Schlagwort: Kinder- und Jugendbuch

Janine Beacham: Rose Raventhorpe Investigates 1 – Black Cats and Butlers

„Black Cats und Butlers“ von Janine Beacham war eine ziemlich spontane Anschaffung, weil mir erst das hübsche Cover ins Auge fiel und mich dann der Klappentext so ansprach – und nun werde ich mir wohl die beiden bislang veröffentlichen Fortsetzungen auch noch kaufen müssen. 😉 Protagonistin der Geschichte ist Lady Rose Raventhorpe, die zu Beginn des Romans gerade ihren zwölften Geburtstag feiert. Während des Frühstücks liest sie davon, dass in den vergangenen Tagen zwei Butler ermordet wurden. Was dazu führt, dass sie sich nicht nur darüber aufregt, dass niemand den Tod der beiden Dienstboten bislang für erwähnenswert gehalten hätte, sondern auch große Angst um ihren eigenen Butler Argyle bekommt. Argyle ist Rose’s engste Bezugsperson und derjenige, der sie seit ihrer Geburt erzogen hat, da ihr Vater in wichtige politische Geschäfte involviert ist, während ihre Mutter den ganzen Tag damit beschäftigt ist, schön zu sein. Noch bevor der Tag zu Ende geht, wird auch Argyle ermordet, und Rose beschließt, alles dafür zu tun, um den Mörder ihres Butlers zu stellen.

Trotz dieser traurigen Ausgangssituation ist „Black Cats and Butlers“ ein wundervolles Wohlfühlbuch, das ich gar nicht aus der Hand legen wollte, als ich es erst einmal angefangen hatte. Rose ist eine stimmige Protagonistin, die auch keine Hemmungen hat, den Namen ihrer Familie oder ihren Reichtum zu nutzen, wenn sie an Informationen gelangen will. Erst nach Argyles Tod entdeckt sie all die Geheimnisse, die ihr Butler hatte, und schämt sich sehr dafür, dass sie ihn ihr Leben lang als so selbstverständlich angesehen hat. Trotzdem drängt sie nicht diese Scham zu ihren Ermittlungen, sondern die feste Überzeugung, dass ein Mörder gefasst werden muss, dass es zu keinen weiteren Attentaten auf Butler kommen darf und dass eine Raventhorpe alles tun muss, um ihre Stadt zu retten. Denn nicht nur die Morde an den Butlern beunruhigen Rose, sondern auch das allmähliche Verschwinden der Katzenstatuen, die der Legende nach über die Stadt wachen sollen.

Ich mochte nicht nur Rose, sondern auch all die anderen Figuren in dieser Geschichte. Rose‘ (etwas ältere) Freundin Emily, ihr Kleidungsstil und ihre Begeisterung für alles, was unheimlich, düster und schwarz ist, ist großartig. Die ganzen Butler, die Rose während ihrer Ermittlungen kennenlernt – inklusive der dazugehörigen Geheimgesellschaft, die Duelle und die aufbrausenden Temperamente (selbstverständlich nie im Dienst!) – sind nicht nur wundervoll induviduelle Figuren, sondern auch eine großartige Idee. Ich werde nie wieder in Romanen oder Filmen einem Butler begegnen können, ohne mich zu fragen, wie gut er wohl mit dem Schwert ist. 😉 Überhaupt ist die Welt, die Janine Beacham da erschaffen hat, sehr atmosphärisch geworden. Ihre Stadt Yorke verfügt über eine wunderbar viktorianische Atmosphäre und es gibt sehr schöne Beschreibungen der verschiedenen Viertel und Geschäfte, der Katzenstatuen und all der anderen Dinge, die einem Ort Leben verleihen.

Die Prophezeiung rund um das Schicksal von Yorke, wenn die Katzen verschwinden und die Wächter versagen sollten, ist eigentlich das einzige „fantastische“ in der Geschichte. Aber sie zieht sich durch den gesamten Roman und ist ungemein wichtig für die (teilweise sehr düstere) Atmosphäre und dient als Vorausetzung für so viele Elemente. Als Ausgleich dazu gibt es sehr viele amüsante Szene – schließlich ist „Black Cats and Butlers“ immer noch ein Kinderbuch – rund um die verschiedenen Figuren und die Enthüllungen, die Rose während ihrer Ermittlungen macht. Ich mochte es sehr, wie Janine Beacham es geschafft hat, gleichzeitig dafür zu sorgen, dass ich mir Sorgen um Rose, mögliche weitere Opfer und die Stadt machte, während ich mich auf der anderen Seite wunderbar amüsierte und das Buch gar nicht aus der Hand legen wollte, weil ich mich damit so wohlfühlte und ich wissen wollte, was als Nächstes passiert. Sehr schön war es auch, dass ich – während ich sonst häufig bei „Kriminalromanen“ für Kinder die Auflösung schon lange vor Ende der Geschichte weiß – hier mehr als eine überraschende Wendung bezüglich der möglichen Täter und ihrer Motive erleben durfte. Ich freu mich sehr auf die zwei weiteren Romane mit Rose und den Butlern von Yorke und bin gespannt, wie viele Abenteuer diese ungewöhnliche Detektivin wohl noch erleben wird.

Vicki Grant: 36 Fragen an dich

Ich weiß nicht mehr, wo ich über „36 Fragen an dich“ von Vicki Grant gestolpert bin. Ich weiß aber noch, dass ich das Buch nach dem Lesen einer Rezension spontan in der Bibliothek vorgemerkt hatte, in der Hoffnung, dass mir da eine „nette“ Geschichte erzählt wird. Die Grundidee basiert auf einem Experiment mit dem Titel „The Experimental Generation of Interpersonal Closeness: A Procedure and Some Preliminary Findings“, das von Arthur Aron entwickelt wurde und davon ausgeht, dass es möglich ist, dass sich zwei Menschen sehr nahe zu kommen (bzw. sich verlieben), wenn diese zwei Menschen einander 36 vorgegebene Fragen so ehrlich wie möglich gegenseitig beantworten. Wer mehr dazu wissen will, kann gern einmal online nach dem Experiment suchen, da findet man in diversen Artikeln auch alle Fragen und Details zum Experimentaufbau aufgeführt.

In „36 Fragen an dich“ erzählt Vicki Grant nun die Geschichte zweier fiktiver Experimentteilnehmer, die von ihrer Art und Herkunft unterschiedlicher nicht sein könnten. Hildy (eigentlicht Hilda, aber den Namen mag sie nicht) kommt aus einem Akademikerhaushalt, hat lauter musische Extrafächer belegt, wirft mit Fremdwörtern um sich und versucht, sich jederzeit korrekt zu verhalten. Paul hingegen hat die Schule vorzeitig abgebrochen, wirkt geldgierig (die Geldprämie ist der einzige Grund, warum er an der Studie teilnimmt) und abweisend und macht sich regelmäßig über Hildys Gedanken und Gefühle lustig. Aber natürlich hat jeder der beiden Probleme und deutlich mehr Tiefgang, als man auf den ersten Blick annehmen soll, und je besser sie sich kennenlernen, desto mehr mögen sie sich.

Ich hatte gar keine so großen Erwartungen an die Geschichte gesetzt, wollte nur eine nette und unterhaltsame Lektüre für einen viel zu heißen Nachmittag und dann habe ich mich beim Lesen ständig geärgert. Vicki Grant nimmt zwei klischeeüberfrachtete Achtzehnjährige, garniert Hildys Leben mit einem besten schwulen Freund und einer Freundin, deren einzige Charakterisierung darin besteht, dass sie 1. bei einem Cafébesuch nur ein halbes Croissant isst und 2. in einen Straßenmusiker verknallt ist, und mischt das Ganze noch mit zwei von Anfang an vorhersehbaren Dramen im Leben der Protagonisten. Für mich war die Geschichte zu absehbar, zu sehr künstlich gestreckt durch die 36 Fragen (das gegenseitige Kennenlernen habe ich in anderen Romanen schon deutlich glaubwürdiger und unterhaltsamer gelesen) und die Hälfte der Zeit hätte ich Hildy gern aus den unterschiedlichsten Gründen heraus geschüttelt.

Einer der Gründe ist, dass sie ständig Paul berichtigt, seine Rechtschreibung verbessert und darauf besteht, dass er nicht flucht, dass sie aber – trotz all ihrer „politisch korrekten“ Verhaltensweise – seine abweisende und verschlossene Art als „maskulin“ bezeichnet, während er auf einmal – laut ihrer Wortwahl – seine „feminine Seite“ zeigt, wenn er über Gefühle redet. Eine junge Frau, die sich mit allen möglichen Themen auseinandersetzt, die sich angeblich für diverse gute Zwecke einsetzt und die einen „schwulen besten Freund“ hat, sollte meiner Meinung nach schon mal darüber nachgedacht haben, dass dieses Schubladendenken von den „emotionalen Frauen“ und den „zurückhaltenden, introvertierten“ Männern gefährlicher und schädlicher ist als ein spontanes Schimpfwort. Aber Hildy wiederholt trotz ihres Beteuerns, wie wichtig ihr die Rolle der Frau und Feminismus sei, regelmäßig ihre ungute Wortwahl, und sie findet Pauls „maskuline Art“ total cool, obwohl sie doch sonst angeblich so ein aufmerksamer und nachdenklicher Mensch ist.

Paul selbst ist als Figur ganz in Ordnung (was auch daran liegt, dass man von ihm nur seine Dialoge mit Hildy mitbekommt) und ich mochte die kleinen Zeichnungen, die immer wieder im Buch zu finden waren, weil Paul bei Gesprächen nebenbei „kritzelt“, um seine Stimmung und seine Gedanken auszudrücken. Auch die letzten Kapitel waren eigentlich nett zu lesen inklusive des großen Missverständnisses und der daraus folgenden Bemühungen Hildys, alles wieder gutzumachen. Aber ich muss zugeben, dass ich an diesem Punkt schon so grummelig wegen der klischeeüberfrachteten Handlung und der Vorhersehbarkeit all der „überraschenden“ Wendungen und Enthüllungen war, dass ich mich darauf gar nicht mehr einlassen konnte. Mir ist bewusst, dass ich bei einem Jugendbuch nicht zur eigentlichen Zielgruppe gehöre, aber das ändert nichts daran, dass ich mir bei einer solchen Geschichte eine sympathische Erzählstimme, amüsante Dialoge oder zumindest die eine oder andere überraschende Wendung wünsche.

Joan Aiken: The Serial Garden – The Complete Armitage Family Stories

„The Serial Garden“ von Joan Aiken beinhaltet die vollständige Sammlung ihrer Geschichten rund um die Familie Armitage. Laut dem Vorwort ihrer Tochter Lizza entstanden die ersten Ideen zu den Abenteuern der Armitages, als Joan Aiken als Mädchen auf langen Spaziergängen ihren kleinen Bruder unterhalten wollte. Als Teenager hat sie dann die erste Geschichte („Yes, but Today is Tuesday“) an die BBC verkaufen können und sechzig Jahre später – nachdem sie schon viele weitere Episoden aus dem Leben der Familie Armitage erzählt hatte – hat Joan Aiken den Prolog und die letzten Geschichten rund um die Armitages geschrieben, um die Abenteuer der Familie abzurunden und die gesammelten Kurzgeschichten in einem Band mit dem Titel „The Serial Garden“ veröffentlichen zu können. Bevor ich diese Sammlung las, kannte ich nur eine der vielen Kurzgeschichten, und mir war nicht bewusst, dass sie zu einer ganzen Reihe von Anekdoten über diese Familie gehörte.

Ich muss zugeben, dass ich absolut hingerissen von diesen amüsanten und skurrilen Geschichten rund um die Familie Armitage bin und all die fantastischen und ungewöhnlichen Elemente liebe, die Joan Aiken da eingebaut hat. Das Ganze beginnt während der Flitterwochen von Mr. und Mrs. Armitage, als Mrs. Armitage darüber nachdenkt, wie das Leben wohl aussehen müsste, damit es wirklich zu einem „living happily ever after“ kommt. Als sie dann noch am Strand einen Wunschstein findet, wünscht sie sich ein Haus (mit mindestens einem Geist), zwei Kinder (inklusive Feen-Patentante) und ein Leben voller magischer Elemente – nur an Montagen, aber nicht an jedem Montag und nicht nur am Montag, weil es sonst zu vorhersehbar und damit wieder langweilig würde. Ich muss gestehen, dass der Prolog, in dem diese Ereignisse geschildert werden, schon deutlich macht, dass Mr. Armitage mit einem ganz normalen, unmagischen Leben mindestens ebenso zufrieden (vermutlich sogar zufriedener) gewesen wäre, aber irgendwie gehört es ja auch zu solchen Geschichten dazu, dass einer nicht so ganz glücklich über all die unvorhersehbaren und fantastischen Elemente im Leben ist.

In den folgenden Episoden gibt es Personen, die immer wieder auftauchen, wie bestimmte Nachbarn oder Angestellte, aber auch ein Haufen Charaktere, die nur für ein bestimmtes Ereignisse eingeführt werden. Da es Joan Aiken gelingt, jede vorkommende Figur mit ein paar Worten oder Dialogzeilen so klar zu charakterisieren, dass man sich sofort ein Bild von ihr machen kann, ist es überhaupt kein Problem, dass das Personal in den Geschichten so häufig wechselt. Angesichts all der Vorfälle, die im Umkreis der Familie Armitage passieren, ist es eher ein Wunder, dass es überhaupt Personen gibt, die all das über Jahre hinweg mitmachen und kein Problem damit haben, dass sie regelmäßig in Tiere verwandelt werden oder Zeuge aufsehenerregender magischer Vorfälle werden. Wobei die kleinen und fast alltäglichen Elemente in Joan Aikens Geschichten eigentlich überwiegen und das Lesen gerade deshalb so viel Spaß macht, weil die Autorin es schafft, dass man es als ganz selbstverständlich empfindet, dass die Nachbarin eine „Old Fairy Lady“ ist oder dass ein Einhorn im Garten grast.

Ich habe all die vielen kleinen und größeren Abenteuer, die sich in der Regel um die Kinder Mark und Harriet Armitage drehen, sehr genossen. Ich weiß nicht, ob ich selbst so gelassen damit umgehen würde, wenn auf einmal Einhörner meinen Garten überfluten, Furien in meinem Kohlenkeller überwintern wollen oder das Gebäck der Nachbarin dafür sorgt, dass das Schiff kentert, in dem ich mich gerade befinde, aber gerade die Tatsache, dass die Armitages so pragmatisch mit all diesen Vorfällen umgehen, sorgt immer wieder für wunderbare, amüsante und überraschende Wendungen in der Geschichte. Am Ende des Buchs war ich nicht nur sehr glücklich mit all den gelesenen Geschichten (obwohl nicht alle gleich großartig geschrieben sind, machen sie doch alle viel Spaß beim Lesen), sondern wünschte mir sogar, es gäbe ein bisschen mehr Alltagsmagie in meinem Leben. Vielleicht nicht gerade eine temperamentvolle Hexe alte Feendame als Nachbarin oder duellierende Druiden im Garten … aber ein höflicher Geist im Dachgeschoss klingt gut oder ein Einhorn zum Reiten – solche Elemente stelle ich mir schon sehr nett vor.

Joan G. Robinson: When Marnie Was There

Als ich im vergangenen Jahr am ersten „Herbstlesen“-Tag „Erinnerungen an Marnie“ geschaut hatte, hat mich Neyasha darauf aufmerksam gemacht, dass der Film auf einem britischen Kinderbuch mit dem Titel „When Marnie Was There“ basiert. Nach ihrer Rezension zu dem Roman hatte ich nur noch mehr Lust, den Titel zu lesen, aber als ich ihn dann im November zum Geburtstag bekam, hatte ich erst einmal andere Dinge im Kopf. Letzte Woche war es aber dann endlich soweit und ich bekam – wie ich es mir erhofft hatte – mit „When Marnie Was There“ eine wunderschöne, ruhige Geschichte über Freundschaft und Familie erzählt, die voller atmosphärischer Beschreibungen der Salzmarsch und des Lebens an der Küste steckte.

Die Geschichte wird aus der Perspektive von Anna erzählt, die (nicht nur) aus gesundheitlichen Gründen nach Norfolk geschickt wird, um dort eine Zeitlang in der Obhut von Mr. und Mrs. Pegg zu leben. Für Anna fühlt sich dieser Aufenthalt in Norfolk an, als ob sie von ihrer Pflegefamilie abgeschoben würde, weil diese sich nicht länger um sie kümmern will. Nachdem sie schon von ihrer Mutter und Großmutter verlassen wurde (die beide gestorben sind, als Anna noch klein war), ist sie sich sicher, dass sie nicht liebenswert genug ist, um jemandem wirklich am Herzen zu liegen. Um nicht immer wieder von Neuem Ablehnung zu erfahren, setzt Anna alles daran, um Distanz zu anderen Menschen zu wahren. So ist es auch nicht überraschend, dass sie sehr zufrieden damit ist, dass sie bei den Peggs den ganzen Tag allein am Strand und in der Salzmarsch herumstreifen und sich mit sich selbst beschäftigen kann.

Doch eines Tages sieht sie in einem alten Anwesen am Rand der Salzmarsch ein junges Mädchen am Fenster und wenig später freundet sich Anna mit diesem Mädchen an. Marnie ist fröhlich und aufgeschlossen und stört sich nicht daran, wenn Anna mal abweisend ist, weil sie sich von Marnie vernachlässigt fühlt. Erst im Laufe der Zeit lernt Anna, dass Marnies Leben nicht ganz so schön ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint – und genau das mag ich eigentlich an dieser Geschichte. Anna lernt in diesem langen Sommer an der Küste mehr über sich und über andere Menschen, sie lernt Freundschaften zu schließen und dass eigentlich jeder Mensch Phasen hat, in denen er für sich sein möchte oder sich ausgeschlossen fühlt und einsam ist. Ganz besonders habe ich bei dieser Geschichte das Ehepaar Pegg ins Herz geschlossen, denn obwohl sie Annas Verhalten nicht immer nachvollziehen können und gerade Mrs. Pegg sich manchmal wünscht, dass Anna sich den Nachbarn gegenüber „angemessener“ verhält, geben die beiden dem Mädchen Zeit und Raum, um es selbst zu sein.

Ich fand es auch schön, dass im Roman – im Gegensatz zum Film – den Erlebnissen, die Anna gegen Ende des Sommers hat, so viel mehr Platz eingeräumt wird. Diese Kapitel zeigen, wie sehr sich Anna im Laufe dieses Aufenthalts an der Küste verändert hat und wie gut ihr diese Zeit getan hat, dass sie aber trotz aller Veränderungen immer noch dieselbe Person geblieben ist (nur etwas glücklicher als vorher). Die Küste von Norfolk und die Salzmarsch bilden die perfekte Kulisse für diese Geschichte rund um die einsame Anna. Joan G. Robinson beschreibt die Gegend so liebevoll und detailliert, dass man beim Lesen richtige Sehnsucht nach diesem Ort bekommt. Ich habe es genossen, mit Anna zusammen den Tag über durch die Gegend zu streifen, tagzuträumen, während Möwen und Regenpfeifer über ihr am Himmel fliegen, mit ihr Sandburgen zu bauen und der aufziehenden Flut zuzuschauen. Im Vergleich zur Ghibli-Verfilmung mag ich die Handlung im Roman noch lieber. Obwohl der Anime viele Elemente der Geschichte im Detail aufnimmt, finde ich den Film kitschiger als das Buch und einige Aspekte (wie das Verhältnis zum Nachbarmädchen) sind im Original einfach stimmiger dargestellt als in der Verfilmung. Ganz bestimmt werde ich noch häufiger zu „When Marnie Was There“ greifen und die wunderbar ruhige und angenehm melancholische Erzählweise dieses Romans genießen.

Bonnie-Sue Hitchcock: Der Geruch von Häusern anderer Leute

„Der Geruch von Häusern anderer Leute“ von Bonnie-Sue Hitchcock ist mir in den vergangenen Monaten auf diversen Blogs untergekommen und irgendwann bin ich dann auch neugierig auf die Geschichte geworden. Die Handlung wird aus der Perspektive einiger Jugendlicher erzählt, die im Jahr 1970 in Fairbanks (Alaska) leben. Genau genommen leben Ruth, Dora, Alyce und ihre Freundinnen in Birch Park – und egal, ob man zu den Athabasken, den Inupiat oder zu den Weißen gehört, reich ist keiner der Einwohner dieses Stadtteils. Jedes der drei Mädchen hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen, ebenso wie Hank, der mit seinen beiden Brüdern zwar nicht in Birch Park lebt, dessen Leben sich aber im Laufe des Jahres mit dem der anderen drei Erzählerinnen kreuzen wird.

„Ich wartete jahrelang auf Mamas Rückkehr und machte mir große Sorgen um Lily, weil ich fürchtete, sie würde nie erfahren, wie schön das Leben eigentlich war.“
(Ruth, Seite 15)

Ich mochte, dass Bonnie-Sue Hitchcock den verschiedenen Erzählern so unterschiedliche Stimmen verliehen hat, weniger sprachlich als von der Atmosphäre her, die ihre jeweiligen Passagen durchdrang. Man beginnt das Buch mit Ruth, die davon erzählt, wie glücklich ihre Kindheit war, als ihr Vater noch lebte, ihre Mutter regelmäßig das Haus mit Blumen schmückte und sie alle sich auf die Geburt ihrer kleinen Schwester Lily freuten. Doch dann kommt Ruths Vater bei einem Flugzeugunglück ums Leben und sie und ihre kleine Schwester landen bei ihrer Oma in Birch Park, wo das Leben deutlich freudloser ist. Bei ihrer Großmutter gilt es hingegen, stets bestimmte Regeln einzuhalten und sich nicht besonders hervorzutun. So ist es kein Wunder, dass Ruth verzweifelt auf der Suche nach etwas Schönheit und Aufmerksamkeit ist, nach jemandem, für den sie wichtig ist.

„Dumplings Dad hat ihr beigebracht, dass das Glas halb voll ist. Meiner hat mir beigebracht, dass es randvoll ist – mit billigem Whiskey.“
(Dora, Seite 44)

Noch freudloser ist das Leben in Birch Park für Dora, die vor einer Weile von der Nachbarfamilie (der Familie ihrer Mitschülerin Dumpling) aufgenommen wurde, nachdem ihr Vater ins Gefängnis kam. Ihren Teil fand ich besonders schwierig zu lesen, weil ihr Leben nie schön war und weil ihr nun – im Gegensatz zu den anderen dreien – die Hoffnung fehlt, dass es irgendwann einmal besser wird. Sie kann einfach nicht daran glauben, dass die Zukunft auch für sie etwas Besonderes bereithalten könnte. Dora ist so jung und doch so verbittert, und sie hat solche Angst davor, den kleinen Halt, den ihr die Nachbarfamilie bietet, zu verlieren. Und bei Dora schwingt so viel zwischen den Zeilen mit, wenn sie von ihren Eltern erzählt oder wenn sie beobachtet, wie Dumplings Familie miteinander umgeht.

„Meine Mutter kommt zu den Aufführungen – meistens übernimmt sie den Ticketverkauf an der Abendkasse -, aber Dad hat mich noch nie tanzen gesehen. Dads Leben findet auf dem Boot statt. Und wenn ich nicht mehr auf dem Boot mithelfe, wer füllt dann die Lachseier in Tüten? Wer nimmt die Fische aus und säubert sie? Das waren schon immer meine Jobs.“
(Alyce, Seite 70)

Alyce‘ Welt scheint im Vergleich deutlich weniger düster zu sein, und doch weiß sie nicht, wie sie seit der Scheidung ihrer Eltern ihre beiden Welten (das Leben in Fairbanks mit ihrer Mutter inklusive des Ballettunterrichts und im Sommer das Leben auf dem Fischkutter ihres Vaters mit all den dazugehörigen Verpflichtungen) mit einander vereinbart bekommen soll. Ich fand es besonders schön, dass man aus Alyce‘ Perspektive zwar erfuhr, was für eine harte und dreckige Arbeit der Fischfang ist, aber eben auch, wie schön es sein kann, wenn man als Familie gemeinsam so eng zusammenarbeitet.

„Wisst ihr noch, wie meine Mutter gesagt hat: „Warte nur, bis dir von heute auf morgen der Boden unter den Füßen weggezogen wird“? Jetzt weiß ich, dass ein Leben mehrere Böden hat.“
(Hank, Seite 160)

Hank hingegen scheitert mit gerade mal siebzehn Jahren daran, dass er nach dem Tod des Vaters „der Mann im Haus“ und somit verantwortlich für das Wohlergehen seiner beiden Brüder ist. Und es ist noch schwieriger geworden, für seine Brüder zu sorgen, seitdem seine Mutter einen neuen Mann ins Haus geholt hat. Bei ihm fand ich es besonders schön zu lesen, dass ihm durch und durch bewusst ist, dass seine Brüder so anders sind als er selbst und dass er sie – genau so, wie sie sind – mag und dass er alles dafür tun würde, um sie zu beschützen. Weder Hank noch die anderen drei Erzähler fällen im Laufe der Handlung besonders kluge Entscheidungen, aber alle vier Teenager entwickeln sich in diesem einen Jahr, in dem man ihr Leben verfolgen kann, deutlich weiter.

Obwohl es im Jahr 1970 zu einigen einschneidenden und dramatischen Entwicklungen kommt, mochte ich vor allem die vielen kleinen Momente, in denen Ruth, Dora, Alyce und Hank von ihrem Leben und ihren Familien und Freunden erzählten. Ich mochte die kleinen Beobachtungen und Gedanken, die die vier Erzähler beschäftigen, wie zum Beispiel wenn Ruth darüber nachdenkt, dass ein Haus besser riecht, wenn eine Mutter darin wohnt, und wie sehr sie den Geruch nach Schimmel und Armut in dem Haus ihrer Großmutter hasst. Es ist schön zu lesen, wenn Dora beschreibt, wie wunderbar chaotisch das Haus von Dumplings Familie ist, weil all das Chaos von Zuneigung und Wärme zeugt, von der Tatsache, dass in diesem Haus darauf geachtet wird, was jemand gern zum Nachtisch isst und ob jemand etwas Aufmerksamkeit oder Raum für sich benötigt.

Unter all diese kleineren und größeren Erlebnisse mischen sich die Elemente, die von dem Leben in Alaska zeugen. Die davon erzählen, dass nicht jeder froh war, als Alaska zu einem Bundesstaat der USA wurde, dass durch diesen geplanten Zusammenschluss viele Ängste erzeugt wurde – gerade bei den Menschen, die ihre traditionelle Lebensweise erhalten wollten -, dass aber diese gemeinsamen Ängste auch dafür sorgten, dass man unabhängig von der Herkunft (Athabasken, Inuquiat und Weiße) zusammenarbeitetete, um diesen Zusammenschluss zu verhindern. Auch die Voruteile zwischen den verschiedenen Bewohnern in Birch Park erzählen von der Geschichte Alaskas, von den unterschiedlichen Abstammungen der Erzähler, von den Schubladen, in die die verschiedenen Familien gesteckt werden, und von dem Versuch, ein Leben zu führen, in dem man als Individuum mehr zählt als seine Herkunft. Dabei baut Bonnie-Sue Hitchcock diese Aspekte nicht schulbuchmäßig in ihre Geschichte ein, sondern erzählt „einfach nur“ von den Dingen, die zum Alltag ihrer Protagonisten gehören – und das ist am Ende nicht nur interessant und unterhaltsam, sondern auch bewegend und wunderschön zu lesen.

Frida Nilsson: Siri und die Eismeerpiraten

Nachdem ich im Dezember Neyashas Rezension zu „Siri und die Eismeerpiraten“ von Frida Nilsson gelesen hatte, habe ich mir gleich das Buch in der Bibliothek vorgemerkt. Die Geschichte dreht sich um die zehnjährige Siri, deren kleine Schwester Miki vom bösen Piraten Weißhaupt geraubt wurde. Der Pirat ist im gesamten Eismeer dafür bekannt, dass er kleine Kinder stiehlt, um diese in seinem Bergwerk für sich schuften zu lassen. So gefürchtet wird der Pirat, dass sich kein Erwachsener findet, der Siri nach der Entführung helfen will, ihre kleine Schwester zurückzuholen. Einzig ihr gebrechlicher alter Vater ist wild entschlossen, sich auf den Weg zu machen, aber das kann Siri nicht zulassen. Schließlich ist ihr Papa nicht mal kräftig genug, um noch auf Fischfang zu gehen, wie soll er da die Suche nach Miki überstehen? So schleicht sich Siri heimlich aus dem Haus, um ihre kleine Schwester aus der Gewalt des Piraten zu befreien – große Hoffnungen macht sie sich nicht, aber wie ihr Vater sagt:

„… die Dinge, die man tut, hinterlassen Spuren. Die guten Dinge hinterlassen gute Spuren … und die schlimmen Dinge hinterlassen schlimme Spuren. Wenn ich nicht versuche, Miki zu finden, dann kann ich nicht weiterleben. Die Spur in meinem Herzen würde zu sehr schmerzen.“ (Seite 28)

Auf der Suche nach ihrer Schwester muss Siri quer durchs Eismeer reisen, von ihrer kleinen Insel Blautum im Osten bis nach Kantum am anderen Ende des Meeres, wo die Welt fast zu Ende ist. Sie begegnet auf ihrer Reise vielen verschiedenen Menschen, Tieren und anderen Wesen, manche von ihnen helfen ihr, andere ignorieren sie oder nutzen sie gar aus. Auf jeden Fall lernt Siri schnell, dass es schwierig ist, einem Menschen anzusehen, ob er gut oder böse ist, und sie lernt, dass jeder, dem sie begegnet, seine ganz eigenen Beweggründe für sein Handeln hat. Dabei macht es Frida Nilsson mit ihrem wunderbar atmosphärischen Eismeer dem Leser ganz einfach zu begreifen, dass das Mädchen in einer harten Welt voller Gefahren und Herausforderungen lebt, in der es erschreckend leicht ist, den einfacheren, aber eben in der Regel auch moralisch fragwürdigen Weg zu gehen.

Ein Menschenleben gilt nicht viel in dieser Welt, und die Winter sind lang und hart. Hunger und Tod sind regelmäßige Gefährten für diejenigen, die im Eismeer leben, und nur wenige haben das Gefühl, sie könnten sich Freundlichkeit leisten. Ein so wundersames Geschöpf wie eine Meerjungfrau gehört für die meisten Menschen ins Reich der Legenden und wenn sie wirklich einer begegnen würden, wäre die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie als erstes darüber nachdenken, wie sie mit einem solchen Wesen Geld verdienen könnten. Vermutlich ist es nicht einfach, in einer solchen Welt freundlich und hilfsbereit zu bleiben, und doch findet Siri immer wieder Personen, die ihr auf die eine oder andere Weise zur Seite stehen. Doch all die hilfreichen Hände können ihr am Ende nicht helfen, als sie einen Weg finden muss, um Miki aus der Gewalt des Piraten zu befreien.

„Es gibt einen Mann, der benutzt Kinder, als wären sie Tiere. Das hatte ich immer gesagt, wenn wir zu Hause auf unserer Schlafbank lagen. Was ich damals nicht wusste, war, dass Weißhaupts Grube Kinder in Tiere verwandelte. Ja, so war es. Wir waren nicht länger Kinder, wir waren Tiere auf drei Beinen, Tiere, die aus Näpfen aßen, Tiere, die nur sich selbst halfen und niemandem sonst.“ (Seite 286)

Ich habe Siri gern bei ihrer Reise begleitet, ich mochte diese Protagonistin so gern, gerade weil sie nicht ohne Fehler ist. Sie fühlt sich schuldig, weil sie kurz vor Mikis Entführung noch mit ihrer kleinen Schwester gestritten hat. Sie wird immer wieder in Versuchung geführt, aufzugeben und ein anderes Leben aufzunehmen, weil die Suche nach Miki so vergeblich zu sein scheint und es immer wieder Personen gibt, die für sie Platz in ihrem Leben machen würden. Doch am Ende bleibt Siri standhaft und handelt mutiger, als sie es sich jemals zugetraut hätte, und diese Charakterstärke kommt nicht aus dem Nichts, sondern ist eindeutig eine Folge der Haltung, die ihr Vater ihr von klein auf vorgelebt hat. Dazu kommen noch all die schrecklichen, furchterregenden, traurigen und wunderbaren Nebenfiguren, bei denen man sich selbst dann, wenn sie nur einen kleinen Auftritt haben, genau vorstellen kann, wie sie zu der Person geworden sind, die sie sind.

Abgerundet wird diese schrecklich-schöne Geschichte rund um Siri und ihrer Suche nach dem furchterregenden Piraten Weißhaupt von der schönen Sprache, die Frida Nilsson (und ihre Übersetzerin Friedericke Buchinger) verwenden. Die Erzählweise ist klar, einfach und einprägsam und damit perfekt (nicht nur) für jüngere Leser, aber auch immer wieder von schönen Bildern und poetischen Beschreibungen durchdrungen, die nach dem Lesen noch ein Weilchen beim Leser haften bleiben. Sehr schön ist auch die Gestaltung des Kinderbuchs mit einer Landkarte des Eismeers und ansprechenden Zeichnungen (gezeichnet von Torben Kuhlmann) am Kapitelanfang, die ein entscheidendes Element der auf den folgenden Seiten geschilderten Handlung aufgreifen. Ich mag so liebevoll erzählte Geschichten einfach!

Tracie Baptiste: The Jumbies (The Jumbies 1)

„The Jumbies“ von Tracie Baptiste stand so lange auf meinem Wunschzettel, dass die Fortsetzung („Rise of the Jumbies“) erschien, bevor ich dieses Kinderbuch zum Geburtstag bekam. Grundsätzlich fand ich, dass der Klappentext, der von einem unerschrockenen Mädchen, Magie und Freundschaft erzählte, schon nett klang, doch vor allem hat mich die Tatsache gereizt, dass die titelgebenden „Jumbies“ aus karibischen Legenden stammen. Je nach Insel gibt es wohl unterschiedliche Auslegungen dieser Kreaturen, aber egal, ob sie Geister sein sollen oder übernatürliche Wesen, sie haben angeblich nichts Gutes im Sinn. Corinne, die Protagonistin dieser Geschichte, glaubt erst einmal nicht an die Jumbies. Sie ist sich sicher, dass die Erzählungen rund um die Jumbies nur ein Mittel sind, um die Kinder des Ortes zu erziehen und dafür zu sorgen, dass sie sich vom Wald fernhalten. Doch dann verfolgt sie eines Tages ein Aguti in den Wald, an dessen Bein zwei Jungen den Anhänger ihrer (verstorbenen) Mutter gebunden haben, und weckt damit die Aufmerksamkeit der Jumbies. Genauer gesagt weckt Corinne damit die Aufmerksamkeit einer ganz bestimmten Jumbie, die herausfinden will, warum der Geruch des Mädchens an den ihrer verschwundenen Schwester erinnert.

Für Corinne beginnt die Geschichte ganz langsam und harmlos, während man als Leser schon früh mitbekommt, dass ihr eine Jumbie (die sich selber „Severine“ nennt) folgt und dass dieses Geschöpf alles andere als harmlos ist. So fand ich es spannend, Corinne bei ihrem Alltag zu begleiten und mitzuerleben, wie sie neue Freunde findet, während gleichzeitig im Hintergrund immer die Gefahr durch die Jumbie lauert. Dabei stand für mich schon früh fest, dass die Jumbie nicht unbedingt „böse“ ist, sie handelt nur nach anderen Regeln als die Menschen, die vor vielen Generationen ihre Insel besiedelt und damit die Jumbies von ihrem angestammten Land verdrängt haben. Nur eine Person ist in der Lage, beide Seiten der Geschichte zu sehen, und das ist die Weiße Hexe. Doch ihre Kenntnisse um Severines Absichten und um die Hintergründe des Konflikts zwischen Menschen und Jumbies sorgen dafür, dass Corinne von ihr eigentlich keine Hilfe zu erwarten hat, gerade weil die Hexe als einzige Person auf der Insel das notwendige Wissen hätte, um ihr beizustehen.

So ist Corinne vor allem auf die Unterstützung ihrer neuen Freunde, ihre Erinnerungen an ihre Mutter und die in ihr aufkeimende Magie, die ihren Ursprung ebenso wie die Jumbies tief in der Geschichte der Insel hat, angewiesen. Das alles führt zu einer magischen und berührenden Geschichte über den Kampf zwischen Jumbies und Menschen um die Vormacht auf Corinnes Heimatinsel. Dabei geht es in „The Jumbies“ nicht gerade zimperlich zu, wenn die Kinder zum Beispiel am Morgen nach einem Kampf durch Überreste waten und sich nicht sicher sein können, ob diese von einem Jumbie oder einem Menschen stammen. Jumbies sind gefährlich, sie töten, sie verzaubern, sie rauben Kinder und verwandeln sie in einen der Ihren, womit er für seine Familie für immer verloren ist. Viele ihrer Fähigkeiten und ihrer Merkmale klingen überraschend vertraut, wenn man die Jumbies mit Figuren aus zum Beispiel der Irische Mythologie vergleicht, und doch gehören diese Jumbies mit all ihren Facetten in die Karibik. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie sehr sich solche „Naturgeister“-Beschreibungen ähneln können, einfach nur weil die Menschen überall auf der Welt dieselben Ängste vor der unkontrollierbaren Gewalt der Elemente teilen.

Ich mochte diese Geschichte, die sich um Magie, Freundschaft und Familie dreht und die (dezent) auf die vielfältige Bevölkerung der Insel eingeht (und auch darauf, warum es diese Vielfalt gibt). Dabei ist die Insel irgendeine namenlose Insel in der Karibik – klein genug, damit die Geschichte mit einem Dorf und einem Wald funktioniert. Aber die Autorin erzählt im Nachwort von ihrer Kindheit auf Trinidad, von den Jumbie-Geschichten, die sie gehört hat, und von dem haitianischen Märchen „The Magic Orange Tree“, das die Inspiration zu einem Teil der Handlung war. Diese Hintergründe finde ich interessant und wünschte mir, ich würde mehr über Sagen, Legenden und Märchen aus dieser Region wissen. Doch auch ohne weitere Hintergründe habe ich all die Ereignisse rund um Corinne und ihre Freunde genossen, hatte Angst um den einen oder anderen liebenswerten Charakter und fand es schön, dass die Autorin es für den Leser nicht so einfach gemacht hat, zwischen „gut“ und „böse“ zu unterscheiden.

Kelly Jones: Murder, Magic, and What We Wore

Ich weiß nicht mehr, wie ich auf „Murder, Magic, and What We Wore“ von Kelly Jones aufmerksam geworden bin, aber der Klappentext hatte mich so sehr gereizt, dass ich den Roman ohne weiter nachzudenken auf meinen Wunschzettel gepackt hatte. Die Geschichte dreht sich um die sechzehnjährige Miss Annis Whitworth und beginnt an dem Tag im Jahr 1818, an dem Annis vom Tod ihres Vater erfährt. Während sie bis zu diesem Zeitpunkt ein relativ unbelastetes Leben in der Londoner Gesellschaft führte, steht sie nun – zusammen mit ihrer Tante Cassie, von der sie nach dem Tod ihrer Mutter aufgezogen wurde, – vor der Herausforderung, ohne Einkommen zu überleben. Auch befürchtet Annis, dass der Tod ihres Vaters bei einem Kutschenunglück kein Unfall war, sondern dass seine Tätigkeit als Spion für die Krone (zumindest hat sie in den letzten Jahren den Verdacht gehegt, dass ihr Vater ein Spion sein könnte) dafür verantwortlich ist.

Nachdem sie glücklichweise auch noch am selben Tag durch Zufall entdeckt, dass sie die recht seltene und begehrte Fähigkeit besitzt, „Glamour“ zu wirken – d.h. mit Magie durchwirkte Kleidungsstücke zu nähen -, beschließt Annis, dass sie ihre neuentdeckte Magie in den Dienst der Krone stellen möchte. Doch das Kriegsministerium ist nicht so angetan von Annis‘ Versuch, sich als Spionin anstellen zu lassen ,und so findet Annis ihre ganz eigenen Wege, um mehr über das Schicksal ihres Vaters und die geheimnisvolle Botschaft, die er hinterlassen hat, herauszufinden. Dass Annis, der es deutlich an Lebenserfahrung außerhalb ihrer behüteten Welt fehlt, dabei so einige Probleme hat, ist vorhersehbar. Dass sie ein Geschäft als Glamour-Schneiderin eröffnet, ohne auch nur grundlegende Kenntnisse davon zu haben, wie man ein Kleid von Grund auf schneidert, ist dabei das geringste ihrer Probleme.

Ich habe es geliebt, von Annis‘ Abenteuern nach dem Tod ihres Vaters zu lesen. Von einem Moment auf den anderen mischt das Mädchen sich in die Angelegenheiten fremder und einheimischer Spione ein und kann sich dabei nie sicher sein, ob ihr Gegenüber auch vertrauenswürdig ist. Einzig ihr neues Dienstmädchen Millie, das zum Glück über eine Menge gesunden Menschenverstand und eine gute Beobachtungsgabe verfügt, steht Annis treu zur Seite und rettet sie aus so mancher Misere. Auch hat Annis – bei aller Impulsivität und aller Dickköpfigkeit – das Glück, dass ihre Tante Cassie ihr bei ihrer Erziehung so einige nützliche Dinge mitgegeben hat. So kann Annis sich nicht nur sicher auf dem Ballparkett bewegen (und gleichzeitig jungen Herren eine Lektion über die gesellschaftliche Position von Frauen erteilen), sondern sie hat auch weitere praktische Fähigkeiten wie Buchführung und ähnliche Dinge, die von Frauen zu dieser Zeit gern ferngehalten wurden, gelernt. Das alles macht aus Annis weder die perfekte Spionin noch die geborene Geschäftsfrau, aber es macht das Mädchen zu einer wirklich sympathischen Figur.

Überraschenderweise mochte ich auch all die Passagen rund um Kleidung. Ich handarbeite zwar gern, aber in modischer Hinsicht bin ich ein hoffnungsloser Fall – und sei es nur, weil ich Bequemlichkeit immer wichtiger finde als die Frage, was gerade modern ist. In „Murder, Magic, and What We Wore“ dreht sich die Geschichte häufig um Kleidung und das nicht nur, weil die richtige Bekleidung zu Annis‘ Zeit und in ihrer Gesellschaftsschicht nun mal ein wichtiges Thema war. Für Annis geht es von Anfang an vor allem darum, die richtige Kleidung für eine Person zu finden. Je mehr sie ihre Fähigkeit des Glamour-Nähens erforscht, desto mehr konzentriert sie sich darauf, dass nicht nur Farbe und Schnitt einer Person schmeicheln, sondern dass das Kleidungsstück auch etwas über die Trägerin, ihren Charakter und ihre Fähigkeiten aussagt. Ich habe es so genossen, wenn Annis wieder einen Faden in ihre Nadel fädelte und sich darauf konzentrierte, für was für eine Person sie ein Kleidungsstück herstellte und wie sie dieser Person vielleicht noch etwas Selbstvertrauen, Schutz oder ähnliches mitgeben könnte, um ihr Leben besser zu machen.

Auch habe ich mich darüber gefreut, dass ich während der Lektüre nicht nur über berühmte Personen dieser Zeit gestolpert bin, sondern auch über Namen, die mir aus anderen Romanen vertraut sind. Ganz sicher war ich mir beim Lesen zwar nicht, dass hier wirklich auf ein paar meiner Lieblingsromane aus diesem Genre angespielt wurde, nur weil eine Lady Ravenscroft oder Lady Schofield erwähnt wurden, aber eine Auflistung am Ende des Roman hat mich dann aufgeklärt, dass diese Figuren wirklich bewusst eingebaut wurden als Verweis auf Werke anderer Autoren. (Dummerweise bedeutet das nun auch, dass ich neugierig auf diejenigen Bücher von der Liste bin, die ich noch nicht kenne. *g*)

Insgesamt war „Murder, Magic, and What We Wore“ eine wunderbar leichte und amüsante Wohlfühl-Lektüre, die trotz all der witzigen Szenen nicht zu oberflächlich war, sondern immer wieder auf wichtige Themen (nicht nur der Regency-Zeit) aufmerksam machte. Ich fand es wunderbar mitzuerleben, wie Annis sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt und so viele Sachen dazulernt. Ich mochte die Beziehung zwischen Annis und ihrer Tante und habe mich über die langsam entstehende Freundschaft zwischen Annis und ihrem Dienstmädchen Millie gefreut. Und so sehr ich mich sonst freue, wenn ich mal einen Einzelband entdecke, so hätte ich dieses Mal nichts dagegen, wenn die Autorin doch noch irgendwann einmal zu Annis und Millie zurückkehrt und die beiden Mädchen mehr Abenteuer erleben lassen würde.

Joan Aiken: The Wolves of Willoughby Chase

Es gibt eine bestimmte Art klassische britische Kinderbücher, die ich schon als Kind geliebt habe und die sich beim Lesen anfühlen, als ob ich nach Hause kommen würde. „The Wolves of Willoughby Chase“ von Joan Aiken gehört zu diesen Büchern, und das nicht nur, weil ich den zweiten Band der „Wölfe“-Reihe („Verschwörung auf Schloss Battersea“) schon als Kind gelesen habe. Die Handlung dreht sich um die Cousinen Bonnie und Sylvia Green. Während Bonnie ihr ganzes Leben im Luxus verbracht hat und von ihren liebevollen Eltern ebenso verwöhnt wurde wie von den Dienstboten auf Willoughby Chase, wurde Sylvia nach dem Tod ihrer Eltern von ihre Tante Jane in eher ärmlichen Verhältnissen aufgezogen. Doch nun sieht sich die alte Tante Jane gesundheitlich nicht mehr in der Lage, für Sylvia zu sorgen, und schickt das Mädchen nach Willoughby Chase.

Die zweitägige Reise zu dem beeindruckenden Herrenhaus ist für Sylvia schon anstrengend genug, umso mehr, da ein Rudel Wölfe ihren Zug aufhält, doch dann muss das Mädchen auch noch entdecken, dass sein Onkel Willoughby und seine Tante direkt nach seiner Ankunft zu einer langen Reise aufbrechen. Zurück bleiben Bonnie und Sylvia unter der Aufsicht der unsympathischen neuen Gouvernante Miss Slighcarp, und die hat mit den beiden nichts Gutes im Sinn. Zum Glück steht ihnen der im Wald von Willoughby Chase lebende Gänsejunge Simon bei all den folgenden schrecklichen Ereignissen zur Seite. Mehr möchte ich über den Inhalt von „The Wolves of Willoughby Chase“ gar nicht erzählen, auch wenn der Klappentext deutlich mehr über die Handlung verrät. Mich hat es nicht so sehr gestört, dass ich den Großteil der Geschichte dadurch schon kannte, weil ich die Erzählweise und die Details rund um all die Ereignisse so genossen habe. Aber ich kann gut verstehen, wenn dieses Vorwissen um die Handlung jemandem die Lust auf die Geschichte nimmt.

„The Wolves of Willoughby Chase“ spielt in einem frühen 19. Jahrhundert, in dem König James III. regiert und in dem England – dank eines Tunnels, der die Insel mit dem Festland verbindet, – von gefährlichen Wolfsrudeln überrannt wurde, die das Leben auf dem Land (vor allem im Winter) unbeschreiblich gefährlich machen. Ich mochte dieses alternative England sehr, ebenso wie all die Anklänge an Charles Dickens, die Joan Aiken in diesem Buch verwendet. Es gibt wundervoll schreckliche Szenen mit all den Bösewichten, die sich – auf die eine oder andere Weise – auf Kosten der Kinder bereichern wollen und natürlich keinerlei Mitleid, Loyalität oder gar Freundlichkeit kennen. Zum Ausgleich gibt es in dieser Geschichte nicht nur die innige Freundschaft zwischen Sylvia, Bonnie und Simon, sondern auch den Beistand treuer Dienstboten, die alles in ihrer Macht Stehende tun, um hinter die Machenschaften von Miss Slighcarp zu kommen, und die Hilfsbereitschaft vollkommen unbeteiligter Personen, die einfach Mitleid mit den beiden Mädchen haben.

So habe ich es sehr genossen, Sylvias und Bonnies Schicksal zu verfolgen. Ich mochte es, wie kämpferisch Bonnie mit all den Herausforderungen umgeht, die die Pläne ihrer Gouveranten und deren Verbündeten mit sich bringen, und hatte Mitleid mit der wohlerzogenen und zarten Sylvia, die bei aller Armut doch nur Liebe von ihrer Tante Jane erfahren hatte und nun nicht weiß, wie sie mit all diesen herzlosen Menschen umgehen soll. Auch die vielen Nebenfiguren, die den Mädchen zur Seite stehen, sind mir schnell ans Herz gewachsen – vor allem natürlich der patente Simon, der schon seit Jahren für sich selbst sorgt und allein schon deshalb für jedes Problem eine Lösung parat hat. Dank all dieser wunderbaren Charaktere steht von Anfang an fest, dass es für Bonnie und Sylvia am Ende glücklich ausgehen wird, was nun nicht so verwunderlich sein sollte angesicht der Tatsache, dass „The Wolves of Willoughby Chase“ ein Kinderbuch ist. Aber das hat mich nicht daran gehindert, mit den beiden Mädchen mitzuleiden und (ein wenig) um das Leben einer der Figuren zu bangen. Genau so mag ich es beim Lesen, so habe ich ein kleines Tränchen verdrückt, ich habe vor mich hingekichert und ich habe die vielen kleinen freundschaftlichen Momente zwischen den Protagonistinnen genossen – und ich freu mich schon darauf, noch weitere Romane von Joan Aiken lesen zu können, die in dieser Welt spielen.

Lynda Mullaly Hunt: Wie ein Fisch im Baum

Über „Wie ein Fisch im Baum“ von Lynda Mullaly Hunt bin ich bei Tine gestolpert, die von dem Roman sehr angetan war, und so habe habe mir dann den Titel über die Onleihe besorgt. Die Geschichte wird aus der Sicht der elfjährigen Ally Nickerson erzählt, deren Leben davon geprägt ist, dass sie nicht lesen und schreiben kann. Dass das Mädchen in den vergangenen sieben Jahren sieben verschiedene Schulen besucht hat, macht die Sache nicht leichter, und dass Allys Lehrer denken, dass sie aufsässig ist und sich nur mehr Mühe geben muss, erst recht nicht. Denn jedem – außer Ally – ist eigentlich bewusst, dass sie nicht dumm ist. Sie ist schlagfertig, sie kann gut mit Zahlen umgehen und logisch denken. Sie hat ein besonderes Talent zum Zeichnen und beobachtet aufmerksam ihre Umgebung. Nur im Unterricht versucht sie, sich unsichtbar zu machen, und hat diverse Strategien entwickelt, damit sie nicht ständig offenbaren muss, wie schlecht sie im Lesen und Schreiben ist.

Diese ständigen Bemühungen, unsichtbar zu bleiben, sorgen auch dafür, dass Ally keine Freunde hat, obwohl sie in ihrer Klasse die eine oder andere Person sympathisch findet. Nicht einmal nach Schulschluss fühlt sich Ally richtig frei, denn dann muss sie in dem Restaurant, in dem ihre Mutter kellnert, an der Theke sitzen und Hausarbeiten machen – und aufpassen, dass niemand sie dabei erwischt, dass sie stattdessen lieber zeichnet. Richtig glücklich scheint sie nur zu sein, wenn sie Dinge mit ihrem großen Bruder Travis unternehmen kann. Travis liebt alles, was mechanisch ist, und urteilt nicht über Allys Probleme, aber so gut das Verhältnis zwischen den beiden auch ist, so reicht das doch nicht aus, um Ally durch ihren Schulalltag zu bringen. So kämpft sie sich jeden Tag durch viele Stunden, in denen sie – obwohl sie so gern für alle unsichtbar bleiben würde – immer wieder aufgefordert wird, etwas zu lesen oder zu schreiben. Um nicht immer wieder vor der gesamten Klasse zu scheitern, stellt Ally dann lieber etwas an, das den Unterricht so sehr behindert, dass sie zur Direktorin geschickt wird, um sich einen Tadel für ihr Benehmen abzuholen.

Erst als mit Mr. Daniels ein neuer Lehrer Allys Klasse übernimmt, ändert sich Schritt für Schritt Allys Leben. Mr. Daniels nimmt sich Zeit, um auf die individuellen Persönlichkeiten seiner Schüler einzugehen, und versucht gemeinsam mit ihnen an ihren Problemen zu arbeiten, ohne sie vor ihren Mitschülern bloßzustellen. Dabei braucht auch er Zeit, um überhaupt herauszufinden, was mit Ally los ist und wie er ihr helfen kann, besser zurechtzukommen. Ich mochte es sehr, wie Lynda Mullaly Hunt Mr. Daniels dargestellt hat. Er ist nett und aufmerksam und versucht all seinen Schülern Selbstbewusstsein und ein Gefühl für die eigenen Stärken mitzugeben. Dabei ist er nicht unfehlbar, sondern sorgt auch schon mal unabsichtlich dafür, dass sich Ally schlecht fühlt oder dass eine unangenehme Situation in der Klasse ausartet, obwohl sie hätte vermieden werden können.

Überhaupt beweist die Autorin ein wunderbares Händchen für Figuren. Nicht nur Ally, sondern auch die vielen Nebenfiguren können durch vielschichtige Charaktere überzeugen. Ich habe die diversen Eigenheiten von Allys Mitschülern sehr genossen, wenn zum Beispiel Albert mal wieder einen wissenschaftlichen Vortrag gehalten hat, wenn Keisha sich für jemanden oder etwas eingesetzt hat, wenn Oliver mal durch die Gegend hüpfte oder Suki von ihrem japanischen Großvater erzählte. Natürlich gibt es auch einige unangenehme Personen in Allys Umfeld, aber auch bei denen schimmert hier und da eine menschliche Seite oder ein Grund für ihr Verhalten durch. Vor allem zeigt Lynda Mullaly Hunt mit den vielen verschiedenen Figuren, dass Ally nicht die einzige ist, die im Alltag Probleme hat. So lernt Ally im Laufe der Geschichte nicht nur, mit ihren eigenen Schwächen umzugehen, sondern auch, dass sie in der Lage ist, anderen beizustehen, wenn diese mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben.

Die gesamte Geschichte wird dabei von der Autorin in einer einfachen, aber wunderbar bildreichen Sprache erzählt. Für Ally ist es natürlich, sich Dinge zu merken, wenn sie dazu Bilder oder Filme in ihrem Kopf abspeichert, und so verarbeitet sie auch viele Szenen in ihrem Alltag, indem sie sie in solche bildhaften Elemente umsetzt. So hatte ich beim Lesen nicht nur viel Spaß mit den vielen Bildern und Filmen in Allys Kopf, sondern es hat mir auch geholfen zu verstehen, wie Ally die Welt wahrnimmt und welche Herausforderung das Lesen für sie mitbringt. Obwohl das Leben für Ally nicht einfach ist und es dementsprechend die eine oder andere Szene in diesem Roman gibt, die einen beim Lesen wütend oder traurig macht, ist „Wie ein Fisch im Baum“ eine überraschend lustige Geschichte. Ally ist witzig und schlagfertig und selbst in ihrer Verzweiflung hat sie sich immer wieder Sachen ausgemalt, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Ich habe die Geschichte wirklich gern gelesen (und prompt „Ich hab mich nie so leicht gefühlt“, den Debütroman der Autorin, auch noch auf meine Merkliste in der Bibliothek gesetzt).