Deborah-Crombie-Lesetag (1)

Ich hatte schon in meinem SuB-Beitrag zum Monatsanfang erwähnt, dass ich in den kommenden Wochen gemeinsam mit Sayuri mal wieder die Krimis von Deborah Crombie lesen möchte. Wir haben uns für heute verabredet, um zu lesen und uns über das Gelesene auszutauschen und wer keine Spoiler zu der Krimireihe lesen möchte, sollte diesen Beitrag einfach ignorieren. Ganz frei kann ich mir heute zwar nicht nehmen, aber zwischen den verschiedenen Verpflichtungen (etwas Arbeit, etwas Haushalt) komme ich definitiv zum Lesen und werde dann hier darüber schreiben.

Es ist schon einige Jahre her, seitdem ich die ersten Teile der Kincaid-und-James-Krimis gelesen habe und gerade den ersten Band („Das Hotel im Moor“) habe ich nicht so oft gelesen wie einige andere Bücher der Reihe, weil der nicht zu meinen Lieblingsteilen gehörten und ich ihn nur als „ganz okay“ in Erinnerung habe. Ich weiß gar nicht, ob ich damals die Reihe überhaupt nach „Das Hotel im Moor“ weiterlesen hätte, wenn ich nicht von einer Freundin gleich die ersten drei Bände geliehen bekommen hätte. Mal schauen, was ich heute so von „Das Hotel im Moor“ halte und ob mir die Geschichte dieses Mal besser gefällt, als ich sie in Erinnerung habe.

Update 11:00 Uhr

Ich finde es lustig, dass ich gleich auf den ersten Seiten über Sätze stolpere, die mich stutzen lasse, weil ich sie nicht mit Duncan Kincaid verbinde. Zu Beginn der Geschichte ist er müde und überarbeitet und dazu passt eine gewisse Frustration darüber, dass man als Polizist nicht weiß, ob die Beweise, die man gesammelt hat, auch wirklich am Ende für eine Verurteilung einer Person ausreichen. Aber ich habe das Gefühl, dass der Kincaid, den ich „kenne“, nicht so verächtlich über Geschworene denken würde, wie man es hier zu Beginn des Buches lesen kann. Außerdem finde ich es spannend, dass er „ehrgeizig“ auf eine Beförderung hingearbeitet hat. Die Motivation stimmt in dem Absatz (er will keinen reinen Schreibtischjob, sondern aktiv ermitteln), aber Ehrgeiz gehört für mich nicht zu seinem Charakter. Immer wieder interessant, dass ich mich so an Kleinigkeiten aufhängen kann …

Die Handlung beginnt in „Das Hotel im Moor“ mit Duncan Kincaid, der nach Monaten voller Überstunden endlich eine Woche Urlaub machen kann und dafür die Reservierung seines Vetters übernimmt, der ein Apartement in einem Timesharing-Hotel gebucht hatte. Gemma James bekommt man auf den ersten Seiten nur kurz als Duncans Untergebene vorgestellt (inklusive der Info, dass sie rothaarig, intelligent, geschieden, zehn Jahre jünger als Duncan und alleinerziehende Mutter ist) – immer wieder schwierig für Autoren die richtige Balance zwischen Informationsvermittlung und natürlichem Gedankenfluß ihrer Protagonisten zu finden. *g* Ich finde es etwas schade, dass die Situation im Hotel dadurch eingeführt wird, dass Duncan gleich beim ersten Betreten unabsichtlich einen Streit zwischen den beiden Geschäftsführern belauscht. Das ist etwas plump gemacht, bei den späteren Büchern geht die Autorin eindeutig raffinierter vor.

Update 14:00 Uhr

Ich mag es immer wieder, wie Deborah Crombie die verschiedenen Charaktere vorstellt. Es geht nicht ganz ohne Klischees bei ihr, aber eine kleine Szene mit einer Frau am Fenster, ein kleiner Moment beim abendlichen Haarebürsten und schon hat man einen guten Eindruck von der Person gewonnen. Manche sind sympathisch, manche definitiv nicht und bei anderen erkennt man schnell, dass sie zwar nicht unsympathisch sind, aber trotzdem keine einfachen Charaktere. Ich mochte das Mordopfer, auch wenn er mit seiner sarkatischen Art bestimmt einige Menschen vor den Kopf gestoßen hat. Mich stört allerdings der örtliche Leiter der Ermittlungen – so ein richtiger Klischee-„Dorfpolizist“: unfähig, unfreundlich und sehr von sich überzeugt. Und natürlich ist er nicht glücklich damit, dass er mit Kincaid einen Mann von Scotland Yard an seinem Tatort hat. Diesen Typ Polizist greifen eigentlich alle Krimiautoren gerne auf, aber das ändert nichts daran, dass ich ihn nicht mag, auch wenn so ein Ermittler natürlich immer einen guten Grund für die Hauptfigur darstellt, um auf eigene Faust zu ermitteln. Hier ist sich Kincaid immerhin bewusst, dass er weder zuständig ist, noch seine Einmischungen erwünscht sind, weshalb er versucht über seinen Vorgesetzten Zugang zu den Ermittlungen zu bekommen. Gemma spielt bis jetzt kaum eine Rolle – noch etwas, das sich zum Glück im Laufe der weiteren Romane ändert.

Knäckebrot mit Gurke an Roman 😉

Die ersten knapp 100 Seiten von „Das Hotel im Moor“ habe ich bislang in kleinen Pausen zwischen der Arbeit gelesen, aber jetzt gönne ich mir erst einmal eine Stunde „Frühstückspause“, um etwas länger am Stück lesen zu können, bevor ich weiter meine To-do-Liste abarbeite. 😉

Update 16:00 Uhr

Das „etwas länger am Stück lesen“ habe ich dann mal spontan auf fast zwei Stunden ausgedehnt, als ich merkte, dass ich nicht mehr so viele Seiten vor mir hatte und so langsam die Erinnerungen an die Auflösung wiederkamen. Der Kniff mit den beiden „Ablenkungsopfern“ ist relativ alt, aber er sorgt immer wieder für Spannung, weil man beim Lesen die ganze Zeit die Opfer, die möglichen Gründe für ihren Tod und natürlich ihr Umfeld im Hinterkopf behält.

Etwas seltsam fand ich Duncans Bedürfnis nach Nähe. Ich hatte das für „Das Hotel im Moor“ (mir fällt gerade auf, dass nicht einmal ein Moor erwähnt wurde, da hat der deutsche Verlag wohl unabhängig vom Inhalt nach etwas stimmungsvollem gesucht *g*) gar nicht so in Erinnerung, auch wenn eine gewisse Melancholie und Sehnsucht – gerade in den ersten Bänden, bevor er mit Gemma eine Familie gründet – schon zu seinem Charakter gehört. Aber hier hatte ich das Gefühl, er würde jede Frau, mit der er sich gut versteht und die er zusätzlich auch noch attraktiv findet, als potenzielle Partnerin in Betracht ziehen – selbst bei der Ärztin, die verheiratet und zufrieden in ihrer Ehe ist.

Der Krimi leidet definitiv an ein paar Kinderkrankheiten, aber grundsätzlich ist da schon viel von dem drin, was ich bei der Autorin schätze. So hat sich „Das Hotel im Moor“ zügig lesen lassen und mich gut unterhalten, ich mochte viele Figuren und die Art und Weise, wie sie beschrieben wurden, und auch Duncan und Gemma (in den wenigen Szenen, in denen sie vorkam,) zeigten schon eine Menge Züge, die ich an ihnen mag und die die Basis für die Entwicklung der beiden Charaktere (in den kommenden Bänden) bilden.

Es war schön endlich mal wieder ein Buch (so ziemlich) am Stück zu lesen, auch wenn ich mich jetzt definitiv auf meine To-do-Liste stürzen muss, damit ich bis 17 Uhr hoffentlich fertig werde. Ich weiß nicht, ob ich vor dem abendlichen Kochen noch einmal zum Buch greifen werde, aber ich denke, ich werde heute Abend noch mit dem zweiten Deborah-Crombie-Band („Alles wird gut“) anfangen. Der Roman liegt eh bereit, da ich die ersten beiden Bände als Doppelband habe, und ich habe große Lust auf die Geschichte im zweiten Teil. 🙂

Update 22:00 Uhr

Sehr dunkles Foto einer Kartoffel-Zucchini-Zwiebel-Frittata

Es hat ein bisschen gedauert, bis ich mit der To-do-Liste und dem Abendessen fertig war, aber in der letzten Stunde habe ich noch in „Alles wird gut“ gelesen und knapp 100 Seiten geschafft. An diesen zweiten Band der Kincaid-und-James-Krimis erinnere ich mich noch sehr gut, denn hier beginnt für mich das Zusammenspiel zwischen Duncan und Gemma, das für mich die Romane von Deborah Crombie so lesenswert macht, und man lernt die beiden Protagonisten deutlich besser kennen als in „Das Hotel im Moor“ (was bedeutet, dass vor allem Gemma endlich mal ein paar gute Szenen bekommt). Außerdem mag ich das Opfer sehr, denn auch wenn man Duncans Nachbarin Jasmine nur in einer kurzen Szene am Anfang kennenlernt, so dreht sich doch die gesamte Geschichte um sie. Bei jedem Gespräch wird deutlich, was für eine wichtige Rolle sie im Leben der wenigen Menschen gespielt hat, denen sie nahe stand, und wie viel Bedeutung es für diese Menschen hat zu erfahren, ob sie eines natürlichen Todes (natürlich nicht!), durch eigene oder durch fremde Hand gestorben ist. Das einzige, was mich bislang irritiert, ist, dass Duncan immer Jasmines Kater Sid(hi) vergisst – aber nun gut, noch ist er kein Katzenmensch. 😉

Ich werde für heute mit dem Lesen aufhören und nur noch ein bisschen „Animal Crossing“ spielen, bevor es (relativ) früh ins Bett geht. Mir hat das gemeinsame Lesen viel Vergnügen bereitet und ich habe endlich mal wieder ein Buch gelesen. Mal schauen, wann Sayuri und ich Zeit finden, um damit weiterzumachen. 🙂

Neuzugänge April, Mai und Juni 2019

Nach dem sehr üppigen Jahresende und den vielen ungeplanten Neuzugängen zum Jahresanfang, sind meine Neuanschaffungen im zweiten Quartal dieses Jahres dann doch wieder auf ein normaleres Maß zurückgegangen. 😉

1. Patricia Briggs: Frost Burned (Mercy Thompson 7)
2. Patricia Briggs: Night Broken (Mercy Thompson 8)
3. Patricia Briggs: Fire Touched (Mercy Thompson 9)
4. Patricia Briggs: Silence Fallen (Mercy Thompson 10)

Nachdem ich mich dabei ertappte, dass ich den sechsten Band der Reihe immer auf dem SuB liegen ließ, weil ich mir sicher war, dass ich nach dem Lesen wieder genervte sein würde, wenn ich nicht sofort weiterlesen kann, habe ich kurzentschlossen die noch fehlenden Bände der Reihe bestellt. Damit bin ich zum ersten Mal, seitdem ich die Mercy-Thompson-Romane für mich entdeckt habe, auf dem aktuellen Stand (der Taschenbuch-Veröffentlichungen).

5. Diana Wynne Jones: The Time of the Ghost
Im April hatte ich mal wieder verstärkt die Augen nach Veröffentlichungen aufgehalten, die zu den Büchern passen, die ich schon im Regal habe, und bin dabei über diesen Titel gestolpert. So oder so will ich die Titel der Autorin mal vollständig haben, aber es wäre mir schon lieber, wenn die Ausgaben auch zueinander passen …

6. Tanya Huff: Valour’s Choice (Confederation Novel 1)
Nachdem ich in den letzten Monaten so viele Bücher gekauft habe, die von der Backlist vertrauter und bewährter Autoren stammten, bot es sich an damit weiterzumachen. „Valour’s Choice“ ist mein erster SF-Roman von Tanya Huff und – natürlich – ein Reihenauftakt. Ich bin recht optimistisch, dass mir auch dieses Buch der Autorin gefällt. Bedauerlicherweise würde dass dann bedeuten, dass ich noch einige weitere Bände werde kaufen müssen, aber damit werde ich vermutlich fertig. 😉

7. Diana Wynne Jones: Earwig and the Witch
Das letzte Buch, das ich bei meiner letzten DWJ-Suche im „richtigen“ Design gefunden habe. Für dem Umfang fand ich den Preis zwar recht üppig, aber da ich zu dem Zeitpunkt solche Lust auf Diana-Wynne-Jones-Geschichten hatte und man mich auch immer mit dem Stichwort Baba Bella Yaga locken kann, musste es dann doch bestellt werden.

8. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
Ein Geschenk, das überraschend in meinem Briefkasten landete, weil wir für ein paar Nächte unser Gästebett zur Verfügung gestellt hatten. 🙂

9. Jim Butcher: Brief Cases (Anthologie)
Da ich mich in der Regel weigere Hardcover zu kaufen, muss ich immer etwas länger warten, bis ich neue Veröffentlichungen von Serien in die Finger bekomme, die ich mag. „Brief Cases“ ist nach „Side Jobs“ die zweite Zusammenstellung von Kurzgeschichten rund um Harry Dresden und ich freu mich schon sehr aufs Lesen.

Juli-SuB 2019

Sehr viele Beiträge gab es im vergangenen Monat nicht, genauso wie es nicht gerade sehr viel Bewegung bei meinem SuB gab. Immerhin habe ich trotzdem keinen großen SuB-Zuwachs zu verzeichnen, denn ich hatte in den letzten Wochen nicht einmal groß Lust Bücher zu kaufen. Irgendwie ist in diesem Jahr bei mir (auch gesundheitlich) der Wurm drin, meine Motivation für so gut wie alles ist so ziemlich am Boden und in den letzten Tagen mochte ich nicht mal lesen oder spielen. Trotz des neuen Ventilators habe ich erschreckend große Angst davor, dass sich der vergangene heiße Sommer in diesem Jahr wiederholt, denn an den Temperaturen in unserer Dachgeschosswohnung ändert der ja schließlich auch nichts. Mal schauen, wie es in den nächsten Wochen wird, erst einmal soll es ja zum Glück wieder ein bisschen kühler werden. Was den Juli angeht, so hoffe ich, dass ich meine Leselust wiederfinde, wenn ich gemeinsam mit Sayuri den ersten Krimi rund um Duncan Kincaid und Gemma James von Deborah Crombie lese. Für diejenigen, die irgendwann die Romane noch für sich entdecken wollen, gibt es hier schon mal eine Warnung: Das Ganze wird nicht spoilerfrei abgehen. 😉

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  4. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (The Jumbies 2)
  5. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  6. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  7. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  8. Lila Bowen: Wake of Vultures (Shadow Series 1)
  9. Rhys Bowen: Royal Blood (Royal Spyness 4)
  10. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  11. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  12. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  13. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  14. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  15. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  16. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  17. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  18. Jim Butcher: Brief Cases (Anthologie)
  19. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  20. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  21. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  22. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  23. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  24. Roshani Chokshi: Aru Shah and the End of Time
  25. Sayantani Dasgupta: The Serpent’s Secret (Kiranmala and the Kingdom Beyond 1)
  26. Louise Erdrich: The Birchbark House
  27. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  28. Jasmine Gower: Moonshine
  29. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  30. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  31. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  32. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 3)
  33. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  34. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  35. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  36. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  37. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  38. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  39. Rachel Hartman: Seraphina
  40. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  41. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  42. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  43. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  44. Tanya Huff: Valour’s Choice (Confederation Novel 1)
  45. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  46. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  47. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  48. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  49. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  50. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  51. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  52. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  53. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  54. Diana Wynne Jones: Power of Three
  55. Celine Kiernan: Geisterpfade
  56. Celine Kiernan: Königspfade
  57. Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)
  58. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  59. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  60. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  61. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  62. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  63. Seanan McGuire: This Ain’t Witchcraft (InCryptid 8)
  64. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  65. Seanan McGuire: Deadlands – Boneyard
  66. Kelly Meding: Stray Magic
  67. Kelly Meding: Stray Moon
  68. Kate Milford: The Boneshaker
  69. C.E. Murphy: Urban Shaman
  70. James Nicol: The Apprentice Witch
  71. James Nicol: The Apprentice Witch 2 – A Witch Alone
  72. James Nicol: The Apprentice Witch 3 – A Witch Come True
  73. Bishop O’Connell: The Stolen
  74. Ellen Oh und Elsie Chapman (Hrsg.): A Thousand Beginnings and Endings (Anthologie)
  75. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  76. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  77. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  78. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  79. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  80. Sarah Prineas: The Lost Books – The Scroll of Kings
  81. Philip Reeve: Larklight
  82. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  83. John Scalzi: Fuzzy Nation
  84. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  85. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  86. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  87. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  88. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  89. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  90. Charles den Tex: Die Zelle
  91. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  92. Sarah Tolcser: Song of the Current
  93. Tiffany Trent: Unnaturalist
  94. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  95. Catherynne M. Valente: The Refrigerator Monologues
  96. Catherynne M. Valente: Space Opera
  97. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  98. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  99. Xinran: Gerettete Wort
  100. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

94 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Bücher, über die es eigentlich nichts zu sagen gibt. ;)

Im Moment lese ich anscheinend nur Bücher, über die es eigentlich nichts zu sagen gibt. Irgendwie nette Romane, die aber nicht genug Handlung, Weltenbau, Charaktere oder sonst etwas Besonderes habe, dass ich darüber etwas sagen wollen würde. Die Bücher sind nicht mal so schlecht, dass ich darüber lästern könnte – was aber auch ein wenig daran liegt, dass ich gerade relativ schnell bestimmte Szenen einfach nur querlese.

Angefangen hatte es schon im Mai mit der Renegade-Royal-Reihe von Vanessa Kelly. Historicals, deren Kernthema sich um die (fiktiven) Bastardsöhne der britischen Prinzen kurz nach den napoleonischen Kriegen dreht. Ein paar dieser Männer haben während der Kriegsjahre als Spione gegen Frankreich gearbeitet, andere haben sich einen Lebensunterhalt als Freibeuter oder Spielhöllen-/Bordellbesitzer aufgebaut, und natürlich sind sie alle nicht gewillt, eine feste Beziehung einzugehen, bis sie „der Protatonistin“ begegnen. Ich muss gestehen, ich mochte die Figuren, und in den meisten Romanen hat es die Autorin sogar hinbekommen, dass die „starken Frauen“ auch nach dem ersten Treffen mit dem jeweiligen Protagonisten noch „stark“ sein durften. Alles in allem sehr leichte und nette Lektüre, die mich gut unterhalten hat, auch wenn ich beim Lesen der sieben Romane (und zwei Kurzgeschichten *g*) die Sexszenen überblättert habe, weil die mich nervten. Aber ich bin eh gerade etwas ungnädig mit (schlecht geschriebenen?) Sexszenen.

Danach habe ich mich „Murder With Cinnamon Scones“, dem zweiten Band der „Daisy’s Tea Garden“-Mysterys von Karen Rose Smith zugewandt. Ein netter Cozy, mit sympathischen Charakteren, einem relativ unblutigen Mord und sehr viel Wohlfühlmomenten in der Teestube der Protagonistin Daisy. Keine Sexszenen, die ich hätte überblättern müssen, dafür habe ich mich die ganze Zeit beim Lesen gefragt, ob ich den ersten Band schon gelesen habe. Genau genommen war ich mir total sicher, dass ich den ersten Teil schon gelesen hatte, weil ich mich an so viele private Details rund um Daisy und ihre Teestube erinnern konnte. Allerdings hatte ich keinerlei Erinnerung an den Mord und weder in den Bücherregalen noch auf dem eReader war das erste Buch zu finden. Also musste ich mir natürlich „Murder With Lemon Tea Cake“ auch noch besorgen und lesen! Das war auch nett und unterhaltsam, aber mehr auch nicht. (Und ich weiß immer noch nicht, ob ich die ganze Geschichte schon mal gelesen hatte oder vielleicht nur die Leseprobe …)

Am vergangenen Wochenende ging es dann weiter mit „Cry Wolf“ (und „Alpha and Omega“) von Patricia Briggs. Auch die Geschichte war nett, solange ich die „mein Wolf hat dich als meine Gefährtin auserwählt“- und die „Misshandlungen sind ganz schnell vergessen, wenn Frau nur den richtigen Mann Wolf findet“-Szenen ignoriere. Eigentlich mochte ich vor allem die Nebenfiguren und die kleinen Details, die die Mercy-Thompson-Welt ergänzten und die es in der „Hauptreihe“ nicht zu lesen gab, weil die Sachen halt nicht in Mercys Anwesenheit passierten. Ich weiß noch nicht, ob ich die Reihe weiterlese – vor allem, da mein Lieblingscharakter wohl erst einmal eine Rolle in den Mercy-Thompson-Romanen gefunden hat.

Außerdem dümpelte nebenbei ja immer noch „Death by Dumpling“ von Vivien Chien vor sich hin. Inzwischen habe ich das Buch beendet und beschlossen, dass es aus meinem Bestand fliegen wird. Ich mochte die Protagonistin und sehr viele der vorkommenden Nebenfiguren, außerdem gefiel mir die Idee mit dem Mord im Asia-Village und all den verschiedenen Eigenheiten der asiatisch-stämmigen Geschäftsleute in diesem speziellen Einkaufszentrum. Aber obwohl ich den Roman wirklich mögen wollte, hat mich der Mord total kaltgelassen. Die gesamte Handlung war mir vollkommen gleichgültig, auch wenn ich immer wieder über Szenen gestolpert bin, die ich amüsant oder unterhaltsam fand. Ich bin überraschend stolz auf mich, dass ich das Buch noch beendet habe, aber ich werde es definitiv kein zweites Mal in die Hand nehmen.

Zuletzt gab es Ende der Woche für mich noch „The Witchkin Murders“, den ersten Band der Magicfall-Reihe von Diana Pharaoh Francis, weil ich die Welt, in der die Geschichte spielt, sehr mag. Normalerweise setzen die Urban-Fantasy-Reihen, die ich lese, zu einer Zeit ein, in der das „Erwachen“ der Magie schon einige Jahre her ist und sich die Gesellschaft einigermaßen damit arrangiert hat. In der „Horngate Witches“-Serie der Autorin hingegen erlebt man als Leser diese Umwälzung (aus der Sicht einer Hexe) hautnah mit. Dieser Magicfall-Roman setzt etwas später ein und macht deutlich, wie wenig sich die Menschen bislang an all die gesellschaftlichen Veränderungen gewöhnt haben, die durch die Magie hervorgerufen wurden. Ich mag die Welt sehr, auch wenn ich bei Diana Pharaoh Francis immer wieder über Kleinigkeiten stolpere, die mich stören. Insgesamt habe ich mich mit „The Witchkin Murders“ gut unterhalten gefühlt (auch wenn ich all die „Ich fühle mich von meinem ehemaligen Partner angezogen“-Szenen mal wieder quergelesen habe).

So langsam geht mir ein bisschen die „leichte“ Lektüre für den eReader aus und im Halbdunkeln lassen sich gedruckte Bücher mit „normaler“ Schriftgröße so schlecht lesen. Ich fürchte aber, ich werde noch eine Weile bei Romanen bleiben, über die ich eigentlich nichts zu erzählen habe …

Was schön war (4): Urlaub und Filmfestival

So richtig schön begann unser Urlaub nicht, nachdem ich am Dienstag unterwegs so richtig heftig den Asphalt geküsst hatte. Ich weiß nicht, ob ich umgeknickt oder ausgerutscht bin oder ob mein Kreislauf mich angesichts eines schwül-regnerischen Tages im Stich gelassen hatte, auf jeden Fall fand ich mich bäuchlings auf der Straße wieder und hatte mir rechts Hand- und Fußgelenk sowie beide Knie angeschlagen. Glücklicherweise half eine Kombination aus Kühlakkus, Bandagen und Schmerzmitteln, mich so weit beweglich zu halten, dass ich trotzdem am nächsten Tag den ersten Film sehen konnte, aber so richtig fit bin ich auch drei Wochen nach dem Sturz noch immer nicht. Das Ganze hat dann dafür gesorgt, dass wir in der zweiten Urlaubswoche ein paar geplante Unternehmungen streichen mussten, was wirklich ärgerlich war, und auch in der vergangenen Woche habe ich alles weiterhin etwas langsamer angehen müssen.

Los ging das japanische Filmfest für mich dann am Mittwochabend mit „Marriage Hunting Beauty“. Da ein als „romantische Komödie“ angekündigter Film für meinen Mann nicht das richtige ist, war ich mit der ehemaligen Nachbarin im Kino. Die Geschichte drehte sich um Takako, die mit Anfang 30 auf einmal den Beschluss fasst, dass sie heiraten will. Dass diese ganze Idee aus einer allgemeinen Unzufriedenheit mit ihrem Leben heraus geboren wurde und von der Vorstellung genährt ist, dass ihre verheiratete Freundin doch viel zufriedener durchs Leben geht, ist von Anfang an unübersehbar. Lustig waren all die kleinen Begegnungen mit „potenziellen Heiratskandidaten“, die Takako über eine App gefunden hatte. Doch besonders hat mir gefallen, dass man Takako und ihre Freundin im Laufe des Films besser kennenlernt und beide merken, dass das Leben der anderen nicht so beneidenswert ist, wie sie immer gedacht haben, und dass es in ihrer eigenen Hand liegt, etwas an den Dingen zu ändern, die sie unzufrieden sein lassen. Ich mochte auch, dass Takako am Ende nicht verheiratet, aber (zumindest für den Moment) sehr zufrieden mit ihrem Leben war. Alles in allem war der Film weniger komisch oder romantisch, als nach der Inhaltsangabe und dem Trailer zu erwarten war, dafür waren die Charaktere wunderbar realistisch dargestellt, was den Film für mich umso sehenswerter gemacht hat.

Am nächsten Tag gab es den Film „Inuyashiki“ für meinen Mann und mich. „Inuyashiki“ ist die Verfilmung einer Mangareihe, die auf Deutsch unter dem Titel „Last Hero Inuyashiki“ veröffentlicht wurde. Zu Beginn lernt man Herrn Inuyashiki kennen. Er ist ein einfacher, zurückhaltender Büroangestellter, der weder bei der Arbeit noch in seiner Familie besonders geschätzt wird. Als Inuyashiki (sehr schön gespielt von Noritake Kinashi) eines Abends in den nahgelegenen Park geht, passiert dort ein seltsames Unglück, das dafür sorgt, dass er (ebenso wie der zum selben Zeitpunkt anwesender Schüler Shishigami) in einen Androiden verwandelt wird. Nach und nach entdeckt er seine neuen Fähigkeiten und setzt diese heimlich dazu ein, anderen Menschen beizustehen. Shishigami hingegen wird von seinen neuen Fähigkeiten (und einer erbarmungslosen Gesellschaft) dazu verführt, sich „unmenschlich“ zu verhalten, so dass es am Ende einen Kampf zwischen Inuyashiki und dem Schüler gibt. Das Ganze war nettes, amüsantes und actionreiches Popcorn-Kino und hat uns gut unterhalten – vor allem, da die Geschichte durch die filmische Umsetzung wirklich profitiert hat, denn der Manga selbst ist etwas langatmig und beinhaltet die eine oder andere Wendung zu viel, um wirklich überzeugen zu können.

Freitag ging es dann weiter mit „The Chaplain“ – ein wirklich großartiger Film, der uns sehr überrascht hat. Eigentlich sind wir nur in den Film gegangen, weil es der letzte Film des Schauspielers Ren Osugi war, bevor dieser im vergangenen Jahr gestorben ist. Die Geschichte dreht sich um einen Seelsorger in einem Gefängnis, in dem Menschen sitzen, die zum Tode verurteilt wurden. Der Regisseur und Drehbuchautor Dai Sako, der nach der Vorführung des Films zu einer Fragerunde zur Verfügung stand, meinte zwar, dass er den Film nicht gezielt als Kritik an der Todesstrafe, die in Japan immer noch üblich ist, gedreht habe, dass es ihm aber mit diesem Film gelungen sei, eine Diskussion in Japan auszulösen. Der ganze Film ist sehr Kammerspiel-artig gedreht, so gut wie alle Szenen finden in einem kleinen Raum statt, wo der Seelsorger (in Anwesenheit eines Wächters) mit den verschiedenen Gefangenen spricht. Das führt zu einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit den verschiedenen Figuren, vor allem, da die Darsteller ihre Sache wirklich großartig machen, was zum Teil umso erstaunlicher ist, weil die Hälfte von ihnen nicht einmal professionelle bzw. erfahrene Schauspieler waren. Überraschend war auch, wie viel Humor trotz des ernsten Themas in dem Film steckte. Ein sehr ruhiger und sehr eindringlicher Film, den ich theoretisch jedem ans Herz legen würde – dummerweise gibt es (noch?) keine DVD-Veröffentlichung. Wenn es noch dazu kommen sollte, wäre das definitiv ein Film, den ich mir anschaffen würde.

Am Samstag hat sich dann die ehemalige Nachbarin zusammen mit einer Freundin zu uns gesellt, um „Room Laundering“ zu sehen. In Japan muss ein Vermieter bzw. Makler potenzielle Interessenten darüber aufklären, wenn es in einer Wohnung schon einmal zu einem Todesfall gekommen ist. Um diesen „Makel“ von der Wohnung zu nehmen, gibt es Menschen, die sich aufs „Room Laundering“ spezialisiert haben und in diese Wohnungen ziehen. Die 20jährige Miko wird von ihrem Onkel Goro zum „Room Laundering“ benutzt, was angesichts der Tatsache, dass sie Geister sehen kann, eine besondere Herausforderung ist. Normalerweise lässt sie die Geister nicht spüren, dass sie sie sehen kann, doch im Laufe des Films gibt sie ihre Distanz gegenüber den Geistern auf und lässt sich von diesen sogar dazu überreden, den Mord an einer jungen Frau aufzuklären. Die Geschichte war eine nette Mischung aus lustigen Momenten (mit den verschiedenen Geistern und dem halbkriminellen Onkel der Protagonistin) und Familiendrama rund um die verschwundene Mutter des Mädchen, aber stellenweise zog sich die Geschichte – gerade bei dem etwas zu vorhersehbaren Familliendrama – etwas hin. Trotzdem habe ich mich insgesamt gut unterhalten gefühlt und den Film gemocht.

Zum Abschluss haben wir am Sonntag dann – ebenfalls wieder in Begleitung der ehemaligen Nachbarin und ihrer Freundin – noch „Ramen Shop“ geschaut. Das war schon wieder ein Film mit Familiendrama, irgendwie hatten wir wohl in diesem Jahr ein Händchen dafür, obwohl das eigentlich nicht unser Thema ist. Bei „Ramen Shop“ begleitet man den jungen Koch Masato – nach dem plötzlichen Tod seines Vaters – auf der Suche nach der Familie seiner Mutter. Alles was Masato weiß, ist, dass seine Mutter aus Singapur stammte, wo er auch geboren wurde, und dass es zu einem Bruch mit ihrer chinesischstämmigen Familie kam, als sie Masatos japanischen Vater heiratete. Über das Kochen nähert sich Masato seiner Familiengeschichte an, was zu vielen wunderbaren Essensszenen führte, und man konnte vielen Erinnerungen an seine Kindheit und die Gerichte, die ihm seine Mutter gekocht hat, mitverfolgen. Die Verknüpfung von Essen und Familiengeschichte mochte ich, auch wenn es für mich das Drama um die Großmutter in diesem Ausmaß nicht benötigt hätte. Aber es war dem Regisseur Eric Khoo wohl wichtig, nicht nur die Verbindung zwischen Essen und Zusammenhalt in der Familie, sondern auch die schwierige japanische Geschichte inklusive Kriegsgräuel aufzugreifen. (Oh, und wenn ich das gerade richtig sehe, dann läuft der Film auch noch in verschiedenen Kinos in Deutschland und auf DVD ist er auch demnächst erhältlich!)

Dieser Film war dann auch der Abschluss des Festivals, weshalb es davor diverse Preisverleihungen gab. Ich könnte somit nun feststellen, dass ich deutlich lieber den Abschlussfilm als den Eröffnungsfilm schaue, weil die anfänglichen Reden weniger interessant sind als die Preisverleihungen. Insgesamt hat das aber dafür gesorgt, dass wir über drei Stunden in diesem Kino saßen, was grundsätzlich schon zu lang für die beengte Bestuhlung ist und mit schmerzenden Gliedmaßen noch mal ein wenig unangenehmer wurde. Am Ende bin ich regelrecht aus dem Stuhl geschossen, weil ich keine Minute länger meine Knie in der beengten Position halten konnte. *g*

Ansonsten brachte der Urlaub noch einige schöne Momente mit meinem Mann, etwas Spielzeit, gemütliche Treffen mit anderen Leute, leckeres Essen und sehr viel erholsame Stunden (mit Kühlakku) auf dem Sofa. Spannend finde ich, dass es immer in dieser letzten Maiwoche auf einmal richtig heiß wird in Frankfurt – wobei wir in diesem Jahr noch Glück hatten und die Nächte noch relativ kühl waren und die Kinos sich deshalb nicht so extrem aufheizten wie in den vergangenen Jahren. 2020 findet die Nippon Connection ausnahmsweise in einem etwas späteren Zeitraum (9. bis 14. Juni) statt, und ich bin schon gespannt, welche Filme es dann zu sehen geben wird (und wie viele Leute wir bis dahin mit dem Filmfest neu angesteckt haben werden 😉 ).

Lese-Sonntag Juni 2019

Seit dem vergangenen Lese-Sonntag gab es hier von mir ja nicht viele Lebenszeichen und auch heute Vormittag wird es etwas ruhiger bleiben, da ich so verpeilt war und die monatliche Frühstücksverabredung mit der ehemaligen Nachbarin auf den heutigen Tag gelegt habe. Um halb neun geht es aus dem Haus, um mal wieder ein neues Café auszuprobieren. Ich muss zugeben, dass wir ohne diese Verabredungen vermutlich weiterhin nur unser Lieblingscafé aufsuchen würden (allerdings gehen wir auch ohne konkreten Anlass selten ins Café *g*).

Unsere sonntägliches Brettspielen haben wir schon gestrichen, nach einem Vormittag unterwegs werde ich das Knie mit Kühlakkus aufs Sofa legen, statt mehrere Stunden am Tisch zu sitzen. Dafür bekomme ich es hoffentlich am Nachmittag mal wieder mit dem Lesen auf die Reihe, wenn ich mehrere unverplante Stunden am Stück dafür habe. Ein bisschen befürchte ich, dass die Unmengen an Büchern, die ich in den vergangenen Wochen gelesen habe, dafür gesorgt haben, dass ich gerade etwas übersättigt bin. Oder es liegt an den Romanen, die ich gerade lese, dass ich so wenig Lust auf Lesezeit habe. Ich habe mir vor einigen Tagen „Death by Dumpling“ noch einmal rausgezogen und finde die Figuren und die Grundidee mit dem „Asia Village“, in dem ein Mord passiert, eigentlich sehr nett, aber die Handlung dümpelt so vor sich hin und das sorgt dafür, dass ich zwischendurch lieber auf dem eReader einen Cozy, zwei historische Liebesromane und den Anfang eines UF-Romans („Cry Wolf“ von Patricia Briggs) gelesen habe. Letzterer packt mich leider auch nicht so recht, obwohl ich die Mercy-Thompson-Reihe von der Autorin ja sehr mag, aber obwohl „Cry Wolf“ der erste Band einer Reihe ist, scheint es eine Menge Vorgeschichte zu geben, die ich nicht kenne. Nun … das Ganze war ein „umsonst mal zum Antesten mitgenommen“-Buch und wenn ich es nicht beende, ist es auch kein großer Verlust. Oder kennt jemand die Reihe und würde mir ernsthaft empfehlen mir die Kurzgeschichte zu besorgen, in der die Vorgeschichte erzählt wird?

Ähm, wenn ich mir so die Textmenge anschaue, dann würde ich sagen, dass das heute mit dem Kommunizieren schon klappen wird. *g* Ich wünsche euch erst einmal einen schönen Vormittag und melde mich irgendwann um die Mittagszeit wieder, wenn wir wieder Zuhause sind. 🙂

Update 14:30 Uhr

Uff, das war eine sehr schöne Frühstücksverabredung mit sehr leckerem Frühstück (Bagel mit Frischkäse und Rührei mit Käse für mich – leider kein Foto, da ich die Kamera vergessen hatte) und viel Redebedarf. Das Café merken wir uns auf jeden Fall für weitere Verabredungen – genau genommen haben mein Mann und ich vor unseren demnächst anstehenden 13. (uff!) Hochzeitstag dort zu begehen. Das einzige ärgerliche an der heutigen Verabredung waren die Nahverkehrsprobleme, die durch die Sperrung eines Viertels (Straßenfest), die Sperrung eines Streckenabschnitts (Baustelle) und die Sperrung dreier U-Bahn-Haltestellen (Schienenarbeiten) erzeugt wurden. So konnten wir nicht einfach in die Straßenbahn steigen und eine Dreiviertelstunde quer durch die Stadt zum Café fahren, sondern mussten uns mit lustigen Umwegen und diversen Umstiegen zum Café vorarbeiten.

Jetzt drehe ich erst einmal eine Blogrunde und dann schaue ich, welche Lektüre/Beschäftigung ich für den Nachmittag wähle. Ich hoffe, ihr hattet schon mal einen entspannten Vormittag! 🙂

Update 18:00 Uhr

eReader-Foto, das gut zeigt, wie dunkel unser Wohnzimmer mit zugezogenen Verdunklungsvorhängen ist, wenn nur durch einen kleinen Spalt „Leselicht“ hereinfällt. *g*

Die letzten 3 1/2 Stunden habe ich auf der einen Seite online zugebracht (immer wieder erstaunlich, wie viel Zeit dabei draufgeht 😉 ) und auf der anderen Seite die Kurzgeschichte „Alpha und Omega“ runtergeladen (Vielen Dank für den Tipp an Susanne) und gelesen. Die Geschichte gefällt mir besser als der Anfang des Romans und sollte mir genügend Geduld bringen, um mit „Cry Wolf“ weiterzumachen, auch wenn ich auf den „mein Wolf hat beschlossen, dass du seine Gefährtin bist“-Anteil gut hätte verzichten können. Immerhin führt das in dieser Geschichte bislang nur zu einem gesteigerten Beschützerinstinkt … *g* Urban Fantasy ohne Liebesgeschichten wäre mir in der Regel lieber, aber ich mag das Genre so gern, dass ich es lese, obwohl es kaum eine Geschichte ohne gibt.

Bis zum Abendessen werde ich noch etwas weiterlesen und danach vermutlich etwas mit meinem Mann fernsehen (und dabei „Blümchen gießen“ – habe ich schon erzählt, dass in acht Monaten das nächste „Animal Crossing“-Spiel erscheinen wird *freu*?).

Update 21:00 Uhr

Bohnen-Erbsen-Möhrensuppe mit Perlgraupen (von gestern). 😉

Da mein Mann heute „gekocht“ hat, wurde unser üblicher Rhythmus etwas auf den Kopf gestellt, also habe ich während der Kochzeit und nach dem Essen weiter in „Cry Wolf“ gelesen und muss zugeben, dass mir die Geschichte mit dem Wissen aus dem Prequel besser gefällt. Außerdem kann ich nun sagen, dass meine Weiße-Bohnen-Suppe auch aufgewärmt schmeckt (einfrieren traue ich mich mit den weißen Bohnen trotzdem nicht – ist das nur ein Vorurteil oder tief vergrabenes Wissen über weiße Bohnen?) und wir haben gerade ein vor ein paar Tagen aufgenommene Quiz-Sendung laufen, zu dem ich „Animal Crossing“ gespielt habe.

Mein Animal-Crossing-Charakter darf in diesem Sommer barfuß rumlaufen. 😉

Da ich heute nicht mehr viel anderes als tun werde, als das Quiz zuende zu schauen und danach vielleicht noch etwas zu lesen, ist das mein letztes Update für heute. Mein Tag war auf jeden Fall entspannt und so mag ich meine Sonntage. 🙂

Ich hoffe, ihr habt euren Lese-Sonntag ebenfalls genossen und mit Tätigkeiten und Geschichten gefüllt, die euch gut getan und gut unterhalten haben. 🙂

Heutige Mitleserinnen:

Natira
Sayuri
Ariana

So richtig …

… komme ich gerade nicht wieder in die Puschen. Eigentlich war ich davon ausgegangen, dass ich in der vergangenen Woche schon mal ein bisschen an einem Blogbeitrag über die Nippon Connection schreiben oder mich endlich mal an die Rezension, die ich noch fertigstellen will, setzen würde. Stattdessen habe ich in meiner unverplanten Urlaubszeit mit Kühlakkus auf den Knien auf dem Sofa gesessen und „ganz nette“ Historicals gelesen. Heute war dann der erste Tag nach dem Urlaub und ich hatte mir so fest vorgenommen, nicht nur all die dringenden Dinge in Angriff zu nehmen, die in den letzten 2 1/2 Wochen liegen geblieben sind, sondern auch mal wieder den Feedreader zu öffnen. Stattdessen habe ich viel Zeit damit verbracht, mich vor der Arbeit zu drücken, so dass ich nun einen Teil der To-do-Liste auf morgen verschieben musste. Es ist einfach deutlich gemütlicher, auf dem Sofa zu sitzen und dem Pladderregen zuzuhören, als aktiv die verschiedenen Aufgaben abzuarbeiten. 😉

Ich bin wirklich gespannt, wie lange es nach diesem Urlaub dauert, bis ich wieder im normalen Alltagstrott angekommen bin. Immerhin sollte sich das mit der mangelnden Kommunikationsbereitschaft spätestens am kommenden Sonntag erledigt haben, denn irgendwie schaffe ich es doch immer, so einen Lese-Sonntags-Beitrag zu füllen. 😉

Juni-SuB 2019

Der Mai war endlich mal etwas ruhiger als die vergangenen Monate und ich habe die Extrazeit gut zum Lesen genutzt. Genau genommen habe ich das Gefühl, ich hätte meine gesamte Freizeit mit Lesen verbracht, aber so ganz kann das nicht stimmen, denn ich habe auch viel gespielt, Filme gesehen und andere Sachen gemacht. *g* Ich war bei einem Blick auf meine Leseliste auf jeden Fall ziemlich überrascht, wie viel ich gelesen habe, was immerhin dazu führte, dass mein SuB endlich mal wieder zweistellig ist. Mal schauen, wie es in den kommenden Wochen so läuft. Ich habe immer noch große Lust aufs Lesen, aber wenn der Sommer richtig zuschlagen sollte, wird es mir irgendwann zu warm dazu … 😉

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  4. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (The Jumbies 2)
  5. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  6. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  7. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  8. Lila Bowen: Wake of Vultures (Shadow Series 1)
  9. Rhys Bowen: Royal Blood (Royal Spyness 4)
  10. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  11. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  12. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  13. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  14. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  15. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  16. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  17. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  18. Jim Butcher: Brief Cases (Anthologie)
  19. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  20. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  21. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  22. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  23. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  24. Vivien Chien: Death by Dumpling
  25. Roshani Chokshi: Aru Shah and the End of Time
  26. Sayantani Dasgupta: The Serpent’s Secret (Kiranmala and the Kingdom Beyond 1)
  27. Louise Erdrich: The Birchbark House
  28. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  29. Jasmine Gower: Moonshine
  30. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  31. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  32. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  33. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 3)
  34. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  35. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  36. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  37. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  38. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  39. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  40. Rachel Hartman: Seraphina
  41. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  42. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  43. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  44. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  45. Tanya Huff: Valour’s Choice (Confederation Novel 1)
  46. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  47. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  48. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  49. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  50. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  51. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  52. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  53. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  54. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  55. Diana Wynne Jones: Power of Three
  56. Celine Kiernan: Geisterpfade
  57. Celine Kiernan: Königspfade
  58. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  59. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  60. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  61. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  62. Seanan McGuire: This Ain’t Witchcraft (InCryptid 8)
  63. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  64. Seanan McGuire: Deadlands – Boneyard
  65. Kelly Meding: Stray Magic
  66. Kelly Meding: Stray Moon
  67. Kate Milford: The Boneshaker
  68. Bishop O’Connell: The Stolen
  69. Ellen Oh und Elsie Chapman (Hrsg.): A Thousand Beginnings and Endings (Anthologie)
  70. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  71. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  72. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  73. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  74. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  75. Sarah Prineas: The Lost Books – The Scroll of Kings
  76. Philip Reeve: Larklight
  77. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  78. John Scalzi: Fuzzy Nation
  79. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  80. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  81. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  82. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  83. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  84. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  85. Charles den Tex: Die Zelle
  86. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  87. Sarah Tolcser: Song of the Current
  88. Tiffany Trent: Unnaturalist
  89. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  90. Catherynne M. Valente: The Refrigerator Monologues
  91. Catherynne M. Valente: Space Opera
  92. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  93. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  94. Xinran: Gerettete Wort
  95. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

94 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Kleine Auszeit

Abgesehen von meinem „Monatsanfangs-SuB-Stand“-Beitrag wird es hier in den nächsten 14 Tagen wohl nicht viel zu lesen geben, da wir Urlaub haben und wir nicht nur viel Zeit beim japanischen Filmfest verbringen werden, sondern uns auch sonst viel vorgenommen haben.

Das werden zwei trubelige Wochen, auf die ich mich sehr freue! 🙂

Ursula Vernon: Castle Hangnail

Ursula Vernon sitzt schon so lange auf meiner Merkliste, dass es erschreckend ist, dass ich erst jetzt eines ihrer Bücher gelesen habe. Dafür habe ich die Geschichte rund um „Castle Hangnail“, die dazugehörigen Schergen und die Wicked Witch Molly sehr genossen. Die Handlung beginnt an dem Tag, an dem der Wächter des Schlosses einer potenziellen neuen Schlossherrin das Tor öffnet. Castle Hangnail ist schon lange auf der Suche nach einer neuen Herrin, denn kein böses Schloss kann ohne angemessene Herrschaft existieren, und auch wenn Hangnail in weniger düsterer Umgebung gebaut wurde, als der Wächter es angemessen fände, so ist es doch ein gutes böses Schloss und verdient eine dementsprechende Herrschaft. In den vergangenen Jahrhunderten hat der Wächter schon bösen Zauberinnen, Vampirlords, verrückten Wissenschaftlern und allen möglichen anderen Bösewichten gedient und gemeinsam mit seinen Kollegen jede damit zusammenhängende Herausforderung hervorragend gemeistert.

Doch seine potenzielle neue Herrin scheint ihn etwas zu überfordern, denn Molly nicht nur sehr jung, sie wirkt auch nicht besonders „wicked“ (irgendwie finde ich kein angemessenes deutsches Wort, dass den Unterschied zwischen „wicked“ und „evil“ so hervorhebt wie die englischen Wörter). Das einzige, was in den Augen des Wächters für sie spricht, sind ihre Stiefel – ansonsten ist es vor allem die Verzweiflung, die ihn dazu bringt, Molly Zugang zum Schloss zu gewähren. Für den Leser wird schnell deutlich, dass die Zweifel des Wächters nicht unangebracht sind. Molly ist nicht diejenige, die ursprünglich die Einladung als Schlossherrin erhalten hat, und eigentlich scheint sie auch viel zu nett zu sein, um die Herausforderungen zu bestehen, die mit der Bewerbung auf die Herrschaft über das Schloss einhergehen. Aber Molly ist hingerissen vom Castle Hangnail und gibt ihr Bestes, um ihre Aufgabe als Schlossherrin zu erfüllen.

Ich fand es großartig zu lesen, wie Molly die verschiedenen Diener im Schloss kennenlernt und wie sie sich alle Mühe gibt, um die Herausforderungen zu erfüllen. Sie findet das heruntergekommene Schloss perfekt, sie schließt die verschiedenen Diener in ihr Herz und sie gibt sich Mühe, mit den Nachbarn im Dorf gut auszukommen. Es gibt keine großen dramatischen Szenen in diesem Buch, stattdessen sehr viele Wohlfühlmomente, in denen Molly die verschiedenen Facetten eines Lebens als Schlossherrin erkundet und dabei immer gerade „wicked“ genug ist, damit ihre Bewerbung weiterhin in Betracht gezogen werden kann.

All das führt zu so vielen amüsanten und niedlichen Momenten, zu liebevoller Unterstützung durch ihre Schergen und zu genau den heimeligen Szenen, die ich wirklich in Kinderbüchern mag. Trotzdem wird es nicht langweilig, weil Molly eben die verschiedenen Herausforderungen zu bewältigen hat und am Ende um ihr Schloss (und die Loyalität des misstrauischen Wächters) kämpfen muss. Ich habe „Castle Hangnail“ von der ersten bis zur letzten Seite genossen, ich mochte die Zeichnungen, mit denen die Autorin die Geschichte illustriert hat, und ich fände es großartig, wenn das Buch noch diverse Fortsetzungen bekäme, weil ich Molly und all die anderen Charaktere beim Lesen wirklich ins Herz geschlossen habe. Außerdem hat es Ursula Vernon geschafft, in dieser süßen Geschichte so viele wichtige Themen unterzubringen, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben, dass ich mir wünschte, ich hätte „Castle Hangnail“ schon als Kind lesen können, denn ich denke, die Geschichte hätte mir – die ich viel zu brav und still war – gutgetan.