Mary Robinette Kowal: The Spare Man

Obwohl ich schon seit einigen Jahren „The Calculating Stars“ von der Autorin auf meinem SuB liegen hatte, war „The Spare Man“ der erste Roman, den ich von Mary Robinette Kowal gelesen habe. Nachdem ich die Inhaltsangabe so reizvoll fand und die Leseprobe mich so sehr an eine Space-Variante der „Der dünne Mann“-Verfilmungen erinnerte, musste ich einfach bei der ersten Gelegenheit danach greifen. Die Handlung von „The Spare Man“ wird aus der Sicht der Erfinderin und Erbin Tesla Crane erzählt, die gerade mit ihrem Ehemann Shal auf dem interplanetaren Spaceliner Lindgren ihre Hochzeitsreise zum Mars angetreten hat. Tesla und ihr Mann reisen unter Pseudonym und verkleidet, da beide – auf sehr unterschiedliche Weise – in den Medien Berühmtheit erlangt haben und nicht erkannt werden wollen. Doch dann geschieht an Bord des Raumschiffs ein Mord, und Shal wird, da er in der Nähe des Tatorts war, von der Bordsicherheit als Verdächtiger eingesperrt, während Tesla (anfangs) versucht, ohne ihre üblichen einflussreichen Verbindungen zu ermitteln.

Ich muss zugeben, dass ich es zwar unterhaltsam fand, dem Krimianteil der Geschichte zu folgen und den einzelnen Hinweisen nachzugehen, aber am Ende des Romans lieber nicht allzu gründlich darüber nachgedacht habe wie schlüssig das Ganze nun war. Auch hätte mich die Besessenheit von Tesla und Shal mit Alkohol (inklusive der Cocktail-Rezepte zu Beginn eines jeden Kapitels) wirklich gestört, wenn mir nicht bewusst gewesen wäre, dass das darauf basiert, dass „The Spare Man“ nun einmal eine „Der dünne Mann“-Hommage ist. Von diesen beiden – wirklich kleinen – Kritikpunkten abgesehen habe ich das Lesen dieses Romans sehr genossen. Ich mochte Tesla als Protagonistin sowie die Tatsache, dass sie chronische physische und psychische Probleme hat, die ihren Alltag sehr prägen und dazu führen, dass sie mit einem Assistenzhund reist. Insgesamt war der Ton – trotz des Mords, einer extra Leiche, deren Identität nicht herausfindbar war, und anderer ernsterer Themen – eigentlich durchgehen locker, und ein Großteil der Ermittlungen wird von Geplänkel zwischen Tesla und anderen Passagieren oder dem Personal des Raumschiffs geprägt.

Mary Robinette Kowal versucht in „The Spare Man“, mit sehr vielen verschiedenen Elementen zu jonglieren, was – wie ich bei einem Blick auf diverse Rezensionen gesehen habe – wohl dazu führt, dass so einige Leser*innen von der Geschichte enttäuscht waren. Ich persönlich habe mich gut unterhalten gefühlt, aber ich habe weder erwartet, dass ich einen herausfordernden und schlüssigen Kriminalroman in den Händen halten werden, noch dass die Dialoge wirklich an die Filme mit Myrna Loy und William Powell herankommen würden. Die Filme profitieren nun einmal sehr von der Zeit, in der sie spielen, von der Qualität der Schauspieler und der Tatsache, dass beim Film nun mal andere Mittel eigensetzt werden können als bei einem Roman. Stattdessen habe ich die vielen verschiedenen Ideen rund um das Reisen auf einem Luxus-Raumschiff genossen, mich an den vielseitigen Charakteren erfreut und mich immer wieder von amüsanten kleinen Wendungen in der Handlung überraschen lassen. Im Gegensatz zu vielen anderen Leser*innen mochte ich auch die Beziehung zwischen Tesla und Shal, denn ich finde einen Mann, der seine Frau unterstützt und ihre Selbstständigkeit respektiert, nicht langweilig, sondern ziemlich attraktiv. „The Spare Man“ ist zwar kein rasanter, spannender Kriminalroman, und da Tesla ab einem bestimmten Punkt die Ermittlungen mit ihrem Namen, ihren Beziehungen und ihrem Geld beeinflusst, darf auch keine korrekte Detektivarbeit erwartet werden. Aber der Roman erzählt eine ungewöhnliche und unterhaltsame Geschichte, die bei mir für so einige entspannte Lesestunden gesorgt und mir Lust auf eine erneute Runde mit den „Der dünne Mann“-Filmen gemacht hat.

Herbstlesen im Oktober 2025 (Sonntag, 19.10.)

Einige herbstlich verfärbte Bäume unter einem leicht bewölktem blauem Himmel. Über dem Himmel der Text: Herbstlesen im Oktober 2025 und die Adresse des Blogs.

Obwohl ich gestern wirklich sehr unentschlossen war, was meine Lektüre anging, war ich am Ende des Tages wirklich zufrieden mit den gelesenen Titeln. Für heute nehme ich mir aber wirklich mal vor etwas Zeit mit „The Barbizon“ zu verbringen, damit ich mit dem Buch etwas voran komme.

Ansonsten muss ich mal schauen, ob ich mir einen neuen Roman suche oder zum dritten Hellboy-Omnibus greife. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob es heute eine Brettspielrunde mit meinem Mann geben wird oder nicht – das muss ich mit ihm noch absprechen, wenn er aufgestanden ist. Doch bevor ich den weiteren Tag plane, brauche ich erst einmal noch etwas Zeit zum Wachwerden und muss – neben dem Abwasch von gestern Abend – noch etwas morgendlichen Pflichtkram erledigen. Wir lesen uns später wieder!

Update 11:00 Uhr

Brrrr, trotz einer Sportrunde werde ich heute nicht richtig warm. Ich glaube, ich muss gleich erst einmal Frühstücken und dazu eine große Tasse heißen Tee trinken. Ansonsten habe ich meinen Pflichtkram hinter mich gebracht und in der letzten Stunde mit YT-Videos gucken und Switch spielen unter meiner Decke verbracht. Außerdem habe ich ein paar weitere Bücher aus den diversen Stapeln gezogen, damit ich gleich einmal schauen kann, ob mich eins davon packen kann. Eine Brettspielrunde wird es heute nicht geben, es wird heute also ein weiterer Sofatag für mich mit Comics und Büchern. Es wäre nett, wenn ich nicht nur mit „The Barbizon“ mal weiterkäme – was mir weiterhin gut gefällt, aber als Sachbuch eben nicht das ist, zu dem ich spontan greife, wenn ich lesen will, sondern vielleicht auch eines meiner in den letzten Wochen pausierten Büchern weiterlesen würde. Es ist wirklich erschreckend, wie viele Romane ich in den letzten Wochen mit einem „gefällt mir, aber meine Stimmung passt da gerade nicht zu“ zur Seite gelegt habe.

Wobei ich gerade eh etwas ungeduldig mit Büchern (und Autor*innen) bin. Freitag habe ich einen Roman angelesen, auf den ich mich eigentlich gefreut hatte, weil ich so neugierig auf die Silkpunk-Welt in der Geschichte war – und dann habe ich das Buch nach den ersten fünf Seiten weggelegt, weil die Protagonistin darüber nachdachte, dass sie trotz ihrer Schönheit in ihrem Dorf keine Heiratsanträge bekommt, weil sie ja so wenig mädchenhaft und seltsam ist. Wieso muss ich solche Gedanken lesen, wenn sie gerade erst mit ihrem experimentellen Fluggerät eine Runde geflogen ist und dann eine Bruchlandung hingelegt hat? (Und kurz davor ist ihren Vater und seinen Mörder zu überraschen?) Müsste sie nicht mit ihren Gedanken bei ihrem Experiment sein, wenn ihr ihre Forschung so wichtig ist – statt das mir die Autorin auf den ersten Seiten erzählt, dass ihre Protagonistin wirklich, wirklich hübsch ist?! *grummel* Ich schreibe den Roman nur deshalb noch nicht ab – vor allem, weil es (soweit ich weiß) das Debüt der Autorin ist, aber ich muss definitiv mehr Geduld mitbringen, wenn ich einen zweiten Versuch mit dem Buch starte.

Update 14:00 Uhr

Zum Frühstück habe ich den nächsten „Penric & Desdemona“-Band angefangen und zu meinem Erstaunen festgestellt, dass dort die Handlung von „Penric’s Mission“ und „Mira’s Last Dance“ weitergeführt wird. Was ich eigentlich ganz nett finde, mich aber zu dem Gedanken gebracht hat, dass Lois McMaster Bujold wohl eine Schwäche für sympathische, intelligente Männer hat, die sich in pragmatische und kluge Frauen verlieben, deren Pragmatismus dann dazu führt, dass daraus dann keine Beziehung wird. *g* Außerdem habe ich große Lust endlich mal wieder die Miles-Vorkosigan-Romane wieder zu lesen – wobei ich darauf regelmäßig Lust habe und dann immer davor zurückschrecke, weil ich eigentlich mal schauen möchte, welche Geschichten mir noch fehlen. (Was bedeutet, dass ich englische und deutsche Titel vergleichen und eine gute Lese-Reihenfolge für all die Kurzgeschichten finden muss …)

Danach habe ich erst einmal wieder zu „The Barbizon“ gegriffen. Ich finde es wirklich faszinierend, wie viel ich über das Leben von Frauen (in meinem aktuellen Kapitel) in den 30er- und 40er-Jahren in den USA lerne, nur weil es zum Beispiel Verbindungen zwischen dem Barbizon und dem Margazin „Mademoiselle“ gab. Was in diesem Fall bedeutet, dass ich nicht nur die Entstehungsgeschichte des Magazins erfahren habe, sondern auch wie es überhaupt dazu kam, dass so viele (später) berühmte Frauen einige Wochen als „guest editor“ für „Mademoiselle“ arbeiteten.

Update 17:00 Uhr

Nach dem letzten Update habe ich mich wieder weiter durch meine Buchstapel gewühlt, bis ich bei „A Closed and Common Orbit“ von Becky Chambers gelandet bin. Den Roman hatte ich direkt nach dem Beenden von „The Long Way to a Small, Angry Planet“ angefangen, weil ich mir mehr über die Crewmitglieder der Wayfarers erhofft hatte. So war ich ein bisschen enttäuscht, als mir mit diesem Roman ein Perspektivwechsel serviert wurde, obwohl ich die Figuren in dieser Geschichte eigentlich auch von Anfang an mochte. Trotzdem schien es mir besser den Roman erst einmal zu pausieren, bis ich in der richtigen Stimmung sein würde, um den Ereignissen rund um Sidra und Jane 23 zu folgen. In den letzten Tagen habe ich aber immer wieder an „A Closed and Common Orbit“ gedacht und nur deshalb nicht zu dem Roman gegriffen, weil ich mir nicht sicher war, ob ich gerade in der Stimmung für Science Fiction bin. Nach dem Anlesen heute Nachmittag bin ich aber bei dem Roman geblieben und freue mich darüber, dass ich gemeinsam mit Sidra das Leben in Port Coriol entdecken kann und dass ich nun herausfinden werde, wie aus Jane 23 die Person wurde, die sich heute Pepper nennt.

Ich hatte ursprünglich überlegt nach dem Tee zu „Hellboy“ zu wechseln, aber es ist gerade so grau draußen, dass ich vermutlich wenig Freude an den Zeichnungen des Comics hätte. Da ich aber noch kein Licht anmachen mag, weiß ich nicht, ob ich jetzt zum eBook wechsel oder mir erst einmal eine andere Beschäftigung suchen werde.

Update 20:30 Uhr

Die Zeit bis zum Kochen habe ich dann mit einer Mischung aus eBook lesen und Youtube-Videos schauen verbracht. Penric, der eigentlich schon längst wieder zurück beim Erzherzog sein sollte, der ihn ursprünglich auf Spionage-Mission geschickt hat, macht sich auf, um eine Gefangene von einer Klosterinsel zu retten. Was nicht nur bedeutet, dass er in das Land zurückkehren muss, in dem er wegen seiner misslungenen Spionage-Mission gesucht wird, sondern auch eng mit der Frau zusammenarbeiten muss, in der er seit Wochen verliebt ist. Was Penrics Dämon Desdemona immer wieder zu wunderbar bissigen Bemerkungen veranlasst. 😉 Das Kochen ging heute schnell, weil ich nur die Paprika, die ich gestern nicht für die Wraps gebraucht habe, mit Mais für eine Tomatensauce verwendet und dazu Nudeln gemacht habe. Nachdem ich nach dem letzten Update etwas müde war, fühle ich mich jetzt wieder wach genug, um bis zum Schlafengehen weiter in „A Closed and Common Orbit“ zu lesen. Es wäre nett, wenn ich darin weit genug kommen würde, dass ich mich auch in den nächsten Tagen auf das Buch einlassen mag, wenn es etwas stressiger sein wird.

Update 23:30 Uhr (letztes Update)

Jetzt bin ich doch so sehr in mein Buch vertieft gewesen, dass ich meinen „Update-Wecker“ erst einmal ausgestellt und mein Kapitel zu Ende gelesen habe. Das war ein netter Abend mit „A Closed and Common Orbit“ und ich bin wirklich gespannt wie es mit Jane 23 und Sidra weitergeht. Ich meine, bei der einen weiß ich ja, wo sie am Ende landen wird, aber ich finde es spannend den Weg dahin zu verfolgen. Während ich bei Sidra nur hoffen kann, dass sie für sich eine Möglichkeit findet in Zukunft in einer Welt zurecht zu kommen, für die sie so nicht geschaffen wurde. Mal schauen, wie viel Zeit ich in den nächsten Tagen zum Lesen finde – meine Tage sind ziemlich verplant und Donnerstagvormittag habe ich eine Zahn-Op, nach der ich vermutlich den restlichen Tag verdösen werde.

Es war wieder nett das Herbstlesen-Wochenende in eurer Gesellschaft zu verbringen. Schön, dass ihr Zeit dafür gefunden habt! Ich hoffe, ihr habt eine gute Woche vor euch! Wir lesen uns am kommenden Wochenende wieder! Gute Nacht! 🙂

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Heutige Mitleser*innen:

Herbstlesen im Oktober 2025 (Samstag, 18.10.)

Einige herbstlich verfärbte Bäume unter einem leicht bewölktem blauem Himmel. Über dem Himmel der Text: Herbstlesen im Oktober 2025 und die Adresse des Blogs.

Ich weiß nicht, wieso sich meine Wochen gerade so stressig anfühlen, aber ich bin froh, dass schon wieder Wochenende ist. Genau genommen ist es ein Herbstlesen-Wochenende – was bedeutet, dass ich den Tag wieder mit möglichst angenehmen und erholsamen Tätigkeiten verbringen werde.

In den letzten Tagen habe ich „The Good Hawk“ von Joseph Elliott und „Black and Deep Desire“ von Claire Trella Hill beendet (und weiter in „The Barbizon“ von Paulina Bren gelesen). Zu einem neuen Roman vom SuB habe ich noch nicht wieder gegriffen – auch wenn ich das eine oder andere Buch angelesen habe. Stattdessen habe ich mich endlich dazu durchgerungen die „Penric & Desdemona“-Bücher von Lois McMaster Bujold als eBooks anzuschaffen – was dazu führte, dass ich in den vergangenen vier Tagen vier(einhalb) davon gelesen habe. Sie sind aber auch wirklich kurz!*hüstel* Da ich an diesem Wochenende aber weder unterwegs sein werde, noch bei schlechten Lichtverhältnissen lesen muss, suche ich mir für heute wohl doch erst einmal wieder einen Titel vom SuB. Aber vorher brauche ich noch etwas Zeit zum Wachwerden und für etwas Pflichtkram, bevor ich in den angenehmen Teil des Tages starte.

Update 10:30 Uhr

Ich habe eben erschreckend lange auf meinen SuB geschaut und mich nicht für ein Buch entscheiden können. Eigentlich hätte ich Lust auf einen Kriminalroman, aber nicht auf die, die ich gerade in Reichweite habe. Außerdem denke ich, dass ich eine kleine Pause von Kinder- und Jugendbüchern brauche – aber irgendwie fallen die Geschichten, die mich momentan beim Anlesen am ehesten reizen, dann doch wieder in diesen Bereich. Ich habe immer noch den angelesenen Hellboy-Comic hier liegen und könnte den erst einmal beenden … oder ich lese weiter Romane an, bis ich doch an einem hängenbleibe. Oder ich greife erst einmal zu „The Barbizon“ – das Buch würde ich gern in den nächsten zwei Wochen beenden und bin noch nicht einmal halb durch … Vielleicht sollte ich mir erst einmal Frühstück machen und dann schaue ich weiter. Ich habe ja den Rest des Tages, um mich für ein Buch zu entscheiden. *g*

Update 13:45 Uhr

Nach dem letzten Update habe ich noch ein bisschen Bücher gewälzt, ohne mich für einen Titel entscheiden zu können, und mir dann Frühstück gemacht. Zum Frühstück habe ich weiter in meinem aktuellen „Penric & Desdemona“-Band von Lois McMaster Bujold gelesen. Genauer gesagt bin ich gerade bei dem fünften Band mit dem Titel „Penric’s Mission“. Die (inzwischen) vierzehn Romane der Reihe drehen sich rund um Penric (der im ersten Band gerade mal 19 Jahre alt war) und die Abenteuer, die er gemeinsam mit seinem Tempeldämon „Desdemona“ erlebt. Genau genommen besteht Desdemona aus den Persönlichkeiten (und Erinnerungen) der früheren „Reiter“ des Dämons – was für Penric bedeutet, dass er im Prinzip mit zehn älteren Schwestern (und einer Löwin und einer Stute – aber deren Erinnerungen sind so gut wie nicht präsent) in seinem Kopf lebt.

Die Verbindung zwischen ihm und Desdemona erlaubt ihm Magie zu wirken, auch wenn die Bedingungen, die damit verbunden sind, den Gebrauch sehr einschränken. Dass Penric und Desdemona überhaupt zusammengekommen sind, war ein Unfall. Wobei die Tempeldämonen zu dem fünften Gott dieser fantastischen Welt, dem Gott des Chaos, gehören und davon ausgegangen werden kann, dass dieser durchaus einen Plan bei diesem „Unfall“ verfolgte – auch wenn seine Tempeldiener den Dämon nach dem Tod seiner letzten Reiterin eigentlich an eine Heilerin weitergeben wollten. Bislang habe ich miterlebt, wie Penric zu seinem Dämonen kam, wie er dabei half einen flüchtigen Schamanen zu finden, der verdächtigt wurde einen Mord begangen zu haben, und wie er in einer an Venedig erinnernden Stadt einen Mann verfolgte, der von einem (unkontrollierbarem) Dämon besessen worden war. Mein aktueller Band beginnt mit Penrics Ankunft in einer Hafenstadt, wo er seinen ersten Auftrag als Spion (für seinen Erzherzog) erledigen soll. Doch bevor er überhaupt seine ersten Schritte in der Stadt machen kann, wird er verhaftet …

Geschichten von Lois McMaster Bujold mag ich immer kaum aus der Hand legen, aber auf der anderen Seite möchte ich das Tageslicht auch nutzen, um lieber gedruckte Bücher zu lesen. Weshalb ich nach dem Essen erst einmal zu dem „Hellboy“-Comic gegriffen habe, der seit dem letzten Wochenende unbeachtet neben dem Sofa lag. Vielleicht bekomme ich den Band ja heute beendet und kann dann morgen zum nächsten greifen … Mal schauen, wonach mir so im Laufe des Nachmittags ist.

Update 17:00 Uhr

Ich bin den Nachmittag über wirklich bei „Hellboy“ geblieben und habe den Comic nur aus der Hand gelegt, um meinen Apfel-Vanillepudding-Crumble zu löffeln und Milchkaffee zu trinken. Als mein Mann mitbekam, dass ich bei dem Teil der Hellboy-Geschichten angekommen war, bei dem Hellboy die Organisation BPRD verlassen hatte, war er kurz davor seine BPRD-Comicsammlung rauszukramen. Denn in den Heften stehen die Geschichten, die parallel zu Hellboys Erlebnissen passieren. Dabei lese ich die Omnibus-Comics, damit ich nicht die ganze Zeit mit den verschiedenen Serien parallel jonglieren muss! So schön es ist, dass das Hellboy-Universum inzwischen so viele Geschichten präsentiert, so unübersichtlich ist es doch, wenn man versucht das Ganze in eine einigermaßen logische Reihenfolge zu bringen. Außerdem muss ich zugeben, dass ich nicht die Stile aller Zeichner mag, die an Hellboy inzwischen beteiligt sind. So hat mich z.B. die Optik der von Richard Corben gezeichneten Geschichte nicht so angesprochen – wobei ich zugeben muss, dass ich den Stil von Gary Gianni, der für die letzte Geschichte in diesem Band verantwortlich ist, sehr mag. Sein Zeichenstil erinnert an Holzschnitte und das finde ich überraschend passend für das Hellboy-Universum. Dieses letzte Kapitel werde ich mir jetzt noch gönnen und dann schaue ich mal, womit ich die Zeit bis zum Kochen verbringen werde …

Update 19:55 Uhr

Bevor ich mich für den restlichen Abend einigel, wollte ich noch kurz ein kleines Update hier hinterlassen. Ich habe in den letzten Stunden nicht nur „Hellboy“ beendet (und fand den Zeichenstil von Gary Gianni wirklich großartig für eine Geschichte rund um Hellboy und ein verfluchtes Schiff – das mich ein wenig an den Fliegenden Holländer denken ließ), sondern auch „Penric’s Mission“ ausgelesen. Letzteres vor allem, weil ich keine Lust hatte mir ein neues Buch zu suchen … nur gut, dass ich noch ein paar „Penric & Desdemona“-Titel vor mir habe. *g* Danach ging es in die Küche, wo wir nicht nur den Abwasch des Tages erledigt, sondern auch Kidneybohnen-Wraps zubereitet haben. Genau genommen sind das Wraps mit einer Füllung aus Bohne, Reis, Paprika, Zwiebeln und Käse, die u.a. mit Sriracha scharf gewürzt werden, und nun im Ofen sind, damit der Käse schmelzen und die Wraps knusprig werden können. Die sollten gleich fertig sein und dann gibt es Abendessen und dazu eine Folge der Halloween-Staffel von „Is It Cake?“. Ich melde mich vor dem Schlafengehen dann noch einmal. 🙂

Update 23:00 Uhr (letztes Update)

Wenige Minuten nach dem letzten Update war unser Abendessen fertig und dazu haben wir eine Folge „Is It Cake?“ geschaut. Ich bin immer wieder fasziniert davon, mit welchen Techniken dafür gesorgt werden können, dass ein Kuchen wie ein vollkommen anderer Gegenstand ausschaut. Auf der anderen Seite bin ich aber auch immer ein bisschen fassungslos, weil diese Kuchen selten so ausschauen, als ob jemand sie wirklich essen wollen würde … Und da mein Mann dann fragte, ob es okay wäre, wenn er den Film, den ich ihm zum Geburtstag geschenkt hatte, im Dunkeln gucken würde, habe ich zum nächsten „Penric & Desdemona“-Band gegriffen und in einem Zug ausgelesen. Was jetzt nicht so schwierig war, da „Mira’s Last Dance“ gerade mal 110 Seiten umfasste und somit schnell zu lesen war. Die Handlung schließt direkt an die Geschichte in „Penric’s Mission“ an und ich habe mich wieder sehr gut unterhalten gefühlt – auch wenn ich am Ende ziemliches Mitleid mit Penric hatte.

Da es jetzt definitiv spät genug ist, um ans Schlafengehen zu denken, beende ich diesen Blogpost für heute. Auch wenn ich heute nicht so recht wusste, was ich lesen sollte (und morgen wieder vor der selben Frage stehe), bin ich doch wirklich zufrieden mit dem heutigen Lesetag. Ich habe „Hellboy“ und „Penric’s Mission“ beendet und „Mira’s Last Dance“ gelesen, nur „The Barbizon“ ist mal wieder zu kurz gekommen – vielleicht komme ich damit morgen mal wieder weiter. Jetzt schaue ich noch, wie es Anette heute Abend ergangen ist und gehe dann ins Bett. Bis morgen! 🙂

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Heutige Mitleser*in:

Elizabeth Lim: Six Crimson Cranes

„Six Crimson Cranes“ von Elizabeth Lim hatte ich vor über einem Jahr gleich zweimal angefangen und jedes Mal nach den ersten 50 Seiten pausiert, weil ich die Protagonistin Shiori nicht besonders mochte. Prinzessin Shiori ist in diesen ersten Kapiteln so ein typisches „armes reiches Mädchen“, das auf der einen Seite sehr einsam ist und immer wieder Wege sucht, um die Aufmerksamkeit seiner älteren Brüder zu erlangen. Aber Shiori wächst auf der anderen Seite eben auch sehr priviligiert auf und verhält sich häufig deutlich jünger und unverantwortlicher, als ihr Alter (und ihre Herkunft) es mich erwarten ließen. Das hat mich immer wieder dazu gebracht, dass ich das Buch zur Seite legte. Bei meinem letzten Versuch mit dem Roman hatte ich mir im August vorgenommen, dass ich zwei Stunden lang durchlesen würde, um zu schauen, ob ich nicht endlich über den Teil hinwegkomme, bei dem ich immer pausiert hatte. Was natürlich dazu führte, dass mich die Geschichte gerade mal vier (kurze) Kapitel später gepackt hatte.

Die Handlung in „Six Crimson Cranes“ wirkt wie eine asiatische Variante der „Sechs Schwäne“. Prinzessin Shiori’anma lebt zu Beginn der Geschichte mit ihren sechs älteren Brüdern im Haushalt ihres königlichen Vaters und ihrer wunderschönen Stiefmutter Raikama. Während ihre Brüder sich auf ihre zukünftigen Posten innerhalb des Reichs vorbereiten, sieht Shiori mit Abscheu auf ihre baldige Verlobung – nicht, weil ihr Zukünftiger so unangenehm ist, sondern weil diese Hochzeit sie von ihrer Familie und ihrem Zuhause wegführen und sie all der Freiheiten berauben wird, die sie als verwöhnte einzige Tochter des Königs genießt. Doch nachdem ihre Stiefmutter Raikama herausfindet, dass Shiori über verbotene Magie verfügt, belegt sie das Mädchen mit einem Fluch, verwandelt seine sechs Brüder in Kraniche und vertreibt die sieben Königskinder aus dem Palast. So muss Shiori nicht nur auf sich allein gestellt einen Weg finden, um den Fluch der auf ihr und ihren Brüdern liegt, zu brechen, sondern auch für ihren eigenen Lebensunterhalt sorgen. Letzteres wird davon erschwert, dass sie keinen Laut von sich geben darf, wenn sie nicht das Leben ihrer Brüder aufs Spiel setzen will.

Nachdem Shiori verflucht wurde, hatte ich sie überraschend schnell ins Herz geschlossen. Und so habe ich beim Lesen regelrecht mitgefiebert, wenn sie der Aufhebung des Fluchs ein Stückchen näher kam, und gelitten, wenn sie mal wieder einen Rückschlag erlebte. Kaum findet die Prinzessin sich außerhalb des Palasts wieder, entwickelt sie ein bewunderswertes Durchhaltevermögen und lernt sogar, erst einmal nachzudenken, bevor sie handelt. Diese Shiori mochte ich wirklich gern, ebenso wie einige der Nebenfiguren, denen sie im Laufe der Geschichte begegnet. Mir ging beim Lesen immer wieder durch den Kopf, dass für mich persönlich der Einstieg in den Roman deutlich einfacher und angenehmer gewesen wäre, wenn die Handlung mit Shioris Aufwachen nach ihrer Verfluchung begonnen hätte, während in Rückblenden dann der Weg dahin hätte erzählt werden können. Aber ich muss auch zugeben, dass ich älter bin als die „Young Adult“-Zielgruppe des Romans, und relativ wenig Geduld mit bestimmten Verhaltensweisen von Teenager-Protagonist*innen habe.

Von den ersten ungefähr 60 Seiten abgesehen, hat mich Elizabeth Lim mit ihrer Erzählweise wirklich überzeugen können. Ich mochte die Art und Weise, in der sie die vertrauten Elemente eines Märchens nimmt und daraus etwas sehr Eigenes macht, wobei die verschiedenen Figuren – vor allem Shiori und ihre Brüder – sich im Laufe der Zeit weiterentwickelten und selbst Charaktere, die anfangs in eine vertraute Schublade zu passen scheinen, einen immer wieder überraschende Facetten entdecken ließen. Außerdem ist die Autorin wirklich sehr gut darin, den verschiedenen Regionen, durch die Shiori reist, sehr individuelle Atmosphären zu verleihen. Am Ende von „Six Crimson Cranes“ würde ich zwar nicht behaupten, dass ich in Zukunft alle Veröffentlichungen von Elizabeth Lim lesen werde, aber ich werde definitiv noch zu der Fortsetzung „The Dragon’s Promise“ und der Vorgeschichte „Her Radiant Curse“ greifen, weil ich nicht nur wissen will, wie es mit Shiori weitergeht, sondern auch neugierig auf die Hintergrundgeschichte ihrer Stiefmutter bin.

Herbstlesen im Oktober 2025 (Sonntag, 12.10.)

Einige herbstlich verfärbte Bäume unter einem leicht bewölktem blauem Himmel. Über dem Himmel der Text: Herbstlesen im Oktober 2025 und die Adresse des Blogs.

Nach einem etwas holprigen Morgen hatte ich gestern einen wunderbar entspannten Lesetag. Ich habe es sehr genossen, dass ich so viel Zeit mit „A Thousand Steps into Night“ von Traci Chee verbringen konnte. Allerdings bedeutet das, dass ich mir heute eine neue Lektüre neben meinem Sachbuch („The Barbizon“ von Paulina Bren) suchen muss.

Vielleicht greife ich heute auch zum Comic – ich hatte eigentlich im September endlich mal die Hellboy-Box lesen wollen, bin aber nur zum ersten Band davon gekommen. Vielleicht nutze ich den heutigen Tag und fange mit dem zweiten Teil, „Strange Places“, an – ansonsten habe ich noch einen ganzen Stapel mit Romanen neben dem Sofa, die ich eigentlich alle „sofort“ lesen möchte. Aber vorher – wie immer – erst einmal Wachwerden und etwas Pflichtkram erledigen.

Update 11:00 Uhr

Nachdem ich mit meinem Pflichtkram fertig war, habe ich heute Morgen etwas durch meine Stapel gestöbert und bin an „Not Quite a Ghost“ von Anne Ursu und „The Rainfall Market“ von You Yeong-Gwang hängen geblieben. Beide Romane haben mir gefallen und ich bin noch unsicher, ob ich einfach in beiden heute weiterlese oder mich doch noch für eins der Bücher entscheide. „Not Quite a Ghost“ wird aus der Perspektive der elfjährigen Violet Hart erzählt, deren Familie in ein Haus in der Katydid Street zieht, das vorher einige Zeit leer stand. Das Haus an sich fühlt sich eigentlich nett an, aber Violets neues Zimmer mit seiner gemusterten gelben Tapete ist nicht gerade einladend – und im Laufe der Zeit kommt sie zu dem Schluss, dass sie nicht allein in dem Zimmer ist. Anne Ursu schreibt eigentlich immer schön atmosphärisch und ich denke, dass die Geschichte zu dem aktuellen grauen Herbstwetter passen könnte … „The Rainfall Market“ hingegen soll ein wohltuender und „netter“ Roman sein, bislang habe ich nur die Schülerin Serin kennengelernt, die in den letzten Jahren sehr viel Pech hatte und nun – einem Gerücht, das an ihrer Schule rumgeht, folgend – einen Brief an den geheimnisvollen Rainfall Market geschrieben hat, in der Hoffnung auf ein Goldenes Ticket, das ihrem Leben eine positive Wendung geben sollte.

Update 14:00 Uhr

Heute ist mir definitiv nach „nett“ und „unaufregend“ zumute – zumindest schließe ich das aus den Dingen, die ich gerade tue, um mich unterhalten zu lassen. 😉 Genau genommen habe ich mich nach dem letzten Update noch etwas online rumgetrieben, um mir dann Frühstück (aufgetaute und getoastete Sauerteig-Waffeln mit Vanillequark und Honig) zu machen. Zum Frühstück habe ich eine Folge von „Die Pokémon Concierge“ geschaut – was definitiv nett und unaufregend ist. *g*

Ansonsten bin ich bei „The Rainfall Market“ hängengeblieben, was sich für mich momentan eher wie ein märchenhaftes Jugendbuch liest. Ich habe extra noch einmal eine Rechercherunde gedreht und geschaut, ob irgendwo eine Alterseinschätzung für das Buch zu finden ist, aber es gibt keine, und ich kann mich auch nicht erinnern, dass irgendeine/r der Rezensent*innen etwas in der Richtung erwähnt hätte. Aber für mich fühlt sich das Ganze im Moment eher nach „Middle Grade“ an – was vollkommen okay, aber eben unerwartet ist. Ich finde es trotzdem nett gemeinsam mit der Protagonistin Serin die verschiedenen Bewohner des Rainfall Markets kennenzulernen und herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Update 17:00 Uhr

Nach dem letzten Update bin ich erst einmal zu „Hellboy“ gewechselt und habe ein paar Geschichten darin gelesen. Ich finde es spannend die Comics in der Reihenfolge zu lesen, in der sie in dieser Sammelausgabe veröffentlicht wurden, weil die Handlung chronologisch nach den Daten innerhalb der Geschichten veröffentlicht wurde. Was bedeutet, dass ich zwischen den vertrauten älteren Veröffentlichungen von Mike Mignola immer wieder über aktuellere Comics stolpere, die ich noch nicht kenne. Unter den heute gelesenen Kapiteln gab es auch eine Geschichte von Richard Corben, dessen Zeichenstil ich – gerade weil ich gerade recht viel Mignola-Zeichnungen gesehen habe – doch etwas gewöhnungsbedürftig finde. Inhaltlich gefiel mir seine Hellboy-Geschichte, aber optisch finde ich seine Figuren zu „weich“. Was natürlich auch daran liegt, dass Mike Mignola mit sehr klaren, harten Linien arbeitet, was mir sehr gut gefällt und weshalb ich den Wechsel zu Richard Corbens Stil dann umso extremer empfand.

Danach habe ich wieder zu „The Rainfall Market“ gegriffen und weiter Serins Erlebnisse verfolgt. Ich finde das Buch wirklich nett und entspannend zu lesen, verstehe aber so langsam auch, wieso so viele Rezensent*innen kaum mehr als „nett“ dazu zu sagen hatten. Es ist perfekt für mich am heutigen Nachmittag, aber es ist auch wirklich schwer mehr dazu zu sagen – zumindest nicht, ohne etwas zu spoilern. *g*

Update 20:00 Uhr

Der Abend ist bislang wirklich entspannt vergangen. Ich habe „The Rainfall Market“ beendet und die Geschichte war bis zum Ende sehr niedlich und entspannend. Ich muss den diversen Rezensent*innen zustimmen, dass es wenig überraschende Wendungen gab und alles sehr vorhersehbar endete. Aber es war auch genauso nett und süß wie erwartet und somit genau das richtige Buch für einen erholsamen Sonntag. Bis zum Abendessen (den restlichen Zwiebelkuchen von gestern, den mein Mann aufgewärmt hat) habe ich mit der Switch verbracht – und zum Essen gab es das Halbfinale von „Next Gen Chef“. Das ist eine Netflix-Serie rund um einen Kochwettbewerb und die sechs Kandidaten, die in dieser Folge noch dabei waren, fand ich eigentlich alle recht sympathisch und es war schön zu sehen, dass sie alle aus unterschiedlichen Richtungen kamen. Sonst sind es oft diejenigen, die Berufserfahrung im „fine dining“ haben, die am Ende noch übrig bleiben, aber hier sind die übriggebliebenen Kandidaten sehr gemischt und das ist schön zu sehen.

Update 22:45 Uhr (letztes Update)

Da ich so langsam müde werde, gibt es hier ein letztes Update von mir für heute. Nach dem Abendessen (und der letzten Beitragsaktualisierung) habe ich ein paar Zeilen in „The Good Hawk“ von Joseph Elliott lesen und dann zu „The Barbizon“ greifen wollen. Statt aber das Buch zu wechseln, bin ich bei „The Good Hawk“ hängengeblieben und habe fast die Hälfte des Romans gelesen. Die Geschichte spielt in einem fantastisch angehauchten, historischem Schottland und wird abwechselnd aus der Sicht von Agatha und Jaime erzählt. Beide sind fünfzehn Jahre alt, beide sind recht behütet in ihrem Clan auf der Insel Skye aufgewachsen und beide haben gerade mal die ersten Monate in den Beruf(ung)en hinter sich, denen sie ihr Leben lang nachgehen werden. Doch Jamie soll in wenigen Tagen mit einem Mädchen von einem anderen Clan verheiratet werden (obwohl Ehen in seinem Clan keine Tradition haben) und Agatha macht während ihrer Schicht als „Hawk“ einen Fehler, der ihre Eignung für diese Tätigkeit in Frage stellt.

Im Moment mag ich beide Perspektiven gern lesen. Jaime ist ziemlich unsicher und so gar nicht davon überzeugt, dass er als Angler geeignet ist (und sei es nur, weil er zu Seekrankheit neigt). Außerdem graut es ihm davor ein fremdes neunjähriges Mädchen zu heiraten, nur weil die Ältesten sich Unterstützung gegen eventuelle Feinde erhoffen. Agatha hingegen ist fest davon überzeugt, dass sie als Hawk richtig gut ist. Während ihr Clan sich nicht sicher ist, ob sie aufgrund ihrer angeborenen Behinderung (aufgrund der Beschreibungen gehe ich davon aus, dass sie eine Person mit Down Syndrom ist) überhaupt in der Lage ist nützlich zu sein. Doch nach einem Überfall auf den Clan sind es diese beiden, die sich aufmachen, um ihre verschleppten Clanmitglieder zu retten. Wie gesagt, ich mag beide Perspektiven und bin gespannt wie es weitergeht, aber jetzt wird es definitiv Zeit ins Bett zu gehen.

Das war wieder ein angenehm entspanntes Herbstlesen-Wochenende und ich habe dieses Mal deutlich mehr gelesen, als ich erwartet hatte – was immer schön ist! Ich hoffe, wir lesen uns am kommenden Wochenende wieder und ihr habt bis dahin eine angenehme Woche! 🙂

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Heutige Mitleser*in:

Herbstlesen im Oktober 2025 (Samstag, 11.10.)

Einige herbstlich verfärbte Bäume unter einem leicht bewölktem blauem Himmel. Über dem Himmel der Text: Herbstlesen im Oktober 2025 und die Adresse des Blogs.

In der vergangenen Woche bin ich nicht viel zum Lesen gekommen, weshalb ich immer noch „A Thousand Steps into Night“ von Traci Chee lese, ebenso wie ich immer noch „The Barbizon“ von Paulina Bren lese. Allerdings habe ich in der Woche mit „Black and Deep Desire“ von Claire Trella Hill als mein neues eBook angefangen.

Ich weiß nicht mehr, welche Autorin das Buch in ihrem Newsletter empfohlen hatte, aber ich war dadurch neugierig genug geworden, um den Roman (für ganze 99 Cent) zu kaufen, ohne die Schreibweise von Claire Trella Hill vorher anzutesten. Bislang habe ich ungefähr ein Fünftel der Geschichte gelesen und genieße den „Gothic“-Teil der „Gothic Vampire Romance“ sehr. *g* Bevor ich aber heute zum Buch greife, muss ich erst einmal richtig wach werden und meinen morgendlichen Pflichtkram erledigen. Wir lesen uns später wieder!

Update 11:00 Uhr

Uhhhhh, im Moment habe ich das Gefühl, dass das heute nicht mein Tag wird. Ich habe mir die Schulter leicht gezerrt, als ich etwas aus dem Schrank nehmen wollte, was nicht wirklich schlimm, aber definitiv lästig ist. Außerdem habe ich eben die Zwiebeln vorgegart, die ich für den Zwiebelkuchen heute Abend benötige, und sie waren in einem so schlechtem Zustand, dass ich erschreckend viel wegwerfen musste. Das ist eigentlich nicht genug Füllung für ein Blech, aber ich habe keine Lust noch einmal loszulaufen, neue Zwiebeln zu kaufen und die auch noch zu putzen und zu garen. *grummel* Immerhin habe ich jetzt all meinen Pflichtkram für heute Vormittag erledigt und kann mich jetzt erst einmal auf dem Sofa einrollen. Da mein Mann heute ein Solo-Brettspiel spielen wird, kann ich mich ganz auf meine Bücher konzentrieren. Aber vorher werde ich Frühstücken und vermutlich eine Runde mit der Switch spielen, um etwas bessere Laune zu bekommen.

Update 14:00 Uhr

Die vergangenen drei Stunden sind überraschend schnell vergangen. Ich habe mir nach dem letzten Update Frühstück gemacht und dazu eine (für mich) neue Anime-Serie angetestet. In „Sword Art Online“ werden 11.000 Spieler am ersten Spieltag von dem Entwickler des gleichnamigen VR-Spiels in der Spielewelt festgehalten. Er verkündet den Spielern, dass ihr Tod im Spiel auch in der realen Welt zu ihrem Tod führen würde, ebenso wie das Abschalten des VR-Helms – nur das Besiegen des Endboss‘ würde ihnen ermöglichen das Spiel lebend zu verlassen. Am Ende der ersten Folge erfährt man noch, dass im ersten Monat schon die ersten 2000 Spieler starben – und ich weiß noch nicht, was ich davon halte. Mal schauen, ob ich die Serie weitergucke oder demnächst noch was anderes anteste. Anime-Serie haben mit 20-25 Minuten pro Folge für mich die perfekte Länge für mein Frühstück, wenn ich nicht gerade zum eReader greife.

Ansonsten habe ich einige Zeit mit der Switch verbracht und nicht nur meine täglicher kurze Aufgabe bei „Stitch“ erledigt, sondern auch eine Runde über meine Animal-Crossing-Insel gedreht und mal wieder bei „Hello Kitty Island Adventure“ reingeschaut. Letzteres hat vor kurzem ein neues Gebiet bekommen, was ich von der Grundidee wirklich lustig und süß finde. Aber es nervt mich, dass ich mich in dem Gebiet nicht einfach so bewegen kann, sondern die ganze Zeit von einer Insel/einem Inselfragment zur/m nächsten hüpfen muss. Es gibt eine ganze Reihe von Teleportern, die sich durch Zauberstäbe aktivieren lassen, um auf die verschiedenen Ebenen zum kommen – und das alles sorgt dafür, dass ich das Gefühl habe, ich habe überhaupt keinen Überblick über das Gebiet. Was lästig ist, wenn ich nur eben an einer bestimmten Stelle was erledigen will und dann (gefühlt) unendlich lange brauche, um den dementsprechenden Ort wiederzufinden.

Update 17:00 Uhr

Ich genieße es gerade sehr in „A Thousand Steps into Night“ zu lesen. Sehr viele Kapitel habe ich in dem Roman leider nicht mehr vor mir, aber Miukos musste in den letzten Kapiteln all ihren Einfallsreichtum und ihre (teilweise) Zugehörigkeit zur Geisterwelt einsetzen, um diverse Probleme zu lösen und ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte am Ende ausgeht. Mir macht diese japanisch-angehauchte Welt mit all ihren Geister, (Halb-)Göttern, Dämonen und Gestaltwandlern wirklich viel Spaß, ich mag die Schreibweise von Traci Chee und ich fürchte, dass das bedeutet, dass ich meinen Wunschzettel aufstocken muss … *g*

Update 20:00 Uhr

Nur ein kurzes Lebenszeichen, bevor es Abendessen gibt. Ich habe inzwischen „A Thousand Steps into Night“ von Traci Chee beendet und habe gerade dieses zufriedene Gefühl, das das Beenden eines guten Romans begleitet. 🙂 Die Geschichte hat mir so viel Freude bereitet … da muss ich noch ein bisschen drüber nachdenken, wie ich das in Worte fassen kann. Aber jetzt muss erst einmal der Zwiebelkuchen aus dem Ofen geholt werden – ich melde mich später noch einmal!

Update 23:00 Uhr (letztes Update)

Das letzte Update habe ich extra kurz halten müssen, weil während des Schreibens schon der Küchenwecker anfing sich zu melden (und dann haben wir den Zwiebelkuchen noch zehn Minuten länger im Ofen gelassen, weil er noch etwas zu weich zu sein schien). Nach all dem Ärger, den ich heute morgen mit den Zwiebeln hatte, muss ich zugeben, dass es sich mal wieder gelohnt hat. Ich mache den Kuchen sehr selten, weil es eben doch etwas Zeit dauert und einige Zutaten verwendet werden, die ich nur selten im Haus habe, aber er ist wirklich verflixt lecker! 🙂

Beim Essen gab es – wie schon am letzten Wochenende – einen „Bryan Edgar Wallace“-Film mit Audiokommentar. Ich finde es auf der einen Seite spannend, was für Hintergrundinformationen dabei geliefert werden, und auf der anderen Seite amüsant, welche Gedanken sich die beiden britischen Kommentatoren über deutsche Sehgewohnheiten, „deutsche Krimis“ und ähnliches machen. Wobei ich sagen muss, dass ich jedes Mal, wenn sie etwas zum Thema Agatha Christie zu sagen haben, das Gefühl habe, ich müsste lauthals widersprechen. Zum Glück hat mein Mann selber oft genug das Bedürfnis den Kommentar zu pausieren, um etwas zum gerade gesagten anzumerken. *g* Und da der Film deutlich länger dauerte, als unser Abendessen, habe ich nach dem Essen noch zu dem Stapel Flickzeug gegriffen, der seit einiger Zeit auf dem Wohnzimmertisch (*hüstel*) liegt. Meine zu reparierende Naht und der Film waren fast zeitgleich fertig, was sehr gut passte. Jetzt habe ich nur noch zwei Sachen zu nähen – mal schauen, ob ich das im Laufe des Herbstlesens noch hinbekomme, oder ob unser Wohnzimmertisch noch länger von meinem Flickzeug „geschmückt“ wird.

Danach hatte ich noch ein bisschen Zeit, um zu „The Barbizon“ zu greifen. Sehr viel habe ich in dem Buch in der letzten Woche nicht gelesen, so dass ich noch im zweiten Kapitel bin, in dem es um das „Gibbs girl“ geht. Genau genommen beginnt das Kapitel mit Katharine Gibbs, die mit 46 Jahren frisch verwitwet „Katharine Gibbs Secretarial School“ gründete und so sehr vielen gebildeten, jungen Frauen die Gelegenheit zu einer guten Sekretärinnen-Ausbildung verschaffte – was besonders in den Jahren der Großen Depression eine der wenigen Optionen für eine relativ sichere finanzielle Zukunft für eine unverheirate war. Ich finde es faszinierend mehr über die Frauen zu lesen, die Vorbild für so viele arbeitende Protagonistinnen in alten sw-Filmen waren. Trotzdem wird es langsam Zeit ins Bett zu gehen – wir lesen uns morgen wieder! 🙂

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Heutige Mitleser*in:

Lese-Eindrücke September 2025

Im September habe ich (wie so oft) deutlich weniger gelesen, als mir lieb gewesen wäre. Aber da unter den gelesenen Titeln einige Bücher waren, zu denen mir „nur“ ein paar Zeilen eingefallen sind, gibt es hier dann doch wieder einige Lese-Eindrücke:

Francesca Gibbons: A Clock of Stars 1 – The Shadow Moth

„The Shadow Moth“ lag seit November oder Dezember 2021 auf meinem SuB, und so wurde es in diesem September wirklich mal Zeit, das Buch zu lesen. Die Geschichte wird aus der Perspektive der elfjährigen Imogen erzählt, die – gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Marie – der titelgebenden Motte in ein fantastisches Land folgt. Dort freunden sich die beiden Schwestern mit dem etwa gleichaltrigen Prinzen des Reichs an und erleben auf der Suche nach einem Heimweg so einige Abenteuer. Es gibt hin und wieder Geplänkel zwischen den drei Kindern, sie müssen eine Menge Gefahren überstehen und treffen auf sehr viele fantastische Wesen. Alles in allem weist „The Shadow Moth“ alle Elemente auf, die zu einer erfolgreichen Portal-Fantasy-Geschichte gehören. Das Ganze wird noch ergänzt von den charmanten Illustrationen von Chris Riddell, die die verschiedenen Charaktere und wichtigsten Situationen liebevoll einfangen. Trotzdem konnte mich die Geschichte nicht in ihren Bann ziehen. Ich kann gar nicht genau sagen, woran es lag, aber bei mir sprang der Funke einfach nicht über. Francesca Gibbons hat so einige hübsche kleine Ideen in ihrem Buch untergebracht, die mir beim Lesen auch aufgefallen sind, aber berührt hat mich nichts von dem, was ich gelesen habe. Wenn der Roman nicht so zügig zu lesen gewesen wäre, hätte ich vermutlich nach 230 von 480 Seiten abgebrochen, weil es mich so wenig interessierte, wie die Handlung weiterging. Immerhin weiß ich nun, dass diese Trilogie nichts für mich ist, und ich habe ein weiteres „älteres“ Buch vom SuB entfernt.

Yukito Ayatsuji: The Mill House Murders

Nachdem ich „The Decagon House Murders“ von Yukito Ayatsuji schon sehr genossen hatte, habe ich natürlich noch einen weiteren Kriminalroman von dem Autor lesen wollen. Die Geschichte in „The Mill House Murders“ teilt sich auf in einen aktuellen Handlungsstrang (28./29. September 1986) und einen früheren Handlungsstrang (28./29. September 1985), wobei Teile des aktuellen Parts aus der Sicht des Hausherrn des Mill House erzählt werden. Es gibt einige Elemente, in denen sich dieser Roman und „The Decagon House Murders“ ähneln. So spielen beide Geschichten in Häusern, die von demselben Architekten gebaut wurden, ihre Besitzer sind eher reich und exentrisch, und die Morde passieren in einer isolierten Umgebung. Dabei fand ich es dieses Mal einfacher, den verschiedenen Hinweisen zu folgen und meine Schlüsse zu ziehen, wobei das nichts daran änderte, dass die Geschichte faszinierend und der Fall knifflig zu lösen war. Genau genommen hatte ich zwar früh einen Verdacht, wer der Mörder sein könnte, aber den genauen Ablauf der Taten und den letzten Kniff hinter all den Vorfällen habe ich dann doch erst relativ kurz vor der Auflösung erraten. Es gibt ein paar Elemente in den Romanen, die ich bei einem aktuellen Titel etwas ärgerlich fände und bei denen man den Geschichten ihr Alter und die Tatsache, dass sie von einem Mann geschrieben wurden, anmerkt – vor allem, wenn es um die eher eindimensionalen Frauenfiguren geht. Aber ich mag die Herausforderungen, die diese Kriminalfälle für mich mit sich bringen, und fühle mich insgesamt sehr gut davon unterhalten.

T. Kingfisher: Hemlock & Silver

„Hemlock & Silver“ ist das aktuellste „märchenhafte“ Buch von T. Kingfisher (Ursula Vernon), wobei die Autorin dieses Mal Schneewittchen-Elemente für ihre Geschichte aufgegriffen hat. Genau genommen wird die Handlung aus der Perspektive von Anja erzählt, die sich von klein auf für Gifte interessiert hat. Als der König nun befürchtet, dass seine einzige noch lebende Tochter vergiftet wurde, bittet er Anja um ihre Expertise. Wie auch sonst bei Ursula Vernons Büchern gibt es viele wunderbare (ältere) Charaktere in dem Roman und noch mehr absurde/gruselige Elemente, was bedeutet, dass ich mich beim Lesen von „Hemlock & Silver“ wirklich amüsiert habe. Aber ich muss auch zugeben, dass mir dieses Mal ein bisschen die Passagen fehlten, die mich sonst beim Lesen innehalten lassen. Die, die ein bisschen tiefer treffen, gerade weil der Großteil der Geschichte faszinierend absurd und amüsant und trotz aller fantastischen Elemente so bodenständig ist. Anja selbst ist ein großartiger bodenständiger Charakter, unbeholfen im Umgang mit Menschen und sehr begeisterungsfähig, wenn es um ihr Spezialgebiet geht, und ich habe ihre Perspektive wirklich gern verfolgt. Aber all die Details rund um Gifte und das Rätsel der Spiegel im königlichen Landsitz haben mir das Gefühl gegeben, dass es weniger Raum gab für anderes. Was nicht bedeutet, dass der Roman schlecht oder enttäuschend war – wie gesagt, ich habe mich beim Lesen sehr gut unterhalten gefühlt! – nur etwas anders, als ich es erwartet hatte. (Mit ein bisschen Abstand frage ich mich, ob mein „Problem“ mit der Geschichte war, dass die Handlung – im Gegensatz zu allen anderen märchenhaften Romane von T. Kingfisher, an deren Erzählperspektive ich mich erinnern kann – aus der Ich-Perspektive erzählt wurde.)

Virginia McClain: Dungeons and Dragon Dating

„Dungeons and Dragon Dating“ von Virginia McClain war der perfekte Roman für die Zeit, die ich Ende September im Zahnarzt-Wartezimmer verbracht habe. Die Geschichte dreht sich um die Feuermagierin Kiara und die Herdhexe Lyra, die – dank eines „Dragon Dating Service“ – gemeinsam auf ein ungewöhnliches Date gehen. Beide Frauen haben in der Vergangenheit Beziehungen gehabt, die sie mit dem Eindruck zurückgelassen haben, dass sie für eine langfristige Partnerschaft nicht geeignet sind, weshalb beide nicht ganz freiwillig an diesem Date teilnehmen. Zu ihrer Überraschung finden Kiara und Lyra sich bei ihrer Verabredung in einem verfluchten Wald mit allerlei Gefahren wieder, die sie nur mit Kiaras Feuermagie und Erfahrung als Abenteurerin und Lyras Einfallsreichtum (und den turnerischen Fähigkeiten, die sie als Burlesque-Tänzerin gewonnen hat) bewältigen können. Die gerade mal knapp 200 Seiten Handlung waren sehr vorhersehbar und brauchten wenig Aufmerksamkeit, aber ich habe mich damit gut unterhalten gefühlt. Kiara und Lyra sind sympathische Charaktere, die Gefahren in dem verfluchten Wald sorgten für ein paar amüsante Szenen, und ich mochte, dass die beiden Frauen miteinander geredet und sich – soweit in dieser Situation möglich – Zeit zum Kennenlernen genommen haben. Ich weiß allerdings nicht, ob ich auf die im kommenden Jahr erscheinende Fortsetzung zurückgreifen würde, wenn ich wieder eine ablenkende Lektüre für eine ähnliche Situation suche. Schließlich wurden für „Hatchets and Heartache“ von Virginia McClain einige „spicy“ Szenen angekündigt – was ich dann doch nicht so gern in der Öffentlichkeit lesen, während ich auf einen unangenehmen Termin warte. 😉

Herbstlesen im Oktober 2025 (Sonntag, 05.10.)

Einige herbstlich verfärbte Bäume unter einem leicht bewölktem blauem Himmel. Über dem Himmel der Text: Herbstlesen im Oktober 2025 und die Adresse des Blogs.

Auch wenn ich – dank eines überraschenden Nachmittagsschlaf – weniger von meinem Lesetag hatte, als ich gehofft hatte, habe ich den gestrigen Samstag doch sehr genossen. Heute werde ich definitiv weiter in „A Thousand Steps into Night“ lesen (und vermutlich zu „A Honeymoon of Grave Consequence“ greifen, wenn ich die Hände beim Lesen freihaben will).

Ansonsten werde ich im Laufe des Tages die Suppe kochen, die gestern schon auf dem Essensplan stand, und mit meinem Mann eine weitere Brettspielrunde einlegen. Mal schauen, ob ich sonst noch etwas auf die Reihe bekomme, aber mit der stehenden Planung für heute bin ich schon ganz zufrieden. Bevor ich aber zum Buch greife, brauche ich erst einmal wieder Zeit zum Wachwerden und dem Erledigen von etwas täglichem Pflichtkram.

Update 10:45 Uhr

Uh, heute ist einer dieser Tage, an denen es sich anfühlt, als ob ich alles in Zeitlupe erledigen würde. Aber ich habe meinen Pflichtkram hinter mich gebracht, die Suppe für heute Abend gekocht und sitze nun mit Tee auf dem Sofa und bin bereit in den vergnüglichen Teil des Tages zu starten! Wobei ich vermutlich nur ein bisschen in meinem eBook lesen werde, während ich meinen Tee trinke, um dann erst einmal ein bisschen mit der Switch zu spielen. Da spiele ich seit einigen Monaten jeden Morgen eine Runde „Stitch“, was ein nettes Knobelspiel ist, bei dem es täglich eine kleine neue Aufgabe gibt. Ich bin fest entschlossen meine 365-Tage-Auszeichnung zu erlangen – auch wenn das noch ein paar Monate hin ist. 😉

Update 13:45 Uhr

In der Zwischenzeit habe ich nicht nur ein bisschen mit der Switch gespielt und in meinen beiden Büchern gelesen, sondern auch gefrühstückt. Heute gab es mein übliches Porridge statt mit Zimt mit Backkakao, weil die etwas sehr reife Banane definitiv etwas ergänzendende Bitterkeit gebrauchen konnte. Beim Frühstück habe ich zu „A Honeymoon of Grave Consequence“ gegriffen und bin bei einer Begegnung, die die Protagonistin Margaret in einem Gasthaus hat, über den Begriff Nachzehrer gestolpert. Was natürlich bedeutete, dass ich – da mir die Bezeichnung noch nicht untergekommen war – erst einmal schauen musste, ob es so eine Kreatur wirklich unter den deutschen Sagengestalten existiert. Wenn ich allerdings Wikipedia glauben darf, dann soll ein Nachzehrer traditionell eher so etwas wie ein Vampir sein, während Stephanie Burgis den Begriff für einen Ghul benutzt.

Eine zartgrüne Schale mit goldbraunem Porridge, Bananenscheiben und darauf verstreut ein paar Schokotropfen.

Dieser Ghul Nachzehrer – mit dem Namen Leonie – und Margaret gehen sich bei ihrer ersten Begegnung gegenseitig schrecklich auf die Nerven. Aber nachdem Lord Riven seiner Frau mehr über Leonies Hintergrund erzählt hat, bereut sie gerade ein bisschen, dass sie so harsch war. Margaret ist nicht gerade gut darin mit anderen Personen Umgang zu pflegen, aber dafür ist sie ja mit einem in der Gesellschaft deutlich geschickterem Vampir verheiratet. 😉

Miuko hingegen hat in „A Thousand Steps into Night“ inzwischen gelernt, dass sie ihre Gefühle im Griff behalten muss, wenn sie das Voranschreiten ihres Fluchs nicht beschleunigen will. Aber es ist sehr schwierig sich nicht bei jedem Schritt darüber zu ärgern, wie sehr sie als Mädchen in ihrer Bewegungsfreiheit begrenzt wird. Unterhaltsam werden diese Elemente vor allem durch Geiki, den Elster-Gestaltwandler, der überhaupt kein Verständnis für menschliche Verhaltensweisen hat, aber trotzdem als der Mann ihrer kleinen Reisegruppe für Miuki alle Interaktion mit anderen Personen übernehmen muss. Das ist überraschend nett zu lesen und ich genieße die Geschichte weiterhin. Bevor ich aber weiterlesen kann, gibt es erst einmal eine Brettspielrunde mit meinem Mann.

Update 17:00 Uhr

Wir haben heute eine zweite Runde „Heat“ gespielt, da wir ja noch eine Strecke hatten, die wir nicht ausprobiert hatten. Ich muss zugeben, dass ich nach der Hälfte des Spiels das Gefühl hatte, ich hätte schon verloren und würde nie wieder aufholen können. Denn während mein Mann (mit dem orangen Auto) relativ sehr viel Glück mit seinem Zug hatte, hatte ich (mit dem grünen Auto) sehr viel Pech und landete nach dem gleichen Zug im Prinzip eine Runde hinter ihm – und so blieb es dann für den Großteil des restlichen Spiels. Lustigerweise drehte sich die Situation dann beim vorletzten Zug (siehe Foto), so dass wir danach gleichauf lagen und der Ausgang des Spiels nun auf einmal von unserem Kartenglück beim letzten Zug abhing. Am Ende hatte ich drei Punkte mehr als er und konnte ungläubig vor mich hinkichernd als erste über die Ziellinie fahren.

Nach dem Brettspiel ging es zurück aufs Sofa und zu meinen Büchern. Da ich durch Birthes Beitrag daran erinnert wurde, dass ich ja zum Monatsanfang eigentlich ein Sachbuch anfangen wollte, habe ich zu meinem neusten SuB-Titel gegriffen. „The Barbizon“ erzählt die Geschichte des gleichnamigen Hotels und seiner Bewohnerinnen von 1928 bis 1981, als der erste männliche Bewohner in das Barbizon aufgenommen wurde. Gebaut wurde das Hotel, um den vielen alleinstehenden, jungen, weißen Frauen aus der Mittel- und Oberschicht ein Zuhause zu bieten, die nach New York gekommen waren, um dort ihr Glück zu machen. So ist es nicht verwunderlich, dass neben so einigen Sekretärinnen auch berühmte Journalistinnen, Schauspielerinnen, Schriftstellerinnen, Bildhauerinnen und andere Künstlerinnen dort gewohnt haben. Ich muss zugeben, dass ich bislang „The Bell Jar“ von Sylvia Plath nicht gelesen habe, aber sie hat das Barbizon – in dem sie selbst einige Zeit gelebt hat – wohl als „The Amazon“ in diesem Roman verewigt. Bislang habe ich gerade mal die Einleitung und das erste Kapitel, das „The Unsinkable Molly Brown“ – eine Titanic-Überlebende – als Aufhänger hat, gelesen.

Update 22:00 Uhr (letztes Update)

Heute gibt es das letzte Update relativ früh, da ich morgen früh aufstehen muss. Bis zum Abendessen habe ich „A Honeymoon of Grave Consequence“ ausgelesen und kann sagen, dass die Geschichte bis zum Ende sehr nett – und eine passende Fortsetzung zum ersten Teil – war. Zur Kartoffelsuppe gab es dann „Das Phantom von Soho“ – mein Mann hat von einem Kollegen eine Box mit Edgar-Wallace-Filmen geliehen bekommen, die er bald wieder zurückgeben möchte. Allerdings ist es so, dass diese Filme nicht wirklich auf Geschichten von Edgar Wallace basieren, sondern (wenn auch zum Teil nur dem Namen nach) nach Ideen seines Sohns Bryan Edgar Wallace gedreht wurden. Außerdem ist die Produktionsfirma nicht Rialto gewesen, sondern CCC – weshalb diese Filme auch nicht ständig früher im Fernsehen liefen, als meine Mutter die noch begeistert gesehen hatte. Es ist überraschend amüsant die von früher vertrauten Schauspieler wiederzusehen und auf die vielen kleinen Berliner Elemente zu achten, die verraten, dass der Drehort definitiv nicht in Großbritannien lag. Aber ich schaue die Filme vor allem deshalb mit, weil es Kommentare von britischen Filmkritikern und ähnlichen Personen gibt, deren Anmerkungen zu den alten deutschen Produktionen ich wirklich unterhaltsam finde. Danach habe ich noch ein bisschen in „A Thousand Steps into Night“ gelesen, aber das war es dann auch mit meinem Abend.

Ich habe dieses erste Herbstlesen-Wochenende wieder sehr genossen und fand es schön, dass wir heute so viele waren. Ich hoffe, ihr hattet auch eine angenehme Zeit und wir lesen uns an einem der nächsten Wochenenden wieder!

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Heutige Mitleser*innen:

Herbstlesen im Oktober 2025 (Samstag, 04.10.)

Einige herbstlich verfärbte Bäume unter einem leicht bewölktem blauem Himmel. Über dem Himmel der Text: Herbstlesen im Oktober 2025 und die Adresse des Blogs.

Obwohl das Wetter in den letzten Tagen angemessen herbstlich war, fühlt es sich an, als wäre der Oktober in diesem Jahr besonders früh dran. Aber ich freue mich auf ein paar entspannte Wochenenden in diesem Monat mit gemütlichen Lesestunden, Brettspielrunden und anderen angenehmen Tätigkeiten. 🙂

In den letzten Tagen habe ich kaum gelesen, da mein Mann eine Woche Urlaub hatte und ich mit gemeinsamen Vorhaben, Geburtstagskuchen backen und ähnlichem gut beschäftigt war. Was bedeutet, dass ich kein aktuelles Buch habe, auf das ich heute zurückkommen kann, sondern heute Vormittag erst einmal schauen muss, worauf ich so Lust habe. Außerdem werden wir heute vermutlich eine Brettspielrunde einlegen, denn dazu sind wir in der letzten Woche nicht gekommen, obwohl wir so viel spielen wollten. Doch vorher brauche ich erst einmal ein bisschen Zeit zum Wachwerden und für den morgendlichen Kram, den ich erledigt haben will, bevor ich zum entspannten Teil des Tages übergehe.

Update 10:30 Uhr

Abgesehen davon, dass ich noch auf die Lieferung der Gemüsekiste warte, damit ich die dann verstauen kann, bin ich für heute Vormittag erst einmal mit allem Pflichtkram durch. Allerdings hoffe ich, dass die Kiste heute nicht so spät kommt, weil von der Lieferung mein Frühstück abhängt … es sei denn, ich werde vorher schon so hungrig, dass ich mir was anderes überlegen muss. *g*

Nach einem Blick auf all die Bücher, die ich in den nächsten Wochen noch lesen will, habe ich gerade „A Thousand Steps into Night“ (Wieso will ich den Titel immer mit einem „the“ schreiben? Da sollte ich mal schauen, bei wie vielen SuB-Listen ich das falsch geschrieben habe …) von Traci Chee vom Stapel gezogen. Von dem Roman fand ich die Leseprobe wirklich wunderbar atmosphärisch und ich glaube, das könnte die richtige Geschichte für den heutigen Tag sein.

Update 14:00 Uhr

Nach dem letzten Update habe ich erst einmal gemütlich in „A Thousand Steps into Night“ gelesen und auch wenn ich kaum mehr Seiten geschafft habe, als die schon bekannte Leseprobe hatte, habe ich diese Kapitel wieder sehr genossen. Die Geschichte dreht sich um die siebzehnjährige Otori Miuko, deren Vater ein Gasthaus in einem runterkommenen Dorf betreibt. Miuko ist zu laut und zu unbeholfen für ein Mädchen und die Tatsache, dass ihre Mutter vor einigen Jahren ein Pferd gestohlen und die Familie verlassen hat, wirft einen weiteren Schatten auf ihr Leben. Aber grundsätzlich ist sie damit zufrieden sich um ihren Vater und das Gasthaus zu kümmern. Doch an dem Tag an dem die Handlung beginnt, häufen sich auf einmal übernatürliche Ereignisse rund um Miuko und führen dazu, dass sie verflucht wird. Bislang freue ich mich sehr über all die Auftritte von japanischen übernatürlichen Wesen und über die Ausdrucksweise der Autorin – ich glaube, mit dem Roman werde ich später noch einige nette Stunden verbringen.

Aber erst einmal musste ich das Lesen unterbrechen, um die Gemüsekiste zu verstauen und mir mein Frühstück zu machen. Da ich davon ausging, dass die Gemüsekiste zu spät kommen würde, hatte ich schon eine Scheibe von meinem Brot aufgetaut – weshalb es ein Brot mit Butter, ein paar übriggebliebene Falafel von Donnerstag und zwei Möhren zum Frühstück gab. Außerdem wechselte ich zu „A Honeymoon of Grave Consequence“ von Stephanie Burgis, nachdem ich gestern den ersten Teil der „Unexpected Adventures of Lady and Lord Riven“ gelesen hatte. Die Honeymoon-Geschichte ist erst in dieser Woche erschienen und nachdem im erstem Band („A Marriage of Undead Inconvenience“) aus einer Vernunftehe zwischen dem existenzmüden Vampir Lord Riven und der um ihr Erbe gebrachten Gelehrten Margaret eine liebevolle Partnerschaft wurde, dreht sich dieser Band nun um die Hochzeitsreise der beiden Figuren. Wobei Lord und Lady Riven dieses Mal Großbritannien verlassen haben, damit Margaret übernatürliche Elemente im Schwarzwald studieren kann. Die erste Geschichte war etwas vorhersehbar, aber auch sehr unterhaltsam und nachdem ich bislang die Ankunft der beiden in einem abgelegenen Gasthaus im Schwarzwald miterlebt habe, bin ich gespannt, welche Gefahren auf die beiden warten und was für unerwartete neue Verbündete Margaret (wenn ich nach dem Klappentext gehen kann) finden wird.

Update 17:00 Uhr

Der Nachmittag ist überraschend schnell mit dem Spielen von „Heat“ rumgegangen. Wir haben schon im Frühling eine Erweiterung für das Spiel (mit zwei neuen Rennstrecken und einigen weiteren Spielkarten) bekommen, die wir bislang noch nicht gespielt hatten. Heute haben wir dann endlich die erste der beiden Strecken (Niederlande) gespielt und mit den vielen Kurven und der sehr langen Geraden (rechte und untere Brettseite) war die überraschend herausfordernd zu spielen. Wobei ich bis zum vorletzten Zug richtig, richtig viel Glück hatte! Nur um mich dann beim vorletzten Zug zu verrechnen und danach nicht mehr richtig Tempo zu gewinnen. Was bedeutet, dass mein Mann heute mit einer Runde Vorsprung gewonnen hat. Mein einziger Trost ist, dass die automatisch vom Spiel gesteuerten Autos mich nicht mehr überholen konnten. 😉

Da ich mich nun etwas verfroren und müde fühle, krabbel ich jetzt mit einer Heißen Schokolade unter meine Sofadecke und lasse mich vermutlich ein bisschen berieseln.

Update 22:00 Uhr (letztes Update)

Nach meinem Nachmittagsupdate habe ich ein Video von Bernadette Banner über die Herstellung mittelalterlicher Schuhe geschaut und dann noch ein bisschen in „A Honeymoon of Grave Consequence“ gelesen. Ich finde die Geschichte wirklich nett, aber sie ist nicht gerade spannend und so ist es wohl kein Wunder, dass ich wenig später über meinem Buch eingeschlafen bin und erst kurz vor 19:00 Uhr wieder wach wurde. Was mir etwas zu spät für das Kochen der geplanten Suppe war, weshalb ich die für Mittwoch geplante One-Pot-Pasta vorgezogen habe. Die benötigt gerade mal zwanzig Minuten und so wenig Aufmerksamkeit, dass ich nebenbei noch das Geschirr, das im Laufe des Tages angefallen war, abwaschen konnte.

Zum Essen haben wir eine Folge von „Next Gen Chef“ geschaut, was ein Kochwettbewerb auf Netflix ist, bei der einige Köche um ein Preisgeld von 500.000 Dollar kämpfen. Bislang sind wir von der Unterschiedlichkeit und Fairness der Challenges angenehm überrascht, ebenso wie von der Nachvollziehbarkeit bei den Jury-Urteilen. Nachdem die Folge beendet war, habe ich endlich wieder zu „A Thousand Steps into Night“ gegriffen. Ich mag die Geschichte – ebenso wie die Protagonistin Miuko – bislang sehr. Der Klappentext bezeichnet den Roman als „Ghibli-esque“ und ich weiß nicht, ob sich das nur auf die japanischen Elemente oder auch auf die Figuren bezieht, kann aber (mit etwas Mühe) bei den verschiedenen Geistern und Dämonen Ähnlichkeiten mit Figuren aus „Spirited Away“ und in dem Elster-Gestaltwandler, der Miuko inzwischen begleitet, Züge von Howl erkennen. Es ist auf jeden Fall sehr unterhaltsam zuzusehen, wie die Protagonistin mehr über die übernatürliche Welt (der sie nun – solange sie den auf ihr liegenden Fluch nicht gebrochen hat – zwangsläufig angehört) erfährt. Ich freue mich darauf morgen darin weiter zu lesen. Aber erst einmal gibt es für mich noch eine entspannte halbe Stunde mit der Switch und dann wird es wohl Zeit ins Bett zu gehen. Wir lesen uns morgen wieder – bis dahin gute Nacht! 🙂

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Heutige Mitleser*in: