Alle Artikel von Konstanze

Eine perfekte Pause

Am gestrigen Montag war das Wetter so schön, dass ich mir nach einem Vormittag (mit Rasenmähen, Unkrautzupfen und Wäschewaschen) eine richtig gemütliche Mittagspause auf dem Balkon gönnen konnte. Der lag zwar leider schon wieder im Schatten, aber das ist beim Lesen ja auch angenehmer als direkter Sonnenschein.

Der neue Stuhl

Füße hochlegen und entspannen …

… mit Ausblick auf die Wäscheleine

Aktuelle Lektüre und „Mittagessen“

Noch keine Blumen auf dem Balkon, aber trotzdem ein paar Farbtupfer!

Dies und Das (5)

Die vergangene Woche bzw. genau genommen eher die vergangenen zwei Wochen waren ziemlich wuselig, voller Termine und Höhen und Tiefen.

Das hat leider auch dazu geführt, dass Shandy mal wieder bewiesen hat, was für ein sensibler Kater er ist, der auf Unruhe mit Unsauberkeit reagiert. Dieses Mal vor allem in der Nähe der Steckdosen, was mich besonders unruhig macht. Wenn da nicht Stecker drin wären, wäre ich sofort losgezogen, um Kindersicherungen zu besorgen.

Außerdem habe ich an unserem Auto vor ein paar Tagen einen breiten, unschönen und über die gesamte Fahrertür (inklusive Spiegel) gehenden Kratzer entdeckt. Ich parke in unserer Einbahnstraße wirklich mit eingeklapptem Spiegel und bewusst so weit wie möglich auf dem Gehweg, ohne diesen für Kinderwagen, Rollstuhlfahrer o. ä. zu blockieren. Und die Straße ist breit genug, um selbst einen großen Laster durchzulassen, obwohl auf beiden Seiten geparkt wird. Wenn dann doch jemand – und das ist schon das zweite Mal – mein Auto erwischt, dann erwarte ich zumindest, dass ein Zettel hinterlassen wird. Aber natürlich war das nicht der Fall, und nun muss ich entweder mit dem Kratzer leben oder selbst Geld, Zeit und Mühe in die Reparatur des Lacks investieren (eine Werkstatt wäre mir bei der großen Fläche dann doch zu kostspielig). Unter diesen Umständen bin ich fast froh, dass ich einen schon älteren Mazda fahre – ich frage mich aber auch, wie wohl der Nachbar mit seinem neuen und nicht ganz billigen Jaguar mit so einem Vorfall umgehen würde. 😉

Das irritierendste in der vergangenen Woche war aber ein Arzttermin, bei dem herauskam, dass ich mir wohl in der (näheren?) Vergangenheit mal eine Rippe gebrochen hatte. Und nun frage ich mich, wie es sein kann, dass ich einen Rippenbruch hatte, von dem ich nichts weiß? Das Einzige, was mir dazu einfällt – und ich habe in den letzten Tagen wirklich viel darüber nachgedacht – ist der „Hexenschuss“ aus dem letzten Jahr. Der tat höllisch weh, zog sich eine ganze Weile hin und der Bereich muckt bis heute noch ab und an. Trotzdem finde ich es seltsam, dass keiner der drei Ärzte, die mich deshalb untersucht haben, den Rippenbruch gefunden haben soll – wenn es denn einer war …

Hat einer von euch schon mal einen Knochenbruch gehabt, ohne es zu wissen?

***

Ansonsten melde ich mich hiermit wieder zurück – ich hoffe, dass in den nächsten Tagen bei mir wieder der ganz normale Alltag herrscht, denn natürlich haben sich so einige Arbeiten aufgehäuft und mit meinem aktuellen Buch hätte ich sogar etwas für die English-Challenge zu rezensieren. 😉

Dies und Das (4): Internationaler Anti-Diät-Tag

Heute ist wieder der „Internationale Anti-Diät-Tag“ und seitdem ich vor drei Jahren mitbekommen habe, dass es diesen Tag gibt, begehe ich ihn bewusst mit etwas besonders Leckerem.

The Vermonster – Test einer für mich neuen B&J-Sorte 😀

Mir ist gerade erst in den letzten Wochen wieder aufgefallen, wie viele Frauen sich in meinem Bekanntenkreis regelmäßig mit ihrem Gewicht beschäftigen. Eine Freundin von mir hatte in den letzten Jahren immer wieder Phasen, in denen sie ihr Essen grammgenau mit der Waage kontrolliert hat, andere zählen Punkte oder plündern regelmäßig die Ratgeberabteilung in der Buchhandlung. Wenn ich nur einmal das Gefühl hätte, dass diese Menschen damit am Ende glücklich wären, dann wäre das ja vollkommen in Ordnung. Aber viel häufiger erlebe ich dann bei diesen Leuten Fressattacken, bei denen in Sekundenschnelle eine Schokoladentafel vernichtet wird, wenn nach langer Entbehrung endlich mal wieder eine in Reichweite ist.

Für mich habe ich schon vor sehr vielen Jahren beschlossen, dass ich all die verschiedenen Trends nur noch ignoriere. Für jede neue Diät-Theorie gibt es doch kurz darauf diverse Gegentheorien, und wenn man sich ein bisschen umguckt, dann findet man so viele gegensätzliche Aussagen, dass man jede Ernährungsform verteidigen oder verteufeln kann. Stattdessen versuche ich herauszufinden, welche Bedürfnisse ich gerade habe, mein Essen zu genießen und immer mal wieder etwas Neues auszuprobieren. Und wenn ich Lust auf Chips, heißen Kakao oder Bonbons habe, dann gönne ich mir das ebenso wie das eine oder andere Extrakuchenstück, wenn ich eingeladen bin und es einfach fantastisch schmeckt.

Euch wünsche ich einen genussreichen Anti-Diät-Tag und
viele leckere Mahlzeiten in netter Gesellschaft!

Ach, und weil das hier ja auch ein Buchblog ist, gibt es noch eine Leseempfehlung zu diesem Thema:

Anke Gröner – Nudeldicke Deern: Free your mind and your fat ass will follow

Kleine Auszeit

Bevor sich einer von meinen Lesern Gedanken macht, kündige ich meine kleine Auszeit lieber an. 😉

Morgen bekomme ich für ein paar Tage Besuch und in der nächsten Woche stehen ein paar wichtige Termine an, die mich jetzt schon sehr beschäftigen. Da ich es bislang nicht geschafft habe, Posts vorzubereiten – abgesehen von einem schon vor einiger Zeit geschriebenen Beitrag für Sonntag -, und auch keine Zeit dafür finden werde, während mein Besuch da ist, bleibt es hier vermutlich bis zum Ende der kommenden Woche etwas stiller.

Mai-SuB 2012

Der April fing als Lesemonat so gut an, nur um damit zu enden, dass ich in den letzten zehn Tagen kein einziges Buch mehr gelesen habe. Die Frühjahrsmüdigkeit hatte mich einfach zu fest in ihrem Griff! So komme ich im April auf 14 gelesene Bücher und 6 gelesene Manga, für Hörbücher hingegen hatte ich keine Ruhe. Für die Challenges habe ich ebenfalls nichts auf die Reihe bekommen – ich hoffe sehr, dass sich das alles im Mai wieder ändert, auch wenn ich die ersten Maitage mit liebem Besuch verbringen werde und somit keine Zeit zum Lesen habe … Oh, und spätestens im Juni sollte ich mir wohl Gedanken über ein paar englische Neuzugänge (oder Leihgaben) machen, sonst wird die Auswahl für die Challenge zu klein.

A (0)
–

B (8)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
Marie Brennan: Doppelgänger
Marie Brennan: Hexenkrieger
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud

C (2)
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt (im Umzugskarton)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
Colin Cotterill: Der Tote im Eisloch (Dr. Siri 5)

D (4)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben

E (1)
Jennifer Estep: Frostkuss

F (11)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Gayle Forman: Wenn ich bleibe
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
Earlene Fowler: Tödliche Schatten

G (1)
K. L. Going: Evies Garten
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (4)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Michael Herzig: Töte deinen Nächsten 
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (2)
Melanie Lahmer: Knochenfinder
Jay Lake: Die Räder der Welt
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (4)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Richelle Mead: Dark Swan – Sturmtochter
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter
Rachel Neumeier: Der Greifenmagier 2 – Land des Feuers

P (4)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
Ursula Poznanski: Saeculum

Q (0)
–

R (11)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Sarah Rayner: Das Licht des frühen Tages
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (8)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Ella Theiss: Neben der Spur
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
P.J. Tracy: Memento
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

V (1)
Caroline Vermalle: Als das Leben überraschend zu Besuch kam

W (3)
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Fluch des Wendigo 

85 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

Seanan McGuire: Late Eclipses (October Daye #4)
Seanan McGuire: One Salt Sea (October Daye 5)
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Patricia C. Wrede und Caroline Stevermer: The Mislaid Magician (Cecelia and Kate #3)

5 Titel auf dem englischen SuB

(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind neu hinzugekommen)

[Figurenkabinett] Leonidas Witherall

Leonidas Witherall habe ich zur selben Zeit kennengelernt wie Peter Shandy, denn auch seine Geschichten wurden in „DuMonts Kriminal-Bibliothek“ veröffentlicht. Und da die Romane nicht chronologisch auf Deutsch veröffentlicht wurden, begann meine Bekanntschaft mit ihm mit dem Titel „Mit dem linken Bein“. Eigentlich ist Leonidas Witherall ein sehr respektabler (ehemaliger) Akademiker, dessen äußerliche Ähnlichkeit mit William Shakespeare dafür sorgt, dass ihm ständig Menschen begegnen, die sich sicher sind, dass sie ihn schon kennen. Obwohl Leonidas ganzen Generationen von Schülern die Liebe zur hohen Literatur nahegebracht hat, ist er zu Beginn dieser Romanreihe gezwungen, sich Geld dazuzuverdienen, weil sein Einkommen während der Wirtschaftskrise nicht ausreicht.

Finanzielle Sicherheit bringt ihm erst der Erfolg seiner „Lieutenant Hazeltine“-Abenteuer, einer skurrilen Reihe von trivialen Kriminalgeschichten, die auch fürs Radio umgesetzt wurden. So sehr Leonidas das Einkommen aus dieser Beschäftigung genießt, so sehr schämt er sich dafür, dass er solch niveauloses Zeug produziert. Deshalb achtet er sehr darauf, dass niemand erfährt, dass er der Autor dieser Geschichten ist – auch wenn er sich immer wieder darüber freut, wenn er begeisterte Fans seiner Figuren trifft. Abgesehen davon, dass sich Leonidas nicht zu seinen erfolgreichen Geschichten bekennen will, ist er ein freundlicher und hilfreicher Mann, der in dem (fiktiven) Bostoner Vorort Dalton hohes Ansehen genießt.

Leonidas Witherall ist sein geruhsames Akademikerleben eigentlich sehr wichtig, und doch gerät er immer wieder in skurrile und rätselhafte Situationen (die wunderbare Inspirationen für seine Hazeltine-Geschichten bieten). So auch in dem Roman „Mit dem linken Bein“, der damit beginnt, dass Leonidas (mitsamt eines beinförmigen Päckchens, das er mit sich führt) aus einem Bus geworfen wird, weil er angeblich eine junge Dame unangemessen behandelt hat. Obwohl der frühere Lehrer kein Wort mit der Frau gewechselt hatte, versteckt er sich lieber in einem Geschäft, als er sieht, dass die junge Dame mit ihm aus dem Bus gestiegen ist und mit einem Polizisten redet. Während sich Leonidas noch fragt, was überhaupt in die Fremde gefahren ist, dass sie ihn ohne Grund so beschuldigt, stellt sich heraus, dass der Ladenbesitzer ein ehemaliger Schüler von ihm ist.

Und da der Geschäftsinhaber ein netter junger Mann ist, erklärt er sich bereit, Leonidas mit seinem Wagen nach Hause zu fahren. Allerdings muss er sich eben noch umziehen, bevor er den Laden abschließt, und so lässt er Leonidas für einen kurzen Moment allein in seinem Verkaufsraum. In dieser Zeit betritt ein Mann das Geschäft, der von Kopf bis Fuß grün gekleidet ist, öffnet die Kasse und verschwindet mit dem Bargeld, bevor Leonidas noch ein Wort sagen kann. Unter diesen Umständen ist es nicht allzu verwunderlich, dass der Ladenbesitzer angesichts seiner geplünderten Kasse (und der immer noch herrschenden Wirtschaftskrise) anfängt, seinen ehemaligen Lehrer des Diebstahls zu verdächtigen. Währenddessen macht sich Leonidas aus dem Staub, in der Hoffnung den eigentlich Dieb aufzuspüren …

So wie diese ersten Szenen sind die ganzen Romane rund um Leonidas Witherall aufgebaut. In jedem einzelnen gerät dieser gesetzte und gebildete Mann von einer skurrilen Situation in die nächste. Dabei ist jede Szene für sich zwar ungewöhnlich, aber gar nicht mal so abwegig. Nur in der Summe wird daraus eine rasante, witzige, rätselhafte und unfassbare Geschichte, bei der erst am Ende – nach einem actionreichen und amüsanten Showdown – die Hintergründe deutlich werden. Letztendlich gelingt es Phoebe Atwood Taylor immer, für jede einzelne Absurdität ein schlüssiges Motiv zu präsentieren, was bei mir den Unterhaltungswert der Romane deutlich steigert.

Bei den Leonidas-Witherall-Romanen mag ich nicht nur die vielen skurrilen Szenen, sondern auch die liebenswerten Charaktere (eine bunte Mischung, die vom Akademiker über den Ladenbesitzer von nebenan bis zum Alkoholschmuggler alles beinhaltet), die wunderbar spritzigen Dialoge, die an eine Screwball-Komödie erinnern, und die Tatsache, dass ich während des Lesens vor lauter Lachtränen kaum die Buchstaben sehen kann.

Doch vor allem bewundere ich Leonidas Witherall, der trotz all der seltsamen Momente versucht, seine Würde und Fassung zu bewahren, der ohne Vorurteile mit den verschiedensten Menschen umgeht (als Lehrer hat man eben nicht nur Menschenkenntnis, sondern auch schon eine Menge seltsamer Sachen gesehen) und der Freunden (und Fremden) jederzeit hilfsbereit zur Seite steht. Ihm ist es in der Regel zu verdanken, dass die Geschichten am Ende für alle Beteiligten gut ausgehen, auch wenn er dafür immer wieder Pläne schmieden muss, die eines Lieutenant Hazeltine würdig wären.

Wer jetzt Lust auf Leonidas Witherall bekommen hat, der wird im normalen Buchhandel leider nicht mehr fündig. Aber gebraucht gibt es noch einige Titel mit ihm zu erstehen, und die sind in der Regel auch sehr günstig zu haben.

Leonidas-Witherall-Romane von Phoebe Atwood Taylor:

Schlag nach bei Shakespeare
Wie ein Stich durchs Herz
Kalt erwischt
Mit dem linken Bein
Zu den Akten
Todernst
Es liegt auf der Hand
Die leere Kiste

Urlaubswochenende

Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal verreist bin – wenn ich mal von der Fahrt zu den Schwiegereltern vor fast 1,5 Jahren absehe -, aber am Freitag habe ich mich todesmutig der Bahn anvertraut, um nach fünf Jahren endlich mal wieder eine Freundin zu treffen. Blöderweise war ich so geschickt und habe mir auf dem Weg zum Bahnhof einen Nerv eingeklemmt, so dass ich mich das ganze Wochenende über sehr vorsichtig bewegen musste, aber irgendwie läuft das immer so, wenn ich mal verreise. Ansonsten verlief die Hinfahrt ungewöhnlich unspektakulär und dank mehrerer Terminverschiebung meiner Freundin musste ich nicht einmal – wie vorher angekündigt – einige Stunden in Stuttgart totschlagen, bevor wir uns treffen konnten. So wurde ich mittags mit dem Auto am Stuttgarter Bahnhof abgeholt und nach Esslingen gefahren und konnte schon mal einen gründlichen Blick auf die Weinberge werfen, die die Stadt umgeben.

Ich muss gestehen, ich habe mich regelrecht in den Ort verliebt, denn so eine hübsche Fachwerk-Altstadt habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Auch die Wohnung meiner Freundin ist einfach bezaubernd: Eine verwinkelte kuschelige Dachwohnung, die direkt in der Altstadt neben einer heimeligen Einkaufsstraße liegt. Die Wohnung verfügt über viele gemütlichen Ecken, faszinierende Schrägen und bietet einen tollen Blick über die Dächer der Stadt bis zu den Weinbergen. Und trotz der zentralen Lage (und einer Veranstaltung in der Stadt) ist es das ganze Wochenende wunderbar ruhig in der Wohnung gewesen!

Den Freitagnachmittag hat meine Freundin dann genutzt, um mir einen ersten Blick auf die Innenstadt zu gönnen. Die Sonne schien ganz wunderbar, die Fachwerkhäuser wirkten alle so muckelig und die ganze Stadt wimmelte nur so vor bezaubernden kleinen Geschäften. Mit der Kamera in der Hand habe ich mich wie ein ganz normaler Tourist benommen und ganz viele Schnappschüsse gemacht. Gekrönt wurde der Stadtbummel dann noch von einem sehr leckerem Rharbarbertörtchen und einer besonders guten Heißen Schokolade – eigentlich wollten wir am nächsten Tag noch einmal in das Café gehen, aber leider haben wir das nicht mehr geschafft. Später am Abend wurde ich dann liebevoll bekocht und wir haben bis tief in die Nacht geschwatzt. Nach so vielen Jahren, in denen wir uns nur alle paar Monate mal am Telefon ausgetauscht haben, war doch ein bisschen was aufzuholen.

Samstags begann dann der Esslinger Frühling und als wir nach einem geruhsamen Frühstück die Innenstadt enterten, wimmelten die Straßen schon vor lauter Leuten, die sich die diversen Stände angucken wollten. Bei dem Aprilwetter haben aber nicht viele von ihnen sehr lange durchgehalten, denn bei den heftigen Schauern war man schnell bis auf die Haut durchnässt. Besonders für die Standbetreiber muss das ärgerlich gewesen sein, denn abgedeckte Auslagen guckt man sich so schnell ja doch nicht an und bei dem Wetter stundenlang unter einem kleinen Zeltdach zu stehen, ist auch nicht so besonders gemütlich. Wir hingegen haben uns irgendwann ein leckeres Eis gegönnt (wobei die erste Portion von der Bedienung mit Schwung auf meiner Hose platziert wurde) und sind erst weitergeschlendert als der schlimmste Regen vorbei war …

Und da auch der Samstag wieder sehr spät endete, haben wir den Sonntag geruhsam in der Wohnung meiner Freundin verbracht bis ich am Nachmittag wieder aufbrechen musste. Nur das deutliche Kürzen meiner Haare hätten wir vielleicht nicht gerade auf Sonntagmittag legen sollen, weil die letzten Korrekturen an meinem neuen Haarschnitt von meiner Freundin mit einem leicht panischen Blick auf die Uhr durchgeführt wurden. Denn während des Wochenendes hatte ich mir überlegt einen Zug früher nach Stuttgart zu fahren, weil die von der Bahn angedachte Zeit zum Umsteigen mir mit dem kaputten Rücken etwas knapp erschien. So musste ich etwas früher los – wobei ich dank Verspätung des ersten Zuges dann doch wie ursprünglich geplant in Esslingen abgefahren bin und dann mit meinem Gepäck quer durch den Stuttgarter Bahnhof hetzen durfte. Von diesen Minuten abgesehen verlief die Heimfahrt ohne weitere Zwischenfälle (auch wenn ich auf die Unterhaltung durch meine Mitreisenden hätte verzichten können, die sich ernsthaft und etwas wirr über Astrologie, Naturheilkunde und ähnliche Themen austauschten, während ich mein Buch beenden wollte) und an meinem Heimatbahnhof wurde ich schon von meinem Mann erwartet, der für den restlichen Weg den Gepäckträger spielte.

Nach dem Wochenende hoffe ich sehr, dass ich es nicht erst wieder in fünf Jahren zu meiner Freundin schaffe. Das Wiedersehen war so schön und diese wenigen Tage waren voller neuer Eindrücke und gemütlicher und erholsamer Moment, dass ich mich schon sehr auf meine nächste Reise in diese Richtung freue!

Nancy Atherton: Tante Dimity

Vor gut einer Woche schrieb ich über den (inhaltlich gesehen) ersten Band der „Tante Dimity“-Geschichten, dass ich den Roman zwar unterhaltsam, aber nicht so großartig fand, dass ich mir die Bücher zulegen müsste. Kaufen werde ich mir die Reihe wirklich nicht, aber irgendwie treffen die „Tante Dimity“-Romane gerade bei mir auf die richtige Stimmung.

Gestern bin ich mit drei Titeln („Tante Dimity und das geheimnisvolle Erbe“, „Tante Dimity und der unerhörte Skandal“ und „Tante Dimity und das verhexte Haus“) aus der Bibliothek gekommen, habe mich abends mit dem ersten Buch auf dem Sofa eingerollt und als ich ins Bett ging, hatte ich den Roman durchgelesen. Heute Vormittag hatte ich so einige Wartezeit zu überbrücken und so kam ich von meinen Terminen nach Hause und hatte nur noch drei Kapitel des nächsten Bandes vor mir, die ich mir zum (mittäglichen) Frühstück gegönnt habe. Wenn das so weitergeht, dann weiß ich schon, welches Buch ich heute Abend durchlesen werde …

Dabei finde ich die Handlung in den Büchern relativ vorhersehbar und die Figuren sind so nett und sympathisch, dass sie einem auf Dauer vermutlich schrecklich auf die Nerven gehen würden. Sogar Tante Dimity (die für einen Geist gar nicht so übel ist) ist so schrecklich gut, dass sie mich an zuckersüßes klebriges Karamell erinnert – und davon kann man ja auch nur kleine Portionen ertragen. Und was den Krimianteil geht, so kann man den in diesen Cozy Mysteries bislang mit der Lupe suchen. Na gut, das ist etwas übertrieben, aber die verschiedenen Rätsel waren bislang entweder vorhersehbar oder wurden in einem großen Gruppengespräch am Ende des Buches geklärt, bei dem noch einige vorher unbekannte Details zur Sprache kamen.

Trotzdem tut mir diese heile Welt in den „Tante Dimity“-Romanen gerade irgendwie gut. Ich hätte nichts gegen so ein nettes (und gut renoviertes) englisches Cottage, würde mich bestimmt in einer so herzlichen Nachbarschaft wohlfühlen und wenn meine gesamte Verwandtschaft einmal bei einem Familientreffen so harmonisch miteinander umgehen könnte, wie es in diesem Buch ständig der Fall ist, dann würde ich mich als erstes fragen, welche Wohlfühl-Pillen die wohl alle zum Frühstück bekommen haben. Noch netter wäre das Lesen, wenn ich gerade einen Ofen hätte, um die Keks- und Brownierezepte am Ende des Buches mal auszuprobieren, aber das muss ich wohl noch etwas verschieben.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wenn ich eine Reihe erwische, die (kurzfristig) so eine erholsame Wirkung auf mich hat. Und wenn ich beim nächsten Bibliotheksbesuch noch immer Lust auf Tante Dimity habe, dann werde ich mir bestimmt weitere Romane von Nancy Atherton mitnehmen (zum Glück gibt es noch so einige im Bestand). Solange mir das Lesen dieser netten Geschichten gut tut, genieße ich einfach den Aufenthalt in dem englischen Dörfchen Finch, lasse mich von der heilen Welt dieses Cozies einlullen, koche mir eine Tasse Tee und vergesse einfach mal den Alltagsstress …

Deckenkrabbler

Christie ist eine unverbesserliche Deckenkrabblerin, und so ist sie auch der Meinung, dass wir kein ordentlich gemachtes Bett benötigen, wenn sie die umgeschlagene Tagesdecke doch als Kuschelhöhle nutzen kann:

Und so sieht unsere Madame aus, wenn man sie in ihrem Versteck aufstöbert und sie sich beleidigt in ein anderes Zimmer verzieht:

Shandy hingegen bevorzugt einen ordentlichen Ruheplatz – möglichst weit weg von der kleinen Ruhestörerin, die es sich in letzter Zeit angewöhnt hat, ihn in den Schwanz zu beißen, wenn er ihre Lieblingsplätze belegt:

Fotografieren lässt er sich aber selbst auf einem so sicheren Platz nicht besonders gut – zumindest werde ich es wohl nie hinbekommen, ein angemessenes Foto von unserem schwarzen Kater zu machen: