Linda Urban: Almost There and Almost Not

Die Geschichte in „Almost There and Almost Not“ wird von der elfjährigen California Poppy erzählt, die zu Beginn des Romans von ihrer Tante Isabelle bei der ihr bislang unbekannten Tante Monica abgeladen wird. Relativ schnell wird deutlich, dass Californias Vater sie – ohne Vorwarnung – bei Isabelle einquartiert hatte, weil er für unbestimmte Zeit unterwegs sein würde. Ebenso rasch wird deutlich, dass California für Tante Isabelle nur eine lästige Verantwortung war, die sie so schnell wie möglich – und ohne mit California darüber zu reden – an jemand anderen weiterreichen will. Obwohl sie sich sicher ist, dass auch ihr Aufenthalt bei Monica nur eine Zwischenstation sein wird, fängt California gemeinsam mit ihrer Tante an, die Unterlagen, die Monicas verstorbener Ehemann über seine Vorfahrin Eleanor Fontaine gesammelt hatte, zu sichten. Darunter befindet sich auch ein Buch aus dem Jahr 1922 über das richtige Verfassen von Briefen, das California dazu inspiriert, Briefe an diverse Personen zu schreiben, die zusammen mit den Ereignissen, die von den Leser*innen direkt verfolgt werden können, nach und nach ein klares Bild von Californias Vergangenheit heraufbeschwören.

Außerdem sieht California regelmäßig nicht nur den Geist von Eleanor Fontaine, sondern auch einen ungewöhnlichen kleinen Hund im Garten von Tante Monica, der ihr immer wieder Papierschnipsel bringt, die im Zusammenhang mit Eleanors Leben stehen. Diese fantastischen Elemente sorgen immer wieder für wunderbare Momente zum Schmunzeln, was einen schöner Ausgleich zu Californias aktuellem Leben bildet, das sich unsicher und fragil anfühlt. So ganz kann California nicht verstehen, wieso ihr Vater sie einfach bei Tante Isabelle geparkt hat, und sie hat das Gefühl, dass sie Schuld daran ist, weil ihr Verplappern zu dem Official Meeting an ihrer Schule geführt hat. Was genau bei diesem Termin in der Schule besprochen wurde und wieso er überhaupt nötig war, wird erst im Laufe der Geschichte enthüllt (und ist nicht so schlimm, wie ich ursprünglich befürchtet hatte).

Aber es war für mich ziemlich frustrierend zu lesen, wie selten die Erwachsenen in Californias Leben mit ihr reden und wie viel über ihren Kopf hinweg entschieden wird. Trotzdem habe ich dieses Buch wirklich genossen, weil California so eine berührende – und manchmal wunderbar biestige – Protagonistin ist, die versucht, sich so gut wie möglich in einer für sie ganz schön herausfordernden Welt zurechtzufinden. Parallel zu Californias Vergangenheit erfahren die Leser*innen auch immer mehr über Eleanor und ihre Lebensgeschichte, die wesentlich ungewöhnlicher war, als nach ihrem ersten Auftreten in dem Roman zu erahnen ist. Je häufiger Eleanor in der Geschichte vorkam, desto mehr wuchs sie mir ans Herz, und ich fand es wunderbar zu verfolgen, wie sie und California im Laufe der Zeit so etwas wie Freundinnen wurden (auch wenn das bei einem Geist, der sich nur bruchstückhaft an das vorherige Treffen erinnert, vielleicht nicht ganz das richtige Wort ist).

Alles in allem war „Almost There and Almost Not“ eine wirklich berührende Geschichte, die ich wirklich gern gelesen habe. Ich habe über die diversen amüsanten Momente gelacht, ich habe mit California um ihre Mutter getrauert, ich habe gespannt auf all die kleinen Enthüllungen rund um Eleanor gewartet und musste immer wieder schlucken, wenn neue Details rund um Californias Vergangenheit zum Vorschein kamen. Als erwachsene Leserin hätte ich mir manchmal gewünscht, dass Linda Urban die erwachsenen Nebenfiguren vielleicht ein bisschen mehr ausgearbeitet hätte. Aber auf der anderen Seite ist das eine Geschichte, die sich um eine Elfjährige dreht und die für ein Publikum geschrieben wurde, das ungefähr Californias Alter hat und für das die Erwachsenen in der Handlung deshalb auch weniger Gewicht haben als für mich. Außerdem hat mich dies definitiv nicht davon abgehalten, diesen Roman zu genießen und am Ende mit Tränen in den Augen aus der Hand zu legen, um direkt zu schauen, was Linda Urban sonst noch für Bücher geschrieben hat.

Ann Sei Lin: Rebel Skies

„Rebel Skies“ ist der Debütroman von Ann Sei Lin und der Auftakt einer Trilogie (deren Abschlussband gerade erschienen ist). Die Geschichte in „Rebel Skies“ wird zum Großteil aus der Perspektive von Kurara erzählt, die – gemeinsam mit ihrem Kindheitsfreund Haru – seit Jahren als Küchenmädchen in dem Himmelsschloss Midori lebt und arbeitet. Das Leben in Midori ist hart, aber da das Dorf, aus dem Kurara und Haru stammen, von Shikigami (die in diesem Buch vor allem riesige Tiere, die aus Papier und Magie geschaffen wurden, sind) zerstört wurde, müssen die beiden dankbar für die Zuflucht sein, die sie dort gefunden haben. Doch an dem Tag, an dem die Handlung für die Leser*innen beginnt, wird das im Himmel schwebende Schloss Midori von einem Drachen-Shikigami angegriffen, und Kurara begegnet dem Crafter Himura, der ihr eröffnet, dass die Magie, die es ihr ermöglicht, Papier zu beeinflussen, eine Crafter-Fähigkeit ist und dass er sie darin ausbilden kann.

Himuras Bereitschaft, Kurara unter seine Fittiche zu nehmen, und die Tatsache, dass Haru auf der Flucht vor dem Drachen schwer verletzt wurde, sorgen in den folgenden Tagen für so einigen Aufruhr in Kuraras Leben. Sie ist wild entschlossen, alles dafür zu tun, um Haru zu helfen, und wenn das bedeutet, dass sie auf einem Schiff, das Shikigami jagt, arbeiten und dabei den Umgang mit ihrer Magie meistern muss, dann ist das eben der Weg, den sie einschlägt. Doch dieser Weg bringt so einige Enthüllungen mit sich, die Kurara an all den Dingen zweifeln lassen, die ihr über ihre Kindheit erzählt wurden, und in ihr die Frage aufkommen lässt, ob es überhaupt richtig ist, Shikigami zu jagen – selbst wenn diese für unglaubliche Zerstörungen im Kaiserreich Mikoshima verantwortlich sind.

„Rebel Skies“ beinhaltet eine wunderbare Mischung aus vertrauten (japanischen) Elementen und überraschenden Ideen, die von Ann Sei Lin zu einer ungewöhnlichen Geschichte verwoben wurden. Mir gefiel die Idee mit den Shikigami-Wesen aus Papier, die auf der einen Seite immer wieder die Bewohner von Mikoshima bedrohen und auf der anderen Seite für die Crafter so etwas wie nützliche Haustiere sein können. Die Welt, die die Autorin für ihren Roman geschaffen hat, ist nicht gerade komplex, aber sie ist so gestaltet, dass es sich beim Lesen nach einer Welt anfühlt, die eine schon lange Geschichte voller Kriege, Kolonisation und Machtspiele innerhalb der verschiedenen Klassen hinter sich hat. Kurara ist dieser Welt ziemlich ausgeliefert. Sie hat keine Besitztümer, keine Beziehungen, und ihr einziger Freund benötigt dringend ihre Hilfe, statt dass er ihr zur Seite stehen kann.

Aber Kurara lernt nach Verlassen des Schloss Midori so viel über sich und ihre Fähigkeiten, sie findet neue Freund*innen und stolpert immer wieder über neue Fragen und Rätsel, nach deren Antworten sie noch suchen muss, dass ich das überraschend spannend zu lesen fand. Ich bin sehr neugierig darauf, wie sich die Ereignisse in „Rebel Fire“ und „Rebel Dawn“ noch entwickeln und was das dann für Kurara und die Personen in ihrem Umfeld bedeutet. Ich bin mir sicher, ich weiß, was es mit den Shikigami auf sich hat, aber ich bin gespannt auf die Hintergründe und welche Auswirkungen all die Enthüllungen auf die politische Situation in Mikoshima mit sich bringen werden. So schade es ist, dass ein Roman, der mich so gut unterhalten hat, so lange auf meinem SuB lag, so schön ist es auch, dass ich nun die Chance habe, direkt die anderen beiden Bände zu lesen.

Lese-Sonntag November 2024

Heute ist schon der dritte Sonntag im November und somit Lese-Sonntag! Ich muss zugeben, dass ich mich in diesem Monat etwas vom Verstreichen der Zeit überrumpelt fühle. Am Mittwoch habe ich festgestellt, dass ich in den vergangenen zwei Wochen nicht mehr als eine 32seitige Kurzgeschichte gelesen hatte und auch sonst habe ich das Gefühl, dass mit mir nicht viel los war. Abgesehen davon, dass ich eine Menge (Brot, Kuchen, Kekse) gebacken … und meine nicht so geringe Sammlung an Werkzeug sortiert, ausgemistet und neu verstaut … und so einige Dinge zum Tauschladen gebracht habe. Aber grundsätzlich fühlt es sich an, als ob ich in diesem Jahr den November nicht so genießen könnte, wie ich es normalerweise tue. Ich hoffe sehr, dass der heutige Lese-Sonntag da für eine Wendung sorgen kann. Vor allem bin ich gespannt, ob ich heute endlich mal wieder zum Buch greife. Ich habe so viele schöne angefangene Romane neben mir aufgestapelt, die ich eigentlich gern weiterlesen würde … oder vielleicht sollte ich mal wieder einen vertrauten Titel aus dem Regal ziehen? Mal schauen, wie der Tag so verläuft.

Update 12:45 Uhr

Der Vormittag verging für mich mit entspanntem Rumwuseln und einer Runde „Keep the Heroes Out!“ mit meinem Mann. Beim Spielen sind wir inzwischen beim 17. Szenario angekommen und das bedeutet, dass wir nicht nur zwei verschiedene Sonderkarten in das „Heldendeck“ mischen mussten, sondern dass es auch für die unterschiedlichen angreifenden Helden Sonderregeln gab. Auf der anderen Seiten bekamen wir (ich mit meinen Echsen und mein Mann mit seinen Ratten) dieses Mal Unterstützung von den beiden Hexen Olga und Cynthia – während Olga Frösche herbeirief, die unsere Gegner angreifen konnten, hat Cynthia direkt gekämpft. Wobei die Frösche da nützlicher waren, da die kämpften bis sie besiegt wurden, während Olga und Cynthia nur aktiv wurden, wenn wir ihre Karte in die Finger bekamen. Ich finde es jedes Mal wieder faszinierend, wie unterschiedlich sich diese Spiele mit jedem Szenario anfühlen und amüsiere mich über die kleine „Geschichte“, die dadurch erzählt wird. Das Spiel war wirklich eine der besten Anschaffungen in diesem Jahr – und wir sind noch nicht fertig mit dem Grundspiel und haben dann noch die Erweiterung vor uns. *g*

Bevor ich mir überlege, was ich den Nachmittag über machen werde, gibt es erst einmal Frühstück für mich!

Update 17:00 Uhr

Das war wirklich ein etwas seltsamer Nachmittag. *g* Nach dem letzten Update habe ich erst einmal gefrühstückt und dabei auf Youtube etwas „CaFae Latte“ geschaut. Das sind (zusammengeschnittene) Tiktok-Beiträge von C. M. Alongi, in denen kurze Geschichte aus einem von einer Fae-Prinzessin geführten Café in unserer Welt erzählt werden. Ich mag diese amüsanten, diversen Urban-Fantasy-Videos, über die ich erst in den letzten Tagen gestolpert bin, und wann immer ich für ein paar Minuten Unterhaltung suche, schaue ich ein paar der kurzen Folgen. Danach wollte ich mir eigentlich ein Buch suchen und schauen, ob es mit dem Lesen klappen würde, aber stattdessen fühlte ich mich (natürlich vollkommen grundlos) etwas von den diversen, ineinanderverschmelzenden Stapeln in meinem Rücken bedroht. Weshalb ich etwas dagegen unternommen habe …

Ich habe also einen Teil meines Nachmittags damit zugebracht und die verschiedenen Stapel, die sich in den letzten Wochen rund um das Sofa gebildet hatten, abgebaut, sortiert und … äh … auf einen Beistelltisch umgelagert. Immerhin kann ich nun genau sagen, wo die Bücher sind, die ich noch rezensieren will, wo die sind, die ich für aktuelle Projekte benötige, welche Sachbücher ich eigentlich in diesem Jahr noch lesen wollte und welche Titel ich vor dem Jahresende auch noch lesen möchte. Außerdem kann ich – sobald ich die beiden Romane quergelesen habe – die Weihnachtsgeschenke für meine Mutter schon mal geschenkfertig machen und muss dann im Dezember nur noch eine nette Karte schreiben und das Ganze abschicken. Ich hoffe sehr, dass die Aktion mich ein bisschen zum Lesen und Rezensieren anspornt! Außerdem habe ich bei der Gelegenheit die vier neuen Boxen zusammengebaut, die für etwas mehr Ordnung (und Platz für Brettspiele) sorgen sollen.

Und weil ich bei der ganzen Aktion „Digger Unearthed“ von Ursula Vernon ausgegraben habe und mir ursprünglich Anfang des Jahres vorgenommen hatte, dass ich mir auch mal meine ungelesenen Comics anschauen wollte, habe ich den Wälzer angefangen. Ich habe die Hardcover-Ausgabe, die über den Kickstarter zu bekommen war, den Patrick Rothfuss für eine Digger-Neuauflage gestartet hatte. Nachdem ich den Comic bekommen hatte, hatte ich mich sehr über die wertige Ausgabe gefreut, in ein paar Kapitel reingeblättert und dann beschlossen, dass ich mir dafür mal Zeit und Ruhe nehmen würde. Wobei es dann geblieben ist …

Update 20:00 Uhr

Bis es Zeit zum Abendessen (Kartoffelsuppe, die ich gestern gekocht hatte und die mein Mann heute für uns aufgewärmt hat) wurde, habe ich dann auch wirklich in „Digger Unearthed“ gelesen. Ich muss zugeben, dass ich vorher gar nicht so viel über die Handlung wusste, aber ich genieße es gerade sehr die Geschichte von Digger zu lesen. Digger ist ein(e) Wombat(dame), die beim Graben verloren ging und nun lauter skurrile, magische Abenteuer mit seltsamen und/oder göttlichen Wesen erlebt. Diese Mischung aus vollkommen absurden und vollkommen pragmatischen Momenten ist einfach typisch für Ursula Vernon und ich mag das wirklich gern. Ich denke, ich werde den Rest des Abends weiter mit meinem Comic verbringen – bei einem Umfang von fast 800 Seiten habe ich ja auch noch ein bisschen was davon. 😉

Update 23:00 Uhr (letztes Update)

Die Zeit seit dem letzten Update habe ich wirklich mit dem Lesen von „Digger Unearthed“ verbracht und mich dabei wunderbar amüsiert. Ich freue mich sehr darüber, dass meine kleine Umstapelaktion mich dazu gebracht hat, dass ich den Comic endlich anfange. Damit werde ich in den nächsten Tagen noch eine nette Zeit verbringen und es ist toll mal wieder was zu Lesen, bei dem ich das Weiterlesen kaum erwarten kann. Hoffentlich schwappt dieses Gefühl dann auch mal wieder zu meinen Romanen und Sachbüchern über, denn da hatte ich heute auch so einige in der Hand, die ich eigentlich gern lesen oder zumindest mal beenden würde.

Alles in allem hatte ich heute einen schön entspannten Tag und das ist alles, was ich von einem Lese-Sonntag erwarte. Ich hoffe, Anette hat den heutigen Tag auch genossen und wünsche sonst allen, die hier vielleicht noch reinlesen sollten, einen schönen Start in die kommende Woche! Ich habe ein paar Termine vor mir, von denen ich jetzt schon sagen kann, dass sie mehr Zeit kosten werden, als mir lieb ist. Aber wenn die erledigt sind, steht nur noch ein Posten auf der „unbedingt in diesem Jahr endlich erledigen“-Liste! Mal schauen, ob ich den bis zum nächsten Lese-Sonntag auch noch abgehakt bekomme …

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Heutige Mitleserin:

Anette

Lese-Eindrücke Oktober 2024 (Teil 2)

Da mir mein Beitrag mit Lese-Eindrücken aus dem Oktober ein bisschen zu lang wurde, habe ich ihn für die Veröffentlichung zweigeteilt. Wer den ersten Teil sucht, wird HIER fündig.

Kate Williams: For Better or Cursed (The Babysitters Coven 2)

Im Oktober habe ich auch den ersten und zweiten Teil der „The Babysitters Coven“-Bücher gelesen und obwohl ich mich eigentlich gut unterhalten gefühlt habe, glaube ich nicht, dass ich mir auch noch den dritten Band besorgen werde. Während ich bei „The Babysitters Coven“ die erste Hälfte hindurch das Gefühl hatte, ich würde neben den fantastischen und den ernsthafteren Elementen zu viel Teenie-Drama lesen, strotzte „For Better or Cursed“ vor Erwachsenen, die nicht zuhörten und ihren Job nicht richtig erledigten. Da es aber ihr Job war, sich um die Sitter zu kümmern, die in unsere Welt eindringende Dämonen bekämpfen, fand ich das entsetzlich frustrierend zu lesen. Erschreckenderweise war dieses Mal Protagonistin Esme die – zumindest im Rahmen der Umstände – vernünftigste Person in der Geschichte. Und während sie versuchte, all die verschiedenen herausfordernden Dinge in ihrem Leben auf die Reihe zu bekommen und immer wieder diejenigen um Hilfe bat, die sie unterstützen sollten, wurden ihre Probleme entweder ignoriert oder durch die Verantwortlichen in ihrem Umfeld verschlimmert. Da halfen weder die diversen amüsanten Szenen rund um die unterschiedlichen magischen Fähigkeiten (oder Missgeschicke) noch die wohltuenden Momente, in denen es um die Freundschaft zwischen Esme und ihre besten Freundin Janis ging. Wie schon beim ersten Band mochte ich das Ende von „For Better or Cursed“ wirklich, aber ich glaube nicht, dass ich noch einmal so viele frustrierende Kapitel lesen möchte, nur um dann die Auflösung der ganzen Situation endlich genießen zu können.

W.R. Gingell: Staff and Crown (The Two Monarchies 3)

Wie schon „Blackfoot“ wird auch „Staff and Crown“ aus der Perspektive von Annabel erzählt. Allerdings sind inzwischen fast drei Jahre seit den Ereignissen in der magischen Schlossruine vergangen, und so findet sich Annabel zu Beginn der Geschichte in einer Finishing School wieder, wo sie angemessen damenhaftes Benehmen lernen soll, bevor sie offiziell der gehobenen Gesellschaft vorgestellt wird. Ihr zur Seite steht dabei Isabelle (die ich schon sehr mochte, als sie einen Auftritt in „Spindle“ hatte). Diese ist nicht nur in Adelskreisen aufgewachsen, sondern hat auch als Tochter eines Diplomaten viele unschätzbare Erfahrungen gemacht, von denen Annabel in den nächsten Monaten profitieren soll. Ich will hier nicht zu viel zu Annabels Situation schreiben, weil das ein Spoiler für die Reihe wäre, aber ich habe mich großartig dabei amüsiert, wie die beiden jungen Frauen die Regeln ihrer Schule immer wieder so verbiegen, dass sie ihre eigenen Ziele verfolgen können, während gleichzeitig die Schule von Spionen der Revolutionären und der Monarchisten infiltriert wird und es zu diversen Entführungsversuchen kommt. Weder Annabel noch Isabella verfügen über (nennenswerte) Magie, aber mit all ihrem Einfallsreichtum und ihren Beziehungen brauchen sie auch keine Magie, um gegen die diversen Gruppierungen anzukommen. Ich hatte sehr viel Spaß an den kleineren und größeren Abenteuern, die die beiden erlebten, vor allem, da das alles in einer wunderbaren Mischung aus klassischen Schulszenen, politischen Intrigen und (Gegen-)Spionage-Elementen stattfand. Inzwischen habe ich auch die letzten drei Bände der Reihe auf meinem eReader und der einzige Grund, wieso ich zwischendurch noch was anderes lese, besteht darin, dass ich mir die Geschichte so langsam ein bisschen einteilen will, damit ich länger etwas davon habe. 😉

Hafsah Faizal: A Tempest of Tea (Blood and Tea 1)

Ich gebe zu, dass ich „A Tempest of Tea“ vor allem deshalb vorbestellt hatte, weil ich das Cover so sehr mochte. Aber natürlich hätte ich das nicht gemacht, wenn ich nicht auch den Klappentext reizvoll gefunden hätte. Heist-Geschichten mag ich eigentlich und eine Mischung aus Teestube und nächtlicher verbotener „Blutbank“ für Vampire klang ungewöhnlich genug, um mich neugierg zu machen. Allerdings zog sich die erste Hälfte des Romans dann ziemlich hin. Ich fand es schwierig zu lesen, dass die fünf Personen, die an dem Diebstahl beteiligt waren, wild entschlossen waren, einander übers Ohr zu hauen. Ich mag es lieber, wenn bei einer solchen Geschichte alle – wenn auch vielleicht widerwillig/gezwungenermaßen – an einem Strang ziehen, selbst wenn es am Ende zu einem „Verrat“ innerhalb der Gruppe kommt. Außerdem fand ich es schade, dass die Planung des Coups im Prinzip in einer Nacht passierte (auch wenn es danach noch ein paar – mehr oder weniger amüsante – Szenen mit Vorbereitungen gab). Spannender wurde die Geschichte dann, als es wirklich mit dem Diebstahl losging und dabei einige der Dinge enthüllt wurden, die die Charaktere voreinander verborgen hatten. Das letzte Drittel des Roman habe ich dann an einem Stück gelesen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Am Ende kann ich sagen, dass ich die erste Hälfte zwar nicht genossen habe, ich aber nach dem letzten Kapitel neugierig auf die weitere Entwicklung der Handlung bin. Dazu kommt, dass ich die Welt, die sich Hafsah Faizal für „A Tempest of Tea“ ausgedacht hat, wirklich faszinierend finde. Ich werde mir also irgendwann auch noch die Fortsetzung besorgen – allerdings hat die auf Englisch noch keinen Erscheinungstermin, während der zweite Band auf Deutsch für Oktober 2025 angekündigt wird.

Helenka Stachera: Fin and the Memory Curse

Nachdem „Fin and the Memory Curse“ von Helenka Stachera fast zwei Jahre auf meinem SuB lag, habe ich das Buch in diesem Oktober endlich gelesen. Dabei habe ich den Roman so sehr genossen, dass ich überlege, mir nun auch noch die Debütveröffentlichung („The Ice Whisperers“) der Autorin zu besorgen, obwohl Eiszeit-Geschichten mich – selbst wenn sie fantastisch sind – wenig interessieren. „Fin and the Memory Curse“ spielt im Jahr 1866 und wird aus der Perspektive von Fin erzählt, die vor elf Jahren in Zeitungspapier eingewickelt und in der Gesellschaft eines Jack Russell Terriers auf den Stufen von Ma Stump gefunden wurde. Gemeinsam mit zwei weiteren Waisenkindern (George und Snot) wird sie von Ma Stump aufgezogen und lernt schnell, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Als sie eines Tages Blutegel, die sie frisch für einen Apotheker gefangen hat, abliefern soll, begegnet sie Lady Worth, die in Fin ihre verloren geglaubte Nichte Magdalena Kaminski erkennt.

So findet sich Fin von einem Tag auf den anderen in einem Schloss am Rande des Marschlands wieder und muss sich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass sie von einer adeligen polnischen Familie abstammt, die vor ca. 25 Jahren in England Fuß gefasst hat. Es ist nicht so ganz einfach für Fin, sich an ihr neues Leben zu gewöhnen, obwohl ihre Cousine Emily und ihr – gerade erst aus Polen angereister – Cousin Eryk wirklich nett zu sein scheinen. Aber ihre Tante Lady Worth ist eine kühle und abweisende Person, die in allen Belangen auf den unheimlichen Arzt Doktor Hunt hört, und dann ist da noch der Fluch, der seit Jahrhunderten auf der Familie liegt. Was den Fluch – und eventuellen Schutz davor – angeht, so will ich nicht zu viel verraten, aber Helenka Stachera hat sich dafür von den Legenden ihres polnischen Vaters inspirieren lassen.

So lernt Fin eine Menge von ihrem Cousin Eryk über die wahre Natur des Fluchs, die Personen, die damit verbunden sind, und all die Schutzmaßnahmen, die in seinem polnischen Dorf gegen solch ein übernatürliches Böse angewandt wurden. Ich mochte diese unheimlichen Elemente in der Geschichte sehr, aber noch mehr mochte ich es, wie Fin sich damit auseinandersetzt. Sie verspürt anfangs verständlicherweise keinerlei Loyalität gegenüber einer Familie, die sie nicht kennt, während sie sich gleichzeitig nach der – nicht immer gewaltfreien, aber immerhin vertrauten – Umgebung, in der sie aufgewachsen ist, sehnt. Doch die Freundschaft, die zwischen Fin, Eryk und Emily entsteht, und die Erkenntnis, dass dieser Fluch nicht nur in der Vergangenheit schon so viel Unglück verursacht hat, sondern auch in Zukunft Personen darunter leiden werden, wenn nicht jemand dem Ganzen ein Ende bereitet, sorgen bei Fin für überraschend große Motivation, gegen diesen Fluch vorzugehen. Und Fin ist – gerade weil sie nicht von der seit langer Zeit in der Familie der Kaminskis verbreitenden Legende beeinflusst wurde – genau die richtige Person, um den Fluch zu brechen.

Es ist nicht einfach für Fin, sich in ihrer neuen Familie zurechtzufinden, aber ich habe gern verfolgt, wie sie die verschiedenen Familienmitglieder kennenlernte und für sich herausfand, wer nicht nur vertrauenswürdig ist, sondern mit wem sie auch in Zukunft verbunden sein will. Außerdem gefiel es mir, dass Fin zwar den Kaminskis eine Chance geben will, aber nicht das Gefühl hat, sie müsse dankbar sein oder sich gar vollständig verstellen, um den Erwartungen von Lady Worth gerecht zu werden. Dabei hat Helenka Stachera ein wirklich gutes Händchen für all die kleinen Dinge, die für Fin zu überwältigend sind, während sie die ersten Tage im Haus ihrer Familie verbringt. Fin hat keine einfache Vergangenheit, und sie sieht nicht ein, dass sie sich dafür schämen soll. All das hat dafür gesorgt, dass ich ihre Perspektive wirklich gern verfolgt habe. „Fin and the Memory Curse“ ist ein wunderbar atmosphärischer Roman voller unheimlicher Elemente und Bedrohungen und voller sympathischer Charaktere, die ihr Bestes geben, um die Personen in ihrem Umfeld zu beschützen – und er hat mir einfach Spaß gemacht.

Kalyn Josephson: Ravenfall

Es ist lustig, dass „Ravenfall“ von Kalyn Josephson fast ein Jahr auf meinem SuB lag, weil ich im vergangenen Herbst einfach nicht in der Stimmung für das Buch war, nur damit ich es dann in diesem Jahr am letzten Herbstlesen-Samstag verschlingen konnte. Ich finde es immer wieder spannend, wie groß der Einfluss ist, den die richtige Stimmung auf mein Leseverhalten hat. Die Handlung in diesem Roman wird abwechselnd von Anna und Colin erzählt und spielt in dem Inn „Ravenfall“, das von Annas Familie betrieben wird. Dabei verfügen so gut wie alle Personen in Annas Familie über magische Fähigkeiten, aber während die anderen „nützliche“ Fähigkeiten haben, kann die dreizehnjährige Anna – wenn sie eine Person berührt – nur sehen, wie jemand stirbt (vorausgesetzt, dass die berührte Person schon einmal Zeuge eines Todesfalls war).

Der vierzehnjährige Colin hingegen kommt auf der Suche nach seinem älteren Bruder Liam nach Ravenfall. Vor wenigen Tagen erst mussten Colin und Liam miterleben, wie ihre Eltern in einem Motel ermordet wurden. Liam ist nach der Tat den Mördern hinterhergejagt, während Colin allein entscheiden musste, wie es für ihn weitergeht. Da er seit diesem Tag von Liam nichts mehr gehört hat und ihre Eltern ihnen von Kindesbeinen an eingetrichtert haben, dass sie sich in Ravenfall treffen würden, wenn irgendwann einmal etwas passieren würde, hat sich Colin auf den Weg zum Inn gemacht. In Ravenfall angekommen, muss Colin so einige Dinge über seine Eltern (und sich selbst) lernen, die ihn überraschen, aber nichts davon hilft ihm, Liam zu finden. Zeitgleich wird deutlich, dass an Samhain – das nur noch wenige Tage entfernt ist – etwas Großes passieren wird, das nicht nur Colin, sondern alle Bewohner des Inns in Lebensgefahr bringen wird.

Trotz all der unheimlichen Details rund um den Tod von Colins Eltern, seine Angst um seinen Bruder Liam und die Bedrohung, der Colin, Anna und ihre Familie gegenüberstehen, habe ich die Geschichte rundum genossen. Es gibt so viele amüsante und heimelige Elemente, die die unheimlichen Szenen ausgleichen, und diese Mischung sorgt dafür, dass der Roman nie langweilig wird. Das Inn Ravenfall hat eine ganz eigene Persönlichkeit, die sich durch jede einzelne Szene, die in dem Gebäude spielt, zieht. So hilft das Haus seinen Bewohnern an allen Ecken und Enden, benötigt aber auch Aufmerksamkeit und Anerkennung und ist dabei in der Lage, über lange Zeit einen Groll gegen eine Person zu hegen. Annas Familie mit all ihren Fähigkeiten ist rundum magisch, und ich fand es spannend, mehr über all die Details, die damit verbunden waren, herauszufinden.

Überhaupt mochte ich die Figuren in dieser Geschichte wirklich gern. Anna und Colin sind wunderbare, facettenreiche Charaktere, und es war schön, ihre aufkeimende Freundschaft mitzuverfolgen. Annas eigentlich sehr liebevolle Familienmitglieder sind großartig, auch wenn sie nicht sehr gut darin sind, Anna das Gefühl zu geben, dass weder sie als Person noch ihre Fähigkeiten unwichtig sind. Dazu kommen noch die vielen kleinen fantastischen (keltischen) Elemente, die den magischen Teil von Annas (und Colins) Welt ausmachen und die ich sehr genossen habe. Viele dieser Figuren und Fähigkeiten kenne ich schon aus anderen fantastischen Romanen, aber Kalyn Josephson hat immer wieder einen Weg gefunden, um diese übernatürlichen Wesen auf eine ungewöhnliche Art in ihre Geschichte einzubauen, was ich wirklich zu schätzen wusste.

All diese vielen verschiedenen Elemente haben aus „Ravenfall“ einen Roman gemacht, bei dem ich mich die ganze Zeit gefragt habe, wie es wohl weitergeht – und ich muss zugeben, dass das mit dem Ende des ersten Bandes nicht vorbei war. Ich bin wirklich gespannt, was für ungewöhnliche Ideen Kalyn Josephson noch für das Inn und seine Bewohner hat, ich bin neugierig was für Abenteuer Anna und Colin noch erleben werden, und ich bin gespannt, ob die Autorin noch mehr über Annas verschiedene (bislang nur wenig erwähnte) Familienmitglieder zu erzählen hat und was für Überraschungen (und Fähigkeiten) die dann zur Handlung beizutragen haben. Nur gut, dass es schon zwei weitere Bände („Hollowthorn“ und „Witchwood“) gibt, auch wenn der dritte Teil gerade erst als Hardcover erschienen ist und noch keine Taschenbuchausgabe angekündigt wurde.

Lese-Eindrücke Oktober 2024 (Teil 1)

Im Oktober habe ich vor allem Bücher von meiner „Herbstliste“ gelesen, die aus all den eher unheimlichen Geschichten bestand, die ich in meinem SuB finden konnte. Außerdem hatte ich versucht, ein paar ältere Titel von meinem eReader zu lesen, um da mal einen besseren Überblick über meinen Bestand zu bekommen. Daran bin ich dann aber gescheitert, da ich nach „Wolfskin“ unbedingt noch weiteren Bände der „The Two Monarchies“-Reihe anschaffen und lesen musste. *g*

Und da ich zu so vielen Büchern auch was zu erzählen hatte, gibt es in diesem Monat den Lese-Eindruck-Beitrag in zwei Teilen. Teil 2 verlinke ich HIER, wenn er erschienen ist.

Ali K. Mulford/K. Ellen Morrison: Pumpkin Spice & Poltergeist (Maple Hollow 1)

„Pumpkin Spice & Poltergeist“ war eine „sapphic paranormal cozy mystery rom-com“, die wirklich viele nette (fantastische) Elemente beinhaltete. Die Geschichte dreht sich um Jordyn, die eine Hexe und eine von zwei Apothekerinnen in Maple Hollow ist, und Harlow, die gerade erst in Maple Hollow angekommen ist und nun als Barista in dem Café ihrer Schwester arbeitet. Während Jordyn immer noch um ihre vor einem Jahr verstorbene Ex-Freundin Lou trauert, hat Harlow das Gefühl, dass sie in ihrem Leben bislang immer nur gescheitert ist und nie etwas richtig machen kann. Als Jordyn den Geist von Lou beschwört und diese erst wieder gehen will (oder kann), wenn Jordyn eine neue Beziehung eingegangen ist, sieht Jordyn sich gezwungen, Harlow um ein Date zu bitten. Natürlich ist von Anfang an klar, dass die beiden Frauen ein gutes Paar wären, ebenso wie schnell deutlich wird, dass hinter Lous Tod mehr als ein Unfall steckt. So besteht die Geschichte zum Großteil aus wirklich niedlichen Szenen mit zwei unbeholfenen, aber sehr aneinander interessierten Frauen und dem einen oder anderen – nicht gerade dezent eingestreuten – Hinweis auf einen Kriminalfall. Dazu kommen noch sehr viele fantastische und überraschend ungewöhnliche Elemente rund um die magische Gemeinschaft von Maple Hollow, und ich habe mich (trotz der Tatsache, dass relativ schnell offensichtlich war, wer hinter Lous Ableben steckte) wirklich gut unterhalten gefühlt. Kein Roman, dessen Details lange im Gedächtnis bleiben, aber trotzdem ein Titel, an den ich mich gern erinnere.

Phil Hickes: The Whispering Walls (Shadowhall Academy 1)

Da ich von Phil Hickes die Aveline-Jones-Romane sehr mochte, musste ich mir natürlich auch seinen neuesten Titel besorgen. „The Whispering Walls“ dreht sich um Lilian Jones, die zu Beginn der Geschichte ihr erstes Jahr an der Internatsschule „Shadowhall“ beginnt. Die Schule befindet sich in einem ehemaligen Herrenhaus, das kalt, zugig und voller unheimlicher Geräusche ist, und gleich in ihrer ersten Woche wird Lilian erzählt, dass eine ehemalige Schülerin in den Wänden des Gebäudes spuken soll. Da sie befürchten muss, dass dieser Geist eine ihrer Zimmergenossinnen bedroht, macht sich Lilian (gemeinsam mit ihren neu gewonnenen Freundinnen) auf, um mehr über die gruselige Vergangenheit der Schule herauszufinden. Ich fand das Buch wirklich nett und fühlte mich beim Lesen gut unterhalten. Aber ich muss auch Kiya recht geben, die während des ersten Herbstlesen-Sonntags meinte, dass Phil Hickes hier sehr auf vertraute Grusel-Elemente gesetzt hat, statt wie bei seinen Aveline-Jones-Büchern etwas sehr Eigenes zu schaffen. Außerdem habe ich es zwar sehr genossen, von den Freundinnen, die Lilian in der Schule findet, zu lesen, aber diese enge Bindung zwischen den Schülerinnen sorgte auch dafür, dass die Ereignisse sich nicht so richtig unheimlich anfühlten. Insgesamt war die Geschichte unterhaltsam genug, dass ich die Reihe fortsetzen werde, aber sie ist deutlich weniger gruselig und ungewöhnlich als die Aveline-Jones-Romane.

W.R. Gingell: Wolfskin (The Two Monarchies Prequel)

„Wolfskin“ ist ein Roman, der in derselben Welt wie die anderen „The Two Monarchies“-Geschichten spielt, und (sehr entfernt) an „Rotkäppchen“ angelehnt wurde. Genau genommen dreht sich die Geschichte um Rose, die als Lehrling bei der örtlichen Hexe Akiva aufgenommen wird. Schnell findet sie heraus, dass der Wald, in dem Akivas Häuschen steht, magisch ist und Akiva zu den Wächter*innen des Waldes gehört. Außerdem lernt Rose, dass es sich bei dem großen Wolf, der in dem Wald lebt, eigentlich um einen verfluchten Mann handelt. Die Handlung selbst zieht sich über mehrere Jahre hin, in denen Rose mehr über Magie herausfindet, den Wolf (Bastian) besser kennenlernt und miterlebt, dass immer wieder Wächter*innen des Waldes angegriffen werden oder verschwinden. Ich fand die Lösung hinter diesen Angriffen/Morden ziemlich offensichtlich, aber trotzdem habe ich mich gut von Rose und ihren Abenteuern unterhalten gefühlt. W.R. Gingells Erzählweise in den „The Two Monarchies“-Romanen erinnert mich (nach „Spindle“) auch dieses Mal an Diana Wynne Jones‘ Art, eine Geschichte zu erzählen. Immer wieder mäandert die Handlung ein wenig vor sich hin, ohne dass es je langweilig würde, weil es so viele kleine und größere Momente rund um die Magie des Waldes oder Rose und all die Personen, die sie im Laufe der Zeit kennenlernt, gibt.

W.R. Gingell: Blackfoot (The Two Monarchies 2)

Da ich „Wolfskin“ so gern gelesen hatte, habe ich dann gleich auch noch zu „Blackfoot“ gegriffen. „Blackfoot“ spielt nach den Ereignissen von „Spindle“ und wird aus der Perspektive von Annabel erzählt, die bei einer unheimlichen Hexe aufwächst und deren bester Freund Peter ist. Peter kommt anfangs nicht so unglaublich sympathisch rüber, weil er nicht nur davon überzeugt ist, dass er einfach alles weiß, sondern auch keine Wertschätzung für seine Magie empfindet und stattdessen von technischen Erfindungen fasziniert ist. Annabel hingegen verfügt über keinerlei Magie, abgesehen davon, dass sie in ihren Gedanken ihren schwarzen Kater – der Titel-gebende Blackfoot – sprechen hören kann, wobei Blackfoot sich sowieso nur selten wie eine normale Katze benimmt und es ziemlich klar ist, dass es an ihm und nicht an Annabel liegt, dass die beiden miteinander kommunizieren können. Nach einem Vorfall mit Annabels böser „Pflegemutter“ suchen Annabel, Peter und Blackfoot in einer nahegelegenen Schlossruine Schutz. Doch ein Zauber, der auf dem Schloss liegt, sorgt dafür, dass die drei das Gelände nicht mehr verlassen können. So müssen sie mehr über die Geschichte und die Magie des Schlosses herausfinden, während sie gleichzeitig von einem unheimlichen Gegner gejagt werden und das Schloss ein überraschendes Eigenleben zu entwickeln scheint. Auch das Lesen von „Blackfoot“ hat bei mir Erinnerungen an diese ganz bestimmte wunderbare Art von altmodischen und ungewöhnlichen Fantasygeschichten geweckt, wie sie DWJ geschrieben hat. Ich mag diese Art von Romanen so gerne – überrascht es da jemanden, dass ich mir spontan auch noch den dritten Teil („Staff and Crown“) gegönnt habe? *g*

November-SuB 2024

Der Oktober war in diesem Jahr etwas trubeliger als er normalerweise ist, was nicht nur dazu geführt hat, dass ich den ersten Herbstlesen-Samstag absagen musste, sondern auch dass ich nun ein frisch gestrichenes Badezimmer habe. *g* Das war dann aber auch der Grund, dass ich – für meine Verhältnisse – etwas weniger gelesen habe, als ich es sonst in einem Herbstlesen-Monat tun würde. Trotzdem habe ich (vorerst) meinen SuB etwas abgebaut – wobei es mich besonders freut, dass ich zu einigen Titel gegriffen habe, die schon längere Zeit aufs Lesen warteten.

Ich hoffe, dass es im November weiterhin mit dem Lesen klappt. Wir haben keine großen Pläne für diesen Monat und so gehe ich davon aus, dass ich mir ein paar gemütliche Lesestunden gönnen kann. Es wäre schön, wenn ich meinen SuB noch ein bisschen weiter abbauen könnte, bevor zum Jahresende neue Bücher bei mir einziehen. Außerdem habe ich noch ein paar Bücher auf meinem „Herbststapel“ und ein paar in diesem Jahr angeschaffte Titel, die ich unbedingt noch lesen will. Ich glaube nicht, dass mir in den nächsten Wochen langweilig wird.

Belletristik-SuB:

  1. Julie Abe: Tessa Miyata is no Hero
  2. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  3. Sufiya Ahmed: Rosie Raja – Churchill’s Spy
  4. Yukito Ayatsuji: The Decagon House Murders
  5. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  6. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  7. Kaia Anderson: Sisters in Arms
  8. Sophie Anderson: The Thief Who Sang Storms
  9. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  10. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  11. Kelly Barnhill: The Ogress and the Orphans
  12. Kelly Barnhill: When Women Were Dragons
  13. Alice Bell: Grave Expectations
  14. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  15. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  16. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  17. Natasha Bowen: Skin of the Sea
  18. Nicholas Bowling: Song of the Far Isles
  19. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  20. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  21. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  22. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  23. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  24. Stephanie Burgis: The Raven Throne (The Raven Heir 2)
  25. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  26. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  27. Jennifer Carson: To Find a Wonder
  28. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  29. Amber Chen: Of Jade and Dragons
  30. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  31. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  32. Rin Chupeco: Wicked as You Wish (A Hundred Names for Magic 1)
  33. Rin Chupeco: The Bone Witch
  34. Dhonielle Clayton: The Marvellers
  35. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  36. Alyssa Colman: The Gilded Girls (Gilded Magic 1)
  37. Helen Corcoran: Daughter of Winter and Twilight
  38. Leah Cypess: Thornwood (Sisters Ever After 1)
  39. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  40. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  41. Sarah Driver: Once we were Witches
  42. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  43. Joseph Elliott: The Good Hawk (Shadow Skye 1)
  44. Louise Erdrich: The Birchbark House
  45. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  46. Francesca Gibbons: A Clock of Stars 1 – The Shadow Moth
  47. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  48. Nicole Glover: The Conductors
  49. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  50. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  51. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  52. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  53. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  54. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  55. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  56. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  57. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  58. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  59. Rachel Hartman: Seraphina
  60. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  61. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  62. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  63. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  64. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  65. Sharna Jackson: The Good Turn
  66. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  67. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  68. Diana Wynne Jones: Power of Three
  69. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  70. Kalyn Josephson: Hollowthorn (Ravenfall 2)
  71. Toshikazu Kawaguchi: Before We Forget Kindness
  72. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  73. Celine Kiernan: Geisterpfade
  74. Celine Kiernan: Königspfade
  75. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  76. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  77. Sarah Kuhn: From Little Tokyo with Love
  78. R. F. Kuang: The Poppy War
  79. Lillie Lainoff: One for All
  80. L. D. Lapinski: The Biggest Christmas Secret Ever
  81. E. Latimer: Escape to Witch City
  82. Patrice Lawrence: The Elemental Detectives
  83. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  84. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  85. Y.S. Lee: The Traitor in the Tunnel (The Agency 3)
  86. Y.S. Lee: Rivals in the City (The Agency 4)
  87. Julie Leong: The Teller of Small Fortunes
  88. Elizabeth Lim: Six Crimson Cranes
  89. Judy I. Lin: A Magic Steeped in Poison
  90. Darcie Little Badger: Elatsoe
  91. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  92. Emily Lloyed-Jones: The Drowned Woods
  93. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  94. Janelle McCurdy: Mia and the Lightcasters (Umbra Tales 1)
  95. Seanan McGuire: Middlegame
  96. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  97. Robin McKinley: Dragonhaven
  98. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  99. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  100. Sangu Mandanna: Kiki Kallira Conquers a Curse (Kiki Kallira 2)
  101. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  102. Kate Milford: The Boneshaker
  103. Kate Milford: Bluecrowne
  104. Kate Milford: The Thief Knot
  105. Maya Montayne: Nocturna
  106. Bethany C. Morrow: A Song Below Water
  107. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  108. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  109. Julie Murphy: Faith – Greater Hights
  110. Bishop O’Connell: The Stolen
  111. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  112. Mark Oshiro: The Insiders
  113. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  114. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  115. S. A. Patrick: A Vanishing of Griffins (Song of Magic 2)
  116. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  117. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  118. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  119. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  120. Sarah Prineas: Dragonfell
  121. Philip Reeve: Larklight
  122. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  123. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  124. John Scalzi: Fuzzy Nation
  125. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  126. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  127. A. G. Slatter: The Briar Book of the Dead
  128. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  129. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  130. Lucy Strange: Sisters of the Lost Marsh
  131. Esme Symes-Smith: Sir Callie and the Champions of Helston
  132. Emily J. Taylor: Hotel Magnifique
  133. Charles den Tex: Die Zelle
  134. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  135. Angie Thomas: Nic Blake and the Remarkables – The Manifestor Prophecy
  136. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  137. Sarah Tolcser: Song of the Current
  138. Hana Tooke: The Unadoptables
  139. Adrienne Tooley: Sweet & Bitter Magic
  140. Tiffany Trent: Unnaturalist
  141. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  142. Linda Urban: Almost There and Almost Not
  143. Anne Ursu: Breadcrumbs
  144. Dominique Valente: Witchspark
  145. Renee Watson: Piecing Me Together
  146. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  147. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  148. Martha Wells: The Cloud Roads
  149. Jen Williams: The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1)
  150. Amy Wilson: Angel and Bavar
  151. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  152. Katherine Woodfine: Peril in Paris (Taylor and Rose 1)
  153. Katherine Woodfine: Spies in St. Petersburg (Taylor & Rose 2)
  154. Katherine Woodfine: Villains in Venice (Taylor & Rose 3)
  155. Katherine Woodfine: Nightfall in New York (Taylor & Rose 4)
  156. Xinran: Gerettete Worte
  157. Jy Yang: The Black Tides of Heaven
  158. Kelly Yang: Front Desk
  159. Seishi Yokomizo: The Honjin Murders
  160. Damaris Young: The Switching Hour
  161. Katie Zhao: The Dragon Warrior
  162. Xiran Jay Zhao: Iron Widow
  163. Xiran Jay Zhao: Zachary Ying and the Dragon Emperor
  164. Amélie Wen Zhao: Song of Silver, Flame Like Night
  165. Ibi Zoboi: Pride

157 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB (noch immer unvollständig):

  1. Bernadette Banner: Make, Sew and Mend
  2. Francis Burney: Journals and Letters
  3. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  4. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  5. Lydia Edwards: How to Read a Suit – A Guide to Changing Men’s Fashion from the 17th to the 20th Century
  6. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  7. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  8. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  9. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  10. Jennifer Kloester: Georgette Heyer’s Regency World
  11. Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
  12. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  13. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  14. Catherine Ostler: The Duchess Countess – The Woman who Scandalised a Nation
  15. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  16. Tom Reiss: The Orientalist – In Search of a Man Caught Between East and West
  17. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce
  18. Lauren Stowell/Abby Cox: The American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking
  19. Kimberley Wilson: Unprocessed – What Your Diet is Doing to Your Brain

19 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Claribel A. Ortega: Ghost Squad

„Ghost Squad“ von Claribel A. Ortega habe ich am zweiten Herbstlesen-Wochenende angefangen und das Lesen sehr genossen. Die Geschichte wird aus der Sicht der zwölfjährigen Lucely Luna erzählt, deren Familie aus ihr, ihrem Vater Simon und den unzähligen Geistern ihrer verstorbenen Familienmitgliedern besteht. Diese Geister verbringen den Großteil ihrer Zeit als Glühwürmchen rund um eine besondere Weide im Garten des Hauses der Lunas, doch sie sind auch in der Lage, menschliche Gestalt anzunehmen. Allerdings kann nur Lucely sie in ihrer menschlichen Form sehen, da ihr Vater nach einem traumatischen Ereignis vor einigen Jahren seine Fähigkeit, Geister zu sehen, verloren hat.

Obwohl Lucely und ihr Vater relativ arm sind, da er mit seinen Geister-Touren durch die Stadt nicht gerade viel Geld verdient, wächst Lucely inmitten so vieler (wenn auch zum Großteil schon verstorbener) Familienmitglieder ziemlich behütet auf. Umso erschreckender ist es für Lucely, als sie herausfindet, dass die Bank kurz davor ist, ihrem Vater das Haus wegzunehmen. Als dann noch eine unheimliche Bedrohung ihre Geister verstört, beschließt Lucely gemeinsam mit ihrer besten Freundin Syd, dass nur Magie ihre Familie retten kann. Doch der Zauber, den die beiden Mädchen wirken, scheint die Lage eher noch zu verschlimmern. Von nun an schweben nicht nur Lucelys Geister in Gefahr, sondern die gesamte Stadt scheint von bösen Mächten überrannt zu werden.

Es gibt so einige bedrohliche Elemente und eine Menge unheimliche Schauplätze in „Ghost Squad“, aber trotzdem stehen in der Geschichte vor allem die Freundschaft zwischen Lucely und Syd sowie Lucelys Liebe zu ihrer Familie im Vordergrund. Dabei hat Claribel A. Ortega meiner Meinung nach in ihrem Debütroman ein großartiges Händchen für die verschiedenen Charaktere bewiesen. Lucely und Syd sind ein wunderbares Gespann. Die beiden unterstützen sich gegenseitig, ohne auch nur einen Moment darüber nachdenken zu müssen, und sie beweisen so viel Einfallsreichtum bei ihrer Suche nach Informationen, dass ich viel Spaß hatte, sie bei all ihren (häufig nächtlichen) Abenteuern zu begleiten.

Dann sind da noch die vielen (verstorbenen) Familienmitglieder von Lucely, die alle ihre Ecken und Kanten haben und von mir – selbst wenn sie nur einen kurzen Auftritt in der Geschichte hatten – schnell ins Herz geschlossen wurden. All dieser Zusammenhalt zwischen den verschiedenen Figuren ist wunderbar zu lesen, sorgt aber auch dafür, dass sich die Handlung nie so richtig bedrohlich anfühlt, obwohl es eine Menge Szenen und Schauplätze in der Geschichte gibt, die das Potenzial für anständige Gruselmomente hätten. Alles in allem hinterließ „Ghost Squad“ bei mir (auch dank der vielen Anspielungen auf den Film „The Goonies“ – inklusive einem Katzen-Sidekick namens „Chunk“) am Ende eher das Gefühl, eine Halloween-Komödie statt einer Gruselgeschichte gelesen zu haben. Aber das war für mich auch vollkommen in Ordnung so, weil ich diese Mischung aus leicht gruseligen und sehr komischen Momenten – ebenso wie die vielen wunderbaren Charaktere und ihr Zusammenspiel – sehr genossen habe.