Ich hätte nicht gedacht, dass ich fünfzehn Monate nach dem Lesen von „Lonely Castle in the Mirror“ von Mizuki Tsujimura noch eine Rezension zu dem Roman schreiben würde. Aber dann habe ich im September einen Bericht gesehen über die steigende Anzahl von Hikikomori unter Japans Schüler*innen und das damit verbundene Stigma, das nicht nur die betroffenen Personen, sondern auch ihre Familien betrifft – und musste wieder an dieses Buch denken. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Kokoro Anzai, die in ihrem ersten Jahr an der Yukishina Junior High School ist und seit Wochen nicht am Unterricht teilgenommen hat. Als eines Tages der Spiegel in ihrem Zimmer aufleuchtet, entdeckt Kokoro, dass sie durch den Spiegel in ein geheimnisvolles Schloss gehen kann. Nach und nach treffen weitere Personen, die alle ungefähr in Kokoros Alter sind, in diesem Schloss ein und werden von einem Mädchen mit einer Wolfsmaske (der Wolf Queen) über die dort herrschenden Regeln informiert.
Jede der – inklusive Kokoro – sieben Personen verfügt über ein eigenes Zimmer in dem magischen Schloss, in dem sie sich tagsüber aufhalten dürfen. Allerdings müssen sie das Schloss bis 17 Uhr verlassen, weil sie sonst von einem Wolf gefressen werden. Außerdem gibt es im Schloss Hinweise auf die Lösung eines Rätsels, und die sieben Jugendlichen haben ein Jahr Zeit, um das Rätsel zu lösen – und der Person, die dabei erfolgreich ist, gewährt die Wolf Queen die Erfüllung eines Wunsches. Im Laufe der Wochen lernen sich die sieben Jugendlichen besser kennen, wobei es immer wieder kleinere und größere Auseinandersetzungen zwischen ihnen gibt, die auch schon mal dazu führen, dass jemand längere Zeit das Schloss nicht betritt. Trotzdem freunden sie sich miteinander an, genießen die gemeinsamen Stunden im Schloss und finden heraus, dass sie (fast) alle ähnliche Probleme haben, die dazu führen, dass sie seit längerer Zeit keine Schule besucht haben.
Es gibt zwei größere Enthüllungen in der Geschichte, die ich beide relativ vorhersehbar fand, was aber mein Vergnügen beim Lesen nicht getrübt hat. Denn auch wenn ich nicht alle Charaktere in dem Roman wirklich sympathisch fand, so habe ich doch gern verfolgt, wie Kokoro die anderen Jugendlichen kennenlernte und mehr über sie herausfand. Außerdem gibt es außerhalb des Schlosses noch den Teil der Handlung, in dem Kokoro – sehr langsam und zögerlich – mit Hilfe ihrer Mutter und einer Lehrerin versucht, eine Lösung für ihre Probleme zu finden, was ich sehr berührend fand. Vor allem aber mochte ich die vielen kleinen Szenen, in denen Kokoro es genießt, wieder Freunde zu haben, genauso wie die Momente, in denen ihr bewusst wird, wie viele Vorurteile sie doch verinnerlicht hat und wie wichtig es ist, eine Person erst einmal kennenzulernen, bevor sie über sie urteilt. Dabei gibt es sehr viele Elemente, die – meinem Gefühl nach – eine Menge über die japanische Gesellschaft und den Alltag in Japan erzählen, was ich immer wieder faszinierend finde.
Für mich war „Lonely Castle in the Mirror“ eine Geschichte, die ich in Stückchen genossen und bei der ich immer wieder über kleine zwischenmenschliche Aspekte nachgedacht habe. Obwohl die großen „Überraschungsmomente“ der Handlung vorhersehbar waren, habe ich interessiert verfolgt, wie die verschiedenen Charaktere auf diese Enthüllungen reagierten. Mizuki Tsujimura spricht mit ihrem Roman viele verschiedene Aspekte an, die Schüler*innen dazu bringen können, nicht am Unterricht teilzunehmen, zeigt aber auch die vielen – teils recht hilflosen – Versuche ihrer Umgebung, zu verstehen, was in diesen Personen vorgeht und wie ihnen geholfen werden kann. Das führt zu ein paar wirklich berührenden Momenten, die ich gern gelesen habe.
Es ist immer etwas seltsam, wenn der dritte Sonntag im Monat sich anfühlt, als ob er in der ersten Monatshälfte liegt … Aber auch wenn es sich seltsam anfühlt, so ist heute nun mal der dritte Sonntag im November und damit auch wieder Lese-Sonntag! Ich habe für heute keine konkreten Pläne, abgesehen davon, dass ich mit meinem aktuellen Sachbuch („An African History of Africa“ von Zeinab Badawi) etwas vorankommen möchte und hoffe, dass ich mich für einen Roman vom SuB entscheiden kann. Außerdem liegt immer noch der dritte Hellboy-Band auf dem Tisch neben dem Sofa, weil ich in den letzten Wochen nicht dazu gekommen bin ihn zu lesen …
Aber vorher muss ich – wie immer am Morgen – erst einmal richtig wach werden und etwas Pflichtkram hinter mich bringen. Bis später!
Update 10:45 Uhr
Uhhhh, irgendwie habe ich bislang nur einen Teil meines Pflichtkrams auf die Reihe bekomme, weil ich nur kurz eben ein Päuschen einlegen und ein Kapitel in meinem eBook lesen wollte. Tja, und dann wurde aus dem einen Kapitel ein angemessener Start in den Lese-Sonntag und so habe ich mal eben „The Undercutting of Rosie and Adam“ von Megan Bannen beendet. Das ist der dritte Teil der „Hart and Mercy“-Geschichten und während ich den zweiten Roman („The Undermining of Twyla and Frank“) zwar unterhaltsam, aber lange nicht so überzeugend wie „The Undertaking of Hart and Mercy“ fand, hat mich dieser Band wieder vollkommen hingerissen. Die Protagonistin Rosie ist – wie Hart im ersten Teil – eine Demi-Göttin, was bei ihr dazu führt, dass sie unsterblich ist. Oder genauer gesagt: Sie kann sterben, aber kurze Zeit später ist sie wieder lebendig und unverletzt. Was dazu geführt hat, dass sie in ihren über 175 Jahren Lebenszeit schon über hundert Mal gestorben ist und sich inzwischen sehr wünscht, dass sie doch sterblich wäre. Protagonist Adam hingegen scheint anfangs ein ziemlich gefühlloser Wissenschaftler zu sein, der für die Erfindung der Portale verantwortlich ist, die nach Tanria – dem Land, in dem bis vor zweihundert Jahren die alten Götter von den neuen Göttern gefangen gehalten wurden – führen und die momentan nicht zuverlässig funktionieren.
Ich habe mich beim Lesen ein bisschen gefragt, wieso mich der zweite Teil der Reihe so viel weniger berührt hat als die anderen beiden Bände und ich glaube, es liegt daran, dass sowohl Hart, als auch Rosie Demi-Götter sind und ihre Probleme deshalb deutlich mehr beinhalten als „wir stehen uns selber im Weg“ – was bei Twyla und Frank der Fall war. Sich zu verlieben, wenn man selber unsterblich ist, die andere Person aber nicht, beinhaltet eben mehr Herausforderungen als gewöhnlich. Wenn dann noch dazu kommt, dass sich die Götter immer wieder ins eigene Leben einmischen (und sei es nur, weil dein Vater ein Gott ist), dann vergrößern sich die Herausforderungen nur. Bei mir hat es auf jeden Fall dazu geführt, dass ich die letzten Kapitel meines Buchs eben nur lesen konnte, in dem ich schnell genug meine Tränen wegwischte, um überhaupt etwas sehen zu können. Zum Teil könnte das daran liegen, dass ich gerade sehr übermüdet bin, aber eben auch daran, dass ich Rosie und Adam wirklich mochte und mit ihnen mitgelitten habe, während sie versuchten ihre Freunde und Tanria zu retten, während sie gleichzeitig nach einem Weg suchten, der ihnen eine gemeinsame Zukunft ermöglichen würde. Das war ein sehr schöner Start in den Tag – auch wenn ich mich jetzt dann doch endlich aufraffen sollte, um endlich meinen Abwasch von gestern Abend zu erledigen. 😉
Update 14:30 Uhr
Nach dem letzten Update habe ich endlich meinen Abwasch erledigt und noch etwas rumgeräumt (unter anderem, damit ich den kleinen Tisch neben dem Sofa heute nutzen kann *g*). Außerdem gab es Frühstück und ich habe ein paar Bücher angelesen, um mich für eins zu entscheiden. Was ich dann doch nicht getan habe … stattdessen habe ich ein Mittagsschläfchen eingelegt, was natürlich wieder länger gedauert hat. Seitdem ich von meiner Mutter zurück bin, bin ich jeden Tag um die Mittagszeit eingeschlafen, was mir wirklich zu denken gibt. So eine ereignislose Reise sollte nicht so viel Energie kosten. Da ich immer noch unentschossen bin, was meine nächste Lektüre angeht, und ich mich immer noch nicht wachgenug fühle, um zum Sachbuch zu greifen, werde ich jetzt wohl erst einmal eine Runde mit der Switch spielen.
Update 17:00 Uhr
Den Nachmittag über habe ich gemütlich gespielt und mich dabei unerwartet lange bei „Animal Crossing“ rumgetrieben, weil ich zwei Sachen nicht gefunden habe, die eigentlich hätten da sein müssen. Das hat immerhin meinem Nachbarn Marius (ein grauer Ochse) die Chance gegeben sich in meine Wohnung einzuladen und mir ein Foto von sich als Gastgeschenk mitzubringen. Wie ihr sehen könnt, habe ich schon eine große Sammlung, aber das hindert mich nicht daran mich über jedes weitere Foto zu freuen. Vor allem, da das für mich bedeutet, dass ich meinen Nachbarn dazu überreden werde wegzuziehen, um Platz für eine neue Person (dieses Mal Gregor, der ebenso wie Marius einer der liebenswerten grumpigen alten Männer ist). Ein bisschen schade ist es, dass ich Marius durch den selben Charaktertypen ersetze, aber ich arbeite mich da systematisch durch die Nachbarn der ersten Generation durch. *g*
Nach dem Spielen habe ich ein bisschen in „Empire of Shadows“ von Jaqueline Benson gelesen. Ich weiß noch nicht recht, was ich von der Geschichte halten soll. Die Geschichte spielt 1898 und die Protagonistin Eleanora „Ellie“ Mallory hat gerade wegen ihrer Aktivitäten als Suffragette ihren Job verloren und gleichzeitig eine geheimnisvolle Karte in die Finger bekommen, die den Standort einer verschollenen Stadt im zentralamerikanischen Dschungel anzeigen könnte. Weshalb sich Ellie nun auf einem Dampfer befinden, der kurz davor ist in Belize City anzulegen, während sie gleichzeitig befürchten muss, dass eine andere Person hinter ihr her ist, um ihr die Karte wieder abzunehmen. Mehrere Autorinnen, deren Bücher ich gern lese, habe die Raiders-of-the-Arcana-Reihe von Jacqueline Benson empfohlen, weshalb ich jetzt doch mal den ersten Band als eBook gekauft habe, als es ihn in den letzten Tagen für 99 Cent gab. Aber so richtig davon überzeugt, dass der Roman etwas für mich ist, bin ich noch nicht …
Update 20:30 Uhr
Nach dem letzten Update bin ich online noch ein bisschen hängen geblieben, habe Kommentare geschrieben und mir ein Video angeschaut. Was natürlich bedeutete, dass ich etwas später in die Küche ging, als ich mir vorgenommen hatte. Das Abendessen habe ich heute etwas improvisiert, weil ich die Rote Beete aufbrauchen wollte, aber es war wirklich sehr lecker! Ich gebe zu, dass sich das auf dem Foto nicht sehr gut erkennen lässt, aber es gab Pasta mit Rote-Beete-Stückchen und einer Rosmarin-Rote-Beete-Sauce, die ich mit Cashewmus angereichert hatte. Allerdings hatte ich beim Pürrieren der Sauce einen kleinen Unfall und durfte dann erst einmal meine weiße Küche von rosaroten Sprenkeln befreien. Eins meiner Handtücher hat dabei auch gleich ein hübschen Tupfen-Muster abbekommen und ich werde vermutlich den morgigen Montag noch damit verbringen, dass ich bei Tageslicht nach weiteren Spuren suche. Immerhin habe ich schon alles abgewaschen, damit ich nicht morgen mit den Folgen meiner Kochaktion kämpfen muss. *g* Beim Essen habe ich noch etwas weiter in „Empire of Shadows“ – Ellie hat inzwischen den Protagonisten getroffen und es gab eine Szene, bei der er dachte, er müsse sie vor einer Schlange retten, während sie den Typen, der Messer-schwingend in ihr Badezimmer rannte, bedrohlicher fand als das Tier, das sie gerade in ihrer Badewanne vorgefunden hatte. Ich muss zugeben, so richtig springt der Funke immer noch nicht über. Ich werde wohl gleich mal schauen, ob mich nicht doch noch eins meiner anderen Bücher packt.
Update 22:30 Uhr (letztes Update)
Kurz bevor der Tag vorbei ist, habe ich es doch noch geschafft ein wenig in „Records of a Spaceborn Few“ von Becky Chambers zu lesen. Die Handlung in diesem Roman beginnt zeitlich an der Stelle, an der die Handlung von „The Long Way to a Small, Angry Planet“ endet, allerdings geht es weniger um Personen, die in einem Raumschiff reisen, als um diejenigen, die in der Exodus Fleet leben. Der Flotte, mit der vor langer, langer Zeit die Menschen die Erde verlassen haben und in der das Leben nach den selben Traditionen geführt wird, die von diesen Menschen ins All gebracht wurden. Wobei der Prolog, der einige Jahre früher spielt, schon andeutet, dass die Exodus Fleet kein sicherer Hafen mehr ist, da das hohe Alter der Schiffe die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Katastrophen kommt, steigen lässt. Wie immer habe ich das Gefühl, ich muss mich auf Becky Chambers Erzählweise erst einmal einlassen, darauf warten, dass ich die verschiedenen Protagonist*innen besser kennengelernt habe, und wieder mehr in einer Welt voller Alien-Rassen angekommen bin, bevor ich mehr über die Geschichte sagen kann. Aber immerhin bin ich nach den bisher gelesenen Kapiteln neugierig auf die weiteren Geschehnisse, die mich morgen da erwarten.
Jetzt wird es aber erst einmal Zeit den Tag zu beenden und ins Bett zu gehen. Es war wieder sehr nett den Lese-Sonntag gemeinsam mit euch zu verbringen und ich hoffe, ihr hattet einen ebenso erholsamen Tag wie ich! Habt einen guten Start in die Woche. Bis bald! 🙂
„The Insider“ ist mein erstes Buch von Mark Oshiro, und es hat mir wirklich sehr gut gefallen. Bevor ich mehr zu der Geschichte sage, möchte ich erwähnen, dass ich in dieser Rezension „they/them“ als Pronomen verwenden werde, weil das die Pronomen sind, die Mark Oshiro auf der eigenen Webseite für sich angibt, und weil es im Deutschen keine festen Pronomen für nichtbinäre Personen gibt. „The Insider“ wird aus der Perspektive von Héctor Muñoz erzählt, der aufgrund eines Jobwechsels seiner Mutter von San Francisco in den kleinen Ort Orangevale umziehen muss. Das Schlimmste daran ist für Héctor, dass er seine Schule – die sich auf Kunst und Schauspiel spezialisiert hat – und seine besten Freunde verlassen muss, aber er ist wild entschlossen, das Beste aus diesem Umzug zu machen. Doch trotz all seiner Bemühungen, einen Platz in seiner neuen Schule zu finden, eckt er immer wieder an, wird zur Zielscheibe der Schulbullys und muss zum ersten Mal in seinem Leben erfahren, dass ihn die Tatsache, dass er offen schwul ist, zu einem Außenseiter macht.
Es war wirklich schmerzhaft zu verfolgen, wie Héctor sich mit jedem weiteren Tag an dieser Schule immer kleiner macht, immer mehr versucht, sich anzupassen und den Erwartungen seiner Umgebung zu entsprechen, obwohl er dem Leser vor Schulbeginn als eine wunderbar schillernde und selbstbewusste Persönlichkeit vorgestellt wurde. Dabei ist nicht alles schlimm an seiner neuen Schule in Orangevale, so gibt es zum Beispiel eine wirklich sympathische Kunstlehrerin und eine Gruppe von Mitschüler*innen, die ebenso wie er Außenseiter sind. Aber selbst seine Versuche, unter den anderen „Misfits“ neue Freunde zu finden, scheitern daran, dass diese Angst vor den Schulbullys haben, die in Héctor ihre aktuellste Zielscheibe sehen. Einzig ein magischer Raum, der eines Tages in der Schule auftaucht und anscheinend nur von Héctor betreten werden kann, bietet dem Jungen eine Zuflucht während des Schulalltags.
Dieser Raum hält für Héctor all die Dinge bereit, die dieser gerade am dringensten benötigt, sei es eine Couch, auf der er Schlaf nachholen, oder ein Kühlschrank mit seinem Lieblingsgetränk, wenn er wieder einmal nicht zum Essen in die Cafeteria der Schule gehen kann. Nach einiger Zeit trifft Héctor sogar zwei Personen in diesem Raum, die zwar nicht auf die selbe Schule wie er gehen, mit denen er sich aber anfreunden kann – und sei es nur, weil Juliana und Sal mit ähnlichen Herausforderungen an ihren eigenen Schulen zu kämpfen haben. Die Freundschaft, die sich zwischen Héctor, Juliana und Sal entwickelt, bildet einen dringend notwendigen Gegensatz zu all den aufreibenden Erlebnissen, die Héctor durchstehen muss, und natürlich stehen sich die drei im Laufe der folgenden Wochen bei und schaffen es so sich das Leben gegenseitig etwas zu erleichtern.
Ich muss zugeben, dass ich mich als erwachsene Leserin anfangs gefragt hatte, wieso Héctor nicht offener gegenüber seinen liebevollen und aufmerksamen Eltern ist. Aber er hat immer wieder – in seinen Augen – gute Gründe, wieso er seinen Eltern nichts von den Schikanen in der Schule erzählt, so dass ich sein Verhalten am Ende relativ stimmig und nachvollziehbar fand. Außerdem hat Mark Oshiro natürlich recht damit, wenn they mit Héctors Geschichte zeigt, dass ein liebevolles Elternhause eben nicht vor einem queerfeindlichen und rassistischen Umfeld schützt. Ein weiterer Punkt, den ich bis zum Schluss der Geschichte schwer nachvollziehbar fand, war das Verhalten einer Person, die zur Schule gehört und die in Héctor immer und immer wieder den Übeltäter statt das Opfer sah – unabhängig davon, in was für einer Situation Héctor vorgefunden wurde. Aber auch hier gelang es Mark Oshiro für mich stimmig darzustellen, was das Problem mit dieser Person war und wieso sie sich so verhielt. Das führte dazu, dass ich am Ende das Gefühl hatte, ich hätte nicht nur eine nachvollziehbare Erklärung für etwas gefunden, das mich den gesamten Roman über beschäftigt hat, sondern auch etwas Wichtiges über zwischenmenschliche Interaktion gelernt.
Ich kann nicht behaupten, dass es ein wohltuendes Erlebnis war, „The Insider“ zu lesen, aber es ist ein eindringliches Buch mit einem wirklich wunderbaren Protagonisten. Mark Oshiro erzählt die Geschichte mit einer Mischung aus amüsanten Momente rund um Héctors Freunde, liebevollen Szenen mit seiner Familie und unerträglichen/zermürbenden Schikanen durch die Schulbullys. Was dazu führte, dass ich beim Lesen Tränen in den Augen hatte, während ich im nächsten Moment amüsiert vor mich hingackerte. Ich wusste lange nicht, wie ich meine Gedanken zu diesem Roman in Worte fassen sollte, aber da mich Protagonist Héctor und seine Erlebnisse auch nicht so recht losgelassen haben, wollte ich das Buch auch nicht ins Regal stellen, ohne eine Rezension dazu zu schreiben.
In diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, jeden Monat zwei Bücher von meinem SuB zu lesen, die sich dort schon seit längerer Zeit befinden. Im Juli war eines dieser Bücher „Blanca & Roja“ von Anna-Marie McLemore. Ich habe keine Ahnung, wo ich über diesen Roman gestolpert war, aber das Buch lag fast sechs Jahre auf meinem SuB, weil mich andere Titel immer mehr gereizt hatten. Nach dem Lesen finde ich es wirklich bedauerlich, dass ich den Roman so lange ignoriert habe, denn ich hatte überraschend viel Freude damit. Die Handlung dreht sich um die Schwestern Blanca und Roja del Cisne sowie um ihre Mitschüler*innen Page und „Yearling“, und sie wird abwechselnd aus der Perspektive aller vier Personen erzählt, was anfangs etwas gewöhnungsbedürftig war, aber eben auch ermöglichte, dass die Leser*innen Blanca und Roja aus der Sicht von außenstehenden Personen kennenlernen konnten.
Blanca und Roja wachsen in einer Familie auf, in der ein Fluch dafür sorgt, dass seit Generationen jedem Ehepaar zwei Töchter geboren werden. Eine dieser Töchter darf erwachsen werden und ein (relativ) normales Leben führen. Die andere Tochter verwandelt sich in einen Schwan und fliegt im Herbst mit den wilden Schwänen davon. Blanca und Roja wachsen mit dem Wissen um diesen Fluch auf und sind fest entschlossen, die ersten de-Cisne-Töchter zu sein, die diesem Schicksal entkommen können. Auch Page und Yearling haben von dem Fluch gehört, der auf den beiden Schwestern liegt, doch vor allem beschäftigen sie ihre ganz eigenen Probleme. Page ist genderfluid, was in der sehr konservativen Umgebung, in der die vier Protagonist*innen aufwachsen, zu Problemen führt, während Pages bester Freund Yearling zu einer Familie gehört, in der Gewalt an der Tagesordnung ist.
Ich fand es wirklich faszinierend, wie es Anna-Marie McLemore gelungen ist, mit diesen vier Figuren, die alle ihre ganz eigenen Herausforderungen bestreiten müssen, eine ungewöhnliche und überraschend poetische Schneeweißchen-und-Rosenrot-Variante zu spinnen. Dabei gibt es so viele Szenen, in denen Themen wie Rassismus, Queerfeindlichkeit, Gewalt in der Familie, Korruption und ähnliches angesprochen werden, und trotzdem ist dieser Roman erstaunlich schön zu lesen. Ich habe es zum Beispiel sehr gemocht, mehr über die Freundschaft zwischen Page und Yearling zu erfahren, gerade weil die beiden Personen so verschieden sind und aus so gegensätzlichen Familien stammen. Bei Blanca und Roja hingegen war es bewundernswert, wie sehr die Schwestern füreinander einstanden, obwohl ihre Umgebung – inklusive ihrer Familie – ihnen von kleinauf beigebracht hatte, dass nur eine von ihnen den Fluch heil überstehen kann und sie deshalb Konkurrentinnen sind.
Ich muss zugeben, dass die Erzählstimmen von Page, Yearling, Blanca und Roja für mich nicht immer einfach auseinanderzuhalten waren, weshalb ich definitiv darauf angewiesen war, dass die Kapitelüberschriften auf die jeweilige Person hinwiesen. Aber es hat mich überraschend wenig gestört, dass alle vier Figuren so ähnlich klangen, weil ich immer wieder über Abschnitte stolperte, die ich so hübsch formuliert fand, dass ich sie mehrfach gelesen habe. Das ist etwas, was mir sehr selten passiert, und das ich hier deshalb umso mehr genossen habe. Diese wunderschönen Formulierungen haben gemeinsam mit der tiefen Zuneigung der Schwestern zueinander und der ebenso tiefen Freundschaft von Yearling und Page dafür gesorgt, dass ich die Geschichte – trotz all der ernsthaften Themen – als erstaunlich wohltuend empfunden habe. „Blanca & Roja“ hat mich neugierig auf weitere Veröffentlichungen von Anna-Marie McLemore gemacht, auch wenn ich bei der Vielfalt der in den Romane abgedeckten Themen wohl noch etwas recherchieren muss, bevor ich mich für einen nächsten Titel entscheiden kann.
Dank der Herbstlesen-Wochenenden habe ich im Oktober trotz einiger stressiger Wochen nicht gerade wenig Bücher gelesen. Nicht alle davon geben genug Stoff für eine ausführliche Rezension, aber einen Lese-Eindruck möchte ich hier trotzdem noch festhalten.
You Yeong-Gwang: The Rainfall Market
„The Rainfall Market“ habe ich am zweiten Herbstlesen-Sonntag gelesen und konnte schon da nicht viel mehr zu dem Roman sagen, als dass ich ihn genossen habe. Die Handlung dreht sich um die ca. 16jährige (ich schätze das Alter anhand der Schuljahre in Südkorea) Serin, deren Leben in den letzten Jahren ziemlich hart war. Ihr Vater ist früh verstorben und ihre Mutter schafft es kaum, mit ihrem Einkommen die Familie über Wasser zu halten. Vor einem Jahr ist auch noch Yerin weggelaufen, die nicht nur Serins kleine Schwester, sondern auch ihre beste Freundin war. Der Zugang zum magischen Rainfall Market soll Serins Leben eine ganz neue Wendung geben, was dafür sorgt, dass sie dort so einige Abenteuer erlebt. Das Ganze war wirklich sehr nett zu lesen, vor allem, da die Dokkaebi (Bewohner des Rainfall Markets) alle ihre ganz besonderen Eigenarten haben. Erwartbarerweise bringt jede Begegnung mit den koboldartigen Wesen Serin eine neue Erkenntnis, auch wenn ihr erst am Ende aufgeht, was sie alles während ihrer Zeit im Rainfall Market gelernt hat. Das ist sehr vorhersehbar, aber eben auch sehr süß zu lesen, wobei es mich überrascht hat, dass sich die Geschichte anfühlte, als wäre sie eher für ein Middle-Grade-Publikum geschrieben worden. Obwohl ich das nicht erwartet hatte, habe ich meinen Tag mit diesem Buch sehr genossen – es war genau das Richtige für einen entspannten Sonntag.
Claire Trella Hill: Black and Deep Desires – A Gothic Vampire Romance (Bonds of Blood 1)
Ich muss zugeben, dass ich den Titel „Black and Deep Desires“ eher abschreckend finde. Da die Autorin Claire Trella Hill aber schon seit einiger Zeit immer wieder von unterschiedlichen Autorinnen empfohlen wird, habe ich mir im Oktober mal die Leseprobe dieses Romans angeschaut – nur um dann direkt das Buch zu kaufen und zu lesen. Die Geschichte hat eine wunderbare „Gothic“-Atmosphäre mit einer neunzehnjährigen Protagonistin, die – seit einer Krankheit in ihrer Kindheit – behindert ist, von ihrem Vater und ihren Brüdern vernachlässigt wird und trotzdem versucht, das Beste aus ihrem Leben zu machen. Doch dann entdeckt sie, dass ihr wissenschaftlich interessierter Vater und ihre Brüder (von denen einer ein sadistisches Arschloch ist) eine Person für Experimente im Keller gefangen halten. Da unsere Heldin Claire nicht nur weichherzig, sondern auch mutig ist, führt das zu einer überraschend süßen Liebesgeschichte mit einem Vampir – ohne dass der Gothic-Anteil, die Kämpfe gegen die Bösewichte und all die anderen unterhaltsamen Elemente zu kurz kommen. Ich habe mich wirklich sehr gut mit der Geschichte unterhalten gefühlt, ich mochte die Charaktere und ich habe nun definitiv Lust, mehr von Claire Trella Hill zu lesen. (Was bedeutet, dass ich inzwischen nicht nur eine Kurzgeschichte rund um zwei Nebenfiguren, die ich in „Black and Deep Desires“ schon mochte, gelesen habe, sondern auch die Fortsetzung „Every Longing Heart“ vorbestellt hatte. Die hebe ich mir dann aber für Dezember auf, um das Weihnachtsthema richtig zu genießen. *g*)
Becky Chambers: A Closed and Common Orbit (Wayfarers 2)
Nachdem ich „The Long Way to a Small, Angry Planet“ gelesen hatte, war ich ein bisschen enttäuscht, als ich feststellte, dass mir „A Closed and Common Orbit“ nicht mehr über die Crew der Wayfarer erzählen würde. Deshalb bin ich froh, dass ich das Buch erst einmal zur Seite gelegt und abgewartet habe, bis ich grundsätzlich in der richtigen Stimmung für diesen Roman war. Das war am dritten Herbstlesen-Sonntag im Oktober der Fall, und gerade mal drei Tage später hatte ich die Geschichte beendet. Es gibt in dem Roman zwei Handlungsstränge. Der eine begleitet Sidras aktuelle Erlebnisse, der andere erzählt die Geschichte von Jane 23, die mit zehn Jahren aus einer Fabrik flüchtete, in der sie arbeitete, um von da an auf einem riesigen Schrottplatz zu leben. Faszinierenderweise fand ich beide Handlungsstränge gleich fesselnd, obwohl ich bei Jane 23 schon wusste, dass sie irgendwann dem Schrottplatz entkommen wird. Aber ich wusste nicht genau, wie es dazu kommen würde und welche Herausforderungen Jane 23 in der Zwischenzeit bewältigen musste … Ich will eigentlich gar nicht mehr zu dem Roman schreiben, weil ich das Gefühl habe, dass es besser ist, ohne großes Vorwissen in die Geschichte zu gehen. Aber Becky Chambers‘ Erzählweise hat mich wieder gut unterhalten, und ich finde es großartig, wie sie mich beim Lesen dazu gebracht hat, darüber nachzudenken, was eine Person ausmacht, und mitzufühlen, was Sidra und Jane 23 jeweils durchmachen. Schön, dass ich noch drei weitere Titel der Autorin auf meinem SuB habe.
Jane Glatt: Lost and Found (Wrap-It-Up Magic 1)
„Lost and Found“ von Jane Glatt war mir als ungewöhnlicher Cozy-Mystery empfohlen worden, und da ich mir nach dem Klappentext so gar nicht vorstellen konnte, worum es genau in dem Roman geht, habe ich (mal wieder) zur Leseprobe gegriffen, was dann zum Kauf führte. Die Geschichte dreht sich um die 62jährige Barbara, die vor einigen Monaten feststellen musste, dass ihr Mann ein Betrüger im ganz großen Stil ist. Während er vor Beginn der Ermittlungen flüchten konnte, wurde Barbara verdächtigt, seine Komplizin zu sein. Auch wenn sie nicht verurteilt wurde, hat sie den Großteil ihres Besitzes, ihr Haus und die Beziehung zu ihren beiden Söhnen verloren. Die einzige Person, die noch an Barbaras Seite steht, ist ihre Freundin Kat, bei der sie zu Beginn des Romans auch einzieht. Kurz darauf stellt Barbara fest, dass sie unter ganz bestimmten (magischen) Umständen verlorene Dinge/Personen/Tiere finden kann – was ein wirklich seltsames, aber unterhaltsames Element in einem ansonsten durchgehend realistischen Roman ist. Ich mochte Barbara, die wild entschlossen ist, diesen Schicksalsschlag als Chance zu sehen, sehr gern, ebenso wie ihre Freundin Kat und deren Tochter, die beide Barbara unterstützen. Ich fand die Art und Weise, in der Barbara ihr übernatürliches Talent entdeckt, unterhaltsam, und es war erfrischend ungewöhnlich, dass sich die Handlung weniger um ein aktuelles Verbrechen und große Dramen dreht als darum, dass Barbara mehr über ihr Talent herausfindet – und dann versucht, diese Gabe dazu zu nutzen ihren Mann der Justiz zu übergeben. Das war auf genau die richtige Weise eine wirklich „nette“ Geschichte.
Ich muss gerade ein bisschen schmunzeln, weil ich sah, was ich mir für Oktober vorgenommen hatte. Ich wollte ein paar meiner angefangenen Bücher beenden (was ich nicht gemacht habe), ich wollte die drei ausstehenden Rezensionen noch schreiben (was ich natürlich nicht getan habe und inzwischen sind es deutlich mehr Bücher, die ich noch besprechen will) und ich wollte eins meiner neuen Sachbücher lesen. Nun, das habe ich mit „The Barbizon“ immerhin geschafft! Außerdem hatte ich einen Haufen Termine inklusive einer Zahn-OP und habe trotzdem – dank der Herbstlesen-Wochenenden und „Penric & Desdemona“ – einen Haufen Bücher gelesen. Alles in allem ein anstrengender, aber auch sehr befriedigender Monat. Ich wäre jetzt trotzdem bereit für eine Auszeit oder zumindest für ein paar Wochen mit langweiligem Alltag.
Vorher fahre ich aber noch ein paar Tage zu meiner Mutter (und ich kann inzwischen nicht mehr sagen, wie viele „Zugbindung aufgehoben“-/“Abfahrtzeiten geändert“-Mails die Bahn mir in den letzten Wochen schon geschickt hat), was sich natürlich auch auf meine Lesezeit auswirken wird. Trotzdem hoffe ich, dass ich nach meiner Rückkehr wieder genug Zeit zum Lesen finden werde, um den SuB noch ein bisschen zu verkleinern, bevor es zum Jahresende höchst wahrscheinlich einige Buchgeschenke für mich geben wird. Fest vorgenommen habe ich mir wieder eins meiner in diesem Jahr neu angeschafften Sachbücher zu lesen – und wer weiß, vielleicht schaffe ich ja sogar irgendwann noch die Rezensionen zu schreiben, die ich eigentlich gern noch veröffentlichen würde. *g*
Belletristik-SuB:
Julie Abe: Tessa Miyata is no Hero
Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
Sufiya Ahmed: Rosie Raja – Churchill’s Spy
Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
Charlie Jane Anders: Lessons in Magic and Disasters
Kaia Anderson: Sisters in Arms
Sophie Anderson: The Thief Who Sang Storms
Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
Yukito Ayatsuji: The Labyrinth House Murders
Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
Kelly Barnhill: The Ogress and the Orphans
Kelly Barnhill: When Women Were Dragons
Alice Bell: Displeasure Island (Grave Expectations 2)
T. J. Berry: Space Unicorn Blues
Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
Aliette de Bodard: A Fire Born of Exile
Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
Natasha Bowen: Skin of the Sea
Nicholas Bowling: Song of the Far Isles
Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
Sarah Rees Brennan: In Other Lands
Stephanie Burgis: The Raven Throne (The Raven Heir 2)
Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
Jennifer Carson: To Find a Wonder
Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
Becky Chambers: Record of Spaceborn Few (Wayfarers 3)
Becky Chambers: The Galaxy, and the Ground Within (Wayfarers 4)
Becky Chambers: To Be Taught, If Fortunate
Amber Chen: Of Jade and Dragons
David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
Traci Chee: Kindling
Rin Chupeco: Wicked as You Wish (A Hundred Names for Magic 1)
Rin Chupeco: The Bone Witch
Dhonielle Clayton: The Marvellers
Orlagh Collins: All the Invisible Things
Alyssa Colman: The Gilded Girls (Gilded Magic 1)
Leah Cypess: Thornwood (Sisters Ever After 1)
April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
Sarah Driver: Once we were Witches
Sarah Beth Durst: Race the Sands
Louise Erdrich: The Birchbark House
Laura Ann Gilman: Silver on the Road
Nicole Glover: The Conductors
Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
Jim C. Hines: Terminal Alliance
Tanya Huff: Wizard of the Grove
D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
Diana Wynne Jones: Dogsbody
Diana Wynne Jones: Power of Three
Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
Hisashi Kashiwai: The Restaurant of Lost Recipes
Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
Celine Kiernan: Geisterpfade
Celine Kiernan: Königspfade
Mary Robinette Kowal: The Fated Sky (Lady Astronaut 2)
Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
Sarah Kuhn: From Little Tokyo with Love
R. F. Kuang: The Poppy War
Lillie Lainoff: One for All
L. D. Lapinski: The Whispering World (Artezans 2)
E. Latimer: Escape to Witch City
Patrice Lawrence: The Elemental Detectives
Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
Y.S. Lee: The Traitor in the Tunnel (The Agency 3)
Y.S. Lee: Rivals in the City (The Agency 4)
Elizabeth Lim: The Dragon’s Promise (Six Crimson Cranes 2)
Elizabeth Lim: Her Radiant Curse
Ann Sei Lin: Rebel Fire (Rebel Skies 2)
Ann Sei Lin: Rebel Dawn (Rebel Skies 3)
Judy I. Lin: A Magic Steeped in Poison
Darcie Little Badger: Elatsoe
Cixin Liu: The Three-Body Problem
Emily Lloyed-Jones: The Drowned Woods
Kari Maaren: Weave a Circle Round
Janelle McCurdy: Mia and the Lightcasters (Umbra Tales 1)
Seanan McGuire: Middlegame
Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
Skye McKenna: Hedgwitch
Robin McKinley: Dragonhaven
Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
Sangu Mandanna: Kiki Kallira Conquers a Curse (Kiki Kallira 2)
Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
Kate Milford: The Boneshaker
Kate Milford: Bluecrowne
Kate Milford: The Thief Knot
Maya Montayne: Nocturna
Bethany C. Morrow: A Song Below Water
Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
Julie Murphy: Faith – Taking Flight
Julie Murphy: Faith – Greater Hights
Bishop O’Connell: The Stolen
Molly O’Neill: Greenteeth
Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
S. A. Patrick: A Vanishing of Griffins (Song of Magic 2)
Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
Sarah Prineas: Dragonfell
Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
John Scalzi: Fuzzy Nation
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
A. G. Slatter: The Briar Book of the Dead
A. G. Slatter: The Crimson Road
Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
Robin Stevens: A Stocking Full of Spies (The Ministry of Unladylike Activity 3)
Esme Symes-Smith: Sir Callie and the Champions of Helston
Emily J. Taylor: Hotel Magnifique
Charles den Tex: Die Zelle
Aiden Thomas: Cemetery Boys
Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
Sarah Tolcser: Song of the Current
Hana Tooke: The Unadoptables
Adrienne Tooley: Sweet & Bitter Magic
Tiffany Trent: Unnaturalist
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
Anne Ursu: Not Quiet a Ghost
Dominique Valente: Witchlight (Witchspark 2)
Renee Watson: Piecing Me Together
Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
Martha Wells: The Cloud Roads
Jen Williams: The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1)
Amy Wilson: Angel and Bavar
Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
Katherine Woodfine: Peril in Paris (Taylor and Rose 1)
Katherine Woodfine: Spies in St. Petersburg (Taylor & Rose 2)
Katherine Woodfine: Villains in Venice (Taylor & Rose 3)
Katherine Woodfine: Nightfall in New York (Taylor & Rose 4)
Jy Yang: The Black Tides of Heaven
Kelly Yang: Front Desk
Katie Zhao: The Dragon Warrior
Xiran Jay Zhao: Iron Widow
Xiran Jay Zhao: Zachary Ying and the Dragon Emperor
Ibi Zoboi: Pride
150 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang
Sachbuch-SuB (noch immer unvollständig):
Zeinab Badawi: An African History of Africa – From the Dawn of Humanity to Independence
Bernadette Banner: Make, Sew and Mend
Francis Burney: Journals and Letters
Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
Lydia Edwards: How to Read a Suit – A Guide to Changing Men’s Fashion from the 17th to the 20th Century
Ruth Goodman: How to be a Victorian
Molly Guptill Manning: When Books Went to War
Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
Jennifer Kloester: Georgette Heyer’s Regency World
Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
Catherine Ostler: The Duchess Countess – The Woman who Scandalised a Nation
Tom Reiss: The Orientalist – In Search of a Man Caught Between East and West
Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce
Hallie Rubenhold: Story of a Murder
Kassia St. Clair: The Golde Thread – How Fabric Changed History
Lauren Stowell/Abby Cox: The American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking
Kimberley Wilson: Unprocessed – What Your Diet is Doing to Your Brain
Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich „The Easy Life in Kamusari“ von Shion Miura gelesen habe. Genau genommen habe ich das Buch im vergangenen Dezember während meines „Jahresausklangs“ gelesen und bei der Gelegenheit auch schon ein bisschen was dazu geschrieben. Was mir normalerweise reichen würde, um keine „richtige“ Rezension mehr zu schreiben, wenn das Lesen schon so viele Monate her ist. Aber immer wenn ich darüber nachdenke, dass ich den Roman einfach ins Regal stellen könnte, fallen mir all die kleinen Gedanken dazu ein, die ich doch noch gern losgeworden wäre. Und sei es nur, um mal hier zuzugeben, dass ich nonbinäre, weibliche und männliche Autor*innen mit zweierlei Maß messe und an letztere (aufgrund meiner Erfahrungen) grundsätzlich geringere Erwartungen stelle.
Die Handlung in „The Easy Life in Kamusari“ dreht sich um Yuki Hirano, der zu Beginn der Geschichte gerade die High School beendet hat und von seinen Eltern – ohne Absprache mit ihm – in ein Forstwirtschafts-Training-Programm eingeschrieben wurde. Yuki gibt in seinen Aufzeichnungen zu, dass er selbst keinerlei Ahnung hatte, was er beruflich machen sollte, aber ich war trotzdem etwas irritiert, dass er so passiv alles mit sich machen ließ. Er landet im tiefsten Hinterland von Japan, ohne Internet oder andere Kommunikationsmöglichkeiten, und ist in den ersten Monaten einfach nur jeden Abend fürchterlich erschöpft von der harten Arbeit. Nach und nach lernt er aber die Vorzüge von Kamusari schätzen, fühlt sich in den Wäldern der Umgebung wohl und findet in seinem Arbeitskollegen Yoki ein (zweifelhaftes) Vorbild. Außerdem lernt er die junge Grundschullehrerin Nao kennen und „verliebt“ sich in sie.
Es gibt eine Menge Elemente, die ich an der Geschichte wirklich mochte, vor allem die vielen Szenen rund um japanische Forstwirtschaft, die ich interessant und informativ fand. Außerdem erinnerten mich sehr viele Momente zwischen Yuki und seinen (durchgehend männlichen) Arbeitskollegen an die Pausenszenen in dem Film „The Woodsman and the Rain“, wo sich die Forstarbeiter über ihren Tag und ihr Privatleben austauschen und deutlich wird, dass diese Personen sich seit Jahren in- und auswendig kennen und ihre ganz eigenen persönlichen Rituale haben. Dazu kam in „The Easy Life in Kamusari“ ein Hauch von Aberglaube/Magie rund um den Wald in Kamusari, was ich unterhaltsam fand und was zu so einigen absurd-amüsanten Szenen führte, so dass ich das Lesen des Romans eigentlich genossen habe.
Was mich dazu bringt, dass ich bis zum Ende der Geschichte glaubte, dass Shion Miura ein männlicher Autor sei, da Shion nun mal die japanische Form von Sean ist. Das führte dazu, dass ich das eine oder anderen Element in dem Roman hingenommen habe, obwohl es mich beim Lesen störte. Es gibt ein paar Szenen mit männlich-pubertärem Humor, auf die ich persönlich hätte verzichten können, und die wenige weiblichen Nebenfiguren fühlten sich wie Abziehbilder an, was meine Vermutung, dass es sich um einen männlichen Autor handelte, bestärkte. Nachdem ich aber – dank der Autoreninfo – herausgefunden habe, dass Shion Miura eine Autorin ist, ärgert mich diese Darstellung der weiblichen Figuren wirklich sehr. Selbst wenn die Autorin damit versucht haben sollte, aus der Perspektive eines heranwachsenden Mannes zu schreiben, sehe ich keinen Grund dafür, wieso die Frauen in der Geschichte so klischeehaft und zweidimensional dargestellt werden.
Noch unangenehmer fand ich das „Verliebtsein“ von Yuki, da er seine Angebetete gerade mal einige Sekunden an einem Fenster stehend gesehen hatte, als er beschloss, dass er in die hübsche junge Frau verliebt sei – und ihr dann in den folgenden Monaten regelmäßig seine Anwesenheit aufdrängte, ohne auf ihre Wünsche und Gefühle einen Gedanken zu verschwenden. Diese Aspekte, die – wie ich zugeben muss – nur einen kleinen Teil der Handlung ausmachen, verderben mir ein bisschen die Erinnerung an diesen eigentlich netten Roman. Dabei ist mir bewusst, dass ich in dieser Beziehung mit zweierlei Maß messe und solche Elemente bei einem männlichen Autoren hingenommen hätte – auch wenn ich mich dadurch darin bestätigt gesehen hätte, dass ich nur noch selten von Männern geschriebene aktuelle Geschichten lese. Bei einer Autorin, bei der ich hingegen davon ausgehen muss, dass sie in ihrem Leben selbst einige Erfahrungen mit Misogynie gemacht hat, finde ich es umso ärgerlicher, dass sie die Gelegenheit nicht nutzt, um in ihren eigenen Romanen realistischere, vielschichtigere Frauenfiguren zu schreiben. Was dann auch der Grund ist, wieso ich keine Lust auf die Fortsetzung „Kamusari Tales Told at Night“ habe.
Der letzte Sonntag im Oktober und somit auch schon der letzte Herbstlesen-Sonntag. Ich weiß, ich habe schon gestern morgen geschrieben, dass ich nicht begreifen kann, wo der Oktober hin ist, aber so geht es mir heute immer noch … Was meine heutige Tagesplanung angeht, so habe ich nicht viel vor.
Ich genieße es einfach, dass ich heute nicht aus dem Haus muss, und freue mich darauf weiter in „Sisters of the Lost Marsh“ zu lesen. Oh, und ich habe fest vor heute auch endlich wieder zu „The Barbizon“ zu greifen – ob ich es schaffe das Sachbuch vor November noch zu beenden? Aber erst einmal in Ruhe wachwerden, etwas Pflichtkram erledigen und dann sehe ich weiter. Ich hoffe, ihr habt einen entspannten Start in den Tag!
Update 11:00 Uhr
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mich so langsam die letzten Wochen etwas einholen. Aber immerhin ist der Pflichtkram erledigt, auch wenn ich mich später noch um die aktuell laufende Wäsche kümmern und mir Milchreis zum Frühstück kochen muss. Ich habe eben beim Abwaschen noch über „Sisters of the Lost Marsh“ von Lucy Strange nachgedacht und mir ist durch den Kopf gegangen, dass ich die Geschichte, die Figuren und die Landschaft sehr mag, aber nicht so mit Willas Erlebnissen mitfiebere, wie ich es zum Beispiel bei „The Ghost of Gosswater“ mit Agatha oder bei „The Secret of Nightingale Wood“ mit Henry getan hatte. Was vermutlich daran liegt, dass Willa nicht alleine ist, sondern von ihren Schwestern und ihrer Großmutter zumindest teilweise behütet wird. Auch hat Willa keine Angst um Grace, weil sie sich sicher ist, dass diese mit dem Zirkuss weggelaufen ist, was eben bei mir auch kein besonders beklemmendes Gefühl erzeugt. Ich bin mir sicher, dass sich die Situation bald ändern wird, da sich nun auch Willa auf den Weg gemacht hat, um den Zirkus zu finden. Aber das werde ich erst etwas später rausfinden – der Marathon läuft schon und so ist es mit klatschenden Zuschauern und kreisenden Hubschraubern gerade etwas laut draußen. Je nachdem wie ausdauernd die Zuschauer sind (und wie spät die Läufer ankommen, die von der Nachbarschaft angefeuert werden) kann das noch einige Zeit so weitergehen, weshalb ich jetzt wohl erst einmal zur Switch greifen werde.
Update 14:00 Uhr
Der Marathon scheint inzwischen vorbei zu sein und wenn ich das eben richtig gehört habe, dann ist sogar schon die Straßenreinigung einmal durchs Viertel gefahren. Was bedeutet, dass ich nach diesem Update endlich zu „Sisters of the Lost Marsh“ greifen werde. In den letzten drei Stunden habe ich mit der Switch gespielt und mich dann daran gemacht Milchreis für mein Frühstück zu kochen. Da ich dafür alle zehn Minuten in die Küche muss, habe ich parallel dazu ein Video geschaut und dann beim Essen in meinem eBook gelesen. Ich bin inzwischen bei dem elften Penric-and-Desdemona-Band mit dem Titel „Knot of Shadows“ und die Geschichte beginnt damit, dass eine Heilerin Penric um Hilfe bittet, weil vor drei Tagen die Leiche eines Mannes im Hafen gefunden wurde. Während das nicht weiter ungewöhnlich ist, ist es doch etwas erstaunlich, dass diese Wasserleiche inzwischen wieder … lebendig geworden zu sein scheint. „Scheint“ ist hier der passende Begriff und nun ist Penric damit beschäftigt herauszufinden, ob hier ein Mord vorliegt, wer Opfer und wer Täter ist, und ob neben den theologischen auch noch rechtliche Problemen vorliegen. (In einer Welt, in der Götter und Göttinnen schon mal direkt in das Leben der Menschen eingreifen stehen theologische Aspekte häufig über rechtlichen Erwägungen – was nicht immer einfach zu verhandeln ist.) Oh, und ich habe festgestellt, dass vor zwei Tagen ein neuer Penric-and-Desdemona-Band erschienen ist, dessen Handlung chronologisch deutlich früher stattfindet – genauer gesagt wird „Testimony of Mute Things“ hinter „Penric’s Fox“ eingeordnet. Ich bin nicht böse darum, dass ich nun noch eine weitere Geschichte rund um Penric zu lesen habe, bleibe aber erst einmal dabei, dass ich in Veröffentlichungsreihenfolge weiterlese. Ich liebe Lois McMasters Bujold als Autorin, aber ihre Neigung immer mal wieder neue Geschichten zu schreiben, die ihren Platz irgendwo zwischen älteren Werken finden, macht es immer wieder herausfordernd eine Lesereihenfolge zu finden.
Update 16:45 Uhr
Kurz nach 16 Uhr habe ich „Sisters of the Lost Marsh“ beendet und bin immer noch davon angetan, wie gut Lucy Strange es hinbekommt diese hoffnungslose Gothic-hafte Atmosphäre mit der liebevollen Beziehung der Schwestern zueinander zu kombinieren. Die Handlung selbst ist in der zweiten Hälfte deutlich angezogen, obwohl ich weiterhin nie daran gezweifelt hatte, das alles gut ausgehen würde. Als erwachsene Leserin hätte ich ein paar härtere Herausforderungen für die Protagonistin Willa angenehmer gefunden. Auf der anderen Seite ist es nun mal ein Middle-Grade-Buch und es ist eine heikle Balance eine solche – häufig wirklich trostlose – Geschichte so zu erzählen, dass jüngere Leser*innen damit fertig werden und trotzdem reale Gefahren und eine unheimliche Atmosphäre heraufzubeschwören. Und ich muss zugeben, dass ich am Ende sogar ein paar Tränchen im Auge hatte – so sehr haben mich die Ereignisse am Ende dann doch berührt. Den Rest des Tages werde ich mich wohl mit „The Barbizon“, „Knot of Shadows“ und dem Abendessen (kochen und essen) beschäftigen – und vielleicht kommt dazu noch ein Film, das hängt ein bisschen davon ab, was mein Mann heute Abend noch vor hat.
Update 20:30 Uhr
Nach dem letzten Update hatte ich nicht mehr so viel Lesezeit, bevor es in die Küche ging. Wir haben heute zum ersten Mal Süßkartoffel-Mac-n-Cheese gemacht mit Süßkartoffeln, Nudeln, Bechamelsauce und Cheddar. Das Ergebnis war … weniger lecker als erhofft, aber nicht so schlecht. Außerdem warm, sättigend und definitiv pappig genug, um ohne Probleme aktuell für mich essbar zu sein. *g*
Zum Essen haben wir angefangen einen Bryan-Edgar-Wallace-Film zu schauen, der auch immer noch läuft. „Das Ungeheuer von London-City“ ist nicht gerade der überzeugenste Film dieser Art, den ich je gesehen habe. Die Kulissen, die schon in einem anderen Film vorkamen und da deutlich überzeugender waren, wirken hier so unfassbar billig. Die Schauspieler sind nicht so überzeugend, wie sie hätten sein könnten, und die Handlung ist nicht mal unfreiwillig komisch. Das ist eine interessante Erfahrung, die noch ein bisschen andauern wird, denn der Film ist aktuell noch nicht beendet. Ich bin sehr gespannt, was der Autokommentar zu dem Film in den nächsten Tagen für Informationen bringen wird. (Zumindest hoffe ich, dass es ein guter Kommentator ist – ich weiß noch nicht, wer diesen Film kommentiert.)
Update 23:00 Uhr (letztes Update)
Sehr viel habe ich über die letzten Stunden nicht zu erzählen. Nachdem der Film beendet war, habe ich zu „The Barbizon“ gegriffen und mein angefangenes Kapitel beendet. Danach hatte ich kurz überlegt weiterzulesen, aber ich wollte nicht wieder mitten in einem Kapitel unterbrechen und habe stattdessen zu „Knot of Shadows“ gegriffen, wo Penric inzwischen die Identität des Toten herausgefunden hat. So langsam wird es nun aber wirklich Zeit für mich ins Bett zu gehen und damit auch das diesjährige Herbstlesen zu beenden.
Ich habe mich gefreut, dass ihr mir auch in diesem Jahr wieder beim Herbstlesen Gesellschaft geleistet habt. Es war schön ein bisschen über eure Wochenenden zu lesen, mitzubekommen, was euch gerade so beschäftigt und welche Bücher ihr zur Zeit so hört/liest. Ich hoffe, ihr hattet ebenfalls eine angenehme Zeit und vielleicht lesen wir uns ja bei einem der Lese-Sonntage in den nächsten Monaten wieder! 🙂
Ich kann kaum glauben, dass heute schon das letzte Herbstlesen-Wochenende anbricht! Erst hatte ich das Gefühl, es könnte doch noch gar nicht Oktober sein, und jetzt kann ich nicht fassen, dass der Großteil des Monats schon wieder rum ist. Immerhin hatten wir in diesem Jahr angemessen herbstliches Wetter während des Herbstlesens! 🙂
In dieser Woche habe ich zu meiner großen Überraschung erstaunlich viel gelesen – was vor allem auf viele Straßenbahnfahrten, Wartezeiten beim Arzt und die beiden anschließenden Erholungstage auf dem Sofa zurückzuführen ist. Ich habe also von den Romanen, in denen ich am vergangenen Sonntag gelesen habe, nicht nur „A Closed and Common Orbit“ von Becky Chambers beendet, sondern auch „The Prisoner of Limnos“ von Lois McMaster Bujold ausgelesen. Dazu kamen dann noch die nächsten drei „Penric & Desdemona“-Bände („The Ophans of Raspay“, „The Physicians of Vilnoc“ und „The Assassins of Thasalon“) und „Lost and Found“ von Jane Glatt, sowie ein Reread von „The Clockwork Crow“ von Catherine Fisher, damit ich anschließend den Folgeband „The Velvet Fox“ vom SuB ziehen und lesen konnte. Wozu ich mal wieder kaum gegriffen habe war „The Barbizon“ – ich finde es wirklich faszinierend, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen mag, wenn ich es lese, aber so selten dazu greife, wenn ich etwas Lesezeit habe.
Was den heutigen Tag angeht, so steht heute Vormittag erst einmal die monatliche Frühstücksverabredung mit unserer ehemaligen Nachbarin an. Zum Glück hat meine Kieferchirugin mir gestern versichert, dass ich heute nicht mehr ganz so vorsichtig sein muss – ich bin trotzdem gespannt, ob ich etwas finde, was ich mit der geschwollenen Wange (und ohne anstrengendes Kauen) essen mag/kann. Ich melde mich wieder gegen Mittag – bis dahin wünsche ich euch schon mal einen angenehmen Start in ein (hoffentlich) entspanntes Wochenende!
Update 12:15 Uhr
Zurück von der Verabredung und ich habe das Gefühl, ich brauche erst einmal ein Erholungsschläfchen. *g* Zum Frühstück gab es für mich eine Waffel mit Apfelmus und großzügig Zimt, was sich als durchaus geeignetes „weiches“ Essen entpuppte. Das Plaudern mit der ehemaligen Nachbarin war wieder sehr nett, allerdings war unser Café im Viertel heute nicht so … gastfreundlich wie gewohnt. Mehr Tische und weniger Personal als sonst haben zu einer unglaublichen Geräuschkulisse und schlechtem Service geführt. Wir hätten alle gern noch eine Getränkerunde bestellt, aber selbst nach mehrfachem Ansprechen wurde daraus nichts, weshalb wir dann einfach gegangen sind. Ich hoffe sehr, dass das nur eine kurzfristige Überforderung durch überraschend ausgefallenes Personal oder ähnliches ist und kein aktueller Trend. Vor allem, da die Preise zum dritten Mal in diesem Jahr erhöht wurden – was ich verstehen kann, was aber eben auch dazu führt, dass ich bitte einigermaßen anständig bedient werden möchte. Sonst kann ich gleich zu dem Bäcker gehen, dessen Sitzbereich „90er Jahre Kaufhausrestaurant“-Charme versprüht … *grummel*
Nach dem ich auf dem Heimweg kräftig vom Wind durchgeblasen wurde (ich liebe diesen Herbst so sehr!), kuschel ich mich jetzt erst einmal mit Decke und Kühlpack aufs Sofa und schaue dann, was ich als nächstes machen mag. 🙂
Update 17:00 Uhr
Nach dem letzten Update habe ich mich noch etwas online rumgerieben, Blogs gelesen und Kommentare beantwortet und mich dann etwas tiefer in meine Decke eingekuschelt, um mich aufzuwärmen. Kurz vor 16 Uhr bin ich dann aus meinem ungeplanten Schläfchen aufgewacht, um erst einmal zu Tee und Eierweck-Hörnchen zu greifen. (Bei solchem Gebäck merke ich dann doch wieder was für sprachliche/allgemeine Unterschiede es zwischen meinem aktuellen Bundesland und dem, in dem ich aufgewachsen bin, gibt. Ich hatte am Freitag auf der Suche nach weichem Essen eigentlich einen Bäcker mit „Milchhörnchen“ im Angebot gesucht …) Als nächstes Buch werde ich (vermutlich) zu „Sisters of the Lost Marsh“ von Lucy Strange greifen – das scheint von der Atmosphäre sehr gut in den Herbst zu passen, auch wenn die drei Teile der Geschichte mit „Midwinter“, „Springtide“ und „Midsummer“ übertitelt sind. Aber Will-o‘-the-wisp und Moorlandschaften, sechs Schwestern, auf denen ein Fluch liegt, und ein grausamer Vater, der von diesem Fluch besessen ist … ich finde, dass das perfekt für ein stürmisches Herbstwochenende klingt. Aber vorher spiele ich wohl noch etwas mit der Switch, weil ich lieber noch etwas das Dämmerlicht und die Kerzen genießen möchte, statt jetzt schon das Licht anzumachen, um zu lesen.
Update 19:45 Uhr
Nach dem letzten Update habe ich erst einmal ausgiebig eine Runde mit der Switch gespielt und mich an dem Kerzenschein erfreut, der unser Wohnzimmer erhellte. Danach habe ich versucht mit auf „Sisters of the Lost Marsh“ zu konzentrieren, aber das wurde davon erschwert, dass in den letzten Stunden eine Kolone Sirenenfahrzeuge nach der anderen durch unser Viertel fuhr. Da wir zwischen Krankenhaus/Feuerwehr/Polizei und Autobahnauffahrt wohnen, sind wir regelmäßig durchfahrende Sirenen gewöhnt, aber das war heute wirklich sehr, sehr viel. Auch zu viele, um zu vermuten, dass das mit dem heute stattfindenden Fußballspiel in Zusammenhang stehen könnte und jedes Mal, wenn wir dachte, dass die letzte Kolone durchgefahren wäre, kam eine neue – und es scheint nichts gewesen zu sein, dass dafür gesorgt hätte, dass der Regionalsender irgendwelche Meldungen auf seiner Website dazu veröffentlicht. Uuund dann kam es zu einem sehr, sehr lauten Knall – zu leise für eine Weltkriegsbombe (die regelmäßig bei Bauarbeiten bei uns im Viertel gefunden und manchmal kontrolliert gesprengt werden müssen), aber laut genug, dass mir der Schreck immer noch in den Knochen sitzt. Ich bin gespannt, ob wir jemals rausfinden, was hier heute losgewesen ist …
Sehr weit bin ich also in „Sisters of the Lost Marsh“ von Lucy Strange noch nicht gekommen, aber ich habe die sechs Schwestern (Grace, Freya, Willa und die Drillinge Dolly, Deedee und Darcy) kennengelernt und mitbekommen, dass Grace vom Vater der Schwestern gerade mit dem Nachbarn Silas Kirby verlobt wurde. Silas hat immerhin ein junges Pferd als Brautpreis gezahlt, ist gerade mal doppelt so alt wie seine zukünftige Braut und bekannt dafür, dass er seine Hunde und Pferde mit seiner Peitsche … ähm … erzieht. Was den Fluch angeht, der auf den Schwestern liegt, so ist es eher ein Aberglaube, der in Hollow-in-the-Marsh umgeht:
Be sure the first girl marries well, The second in the home to dwell. A third maid can do little harm If set to work upon the farm. Four and five must both be wed, Or six will bury you stone dead.
The Curse of Six Daughters‘ aus „Sisters of the Lost Marsh“ von Lucy Strange
Bevor ich weiterlese und mehr über die Schwestern und ihr Schicksal erfahre, gibt es aber Abendessen. Mein Mann kocht gerade (der dritte Abend in Folge) Nudeln für mich weich, die er dann in Butter schwenken wird. Ab morgen koche ich dann wieder …
Update 22:45 Uhr (letztes Update)
Nach dem Abendessen habe ich wieder zu „Sisters of the Lost Marsh“ gegriffen und habe eine Menge mehr über die sechs Schwestern und den Ort, in dem sie leben, gelernt. Außerdem haben Grace, Freya und Willa den „Full Moon Fayre“ besucht, wo sich Grace von einer Wahrsagerin die Zukunft vorhersagen lassen wollte – nur um mitzuerleben, dass die Wahrsagerin ihr ihr Geld wieder in die Hand drückte und ihr mit kreidebleichem Gesicht empfahl wegzulaufen. Was Grace inzwischen auch getan hat … Ich finde es spannend, wie es Lucy Strange gelingt auf der einen Seite die Schönheit der Marschlandschaft einzufangen und die liebevolle (wenn auch nicht immer einfache) Beziehung der Schwestern untereinander und zu ihrer Großmutter zu beschreiben – und auf der anderen Seite ist da die Hilflosigkeit gegenüber dem Vater und all das Gerede über Flüche, über Hexerei und darüber, was wohl passieren würde, wenn jemand herausfände, dass die Schwestern von ihrer Großmutter lesen und schreiben gelernt haben. Ich bin sehr gespannt, wie es morgen mit der Geschichte weitergeht und wie es Willa nach dem Frühlingsfest ergehen wird.
Aber jetzt ist erst einmal Zeit eine letzte Blogrunde zu drehen und dann ins Bett zu gehen. Das war heute ein bisschen seltsamer Tag, aber ich fand es nett wieder mit der ehemaligen Nachbarin zu schwatzen, eine ausgiebige Spielrunde zu genießen und meine Lesezeit mit „Sisters of the Lost Marsh“ zu verbringen. Ich hoffe, ihr hattet ebenfalls einen angenehmen Tag und wünsche euch eine gute Nacht! 🙂
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