Kategorie: Rezension

Karuna Riazi: A Bit of Earth (Hörbuch)

„A Bit of Earth“ von Karuna Riazi ist eine moderne Neuerzählung von „Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett, wobei sich die Autorin einige (sehr willkommene!) Freiheiten mit dem Original erlaubt. Da die Geschichte zu einem Teil in Versen erzählt wird, habe ich zum Hörbuch gegriffen, weil ich davon ausging, dass mir diese Passagen mit einer professionellen Sprecherin mehr Freude bereiten würden als beim Lesen. Die Handlung wird aus der Sicht von Maria Latif erzählt und beginnt an dem Tag, an dem sich Maria in einem Flughafen in New York wiederfindet, wo sie in die Obhut einer ihr fremden Familie übergeben wird. Von Anfang an steht fest, dass Maria keine einfache Person ist, und das ist ihr durchaus bewusst. Sie ist sogar in gewisser Weise stolz darauf, dass sie so abweisend und stachelig ist und sich nicht unbedingt so verhält, wie es von ihr erwartet wird. Die Tatsache, dass Maria seit dem Tod ihrer Eltern von einer Verwandten zur nächsten abgeschoben wurde, hat nur dafür gesorgt, dass sie umso entschlossener ist, an ihrem widerspenstigen Charakter festzuhalten und sich nicht zu verstellen, nur um besser in ihr jeweiliges „Übergangszuhause“ zu passen.

Schnell findet Maria heraus, dass in der Familie Claybourne einiges im Argen liegt. Lindsay Claybourne, die sich hauptsächlich um Maria kümmert, ist die zweite Ehefrau ihres Mannes und steht im Schatten ihrer verstorbenen Vorgängerin und unter der Fuchtel ihrer konservativen Schwiegermutter. Den Herren des Hauses, der mit ihrem Vater befreundet war, bekommt Maria gar nicht erst zu Gesicht, da er auf Geschäftsreise ist, und Colin, der Sohn der Familie, hält sich zu Beginn der Geschichte in einem Internat auf. Maria selbst kann das alles eigentlich egal sein, sie weiß genau, dass die Claybournes nur eine Station von vielen für sie sind. Und doch beginnt sie sich im Laufe der kommenden Wochen – eher unwillig – für die Personen um sie herum zu interessieren. Dazu kommt noch, dass eines der Mädchen (Mimi) in der Nachbarschaft wild entschlossen zu sein scheint, sich mit Maria anzufreunden, egal, ob diese damit einverstanden ist oder nicht.

Ich mochte die verschiedenen Figuren, die Karuna Riazi für ihre Variante von „Der geheime Garten“ geschaffen hat, sehr. Maria ist sich durchaus bewusst, dass sie eine schwierige Persönlichkeit hat und dass ihr Leben deutlich einfacher wäre, wenn sie liebenswerter wäre, aber gerade dieses Bewusstsein für all die Ecken und Kanten ihres Charakters hat sie für mich so sympathisch gemacht. Colin ist Maria in gewisser Weise ähnlich, was natürlich auf der einen Seite dazu führt, dass die beiden sich aneinander reiben, obwohl sie auf der anderen Seite so gut nachvollziehen können, was den jeweils anderen zu seinem Handeln motiviert. Und dann gibt es da noch Mimi und ihre Familie, die – im Gegensatz zu den Claybournes – alle respekt- und liebevoll miteinander umgehen und mit ihrem Verhalten dafür sorgen, dass Maria, Colin und Lindsay ein bisschen aus ihren eingefahrenen Bahnen ausbrechen und mehr aufeinander zugehen können.

Ein weiterer Aspekt, den ich sehr genossen habe, war Marias pakistanisch-bengalischer Hintergrund, der sich ganz selbstverständlich durch die gesamte Geschichte zieht. Maria ist Muslimin, sie trägt jeden Tag ihre Dupatta, sie betet ganz selbstverständlich und sie sehnt sich nach all den vertrauten Gerichten, die sie bei ihren Eltern und den verschiedenen Verwandten genossen hat. Überhaupt sind Gerüche und Essen zwei wichtige Elemente in der Geschichte. Die Erinnerungen und Gefühle, die Düfte und Speisen auslösen können, spielen eine nicht zu übersehende Rolle in Marias Leben. So ist es auch kein Wunder, dass gerade diese Dinge Kindheitserinnerungen bei Maria auslösen und so dafür sorgen, dass auch die Zuhörer*innen ein Gefühl für Marias Vergangenheit bekommen. Ich fand es auch ausgesprochen stimmig, wie die Autorin die zwiespältigen Gefühle, die Maria gegenüber ihren verstorbenen Eltern und ihrer Verwandtschaft empfindet, darstellte und wie die Arbeit im Garten dem Mädchen hilft, mit all seiner Trauer, seiner Frustration und seiner Sehnsucht fertig zu werden.

Die Sprecherin Subhadra Newton hat für mich noch zusätzlich dazu beigetragen, dass ich diese an sich schon sehr schöne Geschichte noch mehr genossen habe. Sie hat nicht nur den verschiedenen Figuren eine überzeugende Individualität verliehen, sondern auch dafür gesorgt, dass sich all die nicht ganz so vertrauten Begriffe, die Maria verwendet, für mich stimmig anfühlten. Es hat mir wirklich viel Freude bereitet, Subhadra Newton zuzuhören, was dazu geführt hat, dass ich meine Hörbuchzeit deutlich verlängert habe, um nur noch ein bisschen mehr von der Geschichte mitzubekommen. Ich hoffe sehr, dass ich von Karuna Riazi (und Subhadra Newton) in Zukunft noch mehr lesen bzw. hören werde.

Cozy Leseeindrücke …

… oder so ähnlich. 😉

Ich habe in den letzten Wochen ein paar Bücher gelesen, die in irgendeiner Form als „cozy“ belabelt waren und zu denen ich nicht genug zu sagen habe, dass es für eine Rezension reichen würde, zu denen ich aber ein paar Gedanken und Eindrücke festhalten mag. Dazu sollte ich vielleicht noch sagen, dass die ersten beiden Titel zu einem ganzen Haufen von eBooks gehören, die bei einer Werbeaktion der Autor*innen umsonst herunterladbar waren. Insgesamt habe ich mir bei der Aktion sechzehn „cozy (paranormal) mysteries“ besorgt, von denen ich vermutlich in den nächsten Jahren noch was haben werde. 😉

Rosie Reed: Murder At Magic Cakes Cafe (English Village Witch 1)
Ich fand, dass die Inhaltsangabe ganz nett klang, laut dem die Protagonistin nach einem Blitzschlag herausfindet, dass sie eine Hexe ist, und kurz darauf erfährt, dass ihre – ihr bis dahin unbekannte – Mutter ermordet wurde. Deshalb will sie in einem kleinen englischen Dorf, in dem eine eng miteinander verknüpften übernatürlichen Gemeinschaft besteht, den Mörder ihrer Mutter finden, während sie sich gleichzeitig um das geerbte Café kümmern muss. Aber die Protagonistin war so schrecklich ignorant gegenüber sämtlichen (offensichtlichen!) Hinweisen und voller Vorurteile gegenüber fast allen Personen, dass ich nur noch aggressiv auf sie reagieren konnte. Dazu kam, dass Rosie Reed sich entweder mitten während des Schreibens überlegt hatte, dass die Magie in ihrer Geschichte doch anders als geplant funktionieren soll, oder sie hatte sich allgemein gar keine großen Gedanken darüber gemacht, was zu einander widersprechenden Informationen führte. Alles in allem hat mich das Lesen dieses Romans mehr frustriert als unterhalten …

Amorette Anderson: Post-op and Potions (Midlife Medicine 1)
Dieser recht kurze „Witch Cozy Mystery“ (ca. 150 Seiten) war für mich deutlich erträglicher als „Murder at the Magic Cakes Café“, obwohl auch dieser Roman ein paar Schwächen hatte. Die Protagonistin ist eine Krankenschwester, deren erwachsener Sohn in Europa lebt und deren Freund vor Kurzem mit einer anderen Frau etwas angefangen hat. Auf der Suche nach einem Neustart landet sie in einer kleinen magischen Ort, wo sie als Gemeindeschwester nicht nur dem Arzt zur Seite steht, sondern auch als örtliche Ermittlerin eventuelle Verbrechen aufklärt. Ich mochte die Protagonistin, die nicht nur an ihren Alltag und ihre Arbeit recht pragmatisch herangeht, sondern mit der selben Haltung auch darauf reagiert, dass Magie existiert und dass sie für ihren neuen Job den Umgang damit lernen muss. Dazu kamen noch einige sympathische Charaktere und wirklich nette Ideen rund um die Eigenheiten eines versteckten magischen Ortes in den heutigen USA. Was für mich dann nicht so überzeugend war, war die Identität der Person, die die Verbrechen in der Geschichte verübt hatte, und einige Details rund um das Leben in dem kleinen Ort (die Gemeinde ist angeblich vollkommen autark und alle verwendeten Dinge werden vor Ort hergestellt, aber trotzdem kauft die Protagonistin ständig Plastikflaschen, und die Erklärung, dass diese Selbstständigkeit des Ortes funktioniert, weil dort z. B. riesig dimensioniertes Obst und Gemüse wachsen, finde ich auch nicht gerade überzeugend … oder gar appetitlich.)

Rebecca Thorne: A Pirate’s Life for Tea (Tomes & Tea Cozy Fantasy 2)
„A Pirate’s Life for Tea“ ist die Fortsetzung von „Can’t Spell Treason Without Tea“ und ich kann im Prinzip alles, was ich zum ersten Teil geschrieben habe, hier noch einmal wiederholen. Rebecca Thorne lässt sich auch in diesem Band viel Zeit, um die Welt bzw. den Teil der Welt, in dem sich die beiden Protagonistinnen dieses Mal aufhalten, vorzustellen, und als dann der actionreichere Teil losging, hatte ich nicht einmal wirklich das Gefühl, dass jemals eine Person wirklich in Gefahr schweben würde, obwohl es zu einigen Verwundungen kam. Aber Kianthes Magie und Reynas Fähigkeiten lösten die meisten Situationen im Handumdrehen, und wenn das mal nicht der Fall war, dann war zumindest klar, dass sie kurz vor einer Lösung standen. Was mir auch dieses Mal wieder sehr gut gefallen hat und dafür sorgt, dass ich mich schon jetzt auf den dritten Band freue, sind die (vertrauten und neuen) Charaktere. Ich mag all die liebenswerten Eigenheiten, die Rebecca Thornes Figuren aufweisen, und es ist schön zu lesen, wie all diese Personen miteinander umgehen und wie Kianthe und Reyna immer wieder an ihrer Beziehung arbeiten, um sicherzugehen, dass die jeweils andere auch wirklich glücklich ist.

Karen Healey: Bespoke and Bespelled (Wellywood Magic 1)
„Bespoke and Bespelled“ war ein sehr süßer, kurzer (ca. 120 Seiten) Liebesroman rund um die stitch-witch Marnie Taylor und den erfolgreichen Schauspieler Rider Adams. Die Handlung beginnt damit, dass Marnie als Costume Supervisor für einen Filmdreh in Neuseeland engagiert wird, bei dem so gut wie alles schiefläuft, was schieflaufen kann. Außerdem besteht zwischen ihr und dem Hauptdarsteller des Films von Anfang an eine unübersehbare Anziehung, der beide – aus Gründen der Professionalität – nicht nachgehen wollen. Ich mochte all die Elemente rund um Marnies Magie, und ich habe mich über all die sympathischen Nebenfiguren gefreut. Außerdem war Neuseeland mal ein schöner Schauplatz für so eine Geschichte und mir gefiel es, dass sich Marnie und Rider (nach einem etwas holprigen Anfang) erst einmal besser kennenlernen, bevor sie einander in die Arme sinken. Den Teil rund um die Sabotage der Dreharbeiten fand ich nicht ganz so überzeugend, aber alles in allem habe ich mich von der Geschichte gut unterhalten gefühlt und einen wirklich netten Abend damit verbracht. Wenn es irgendwann einen weiteren Band von Karen Healey über eine der neuseeländischen Hexen geben sollte, werde ich mir den auf jeden Fall anschauen.

Andy Sagar: Yesterday Crumb and the Storm in a Teacup

Bei „Yesterday Crumb and the Storm in a Teacup“ von Andy Sagar hat mich als Erstes das Cover angesprochen, und nach dem Lesen der Inhaltsangabe fand ich die Vorstellung von einem magischen Café und einer Teehexe sehr reizvoll. Die Geschichte dreht sich um die zwölfjährige Yesterday Crumb, die fast ihr gesamtes Leben in einem Käfig in einem Zirkus verbracht hat. Dort dient das Mädchen mit den Fuchsohren als Attraktion für die Besucher, und sein einziger Trost ist ein kleines Buch über „Faeries“, das mit ihm zusammen gefunden wurde. Yesterday sehnt sich danach, „normal“ zu sein, weil sie davon ausgeht, dass sie ohne ihre ungewöhnlichen Ohren ein Leben wie jedes andere Mädchen führen könnte. Aber da alles besser ist, als weiterhin in einem Käfig zu existieren, folgt sie eines Tages dem geheimnisvollen unhöflichen weißen Raben Madrigal, der sie zu der Teehexe Miss Victoria Dumpling bringt.

Miss Dumpling ist die Besitzerin des Tea Shops Dwimmerly End, ein magisches Café, das in einem Haus mit Flamingobeinen zu finden ist, und sie bietet Yesterday an, bei ihr eine Ausbildung zur Teehexe zu machen. Außerdem will Miss Dumpling ihr helfen, den Fluch loszuwerden, den der unheimliche Mr. Weep auf ihrem Weg zum Café über Yesterday verhängt hat. In den Wochen nach ihrem Eintreffen in Dwimmerly End erlebt Yesterday also allerlei Abenteuer, während sie ihre Ausbildung zur Teehexe beginnt, seltene Zutaten für ihre magischen Tees sucht und gegen die Anhänger von Mr. Weep kämpft. Es gibt viele rasante und bedrohliche Szenen, aber trotz Yesterdays trauriger Vergangenheit und all der Gefahren, die sie erlebt, ist „Yesterday Crumb and the Storm in a Teacup“ in erster Linie eine Wohlfühlgeschichte voller amüsanter Momente und liebenswerter Figuren.

Als sogenannter Strangeling gehört Yesterday weder in die Menschenwelt, noch wird sie in der magische Welt vollständig anerkannt, und doch findet sie in Dwimmerly End ein liebevolles Zuhause mit Personen, die sie unterstützen und die ihr mehr zutrauen als sie sich selbst. Ich muss zugeben, dass es hier und da Stellen gab, wo ich gern vom Autor mehr Realismus – oder zumindest irgendeine fantastische Erklärung – gehabt hätte. So beinhaltet das Haus, das sich auf Flamingobeinen vorwärtsbewegt und in dessen Erdgeschoss das Café ist, nicht nur mehrere Stockwerke inklusive magischem Entwicklungslabor und Schlafräumen, sondern auch Greifen- und Einhorn-Ställe und ein Gewächshaus, ohne dass groß gesagt wird, wie all diese Räume darin unterkommen, ohne die Beweglichkeit des Gebäudes einzuschränken. Auch wüsste ich gern, wer Yesterday zum Beispiel das Lesen beigebracht hat, wenn sie doch im Zirkus keinerlei Aufmerksamkeit oder Zuwendung erfahren hat. Auf der anderen Seite muss ich zugeben, dass ich für all die magischen Wirkstoffe und Zutaten für Miss Dumplings Tees und Getränke keinerlei Erklärungen erwartet habe, ebensowenig wie für die Existenz des bezaubernden Tea Spirits Pascal oder all der anderen magischen Kreaturen – an diesen fantastischen Dingen konnte ich mich problemlos erfreuen.

Insgesamt fühlte sich „Yesterday Crumb and the Storm in a Teacup“ für mich wie eine zuckersüße, quietschbunte, weniger komplexe und deshalb für eine jüngere Leserschaft geeignete Variante der „Morrigan Crow“-Romane an. Beide Geschichten haben magische Gebäude, die die jeweilige Protagonistin willkommen heißen, eine freundliche und unterstützende erwachsene Person, die sich vor allem im Hintergrund aufhält und darauf vertraut, dass die jugendliche Protagonistin schon ihren Weg findet, und sehr viele ungewöhnliche und fantastische Ideen, mit denen ich sehr viel Spaß habe. Oh, und für diejenigen, die nun Lust auf das Buch bekommen haben, aber lieber auf Deutsch lesen: Der Dressler Verlag hat mit „Faye Fox 1 – Eine Prise Wunder hilft bei jedem Fluch“ eine deutsche Übersetzung veröffentlicht. (Wenn jemand zu dieser Übersetzung greifen sollte, dann seid so nett und klärt mich darüber auf, ob es darin eine Erklärung für den Faye-Fox-Reihentitel gibt – vor allem, da laut Klappentext der Name der Protagonistin weiterhin Yesterday Crumb lautet.)

Anne Ursu: The Troubled Girls of Dragomir Academy

Es ist schon eine Weile her, dass ich „The Troubled Girls of Dragomir Academy“ gelesen habe, aber ich habe den Roman noch immer in guter Erinnerung und will ihn nicht einfach ins Regal stellen, ohne hier ein paar Worte über die Geschichte zu verlieren. „The Troubled Girls of Dragomir Academy“ war für mich die erste Veröffentlichung von Anne Ursu, die ich gelesen habe, aber ich habe mir gleich im Anschluss die Backlist der Autorin auf meinen Merkzettel gesetzt. Die Handlung wird aus der Perspektive der zwölfjährigen Marya Lupu erzählt, die – im Gegensatz zu ihrem älteren Bruder Luka – in ihrem ganzen Leben noch nie etwas richtig machen konnte. Sowohl ihre Eltern als auch alle anderen Bewohner des kleinen Ortes Torak sind sich sicher, dass Luka zu Großem berufen ist. Luka wird ganz gewiss auserwählt, um eine Ausbildung zum Zauberer zu machen und somit zu einem der mächtigsten Männer in Illyria zu werden. Marya hingegen scheint nur darin gut zu sein, sich (und anderen Personen) in Schwierigkeiten zu bringen.

So ist es wenig überraschend, dass Marya an Lukas großem Tag für einen Vorfall verantwortlich gemacht wird, der dafür sorgt, dass ihr Bruder nicht als angehender Zauberer auserwählt wird. Stattdessen landet Marya in einem Internat für „troubled girls“, wo sie gemeinsam mit anderen Mädchen lernen soll, zu einem nützlichen Mitglied der Gesellschaft zu werden. Doch je mehr Marya lernt und je häufiger sie über Regeln stolpert, deren Sinn sie nicht versteht, desto mehr stellt sie all die Dinge in Frage, auf denen die Gesellschaft in Illyira aufgebaut wurde. Es ist für Marya einfach unerklärlich, dass die Magie, die von Frauen ausgeübt wird, so böse und zerstörerisch sein soll, während die Magie der Zauberer das einzige ist, was Illyria vor einer großen Katastrophe bewahrt. Und dann gibt es da noch all die kleinen Rätsel und Geheimnisse rund um die Gründung der Dragomir Academy, die Marya gemeinsam mit ihrer Zimmerkameradin ergründen will.

Ich mochte es sehr, dass Anne Ursu sich viel Zeit nimmt, um Marya und ihr Umfeld vorzustellen. Es war nicht gerade einfach zu lesen wie Marya in ihrem Elternhaus behandelt wird, auch wenn sie in der Meisterweberin Madame Bandu immerhin eine Verbündete hat, die ihr so gut wie möglich zur Seite steht. Aber auf diese Weise wird von Anfang an deutlich, dass Maryas Elternhaus die Gesellschaft Illyrias wiederspiegelt, in der Frauen keinerlei Rechte haben und ihr Können und Wissen nur im Verborgenen weiterreichen können. Ebenso offensichtlich ist, dass Marya nicht das einzige Familienmitglied ist, das unter ihren Eltern leidet, was für eine stimmige Basis für die weitere Entwicklung von Marya (und Luka) sorgt. Auch viele Passagen, die in dem Internat spielen, fand ich – gerade angesichts der aktuellen Entwicklungen (nicht nur) in den USA – fast schon unangenehm zu lesen. Den Schülerinnen wird immer und immer wieder eingetrichtert, dass sie als Frauen so viel weniger wert sind als die Männer in ihrer Gesellschaft, und Marya ist nur zu bewusst, wie fremdbestimmt ihr gesamtes Leben verläuft und wie gering ihr Einfluss darauf ist.

Dabei habe ich die Erzählweise von Anne Ursu trotz des nicht gerade einfachen Themas sehr genossen und mich an vielen kleinen Details in der Geschichte erfreuen können. Häufig fühlte ich mich an Kelly Barnhill erinnert, deren Bücher sich für mich auch durch diese bittersüße Mischung aus Gesellschaftskritik, einer pointierten Sprache und sehr coolen (fantastischen) Elementen auszeichnen. All das hat bei „The Troubled Girls of Dragomir Academy“ dazu geführt, dass es mich nicht einmal gestört hat, dass das große Geheimnis, das Marya mit viel Mühe und Gefahren auflöst, für mich als Leserin schon nach der Hälfte der Geschichte auf der Hand lag. Am Ende ging es in diesem Roman schließlich weniger darum, den Ursprung der Dragomir Academy und die Hintergründe rund um die weibliche Magie herauszufinden, als darum, Marya zu begleiten, während sie all die Dinge hinterfragt, die ihr beigebracht wurden, und mitzuerleben, wie sie mit Hilfe der Personen, die ihr wichtig sind, einen Weg in eine selbstbestimmte Zukunft findet.

[Leseeindruck] Alexis Hall: The Affair of the Mysterious Letter

Über „The Affair of the Mysterious Letter“ von Alexis Hall wusste ich nicht mehr, als dass es eine „Sherlock Holmes“-Hommage mit fantastischen Elementen sein sollte, als ich es mir im Dezember 2021 auf meinen Wunschzettel gesetzt hatte. Beim ersten Anlesen im vergangenen Frühjahr war ich ganz angetan von dem Buch, hatte aber das Gefühl, dass meine Konzentration nicht für die Erzählweise reichen würde, und habe den Roman deshalb erst einmal wieder zur Seite gelegt. Nachdem ich „The Angel of the Crows“ von Katherine Addison gelesen hatte, dachte ich, es wäre der richtige Zeitpunkt, um jetzt auch endlich zu „The Affair of the Mysterious Letter“ zu greifen. Dummerweise habe ich mich in der vergangenen Woche dann ständig dabei ertappt, dass ich zwar Lust aufs Lesen, aber definitiv nicht auf diese Geschichte hatte, und als ich dann auch noch mehrere Abende hintereinander anfing, meinem Mann zu erzählen, was mich alles an dem Roman irritiert und ärgert, habe ich beschlossen, dass ich das Buch unbeendet aussortiere. Ich hinterlasse hier also nichts anderes als meinen „Leseeindruck“ nach 100 von 340 Seiten …

Die Handlung in „The Affair of the Mysterious Letter“ wird erzählt aus der Perspektive von Captain John Wyndham, der hier eindeutig die Rolle des Dr. Watson übernimmt. Captain Wyndham ist Militärarzt gewesen und musste sich aufgrund einer Verletzung einen neuen Job suchen, den er in einem Krankenhaus in der Stadt Khelathra-Ven fand. Aufgrund seiner eher begrenzten Finanzen zieht er dann mit der Zauberin Ms. Shaharazad Haas (die Holmes darstellen soll) zusammen und steht ihr zur Seite, als diese herauszufinden versucht, wer ihre ehemalige Geliebte Eirene Viola erpresst. So weit klang das Ganze noch recht Sherlock-Holmes-inspiriert, und die Tatsache, dass Alexis Hall eine Welt für diesen Roman erschaffen hat, die wirkt, als sei sie aus den Bruchstücken diverser (klassischen) Horror- und Phantastik-Geschichten zusammengesetzt, fand ich anfangs auch ganz interessant. Allerdings gelang es Alexis Hall nicht, eine für mich nachvollziehbare Beschreibung dieser Welt zu liefern. Ich bekam einfach kein Gefühl dafür, wie die verschiedenen Orte zueinander liegen, ob sie sich überhaupt in der selben Dimension befinden und wenn nicht, wie das mit den Reisen und dem Handel usw. organisiert sein soll.

Grundsätzlich muss ich solche Fragen in einer Geschichte nicht unbedingt erklärt bekommen. Aber da die Erzählweise von Captain Wyndham so voller Details, Erklärungen und Einschüben a la „mein Editor meinte, ich muss dieses Element genauer erläutern“ ist, war es für mich unbefriedigend, ständig unnütze Informationsbrocken zu bekommen, während die Fragen, die für mich wichtig waren, nicht geklärt wurden. Zusätzlich zu all dem unnützen Wissen über die Welt, das durchgehend präsentiert wurde, gab es immer und immer wieder Anmerkungen des Captain, dass er wegen seines Editors die genaue Ausdrucksweise einer Person (in der Regel die von Ms. Haas) nicht wiedergeben dürfe, weil die Leser mit solchen Flüchen und ordinären Vokabeln bestimmt nicht umgehen könnten. Die ständigen Wiederholungen dieses Elements haben mich definitiv mehr genervt als amüsiert, auch wenn ich mir sicher bin, dass Letzteres beabsichtigt gewesen ist.

Ein weiteres Problem hatte ich mit den Figuren, die einfach nur langweilig waren. Jedes Mal, wenn ich dachte, dass ein Zusammentreffen mit einer anderen Person oder ein Ereignis einen Charakter zu einer interessanten Reaktion bewegen könnte, verpuffte dieser Moment in einer für mich enttäuschenden Wendung. Was dann dafür sorgte, dass sich keine der Figuren auch nur ein Stückchen weiterentwickelte. Captain Wyndham ist eine sehr konservative Person, die in einem Umfeld aufgewachsen ist, in dem strenge Regeln herrschten, Magie verfolgt wurde (nachdem ein Hexenkönig das Land lange Zeit tyrannisiert hatte) und jegliche Art von Vergnügen verboten war. Was bedeutet, dass Captain Wyndham für mich als „Watson“ eigentlich ganz gut funktionierte und das Element in der Geschichte war, das noch am ehesten den Gedanken an eine Sherlock-Holmes-Hommage aufbrachte. Ms. Haas hingegen hat mit Sherlock Holmes (von einer kleinen Szene beim Kennenlernen zwischen den beiden Figuren abgesehen) nichts anderes gemeinsam als den Drogenmissbrauch und die Überzeugung, allen anderen überlegen zu sein – nicht gerade die sympathischten Züge. Und während es für mich bei Sherlock Holmes funktioniert, weil es zum Ausgleich die Passagen gibt, in denen er Informationen sammelt und Schlüsse zieht, sorgt Ms. Haas‘ Persönlichkeit vor allem dafür, dass sämtliche Ermittlungen sabotiert werden.

Ich glaube aber, das frustrierendste für mich war, dass ich ständig Elemente in „The Affair of the Mysterious Letter“ gesehen habe, die die Grundlage für eine wirklich ungewöhnliche, spannende und unterhaltsame Geschichte hätten sein können. Aber diese Elemente wurden immer auf eine Art und Weise eingesetzt, dass sie mich leider überhaupt nicht amüsiert, sondern statt dessen irritiert und genervt haben. Es hätte mir wenig ausgemacht, dass die Charaktere so gar keine Tiefe haben, wenn die Handlung spannend und die Welt interessant gewesen wäre. Oder ich hätte damit leben können, dass die Welt sich für mich total unrund und unlogisch anfühlt, wenn mich die Figuren und die Sorge um ihr Wohlergehen irgendwie hätten mitreißen können. Ich hätte auch damit leben können, dass es eigentlich kaum Handlung gab, wenn mich die Welt und ihre Bewohner fasziniert hätten. Aber so hatte ich das Gefühl, ich bekomme nichts anderes als einen aufgeblähten Haufen Wörter, in denen jemand ein paar interessante Ideen vergraben hat, die theoretisch zu einem wirklich reizvollen Roman hätten führen können.

Da es eine große Menge wirklich begeisterte Rezensionen zu „The Affair of the Mysterious Letter“ gibt, scheinen sich andere Leser*innen nicht an diesen Punkten zu stören. Viele der Rezensionen, die ich gelesen habe, betonen den guten Sprecher der Hörbuch-Version, und ich muss zugeben, dass ich kurz darüber nachgedacht habe, ob ich damit noch einen Versuch wagen soll. Aber ich denke, ich muss mir einfach eingestehen, dass dieser Roman meinen Geschmack so gar nicht trifft, und es dabei belassen …

Jenn Reese: A Game of Fox & Squirrels

Der Roman „A Game of Fox & Squirrels“ von Jenn Reese ist mir im vergangenen Jahr immer wieder bei Twitter vor die Nase gekommen, wenn die diversen englischsprachigen Autor*innen sich gegenseitig das Buch empfohlen haben. Also habe ich im Dezember meiner Neugierde nachgegeben und den Titel gekauft und am vergangenen Wochenende auch endlich gelesen. Ich muss zugeben, dass ich nicht ganz nachvollziehen kann, wieso gerade diese Geschichte so große Begeisterung geweckt hat, obwohl ich den Roman gut fand und – trotz eines nicht ganz einfachen Themas – wirklich gern gelesen habe. Erzählt wird die Handlung aus der Sicht der elfjährigen Samantha (Sam), die am Tag nach ihrem Geburtstag zusammen mit ihrer älteren Schwester Caitlin bei einer Tante einzieht, von deren Existenz sie bislang nichts wusste.

Von Anfang an steht fest, dass etwas in Sams Elternhaus nicht in Ordnung ist und dass das Jugendamt dafür verantwortlich ist, dass die beiden Mädchen bei ihrer Tante Vicky und deren Ehefrau Hannah unterkommen. Während Caitlin sich schnell in ihrem neuen Zuhause einlebt, sehnt sich Sam nach ihrem vertrauten Umfeld, nach ihrer Freundin BriAnn und nach all den schönen Dingen, die sie mit ihren Eltern erlebt hat. Den einzigen Trost bietet ihr das Kartenspiel „Fox & Squirrels“, das Tante Vicky ihr geschenkt hat. Die liebevoll gestalteten Karten bieten Sam viele Anregungen für ihre Fantasie. So ist es für sie auch wenig überraschend, als auf einmal der Fuchs Ashander vor ihr steht und ihr verspricht, dass ihr größter Wunsch in Erfüllung geht, wenn sie drei seiner Aufgaben bewältigen kann. Erst nach und nach begreift Samantha, dass sich hinter der charismatischen Fassade des Fuches ein gefährliches Temperament versteckt und dass die drei bezaubernden Eichhörnchen, die Ashanders Gefolgsleute sind, ihr nur in begrenztem Rahmen helfen können.

Für mich als erwachsene Leserin waren die Parallelen zwischen Ashander und seinen Gefolgsleuten und Samanthas Familie von Anfang an deutlich zu sehen, aber das hat mich nicht davon abgehalten, diese Szenen zu genießen. Ashander ist mächtig und verspricht, Sams größten Wunsch zu erfüllen, und die drei Eichhörnchen, die sein Gefolge sind, sind einfach nur sehr niedlich und anrührend. Aber vor allem habe ich es genossen, wie es Samantha immer wieder gelingt, Ashanders Aufgaben so zu erfüllen, dass sie nicht den größtmöglichen Schaden für ihre eigene Zukunft anrichtet. Ihr ist bewusst, dass es nicht in Ordnung ist, wenn andere Personen dafür leiden müssen, damit es ihr irgendwann besser geht, und ihr ist bewusst, dass ihre Tante Vicky sich alle Mühe gibt, damit sich Sam und Caitlin bei ihr wohl und sicher fühlen. So fand ich es auch sehr schön und stimmig, dass es zwischen den fantastischeren Szenen mit Ashander auch immer wieder sehr alltägliche Momenten mit den Tanten, ihren Hühnern oder Vickys Kollegen gab.

Nicht ganz so gelungen fand ich es, dass Jenn Reese die gesamte Handlung in gut drei Tagen spielen lässt. Obwohl es ständig kleine Szenen gibt, die Sam zeigen, dass das Zusammenleben mit Tante Vicky deutlich weniger aufreibend ist als ihr Elternhaus, finde ich es nicht so überzeugend, dass ihr in so kurzer Zeit aufgehen soll, dass das Verhalten ihrer Eltern problematisch war, und dass nicht sie die Ursache für all die Bestrafungen und Vorfälle war, sondern dass ihre Eltern sich niemals so hätten verhalten dürfen. Hätten sich all die kleinen Momente mit den beiden Tanten, mit Sams neuem Freund Lucas und natürlich auch die Aufgaben von Ashander über einen etwas längeren Zeitraum gestreckt, hätte ich es überzeugender gefunden. Aber auch so habe ich „A Game of Fox & Squirrels“ sehr gern gelesen und es spannend gefunden, wie Jenn Reese all die kleinen Hinweise auf Sams Vergangenheit in den fantastischen Begegnungen mit Ashander und den Eichhörnchen versteckt. Außerdem habe ich es genossen, wie die Autorin die Charaktere von Vicky und Hannah angelegt hat, so dass die beiden auf realistische Weise unperfekt (und von ihrer eigenen Vergangenheit geprägt) und trotzdem liebevolle und aufmerksame Tanten sein durften.

Katherine Addison: The Angel of the Crows

„The Angel of the Crows“ von Katherine Addison ist ein Roman, der ursprünglich als Sherlock-Holmes-Fanfiction bzw. „Wingfiction“ anfing. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Dr. J. H. Doyle und beschrieben werden all die Erlebnisse, die Doyle nach dem Zusammenziehen mit dem Engel Crow hat. Die Welt, in der Doyle lebt, erinnert sehr an eine fantastische Variante des realen Viktorianischen Englands um 1888, wobei es in dieser Version Vampire, Werwölfe, an ein öffentliches Gebäude gebundene Engel (ebenso wie „Namenlose“ und „Gefallene“ Engel), Höllenhunde, Dämonen und viele, viele andere übernatürliche Wesen gibt, die zum Alltag der Menschen gehören. Doyle selber wurde von einem gefallenen Engel in Afghanistan verwundet und konnte deshalb nicht weiter als Militärarzt tätig sein, was zu der Rückkehr nach London und der Suche nach einem Mitbewohner führte.

Im Prinzip ist dieser Roman also eine Neuerzählung der bekanntesten Sherlock-Holmes-Geschichten, wobei sich die Whitechapel-Morde wie ein roter Faden durch die gesamte Handlung ziehen. Dabei wirkt Doyle deutlich intelligenter (und aktiver) als das literarische Vorbild Dr. Watson, und der Engel Crow ist mir beim Lesen sehr viel „menschlicher“ vorgekommen als Sherlock Holmes, obwohl Katherine Addison immer wieder betont, dass ihre Engel eben nicht mit Menschen gleichzusetzen sind. Überhaupt wird – je mehr Doyle über die Engel lernt – immer deutlicher, dass die Autorin rund um diese Wesen ein spannendes Stückchen Weltenbau geleistet hat, über das ich gern noch mehr gelesen hätte. So sind die Engel, die einen Namen haben, normalerweise an öffentliche Gebäude gebunden – was sich im ersten Moment seltsam anfühlte, aber später im Buch erklärt Crow, dass Engel über Menschen wachen und die Bindung an ein Gebäude dafür sorgt, dass sie nicht wählen müssen, über welche Menschen sie wachen, sondern sie wachen eben über alle Menschen, die das Gebäude nutzen. Das war eine Engel-Idee, die ich sehr schön fand, ebenso wie die Erklärung dafür, dass Crow nicht an ein Gebäude gebunden ist und trotzdem kein Gefallener Engel, sondern jemand mit einem Namen ist.

Es war wirklich spannend und unterhaltsam, diese Urban-Fantasy-Varianten der Sherlock-Holmes-Geschichten zu lesen, in denen Crows Faktensuche zum Teil eben auch mit übernatürlichen Mitteln stattfindet und in der die Rolle der Baker-Street-Boys nicht von Straßenkindern, sondern von Namenlosen übernommen wird. Es gibt sehr viele kleine Momente in den Geschichten, die dafür sorgen, dass die verschiedenen (Neben-)Figuren so viel mehr Charakter entwickeln können, als dies in den Originalgeschichten der Fall war. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich das Gefühl hatte, dass Katherine Addison diese Geschichte gut zehn Jahre in der Schublade liegen hatte, bevor jemand sie veröffentlichen wollte. Es gibt zum Beispiel eine Figur, die – meiner Meinung nach – auf Dr. James Barry anspielen soll, aber das erfolgt auf eine Art und Weise, die sich nach „schau, was diese Frau geschafft hat“ anfühlt, statt nach „Dr. Barry war ein trans Mann“. Ebenso gibt es eine lange Liste an Jack-the-Ripper-Quellenmaterial, das die Autorin verwendet hat, aber „The Five“ von Hallie Rubenhold ist nicht dabei.

Ich hingegen habe „The Five“ von Hallie Rubenhold gelesen und hatte deshalb bei „The Angel of Crows“ ein echtes Problem damit, dass die Opfer von „Jack the Ripper“ durchgehend als Prostituierte bezeichnet wurden und es ständig Spekulationen darüber gab, was den Täter dazu gebracht haben könnte, Prostituierte zu ermorden. Und dazu kamen noch die ständigen „Zeugenaussagen“, dass die Opfer vor ihrer Ermordung mit „Kunden“ gesehen worden seien. Trotz dieser Passagen habe ich mich mit dem Roman so gut unterhalten gefühlt, dass ich ihn vollständig gelesen habe, denn es gab ausgleichende Elemente. So wird immer wieder betont, dass weder den Zeugenaussagen noch den Berichten der Zeitungen zu trauen sei. Gerade der Einfluss, den die Zeitungen auf die Sicht der Öffentlichkeit nehmen, wird immer wieder kritisiert, ebenso wie ständig aufgezeigt wird, wo einfach nur reißerisch spekuliert wird und für wie wenige Aussagen wirkliche Fakten vorliegen.

Außerdem wird immer wieder deutlich, dass sowohl Doyle als auch Crow die Opfer als Personen sehen, was dazu führt, dass es auch immer mal wieder kleine Nebenbemerkungen zur ihren Persönlichkeit gibt. Zusätzlich gibt es in diesem Roman überraschend viele Details zum Leben der verschiedenen gesellschaftlichen Schichten und zu den komplexeren Hintergründen der Lebensumstände im Viktorianischen England, was ich wirklich gut gemacht fand. Alles in allem war das Lesen von „Angel of Crows“ also ein etwas gemischtes Vergnügen für mich, weil ich grundsätzlich die Erzählweise der Autorin und all die vielen Elemente, die den vertrauten Geschichten so viele neue Facetten verliehen haben, sehr genossen habe, aber mir auch gewünscht hätte, dass Katherine Addison aktuellere wissenschaftliche Werke bei ihrer Recherche mit eingebunden hätte, statt nur auf ziemlich reißerische und definitiv veraltete Informationen – gerade rund um die Whitechapel-Morde – zu setzen.

Tessa Bailey: Window Shopping

Den Titel „Window Shopping“ von Tessa Bailey habe ich irgendwann im Januar auf einer Liste mit „cozy christmas“-Geschichten gefunden und fürs Jahresende auf meinen eReader gepackt. Als ich also in den letzten Tagen nach einer gemütlichen Liebesgeschichte mit Weihnachtselementen suchte, habe ich den Roman gelesen – und nun bin ich etwas zwiegespalten. Ich muss dazu sagen, dass ich von Tessa Bailey vorher nichts gehört hatte und erst nach dem Lesen von „Window Shopping“ nach anderen Büchern der Autorin geschaut habe. Hätte ich mich vorher umgeguckt, wäre mir vermutlich aufgefallen, dass ihre Geschichten in der Regel als „sexy“ und „spicy“ belabelt werden, so hingegen war ich doch ziemlich überrascht von dem Kontrast zwischen der wirklich süßen Liebesgeschichte und den „spicy“ Sexszenen.

Die Handlung wird zum einen aus der Sicht von Stella erzählt, die gerade erst vier Jahre im Gefängnis hinter sich gebracht hat und nun herauszufinden versucht, was für ein Mensch sie in Zukunft eigentlich sein will, und zum anderen aus der Perspektive von Aiden, der als Geschäftsführer eines großen Traditionskaufhauses arbeitet und Stella als Schaufensterdekorateurin engagiert. Ich mochte es sehr, dass Aiden so ein offener und freundlicher Mensch ist, der sich durch nichts aus der Ruhe zu bringen lassen scheint und über einen endlosen Vorrat an skurrilen Geschichten über seine Tante Edna verfügt. Stella hingegen ist unsicher, abweisend und wortkarg, wobei sie immer versucht, ehrlich zu sein, wenn sie mit jemandem redet – so war es auch ihre offen vorgetragene Meinung zur vorhandenen Schaufensterdekoration, die ihr überhaupt ihren neuen Job eingebracht hat. Es war schön zu verfolgen, wie sich Stella und Aiden in den wenigen Wochen vor Weihnachten immer besser kennenlernten und füreinander da waren. Diesen Teil der Geschichte fand ich einfach nur unglaublich wohltuend und süß zu lesen.

Beide Charaktere versuchen auf die verletzlichen Seiten ihres Gegenübers Rücksicht zu nehmen, füreinander da zu sein und eine Lösung dafür zu finden, dass Stella nun einmal Aidens Angestellte ist, was für ein deutliches Ungleichgewicht in einer eventuellen Beziehung sorgen würde. Neben dieser wirklich hübsch geschriebenen Romanze gibt es noch so einige amüsante Szenen mit den diversen Nebenfiguren, die im Kaufhaus arbeiten. Ich mag lustige Dialoge und ich genieße es sehr, wenn die Charaktere in einer solchen Geschichte sich wirklich Mühe geben, einander kennenzulernen, und wenn sie eine gute Balance finden zwischen „für den anderen da sein“ und „die andere Person ihre eigenen Kämpfe ausfechten lassen“. Wenn „Window Shopping“ also nur aus diesen Elementen bestanden hätte, würde ich den Roman hemmungslos jeder Person empfehlen, die auf der Suche nach einer weihnachtlichen und süßen Liebesgeschichte mit sympathischen Protagonisten ist.

Allerdings gibt es so einige Sexszenen in dem Roman, die für mich nicht richtig in diese Art von Geschichte passten. Ich habe kein Problem damit, wenn in einer Geschichte ein Charakter im Alltag durch und durch freundlich und sanft ist und trotzdem härteren Sex bevorzugt. Aber wenn ich eine süße Liebesgeschichte lese, dann möchte ich in der Regel keine explizit geschriebenen detaillierten Sexszenen, dafür würde ich einfach gleich zu einem Erotikroman greifen. Für mich persönlich fühlte sich das beim Lesen unausgewogen an und ich habe mich nach den ersten zwei Sexszenen dabei ertappt, dass ich die folgenden nur noch so weit überflogen habe, dass ich mitbekam, wenn sich darin dann doch mal eine handlungsentscheidende Wendung verbarg. Mich hat es einfach nicht interessiert, wenn die beiden Figuren übereinander herfielen, während ich doch nur miterleben wollte, wie sich ihre Beziehung weiterentwickelt und wie sie ihre diversen Probleme gelöst bekommen. Wenn ich allerdings sehe, wie viele begeisterte Rezensionen zu „Window Shopping“ online zu finden sind, dann gibt es wohl nicht viele Leser*innen, die meine Meinung teilen. Außerdem muss ich tatsächlich denjenigen zustimmen, die betonen, dass dieser Roman eine wirklich wunderbare und sehr süße Liebesgeschichte erzählt – ich wollte aber den Aspekt, der mir persönlich nicht so zugesagt hat, in dieser Rezension auch nicht unterschlagen.

C. L. Polk: Even Through I Knew the End (Hörbuch)

Von C. L. Polk mochte ich schon „Witchmark“ sehr gern (und müsste da wirklich endlich mal die beiden Fortsetzungen lesen), weshalb ich sehr neugierig auf „Even Through I Knew the End“ war, als der Titel angekündigt wurde. Allerdings wollte ich keine 20 Euro für ein Hardcover-Ausgabe zahlen, die gerade mal um die 130 Seiten hat, weshalb ich mich für das Hörbuch entschieden habe. Gesprochen wird die Handlung von January LaVoy, der ich sehr gern zugehört habe, weil sie mit ihrer ausdrucksvollen Stimme den Figuren sehr viel Individualität verlieh und ich ihr die Emotionen der Charaktere problemlos abnahm, obwohl das bei all den zwiespältgen Situationen, in denen sich Protagonistin Helen und ihre Liebste Edith wiederfinden, nicht gerade einfach gewesen sein kann.

Die Handlung von „Even Through I Knew the End“ spielt in einer fantastischen Variante von Chicago in den 1930er Jahren. Helen ist eine Mystikerin, die vor beinahe zehn Jahren von ihrem Orden ausgeschlossen wurde, weil sie ihre Seele verkauft hat, um das Leben ihres Bruders zu retten. Inzwischen verdient sie ihren Lebensunterhalt als Privatdetektivin, wobei sie den Großteil ihres Geldes damit verdient, mit den Geistern von Ermordeten zu kommunizieren und magisch verstärkte Fotos von den Tatorten zu schießen. Zu Beginn der Geschichte wird Helen damit beauftragt, den aktuellsten Tatort eines Serienmörders zu untersuchen. Als sie den Auftrag ablehnen will, wird ihr in Aussieht gestellt, ihre Seele zurückzubekommen, falls sie den Mörder finden sollte. Allerdings hatte Helen nicht erwartet, dass ihr alter Orden ebenfalls an den Morden interessiert ist und dass ihre Liebste Edith ebenfalls in die Mordermittlungen involviert wird.

Bei gerade mal 130 Seiten Handlung ist es verständlich, dass der Weltenbau in „Even Through I Knew the End“ nicht gerade komplex ausfallen konnte, aber ich mochte diese düstere Version von Chicago, die mit all ihren fantastischen Elementen, die für Helen so alltäglich zu sein scheinen, die perfekte Kulisse für diese Geschichte bildet. Vor allem fand ich es faszinierend, dass es C. L. Polk gelingt, die perfekte Film-Noir-Atmosphäre zu kreieren und dabei trotzdem unglaublich viel Realismus in die Geschichte einfließen zu lassen. Helen ist pragmatisch und zynisch, und natürlich geht sie in eine Bar (die während der Prohibition ein Speakeasy war), wenn sie sich entspannen will. Auf der anderen Seite ist diese Bar einer der wenigen Zufluchtsorte, die es für lesbische Frauen in dieser Zeit gibt und wo Helen sich nicht einen Ehering anstecken muss, um mit Edith ausgehen zu können. Immer wieder gibt es kleine Szenen, in denen deutlich wird, wie eingeschränkt das Leben von Frauen in dieser Zeit ist und wie viel Mut und Einfallsreichtum es von Helen erfordert, einfach nur ihrem Beruf nachgehen zu können.

Bei den fantastischen Elementen setzt C. L. Polk sehr auf klassische christliche Motive mit Dämonen und Engeln, und trotzdem gibt es keine Schwarz-Weiß Zeichnungen, wenn es um all die Charaktere in dem Roman geht. Gemeinsam mit der Privatdetektivin erfährt man immer mehr über den Mörder und seine Opfer und warum es so wichtig ist, dass gerade Helen in diesem Fall ermittelt. Überhaupt ist Helen eine wunderbare Protagonistin mit all ihren Ecken und Kanten, die dafür sorgten, dass ich jederzeit die Gründe für ihr Handeln nachvollziehen konnte. Ich fand es großartig, dass die Beziehung zwischen Helen und Edith von Anfang an eine etablierte Tatsache war. Die beiden Frauen lieben sich seit langer Zeit und träumen von einer gemeinsamen Zukunft in San Francisco, und trotzdem habe ich die ganze Geschichte hindurch um ihre Beziehung gebangt – nicht, weil mich C. L. Polk daran zweifeln ließ, dass die Gefühle der beiden Figuren aufrichtig waren, sondern weil es so viele Hindernisse von außen gab, an denen alles scheitern konnte. Ich muss gestehen, dass ich es so viel reizvoller finde, eine „Liebesgeschichte“ zu lesen, wenn es nicht um das erste Verlieben geht, sondern darum, irgendwie die gemeinsame Zukunft zu retten.

Dafür, dass das Hörbuch gerade mal 3 Stunden und 50 Minuten lang ist, gibt es überraschend viele Wendungen in der Handlung und wirklich viele Elemente, die nach dem Hören noch in mir nachklangen. Und ich glaube nicht, dass es der Geschichte gutgetan hätte, wenn C. L. Polk sie länger gemacht hätte, auch wenn ich online einige Rezensionen gesehen habe, die das „schöner“ gefunden hätten. Der eher skizzenhafte Weltenbau reicht vollkommen, um einen Eindruck von den fantastischen Elementen zu geben, die Liebesgeschichte ist fundiert genug, dass die Beweggründe der beiden Frauen definitiv nachvollziehbar sind, und all die kleinen Beobachtungen und Anmerkungen von Helen sorgen für ein erschreckend realistisches Bild der Zeit, ohne von der eigentlichen Handlung abzulenken. Gerade weil so viele Elemente nur angedeutet wurden, habe ich im Nachhinein immer wieder darüber nachgedacht. Alles in allem habe ich mich von der bittersüßen Geschichte sehr gut unterhalten gefühlt, ich habe die Arbeit der Sprecherin January LaVoy genossen, und ich hätte große Lust, in Zukunft noch mehr Veröffentlichungen in dieser Art von C.L. Polk zu hören (oder zu lesen).

Leslye Penelope: The Monsters We Defy

Ich muss zugeben, dass es vor allem das Cover war, das ursprünglich meine Aufmerksamkeit auf diesen Roman gezogen hatte. Aber der Klappentext von „The Monsters We Defy“ mit seinem Versprechen von einer „magical heist“-Handlung reizte mich dann ebenso sehr, weshalb ich den Roman unbedingt vorbestellen musste. Bevor ich auf die Geschichte eingehe, möchte ich noch erwähnen, dass sich Leslye Penelope für ihre Protagonistin von einem Zeitungsartikel über Clara „Carrie“ Minor Johnson inspirieren ließ. Carrie wurde aufgrund eines Vorfalles während des Summer Riot im Jahr 1919 in Washington, D.C. wegen der Tötung eines weißen Polizisten verurteilt, um dann zwei Jahre später überraschenderweise bei einem erneuten Verfahren freigesprochen zu werden. Auch bei den Nebenfiguren (wie zum Beispeil Carlas Mitbewohnerin Zelda) hat die Autorinnen Informationen einfließen lassen, über die sie während ihrer Recherchen gestolpert ist, außerdem sorgt die Erwähnung diverser historischer Persönlichkeiten und Ereignisse dafür, dass sich die Geschichte – trotz aller fantastischen Elemente – überraschend real anfühlt.

Wie „Carrie“ Johnson hat auch die Protagonstin Clara Johnson, aus deren Perspektive wir den größten Teil der Handlung in „The Monsters We Defy“ verfolgen, zwei Jahre im Gefängnis verbracht, was dazu gesorgt hat, dass sie eine Art zweifelhafte Berühmtheit innerhalb der Schwarzen Bevölkerung von Washington erlangt hat. Dazu kommt, dass Clara mit einer besonderen Gabe geboren wurde und von klein auf mit Geistern und anderen übernatürlichen Wesen wie zum Beispiel den „Enigmas“ kommunizieren kann. Diese Gabe nutzt sie, um für verzweifelte Personen mit den Enigmas in Kontakt zu treten und ihnen bei ihren Verhandlungen mit diesen Wesenheiten beizustehen. So ist es auch die Enigma, die Clara unter dem Namen „The Empress“ kennt, die sie anruft, um herauszufinden, was mit all den Schwarzen Personen passiert ist, die in den letzten Wochen verschwunden sind – und die ihr im Gegenzug den Auftrag gibt, einen verfluchten Ring von der Hand der mächtigsten Schwarzen Frau der Stadt zu stehlen. Um diesen Diebstahl durchführen zu können, benötigt Clara allerdings die Hilfe von anderen Personen, die – ebenso wie sie selbst – von einem Enigma mit einem Charm (und dem dazugehörigen Fluch) belegt wurden.

Es gibt eine Menge, was ich an „The Monsters We Defy“ mochte, wobei ich auch zugeben  muss, dass mich die Geschichte nicht so sehr packte, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Ich habe stattdessen die verschiedenen Lesepausen genutzt, um über die diversen Handlungselemente und all die Informationen zum Leben Schwarzer Personen in den 1920er Jahren in Washington nachzudenken. Leslye Penelope zeichnet mit ihrem Roman ein sich realistisch anfühlendes Bild von dieser Zeit, in der für viele Schwarze Personen die Sklaverei gerade mal eine bis zwei Generationen her ist. Der Erste Weltkrieg hat seine Spuren hinterlassen und die Prohibition beeinflusst selbst den Alltag derjenigen, die kein Geld für Alkohol haben. Dabei wird in dem Roman immer wieder deutlich, dass es auch innerhalb der Schwarzen Bevölkerung so einiges an Unterdrückung und Aufstiege auf Kosten Schwächerer gibt, während gleichzeitig alle tagtäglich Rassismus erfahren und auf der Hut sein müssen vor dem wieder aufblühenden Ku-Klux-Klan.

Neben diesem spannenden Einblick in die 1920er Jahre gibt es noch sehr viele unterschiedliche fantastische (amerikanisch-)afrikanische Elemente, die von der Erwähnung von Hoodoo bis zur Geschichte von Königin Makeda und König Salomo reichen. Ich mochte dabei vor allem, wie präsent Geister und die anderen übernatürlichen Wesenheiten im Leben von Clara sind und wie sehr ihr besonderes Talent sie geprägt hat. All dies erklärt auch sehr gut die Stärken und Schwächen, die dieser Charakter aufweist. Ich habe Claras Perspektive gern verfolgt und es ausnahmsweise sogar gern gelesen, wenn sie sich selbst das Leben schwer machte, weil das von Leslye Penelope wirklich stimmig beschrieben wurde. Gerade weil Claras Persönlichkeit so eine widersprüchlich wirkende Mischung aus Hilfsbereitschaft und Misstrauen aufweist, ist es schön zu verfolgen, wie sie im Laufe der Geschichte lernt, den anderen Personen zu vertrauen, die sie für die Durchführung des Diebstahls benötigt.

Ich mochte es auch sehr, wie die Autorin immer wieder Claras Perspektive verließ, um einem die anderen Figuren und ihre Geschichten vorzustellen. Das sind die einzigen Momente, in denen ich als Leserin mehr über die gesamte Situation wusste als die Protagonistin, während alles rund um den Diebstahl aus Claras Sicht erzählt wird, was dafür sorgte, dass ich beim Lesen immer wieder überrascht wurde. Selbst für eine Wendung am Ende der Geschichte, die aufgrund eines besonderen Talents eines von Claras Komplizen relativ vorhersehbar war, wurde von Leslye Penelope so gut eingebaut, dass ich mich davon gut unterhalten gefühlt habe, statt darüber irritiert zu sein, dass dieses Element die einzige Lösung für ein Gelingen der ganzen Aktion darstellte. Insgesamt habe ich das Lesen von „The Monsters We Defy“ sehr genossen und bin nun neugierig auf die anderen Romane der Autorin. Allerdings gehören die bisher erschienenen Bücher von Leslye Penelope nicht ebenfalls in den Bereich der „Historical Fantasy“, sondern es sind High-Fantasy-Geschichten, und das Genre lese ich eigentlich kaum noch. Aber ich denke, ich werde mir zumindest die Leseprobe von „Song of Blood & Stone“ anschauen, um zu prüfen, ob mir da die Erzählweise von L. Penelope ebenso zusagt.