Alle Artikel von Konstanze

April-SuB

Mit dem März bin ich eigentlich ganz zufrieden. Insgesamt habe ich 14 Bücher und 9 Manga gelesen und zwei Hörspiele gehört. Abgesehen von „Scherbenmond“ und „Die Magierdämmerung 2“ habe ich auch meine Neuzugänge aus dem Februar alle abgearbeitet – und zusätzlich weitere Bücher aus dem SuB befreit. Bei der „Magierdämmerung“ musste ich vorher noch den ersten Teil lesen – den habe ich inzwischen zur Hälfte geschafft. Außerdem gibt es noch eine Kurzgeschichtensammlung von Ian Rankin, die ich „mit in den April“ nehme. Für diesen Monat habe ich mir nicht nur die beiden angefangenen Bücher, „Scherbenmond“, „Die Magierdämmerung 2“ und die Neuzugänge von Mitte März vorgenommen, sondern auch noch den dritten Harry-Dresden-Roman für die „English“-Challenge und fünf Bücher (und ein Hörbuch) aus der Bibliothek. Ich glaube, so schnell wird mir der Lesestoff nicht ausgehen …

A (2)
Robert Asprin: Des Dämons fette Beute
Robert Asprin: Ein Dämon schafft noch keine Ordnung

B (9)
Sina Beerwald: Die Goldschmiedin
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)

Bettina Belitz: Scherbenmond

Ruth Berger: Gretchen – Ein Frankfurter Kriminalfall
Jacques Bonnet: Meine vielseitigen Geliebten
Marie Brennan: Doppelgänger
Marie Brennan: Hexenkrieger
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud

C (5)
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
James Collins: Zauberberg für Anfänger
Colin Cotterill: Dr. Siri sieht Gespenster (Dr. Siri 2)
Colin Cotterill: Totentanz für Dr. Siri (Dr. Siri 3)

D (5)
John Dickinson: Die Schlange am Rande der Welt
Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben

F (14)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Jennifer Fallon: Kind der Götter (Das Dämonenkind 2)
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Lucie Flebbe: Fliege machen
Gayle Forman: Wenn ich bleibe
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Earlene Fowler: Tödliche Schatten
Peter Freund: Laura und das Siegel des Mondes
Wieland Freund: Falsches Spiel in Silver City
Luca di Fulvio: Die Rache des Dionysos

G (5)
Francois Gantheret: Das Gedächtnis des Wassers
Kami Garcia und Margaret Stohl: Sixteen Moons
Michele Giuttari: Rachefeuer
Thomas Görden: Der Mönch und die Jüdin
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (5)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Brendan Halpin: Song about you
Frederik Hetmann: Zeitenwende
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Kerstin Herrnkind: Mein Mann der Mörder 

I (2)
Greg Iles: Leises Gift
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (2)
P.D. James: Ein makelloser Tod
Alaya Johnson: Moonshine – Stadt der Dunkelheit

K (7)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Hiromi Kawakami/Jiro Taniguchi: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß
Jackie Kessler und Caitlin Kittredge: Das Ikarus-Projekt 2 – Im Zwielicht
Celine Kiernan: Schattenpfade
A.S. King: Please don’t hate me
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (4)
Marc Levy: All die ungesagten Worte
Siri Lindberg: Nachtlilien
Michaela Link: Der Spiegel der Kaiserin
Sergej Lukianenko: Trix Solier

M (6)
Christoph Marzi: Lyra
Ava McCarthy: Der Todeskurier
Seanan McGuire: October Daye – Winterfluch
Richelle Mead: Dark Swan – Sturmtochter
Kai Meyer: Hex
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (3)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter
Elle Newmark: Der Granatapfeldieb

P (6)
Bernd Perplies: Magierdämmerung 1 – Für die Krone
Bernd Perplies: Magierdämmerung 2 – Gegen die Zeit
Renata Petry: Hilgensee
Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)

Q (0)
–

R (14)
Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Sarah Rayner: Das Licht des frühen Tages
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
John Maddox Roberts: Die Feinde des Imperators – Ein Krimi aus dem Alten Rom
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Brian Ruckley: Winterwende (Die Welt aus Blut und Eis 1)
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (11)
Régis de Sá Moreira: Das geheime Leben der Bücher
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Emma Smith: Der Ruf der Ferne
Veronica Stallwood: Böses Spiel in Oxford
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Matthew Sturges: Midwinter
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (11)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Rob Thurman: Nachtgeister
Rob Thurman: Mondgeister
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Aino Trosell: Eine grenzenlose Liebe
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

V (0)

Caroline Vermalle: Denn das Glück ist eine Reise

W (4)
Sarah Waters: Der Besucher
Winifred Watson: Miss Pettigrews großer Tag
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut

X (1)
Xinran: Gerettete Worte

Y (0)
–

116 Titel zum Monatsanfang
(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind neu hinzugekommen)
(blau markierte Titel habe ich für Aktionen vorgesehen)
(orange markierte Titel wollte ich bis zum 29. März 2011 gelesen haben)
(grün markierte Titel möchte ich bis zum 26. April 2011 gelesen haben)
(rot markierte Titel möchte ich bis zum 02. Juni 2011  gelesen haben)

Dies und Das (3)

Lesevorhaben 2011 (Zwischenstand)
Jetzt sind die ersten drei Monate des Jahres schon fast um und ich muss feststellen, dass es mir doch erstaunlich schwer fällt, mit meinem persönlichen SuB-Serien-Abbau anzufangen. Viele dieser Serien liegen schon eine ganze Weile auf dem SuB und so kommen mir immer wieder aktuelle Bücher oder Bibliotheksausleihen oder ganz andere Dinge dazwischen.

Immerhin bin ich recht gut dabei, meine Neuzugänge zu lesen, auch wenn ich es nicht geschafft habe, alle meine Februar-Neuanschaffungen bis zum 29. März zu lesen. Aber für den zweiten Teil der „Magierdämmerung“ hätte ich vorher noch den ersten lesen müssen – und bei „Scherbenmond“ ist die Angst zu groß, dass ich mich über die Geschichte ärgere. Trotzdem werde ich als Nächstes die beiden Bücher angehen, bevor ich bis zum 26. April meine März-Zugänge gelesen haben „muss“. Bei sieben (zum Teil dünnen) Büchern ist das auch dann gut zu schaffen, wenn ich in der nächsten Woche nur Bibliotheksbücher lesen sollte (die müssen nämlich so langsam wieder abgegeben werden).

Oh, und bei der „English“-Challenge habe ich für den März den zweiten Band der „Dresden Files“ gelesen. Auch wenn ich die Rezension dazu noch immer nicht auf die Reihe bekommen habe, so hat mir der so gut gefallen (und war so einfach auf Englisch zu lesen), dass ich mir für den April den dritten Teil davon vorgenommen habe. Blöderweise habe ich jetzt solche Lust auf die Reihe, dass ich sie mir nicht mehr nur leihen möchte, sondern eine ganz bestimmte englische Ausgabe davon im Auge habe. Wenn also jemand von euch 80 Euro zu verschenken hätte … Nein? Zu schade. 😉

Garten
Eigentlich will ich seit Tagen Fotos vom Garten machen. Nachdem der Vorgarten schon vor einigen Wochen von Krokussen, Gänseblümchen und Veilchen überschwemmt wurde, zieht der Garten hinter dem Haus auch so langsam nach. Vom Küchenfenster aus sieht er toll aus, aber als ich heute dann endlich mal mit dem Fotoapparat in der Hand rausging, strahlte mich so viel Unkraut an, dass ich auf die Fotos lieber verzichtete. Aber vielleicht bekomme ich doch noch ein paar schöne Bilder hin, wenn die Tulpen oder die Magnolienknospen aufblühen …

Spielkind
Irgendwie hänge ich gerade ziemlich häufig an meinem DS und beschäftige mich mit der schwarzen Pokémon-Edition. Dabei versuche ich mir viel Zeit zu lassen und nicht den Handlungsteil an einem Stück durchzuspielen. Normalerweise bin ich dann nämlich irgendwann so übersättigt, dass ich das Spiel nicht zu Ende bringe. Doch wenn mein Mann dann wieder auf dem Nachbarsofa sitzt und mich fragt, ob ich nicht eben das C-Gear anmachen kann oder ob wir nicht zusammen am Musical teilnehmen wollen, dann lege ich doch wieder das Buch aus der Hand und greife zu der kleinen Konsole. Das ist nach einem langen Tag am PC auch viel entspannender … *kicher*

Suchanfragen
Ich habe immer wieder lustige Suchanfragen, bin aber meist zu faul, die zu Posten. Aber in den letzten Wochen haben sich die Anfragen zu „Charakterisierung“ oder „Inhaltsangabe“ zu „Eine wie Alaska“ ebenso wie zu „Hexenheide“ so gehäuft, dass bei mir das Gefühl aufgekommen ist, dass kaum eine Schule diese beiden Titel nicht im Unterricht behandelt. Immerhin ist das deutlich ansprechendere Lektüre, als ich sie während meiner Schulzeit vor die Nase gesetzt bekam. 😀

Award
Seychella war so lieb und hat mir einen der Stylish-Blogger-Awards überreicht, die gerade wieder die Runde machen. Weitergeben werde ich ihn nicht, aber ich kann ja trotzdem mal wieder sieben Dinge über mich erzählen.

1. Um zu beweisen, dass ich den „Stylish“-Anteil des Awards wirklich verdient habe, verrate ich euch, dass ich genau vier Paar Schuhe besitze – und zwar inklusive der Crocs, die ich mir letztes Jahr für die Gartenarbeit besorgt habe, und der Schuhe, die ich bei Renovierungsaktionen anziehe. Immerhin muss ich zugeben, dass ich seit Jahren die Augen nach einer ganz bestimmten Art Schnürstiefelchen aufhalte. 😉

2. Um für den Notfall einen herzhaften „Brotaufstrich“ im Haus zu haben, habe ich immer ein Glas Mayonnaise im Kühlschrank. Dabei bevorzuge ich die Variante, die – dank einem Mangel an Eigelb – eigentlich als weniger qualitativ angesehen wird.

3. Ich ringe zur Zeit mit mir und meinem Perfektionismus. Nachdem ich im letzten Jahr das Wohnzimmer renoviert und so viel Ärger mit der orangen Farbe hatte, haben die Katzen inzwischen prompt in diesen Teil der Tapete zwei sehr tiefe Kratzer gemacht. Ich könnte das einfach zupfuschen und etwas Farbe drübertupfen oder ich mache mir wirklich Arbeit und bessere das richtig aus … Vermutlich wird es aber doch im Pfusch enden. *grummel*

4. Und da ich schon beim Thema Renovieren bin: Ein Teil von mir war sehr froh, als es im Wetterbericht hieß, dass in den nächsten Tagen Regen zu erwarten ist. Denn so kann doch wirklich niemand von mir erwarten, dass ich auf dem Balkon mit dem Abschleifen der Türen anfange. Immerhin habe ich inzwischen ein Stemmeisen gekauft, mit dem ich – wenn es so weit ist – hoffentlich die Türen aus den Angeln bekomme.

5. Wenn man mir die Wahl zwischen Auto- oder Fahrradfahren stellen würde, dann nähme ich immer das Auto. Bei der Wahl zwischen Fahrradfahren oder zu Fuß gehen würde ich zu Fuß gehen. Radfahren mag ich nur in der kontrollierten Umgebung eines Fitnesscenters – wobei ich ein solches seit Jahren nicht mehr von innen gesehen habe.

6. Während ich vor einigen Jahren noch mit großem Vergnügen regelmäßig stundenlang mit meinen Freundinnen telefoniert habe, fällt mir in den letzten Monaten auf, dass ich inzwischen nur ungern telefoniere. Das liegt vor allem daran, dass sich mein (und ihr) Lebensrhythmus sehr geändert hat. So fällt es mir schwer, einen Zeitpunkt zu finden, zu dem ich meine Freundinnen anrufen kann, ohne zu stören – und ihnen geht es genauso mit mir. Noch besser ist es mit meiner Mutter, die wirklich immer zur Katzenfütterungszeit um zwölf Uhr mittags anruft und mich als Erstes fragt, ob ich schon mit dem Füttern fertig bin.

7. Und noch etwas zum Thema „Stylish“: Ich trage seit 1995 eine Halskette mit einem Drachenanhänger und nehme sie nur in absoluten Notfällen ab. Seit 1999 habe ich immer die gleichen Ohrringe in den unteren Löchern meiner Ohrläppchen. Nur die beiden „Extralöcher“ auf der linken Seite wurden von mir eine Zeitlang noch mit verschiedenen Ohrringen bestückt. Dabei habe ich eine ganze Sammlung von Ohrringen, die mir zu sehr gefallen, um sie wegzugeben.

Ernst Solèr: Staub im Paradies

Dieses Buch habe ich im Rahmen des sechsten „SuB-Losverfahren“ von Kari gelesen – und ich muss zugeben, dass ich es nicht so schnell aus dem SuB befreit hätte, wenn mir nicht gerade dieser Roman zugelost worden wäre. Dabei weiß ich gar nicht, warum dieser Krimi solange auf dem SuB ruhte. Mit den Büchern vom Grafit-Verlag habe ich viele positive Erfahrungen gemacht und so dick war der Roman ja auch nicht, dass einen der Umfang vom Lesen abgeschreckt hätte.

„Staub im Paradies“ von Ernst Solèr führte mich gleich zweifach ins Ausland: Einmal konnte ich eine Mordermittlung im Zürich miterleben, auf der anderen Seite den Urlaub des Zürcher Kantonspolizisten Fred Staub. Dieser ist mit seiner Familie (Ehefrau, Sohn und Freundin des Sohnes) nach Sri Lanka geflogen, um seine Tochter Anna zu besuchen. Die junge Wissenschaftlerin lebt schon länger in diesem Inselstaat, weil sie in einer Forschungsstation arbeitet, und hat sich inzwischen dort nicht nur gut eingelebt, sondern mit Doktor Tschaggat auch einen einheimischen Arzt als Freund.

Während dieser Urlaub Fred Staub eigentlich mal eine Auszeit von seiner Arbeit als Polizist verschaffen soll, muss dieser kurz nach seiner Ankunft miterleben wie ein Kollege seiner Tochter erschossen wird. Das herbeigerufene Militär ist sich sicher, dass tamilische Rebellen hinter dem Anschlag stecken, doch Staub ist ebenso wie sein Kollege Verasinghe davon überzeugt, dass hinter diesem Mord mehr steckt. Abgesehen davon, dass das Vorgehen nicht dem der Rebellen entspricht, sind die tamilischen Kämpfer in diesem Teil Sri Lankas eigentlich nicht aktiv. So beginnt Fred Staub gemeinsam mit dem einheimischen Polizisten zu ermitteln.

Auch bei der Mordermittlung in Zürich besteht eine Verbindung nach Sri Lanka, da der Tote ein Tamile ist, der gerade erst in die Schweiz eingereist war. Dabei besteht für die Polizisten das größte Problem darin, dass es in Zürich eine große tamilische Gemeinde gibt, die nicht bereit ist bei den Ermittlungen zu kooperieren. Jeder Hinweise, den die Beamten erhalten, scheint nur noch mehr Fragen aufzuwerfen – umso willkommener ist es ihnen, dass sie mit Fred Staub jemanden haben, der in der Heimat des Ermordeten ein paar Erkundigungen anstellen kann.

Ich muss zugeben, dass die Krimihandlung zwar recht vielversprechend anfängt, aber so richtig glücklich war ich damit nicht. Ernst Solèr hat das Potenzial, das ihm die Handlung auf Sri Lanka und die Darstellung der tamilischen Gemeinschaft in der Schweiz geboten hat, leider nicht ausgenutzt – und das Ende war in meinen Augen etwas arg bemüht und für den Leser unbefriedigend. Trotzdem habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen, denn ich  mochte die Figuren und die Geschichte ist sehr leicht und humorvoll geschrieben.

Der Autor hat wirklich liebenswerte Charaktere geschaffen und ihm gelingt es schon mit kleinen Szenen die Persönlichkeit einer Figur dazustellen. Fred Staub zum Beispiel ist kein einfacher Mensch, er ist dickköpfig, hat seine ganz eigenen Ansichten und zeigt keinerlei Bereitschaft auf sein Umfeld einzugehen. Trotzdem wächst er einem dank seiner unbändigen Neugierde schnell ans Herz. Seine Familie ist ein wenig ungewöhnlich, die Ehefrau zeigt ein erstaunliches Verständnis für Staubs Marotten, der Sohn ist ein richtiger Looser und dessen neue Freundin zeigt manchmal mehr Energie und Engagement als angebracht zu sein scheint. Und die Polizistin Gret ist voller Leidenschaft für ihren Beruf, auch wenn sie gegen einen kleinen Flirt während einer Befragung nichts einzusetzen hat. Alles in allem fand ich die Charaktere stimmig und recht realistisch beschrieben, sie allen hatten Ecken und Kanten, was sie sympathisch machte.

Neben den Figuren liegt der zweite Schwerpunkt von „Staub im Paradies“ auf der Beschreibung Sri Lankas. Ernst Solèr hat vier Monate dort gelebt und man merkt schnell, wie sehr ihm Land und Leute ans Herz gewachsen sind. Trotz Hitze und Insekten (was mir beides so gar nicht liegt) hat der Autor bei mir Lust geweckt, die Landschaft mit eigenen Augen zu sehen und vielleicht auch einmal die Gastfreundschaft der Menschen zu erleben.

Dieser Roman ist übrigens der vierte Krimi rund um Fred Staub – und wenn mir einer der ersten drei Bände in die Hände fallen sollte, dann werde ich mir den bestimmt auch noch durchlesen. Wobei ich sagen kann, dass man auch ohne Vorkenntnis dieses Buch gut verstehen konnte und ich nicht das Gefühl hatte, ich würde was verpassen. Leider wird es aber keine weiteren Fortsetzungen dieser Reihe geben, da der Autor schon im Sommer 2008 verstorben ist und dieses Buch posthum veröffentlicht wurde.

Buchstapel

Ich sitze gerade am Schreibtisch und arbeite – und immer wieder wandert mein Blick vom Bildschirm weg und hin zu dem Buchstapel auf dem PC. Da liegt ein Teil der Romane/Manga, die ich in den letzten Tagen (naja, bei den drei unteren Büchern ist es schon länger her) gelesen habe, aber auch Hörspiele sind dahin gewandert und ein paar Bücher, die ich „bei der Hand“ haben will.

Einen Teil der Sachen könnte ich theoretisch gleich wegräumen. Aber mein „Übergangsregal“ ist schon wieder voll und ich habe keinen Lust wieder nach etwas Platz in einem der Umzugskartons (oder einen neuen leeren, heilen und stabilen Karton) zu suchen, damit ich die Bücher aus dem Regal im „Kartonzimmer“ (der zukünftigen Bibliothek) verstauen kann.

Andere Titel hingegen liegen da, weil ich eigentlich noch was dazu schreiben will (und ich erzähl jetzt nicht, dass im Büroschrank noch so ein Staple mit Büchern liegt). „Staub im Paradies“ zum Beispiel habe ich für Karis SuB-Losverfahren gelesen und deshalb muss ich dazu noch eine Rezi formulieren. „Die Gentlemen bitten zur Kasse“ (die sich unter dem obersten Buch verstecken) ist ein Filmhörspiel, zu dem ich noch etwas schreiben will, und ganz oben liegt der vierte Teil der „Einhorn-Chroniken“ – bei all den Suchanfragen zu dem Titel, lohnt sich ein Blogbeitrag dazu bestimmt …

Ohje, vielleicht sollte ich mich doch am Wochenende mal hinsetzen und wenigstens ein paar kurze Leseeindrücke bloggen, damit ich nicht demnächst mit einem dritten Stapel zu kämpfen habe, zu dem ich noch etwas schreiben will. Aber auf der anderen Seite gibt es doch immer so viel zu einem Buch zu sagen … 😉

Novella Carpenter: Meine kleine Cityfarm

Dieses Buch hat mich recht zwiegespalten hinterlassen, was ich im Nachhinein vor allem auf die Autorin schiebe. Denn so richtig sympathisch fand ich Novella Carpenter nach all den Details aus ihrem (Privat-)Leben nicht, auch wenn man in diese Buch ein paar tolle Anregungen finden kann und immer wieder über Ideen stolpert, die man doch auch selber in seinem kleinen Stadtgarten, auf seinem Balkon, einem Blumenkasten am Fenster oder auf der Verkehrsinsel vor der Tür durchführen könnte.

In „Meine kleine Cityfarm – Landlust zwischen Beton und Asphalt“ kann man Stück für Stück verfolgen, wie die Amerikanerin sich an immer größere Experimenten in Richtung Natur und Selbstversorgung wagt, während sie in einem eher heruntergekommenden Gebiet von Oakland (das liegt am östlichen Ufer der Bucht von San Fransciso) lebt. Dabei hat Novella – obwohl sie ihre Kindheit auf einer Farm verbracht hat, die von ihren idealistischen Hippie-Eltern als Selbstversorgerprojekt gestartet wurde – keinerlei Erfahrung mit Landwirtschaft. Und die Erzählungen ihrer Mutter über all die Nachteile des Landlebens, die Einsamkeit und die Herausforderungen, haben auch dazu geführt, dass die Autorin niemals so leben wollte. Trotzdem ist da dieser Wunsch nach selbstangebauten Lebensmitteln, danach zu wissen, woher die Dinge kommen, die man isst, und die Lust am Experimentieren.

Für mich war es auch spannend den Kontrast zwischen den ersten Eindrucken ihrer neuen Wohngegend und ihren Erfahrungen dort zu erleben. Anfangs traut sich Novella in dem Ghetto, in dem sie eine Wohnung gefunden haben, nachts nicht vor die Tür, weil die Nachbarschaft so bedrohlich wirkt. Später hingegen hat sie das Gefühl, dass sie ihre Nachbarn mit all ihren Eigenarten (ein Obdachloser, der Schrott auf der Straße sammelt, Jugendliche, die trotz Gangmitgliedschaft eben doch nur Kinder sind, eine exzentrische Gruppe, die sich einmal die Woche trifft und künstlerisch tätig ist) so gut kennt, dass sie sich problemlos dort bewegen kann.

In dieser Umgebung nehmen Novella und ihr Freund Bill eine Brachfläche neben ihrem Haus in Besitz und nutzen sie für ihre kleine Landwirtschaft. So bauen die beiden nicht nur Gemüse an, sondern halten auch Bienen, Geflügel, Kaninchen und später sogar Schweine und Ziegen. So schön und spannend ich es fand, durch Novellas Augen mitzuerleben, wie aus einer vermüllten Brachfläche ein grüner Garten entstand, der nicht nur genügend abwarf, um die Autorin und ihre Nachbarschaft zu ernähren, sondern auch um Gemüse an soziale Projekte zu spenden, so gab es doch auch so einige Aspekte, die mir nicht gefallen haben.

Novella Carpenter scheint dazu zu neigen, sich ohne gründliche Vorbereitung Tiere anzuschaffen – und dann über Bücher und Gleichgesinnte genügend Wissen zu sammeln, damit die Haltung auch funktioniert. Mich irritiert es, wenn jemand loszieht, um sich zwei Ferkel zu kaufen, und dann nicht einmal weiß, ob er eine Sau, einen Eber oder einen Kastraten mit nach Hause nimmt. Genauso wäre es für mich wichtig zu wissen, wie groß meine beiden Ferkel am Ende werden und ob ich ihnen dann immer noch ein artgerechtes Leben bieten kann. Ich hatte zwar am Ende nicht das Gefühl, dass es den Tieren nicht gutging, dafür hat die Autorin zuviel Energie und Erfindungsreichtum in die Haltung gesteckt, aber ich glaube, dass das auch damit zusammenhing, dass sie höllisch viel Glück hatte. Und ich mag es nicht, wenn eine gute Tierhaltung vor allem dank „Glück“ funktioniert.

Auch schreibt sie offen über die Probleme, die es zu Beispiel mit den Nachbarn gab. Da mussten diese damit leben, dass der Truthahn ständig in ihren Gärten auftauchte, und die entlaufenden Schweine wurden zu Verkehrsrisiken – und meine Fantasie ist dann doch zu lebhaft, als dass ich lässig über den Beinahunfall mit einem Bus hinweglesen kann. Auch wurden der Lärm und Gestank natürlich nicht von allen Nachbarn einfach so hingenommen … Die Futterbeschaffung war ebenfalls eine Herausforderung, denn Novella Carpenter hatte sich vorgenommen nichts zu kaufen, sondern die Tiere mit dem zu ernähren, was sie sammeln oder im Garten anbauen konnte. Also hat sie für das Geflügel in den städtischen Grünanlage Unkraut gezupft und die Schweine aus den Abfalltonnen ernährt, die sie Nacht für Nacht in Chinatown geplündert hat.

Schön fand ich hingegen die positiven Auswirkungen auf die Nachbarschaft. Nicht nur verteilte die City-Farmerin ihre Erzeugnisse freigiebig in der Nachbarschaft, sie ermöglichte es den Ghettokindern auch mal ein Kaninchen auf dem Arm zu halten oder ein Schwein beim Fressen zu beobachten. Und bei den asiatischen Nachbarn kam die Erinnerung an ihre Heimat auf, wo der Gemüseanbau und die Haltung von Kleintieren im städtischen Hinterhof einfach zum Leben dazu gehören.

Auch hat mich dieses Buch sehr nachdenklich gemacht. Seit dem Lesen gehe ich mit anderen Augen durch die Stadt, sehe Brachflächen zwischen den Häusern und fragte mich, ob man da nicht etwas anbauen könnte. Und in meinem kleinen Blumengarten (der immer noch überfüllt ist mit Pflanzen, die die Vormieter dort hinterlassen haben) suche ich inzwischen kleine Eckchen, in denen ich vielleicht etwas Gemüse anbauen könnte. Es würde bei mir vermutlich nicht so einfach gedeihen, wie im sonnigen Kalifornien, aber eine frisch geerntete selbstgezogene Gurke schmeckt doch deutlich besser als eine, die schon einige Wegstunden hinter sich gebracht hat oder gar einen Aufenthalt im Supermarktkühlhaus erlebte. Noch habe ich Hemmungen die gesunden Blumen auszurupfen und auch der Schweinehund, der sich sicher ist, dass so ein Nutzgartenanteil doch noch mehr Arbeit macht, muckt, aber los lässt mich der Gedanke an mein eigenes Gemüse seit dem Lesen von „Meine kleine Cityfarm“ nicht.

Sonnenkatzen und Rhabarber

Wenn man in diesem Haus beim Saubermachen kurz etwas auf der Fensterbank ablegt, dann kann man davon ausgehen, dass es kurz darauf von einer Katze besetzt wird. Aber bei einem solch königlichen Blick kann man Christie kaum böse sein, dass sie die Sonnenstrahlen lieber auf einer Hose liegend genießen will.

Baltimore hingegen tut lieber so, als ob er sich schon totgespielt hätte. Doch ich kann berichten, dass das alles nur Show ist. Der Kater sah einen Sonnenfleck, warf sich hin und musste dann halt damit leben, dass seine Pfote in dem Kratzbrett landete.

Ansonsten habe ich mich am Samstag freudig im Supermarkt auf ein paar Rhabarberstangen gestürzt. Ich habe seit Monaten Lust darauf und nie welche gefunden. So war es mir dann egal, wo diese Rhabarberstangen um diese Jahreszeit vielleicht herkommen, ich musste sie haben. Blöderweise war es das erste Mal, dass ich Rhabarberkompott gekocht habe, seitdem wir die Induktionsplatte nutzen. Ich bin nur kurz aus der Küche gegangen, während der Topf mit dem Rhabarber auf Stufe 1 noch etwas köcheln sollte, damit das nicht mehr so flüssig ist. Und mein Mann ging auch sofort in die Küche, als wir bemerkten, dass am PC eine Aufgabe auf mich wartete – und trotz dieser kurzen Zeit ohne Beobachtung waren seltsame Sachen vorgegangen.

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich es geschafft, so etwas wie „Rhabarber-Karamell“ zu produzieren. Wenn ich mal wirklich Karamell machen will, dann klappt das übrigens nicht so gut! Das Ganze ist immer noch essbar, wenn auch sehr … gewöhnungsbedürftig. Es schmeckt wie Karamell, hat aber eindeutig die Säure und das Aroma von Rhabarber – und wenn wir heute Abend die zweite Portion hinter uns gebracht haben, dann muss ich dieses Experiment auch auf gar keinen Fall wiederholen. 😉

K. L. Going: Voll daneben (Ein unmöglicher Roman)

„Voll daneben“ von K. L. Going habe ich schon vor einiger Zeit gelesen und den Roman so gut in Erinnerung behalten, dass ich doch noch einen Blogbeitrag dazu schreiben will. Für mich war das Jugendbuch an einem Nachmittag zu lesen, die Geschichte ist nicht so anspruchsvoll und stellenweise sogar vorhersehbar, aber trotzdem hat es mir sehr gut gefallen und mich bei manchen Szenen sehr nachdenklich gemacht.

Die Hauptfigur Liam Geller scheint ein beneidenswertes Leben zu führen. Er kommt aus reichem Haus, sieht gut aus und ist sportlich. Seine Mutter Sarah war mal ein weltbekanntes Model, während sein Vater Allan ein Geschäftsmann ist, der einfach immer Erfolg hat. Schon als kleines Kind hat Liam alles dafür getan, dass seine Eltern stolz auf ihn sind. Doch so richtig hat das nie geklappt. Höhepunkt von Liams Verfehlungen ist der Tag, an dem der Junge von seinem Vater dabei erwischt wird, wie er volltrunken versucht einer Mitschülerin auf dem väterlichen Schreibtisch näher zu kommen. Beide Beteiligten sind so gut wie nackt – und die ganze Situation gibt genügend Anlass zum Fremdscham. Und trotzdem schwingt schon bei dieser ersten Szenen mit, dass Liam nicht einfach ein verantwortungsloser reicher Junge ist, sondern dass hinter seinem Benehmen deutlich mehr steckt.

Für seinen Vater Allan hingegen ist dies der Tropfen, der das Fass überlaufen lässt, und so setzt er seinen Sohn vor die Tür. Während Liam keine Ahnung hat, was nun aus ihm werden soll, organisiert seine Mutter eine Unterkunft bei Liams Onkel Pete. Pete ist der ältere Bruder von Allan Geller und wurde schon vor langer Zeit von seiner Familie geächtet. Denn Pete ist – zum großen Entsetzen seiner konservativen Familie – nicht nur schwul, sondern auch Mitglied einer Glamrock-Band. Auch Liam hat Probleme mit der Lebensweise seines Onkels, den er immer nur „Tante Pete“ nennt. Denn dieser wohnt nicht nur in einem Wohnwagenanlage und lebt vor allem für seine Musik, sondern hat auch drei sehr gute Freunde, die sich von nun an ebenfalls in Liams Leben einmischen.

Für Liam scheint es nur einen Ausweg aus dem Wohnwagenpark in dem kleinen Ort Pineville zu geben: Er muss es endlich schaffen, der Sohn zu werden, auf den sein Vater stolz sein kann. Blöderweise denkt Liam, dass es hilfreich wäre, wenn er sich ein Streberimage zulegen und mit den „richtige“ Leuten anfreunden würde. Er tut alles, um seine Leidenschaft für Mode und Markenlabels zu unterdrücken und hofft, dass niemand herausfindet, dass er quasi neben seiner Mutter auf dem Laufsteg aufgewachsen ist. Doch natürlich kommt es immer wieder zu Situationen, in denen er deutlich cooler ist als er sein möchte und in denen er sein Auge für Mode und Schnitte nicht verleugnen kann.

Die Autorin erzählt Liams Geschichte einmal in der Gegenwart, wo man all seine Bemühungen und all seine Gedanken verfolgen kann, und dann gibt es noch – häufig am Kapitelanfang – Kindheitserinnerung, die Liams Familienverhältnisse beleuchten und zeigen, welche Situationen seinen Charakter geformt haben. Ich fand das Buch sowohl witzig, als auch schon fast schmerzlich zu lesen. Abgesehen von einem – allerdings erstaunlich wenig unangenehmen – Fremdscham-Teil, ist es sehr anrührend wie sehr der Junge um die Anerkennung seines Vaters kämpft. Dass dieser Mann das Problem ist und nicht Liams Begabungen und Talente, steht für einen sehr schnell fest, aber gerade deshalb ist es so berührend, dass Liam nicht in der Lage ist seine eigenen Stärken zu sehen und zu akzeptieren.

Es ist K. L. Going gelungen Liam, seinen Onkel Pete und das ganze Umfeld in der kleinen Stadt Pineville so sympathisch darzustellen, dass die Geschichte an keiner Stelle langweilig wird. Obwohl einige Hintergründe „jugendgerecht“ – und somit für viele erwachsene Leser etwas offensichtlich gestaltet sind (Warum trauen Verlage und Autoren eigentlich Jugendlichen häufig so wenig zu?) -, ist die Geschichte so witzig und spannend, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen mochte. Zum Teil mochte ich nicht so recht glauben, dass ein Handlungsstrang wirklich so enden würde, wie ich es vorhersehen konnte und so schwankte ich beim Lesen zwischen Hoffen und Bangen und musste doch immer wieder laut auflachen, weil einige Situationen so absurd waren.

Natürlich kommt dieses Jugendbuch nicht ohne eine „Botschaft“ aus, aber diese ist in „Voll daneben“ so amüsant und mitreißend verpackt, dass ich damit gut leben konnte. Die Geschichte bringt auch den erwachsenen Leser dazu mal über sich und sein Leben nachzudenken. Zu überlegen, wie weit man sich doch oft den Erwartungen anderer beugt, statt seinen eigenen Wünschen und Träumen nachzugehen.

SuB-Zuwachs im März

Nachdem wir gestern den PC wieder zum Laufen gebracht haben, kann ich euch heute auch die (ebenfalls gestern) eingetroffenen Neuzugänge für meinen SuB zeigen. Und wieder gilt mein 2011-Vorhaben, so dass die Bücher bis zum 26. April gelesen sein sollten – auch wenn ich dafür erst einmal einen Großteil der Februar-Lieferung abarbeiten muss. Aber noch bin ich hoffnungsvoll, dass ich das bis Ende März erledigt bekomme. 😉

1. A.S. King: Please don’t hate me (Das habe ich schon auf so einigen Blogs gesehen, habe mir aber trotzdem noch meine Neugierde auf die Geschichte erhalten können.)
2. W. Freund: Falsches Spiel in Silver City (Als Kind habe ich Geschichten geliebt, die im Wilden Westen spielten – und so habe ich ganz persönliche und sentimentale Erwartungen an dieses Buch.)
3. Matthew Sturges: Midwinter (Ich bin immer noch auf der Suche nach einem Fantasyautor, der mich so begeistert wie die Autoren, die ich früher so gern gelesen habe.)
4. Ava McCarthy: Der Todeskurier (Der erste Teil, „Passwort: Henrietta“, hatte mir viel Spaß gemacht und ich hoffe, die Autorin kann in dieser Fortsetzung das Niveau halten.)
5. Lucie Flebbe: Fliege machen (Der dritte Krimi rund um Lila Ziegler – mal gucken, ob mich der ebenso gut unterhält wie die ersten beiden Teile.)
6. Brendan Halpin: Song about you (Irgendwie machen mich die Musikbezüge im Klappentext immer an, wenn ich Bücher von dem Autor im Katalog sehe.)
7. Hiromi Kawakami/Jiro Taniguchi: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß (Erster Band einer zweiteiligen japanischen Graphic Novel, eine leise Liebesgeschichte mit schönen Zeichnungen.)

PC-Probleme

Da wir gerade PC-Probleme haben und die nächsten Folgen „Kapitelweise“ nun auf der Festplatte eines PCs ruhen, der sich zur Zeit nicht hochfahren lässt, setze ich damit für diese Woche aus.

Ich bin mir sicher, dass wir das Problem in den nächsten Tagen in den Griff bekommen!

Matthew Pearl: Das letzte Kapitel

Bei der „Klappentextfrage“ hatte ich euch ja gefragt, was ihr bei der Inhaltsangabe von „Das letzte Kapitel“ erwarten würdet, und insgesamt ging die Tendenz bei euren Antworten schon zu einem spannenden historischen Krimi/Thriller. Während Natira sogar so verwegen war und übernatürliche Elemente in die Diskussion warf, meinten Soleil und Ailis, dass zumindest etwas Grusel zu erwarten sei. Ich persönlich hatte übrigens einfach nur einen schlichten historischen Bostoner Kriminalroman – vielleicht mit einem Hauch „Jack the Ripper“ von der Stimmung her – erwartet, obwohl der Klappentext schrecklich reißerisch formuliert ist.

Umso erstaunter war ich, dass ich mich beim ersten Kapitel in Indien wiederfand, wo zwei junge britische Polizisten (Turner und Mason) sich auf „Räuberjagd“ befanden. Erst das zweite Kapitel brachte mich nach Boston, wo ich erleben musste, wie ein junger Mann mit einem Bündel Seiten in den Händen verwirrt durch die Straßen wankt, während er von einer unheimlichen Gestalt mit einem auffälligen Gehstock verfolgt wurde. Und nein, es handelte sich bei dem jungen Mann nicht um Sylvanus Bendall, sondern um den Büroboten Daniel, der im Auftrag des Verlegers Osgood unterwegs war. Daniel stirbt und die Manuskriptseiten, die er am Hafen abgeholt hatte, verschwinden. Doch nach dieser fesselnden Szene beginnt für den Leser kein spannender Kriminalroman, stattdessen durfte ich fast die Hälfte des Buches hinter mich bringen, bis wieder ein wenig Spannung bei mir aufkam.

Denn trotz der Krimielemente ist dieses Buch vor allem eine Hommage an den Schriftsteller Charles Dickens, die Matthew Pearl mit vielen Details über sein Leben und die Zeit, in der er lebte, ausschmückte. So wird die Geschichte in drei Handlungssträngen erzählt. Einmal erlebt man aus der Perspektive des Verlegers Osgood, wie die Verlagswelt im Jahr 1870 in Amerika aussah, welche Rechtsprobleme es bei Büchern ausländischer Autoren gab und wie wichtig es für das Verlagshaus Fields, Osgood & Co. war, die letzten Seiten, die Dickens geschrieben hatte, in die Hände zu bekommen. Dieser Teil ist unterhaltsam und für jeden Buchliebhaber interessant – und wird von Matthew Pearl auch gleich als Aufruf an die Verlagswelt genutzt, dass Qualität und eine anständige Behandlung der Autoren wichtiger sind als das schnelle Geld.

Der zweite Erzählstrang dreht sich um Charles Dickens’ letzte Reise nach Amerika, um seine Erlebnisse dort – sehr faszinierend, was für ein Kult damals um den Autor betrieben wurde –, seine Person und sein Umfeld. Der dritte Teil spielt in Indien, und auch wenn man das anfangs nicht vermutet, so lernt man hier Charles Dickens’ Sohn Frank kennen. Während die ersten beiden Handlungsstränge mir ein paar neue Erkenntnisse über die Zeit, über Charles Dickens und über das Verlegerhandwerk im Jahr 1870 gebracht haben, hatte ich bei den Indien-Passagen immer ein großes Fragezeichen im Gesicht, weil ich den Teil lange nicht mit der restlichen Geschichte in Verbindung bringen konnte. Und ganz ehrlich, für die dünne Verknüpfung, die sich dann am Ende ergibt, hätte man diesen Part nicht in das Buch einbringen müssen.

Abgelenkt durch das Indienkapitel am Anfang und weil ich einen Krimi erwartete, brauchte ich ziemlich lange, bis ich in das Buch reingefunden hatte. Erst als ich das Ganze als historischen Roman rund um Dickens akzeptierte und nicht länger einen spannenden Krimi, der mit realen historischen Elementen spielt, erwartete, konnte ich mich mehr auf die Geschichte einlassen. Matthew Pearl hat mir beim Lesen das Gefühl gegeben, dass er sehr sorgfältig recherchiert hat und dass seine Darstellungen von Boston und England und den damaligen Lebensumstände sehr realistisch sind. Das hat mir – ebenso wie die Figur des Verlegers Osgood – sehr gut gefallen, war aber nicht besonders mitreißend geschrieben.

Auch die ständigen Zeitsprünge zu Dickens‘ Lesereise durch Amerika oder die Abschweifungen auf die Ereignisse in Indien haben bei mir nicht die Neugierde angefacht, sondern mir eher das Gefühl verliehen, dass die Handlung einfach schlecht konzipiert ist. Trotz des Rätsels um Charles Dickens’ letzten Roman fehlten mir einfach die kleinen, raffinierten Elemente, mit denen ein guter Autor die Spannung beim Leser hält und dafür sorgt, dass man das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen kann. Erst ganz am Schluss gibt es einen etwas rasanteren Showdown, doch so ganz konnte mich der nicht für die ausschweifige Erzählweise entschädigen.

Als Hommage an Dickens und an seinen unvollendeten Roman „Das Geheimnis des Edwin Drood“, ebenso wie an die integren amerikanischen Verleger, die ein Buch als Gesamtkunstwerk verstehen und nicht als Ramschware, ist „Das letzte Kapitel“ eine faszinierende – wenn auch etwas langatmige – Lektüre, doch dann hätte man auf so einige Passagen (zum Beispiel die Handlung in Indien) verzichten können. Als Kriminalroman hingegen würde ich dieses Buch eher nicht bezeichnen …