Melinda Salisbury: Hold Back the Tide

Eine kleine Warnung vorweg: Wer zu einem Jugendbuch greift, weil er ein garantiertes Happy End für alle Charaktere lesen möchte, der sollte von „Hold Back the Tide“ vielleicht die Finger lassen. Allen anderen Lesern hingegen würde ich diese wirklich sehr gut geschriebene Horror-Geschichte von der Autorin Melinda Salisbury sehr ans Herz legen. Die Handlung wird erzählt aus der Sicht von Alva, die gemeinsam mit ihrem Vater in einem kleinen Ort in den schottischen Bergen lebt. Von Anfang an wird man von Alva darüber informiert, dass ihr Vater vor sieben Jahren ihre Mutter umgebracht hat, als das Mädchen mitten in der Nacht von lauten Stimmen und dem Geräusch von Schüssen und klirrendem Glas aufwachte. Aber da nie eine Leiche gefunden wurde, geht ihr Vater weiterhin unbehelligt seiner Aufgabe als Hüter des örtlichen Lochs nach, während die Dorfbewohner die kleine Familie so weit wie möglich schneiden.

Ebenso steht von Anfang an fest, dass Alva in den vergangenen Jahren alles getan hat, um eine Flucht aus ihren Heimatort vorzubereiten, und nun endlich hat sie Geld und die notwendige Ausrüstung für eine längere Reise beisammen und einen Arbeitsplatz in einer weiter entfernt liegenden Stadt in Aussicht. Alles, was sie noch organisieren muss, ist eine Reisemöglichkeit, die sie schnell genug aus dem Dorf entfernt, damit ihr Vater sie nicht wieder zurückholen kann. Doch bevor Alva ihre Flucht antreten kann, passieren unerwartete und unheimliche Dinge im Ort, und in der jungen Frau keimt der Verdacht auf, dass das radikale Sinken des Pegels des Lochs eine der Ursachen für all die Veränderungen sein könnte. Mehr möchte ich gar nicht zum Inhalt dieser Geschichte sagen, denn ich finde, man sollte sich möglichst unvoreingenommen auf Alva, ihre Erzählweise und ihre Erlebnisse einlassen, um die Handlung rundum genießen zu können.

Einige Entwicklungen kann man in „Hold Back the Tide“ zwar schon recht früh vorhersehen, aber das stört überhaupt nicht, weil die Figuren und die Atmosphäre in dieser Geschichte einen wirklich gefangen nehmen. Dieses abgeschiedene Dorf inmitten der schottischen Berge ist die perfekte Kulisse für einen solchen Horrorroman, und die Monster, die im Laufe der Handlung auftauchen, werden durch ihre Verbindung zum Loch zu einer ganz eigenen und ungewöhnlichen Variante eines bekannten Monstertypus. Ich mochte auch die verschiedenen Charaktere, die man im Laufe der Handlung kennenlernt, sehr gern. Die Protagonistin Alva ist zwar stellenweise fast ein bisschen zu fähig und zu gut (ebenso wie einer der anderen jugendlichen Dorfbewohner), aber sie hat trotzdem genügend Schwächen und Fehler, um eine überzeugende Erzählerin zu sein.

Obwohl das eBook nur 218 Seiten lang ist, hatte ich das Gefühl, dass sich Melinda Salisbury einige Zeit lässt, um ihre Geschichte aufzubauen, und erst nach und nach die verschiedenen Entdeckungen und unheimlichen Vorfälle einbringt. Für mich hat das vor allem dafür gesorgt, dass ich – wann immer ich das Buch aus der Hand legen musste – mit meinen Gedanken immer wieder zu Alva und den Ereignissen in ihrem Heimatort geschweift bin. Ich mag es sehr, wenn mich eine Geschichte nicht so recht loslässt und ich immer wieder dahin zurückkehre. Außerdem fand ich (als jemand, der selten zu Horrorgeschichten greift,) die Darstellung der Kreaturen aus dem Loch ausgewogen genug, dass ich um Alva und all die anderen Charaktere zwar gebangt, aber dieses Unbehagen nicht mit in meinen Alltag genommen habe. Wer also mit dem Wissen leben kann, dass die Geschichte nicht für alle Beteiligten gut ausgeht, und Lust auf einen ruhig erzählten und atmosphärischen Horrorroman hat, der (vermutlich) Ende des 19. Jahrhunderts in der Abgeschiedenheit schottischer Berge spielt und gut geschriebene, stimmige Charaktere aufzuweisen hat, der sollte definitiv einen Versuch mit „Hold Back the Tide“ wagen.

September-SuB 2020

Erst eine Hitzewelle, dann ein familiärer Notfall – viel gelesen habe ich im August aufgrund dieser Umstände wirklich nicht … Im Moment habe ich keine Ahnung, wie sich der September entwickeln wird, aber ich hoffe sehr, dass ich bald wieder in die Nähe meines SuBs komme. Der ist in den vergangenen Wochen nämlich doch ein Bisschen gewachsen und ich würde ihn im Herbst gern wieder etwas schrumpfen lassen. 😉

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Hanna Alkaf: The Girl and the Ghost
  5. Sophie Anderson: The Girl Who Speaks Bear
  6. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  7. Dean Atta: The Black Flamingo
  8. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  9. Kalynne Bayron: Cinderella is Dead
  10. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  11. Diana Biller: The Widow of Rose House
  12. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  13. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  14. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  15. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  16. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  17. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  18. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  19. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  20. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  21. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  22. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  23. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  24. Stephanie Burgis: The Princess Who Flew with Dragons
  25. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  26. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  27. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  28. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  29. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  30. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  31. Helen Corcoran: Queen of Coin and Whispers
  32. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  33. Louise Erdrich: The Birchbark House
  34. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  35. Jonna Gjevre: Arcans Unraveled
  36. Jasmine Gower: Moonshine
  37. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  38. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  39. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  40. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  41. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  42. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  43. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  44. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  45. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  46. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  47. Rachel Hartman: Seraphina
  48. Michelle Harrison: A Sprinkle of Socery
  49. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  50. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  51. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  52. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  53. Tanya Huff: Valor’s Choice (Confederation Novel 1)
  54. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  55. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  56. Leah Johnson: You Should See Me in a Crown
  57. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  58. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  59. Diana Wynne Jones: Power of Three
  60. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  61. Celine Kiernan: Geisterpfade
  62. Celine Kiernan: Königspfade
  63. Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)
  64. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  65. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  66. R. F. Kuang: The Poppy War
  67. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  68. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  69. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  70. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  71. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  72. Seanan McGuire: The Unkindest Tide (October Daye 13)
  73. Seanan McGuire: Middlegame
  74. Robin McKinley: Sunshine
  75. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  76. Kelly Meding: Stray Magic
  77. Kelly Meding: Stray Moon
  78. Kate Milford: The Boneshaker
  79. Kate Milford: Bluecrowne
  80. Maya Montayne: Nocturna
  81. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  82. Bishop O’Connell: The Stolen
  83. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  84. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  85. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  86. Natalie C. Parker: Seafire
  87. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  88. C.E. Polk: Witchmark (Kingston Cycle 1)
  89. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  90. Philip Reeve: Larklight
  91. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  92. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  93. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  94. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  95. Annabelle Sami: Agent Zaiba Investigates 1 – The Missing Diamonds
  96. John Scalzi: Fuzzy Nation
  97. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  98. Barbara Sleigh: Carbonel
  99. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  100. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  101. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  102. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  103. Robin Stevens: Death Sets Sail (A Murder Most Unladylike 9)
  104. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  105. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  106. Charles den Tex: Die Zelle
  107. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  108. Sarah Tolcser: Song of the Current
  109. Tiffany Trent: Unnaturalist
  110. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  111. Renee Watson: Piecing Me Together
  112. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  113. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  114. Amy Wilson: Snowglobe
  115. Katherine Woodfine: The Jewelled Moth (The Sinclair’s Mysteries 2)
  116. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  117. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  118. Xinran: Gerettete Worte
  119. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  120. Ibi Zoboi: Pride

112 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Was schön war (6)

In diesem Jahr gab es bislang viel zu wenig „Was schön war“-Beiträge auf diesem Blog, obwohl ich mir doch so viele schöne Dinge vorgenommen hatte. Ich fürchte, dass ich all die geplanten Ausflügen wohl eher auf das kommende (oder gar das übernächste?) Jahr schieben werde, denn selbst wenn die Temperaturen in den kommenden Wochen wieder erträglich werden, so gibt es in der Nachbarstadt Offenbach gerade das deutschlandweit höchste Neuaufkommen an Covid-19-Erkrankungen und die Straßenbahn, die wir hauptsächlich nutzen, um aus unserem Viertel zu kommen, pendelt nun einmal zwischen Offenbach und Frankfurt hin und her. Deshalb verzichten ich lieber weiterhin auf die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs, wenn es irgendwie geht …

Aber auch ohne Ausflüge und große Erlebnisse gibt es ja schöne Tage, und nachdem ich gestern Abend dasaß und mir durch den Kopf ging, dass ich diesen Samstag wirklich genossen habe, dachte ich mir, dass es vielleicht doch mal wieder Zeit für einen „Was schön war“-Beitrag wäre. 😉

Zum ersten Mal seit Wochen die Nacht durchgeschlafen
und nach dem ersten (sehr späten) Aufwachen
noch bis zum Mittag im Bett gedöst.

Mit dem Ehemann den Nachmittag über
gemeinsam gepuzzelt und nach fast drei Wochen
endlich das Puzzle beendet
und dabei sehr viel Spaß gehabt.

Sputniks mit Ketchup und Parmesan und Mamas uralten Goldrand-Tellern – Kindheit pur! *g*

Nachdem wir vor ein paar Tagen festgestellt hatten,
dass wir beide Lust auf Nudeln mit Ketchup hatten,
gab es nach sehr, sehr langer Zeit mal wieder
„Kindheitsessen“. 😉

So ganz …

… bin ich nach meiner sommerlichen Auszeit noch nicht wieder beim Bloggen angekommen. Ich habe mehrere Rezensionen im Entwurfsordner, aber keine davon ist soweit, dass ich sie veröffentlichen könnte. Und da mein Kopf gerade zwischen „zu viele Gedanken“ und „Ablenkung gesucht“ schwankt, klappt es mit dem Schreiben auch nicht so recht. Um mich selbst ein bisschen herauszufordern, gibt es hier mal eine Liste mit Rezensionen, die ich eigentlich gern im August noch schreiben (und veröffentlichen) würde:

1. T. Kingfisher: A Wizard’s Guide To Defensive Baking
2. Michelle Harrison: A Pinch of Magic
3. Jim C. Hines: Tamora Carter – Goblin Queen
4. Tuula Karjalainen: Tove Jansson – Work and Love (wenn ich den endlich mal die letzten Kapitel lesen würde)

Drei sehr unterschiedliche fantastische Kinder- bzw. Jugendbücher (und eine Biografie), die mir alle sehr gut gefallen haben, obwohl ich keins davon besonders zügig durchgelesen habe. Was das Lesen selber angeht, so kann ich immerhin vermelden, dass das wieder klappt! Genau genommen habe ich von Dienstagnachmittag bis jetzt (Donnerstag ca. 18 Uhr) um die 1200 Seiten gelesen, wobei ich zugeben muss, dass ich gerade die (zum Glück nicht so häufigen) Sexszenen der Hidden-Legacy-Reihe nur querlese, weil ich definitiv mehr Lust auf Action, Monster und Magie habe). Lustigerweise habe ich erst nach dem Lesen des zweiten Teils festgestellt, dass mein Zeitpunkt für diesen Reihe-Reread geradezu perfekt ist, da der fünfte Band „Emerald Blaze“ in wenigen Tagen veröffentlicht wird. So kann ich die Fortsetzung direkt nach Erscheinen lesen und habe noch frische Erinnerung an all die Ereignisse und Intrigen, die in den vorhergehenden Romanen passiert sind. 😉

Lese-Sonntag im August 2020

Aufgrund von technischen Problemen scheint mein Blog gerade unter den Beiträgen keine Kommentare anzuzeigen, allerdings kann ich die Kommentare im Dashboard lesen und beantworten. Ich weiß nicht, wie viel Sinn unter diesen Umständen ein Lese-Sonntag macht, aber immerhin kann ich hier eventuelle Mitleser.innen verlinken und wir können uns auf deren Blogs dann in den Kommentaren austauschen …

Der dritte Sonntag im August und somit Lese-Sonntag und das bei frühmorgendlichen Temperaturen von 28 Grad in der Wohnung … Weshalb ich davon ausgehe, dass bei mir nicht viel gelesen wird, weil ich einfach viel zu müde und unkonzentriert dafür bin. Im gesamten Monat bin ich bis jetzt gerade mal auf 462 gelesene Seiten gekommen und 176 Seiten davon gehörten zu einem Manga. *g* Stattdessen werde ich den Tag mit Videospielen („Animal Crossing – New Horizons“ und „Final Fantasy XII – The Zodiac Age“), Hörbuch oder Musik hören, Mittagsschlaf (hoffentlich klappt das heute!) und Serien oder Filme gucken verbringen. In den Tag gestartet bin ich bei Sonnenaufgang, damit ich die vordere Hälfte der Wohnung verdunkeln konnte, und dann habe ich mich ein paar Minuten an mein aktuelles Puzzle gesetzt. Selbst frühmorgens ist es in der Wohnung in den vergangenen Tagen so warm gewesen, dass ich nur einige Minuten puzzeln kann. Aber immerhin habe ich so länger etwas von diesem Puzzle, das ich vor zwei Wochen angefangen habe und bei dem ich schon „sehr weit“ gekommen bin … 😉

… und ich habe ein leichtes Platzproblem, so dass all die Teile, von denen ich genau weiß, dass ich sie fast anlegen kann, mitten im Puzzle liegen. 😉

Update 11:00 Uhr

Nach dem letzten Update habe ich noch ein bisschen rumprobiert, um herauszufinden, woran das Problem mit den Kommentaren liegen könnte. Ich habe einige Sachen ausschließen können, aber keine Ursache gefunden, die in meiner Hand liegt. So etwas treibt mich in den Wahnsinn und meine Zündschnur ist dank des aktuellen Wetters eh ziemlich kurz …

Nachdem mein Mann aufgestanden war, haben wir noch ein bisschen gemeinsam gepuzzelt (am oberen Rand haben wir so einige Baumstämme anlegen können :D) und gegen neun Uhr ging es dann zu „Animal Crossing“. Sonntag ist ja immer der Tag, an dem wir uns mit mehreren anderen Leuten austauschen, um den günstigsten Rübenpreis für den Einkauf nutzen zu können. Außerdem habe ich mir ein paar Komplimente von meinen Nachbarn anhören dürfen – das finde ich immer ganz besonders nett. 😉 Bevor es noch heißer in der Wohnugn wird, sollte ich aber jetzt endlich das Geschirr vom Abendessen abwaschen …

Update 13:30 Uhr

In der Zwischenzeit habe ich das Geschirr abgewaschen, so noch ein bisschen im Haushalt rumgewuselt und habe mir mein Frühstück gemacht. Beim Essen habe ich sogar ein bisschen gelesen, wenn auch vor allem, weil mein Mann gerade einen Film schaut und ich so nicht selber etwas gucken konnte. Immerhin habe ich so zwei weitere Kapitel in „Alfie Bloom and the Talisman Thief“ von Gabrielle Kent gelesen. Ich mag auch den zweiten Teil der Alfie-Bloom-Reihe sehr und bin sehr froh, dass die Geschichte es auch verträgt, wenn ich sie mal für eine Woche zur Seite lege. Ich glaube, ich habe noch nie zuvor so lange für gerade mal 140 Roman-Seiten benötigt und dabei habe ich die Hälfte noch vor mir. *g* Bevor ich mir meine nächste Tätigkeit suche, flitze ich erst einmal bei Natira vorbei, die heute auch mitliest und dann gönne ich mir einen Mittagsschlaf (was auch den Vorteil hat, dass mein Mann dann wohl seinen Film beendet hat, wenn ich wieder aufwache). 😉

Update 16:15 Uhr

Ich habe bis ungefähr 15 Uhr geschlafen und hätte ehrlich gesagt noch mehr Schlaf gebrauchen können, da das Einschlafen heute ziemlich lange dauerte. Da ich aber aus Erfahrung weiß, dass ich nachts (noch mehr) Schlafprobleme habe, wenn ich gerade zu weit in den Nachmittag meinen „Mittagsschlaf“ halte, bin ich lieber aufgestanden. Mein Mann war noch mit seinem Film beschäftigt, also habe ich mir Kopfhörer aufgesetzt und etwas bei Youtube gestöbert. Ich schaue gerade überraschend gern alte (und aktuelle, aber davon gibt es nicht so viel,) Reden von Obama – irgendwie habe ich ein sehr großes und so gar nicht überraschendes Bedürfnis mal einen intelligenten und humanen Politiker reden zu hören. Etwas, was mir in den vergangenen Jahren immer seltener untergekommen ist. Ich habe das Gefühl, dass die (erschreckend wenigen) vernünftigen Politiker, die noch aktiv sind oder gerade in der Politik Fuß fassen, recht wenig Öffentlichkeit bekommen … Jetzt aber zieht es mich erst einmal nach Ivalice, wo ich ein paar Monster jagen und eine königliche Grabstätte plündern werde. 😉

Update 19:00 Uhr

Meine Monsterjagd habe ich geschafft (genau genommen habe ich mir einen „MOB“ vorgenommen, bei dem ich ohne Walkthrough nie herausfinde, wie ich das Monster aus der Reserve locken kann, um es zu besiegen), aber zur königlichen Grabstätte bin ich noch nicht gekommen. Vielleicht schaue ich mich da später am Abend noch um … *g* Da ich bei dem Wetter definitiv keine Lust aufs Kochen habe und wir seit Wochen indisches Essen bestellen wollen, hatten wir für heute Lieferessen geplant.

Dummerweise haben wir es (schon wieder) geschafft unsere Pläne so zu machen, dass das indische Restaurant, bei dem wir bestellen wollten, nicht lieferte. Sie haben heute den gesamten Tag geöffnet, aber geliefert wird nicht. Ich wünschte, die Lieferzeiten wären auf der Homepage und dem Flyer besser ersichtlich, dann hätten wir nicht auf mittelgute Lieferpizza zurückgreifen müssen, obwohl ich von drei verschiedenen Sorten Naan träumte. Immerhin war die Pizza heute nicht so schlecht belegt und gebacken und sogar warm, als sie ankam – das war beim letzten Mal definitiv nicht der Fall. Zum Essen gab es die letzte Folge der aktuellen Staffel von „Somebody Feed Phil“ (dieses Mal in Montreal), die für meinen Geschmack ein bisschen zu viel Sterneessen und zu wenig Streetfood beinhaltete. Aber grundsätzlich mögen wir beide die Serie sehr und denken jedes Mal, dass wir uns doch eine kulinarische Weltreise gönnen sollten (also gleich nach dem Lottogewinn 😉 ). Wir heben uns die einzelnen Folgen immer sehr auf und diese aktuelle Staffel hatte nur fünf Folgen, so dass wir uns die in den letzten Wochen als „Sonntagsentspannung“ aufgehoben hatten.

Update 21:30 Uhr

Die Zeit seit dem Essen ging mit online rumsurfen und unterhalten drauf (anscheinend sind die aktuellen Kommentare meines Blogs über den Feedreader zu lesen, auch wenn sie weder abonnierbar, noch auf dem Blog selber sicht bar sind) und dann habe ich noch ein bisschen das Feuerwerk in „Animal Crossing“ genossen, das es an jedem Sonntagabend im August gibt. Außerdem wollte ich noch ein bisschen Tauchen – das finde ich besonders hübsch, wenn das Meer vom Feuerwerk erhellt wird.

Da ich ziemlich müde bin, war es das hier auch für mich. Es war nett mit Natira den Tag zu verbringen, auch wenn ich wirklich gern wüsste, wie ich morgen die Kommentarprobleme in Angriff nehmen kann … Aber immerhin haben wir es heute hinbekommen (wenn auch über drei Ecken, wie Natira es so passend auf ihrem Blog beschrieb), dass wir uns hier etwas austauschen konnten und das war sehr schön! 🙂 Ich hoffe sehr, dass die kommende Woche für uns alle etwas kühler und erholsamer wird und so langsam mal der Strom an schlechten Nachrichten (aus aller Welt) etwas abreißt!

***

Heutige Mitleserin:

Natira

Technische Probleme

Ich habe keine Ahnung, was die Ursache dafür ist (vielleicht das WP-Update, das es in den letzten Tagen gab?), aber ich kann gerade keine Kommentare unter meinen Beiträgen auf dem Blog sehen. Genau genommen kann ich die Kommentare im Dashboard lesen und beantworten, aber nicht auf dem Blog … Auch über das Smartphone meines Mannes wird nur angezeigt, dass es Kommentare gibt, aber nicht die Kommentare selber.

Ich weiß nicht, wie ich das wieder in Ordnung bringen kann oder ob ich das überhaupt in Ordnung bringen muss, weil es vielleicht nur ein Blog-Schluckauf ist, der von selber wieder verschwindet. Aber wenn das also morgen immer noch so sein sollte, hat es wohl wenig Sinn, wenn der Lese-Sonntag über meinen Blog läuft, wenn niemand von uns die Kommentare unter dem dementsprechenden Beitrag sehen kann …

***

Nachtrag: Okay, die verschwundenen Kommentare lagen daran, dass mein Theme nicht auf dem aktuellsten Stand war. Da ich das von einer Freundin netterweise mitbenutzen darf, musste sie erst einmal die aktuelle Version kaufen und bei mir installieren, damit die Kommentare wieder auftauchten. So hat sie dann auch festgestellt, dass dieses Theme nur ein Jahr lang nach Kauf aktualisiert wird. Ich sollte also bis zum August 2021 besser die Augen nach einem Theme aufhalten …

August-SuB 2020

Der Juli hat mir nicht nur wieder mehr „Normalität“ gebracht, sondern ausreichend viele Lesestunden, dass ich am Ende ganz zufrieden mit dem Monat bin. Meine Lektüre an sich war nicht nur von den Genres her gut gemischt, sondern auch von der Qualität, aber das hat auch dafür gesorgt, dass ich mal wieder so richtig schön öffentlich über Romane nörgeln konnte. 😉 Trotz all der gelesenen Bücher habe ich es geschafft den SuB anwachsen zu lassen, da mein in den letzten Wochen anhaltendes Gefühl von „ich muss mir was gönnen“ für ein paar Buchbestellungen gesorgt hat.

Der August beginnt für mich mit zwei Wochen „Offline-Zeit“ und ich denke, dass mir das ganz gut tun wird. Außerdem habe ich vor einigen Tagen meine ungelesenen Comics und Manga mal wieder sortiert und hoffe, dass ich denen in diesem Monat mal wieder mehr Zeit widmen werde. Gerade bei den Manga sind ein paar dabei, bei denen ich mich mal entscheiden muss, ob ich die Reihen weiterverfolgen will, während ich andere seit einiger Zeit vollständig, aber noch nie ganz gelesen habe – da wäre es ganz schön, wenn ich die bald mal lesen würde.

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Sophie Anderson: The Girl Who Speaks Bear
  5. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  6. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  7. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  8. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  9. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  10. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  11. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  12. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  13. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  14. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  15. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  16. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  17. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  18. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  19. Stephanie Burgis: The Princess Who Flew with Dragons
  20. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  21. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  22. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  23. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  24. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  25. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  26. Helen Corcoran: Queen of Coin and Whispers
  27. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  28. Louise Erdrich: The Birchbark House
  29. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  30. Jasmine Gower: Moonshine
  31. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  32. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  33. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  34. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  35. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  36. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  37. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  38. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  39. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  40. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  41. Rachel Hartman: Seraphina
  42. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  43. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  44. Michelle Harrison: A Sprinkle of Socery
  45. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  46. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  47. Tanya Huff: Valor’s Choice (Confederation Novel 1)
  48. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  49. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  50. Leah Johnson: You Should See Me in a Crown
  51. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  52. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  53. Diana Wynne Jones: Power of Three
  54. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  55. Celine Kiernan: Geisterpfade
  56. Celine Kiernan: Königspfade
  57. Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)
  58. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  59. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  60. R. F. Kuang: The Poppy War
  61. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  62. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  63. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  64. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  65. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  66. Seanan McGuire: The Unkindest Tide (October Daye 13)
  67. Seanan McGuire: Middlegame
  68. Robin McKinley: Sunshine
  69. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  70. Kelly Meding: Stray Magic
  71. Kelly Meding: Stray Moon
  72. Kate Milford: The Boneshaker
  73. Kate Milford: Bluecrowne
  74. Maya Montayne: Nocturna
  75. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  76. Bishop O’Connell: The Stolen
  77. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  78. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  79. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  80. Natalie C. Parker: Seafire
  81. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  82. C.E. Polk: Witchmark (Kingston Cycle 1)
  83. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  84. Philip Reeve: Larklight
  85. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  86. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  87. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  88. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  89. John Scalzi: Fuzzy Nation
  90. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  91. Barbara Sleigh: Carbonel
  92. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  93. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  94. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  95. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  96. Robin Stevens: Death Sets Sail (A Murder Most Unladylike 9)
  97. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  98. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  99. Charles den Tex: Die Zelle
  100. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  101. Sarah Tolcser: Song of the Current
  102. Tiffany Trent: Unnaturalist
  103. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  104. Renee Watson: Piecing Me Together
  105. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  106. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  107. Amy Wilson: Snowglobe
  108. Katherine Woodfine: The Jewelled Moth (The Sinclair’s Mysteries 2)
  109. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  110. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  111. Xinran: Gerettete Worte
  112. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

107 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Sommerliche Auszeit

Auch wenn dieser Sommer bislang wirklich erträglich war und es nur wenige Tage gab, die so richtig heiß waren, fühle ich mich gerade wieder zu müde und gereizt, um mit anderen Menschen zu kommunizieren. Sommer ist einfach nicht meine Jahreszeit, und irgendwann erreiche ich immer den Punkt, an dem ich niemanden mehr sehen und hören mag.

Ich gönn mir also zwei Wochen ohne Blog und Twitter (wobei ich da eine Ausnahme für die Animal-Crossing-Rübengruppe machen werde, denn meine Preise trage ich natürlich weiterhin in die Liste ein und meine Insel steht euch für Käufe und Verkäufe selbstverständlich offen). Ansonsten wird es am 1. August noch meinen üblichen SuB-Beitrag zum Monatsanfang geben, und zum 16. August werde ich für den Lese-Sonntag wieder da sein, aber in der Zwischenzeit gönne ich mir einfach mal wieder etwas Offline-Zeit.

Habt einen schönen Start in den August und bis bald! 🙂

RaShelle Workman: Undercover Reaper (Eerie Valley Supernaturals 1)

„Undercover Reaper“ von RaShelle Workman ist noch ein Titel, über den ich gestolpert bin, als ich eine Liste mit (kostenlosen und 99-Cent-)Urban-Fantasy-Angeboten durchgeschaut hatte. Und ich muss zugeben, dass ich das erste Drittel dieses Romans wirklich nett und unterhaltsam fand, obwohl sich die Autorin nicht besonders viel Mühe gegeben hat, um einen einigermaßen glaubwürdigen Hintergrund für ihre Urban-Fantasy-Geschichte zu schaffen. Die Handlung dreht sich um die Polizistin Faith Ghraves, die seit einigen Monaten in der kleinen Stadt Eerie Valley (in der Nähe von Los Angeles) arbeitet. Aktuell ermittelt sie in einem Serienmörder-Fall, für den sie undercover als Stripperin arbeiten soll, und hilft nebenbei ihrem Partner Steve, den Fall eines verschwundenen Kindes zu lösen. Faith hat von ihren verstorbenen Eltern genügend Geld geerbt, um sich ein Haus in der Stadt zu kaufen, kommt in der Regel ganz gut mit ihren Kollegen aus und hat vor einiger Zeit entdeckt, dass sie übernatürliche Fähigkeiten besitzt. Genau genommen bezeichnet sich Faith als „Reaper“ und beschreibt ihre Aufgabe damit, dass sie die Seelen von Toten auf ihren Weg bringt. Allerdings entdeckt Faith im Laufe der Geschichte schnell weitere Fähigkeiten, so dass sie vergangene Erlebnisse von Personen sehen kann, wenn sie diese berührt, oder von Personen in Not träumt, denen sie dann anscheinend helfen soll.

Außerdem gibt es einen wunderschönen halbnackten Mann, der regelmäßig vor ihrer Haustür auftaucht und ihr Hinweise zur Ermordung ihrer Eltern gibt oder sie auffordert, ihre Fähigkeiten „richtig“ anzuwenden. Und weil es ja zu einfach wäre, wenn er ihr sagen würde, was Sache ist, muss sie Stück für Stück seine (in der Regel unausgesprochenen) Erwartungen erfüllen, um weitere Informationen zu bekommen. Auch scheint Faith nicht die einzige Person in der Stadt zu sein, die übernatürliche Fähigkeiten hat, aber da natürlich niemand über so etwas redet, kann man das als Leser nur anhand der diversen Anspielungen (und Mordfallauflösungen) erahnen. Das alles hätte ich zwar nicht wirklich gut, aber zumindest sehr unterhaltsam gefunden, wenn nicht nach dem ersten Drittel ständig irritierende „technische“ Fehler aufgetaucht wären. Immer häufiger gab es Sätze, in denen statt „ich“ „sie“ verwendet wurde, wobei der Wechsel auch mitten im Satz vorkommen konnte, was immerhin den Vorteil hatte, dass ich mich dann nicht fragen musste, ob die Autorin da beim Perspektivwechsel nur vergessen hatte, etwas zu ändern, oder ob ich mich da auf eine Art gespaltene Persönlichkeit einlassen sollte.

Während die gesamte Handlung (theoretisch) aus der Sicht von Faith erzählt wird, gibt es ab der Hälfte des Romans auf einmal ein Kapitel, das aus der Perspektive von ihrem Partner Steve geschrieben wurden, und ein weiteres am Ende des Romans (das aus dem Blauen heraus auf einmal lauter Hintergründe erklärt) aus der Sicht von FBI-Agent Lucas Mackey. Dieser Wechsel ist nicht nur vollkommen überraschend, sondern bringt bei Steves Kapitel auch keinerlei Mehrwert für den Leser. Es ist verwirrend, weil auf einmal Dinge, die in der ersten Hälfte des Buchs ganz klar gesagt wurden, aus Steves Perspektive um gegensätzliche oder zumindest widersprüchliche Elemente ergänzt werden. Bei Lucas‘ Kapitel hingegen habe ich mich gefragt, wieso die Autorin diese Details nicht schon früher mal eingeflochten oder zumindest angedeutet hat. Auch Faith selbst wirkt in dieser zweiten Hälfte als Charakter deutlich unrunder und unstimmiger (also zusätzlich zu den Sachen, die schon zu Beginn der Geschichte nicht so unglaublich gut ausgearbeitet waren). Das letzte Viertel von „Undercover Reaper“ habe ich dann eigentlich nur noch gelesen, weil ich wissen wollte, wie schlimm das Ganze noch werden könnte (und ich kann versichern, dass es definitiv nicht besser wurde)!

Weil ich mich dann so geärgert habe, dass so etwas veröffentlicht wird, habe ich angefangen, ein bisschen zu recherchieren, und herausgefunden, dass RaShelle Workman vor fünf Jahren einen Roman mit dem Titel „Undercover Empath – Kindred Demon“ veröffentlicht hatte, dessen Protagonistin zwar erst neunzehn Jahre alt ist, Rose Hansen heißt und in Blush Valley lebt, dessen Inhaltsangabe aber ansonsten deckungsgleich mit „Undercover Reaper“ ist. So ermittelt Rose nicht nur als Polizistin in einem Serienmord, wofür sie als Stripperin auftreten muss, sowie in einem Fall mit einem verschwundenen Kind (wobei ihr Partner dieses Mal Jack heißt), sondern auch ihr erscheint ein halbnackter Typ, der ihr Informationen zum Mord an ihren Eltern gibt und sie auffordert, ihre (Empathie-)Fähigkeiten zu nutzen. Selbst wenn „Undercover Empath“ noch zu kaufen gewesen wäre, hätte ich mir die Geschichte nicht angetan, aber ich bin mir sicher, dass RaShelle Workman nur ein älteres Buch umgeschrieben hat, um mit „Undercover Reaper“ eine Neuveröffentlichung vorzuweisen zu haben. Dagegen spricht ja grundsätzlich nichts, wenn es denn auch dementsprechend von der Autorin kommuniziert wird, vor allem, da die überarbeitete Fassung – soweit ich das nach dem mir vorliegenden Roman beurteilen kann – wirklich deutlich besser hätte werden können, wenn die Überarbeitung sich nicht nur auf das erste Drittel des Buchs beschränkt hätte. So hingegen finde ich es geradezu eine Unverschämtheit gegenüber dem Leser, dass sie den Text in diesem Zustand veröffentlicht hat.