
Ich wünsche euch wunderschöne und erholsame Feiertage und hoffe, ihr verbringt die Zeit „zwischen den Jahren“ in angenehmer Gesellschaft und mit lauter Tätigkeiten, die euch Freude bereiten!

Ich wünsche euch wunderschöne und erholsame Feiertage und hoffe, ihr verbringt die Zeit „zwischen den Jahren“ in angenehmer Gesellschaft und mit lauter Tätigkeiten, die euch Freude bereiten!
Ich weiß nicht, wieso ich so oft davon ausgehe, dass ich nur dieses oder jenes noch erledigen muss, und dann kann ich mich erst einmal eine Weile entspannen. Was auch immer der Grund ist, es läuft nie so wie ich erwarte … So auch in den letzten zwei Wochen, die unerwartet voll mit Terminen waren (auch wenn zumindest einer davon ein überraschend netter Weihnachtsmarktbesuch war) und bei denen ich froh war, wenn ich abends noch genügend Kapazität hatte, um die „Dungeon Life“-Serie noch einmal zu lesen. Und auch wenn ich befürchte, dass ich damit irgendeine kleine Katastrophe beschwöre: Vom heutigen 4. Adventssonntag an sollte ich mich für den Rest des Jahres einfach nur noch entspannen können! (Ihr dürft mir gern die Daumen drücken, dass das jetzt auch wirklich klappt. 😉 )
Für heute habe ich nicht so viel vor. Ich muss im Laufe des Tages Teig fürs Abendessen ansetzen, ich will eine Brettspielrunde mit meinem Mann einlegen und ich möchte meinen gestern Abend angefangenen Roman („A Stocking Full of Spies“ von Robin Stevens) weiterlesen. Aber bevor ich zum Buch greifen, brauche ich – wie immer – noch ein bisschen Zeit zum Wachwerden und rumwuseln.

Uhhh … heute brauchte ich wirklich lange zum Wachwerden – was vielleicht daran lag, dass die Nacht kürzer war, als es vernünftig gewesen wäre. *g* Aber jetzt ist der lästige Pflichtkram erledigt und nachdem ich mich danach noch eine Weile online rumgetrieben habe, bin ich bereit endlich zum Buch zu greifen. „A Stocking Full of Spies“ ist der dritte Band der „The Ministry of Unladylike Activity“-Reihe – was die Folgereihe der „Murder Most Unladylike“-Reihe ist. Diese Reihe spielt während des zweiten Weltkriegs und die Protagonist*innen May (Hazels kleine Schwester), Fionnuala und Eric haben es trotz ihres jungen Alters geschafft Teil einer Einheit zu werden, die sich mit Spionage beschäftigt. Auch wenn die drei bislang nur in den Ferien für das Ministerium arbeiten konnten, haben sie inzwischen einiges Wissen zum (De-)Codieren und ähnlichem gesammelt. Weshalb sie jetzt für einen Mordfall eingeteilt werden, der in Bletchley Park passiert ist. Ich mag diese Reihe sehr, auch wenn May mit ihrem Tunnelblick und ihrer impulsiven Art nicht gerade die ideale Ermittlerin/Spionin ist. Aber sie, Nuala und Eric ergänzen sich so gut und es macht Spaß die Geschichte aus den so unterschiedlichen Perspektiven der beiden Mädchen zu erleben.

Nach dem letzten Update wollte ich eigentlich gemütlich lesen, aber dann fragte mein Mann, ob wir nicht direkt spielen könnten, damit er am Nachmittag den Tisch für sein neues Brettspiel nutzen könnte. Also haben wir uns spontan mit „Flamecraft Duals“ hingesetzt, das wir vor gerade mal zwei Wochen bekommen habe. Da wir beide wenig Zeit hatten, war das heute erst unser zweiter Versuch mit dem Spiel und es war so nett, dass wir gleich zwei Runden gespielt haben. „Flamecraft Duals“ ist ein Spiel für 1-2 Personen (und ich hoffe sehr, dass ich in den nächsten Tagen mal eine Solo-Runde auf die Reihe bekomme), bei dem die Spieler abwechselnd ein Drachen-Token aus einem Beutel ziehen und auf einem kleinen Spielfeld platzieren. Jede der sechs Farben bedeutet eine andere Nutzungsmöglichkeit des Tokens (z.B. lässt einen das gelbe Token ein weiteres Token aus dem Beutel ziehen, während ein dunkelblaues Token es z.B. einem ermöglicht zwei anliegende Token zu versetzen). Mit diesen Token muss man dann versuchen die Aufgaben, die auf den Karten des Spielers stehen zu erfüllen. Wenn am Ende eines Zuges eine Aufgabe erfüllt ist, wird eine neue Karte gezogen, die dann für den nächsten Zug relevant ist. Das Ganze lässt sich sehr schnell aufbauen (ca. 2 Minuten), sehr schnell spielen (eine Runde dauert bei uns gerade mal eine halbe Stunde) und kann überraschend herausfordernd sein. Langfristige Pläne sind selten drin, weil man keinen Einfluss darauf hat, was der Gegner als nächstes tun wird – und bei unserer zweiten Runde war es regelmäßig so, dass ich am Ende meines Zugs eine Karte gezogen habe, deren Bedingung durch den aktuellen Zustand des Spielfelds schon erfüllt war, die ich aber erst am Ende meines nächsten Zuges hätte werten können – wenn nicht mein Mann in der Zwischenzeit für seine eigenen Ziele das Spielfeld komplett auf den Kopf gestellt hätte. *g* Das war regelmäßig sehr ärgerlich, aber auf amüsante und wenig frustrierende Weise …

Danach wurde es Zeit für mein Frühstück, bei dem ich gleich mal testen konnte, wie gut die gestern gebackenen English Muffins aus Sauerteig geworden sind (und ob Mango-Chutney als Aufstrich für mich funktioniert). Zum Frühstück habe ich ein Video geschaut, das ich gerade erst beendet habe, und nun werde ich eine kleine Blogrunde drehen und dann lesen bis es Zeit wird den Teig fürs Abendessen anzusetzen.

Den Nachmittag habe ich zum Großteil mit „A Stocking Full of Spies“ verbracht und gespannt verfolgt wie sich May, Nuala und Erik in Betchley Park zurecht finden – wo sie offiziell als Boten zwischen den verschiedenen Hütten fungieren, während sie gleichzeitig in einen verdächtigen Todesfall ermitteln. Dieser Todesfall wird momentan noch als Unfall betrachtet, ein Unfall, bei dem Berties Waffe (Daisys älterer Bruder) losgegangen ist und einen Kollegen erschossen hat. Dabei hätte die Waffe nicht mit scharfer Monition geladen sein sollen und Bertie selber kann sich nicht erinnern, dass er irgendwie an den Auslöser gekommen war. Auf der anderen Seite ist sein Kollege erschossen worden und der Schuss kam von Berties Standort … Ich bin gespannt darauf noch mehr über die Lebens- und Arbeitsbedingungen zu erfahren, die die drei Kinder in Betchley Park vorfinden, und die Leute besser kennenzulernen, die in den Fall verwickelt sind.
Dann wurde es aber erst einmal Zeit den Teig für unser heutiges Abendessen anzusetzen und die Füllung fertig zu machen. Es gibt kleine Teigtaschen mit einer scharf gewürzten Gemüsefüllung und dazu das Chutney, das ich heute schon morgen probiert habe. Ich mache die so selten, weil es halt doch mehrere Arbeitsschritte sind, aber in den letzten Wochen hatte ich solche Lust darauf, dass ich sie für heute auf den Essensplan gesetzt hatte. Nachdem das Essen soweit vorbereitet war, dass ich später nur noch die Teigtaschen füllen muss, habe ich mir eine Heiße Schokolade gegönnt und dazu ein paar Seiten in „Alchemical Reactions“ von Celia Lake gelesen. Das ist eine Geschichte, die die Autorin in ihrem gestrigen Newsletter zum Download angeboten hatte, und sie dreht sich um Jehan (Alchemie-Professor) und Isaac (Bäcker). Die beiden sind einander bei einer Gesellschaft vorgestellt worden und fanden sich sympathisch genug, um sich über ein zufälliges Wiedersehen zu freuen. Da das Ganze 1948 spielt der beschränkte Zugang zu Materialien für beide eine große Rolle – und ich vermute, dass die beiden Männer auch noch weitere Gemeinsamkeiten finden werden.

Nach dem letzten Update habe ich noch ein Stündchen gelesen und mich dann in die Küche begeben, um die Teigtaschen zu füllen und in den Ofen zu werfen. Auch wenn sie verflixt heiß waren, waren sie wirklich lecker und ich bin froh, dass ich genug gemacht habe, um ein paar davon einzufrieren. (Unser Tiefkühlfach ist jetzt allerdings so voll, dass ich erst einmal einiges davon aufbrauchen muss, bevor ich wieder von irgendwas eine doppelte Portion kochen kann. *g*) Nach dem Essen habe ich erst einmal zur Switch gegriffen und entspannt ein bisschen gespielt, da ich aber inzwischen doch ziemlich müde bin (und fest entschlossen heute pünktlich im Bett zu landen), beende ich hiermit den Lese-Sonntag.
Ich habe mich gefreut, dass sich mir heute Kiya und Anette angeschlossen haben und ich so diesen letzten Lese-Sonntag im Jahr nicht allein verbracht habe. Ich hoffe, dass wir auch im kommenden Jahr wieder so einige nette Lesetage miteinander verbringen werden. Bis dahin habt eine wunderschöne Zeit! 🙂
***
Als ich klein war, bestand mein „SuB“ (Stapel ungelesener Bücher) aus den Büchern, die ich für die Woche aus der Bibliothek ausgeliehen hatte. Das war dann auch wirklich ein Stapel, der neben meinem Bett auf dem Fußboden stand, damit ich nach dem Beenden einer Geschichte gleich zur nächsten greifen konnte. Doch inzwischen sind einige Jahrzehnte vergangen, das Angebot an für mich interessanten Büchern ist so viel größer geworden und statt ein einzigen kostbaren Kinderbuchs zu Geburtstag und Weihnachten geschenkt zu bekommen, reicht mein Buchetat für den Kauf von mehrere Titel pro Monat (und ja, auch zu Geburtstag und Weihnachten gibt es von meinen Lieben mehrere Bücher vom Wunschzettel).
In den letzten Jahren ist mein SuB deshalb so groß geworden, dass die Lagerung in Stapeln schon lange nicht mehr reicht, also habe ich erst ein Regalbrett und am Ende den Großteil eines Buchregals dafür freigemacht. Nicht, dass das Verhindern würde, dass trotzdem noch überall in der Wohnung Buchstapel zu finden sind. Allein vom Sofa aus, kann ich gerade fünf Stapel sehen – auch wenn nicht alle davon aus ungelesenen Bücher bestehen. Da gibt es auch noch den Stapel mit Titeln, die ich noch besprechen will, und den Stapel mit Romanen, die nach Genre und Alphabet sortiert, weggeräumt werden müssen.
Grundsätzlich finde ich es schön, dass mein „SuB“ inzwischen so umfangreich ist, dass er keinen übersichtlichen Stapel mehr bildet, und ich finde es großartig, wenn er mit genügend Auswahl für jede Lesestimmung bietet. Trotzdem kommt jetzt natürlich noch ein „Aber“, denn ich habe das Gefühl, dass ich den Überblick verloren habe – was auch daran liegt, dass das SuB-Regal nicht für alle Formate geeignet (und viel zu voll) ist. Außerdem habe ich gemerkt, dass ich dazu neige meine Suche nach dem nächsten Buch auf die ersten drei Regalbretter zu beschränken, weil die nun mal auf Augenhöhe sind und ich dort in der Regel schon einen Titel finde, den ich anfangen mag. Um das ein bisschen zu ändern, habe ich in diesem Jahr versucht mich gezielter durchs Alphabet zu lesen, und hab dabei ein paar wirklich gute Bücher vom SuB gezogen.
Dabei ist mir wiederum aufgefallen, dass ich so gar kein Gefühl mehr dafür habe, wie lange ein Buch schon auf dem SuB liegt. Mir ist durchaus bewusst, dass ich dazu neige zu Neuanschaffungen zu greifen. Was einerseits gut ist, denn die möchte ich ja schon zeitnah lesen, was andererseits aber auch dazu führt, dass manche Bücher so lange auf dem SuB liegen, dass ich mich nicht mehr daran erinnern kann, wieso ich die eigentlich lesen wollte …
Also habe ich mir Anfang dieser Woche die Mühe gemacht und meine SuB-Liste mal nach Anschaffungsdatum sortiert. Wobei ich erst seit 2021 eine Jahresübersicht in einer Tabelle führe und deshalb alle früheren Neuzugänge einfach in die Kategorie „vor 2021“ gestopft habe. Tja, und diese Kategorie beinhaltete dann 80 von 152 Büchern und dass über 50% meines SuBs mehr als fünf Jahre alt sind, fand ich dann schon erschreckend. Ein paar dieser Romane habe ich mir bewusst aufgehoben, weil sie von Autor*innen sind, die schon verstorben sind oder nur noch sehr, sehr wenige Titel veröffentlichen. Aber selbst bei diesen Büchern habe ich das Gefühl, dass es so langsam Zeit wird sie zu lesen.
Im kommenden Jahr werde ich also nicht nur versuchen meine Neuzugänge zeitnah zu lesen, sondern auch mehr alte Titel vom SuB ziehen. Ich hoffe nur, dass das dann nicht zu dem gleichen Ergebnis wie in diesem Jahr führt, wo ich nach dem Lesen einiger älterer SuB-Titel prompt lauter Fortsetzungen auf die Wunschliste setzen musste, damit ich die endlich angefangenen Reihen bald weiterlesen kann. 😉
Während ich mich im Oktober noch fragte, ob das mit mir und dem Lesen im November überhaupt klappen würde, muss ich nun zugeben, dass die Zugfahrten und das ganze Drumherum für sehr, sehr viele gelesene Seiten im vergangenen Monat gesorgt haben. Das bedeutet natürlich auch, dass ich wieder ein paar Lese-Eindrücke festhalten konnte.
Bei diesem Sammelband, der die ersten drei Bände der Cauldron-Coffee-Shop-Reihe enthält, dachte ich anhand der Inhaltsangabe, dass das doch bestimmt eine nette Lektüre für zwischendurch wäre, mit der ich nicht viel falsch machen kann. Tja, und dann habe ich nicht mal den ersten Band („Pumpkin Spice and All Things Nice“) beendet, weil mir der Schreibstil so auf die Nerven ging. Ich habe ja häufig ein Problem, wenn eine Geschichte in der Ich-Perspektive erzählt wird, aber hier fand ich es besondern unangenehm. Die Protagonistin begründet ständig in Gedanken ihr Verhalten, und behauptet dabei die ganze Zeit, dass ihre Handlungen gegenüber den diversen Personen zwar unnatürlich vertrauensselig/zu gutgläubig/zu großzügig sind, dass sie aber genau weiß, dass sie damit richtig liegt. Währenddessen macht sie sich gleichzeitig überhaupt keine Gedanken über das Verhalten anderer Personen, die sich definitiv verdächtig gemacht haben. Aber ein zu frühes Hinterfragen dieser Figuren hätte ja auch dazu geführt, dass die Geschichte ein vorzeitiges Ende gefunden und noch weniger Umfang als eh schon gehabt hätte. Dadurch bekam ich den Eindruck, dass die Autorin genau wusste, dass ihre Handlung absolut unausgegoren ist, aber trotzdem von mir erwartete, dass ich die diversen Probleme schon ignorieren werde, weil ja alles soooo cozy ist. Das Frustrierende ist, dass aus der Grundidee so eine nette Geschichte hätte werden können …
Noch eine Geschichte, bei der es mir lieber gewesen wäre, wenn sie mir nicht von einer Ich-Erzählerin präsentiert worden wäre. Trotzdem habe ich mich mit „Take Back Magic“ von Casey Blair gut unterhalten gefühlt. Der Roman reicht zwar leider nicht an die Tea-Princess-Bücher der Autorin heran, aber ich bin neugierig darauf, mehr über das Diamond Universe zu erfahren, in der unsere Welt über keinerlei Magie verfügt, weil diese von anderen Welten abgezogen und genutzt wird. Die Protagonistin Sierra Walker ist zwar eine dieser Urban-Fantasy-Heldinnen, die viel zu genial sind, um mir wirklich sympathisch zu sein (und ich könnte wirklich darauf verzichten, ihre Gedanken zu verfolgen). Aber ich mochte die Nebenfiguren, finde die Idee mit den verschiedenen Welten faszinierend, habe mich mit den magischen Kämpfen gut amüsiert und möchte wissen, was passiert, wenn Sierra versucht, den weiteren Diebstahl von Magie durch die anderen Welten zu verhindern. Deshalb werde ich mir definitiv auch den nächsten Band der Reihe holen.
Nachdem ich „The Undertaking of Hart and Mercy“ vor drei Jahren so sehr genossen hatte, fand ich den zweiten Roman von Megan Bannen („The Undermining of Twyla and Frank“) im Vergleich eher enttäuschend, weshalb ich nur zögerlich zu „The Undercutting of Rosie and Adam“ gegriffen habe. Am Anfang war ich etwas verwirrt, weil die Geschichte zehn Jahre nach „The Undertaking of Hart and Mercy“ spielte und ich das Gefühl hatte, ich hätte zu viele Veränderungen in der Welt verpasst. Auf der anderen Seite passte das sehr gut zur Perspektive von Rosie, die 175 Jahre alt und unsterblich ist. Wobei unsterblich nicht ganz das richtige Wort ist. Rosie kann sterben, sie bleibt nur nicht tot, sondern wird wieder lebendig, sobald ihr Körper alle Schäden behoben hat, die zu ihrem Tod führten. Was zu einem überraschend einsamen Leben führt … Ich mochte es sehr, zu verfolgen, wie Rosie und Adam sich langsam nähergekommen sind und wie Megan Bannen darüber schreibt, welche Auswirkungen ein unendlich langes Leben auf die Personen hat, die davon betroffen sind. Dazu gibt es unglaublich viele neue Hintergründe zu den Alten Göttern dieser fantastischen Welt und zu den Göttern, deren Kinder als Halbgötter ihr Leben in dieser Welt führen müssen. Am Ende kann ich sagen, dass mir dieser Band mindestens so gut gefallen hat wie „The Undertaking of Hart and Mercy“, und ich bin sehr gespannt, was Megan Bannen als Nächstes schreiben wird.
„Beware of Chicken“ gehört zu den Titeln, die immer wieder empfohlen werden, wenn es um isekai-Geschichten geht. Aber so richtig hat mich der Roman nicht gereizt, bis ich Ende November dann doch mal die Leseprobe angeschaut hatte. Was dann dazu führte, dass ich die fünf bisher erschienenen Bücher (insgesamt über 2500 Seiten) hintereinander verschlungen habe, weil ich wissen wollte, wie es all den Figuren so ergeht. Inhaltlich geht es um … „Jin Rou wanted to be a cultivator. A man powerful enough to defy the heavens. A master of martial arts. A lord of spiritual power. Unfortunately for him, he died, and now I’m stuck in his body. Arrogant Masters? Heavenly Tribulations? All that violence and bloodshed? Yeah, no thanks. I’m getting out of here. Farm life sounds pretty great. Tilling a field by hand is fun when you’ve got the strength of ten men …“ Unter dem Decknamen Rou Jin lässt sich der Protagonist in dem entlegensten Gebiet des Kaiserreichs nieder, um ein friedliches Farmleben zu führen. Aber all das Wissen, das er während seiner Ausbildung zum Cultivator gesammelt hat, führt dazu, dass seine Farm übermässig produktiv ist, seine Nutztiere sich zu Spirit Beasts entwickeln und er dann doch deutlich mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht, als ihm lieb ist. Ich muss zugeben, dass mir die Spirit Beasts der Farm besonders ans Herz gewachsen sind und ich wirklich gespannt bin, wie es mit ihnen weitergeht. Außerdem ist es sehr amüsant zu lesen, wenn der Protagonist (der vor seinem Tod ein junger Kanadier war und nun in Jin Rous Körper wiedergeboren wurde) mit all den mächtigen Personen interagiert, die an strenge Protokolle und Hierachien gewöhnt sind. Ich muss zugeben, dass ich am Anfang die Erzählweise nicht so überzeugend fand. Aber die Figuren und die absurden Situationen, in denen sie sich stets aufs Neue wiederfinden, genieße ich sehr. Nicht alles an der Geschichte ist heiter und amüsant, und ich habe schon einige Tränen beim Lesen vergossen, aber insgesamt ist es so eine wohltuende Lektüre, dass ich die Augen nach weiteren Bänden aufhalten werde.







Nur noch 31 Tage und schon fängt ein neues Jahr an … Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass ich im November nicht viel lesen würde, weil ich verreist war – doch stattdessen habe ich 13 Romane (und insgesamt über 6000 Seiten) gelesen. Allerdings habe ich nur relativ wenig von dem gelesen, was ich ursprünglich vor hatte. Besonders geschickt war es von mir, dass ich am 25. einen Beitrag veröffentlichte mit den Titeln, die ich in diesem Jahr noch lesen will, und dann prompt eine Leseprobe von „Beware of Chicken“ las. Was natürlich dazu führte, dass ich jetzt „nur eben“ die fünf Bände der Reihe lesen muss, bevor ich zu einem anderen Buch greifen kann. 😉 Ansonsten bin ich ziemlich überrascht davon, dass ich trotz einiger buchiger Geburtstagsgeschenke nur einen übersichtlichen SuB-Zuwachs zu verzeichnen habe.
Was bedeutet, dass ich im Dezember vielleicht wirklich eine Chance habe zu den elf Bücher zu greifen, die ich in diesem Jahr angeschafft und noch nicht gelesen habe. Ich freu mich gerade sehr auf diese letzten Wochen des Jahres und hoffe, dass ich in der Zeit noch entspannt ein paar Projekte zu Ende bringen und viel Zeit mit meinen Büchern verbringen kann.
153 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang
21 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang
Um „Greenteeth“ von Molly O’Neill bin ich eine ganze Weile drumherumgeschlichen, weil es nach Erscheinen so viele begeisterte Stimmen zu dem Roman gab, dass ich davon ausging, dass die Geschichte dieser Begeisterung nicht gerecht werden könnte. Im Mai habe ich mir doch mal die Leseprobe angeschaut und kurz danach ist das Buch bei mir eingezogen – auch wenn es dann noch bis November gedauert hat, bis ich es endlich vom SuB zog. Nachdem ich den Roman gelesen habe, kann ich sagen, dass ich die Geschichte sehr gern mochte. Ich kann die überschlagende Begeisterung, die ich teilweise gesehen habe, zwar nicht nachvollziehen, aber ich habe meine Zeit mit dem Roman und die Erzählstimme der Protagonistin wirklich genossen und mich stellenweise überraschen gut amüsiert. In vielen Elementen erinnerte mich „Greenteeth“ angenehmerweise an fantastische Romane, die ich als Jugendliche gelesen habe. Das liegt an der eher gemächlichen Entwicklung der Handlung, an den praktisch veranlagten Figuren und an der Art und Weise, in der Molly O’Neill die verschiedenen englischen, walisischen und schottischen Mythen aufgegriffen hat.
Die Handlung selbst wird von (einer) Jenny Greenteeth erzählt, die seit vielen hundert Jahren in dem See in der Nähe des Orts Chipping Appleby lebt und in der Regel die Menschen in ihrer Nähe ignoriert. Ich mochte es sehr, Jennys Gedanken zu verfolgen, gerade weil sie sich im Klaren darüber ist, dass sie ein Monster ist. Aber sie ist ein recht pragmatisches Monster, und so lockt sie zum Beispiel keine erwachsenen Menschen in ihren See, weil das zu viel Nahrung auf einmal wäre und die Überreste ihr Gewässer verschmutzen würden. Deshalb ist Jenny auch umso irritierter, als die Anwohner von Chipping Appleby eines Tages eine gefesselte Frau in ihren See werfen. Temperance Crump bekam von ihren Nachbarn vorgeworfen, eine Hexe zu sein – was natürlich stimmt, aber ihre Nachbarn nicht gestört hatte, bis der neue Priester im Ort ankam. Seine Predigten und Anklagen sind der Grund, wieso Temperance nicht nur im See gelandet ist, sondern nun auch noch um das Leben ihres Mannes und ihrer beiden kleinen Kinder fürchten muss.
Ich fand es sehr schön mitzuverfolgen, wie Jenny und Temperance sich anfreunden und sich – nachdem sie mehr über den neuen Priester herausgefunden haben – aufmachen, um eine Waffe gegen das aufkommende Böse in Chipping Appleby zu finden. Dabei machen sich die beiden gemeinsam mit dem Goblin-Händler Brackus auf die Suche nach Gwyn ap Nudd und der Wilden Jagd. Diese Suche setzt sie nicht nur den Gefahren der Wild Roads aus, sondern sorgt auch dafür, dass sie so einige Herausforderungen überstehen müssen. Dabei stehen nicht die Abenteuer, die die drei Gefährten bestehen, im Mittelpunkt der Geschichte, sondern die sich langsam entwickelnde Freundschaft zwischen Jenny und Temperance (und Brackus). All die Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser drei Figuren sorgen für viele Überraschungen in ihrer Beziehung zueinander – und jedes Mal, wenn die drei wieder ein Stückchen entspannter miteinander umgehen, passiert etwas, das sie daran erinnert, dass eine von ihnen ein Mensch, einer ein Kobold und eine ein Monster ist.
Mir hat es gefallen, dass in „Greenteeth“ die Freundschaft zweier Frauen im Mittelpunkt der Geschichte stand (und keine Romanze), und so fand ich es stimmig und unterhaltsam, dass sich die Handlung vor allem um die Interaktion zwischen Jenny, Temperance und Brackus drehte. Dies sorgte – neben dem einen oder anderen Missverständnis – für überraschend wohltuende Szenen, in denen die drei Reisenden sich gegenseitig unterstützen, und selbst kleinere Reibereien unter den Figuren konnten diese für mich angenehme Atmosphäre nicht anhaltend stören. Trotzdem zieht sich durch den gesamten Roman eine leicht bittere Note, die mit all den (von Molly O’Neill wunderbar eingesetzten) britischen Sagen-Elementen zu tun hat. Denn obwohl die drei Figuren sich den Großteil der Handlung über durch den magischen Teil ihrer Welt bewegen und dabei so vielen fantastischen Wesen begegnen, wird schnell deutlich, dass die Zeit der Fae so langsam vorbei ist. Dies sorgte dafür, dass mich beim Lesen die ganze Zeit lang weniger die Frage beschäftigt hat, ob die drei am Ende das Böse in Chipping Appleby besiegen, sondern ob es am Ende überhaupt noch eine Zukunft für Jenny geben kann. Das hat dann, trotz der überraschend wohltuenden und entspannten Atmosphäre, die durch die Freundschaft der Protagonistinnen erzeugt wurde, doch für eine gewisse Spannung gesorgte. Ich bin auf jeden Fall neugierig, was Molly O’Neill nach diesem Debütroman noch so für Geschichten veröffentlichen wird.
In den letzten Tage habe ich ausgerechnet, dass ich bislang ca. 80% der in diesem Jahr angeschafften Bücher gelesen habe. Bei den eBooks bin ich mit der Zahl sehr zufrieden, denn die Titel, die ich noch nicht gelesen habe, sind in der Regel Romane, die ich mir für die Adventszeit aufgehoben habe, oder Fortsetzungen von Reihen, bei denen ich noch die früher erschienenen Bände lesen muss. Bei den gedruckten Büchern hingegen wäre es nett, wenn ich mein Vorhaben, alle Bücher zu lesen, die ich zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober kaufe, auch wirklich mal umzusetzen würde. Die Titel, die im November und Dezember auf meinem SuB landen, zähle ich bei dem Vorhaben nicht mit, weil das (fast ausschließlich) Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke sind.
Da ich theoretisch mein Vorhaben noch gut schaffen kann, wenn ich mich mehr auf die Bücher konzentriere, die ich in diesem Jahr neu angeschafft habe, und es mir immer hilft, wenn ich so etwas hier öffentlich mache, gibt es hier nun eine Liste der Titel, die ich bis zum Jahresende noch lesen möchte:
Die grün markierten Bücher habe ich angefangen und werde ich mit sehr großer Wahrscheinlichkeit noch bis Ende November ausgelesen haben. Und der zwölfte Titel („Witchlight“) ist bei mir erst in der vergangenen Woche angekommen und gehört deshalb eigentlich nicht in meine Vorhabenliste. Aber da der Roman eine spontane Anschaffung von mir und kein Geburtstagsgeschenk war, fände ich es nett, wenn ich das Buch auch bald lesen würde.
***
Außerdem wäre es schön, wenn ich in den nächsten Tagen noch ein paar Rezensionen auf die Reihe bekommen würde. Ich habe seit dem Ende meiner Sommerpause am 1. September so schön regelmäßig Beiträge hier auf dem Blog veröffentlicht, da wäre es schade, wenn ich jetzt in den letzten Wochen des Jahres auf einmal wieder damit aufhören würde. Dabei bräuchte ich – neben all den regelmäßigen Posts – nur noch fünf Rezensionen, um den Blog bis zum Jahresende zu füllen. Mal schauen, ob ich das hinbekomme …
„The Good Hawk“ von Joseph Elliott lag seit fast vier Jahren auf meinem SuB, bis ich den Roman im Oktober endlich gelesen habe. Die Geschichte beginnt auf der Insel Skye und wird abwechselnd aus der Sicht von Agatha und Jaime erzählt. Beide sind vor einigen Monaten 15 geworden, und beide haben ein paar Probleme mit dem Beruf, der ihnen zu diesem Zeitpunkt zugeteilt wurde. Während Agatha als „Hawk“ die Ansiedlung des Clans Clann-a-Tuath bewachen soll und dabei eines Tages einen gravierenden Fehler begeht, bekommt Jaime, wenn er als „Angler“ (Fischer) aufs Meer fährt, Panikattacken. Doch als ihr Clan überfallen und versklavt wird, sind es diese beiden, die sich per Boot auf dem Weg machen, um die gefangen genommenen Clanmitglieder zu retten.
Das Ganze spielt in einer Vergangenheit, in der Schottland und England seit Ewigkeiten miteinander im Krieg lagen – bis Schottlands Bevölkerung durch eine Seuche fast vollständig ausgelöscht wurde. So ist es für Agatha und Jaime eine besondere Herausforderung, dass sie während ihres Abenteuers das Festland betreten müssen. Beide wissen von der Seuche, die vor einigen Jahren in Schottland wütete, und beide haben die Geschichten über die unheimlichen Schatten gehört, die danach in dem Land zurückblieben. Das bedeutet, dass sowohl Jaime als auch Agatha immer wieder nicht nur mit einer unwirtlichen Umgebung fertig werden müssen, sondern auch mit ihren eigenen Ängsten und Herausforderungen. Im Laufe der Zeit stolpern sie dabei nicht nur über überraschende Verbündete, sondern auch über unnatürliche und gefährliche Wesen.
Dazu kommt, dass Agathas Perspektive so geschrieben (und sie aus Jaimes Sicht so beschrieben) wurde, dass sie wohl eine Person mit Down-Syndrom sein soll – und das sorgt für eine ganz andere Wahrnehmung von vielen Situationen. Das fand ich sehr faszinierend, weil das Mädchen viele Begegnungen ganz anders beurteilt, als es Jaime tut – was natürlich auch Agathas Reaktion auf neue Herausforderungen für ihn immer wieder etwas unberechenbar machte. Grundsätzlich habe ich das Gefühl, dass Joseph Elliott Agatha stimmig und voller Respekt gegenüber ihrem Charakter geschrieben hat. Aber wie gut er die Perspektive einer Person mit Down-Syndrom getroffen hat, kann wohl nur eine solche Person beurteilen.
All die Erlebnisse, die Agatha und Jaime durchmachen müssen, hätte ich als Zwölfjährige vermutlich total spannend gefunden. Und auch als erwachsene Leserin habe ich den Roman in gerade mal zwei Abenden durchgelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Am Ende der Geschichte gibt es so einiges Potenzial für weitere Abenteuer für die beiden Figuren. Aber ich muss zugeben, dass ich dann doch nicht so gefesselt von den Erlebnissen war, die Jaime und Agatha durchmachen mussten, dass ich mir die beiden Fortsetzungen noch besorgen würde. Bei diesem Buch macht es sich für mich am Ende doch bemerkbar, dass ich definitiv deutlich älter bin als die anvisierte Zielgruppe (und nicht mehr so viel Freude wie früher an Romanen habe, die in einer ferneren Vergangenheit spielen).
Ich hätte nicht gedacht, dass ich fünfzehn Monate nach dem Lesen von „Lonely Castle in the Mirror“ von Mizuki Tsujimura noch eine Rezension zu dem Roman schreiben würde. Aber dann habe ich im September einen Bericht gesehen über die steigende Anzahl von Hikikomori unter Japans Schüler*innen und das damit verbundene Stigma, das nicht nur die betroffenen Personen, sondern auch ihre Familien betrifft – und musste wieder an dieses Buch denken. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Kokoro Anzai, die in ihrem ersten Jahr an der Yukishina Junior High School ist und seit Wochen nicht am Unterricht teilgenommen hat. Als eines Tages der Spiegel in ihrem Zimmer aufleuchtet, entdeckt Kokoro, dass sie durch den Spiegel in ein geheimnisvolles Schloss gehen kann. Nach und nach treffen weitere Personen, die alle ungefähr in Kokoros Alter sind, in diesem Schloss ein und werden von einem Mädchen mit einer Wolfsmaske (der Wolf Queen) über die dort herrschenden Regeln informiert.
Jede der – inklusive Kokoro – sieben Personen verfügt über ein eigenes Zimmer in dem magischen Schloss, in dem sie sich tagsüber aufhalten dürfen. Allerdings müssen sie das Schloss bis 17 Uhr verlassen, weil sie sonst von einem Wolf gefressen werden. Außerdem gibt es im Schloss Hinweise auf die Lösung eines Rätsels, und die sieben Jugendlichen haben ein Jahr Zeit, um das Rätsel zu lösen – und der Person, die dabei erfolgreich ist, gewährt die Wolf Queen die Erfüllung eines Wunsches. Im Laufe der Wochen lernen sich die sieben Jugendlichen besser kennen, wobei es immer wieder kleinere und größere Auseinandersetzungen zwischen ihnen gibt, die auch schon mal dazu führen, dass jemand längere Zeit das Schloss nicht betritt. Trotzdem freunden sie sich miteinander an, genießen die gemeinsamen Stunden im Schloss und finden heraus, dass sie (fast) alle ähnliche Probleme haben, die dazu führen, dass sie seit längerer Zeit keine Schule besucht haben.
Es gibt zwei größere Enthüllungen in der Geschichte, die ich beide relativ vorhersehbar fand, was aber mein Vergnügen beim Lesen nicht getrübt hat. Denn auch wenn ich nicht alle Charaktere in dem Roman wirklich sympathisch fand, so habe ich doch gern verfolgt, wie Kokoro die anderen Jugendlichen kennenlernte und mehr über sie herausfand. Außerdem gibt es außerhalb des Schlosses noch den Teil der Handlung, in dem Kokoro – sehr langsam und zögerlich – mit Hilfe ihrer Mutter und einer Lehrerin versucht, eine Lösung für ihre Probleme zu finden, was ich sehr berührend fand. Vor allem aber mochte ich die vielen kleinen Szenen, in denen Kokoro es genießt, wieder Freunde zu haben, genauso wie die Momente, in denen ihr bewusst wird, wie viele Vorurteile sie doch verinnerlicht hat und wie wichtig es ist, eine Person erst einmal kennenzulernen, bevor sie über sie urteilt. Dabei gibt es sehr viele Elemente, die – meinem Gefühl nach – eine Menge über die japanische Gesellschaft und den Alltag in Japan erzählen, was ich immer wieder faszinierend finde.
Für mich war „Lonely Castle in the Mirror“ eine Geschichte, die ich in Stückchen genossen und bei der ich immer wieder über kleine zwischenmenschliche Aspekte nachgedacht habe. Obwohl die großen „Überraschungsmomente“ der Handlung vorhersehbar waren, habe ich interessiert verfolgt, wie die verschiedenen Charaktere auf diese Enthüllungen reagierten. Mizuki Tsujimura spricht mit ihrem Roman viele verschiedene Aspekte an, die Schüler*innen dazu bringen können, nicht am Unterricht teilzunehmen, zeigt aber auch die vielen – teils recht hilflosen – Versuche ihrer Umgebung, zu verstehen, was in diesen Personen vorgeht und wie ihnen geholfen werden kann. Das führt zu ein paar wirklich berührenden Momenten, die ich gern gelesen habe.