Kategorie: Diverses

„Buch & Brot“-Stöckchen

Ich gebe zu, das ist nicht gerade der perfekte Titel, aber ich mag die B&B-Kombination einfach. 😉

In letzter Zeit bin ich immer wieder über Blogs gestolpert, in denen sowohl von Büchern als auch vom Essen berichtet wurde, außerdem habe ich bei einigen Leuten auf die Frage „Liest du beim Kochen?“ ein verwundertes „Wie soll das denn gehen?“ als Reaktion gelesen – und so kam mir der Gedanke zu diesem kleinen Stöckchen. Wer mag, kann es gerne mitnehmen (ich würde mich freuen, wenn ihr dann einen Link bei den Kommentaren hinterlassen würdet)!

1. Liest du beim Kochen?
Das hängt immer davon ab, was ich koche. Aber wenn ein Essen nur im Backofen gart oder ich darauf warte, dass ein Topf mit Wasser anfängt zu kochen, nutze ich die Zeit und stecke meine Nase in ein Buch. Es gibt sogar einige Gerichte (z.B. Risotto oder Bratkartoffeln), bei denen ich mit dem Roman (allerdings nur Bibliotheksbücher *rotwerd*) in der Hand neben dem Herd stehe, weil ich sonst nicht die Geduld für die perfekte Zubereitung aufbringe.

2. Liest du beim Essen?
Als Kind musste man mir mein Buch schon gewaltsam vor dem Setzen an den Tisch wegnehmen (es blieb aber auf jeden Fall in Greifweite), vor allem beim alltäglichen Essen mit der Familie. Wenn ich heute allein eine Mahlzeit zu mir nehme, dann neige ich zu einfachen Gerichten, bei denen man nur eine Hand zum Essen braucht, damit ich in der anderen meine aktuelle Lektüre halten kann. Oft nutze ich diese Zeiten, um in ein neues Buch reinzulesen und zu gucken, ob ich darauf gerade Lust habe. In Gesellschaft hingegen genieße ich dann doch viel lieber die Gespräche und hebe mir meinen Roman dann für einen anderen Zeitpunkt auf.

3. Gefallen dir Bücher, in denen viel über Essen und Kochen geschrieben wird?
Ja, in der Regel tun sie das. Es gab eine Zeit, in der ich unglaublich viele Krimis gelesen habe, deren Hauptfiguren Köchinnen waren. Aber auch sonst finde ich es schön, wenn ich in einem Roman gut geschriebene Szenen finde, die in Küchen spielen. Allerdings gilt das auch für die Erwähnung von (Kunst-)Handwerk, Textilkunst und ähnlichen Dingen, mit denen ich etwas Positives assoziiere und die zur Atmosphäre einer Geschichte beitragen können.

4. Hast du schon mal ein Rezept ausprobiert, das du in einem Roman gefunden hast?
Oh ja, mehrere sogar! Vor allem habe ich schon eine Menge Keksrezepte getestet, die ich in Büchern gefunden habe. Aber auch Nudelgerichte, Muffins, Aufläufe und andere Dinge aus Romanen habe ich schon nachgekocht – und in der Regel hat es ziemlich gut geschmeckt. Vor allem dienten dabei die schon erwähnten Krimis als Ideenquelle, wobei ich besonders viele Rezepte von Diane Mott Davidson fest in meine Sammlung aufgenommen habe.

5. Sammelst du Kochbücher – und kannst du abschätzen, wie viele du davon hast?
Ich sammle definitiv keine Kochbücher, auch wenn ich immer wieder neugierig auf neue Rezepte bin. Aber da ich nicht nur Vegetarierin, sondern auch gegen viele Zutaten allergisch bin, ist es immer wieder zu ärgerlich, wenn ich aus einem dicken Kochbuch gerade mal eine Handvoll Rezepte ohne allzu große Änderungen ausprobieren kann. Trotzdem haben ein paar Kochbücher ihren festen Platz in meiner Küche gefunden – unter anderem eins, in dem der richtige Umgang mit Fleisch erklärt wird. Da finde ich immer wieder Hilfe, wenn ich mich mal wieder an einem besonderen Essen für meinen Mann versuche, für den ich eben nicht nur vegetarisch kochen will. Wie wenig Relevanz diese Kochbücher aber für mich haben, zeigt schon die Tatsache, dass ich sie seit einem halben Jahr in einer der Küchenumzugskisten habe und keine Notwendigkeit sehe, sie eilig auszupacken. Die wichtigsten Rezepte habe ich eh nicht aus Kochbüchern, sondern selbst ausgedacht oder in Romanen oder Online-Foren gefunden und dann handschriftlich in eine Kladde eingetragen.

Wie viele Kochbücher ich habe, kann ich momentan nicht beantworten. Ich habe vor dem Umzug kräftig ausgemistet – und erinnere mich nicht mehr genau, was nun bleiben durfte. Aber mein amerikanisches Muffin-Backbuch habe ich behalten, genauso wie das Kochbuch von Sarah Wiener!

6. Kochen oder Backen – was machst du lieber?
Ich glaube, ich backe lieber, da ich das nur zu besonderen Anlässen mache oder um ein neues Rezept auszuprobieren. Auch Kochen kann eine Menge Spaß machen, aber in der Regel ist es eher eine tägliche Verpflichtung. Und ich mag es gar nicht, wenn ich gezwungen bin, mir für jeden Tag etwas Leckeres auszudenken! Das führt dazu, dass ich – wenn ich alleine lebe – das Kochen lieber ein paar Tage ausfallen lasse oder mich von Tiefkühl-Pizza ernähre.

7. Welche Richtung bevorzugst du beim Kochen (italienisch, asiatisch, gutbürgerlich oder andere Richtungen)?
In der Beziehung bin ich für alles offen, auch wenn ich wohl in erster Linie italienisch „inspiriert“ koche. In der gutbürgerlichen deutschen Küche wird einfach zu viel auf Fleisch gesetzt, als dass ich mich damit anfreunden könnte, und auch in der asiatischen Küche werden sehr viele Zutaten verwendet, die ich häufig nicht vertrage. Oder man benötigt für ein Gericht so viele neue Gewürze, dass ich davor eher zurückscheue, solange ich nicht abschätzen kann, ob ich die auch für andere Experimente verwenden kann.

8. Gehörst du zu den Leuten, die beim Lesen etwas zu Knabbern oder ein bestimmtes Getränk in Reichweite haben?
Die Frage kann ich mit einem überzeugten „Nein“ beantworten. Obwohl ich in all den Jahren das Essen neben dem Lesen perfektioniert habe und sogar Spaghetti mit Tomatensauce ohne Buchgefährdung vertilgen kann, ist es in der Regel eher so, dass ich das Essen und Trinken über das Lesen vergesse. Das führt dann nicht selten dazu, dass ich nach der letzten Buchseite wie eine Verdurstende an meinem Glas hänge …

9. Möchtest du noch etwas zum Thema „Bücher und Essen“ erzählen? Dann her mit deiner Antwort, denn ich bin neugierig! 🙂

[DVD] Stolz und Vorurteil

Natira war so lieb und hat mir ihre „Stolz und Vorurteil“-DVD mit Greer Garson und Laurence Olivier geliehen, damit ich mir den Film einmal angucken kann. Dabei hat sie mich schon vorgewarnt, dass der Film sie eher an eine Screwball-Komödie erinnert, als dass er eine werkgetreue Wiedergabe des Romans sei. Greer Garson spielt Elizabeth Bennet ganz wunderbar, ihr nehme ich sowohl das spröde und zurückhaltende Verhalten, als auch die liebevollen Gefühle gegenüber ihrer Familie ab, während der gute Laurence Olivier einen – phasenweise – erstaunlich unsicheren Mr. Darcy abgab.

Die Grundgeschichte wird trotz der einen oder anderen Änderung liebevoll wiedergegeben und so kann man als Zuschauer verfolgen, wie sehr sich Mrs. Bennet anstrengt, um ihre fünf Töchter irgendwie unter die Haube zu bekommen. Und während sich Elisabeth Bennets Schwester Jane und der neue Nachbar Mr. Bingley näher kommen, beschnuppern sich die beiden Hauptfiguren eher misstrauisch. Ach, ich denke, die Geschichte ist soweit allgemein bekannt – und wer sie noch nicht kennt, der sollte sie mal selber lesen. 😉

Während ich normalerweise bei guten Jane-Austen-Verfilmungen mit einem Schmunzeln die Dialoge verfolge, so habe ich bei dieser Variante von „Stolz und Vorurteil“ herzhaft lachen müssen. Hier handelt es sich halt weniger um eine detailgetreue Umsetzung, als um eine wunderbare schwarz-weiß-Komödie. Um es als „Screwball“ einzuordnen, waren mir die Dialoge zu wenig rasant, zum Teil sogar zu nah am Roman, und mein größtes Vergnügen fand ich vor allem in den Charakterinterpretationen. Frieda Inescord als Caroline Bingley war wunderbar hassenswert, so arrogant, so kühl so … es juckte regelrecht in den Fingern, diese Dame mal von ihrem inneren Thron zu stoßen. Mrs. Bennet und ihre beiden leichtlebigen Töchter waren so herrlich laut und ordinär, dass man bei ihren „großen“ Szenen mit Schamesröte vor dem Bildschirm saß.

Einer der unangenehmsten Handlungsteile ist für mich immer die Hochzeit zwischen dem pompösen Mr. Collins, der seine Wichtigkeit aus der Gunst seiner Gönnerin zieht, und Charlotte, einer Freundin der älteren Bennet-Schwestern. Ich kann die Notwendigkeit dieser Heirat nachvollziehen, aber es ist eine Schande, dass Charlotte kein anderer Ausweg bleibt. Bei dieser Verfilmung hingegen kam es mir so vor, als ob die gute Charlotte bald in ihrem Haushalt die Hosen anhaben wird – und dann könnte ihr Leben gar nicht so übel verlaufen. 😉 Doch vor allem die Darstellung der Lady Catherine de Bourgh unterscheidet sich in dieser Version sehr vom literarischen Vorbild, was mir ein wirklich wunderbar komisches und schönes Ende bescherte. Mehr möchte ich hier nicht verraten, falls doch noch einer von euch diesen Film sehen und den überraschenden Schluss genießen möchte.

Insgesamt kann man zwar nicht behaupten, dass diese „Stolz und Vorurteil“-Verfilmung sich nah an den Roman von Jane Austen hält, aber dafür wird so liebevoll mit der Originalgeschichte umgegangen, dass ich jedes Schießen mit Pfeil und Bogen, jede Neuinterpretation eines Charakters und jede Auslassung in der Handlung verzeihen kann. Statt dessen hat dieser Film für einen wunderbar amüsanten Sonntagnachmittag gesorgt – und die gute Laune hält bei mir immer noch an (dabei ist heute wirklich ein ekelhaft grauer Februar-Montagmorgen!). 🙂 Allerdings darf ich nicht darüber nachdenken, dass diese Leihgabe meinen Wunschzettel schon wieder hat anwachsen lassen …

Stöckchen: Lese-Persönlichkeit

Fairy hat gestern dieses Stöckchen eingestellt, das ich wirklich nett (und manchmal erschreckend passend) finde. Lustigerweise fand ich das Stöckchen über Natira, die wiederum über Alexandra darüber gestolpert ist. Mit Stöckchen ist es wie mit Buchempfehlungen: Sie finden schon ihren Weg. 😉

1. Leser sind Katzenliebhaber
Trifft definitiv zu, auch wenn ich trotzdem Hundesehnsucht habe!
2. Leser sind sonnenscheu
Ohja! Ich steh einfach nicht auf Sonnenbrand … 😉
3. Leser sind Bauchmenschen
Viel zu oft!
4. Leser sind romantisch
Jaha, das kann vorkommen.
5. Leser sind solange kinderlieb, bis das Lieblingsbuch mit Buntstiften verschönert ist.
Meine Bücher kommen nicht in Kinderhände! Aber ich verschenke gern Kinderbücher!
6. Leser sind Sammler, nicht nur von Büchern.
Aber hauptsächlich von Büchern – zumindest inzwischen!
7. Leser lieben Kuchen und Kaffeeklatsch
Kuchen ja, Milchkaffee auch (noch lieber Tee) und Klatsch – wenn damit ein angeregter Austausch unter Lesern gemeint ist, dann bin ich dabei!
8. Leser haben beruflich mit Menschen zu tun
Nicht mehr – und hoffentlich auch in Zukunft eher weniger
9. Leser essen bio
Nicht ausschließlich, aber immer mehr.
10.Leser schreiben selber oder haben es als Kind gemacht
11. Leser waren als Kind Einzelgänger und Stubenhocker
12. Leser haben gute Freunde, aber davon nicht viele
13. Leser spielen gerne
Solange ich dafür mein Stubenhocker-Dasein nicht aufgeben muss. 😉
14. Leser sind hilfsbereit und gut
Äh … so würde ich das nicht sehen …
15. Leser träumen gerne (auch Tageträume)
16. Leser fahren kleine Autos
Definitiv nein! Ich brauche doch Platz für die ganzen Buchkäufe! 😉
17. Leser lasen im Kindesalter gern unter der Bettdecke
Viel zu unbequem – solange meine Mutter noch fernsah, konnte ich eh ungestört lesen.
18. Leser bevorzugen lieber Bücher als Filme usw im TV
Inzwischen ja, aber trotzdem verbringe ich eine Menge Zeit mit DVDs
19. Leser haben immer ein Buch dabei, wenn sie länger unterwegs sind
Also bei jedem Gang aus dem Haus, der nicht direkt in den Supermarkt führt.
20. Leser lesen auch anderes neben Büchern gerne
Jupp!
21. Leser haben mit den Augen Probleme
Probleme finde ich übertrieben, aber ohne Brille wird es so langsam schwierig.
22. Leser können sich Stundenlang in einem Buchladen aufhalten
Erstaunlicherweise trifft das nicht auf mich zu – zumindest nicht, seitdem ich nicht mehr im Buchhandel arbeite. Ich ärgere mich zu sehr über Service und Angebot – und so greife ich gezielt nach meinen gesuchten Büchern oder hole meine Bestellung ab und bin wieder verschwunden!
23. Leser haben mindestens 2 signierte Bücher im Regal stehen
Genau zwei Stück und das war Zufall! Beinah hätte ich von der Buchhändlerin andere Exemplare verlang, weil jemand in meinem mit Kugelschreiber rumgekritzelt hatte!
24. Leser haben bestimmt schonmal für einen Romanhelden geschwärmt (oder schwämen für einen)
Das Schwärmen ist lange her, aber ich stehe dazu! 😉
25. Leser haben schon mal Orte in den Bücher bereist
Nicht, weil an diesen Ort ein Buch spielte …
26. Leser haben ihre Stammautoren und wechseln nur selten
Ich bleibe gern bei meinen Stammautoren, bin aber ansonsten für alles offen und teste gern neue Autoren aus.
27. Leser besuche gerne Veranstaltungen rund um Bücher (ZB: Messen, Lesungen, Signierstunden….)
Eher weniger. Zuviele Menschen, zu wenig Zeit für’s Buch. Aber ich habe früher solche Veranstaltungen genutzt, um Leute zu treffen, die da gerne hingehen. 😉
28. Leser verleihen nur ungern ihre liebgewonnenen Bücher
Inzwischen verleihe ich eigentlich gar nicht mehr … Oder zumindest keine Bücher, die unersetzlich sind.
29. Leser sind Nachtmenschen
30. Leser würden sich nie von liebgewonnenen Büchern trennen

Ganz schön viele Treffer – sollte mir das zu denken geben? 😉

west.art Bücher mit Christine Westermann …

… wird eingestellt, teilte mir gestern das Börsenblatt mit! Für mich ein bedauerlicher Verlust. Ich habe zwar nur vier der fünf Sendungen gesehen, da diese kurzen, spätabendlichen Ausstrahlungen gern mal meiner Erinnerung entfleuchen, aber ich habe sie genossen.

Hier haben sich Menschen über Literatur unterhalten, denen man die Liebe zum Buch einfach glauben konnte. Übersprudelnd vor Mitteilungsdrang und Begeisterung, nicht immer einer Meinung, aber dafür mit Gefühl und Verstand nachvollziehbar, haben sich Christine Westermann und lit.Cologne-Leiter Werner Köhler (zusammen mit weiteren Gästen) über das Gelesene ausgetauscht.

Neben den Einblicken, die mir hier in Bücher gewährt wurden, über die ich sonst nicht so schnell gestolpert wäre, hat mir dieses ungekünstelte Miteinander gefallen. In dieser Sendung gab es keine lang vorbereiteten, überformulierten Aussagen zu den Büchern, keine gnädige Billigung der Tatsache, dass ein Leser auch mal Lust auf Unterhaltungsliteratur haben könnte, sondern einfach nur ein lebhafter Dialog, der von der gemeinsamen Begeisterung geprägt war.

Für mich war west.art Bücher eine kleine Perle unter den aktuellen Literatursendungen, die ich eindeutig vermissen werde …

Eine Woche mit Bibendum (Teil 2)

Auch Bibendums restliche Urlaubstage bei uns standen eher unter dem Motto „Probier’s mal mit Gemütlichkeit“. 😉 Nach dem Konzert habe ich Bibendum am nächsten Tag mit meinem Mann zum Bowling geschickt, damit ich ein bisschen im Haushalt erledigen kann. Komischerweise verbrachte ich dann doch glatt einen Teil meiner Zeit damit erst einmal eine Blogrunde zu drehen. 😉 Und abends habe ich einen Nudelauflauf gemacht – den ich inzwischen für die Zubereitung in der Pfanne perfektioniert habe. So ein Leben ohne Backofen macht erfinderisch! Für mich war es ein gemütlicher Tag mit Wäsche und Geschirr (ab)waschen, der mit detaillierten Schilderungen von Bowlingerlebnissen endete.

Eigentlich hatten wir noch vor traditionell den Abend mit Gesellschaftsspielen ausklingen zu lassen – vor allem auf Carcassonne hatten wir Lust – , aber leider war es uns nicht möglich den Umzugskarton freizubuddeln, in dem das Spiel steckt. Trotzdem haben wir uns miteinander nicht gelangweilt und uns gut amüsiert! 😉

Am Freitag sollte es eigentlich in die Stadt gehen, aber steter Nieselregen und der Streik im Nahverkehr sorgten dann für einen akuten Anfall von Unlust. So muckelten wir uns einfach auf dem Sofa ein, ließen uns unsere Essen liefern (schließlich muss so ein neuer Pizzaservice doch unterstützt werden, damit er nicht wieder schließt! 😉 ) und verbrachten den Freitag genauso gemütlich, wie der Donnerstag endete. Und da wir es in den vergangenen Tagen immer erst gegen zwei Uhr morgens ins Bett geschafft hatten, endete dieser Tag doch erstaunlich früh. Denn selbst ohne meine read-a-thon-Pläne, machte sich so langsam Müdigkeit breit.

Am Samstag sollte es für Bibendum wieder nach Hause gehen, und obwohl ich mich arg unhöflich fühlte, habe ich Punkt 10 Uhr meine Nase in mein Buch gesteckt und mit dem read-a-thon begonnen. Nur gut, dass Bibendum mich schon lange genug kennt, um so ein Verhalten richtig einschätzen zu können – und so erntete ich auch eher Überraschung, dass ich mich doch für eine Verabschiedung von meiner Lektüre lösen konnte, als Verärgerung über die komplette Ignorierung unseres Besuches in den letzten Stunden bei uns. 😉

Und wie immer, wenn Bibendum zu Besuch ist, kam es auch dieses Mal zu seltsamen Begebenheiten. Viele davon sind wohl nur für uns drei lustig, die wir – in etwas übermüdeten Zustand – dabei waren. 😉 Aber Bibendums Frage, ob ich einen Daumenwärmer stricken könnte, damit der Daumen auf dem Weg zum Bowling nicht zu kalt zum Spielen wird, könnte vielleicht auch den einen oder anderen von euch irritieren. 😉 Natürlich gab es einen Daumenwärmer von mir – aber ob der in der Praxis wirklich von Nutzen ist, muss Bibendum wohl noch austesten. Ich behalte mir mal leichte Skepsis vor … 😉

Eine Woche mit Bibendum (Teil 1)

Nachdem Bibendum schon letzten Herbst ein paar Tage zu Besuch kam, um unsere neue Wohnung zu begutachten und mit mir auf ein Bodo-Wartke-Konzert zu gehen, war es diese Woche wieder Zeit für einen Bibendum-Kurztrip zu uns! 🙂 Vor allem standen dieses Mal die Wise Guys auf unserem Plan, die Karten waren schon letztes Jahr gekauft worden (hach, das hört sich an, als sei es endlos lange her *g*) und damit Bibendum nicht wieder während der ruhigeren Teile einschläft, wurde die Anreise schon einen Tag vor dem Konzert erledigt.

So haben wir am Dienstag nur ganz viel geschwatzt, sind mit meinem Mann abends in das Restaurant um die Ecke gegangen, wo wir ganz köstlich gespeist haben, und haben den Tag gemütlich ausklingen lassen. Am liebsten würde ich jetzt noch ein bisschen von dem Lokal schwärmen! Nur biologische und sehr qualitative Zutaten, eine wirklich nette Bedienung (ich bin immer noch etwas irritiert davon, dass sie ihre Gäste duzen *g*), die ich etwas verwirrt habe, weil ich meine Pasta ohne Garnelen haben wollte, und überhaupt ein wirklich schöner Restaurantbesuch. Irgendwie müssen wir für nächsten Monat wieder einen Grund finden, dort essen zu gehen!

Da der Weg zum Restaurant ein wenig abenteuerlich war, weil nicht alle Nachbarn so fleißig unser bisschen Schnee geschippt haben wie wir, beschlossen wir, dass auch der nächste Tag eher der Ruhe und Erholung vor dem Konzert dienen sollte. So hatte ich nur meine regelmäßige Frischfleisch-für-die-Katzen-und-Bibliotheksrunde, die ich dieses Mal nur mit Mühe und Not heil überstand. Das Tauwetter hatte für eine dicke Wasserschicht auf dem Eis der Gehwege gesorgt. Ich will wieder schönen frischen Schnee! *grumpf* Doch alles in allem war es ein wirklich gemütlicher Tag, der leider nicht verhinderte, dass ich schrecklich müde war.

Trotzdem ging es rechtzeitig los nach Frankfurt zum Wise-Guys-Konzert! Bibendum und mich könnte man wohl eher als Landeier bezeichnen, doch dank der ostfriesischen Gelassenheit meines Besuches fanden wir heil zur Alten Oper und auf unsere Sitzplätze. ;D Kurz darauf begann das Konzert und wir durften das seltsame Verhalten der Frankfurter bewundern: Ich habe vorher noch nie erlebt, dass Punkt acht Uhr angefangen wird zu klatschen, damit die Künstler auch ja rechtzeitig daran denken, die Bühne zu betreten! Und auch die Neigung, sich nach einem Lied sofort wieder mit dem Hintern auf seinem Stuhl zu platzieren, statt einfach weiter stehen zu bleiben, um auch den nächsten Song mitzusingen und dabei begeistert rumzuhüpfen, war mir doch vollkommen neu. 😀

Aber man muss diesen Leuten auch zugute halten, dass wohl sehr viele von ihnen noch nie bei einem Wise-Guys-(oder sonst einem?)Konzert waren, und außerdem sind die fünf Jungs noch ganz am Anfang ihrer „Klassenfahrt“-Tour, und so haben auch nur sehr wenige der „erfahrenen Besucher“ die neuen Lieder gekannt. Da Bibendum mir aber schon zweimal die neue CD vorgespielt hatte und die Texte doch recht eingängig sind, haben wir keine Hemmungen gehabt und uns wunderbar amüsiert. „Klassenfahrt“ hat eindeutig mehr ruhige Lieder als andere CDs der Gruppe. Aber dafür gab es drei lebhaftere ältere Stücke als Zugabe, die dafür sorgten, dass man gar nicht nach Hause gehen wollte. 😉

Bibendum, als erfahrener Wise-Guys-Konzertbesucher, musste natürlich noch den „After Glow“ abwarten, um sich Autogramme für die neue CD zu besorgen. So warteten wir noch gemütlich im Foyer, während die Massen an uns vorbei in den abendlichen Regen stürzten. Als nur noch eine übersichtliche Gruppe in der Alten Oper war, begannen ein paar Mädchen, „Ohrwurm“ zu singen – und steckten damit den Rest der Wartenden an. Einige haben die Wise Guys dann wohl erst bemerkt, als Eddi doch darum bat, dass man jetzt das Singen einstellen könne. Bis dahin hatte man den recht übersichtliche Text dieses Songs auch so oft gehört, dass es wirklich reichte. 😉 Müde und zufrieden ging es kurze Zeit später wieder auf den abenteuerlichen Heimweg, bei dem der Nieselregen eine sehr willkommene Abkühlung bot. Morgens kurz nach zwei sind wir dann, nach einem ganz privaten „After Glow“, sogar ins Bett gefallen. Schön war es! 🙂

Statt Handtasche …

Nachdem in den letzten Tagen immer mal wieder Fragen nach meinen neuen Handtaschen gestellt wurden, gibt es hier nur die kurze Mitteilung, dass das Stricken superschnell erledigt war! Allerdings suche ich immer noch ein Geschäft, in dem ich passende Schnallen und Reißverschlüsse kaufen kann – und bis ich das gefunden habe, kann ich die Taschen leider nicht fertigstellen.

Dafür habe ich mich in den letzten Tagen beim Hörbuchhören wieder mit dem gemütlichen Stricken von Socken beschäftigt. Das ist zwar keine Herausforderung, aber schön entspannend. Und gegen die kalten Füße in der neuen Wohnung helfen sie auch! 🙂

Frohes neues Jahr!

Ich wünsche euch hiermit ein frohes neues Jahr – und hoffe, dass ihr die Silvesternacht gut verlebt habt! 🙂

Bei uns ging es wieder recht ruhig zu, zumindest innerhalb der eigenen Wohnung. Draußen wird schon seit drei Tagen kräftig geknallt und so war es auch nicht verwunderlich, dass gestern gegen 15 Uhr der Lärm anfing und erst sehr früh wieder endete. Für die Katzen war das nicht gerade ein Zuckerschlecken, aber abgesehen von einer gewissen Angespanntheit bei Logan ist schon wieder alles gut.

Leider hat gestern Abend auch unser PC angefangen zu mucken und fuhr sich alle paar Minuten grundlos runter. Einen Virus oder so können wir ausschließen, also ist es wohl eher ein Hardware-Problem. Keine Ahnung, ob unsere Erste-Hilfe-Bemühungen langfristig ausreichen, so fit sind wir in dem Bereich beide nicht. Wenn ihr also eine Weile nichts von mir hören solltet, dann liegt es am PC. Erst einmal versuche ich normal weiter zu machen …

Euch wünsche ich, dass euer neues Jahr besser angefangen hat und für die kommenden Monate wunderschöne Momente mit lieben Menschen, großartigen Büchern und anderen Dingen, die euch am Herzen liegen, bereit hält!

Buchsaiten-Stöckchen zum Jahresende

Katrin hatte am 24. Dezember nicht nur liebe Weihnachtswünsche auf ihrem Blog hinterlassen, sondern gleich noch ein Stöckchen zum Jahresende. Vier kleine, aber erstaunlich kniffelige Fragen sollten beantwortet werden. Bei der Menge an Büchern, die ich 2009 gelesen habe, ist es zwar nicht leicht eine Entscheidung zu treffen, aber trotzdem kommen hier meine Antworten. 🙂

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat?

So richtig viel oder wenig verspreche ich mir von einem Buch in der Regel nicht, aber von „Miss Winters Hang zum Risiko“ und „Eine wie Alaska“ (Hörbuch) hatte ich mir eindeutig weniger versprochen, als ich bekommen habe.

„Miss Winters Hang zum Risiko“ spielt im Jahr 1942 und ist ein Kriminalroman, aber es hat mich überrascht, wie gut es der Autorin Kathryn Miller Haines gelungen ist Screwball-Elemente in einen an die hardboiled novels erinnernde Geschichte zu packen. Ich habe mich beim Lesen wirklich amüsiert!

„Eine wie Alaska“ von John Green habe ich als Hörbuchversion genossen. Andreas Fröhlich liest die Geschichte sehr ansprechend, wie ich es von ihm auch erwartet hatte. Obwohl es eine recht vorhersehbare Handlung hat und ich niemals bei Hörbüchern weine (ich gebe zu, bei manchen Büchern habe ich recht nah am Wasser gebaut >g<), liefen mir hier am Ende unkontrolliert die Tränen über das Gesicht. Eine Geschichte, die mich bei der Hörbuchversion zum Weinen bringt, ist eindeutig eine positive Überraschung. 😉

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat?

Wirklich viel versprochen hatte ich mir von „Grün wie die Hoffnung“ zwar nicht, aber normalerweise finde ich selbst die schlechteren Nora-Roberts-Romane schön entspannend. Doch mit diesem Band hat die Autorin es geschafft, mich die Wände hochzutreiben. Eine so billige (und berechnende) Zusammenstellung von beliebten Versatzstücken habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Nur weil man etwas Sex, Vampire und keltische Mythologie auf einen Haufen packt, kommt noch lange kein ansprechender Roman heraus. Vor allem regt es mich auf, weil die Autorin schon so viel bessere Geschichten geschrieben hat …

Von „Verstummt“ habe ich sowohl das Hörbuch, als auch das Buch konsumiert – und war von Karin Slaughter ziemlich enttäuscht. Sie spart zwar auch sonst nicht an unappetitlichen Details und problembehafteten Charakteren, aber bei „Verstummt“ fühlte ich mich als Leser veralbert. Die Handlung und die „Geheimnisse“ waren vorhersehbar und viele der Beschreibungen schienen nur eingebaut worden zu sein, um mit Ekel und Abscheu eine bestimmte Lesergruppe anzusprechen – welche auch immer das sein mag.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Eine richtig großartige Autoren-Neuentdeckung hatte ich schon lange nicht mehr – zumindest nicht in dem Maß, wie es zum Beispiel damals bei Tamora Pierce war, von der ich unbedingt jede Geschichte haben musste und von der ich immer noch jede Neuerscheinung kaum abwarten kann.

Aber Stephen Cole und sein Buch „Snakeroot“ haben mir so gut gefallen, dass ich mir die folgenden Bände dieser Reihe auch unbedingt holen werde. Die Geschichte bietet ganz viele Elemente, die ich als Jugendliche geliebt habe. Abenteuer in Ausgrabungsstätten, etwas Mythologie, Diebe, Intrigen und die stete Frage, wer auf wessen Seite steht.

Jim C. Hines hat mir mit seinen „Drei Engel für Armand“ die Weihnachtstage versüßt. Er schreibt eindeutig düsterer als Patricia C. Wrede mit ihren Drachenprinzessinen-Büchern, aber ich liebe es, wenn klassische Märchen erwachsener umgesetzt und ihre dunklere Seite betont wird. (Ein wunderbares Beispiel ist da auch „Tochter der Schatten“ von Robin McKinley … *sniff*)

Auch Alan Bradley hat mich mit seiner Flavia und dem Mord im Gurkenbeet überzeugt und ich hoffe sehr, dass weitere Bücher des Autors ebenso unterhaltsam sein werden und mich wieder mit einer Mischung aus unterhaltsamen Krimi und skurrilen Charakteren erfreuen . 🙂

Welches war eurer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Ich schau eigentlich recht wenig auf die Cover, denn in der Regel passen die eh nicht zum Inhalt des Buches. So ist es auch bei „Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet“, denn das Cover passt eher zu einem skurrilen Jugendbuch, als zu einem gemütlichen Krimi mit ungewöhnlichen Charakteren. Trotzdem finde ich es schön. 😉

„Die Stadt der Regenfresser“ habe ich noch nicht gelesen, aber ich finde, dass das Cover eine Mischung aus Jack London, Jule Verne und Daniel Defoe verspricht – und das reizt mich sehr. Hoffentlich hält der Roman dann auch die Erwartungen, die durch die Optik geweckt werden.

Obwohl mich das Cover von „Des Teufels Maskerade“ ein wenig an die Buchblöcke erinnert, die wir früher manchmal im Buchhandel in die Finger bekommen haben, gefällt mir der schlichte und ungewöhnliche Look dieses Romans.

Es gab definitiv noch mehr interessante und schöne Cover in diesem Jahr, aber bevor ich weiter in meiner Erinnerung und den Buchstapeln krame, höre ich hier lieber auf. 😉

Weihnachtsgeschenke – inklusive SuB-Zuwachs

Wie erwartet verlief mein Weihnachten wirklich wunderbar entspannt und sogar die lästige Erkältung ist so langsam auf dem Rückmarsch! 🙂 Trotzdem haben mein Mann und ich in den letzten Tage möglichst wenig Pflichten erledigt und den Großteil der Zeit gemütlich eingekuschelt verbracht. Und da der Weihnachtsmann für ihn ein Videospiel parat hatte, blieb mir viel Zeit zum Lesen und Musikhören. Sehr gemütlich! 🙂

So passte es natürlich hervorragend, dass ich in diesem Jahr von meinen Lieben vor allem mit Büchern und CDs beschenkt wurde. Gerade über die Musik habe ich mich gefreut, denn normalerweise geht dieser Bereich auf meinem Wunschzettel immer unter. So habe ich schon am Weihnachtsabend die DVD mit dem Live-Konzert von Tina Turner eingeworfen und bin spät in der Nacht zu den Klängen von Norah Jones eingeschlafen.

Am ersten Weihnachtstag hat mir mein Mann morgens „Drei Engel für Armand“ ins Bett gebracht – und sich dann gewundert, dass ich erst mittags aus den Federn kam. *g* Den Roman habe ich so ziemlich in einem Zug ausgelesen, die Geschichte hat mir wirklich gut gefallen (eine richtige Rezi folgt in den nächsten Tagen!). 🙂 Die anderen Bücher werden aber wohl noch etwas warten müssen, denn die Arbeit geht in restlichen Tagen des Jahres erst einmal vor.

Gestern war schon fast wieder Alltag eingekehrt, abgesehen davon, dass ich mir Zeit genommen habe, um meine neue Mari-Boine-CD zu hören. Ich liebe ihre CD „Gula, Gula“ und war sehr gespannt auf weitere Musik von ihr. 🙂 Insgesamt kann ich sagen, dass dieses Weihnachtsfest wirklich sehr schön war. Ohne großen Stress, voller lieber Anrufe und Briefe, voller Geschenke, die mir wirklich Freude bereitet haben und mit viel Zeit, die ich mit meinem Mann verbringen konnte.

Für die Katzen gab es – abgesehen von der großzügigen Portion Katzenmilch – keine Aufmerksamkeit. Dafür bekommen sie in den nächsten Wochen einen neuen Kratzbaum. Trotzdem haben die Pfoten es in den letzten Tagen genossen, dass wir so viel Zeit für sie hatten. Und noch immer steht unter dem Tisch ein Wäschekorb mit gebrauchtem Geschenkpapier, in dem es sich herrlich herumtoben und kruscheln lässt. 😉