung von der Willkür der Adeligen, das Leben in einem Nonnenklostern, die Hintergründe zu Eheschließungen und anderen Verbindungen, all das ist wirklich gut beschrieben – und die eher moderne Sprache sorgt für eine gute Lesbarkeit. Aber bei all den Details fehlt diesem historischen Kriminalroman einfach eine packende Geschichte.

Ich fand zwar die Intrigen interessant und wieder hatte ich das Gefühl all die verschiedenen Adeligen etwas besser einsortieren zu können – und zu verstehen in welchem Verhältnis sie zueinander stehen und welcher Anlass welchen (Bürger-)Krieg ausgelöst hat, aber der Kriminalfall war mir einfach egal. Nach dem doch deutlich spannenderen Roman „Die Totenleserin“ hatte ich mir wirklich mehr von der Autorin erhofft – und bin letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass mir ein Sachbuch über diese Zeit wohl mehr Vergnügen bereitet hätte als diese Geschichte.

Jeffery Deaver: Die Menschenleserin

„Die Menschenleserin“ ist der erste Roman, der Kathryn Dance zur Hauptfigur hat. Die Ermittlerin wurde von Jeffery Deaver schon in „Der gehetzte Uhrmacher“ eingeführt und bildete dort einen angenehmen Gegenpol zu dem extrem rational angelegten Wissenschaftler Lincoln Rhyme. Schwerpunkt von Kathryn Dance ist die Kinesik, also das Lesen und Deuten von Körpersprache, und in diesem Bereich ist sie eine anerkannte Expertin. Deshalb bekommt sie auch den Auftrag den hochintelligenten Daniel Pell zu verhören. Dieser hatte vor acht Jahren auf einen Streich eine ganze Familie ausgelöscht – und nur die neunjährige Tochter überlebte diesen Gewaltakt.

Nun kommen neue Beweise ans Licht, die vermuten lassen, dass Daniel Pell auch in andere Mordfälle verwickelt sein könnte. Doch bevor Kathryn den Verbrecher genau studieren kann, gelingt es diesem die Sicherheitsbeamten zu überrumpeln und zu flüchten. Der Ablauf dieser Flucht zeigt, dass der Mörder einen Komplizen gehabt haben muss, der den Ausbruch im Detail vorbereitet hat. Während die Polizei ihr Glück mit Straßensperren versucht, sammelt Kathryn Dance jede Information über Daniel Pells Persönlichkeit, die sie finden kann, und spürt auch die Frauen auf, die früher mit dem charismatischen Verbrecher eine Art Familie gebildet haben.

Für mich ist ein Krimi, der sich darum dreht, dass ein Spezialist sich in die Denkweise eines bestimmten Täters hineinversetzen muss, einfach ein vertrautes Leseerlebnis. Ich weiß ungefähr, was mich bei einem solchen Buch erwartet – und auch wenn es kaum etwas neues zu entdecken gibt, lese ich solche Geschichte immer wieder gern. In „Die Menschenleserin“ konzentriert sich der Autor sehr auf die Arbeitsweise von Kathryn Dance, was zwar recht interessant ist, aber sich auch schnell anfühlt, als ob Jeffery Deaver seitenweise aus einem Lehrbuch zu dem Thema zitieren würde.

Hier habe ich das Gefühl, dass er sich noch sehr umstellen muss, damit er von seiner ersten Reihe rund um Lincoln Rhyme und den Beschreibungen seiner forensischen Arbeit wirklich stimmig auf Kathryn Dance umschwenkt. Während Lincoln sehr sachlich ist und seine Tätigkeit auch viel Raum für ausführliche Erklärungen zur wissenschaftlichen Seite eines Falles bietet, ist Kathryn deutlich emotionaler – und sie muss in ihrem Sachgebiet wesentlich variablere Faktoren berücksichtigen, um zu einem „richtigen“ Ergebnis zu kommen.

Doch trotz der vielen Erklärungen zum Thema Kinesik (die mir zum Teil auch etwas zu simpel daherkamen) entwickelt sich eine spannende Geschichte. Jeffery Deaver erzählt seine Handlung aus verschiedenen Perspektiven, die es dem Leser ermöglichen sich seine eigenen Gedanken zu den verschiedenen Taten und dem eigentlich Hergang zu machen. Auch hat mir Kathryn Dance recht gut gefallen. Die Ermittlerin ist Witwe, hat zwei Kinder und liebevolle Eltern und einen engen Freundeskreis, so dass ihr Umfeld recht harmonisch und „normal“ wirkt. Allerdings hat der Autor so einige privaten Entwicklungen für sie angedeutet, die mir noch nicht so ganz behagen. Aber noch bin ich bereit einfach abzuwarten, was im zweiten Band dieser Reihe davon wirklich umgesetzt wird – und wie der Autor diese Handlungsstränge dann weiterführt.

Achja, beim Lesen dieses Buches ist mir mal wieder aufgefallen, dass ich doch erstaunlich viel über amerikanische Serientäter, Sekten und große Mordfälle weiß. So gibt es hier sehr viele Anspielungen auf Charles Manson, wobei ich die mitgelieferten Erklärungen zu dem Thema eigentlich nicht benötigt hätte. Sollte mir das nun zu denken geben? Oder ist das nur die natürliche Folge davon, dass ich in den letzten zwanzig Jahren einfach verflixt viele Krimis gelesen habe?

Gilbert Adair: Mord auf ffolkes Manor

Irgendwie erwische ich momentan ziemlich viele Bücher, die nicht eindeutig einem Genre zuzuordnen sind – so auch „Mord auf ffolkes Manor“, welches im Untertitel als „eine Art Kriminalroman“ bezeichnet wird. Das Buch soll vom Autor als eine amüsante Hommage an die klassischen britischen Kriminalgeschichten gedacht sein und so verwundert es nicht, dass immer wieder auf Agatha Christie und John Dickson Carr verwiesen wird. Übrigens zwei Autoren, deren Geschichten ich wirklich schätze.

So hatte ich von „Mord auf ffolkes Manor“ auch eine Menge erwartet, ganz im Stil eines Agatha-Christie-Romans findet sich der Leser in einem Herrenhaus auf dem Land wieder. Eine Gruppe Personen wurde über die Feiertage vom Schnee von der Außenwelt abgeschnitten, als in diesem kleinen Kreis ein Mord in einem geschlossenen Raum passiert. Doch zum Glück kann aus dem Ort ein pensionierter Polizist herbeigeholt werden, der die Aufklärung des Falles mit Hilfe der übereifrigen Kriminalautorin Evaden Mount in Angriff nimmt.

Schnell steht fest, dass keiner der Anwesenden den verstorbenen Raymond Gentry leiden konnte. Der Mann war von der Tochter des Hauses überraschend zu dieser Veranstaltung mitgebracht worden und hatte es geschafft innerhalb weniger Stunden alle Gäste gegen sich aufzubringen. Über jeden wusste er ein kleines hässliches Geheimnis, und spielte in jedem Gespräch unübersehbar darauf an. So brachte er nicht nur die Gastgeber, sondern auch den örtlichen Geistlichen und den Dorfarzt – zwei ansonsten sehr harmlose und freundliche Männer – gegen sich auf.

Es ist unübersehbar, dass Gilbert Adair seine Vorbilder kennt: Evaden Mount erinnert an Agatha Christies Figur Ariadne Oliver und das gesamte Umfeld weckte sentimentale Gefühle beim Lesen. Und doch fehlt diesem Roman einfach die Kunstfertigkeit, die eine Geschichte von John Dickson Carr oder Agatha Christie ausmacht. Die Figuren wirken flach und leblos und ihre Motive sind einfach nur belanglos und die Dialoge sind schrecklich! Es gibt keinen Austausch zwischen den Figuren, sondern jede Aussage entwickelt sich zu einem endlosen Monolog, bei dem ich mich jedes Mal fragte, warum ich mir das jetzt antun muss.

Der Mord im verschlossenen Raum ist überhaupt nicht Thema dieses Buches und während John Dickson Carr mich mit seinen Geschichten dazu bringt mitzudenken und mich mit dem rätselhaften Fall auseinander zu setzen, fühlte ich mich hier nicht mal dazu animiert mir über das wahrscheinlichste Motiv Gedanken zu machen. Ein Agatha-Christie-Roman hingegen ist nicht nur unterhaltsam und amüsant, sondern auch eine treffende Milieustudie, eine liebevolle, aber auch beinah unbarmherzige Untersuchung der verschiedenen Charaktere – und genau das fehlt bei „Mord auf ffolkes Manor“.

Letztendlich ertappte ich mich die ganze Zeit bei dem Wunsch dieses Buch aus der Hand zu legen und mich kopfüber in meine Kisten zu stürzen, um mir einen meiner Lieblings-Krimiklassiker zu suchen, mit dem ich meine Lesestunden vergnüglicher verbringen könnte. So wandert dieses Buch in nächster Zeit zu einem anderen Besitzer, der hoffentlich mehr Freude damit hat. Und ich verkneife mir zukünftig einen Blick auf weitere Titel von Gilbert Adair zugunsten spannenderer Wohlfühl-Lektüre aus der Feder einer wirklich großen Autorin wie Agatha Christie, deren Romane ich immer wieder genießen kann.

P.J. Tracy: Spiel unter Freunden

„Spiel unter Freunden“ ist der erste Krimi, der von dem Mutter-Tochter-Autorenduo „P.J. Tracy“, veröffentlicht wurde – und er hat mir eindeutig Lust auf mehr Romane dieser Art gemacht. 🙂 Zu Beginn findet sich der Leser in einer beschaulichen kleinen Stadt in Wisconsin wieder, wo der Pfarrer in der Nacht aus seinem Verdauungsnickerchen im Pfarrhaus erwacht und bemerkt, dass ein Auto vor seiner Kirche steht. Zu seinem großen Schreck findet er die Besitzer des Wagens tot im Gotteshaus. Das streng christliche Paar wurden brutal erschossen und mit einem Kreuz gezeichnet. Für den örtlichen Sheriff beginnt ein rätselhafter Fall, der schnell ein weiteres Todesopfer fordert.

Kurz darauf springt die Geschichte nach Minneapolis, wo man auf der einen Seite den Alltag der Spieleentwicklerin Grace McBride und auf der anderen Seite die Ermittlungen des Detective Leo Magozzi in mehreren ungewöhnlichen Mordfällen verfolgen darf. Obwohl für den Leser schnell klar ist, dass die Opfer in der Stadt genauso getötet werden, wie Grace und ihre Freunde dies für ein neues Spiel (in dem es um Mordermittlungen geht) geplant haben, und dass es natürlich irgendeine Verbindung zu dem Fall in Wisconsin geben müsste, entwickelt sich eine spannende und unterhaltsame Geschichte aus dieser Grundsituation.

Mit „Spiel unter Freunden“ präsentiert P.J. Tracy einen amerikanischen Kriminalroman, wie ich ihn früher viel und gerne gelesen habe. Klar werden die Verletzungen und die Umstände, die zum Tod geführt haben, beschrieben, aber ohne dass ich dabei jemals das Gefühl bekommen habe, hier wollte mich jemand mit einer Runde extragroßem Ekel schocken. Obwohl ich die ganze Zeit eine Ahnung bezüglich der Lösung und den Ermittlern – nicht nur aufgrund der Informationen, die ich als Leser zusätzlich hatte – einen Schritt voraus war, hatte ich nie den Eindruck, dass die dargestellten Polizisten dumm oder zu verbohrt waren oder erfolgreicher hätten sein können. Zusätzlich ist es den beiden Autorinnen gelungen meine Neugierde auf die Geschichte – und vor allem auf die Personen aufrecht zu erhalten.

Es hat richtig viel Spaß gemacht, die Charaktere kennen zu lernen und mit ihnen diese Geschichte zu erleben. Einige Leser werden vielleicht meinen, dass das Privatleben des Sheriffs und andere Details keinen Nutzen für die Handlung haben (und ich gebe zu, dass das Hörbuch auch hervorragend ohne diese Elemente funktioniert), aber für mich hat es deutlich zum Unterhaltungswert beigetragen. Natürlich wäre es kein Krimi, wenn nicht einige der Personen schon etwas tragisches in ihrem Leben hätten durchmachen müssen, aber P.J. Tracy gelingt es dabei nicht zu sehr zu übertreiben und eher zu betonen, dass diese Menschen trotz ihrer Erlebnisse so normal wie möglich ihren Alltag gestaltet haben und versuchen ihr Leben zu genießen. Naja, zumindest kann man das von allen behaupten – abgesehen vom Mörder!

Noch ein kleiner Nachtrag zur Hörbuchversion: Auch wenn ich schon eine Weile in der dritten CD hänge und nicht weiterkomme, so gefällt mir es mir! Die Geschichte funktioniert trotz der Kürzungen sehr gut und abgesehen davon, dass die Charaktere deutlich weniger detailliert dargestellt sind, vermisse ich nur wenige Szenen. Der Sprecher von „Spiel unter Freunden“ ist Burghart Klaußner. Bei den Männerstimmen finde ich ihn angenehm, bei den meisten Frauenstimmen auch, aber sobald er wie eine „sexy Lady“ klingen will, gruselt es mir! Hoch und quietschig ist einfach nicht verführerisch! Ich wünschte wirklich, dass männliche Hörbuchsprecher mal kapieren, dass eine unverstellte Stimme so viel weiblicher klingen kann als diese Falsettversuche es tun!

Chris Ewan: Amsterdam

Nachdem Karis SuB-Losverfahren ja schon dafür gesorgt hatte, dass ich mich endlich mal mit „Königsallee“ von Horst Eckert beschäftigte, hat mir das Warten auf die nächste Runde fast ein wenig zu lange gedauert. 😉 Also war Kari so lieb und hat mir per Mail eine weitere Zahl genannt, anhand derer ich einen Roman aus meinem Regal fischen konnte. Lustigerweise hat sie – genau wie meine „Glücksfee“ – die 55 gewählt und so traf es den Krimi, der sich vor ein paar Wochen noch liebevoll an „Königsallee“ schmiegen konnte.

Die Hauptfigur in „Amsterdam“ ist der Engländer Charlie, ein Schriftsteller und ein Einbrecher. Obwohl er als Jugendlicher mal bei einem kleinen Einbruch erwischt wurde, kann er eine weiße Weste vorweisen, war nie im Gefängnis – und hängt natürlich auch nicht an die große Glocke, dass er einem illegalen Nebenerwerb nachgeht. Umso mehr überrascht es ihn, als eines Tages ein Amerikaner mit ihm Kontakt aufnimmt und ihn beauftrag zwei kleine Affenfiguren zu stehlen. Obwohl Charlie bei dem Gedanken an diese Einbrüche nicht ganz wohl ist, lässt er sich von seiner Neugierde und der Suche nach Nervenkitzel zu diesem Auftrag hinreißen. Wenig später findet er eine Leiche, wird des Mordes verdächtigt und von mehreren Parteien gejagt.

Die Geschichte lässt mich ein wenig zwiespältig zurück. Auf der einen Seite fand ich Charlie und sein Umfeld recht sympathisch und habe es genossen, dass Chris Ewans in seiner Handlung viele Kleinigkeiten berücksichtigte, die sonst gern mal unter den Tisch fallen. Sein Einbrecher ist weder aufgrund von Not oder einer schweren Kindheit auf die schiefe Bahn geraten, er plant seine Schritte normalerweise sehr sorgfältig und geht sehr gründlich vor. Manchmal sogar detaillierter als es mir lieb war, denn stellenweise ging diese Detailversessenheit auf Kosten der Spannung.

So misstrauisch und vorsichtig Charlie normalerweise vorgeht, so sehr verwundert es dann doch, dass er immer wieder gewillt ist, sich auf die Aussagen seiner Gesprächspartner zu verlassen. Auf der anderen Seite wird der Leser immer mal wieder bewusst im Unklaren gelassen, eine Vorgehensweise, die mich wirklich kirre macht. Charlie öffnet eine Schublade, macht eine aufsehenerregende Entdeckung – und ich erfahre erst im nächsten Kapitel, was er da gesehen hat. Auch wenn mir so das Mitraten erschwert wurde, hatte ich doch recht schnell den richtigen Täter in Verdacht.

Trotz dieser Schwachpunkte war „Amsterdam“ eine sehr entspannte und unterhaltsame Lektüre. Die Holländer und ihre Stadt wurden liebevoll (wenn auch nicht immer meinen Erfahrungen gemäß *g*) beschrieben und Chris Ewan hat sympathische und recht realistische Figuren geschaffen und diese vor ein interessantes Problem gesetzt. Es gibt bessere und/oder spannende Krimis, aber trotzdem werde ich wohl die Augen nach der Fortsetzung, „Kleine Morde in Paris“ aufhalten, denn manchmal reicht es, wenn eine Geschichte einfach nur nett ist.

SuB-Losverfahren – Horst Eckert: Königsallee

Um meinen SuB ein wenig zu verkleinern, habe ich an Karis aktuellem SuB-Losverfahren teilgenommen. Gilfaen hatte für mich die Nummer 55 gewählt, was sich als „Königsallee“ von Horst Eckert herausstellte. Der Krimi ruht schon eine Weile auf meinem SuB. Auf der einen Seite finde ich die Regionalkrimis aus dem Grafit-Verlag immer wieder spannend zu lesen, auf der anderen Seite hatte ich in den letzten Monaten recht wenig Lust auf eine Geschichte, die sich um Artnapping, organisiertes Verbrechen und interne Ermittlungen dreht.

Und so ist es auch nicht erstaunlich, dass ich mich in die Handlung ein wenig einlesen musste. Horst Eckert hat es mir auch nicht leichter gemacht, denn nach einem kurzen Prolog, der in einem kleinen osteuropäischen Land spielt, hüpft die Geschichte nach Düsseldorf. Dort lernt der Leser den Polizisten Jan Reuter und diverse andere Personen kennen, aus deren Perspektive der Kriminalfall erzählt wird. Bedauerlicherweise ist keiner der Charaktere tiefer beschrieben worden und die ständigen Stereotype gingen mir schnell auf den Geist. Für die Anspielungen bezüglich der städtischen Politiker, den Prominenten und den Örtlichkeiten zu verstehen kenne ich Düsseldorf zu wenig. Vielleicht hätten diese Details den Krimi interessanter gemacht. Aber so konnte mich die Geschichte allein nicht überzeugen.

Schon früh erfährt man als Leser, dass ein kleiner osteuropäischer Präsident/Verbrecher sich nach Deutschland absetzen und dort ein neues Imperium aufbauen will. Mit diesem Hintergrundwissen ist man der Polizei, die in Düsseldorf bei verschiedenen Verbrechen ermittelt, ein gutes Stückchen voraus – was nicht gerade zur Spannung beiträgt. Während Kriminaloberkomissar Jan Reuter noch versucht eine Verbindung zwischen einem Kunstraub und einer kriminellen Größe der Düsseldorfer Unterwelt herzustellen, wird sein Informant Robby ermordet. Kurz darauf wird auch die Leiche von Robbys Freundin, der Tochter eines Richters (der als zukünftiger Innenminister gehandelt wird) gefunden.

Daraus entwickelt sich ein Krimi rund um das Organisierte Verbrechen, korrupte Politiker und bestechliche Polizisten. Doch aufgrund der sprunghaften Erzählweise, der mangelnden Herausforderung für den Leser und den depremierenden Figuren entwickelt sich aus diesen klassischen Zutaten keine spannende Geschichte. Ein Großteil der Wendungen sind vorhersehbar und keine einzige Person ist wirklich sympathisch. Der einzige Mensch, der anscheinend keinen Dreck am Stecken hat, wird so besserwisserisch dargestellt, dass man mit ihm eigentlich auch nichts zu tun haben will.

Großen Spaß hat mir das Buch nicht gemacht, aber ich bin froh, dass der Roman durchgelesen ist. Mein SuB ist wieder ein kleines Stückchen geschrumpft und das ist immer schön zu sehen. 😉

Alan Bradley: Flavia de Luce 1 – Mord im Gurkenbeet

Gleich zu Beginn dieses Romans lernt man Flavia de Luces ungewöhnliche Familie kennen – und hätte der spannende Anfang nicht schon Erwartungen geweckt, dann wären die Beschreibungen von Flavias Umfeld und ihrer Leidenschaft für Gifte mir fast ein bisschen zu ausführlich gewesen. So aber wundert man sich nicht, dass die Elfjährige von ihren beiden älteren Schwestern gefesselt in einen Wandschrank gesperrt wurde – und nachdem sie sich befreit hat, einen perfiden Racheplan ausheckt.

Doch bevor sie noch ihre Schwester vergiften kann, findet Flavia eine Leiche im Gurkenbeet. Der unbekannte Mann kann dem Mädchen noch ein rätselhaftes Wort zuflüstern, bevor er sein Leben aushaucht – und schon steckt Flavia kopfüber in den Ermittlungen! Vor allem die Tatsache, dass ihr Vater sich in der Nacht zuvor noch mit dem Fremden gestritten hat, spornt die Hobbydetektivin an. Denn auch wenn in der Familie nicht gerade sehr viel Zuneigung herrscht, so spielt ihr Vater doch eine wichtige Rolle für Flavia.

Der Roman lebt von dem Kontrast zwischen Flavias ungewöhnlicher und nicht gerade liebevoller Familie und dem gemütlichen Dorfleben. Auf ihrem alten Fahrrad Gladys saust Flavia quer durch den Ort und befragt die Bewohner nach dem unbekannten Toten – und ist so der Polizei immer eine Nasenlänge voraus. Doch je mehr das Mädchen über den Mann herausfindet, desto mehr befürchtet sie, dass ihr Vater in seiner Vergangenheit etwas getan haben könnte, dass Anlass für diesen Mord gewesen sein könnte.

Mich hat die Geschichte ein wenig an die Romane von Charlotte MacLeod erinnert: Ein interessanter Kriminalfall, der durch einen Haufen ungewöhnlicher Charaktere zu einer amüsanten und sehr erfrischenden Geschichte wird. Meiner Meinung nach ist das Buch so auch für Leser geeignet, die normalerweise keine Krimis lesen. Denn Flavia und ihr Umfeld sind so herrlich skurril, dass man sich einfach nur daran erfreuen kann. Für den englischsprachigen Raum ist schon eine Fortsetzung angekündigt – und ich glaube nicht, dass ich daran vorbeigehen kann.

Andreas Hoppert: Der Thule-Code

Zu diesem Buch habe ich mich überreden lassen, weil die Handlung in Ostwestfalen-Lippe spielt (wo ich den Großteil meines Lebens verbracht habe) und weil der Autor angeblich spannende Juristenkrimis schreibt. Tja, die Schauplätze waren wirklich der Höhepunkt des Romans, all die Sehenswürdigkeiten rund um Detmold waren so detailliert beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, der Autor hat sogar die Stufen gezählt, die man bis zu den Aussichtspunkten hochsteigen muss. Und einen Reiseführer brauche ich wohl auch nie wieder, wenn ich mal wieder in die Gegend kommen sollte …

Dafür war von Spannung absolut nichts zu finden! Die Hauptfigur, Marc Hagen, ist ein eher erfolgloser Anwalt, der froh ist, als er die Tochter eines Klienten bei ihrer Suche nach Hinweisen ihres verstorbenen Vaters begleiten kann. Mit Papas Rätsel in der Hand, fahren die beiden von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit und finden an den angegebenen Punkten Runen, die entschlüsselt werden müssen. Nur gut, dass es genügen Reiseprospekte und Experten gibt, die innerhalb kürzester Zeit die Lösung präsentieren können.

Parallel dazu verfolgt der Leser auf der einen Seite die Bemühungen eines Sicherheitsbeamten, der während eines G8-Gipfels die Staatsoberhäupter vor Demonstranten … und Anschlägen … schützen muss, und auf der anderen Seite gibt es noch eine auf die Nazi-Zeit zurückzuführende Gesellschaft, die den Weltuntergang plant. Diese beiden Handlungsstränge könnten theoretisch für Spannung sorgen, wenn der Autor sie auch richtig ausgebaut hätte.

Immer wenn ich dachte, dass jetzt endlich die Handlung losgeht, gab es einen Sprung in der Geschichte und man bekam rückblickend oder aus dritter Hand erzählt, was passiert ist. So auch bei dem großen Showdown, der wirklich mal ein bisschen für Aufregung hätte sorgen können … „Der Thule-Code“ ist auf jeden Fall ein Krimi zum Abgewöhnen – und wer die schöne Lippische Landschaft genießen möchte, der sollte sich lieber ein langes Wochenende in der Region gönnen und sich selber ein Bild von den Externsteinen, dem Hermann und den anderen Sehenswürdigkeiten (oh, und am besten später am Abend, wenn die ganze Touristen wieder weg sind 😉 ) machen!