Heute war Christie damit an der Reihe, zum Tierarzt zu fahren und narkotisiert zu werden. Nachdem sie in der letzten Wochen beim Fressen eine Seite geschont und zwischenzeitlich etwas gesabbert hatte, wurde am Montag ein abgebrochener Backenzahn bei ihr festgestellt. Also wurde unsere kleine Wildkatze heute morgen von mir im Schlaf überrascht, in den Korb gesteckt und dann sang sie mir bei der halbstündigen Fahrt zum Tierarzt die Ohren voll.
Da wir etwas zu früh waren, durfte sie sich erst einmal in Ruhe im Behandlungsraum umgucken. Das hat bei ihr allerdings nur Fluchtinstinkte geweckt und so musste jeder, der dem Raum in der Zeit betreten wollte, erst einmal mit den Füßen meine Katze abfangen. *ohje* Auch bei der Narkosespritze hat unsere Christie ihren Kampfgeist gezeigt und dem Tierarzt eine Schramme verpasst. Dafür ist sie dann nach erstaunlich kurzer Zeit eingeschlafen: Auf dem Fußboden und eingeklemmt zwischen dem PC und dem Schreibtischstuhl unseres Tierarztes.
1 ½ Stunden später erreichte mich dann der Anruf: Mit Christie ist alles gut gelaufen und der abgebrochene Backenzahn musste nicht gezogen werden! Es reichte einfach ihn zu schleifen, so dass sie sich nicht daran verletzten kann. So durfte ich mich also nachmittags wieder auf den Weg machen, um unsere kleine Kampfkatze abzuholen. Erwiesenermaßen in gutem Zustand und ganz ohne Zahnstein wackelt sie nun durch die Wohnung. Noch sehr langsam und bedächtig und sehr misstrauisch beäugt von den Katern, aber meiner Meinung nach sieht sie so schon ganz gut aus.
Leider musste Baltimore mich auf der Fahrt am Nachmittag begleiten. Seine Wunden sehen zwar ganz gut aus, er frisst wie ein Scheunendrescher und benimmt sich eigentlich ganz normal, aber er wischt sich inzwischen häufiger mit den Pfoten an der Schnauze entlang. Es sieht aus, als ob er versuchen würde etwas zu entfernen, was zwischen den Zähnen hängt – nur hat er an der Seite kaum noch Zähne. Inzwischen ist seine Schnauze schon ganz wund, weil er sich immer wieder mit den Krallen verschrammt. Am Montag schien es mir beim Gähnen so, als ob ich etwas in der einen Wunde gesehen hätte. Und wirklich saß da ein Rest Futter in dem großen Loch, in dem früher mal sein Eckzahn saß. Davon abgesehen fand der Tierarzt keinen Grund, warum der Kater sich ständig an der Schnauze rumwischen muss.
Also wurde das Loch gereinigt und vorsorglich bekam Baltimore noch Antibiotika und Entzündungshemmer (zum Glück alles „auf Kosten des Hauses“ *g*). Wenn also Shandy nicht noch mit einer bösen Überraschung um die Ecke kommt oder Baltimore in den nächsten Wochen nicht aufhört wie ein Eichhörnchen an seiner Schnute rumzuwischen, dann haben wir das Thema Tierarzt wohl erst einmal für eine Weile hinter uns gebracht. Und da meine Wackelmadame sich nicht fotografieren lassen wollte, gibt es hier nur noch ein Foto von den beiden Spielzeugratten, die wir heute vom Tierarzt geschenkt bekamen.
