Alle Artikel von Konstanze

Nigel McCrery: Kaltes Gift

Mir ist es egal, ob ich einen gemütlichen Kriminalroman oder einen nervenaufreibenden Thriller lese, aber ich mag gern vorher wissen, worauf ich mich mit einem Buch einlasse. Bei „Kaltes Gift“ habe ich eine Geschichte im Stil der klassischen englischen Krimis erwartet und eigentlich auch bekommen. Allerdings hat der Autor zu Beginn zwei Szenen eingebaut, die mich schnell bereuen ließen, dass ich das Buch zum Frühstück begonnen hatte … Der Prolog zeigt dem Leser eine offensichtlich mit der Betreuung ihrer Enkel überforderte Großmutter, die mit der Gartenschere die Kinder verstümmelt. Eine Tat, die schockierend beschrieben wird! Und weiter geht es kurz darauf mit der eigentlichen Handlung – und dem qualvollen Gifttod einer älteren Dame.

Man erfährt schnell, dass die Mörderin Violet Chambers sich regelmäßig das Vertrauen alleinstehender Damen erschleicht und diese umbringt, nachdem sie genügend Wissen gesammelt hat, um ihr Leben übernehmen zu können. Während die Polizei nach dem Auffinden einer Leiche noch rätselt, wie es sein kann, dass Violet Chambers tot vor ihnen liegt und gleichzeitig quitschfidele Postkarten an die Nachbarn schreibt, geht es für den Leser weniger um das „Wie“, sondern um das „Warum“. Natürlich lebt die Mörderin davon, dass sie den Besitz der ermordeten Frauen übernimmt, doch muss noch deutlich mehr hinter ihren Taten stecken, als auf den ersten Blick ersichtlich ist.

Nigel McCrery nutzt zwei Perspektiven, um seine Geschichte zu erzählen. Auf der einen Seite die der Mörderin, die selbst nicht mehr über ihre Vergangenheit zu wissen scheint, als der Leser. Und andererseits der Polizist, der aufgrund einer extremen Synästhesie, die dafür sorgt, dass er Geräusche schmeckt, kaum arbeitsfähig ist. Detective Chief Inspector Lapslie wird für diesen Fall aus seiner Beurlaubung zurückgeholt und kann nur dank der Hilfe seiner neuen Mitarbeiterin (deren Stimme nach Zitrone schmeckt >g<) überhaupt die Ermittlungen aufnehmen.

Nicht so gut hat es mir gefallen, dass es innerhalb der Polizeibehörde zu Intrigen kommt. Und auch die beiden sehr grausamen Anfangsszenen hätten meiner Meinung nach nicht sein müssen, da die Geschichte in ihrer Ruhe und voller eindringlicher Bilder sonst sehr gut funktioniert. Aber dafür erzeugt der Autor eine faszinierende Stimmung, beschreibt Lasplies gestörte Sinneseindrücke sehr plastisch und lässt einen zusammen mit den Beteiligten Puzzelstückchen um Puzzelstückchen sammeln, bis sich ein erschreckendes Bild ergibt.

Wieder ein Stückchen wohnlicher …

Nachdem wir ja schon direkt nach dem Einzug für ein Bett und ein einigermaßen nutzbares Wohnzimmer gesorgt hatten, habe ich es gestern endlich geschafft die beiden neuen Regale aufzubauen. Natürlich wurden die Neuzugänge erst einmal skeptisch beäugt …

… und dann kam die Qualitätsabnahme, die mit vollem persönlichem Einsatz durchgeführt wurde!

Leider streikten die Kamera-Akkus in dem Moment, als die großen Kater ihre Nase ins Regal steckten, während Madamchen oben drauf thronte und nicht wusste, wie sie gefahrlos runterspringen sollte.

Langfristig werden wir auch noch ein paar Vitrinentüren für die Regale besorgen, damit die Bücher katzen- und vor allem verstaubungssicher aufbewahrt werden können. Aber bis dahin sieht mein SuB (na ja, wohl eher mein Regal voller ungelesener Bücher) doch trotzdem schon ganz gut aus.

Nur die Wand dahinter muss noch renoviert werden und das Schreibtischprovisorium wird auch erst verschwinden, wenn wir uns eine neue Küche leisten konnten und somit mein großer Schreibtisch nicht mehr als Kochplattenhalter und Arbeitsfläche herhalten muss.

Timothy Carter: Dämonenhunger

Mit „Dämonenhunger“ habe ich ein paar wirklich amüsante Stunden verbracht. Die Geschichte ist einfach zusammengefasst: Der vierzehnjährige Vincent erfährt eines Tages, dass der Weltuntergang kurz bevorsteht. Auch wenn dem Junge klar ist, dass er diese Katastrophe nicht verhindern kann, so will er doch zusammen mit ein paar übernatürlichen Wesen versuchen eine Möglichkeit zu finden, wenigstens einige Menschen zu retten. Doch so ganz freiwillig startet Vincent seinen Teil der Mission nicht, was unter anderem auch an der strengen religiösen Erziehung seiner Eltern liegt.

Der Autor warnt den Leser gleich zu Beginn, dass er sich keine Hoffnungen machen soll: Die Welt wird untergehen und nichts und niemand kann das verhindern! Auch bei der Darstellung seiner Geschöpfe ist Timothy Carter nicht gerade zimperlich mit der märchenhaften Vorstellung seiner Leser umgegangen. Niedliche Feen und zauberhafte Elfen wird man in diesem Roman nicht finden. Dafür muss der arme Vincent damit leben, dass ihn die mythischen Charaktere versklaven, quälen und (zumindest einige von ihnen) nur zu gern mit der Welt untergehen lassen würden.

Der Schreibstil, die Vorhersehbarkeit einiger Handlungselemente und die Tatsache, dass zwar viel Gewalt vorkommt, diese aber den Leser so wenig berührt wie vergleichbare Darstellungen in Trickfilmen, zeigen schon, dass Timothy Carter seine Geschichte als eindeutig Kinder- bzw. Jugendbuch konzipiert hat. Aber ich bin über so einige Stellen gestolpert, die ich so wunderbar böse fand, dass ich mir gut überlegen würde, welchem Kind ich diesen Roman in die Hand drücke.

Mir persönlich hat „Dämonenhunger“ hingegen sehr viel Spaß gemacht. Das Buch war kurzweilig, leicht und amüsant zu lesen und mit genügen Ironie und gesellschaftlichen Seitenhieben versetzt, dass es nicht langweilig wurde. Eine kurze Recherche hat mir verraten, im November in England ein zweites Buch von Timothy Carter erscheinen wird, das wohl in eine ähnliche Richtung (ein Teenager, ein Dämon und ein gefallener Engel) gehen wird. Mal gucken, ob auch dieser Titel den Sprung auf den deutschen Markt schafft. Mich würde es freuen!

Farahad Zama: Mister Alis Hochzeitsagentur für hoffnungslose Fälle

Obwohl der Titel „Mister Alis Hochzeitsagentur für hoffnungslose Fälle“ ein wenig irreführend ist, denn für Mister Ali gibt es keinen Menschen, für den er nicht den passenden Ehepartner finden könnte, gefällt er mir deutlich besser als der Originaltitel „The Marriage Bureau For Rich People“. Und weil ich eine Schwäche für Geschichten aus Indien habe und mich der Titel so ansprach, konnte ich es kaum erwarten meine Nase in das Buch zu stecken. Belohnt wurde ich mit einem bezaubernden Roman voller liebenswerter Figuren, humorvoller Szenen und einem kleinen Blick in die indische Kultur.

Mister Ali ist nach einem Arbeitsleben als Beamter in den Ruhestand getreten und könnte nun zusammen mit seiner Frau seinen Lebensabend genießen. Doch die Untätigkeit macht ihn schier verrückt – und seine Unruhe stört das geregelte Leben seiner Angetrauten – und so beschließt er als Hobby ein Heiratsbüro nach westlichem Vorbild aufzubauen. Eine innovative Idee für die sonst so traditionell bestimmte Suche nach einem Ehepartner. Statt die Eltern oder einen professionellen Heiratsvermittler zu beauftragen gezielt die richtige Person zu finden, bietet Mister Ali eine Kartei an, auf die die Klienten zurückgreifen können. Und was als Hobby begann, wird schnell so erfolgreich, dass Mister Ali dringend eine Sekretärin einstellen muss, die ihm bei der Büroarbeit hilft.

Auch die neue Sekretärin Aruna hat Probleme bei der Suche nach einem Ehemann. Ihre Familie ist, nach einer Erkrankung des Vaters, hoch verschuldet, was dazu führt, dass sie sich keine Hochzeit leisten kann. So leicht und heiter die einzelnen Episoden geschildert sind, so nutzt Farahad Zama dieses Buch, um einem die Augen für die großen und kleinen Probleme Indiens zu öffnen. Da gibt es die Putzfrau der Alis, die die lebenswichtige Operation des Enkels nicht finanzieren kann, oder der politisch aktive Sohn Rehmann, der Mister Ali und seiner Frau so manchem Kummer bereitet.

Mister Ali und seine Hochzeitsagentur gehören zu den wenigen Romanen in den letzten Monaten, die fest in meinen Bestand gewandert sind. Ich habe selten eine so bezaubernde und liebevolle Geschichte gelesen, in der humorvoll ein kleines Stückchen Indien beschrieben wird, ohne dass dabei vor den Missständen im Land die Augen verschlossen wird. Hier bekommt man keine Romantik nach Art der Bollywood-Filme präsentiert, kann aber trotzdem eine schöne Liebesgeschichte genießen, über das Geheimnis einer guten Ehe nachdenken und sich mit der fremdartigen Kultur eines faszinierenden Landes auseinandersetzen.

Eva Dumann: Im Zeichen der Schwäne

Eigentlich bin ich immer sehr misstrauisch, wenn ich erfahre, dass ein Autor/eine Autorin noch nicht einmal alt genug ist, um zu wählen, aber schon ein Buch bei einem Verlag untergebracht hat. Oft genug werden diese Romane nämlich vor allem veröffentlicht, weil man mit dem jungen Alter so gut Werbung machen kann, und weniger, weil die Geschichte so gut ist. Eva Dumann hat „Im Zeichen der Schwäne“ mit vierzehn Jahren geschrieben und angefangen hat sie die Geschichte als Weihnachtsgeschenk für ihren kleinen Bruder. Letztendlich ist ein wirklich unterhaltsames Buch daraus geworden, mit überzeugenden Charakteren und einer Welt, in die man gern noch einmal einen Blick werfen würde.

Die Halbelfe Eolée lebt mit ihren Eltern und ihrem kleinen Bruder vor den Mauern der Stadt Arber. Eines Nachts steht ein fremder Junge mit einem geheimnisvollen Schwert vor ihrer Tür und bittet um Schutz vor Soldaten, die ihn verfolgen. Eolées Familie nimmt Pellinor bei sich auf und zieht ihn zwei Jahre lang wie ihren eigenen Sohn groß. Doch dann wird die Sehnsucht des Jungen nach seinem Heimatland Nituria und seiner Familie zu groß und er macht sich auf, um herauszufinden, was aus seinen Lieben geworden ist. Eolée begleitet den Ziehbruder in das Nachbarland und erfährt schnell, was es heißt, wenn ein Land unter einem tyrannischen König zu leiden hat. Die beiden Kinder geraten von einer Schwierigkeit in die nächste und schließen sich bald einer Widerstandsbewegung an, die „Im Zeichen der Schwäne“ gegen den Herrscher vorgeht.

Die größte Schwäche dieses Romans ist wohl, dass Eva Dumann so manches Problem ein wenig leicht für ihre Figuren lösen lässt. So fällt gleich im ersten Kapitel auf, dass Eolées Vater ganz ohne Misstrauen den fremden Pellinor in seine Familie aufnimmt, obwohl dieser in einem friedlichen Land mit einer Waffe vor der Tür steht. Aber die Charaktere sind ihr gut gelungen (überzeugende Jugendliche, ohne pubertäre Nervigkeiten), die von der Autorin geschaffene Welt ist wunderschön beschrieben – und vor allem in den vielen Details hat mich dieses Buch beeindruckt. Gerade der Widerstand und die Mittel mit denen diese Kämpfer vorgehen, sind überzeugend geschildert – und auch die Probleme, die z.B. durch einen harten Winter entstehen können, hat sie wunderbar eingebaut. Da mir der Roman so viel Spaß gemacht hat, hoffe ich sehr, dass die junge Autorin in den nächsten Jahren noch mehr schreiben wird!

September-SuB

Von meinem SuB habe ich im August erschreckend wenige Bücher gelesen. Aber zusätzlich gab es noch einige Manga, die ich gar nicht erst auf den SUB habe kommen lassen, ein paar geliehene Titel, die auch mal gelesen werden wollten, und natürlich hat der Umzug eine Menge Zeit gekostet. Ich hoffe nur, dass ich in diesem Monat mehr Romane genießen kann – und vor allem, dass die SuB-Zugänge sich im Rahmen halten, denn sonst nimmt der Stapel nie ab!

A (4)
Gilbert Adair: Mord auf fforkes Manor – Eine Art Kriminalroman
Robert Asprin: Des Dämons fette Beute
Robert Asprin: Ein Dämon schafft noch keine Ordnung
Robert Asprin: Als Dämon brauchst du nie Kredit

B (11)
Alan Bradley: Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet
Sina Beerwald: Die Goldschmiedin
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachenerde-Saga 3)
Alan Bennett: Die souveräne Leserin
Ruth Berger: Gretchen – Ein Frankfurter Kriminalfall
Dörthe Binkert: Weit übers Meer
Mechtild Borrmann: Mitten in der Stadt
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud
Simon Brett: Ein Toter kommt selten allein
Simone Buchholz: Revolverherz – Ein Hamburgkrimi

C (7)
Timothy Carter: Dämonenhunger
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt
Stephen Cole: Aztec Code
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
James Collins: Zauberberg für Anfänger
Bruce Coville: Die Einhorn-Chroniken 1 – Das Tor zwischen den Welten
Deborah Crombie: Wen die Erinnerung trügt

D (6)
Jeffrey Deaver: Die Menschenleserin
Friedrich Dönhoff: Savoy Blues – Ein Fall für Sebastian Fink
Doris Dörrie: Kirschblüten Hanami
Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Rebecca Drake: Still sollst du sterben

E (2)
Horst Eckert: Königsallee
Chris Ewan: Amsterdam

F (12)
Jennifer Fallon: Kind der Magie (Das Dämonenkind 1)
Jennifer Fallon: Kind der Götter (Das Dämonenkind 2)
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 1 – Der letzte Paladin
Thomas Finn: Die Wächter von Astaria 2 – Die flüsternde Stadt
Fortunato: Die Spur der Drachen
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Rina Frank: Als Gott die Großmutter holte
Peter Freund: Laura und das Siegel des Mondes
Luca di Fulvio: Die Rache des Dionysos

G (5)
Francois Gantheret: Das Gedächtnis des Wassers
Michele Giuttari: Rachefeuer
Thomas Görden: Der Mönch und die Jüdin
Sandra Grimm: Der Tod kam durch die Hintertür
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (6)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Frederik Hetmann: Zeitenwende
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Robin Hobb: Im Bann der Magie (Nevare 2)
Andreas Hoppert: Der Thule-Code
Rachel Hore: Der Garten der Erinnerung

I (1)
Greg Iles: Leises Gift

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Kari Kaci: Die Schwebebalken-Prinzessin
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Linda Kavanagh: Meinem Herzen so nah
Hans Werner Kettenbach: Das starke Geschlecht

L (2)
Marc Levy: All die ungesagten Worte
Michaela Link: Der Spiegel der Kaiserin

M (8)
Jenny Mai-Nuyen: Nijura – Das Erbe der Elfenkrone
James McGee: Die Totensammler
Kai Meyer: Hex
Kai Meyer: Die Sturmkönige 1 – Dschinnland
Kai Meyer: Die Sturmkönige 2 – Wunschkrieg
Kai Meyer: Die Sturmkönige 3 – Glutsand
Boris Meyn: Die Schattenflotte
Thomas B. Morgenstern: Der Milchkontrolleur

N (1)
Elle Newmark: Der Granatapfeldieb

P (4)
Renata Petry: Hilgensee
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)

R (10)
Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
John Maddox Roberts: Die Feinde des Imperators – Ein Krimi aus dem Alten Rom
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Laura Joh Rowland: Der Kirschblütenmord
Brian Ruckley: Winterwende (Die Welt aus Blut und Eis 1)

S (10)
Lynsay Sands: Vampire haben’s auch nicht leicht
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Matthew Skelton: Cirrus Flux
Ernst Soler: Staub im Paradies
Veronica Stallwood: Böses Spiel in Oxford
Helle Stangerup: Der Brautmaler
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: Das Stirnmal des Königs
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (8)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Kerstin Tomiak: Drachenwind
Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 1 – Das Erbe der Drachen
Licia Troisi: Die Schattenkämpferin 3 – Der Fluch des Assassinen
Aino Trosell: Eine grenzenlose Liebe
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

W (5)
Tanja Wekwert: Mitternachtsmädchen
Valerie Wilson Wesley: Remember Cecilia Jones – Ein Fall für Tamara Hayle
Klaus Wolfertstetter: Mister Unsichtbar
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Cornell Woolrich: Der schwarze Engel

X (1)
Xinran: Die namenlosen Töchter

(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen!)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu dazugekommen)

Umzugswoche

Der Umzug ist theoretisch bewältigt und nun sitze ich in einer sehr renovierungsbedürftigen Wohnung … Ich glaube, das war die anstrengendste Woche, die ich je erlebt habe. Von Donnerstag bis Sonntag haben wir zu zweit von sieben Uhr morgens bis um zwei Uhr in der Nacht Kartons gepackt. Naja, mein Mann hat vor allem die Dinge, die aussortiert wurden, in die Garage geschafft, damit wir sie verschenken oder zum Recyclinghof fahren konnten. Am Montag ging es dann auf die Autobahn, schließlich benötigten wir vor dem Umzug am Dienstag noch die Schlüssel für die neue Wohnung.

Nach drei Stunden Fahrt dauerte die Übergabe der Wohnung ziemlich lange: Die Vormieter hatten noch so einiges mit dem Vermieter zu klären – mit Erschrecken hörten wir Sätze, die mit „Und das ist auch kaputt …“ anfingen. Einige Stunden später hatten wir ein Vermögen für eine Kaution überreicht, einen unvollständigen Satz Schlüssel in die Hand bekommen (die fehlenden tauchen hoffentlich noch in den Umzugskartons der Vormieter auf), uns recht nett mit dem Vermieter unterhalten, eine sehr lange Liste gesehen, auf der die Handwerker standen, die in den nächsten Tage noch Reparaturen vornehmen müssen – und innerlich die anfallenden Arbeiten aufgeführt, die diese Wohnung noch mit sich bringen wird, bis sie wirklich wohnlich ist.

Und dann wurde es Zeit, das WG-Zimmer meines Mannes aufzulösen. Nach fast zwei Jahren mit zwei getrennten Wohnungen hatte sich dort doch eine Menge angesammelt. Inzwischen war es schon dunkel, wir sehr müde und trotzdem mussten wir nach dem Ausräumen und Säubern des Zimmers wieder auf die Autobahn und nach Hause fahren.

Dienstag in der Frühe wurden dann die vier Katzen verladen, und ich machte mich wieder auf, um die drei Stunden Fahrt zu bewältigen. Die Monsterchen haben die Reise erstaunlich gut bewältigt, waren aber natürlich trotzdem total verschreckt, als sie in der neuen Wohnung endlich in die Freiheit entlassen wurden. Am Abend war dann alles erledigt – und mein Mann und ich waren es auch.

Inzwischen waren wir noch einmal in der alten Wohnung, und auch morgen geht es wieder auf die Autobahn, um weiter den Rest zu bewältigen, damit ich ab Donnerstag renovieren kann. Trotzdem steht in der neuen Wohnung schon wieder das Bett, und auch das Wohnzimmer ist schon erstaunlich weit eingerichtet. Nur mit dem Telefon und Internet hat es ein wenig Probleme gegeben, aber das bekommen wir auch noch geregelt.

Vor allem ist es eine große Erleichterung, dass die beiden undichten Stellen in Küche und Bad gestern von den Installateuren in Ordnung gebracht wurden. Es war nicht nur nervtötend, ständig das Tropfen zu hören, sondern auch arg lästig, immer rechtzeitig die Eimer auszuleeren. Einmal gab es über Nacht sogar eine kleine Überschwemmung im Bad, weil die untergestellte Wäschewanne (!) nicht ausreichte.

Einen Ikea-Besuch haben wir heute auch schon hinter uns gebracht und ab Montag beginne ich dann damit, die ergatterten Bausätze in Schränke zu verwandeln. Nur meine geliebten Bücher werden wohl noch so einige Zeit in ihren Kartons ruhen müssen, denn bis wir uns genügend Regale leisten können, um all meine Schätze unterzubringen, wird wohl noch ein wenig Zeit vergehen. Aber wenn am Ende eine schöne Bibliothek dabei herauskommt, mit Wänden voller Regale und einer gemütlichen Leseecke, dann kann ich es wohl verkraften, dass ich in der nächsten Zeit nicht so leicht an all meine Romane herankommen kann.

Lois McMaster Bujold: Die magischen Messer 1+2

Lois McMaster Bujold ist vor allem für ihre humorvolle Science-Fiction-Reihe um Miles Vorkosigan bekannt geworden. Ihre „Die magischen Messer“-Serie geht in eine ganz andere Richtung. Hier bekommt man eine interessante Mischung aus Fantasy- und Liebesgeschichte geboten. Im erste Teil, „Die Klingen des Lichts“, läuft die junge Fawn vom Hof ihrer Eltern weg. Unverhofft schwanger und sicher, dass der werdende Vater nicht zu seinem Kind stehen wird, hofft sie, dass man ihr in der Stadt abnehmen wird, dass sie eine Witwe ist. So könnte Fawn doch noch eine Anstellung bekommen und ein einigermaßen ehrbares Leben führen.

Aber unterwegs begegnet sie einem Landzehrer, einem unheimlichen und tödlichen Geschöpf, vor dem sie von einem Seenläufer gerettet wird. Die Seenläufer sind der normalen Landbevölkerung unheimlich. Magie sollen sie einsetzen, Leichenfresserei und ähnlich schlimme Taten werden ihnen nachgesagt – allerdings sind sie auch die einzige Waffe gegen die Landzehrer, deren Zahl immer größer wird. Nach diesem Kampf entspinnt sich zwischen der wehrhaften, aber häufig naiven Fawn und dem abgebrühten Dag eine wunderschöne Liebesgeschichte. Ihre wachsenden Gefühle sorgen dafür, dass beide sich mit den Vorurteilen auseinandersetzen müssen, die sie von kein auf gehegt haben.

Im zweiten Teil, „Der magische Dolch“, geht die Geschichte von Fawn und Dag weiter und man erfährt eine Menge über die ungewöhnlichen Seenläufer und ihr Leben. Abgesehen davon, dass die Autorin mit diesen Büchern eine reizvolle fantastische Welt beschreibt, liebe ich den wunderbaren Humor von Lois McMaster Bujold. Vor allem sind diese Bücher für Leser geeignet, die sich auch auf eine wenig actionreiche Erzählweise einlassen könne. Die großen Kämpfe kommen eher zu Beginn der Romane und dann konzentriert sich die Handlung auf kleine Szenen, die die Charaktere und ihr Leben darstellen. Aber die große Gewichtung auf die Liebesgeschichte ist eh eher für romantisch veranlagte Leser gedacht, als für diejenigen, die große Kämpfe und eine Heldensaga suchen. Mir, die ich sowohl Fantasy, als auch Liebesgeschichten gerne mag, haben die Bücher sehr gut gefallen – und sie gehören zu den wenigen, die in den letzten Monaten in meinen festen Bestand gewandert sind, weil ich sicher bin, dass ich sie immer wieder lesen mag.

Nora Roberts

Wenn mich jemand spontan auf Nora Roberts anspricht, dann sage ich immer, dass ich die Autorin wirklich gerne lese. Aber nur einen kurzen Moment später fange ich an diese Aussage einzuschränken. Ich mag einen Großteil ihrer Liebesromane, kann aber mit den Titeln, die sie als J.D.Robb geschrieben hat, nichts anfangen. Und auch bei den romantischen Geschichten gibt es riesengroße Qualitätsabstufungen.

Vor einiger Zeit habe ich in der Bibliothek ein Buch in die Finger bekommen, in der ein Mann aus der Zukunft mit seinem Raumschiff in einer einsamen Bergregion abstürzte und sich prompt in die junge Frau verliebte, die ihn aus dem Wrack gerettet hat. Ne, das war sogar für mich, die ich ja sonst gerne mal fantastische Geschichten lese, zu billig gemacht.

Einiger ihrer Trilogien hingegen kann ich immer wieder lesen. Die Sturm-Bücher („Töchter des Feuers“, „Töchter des Windes“, „Töchter der See“) gehört dazu, wobei mir besonders der erste Band mit all den stimmungsvollen Beschreibung über die Glasbläserei der Hauptfigur Maggie zusagt. Eine andere Reihe, die ich sehr schön finde, besteht aus „Im Licht der Sterne“, „ Im Licht der Sonne“ und „Im Licht des Mondes“, aber diese Romane darf ich nicht lesen, wenn ich in ungnädiger Stimmung bin. Denn wenn ich schlecht gelaunt bin, dann ärgere ich mich nur darüber, dass Nell Channing, die Hauptfigur des ersten Bandes, innerhalb eines Tages ein Zuhause, einen Job und eine Freundin findet – ein bisschen mehr Realismus schadet auch einem Liebesroman nicht.

Die Garten-Eden-Trilogie hingegen kann ich in fast jeder Stimmung lesen, auch wenn ich dann auf einmal das unerklärliche Bedürfnis nach einen Stückchen Erde und der Gelegenheit ein paar Blumen zu pflanzen verspüre. Denn bei den drei Hauptfiguren habe ich immer das Gefühl, dass sie in ihrem Leben nur etwas erreicht haben, weil sie auch hart dafür arbeiten mussten. Und die Beschreibungen von der Arbeit mit den Pflanzen sind wunderschön.

Meine letzten Bücher von Nora Roberts waren „Grün ist die Hoffnung“, der erste Teil einer Vampirtrilogie von ihr, und „Abendstern“, eine Reihe, die wie eine Mischung aus ihren McKade-Heftromanen und der „Three Sister Trilogy“ wirkt. Mir hat „Abendstern“ ganz gut gefallen. Es ist vorhersehbar, aber nett zu lesen, und bestimmt halte ich in Zukunft die Augen nach den weiteren Bänden auf.

Aber „Grün ist die Hoffnung“ gibt mir wieder das Gefühl, dass die Autorin nicht so recht wusste, was sie tat. Ein Magier, ein Vampir, eine Hexe, eine Kriegerin, ein Gestaltwandler und eine Gelehrte gemischt mit etwas Romantik, den Mythen, die es um die blutsaugenden Untoten gibt, und einem Spritzer Arthussaga – und schon bekommt man einen Roman, der bei mir den Eindruck erweckt hat, dass zuviel manchmal einfach nicht genug ist. Hätte sich die Autorin auf eine Idee beschränkt und diese dafür stimmig ausgearbeitet, dann hätte das ein lustiges Buch werden können. Aber so fühlt man sich in eine Parodie zwischen „Buffy“ und Keltenkitsch geworfen, die zwar locker zu lesen ist, aber einfach nicht zu überzeugen weiß. Ob ich mir davon noch die zwei Folgebände antue, bezweifel ich doch sehr.

Aber trotzdem werde ich wohl weiterhin sagen, dass ich Nora Roberts gerne lese und im nächsten Moment meine Aussage einschränken – und ich werde weiterhin hoffen, dass ich wieder einmal einen Roman von ihr finde, der mich so sehr berührt, dass ich ihn immer wieder gerne lese.

Cynthia Voigt: Jackaroo

Der Roman „Unter der Maske Jackaroo“ hatte mich schon nachhaltig beeindruckt, als ich ihn vor vielen Jahren in der Bibliothek ausgeliehen hatte. Inzwischen habe ich die Neuauflage „Jackaroo“  und kann das Buch heute noch genauso genießen wie als Teenager.

Das Leben der Wirtstochter Gwen ist von Hunger und Armut geprägt, die Adeligen beuten das Land aus und niemand kann etwas dagegen unternehmen. Doch immer häufiger geht das Gerücht von einem Kämpfer um, der gegen die Unterdrückung der Lords angeht. Gwen glaubt nicht an diesen „Jackaroo“, niemand hat je sein Gesicht gesehen und die Wirtstochter ist sich sicher, dass kein Mensch allein all diese Heldentaten begangen haben kann. Doch dann kommt der Tag, an dem Gwen in einer abgelegenen Hütte Jackaroos Maske, Schwert und Mantel findet – und selber in die Identität des Kämpfers für Gerechtigkeit schlüpft.

Angelehnt an den Robin-Hood-Mythos erzählt Cynthia Voigt eine wunderbar bewegende Geschichte von einem eigentlich ganz normalen Mädchen, das seinen Teil dazu beträgt, dass die Welt ein kleines bisschen besser wird. Jeder kann die Maske des Jackaroo anlegen, um das Leben für alle Menschen besser zu machen – und Gwen gehört eben zu denjenigen, die diesen Schritt tun. Die Autorin schreibt so schön, dass man mit der Hauptfigur zusammen die Abenteuer des Jackaroo erlebt. Mit jedem neuen Erlebnis wird Gwen selbstbewusster und ist immer weniger bereit sich ihrem Schicksal als Mädchen zu fügen, einen Mann zu heiraten und die Willkür der Herrschenden einfach hinzunehmen. Am Ende legt man das Buch aus der Hand und hat nicht nur ein paar spannende Stunden mit Gwen verbracht, sondern fühlt sich selber ein kleines bisschen mehr in der Lage seinen eigenen Weg zu finden. 😉