Alle Artikel von Konstanze

April-SuB 2019

Eigentlich sollte der März ja der „erholsame“ Monat vor dem stressigen April werden, stattdessen war der März arbeits-, termin- und handwerkerreich und beinhaltete für mein Gefühl viel zu wenig Lese- und Erholungsstunden. Mal schauen, ob sich das im April umdreht und ich – trotz der verplanten Wochenenden, den verschiedenen (Übernachtungs-)Besucherinnen und den schon stehenden Termine – mehr Zeit zum Lesen (und Bloggen) finde, als ich momentan denke. Ich vermisse momentan das längere Lesen am Stück und frage mich auch, ob ich noch vor dem Jahrestag des Blogumzugs es endlich auf die Reihe bekomme, all die alten Beiträge mal wieder mit Fotos zu versehen und vom Format her anzupassen. 😉

Immerhin bestehen 90% der April-Termine aus Verabredungen mit Menschen, auf die ich mich freue, was bedeutet, dass ich in diesem Monat auch ohne ungestörte Lese- und Blogzeit ziemlich viele schöne Momente erleben werde. 🙂

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Sophie Anderson: The House with Chicken Legs
  4. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  5. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (The Jumbies 2)
  6. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  7. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  8. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  9. Aliette de Bodard: In the Vanishers‘ Palace
  10. Lila Bowen: Wake of Vultures (Shadow Series 1)
  11. Rhys Bowen: Royal Flush (Royal Spyness 3)
  12. Rhys Bowen: Royal Blood (Royal Spyness 4)
  13. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  14. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  16. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  17. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  19. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  20. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  21. Patricia Briggs: River Marked (Mercy Thompson 6)
  22. Patricia Briggs: Frost Burned (Mercy Thompson 7)
  23. Patricia Briggs: Night Broken (Mercy Thompson 8)
  24. Patricia Briggs: Fire Touched (Mercy Thompson 9)
  25. Patricia Briggs: Silence Fallen (Mercy Thompson 10)
  26. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  27. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  28. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  29. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  30. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  31. Vivien Chien: Death by Dumpling
  32. Zen Cho: Sorcerer to the Crown
  33. Roshani Chokshi: Aru Shah and the End of Time
  34. Deborah Crombie: Beklage deine Sünden (Kincaid und James 17)
  35. Sayantani Dasgupta: The Serpent’s Secret (Kiranmala and the Kingdom Beyond 1)
  36. Louise Erdrich: The Birchbark House
  37. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  38. Jasmine Gower: Moonshine
  39. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  40. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  41. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  42. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 3)
  43. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  44. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  45. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  46. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  47. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  48. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  49. Rachel Hartman: Seraphina
  50. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  51. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  52. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  53. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  54. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  55. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  56. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  57. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  58. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  59. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  60. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  61. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  62. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  63. Diana Wynne Jones: Power of Three
  64. Diana Wynne Jones: The Game
  65. Diana Wynne Jones: The Time of the Ghost
  66. Diana Wynne Jones: Eight Days of Luke
  67. Celine Kiernan: Geisterpfade
  68. Celine Kiernan: Königspfade
  69. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  70. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  71. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  72. Kelly McCullough: Der Schwur der Klinge
  73. Kelly McCullough: Magic, Madness, and Mischief
  74. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  75. Seanan McGuire: This Ain’t Witchcraft (InCryptid 8)
  76. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  77. Seanan McGuire: Deadlands – Boneyard
  78. Kelly Meding: Stray Magic
  79. Kelly Meding: Stray Moon
  80. Kate Milford: The Boneshaker
  81. Jill Murphy: Dumplin‘ – Go big or go home
  82. Bishop O’Connell: The Stolen
  83. Ellen Oh und Elsie Chapman (Hrsg.): A Thousand Beginnings and Endings (Anthologie)
  84. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  85. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  86. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  87. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  88. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  89. Sarah Prineas: The Lost Books – The Scroll of Kings
  90. Riley Redgate: Noteworthy
  91. Philip Reeve: Larklight
  92. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  93. John Scalzi: Fuzzy Nation
  94. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  95. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  96. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  97. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  98. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  99. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  100. Charles den Tex: Die Zelle
  101. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  102. Sarah Tolcser: Song of the Current
  103. Tiffany Trent: Unnaturalist
  104. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  105. Catherynne M. Valente: The Refrigerator Monologues
  106. Catherynne M. Valente: Space Opera
  107. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  108. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  109. Xinran: Gerettete Wort
  110. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

105 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Beate Sauer: Echo der Toten (Friederike Matthée 1)

„Echo der Toten“ von Beate Sauer ist der erste Kriminalroman rund um Friederike Matthée, die im Jahr 1947 als Polizeiassistentenanwärterin arbeitet. Erst seit wenigen Monaten ist die junge Frau bei der Kölner Polizei, und inzwischen ist ihre Vorgesetzte zu dem Entschluss gelangt, dass Friederike zu weichherzig für diese Arbeit ist. Eine letzte Chance bekommt sie, als der britische Militärpolizist Lieutenant Richard Davies um Unterstützung durch die Weibliche Polizei bittet, um einen Sechsjährigen zu befragen, der einen Mord beobachtet hat. Opfer dieses Mordes ist der Alteisen- und Schwarzmarkthändler Jupp Küppers, und obwohl der Mann illegalen Geschäften nachging und sich damit nicht nur Freunde gemacht haben konnte, finden Richard und Friederike anfangs niemanden, der ein Motiv haben könnte.

Ich mochte sehr, wie Beate Sauer in diesem Kriminalroman die Ermittlungen rund um den Mordfall mit den Beschreibungen des Lebens in Deutschland (bzw. in Köln und der Eifel) im Januar 1947 verknüpfte. Der Leser bekommt durch den Fall, der Friederike und ihren Vorgesetzten durch verschiedene Gesellschaftsschichten führt, einen vielseitigen Einblick in unterschiedliche Lebensgeschichten und Schicksale. Immer wieder kommt bei den beiden Polizisten die Frage auf, was die jeweilige Person, die gerade befragt wird, während des Krieges gemacht hat und welche privaten und politischen Entscheidungen sie wohl gefällt haben mag. Mir gefiel es, wie die Autorin die verschiedenen Schattierungen von Angst, bewusstem Wegsehen, Schuld und Verbrechen dargestellt hat und wie vielseitig und menschlich die Charaktere sind, die in der Geschichte vorkommen. Nur selten gibt es eine Figur, die man in eine Schublade stecken kann. Stattdessen zeigt Beate Sauer die vielen kleinen und großen Entscheidungen und Erlebnisse, die einen einzelnen Menschen formen und mit denen er für den Rest seines Lebens fertig werden muss.

So fand ich den Kriminalfall an sich zwar interessant und solide konstruiert, aber es waren vor allem die Figuren und die Darstellung der Lebensumstände, die dafür gesorgt haben, dass ich den Roman zügig gelesen habe. Allerdings reizten mich die Nebenfiguren fast mehr als die beiden Protagonisten, weil Friederike und Richard zwar grundsätzlich sympatisch und vielschichtig dargestellt wurden, aber eben auch in gewisser Weise zu den „Guten“ gehören mussten, damit sie als Hauptfiguren fungieren können. Friederike ist eigentlich eine Künstlerin, die behütet aufwuchs und sich nun vorwirft, dass sie die Augen vor den Verbrechen der Nazis verschlossen hat. Richard hingegen schwankt zwischen Mitgefühl mit den leidenden Deutschen und Hass auf die Menschen, die zugelassen haben, dass die Nazis an die Regierung kamen und ihre Gräueltaten ungehindert verüben konnten.

Beide Figuren sind stimmig ausgearbeitet, bieten aber weniger überraschende Elemente als die vielen verschiedenen Charaktere, denen sie im Laufe ihrer Ermittlungen begegnen. Trotzdem habe ich ihre Perspektive gern verfolgt und gerade bei Friederike war es immer wieder schön zu beobachten, wie sie von ihrer Neugier getrieben auch mal die Ermittlungen in die eigene Hand nahm (nicht, dass ihr das zugestanden hätte) und Details herausfand, die ein wichtiges Element zum Gesamtpuzzle hinzufügten. Einzig die zwischen den beiden Figuren aufkeimende Beziehung hätte es für mich wirklich nicht gebraucht, obwohl ich zugeben muss, dass die Autorin sich hier sehr zurückgehalten hat und man das Ganze für den Großteil des Romans als beginnende Freundschaft und Respekt gegenüber einem Kollegen lesen könnte. Letzteres hätte mir auch vollkommen gereicht, weil ich dieser Paarbildung in Kriminalromanen ebenso müde bin wie des problembelasteten (skandinavischen) Ermittlers. Die „Problembelastung“ von Friederike und Richard finde ich hier hingegen gut gemacht, da angesichts der Zeit und des Ortes, an dem die Geschichte spielt, alles andere unglaubwürdig gewesen wäre. Insgesamt hat mir der Roman so gut gefallen, dass ich neugierig auf den zweiten Band rund um Friederike bin.

Die vergangene Woche …

… war überraschend anstrengend und frustierend. Was sich seltsam anfühlt, wenn ich überlege, dass ich mich am Lese-Sonntag noch darüber gefreut hatte, dass endlich mal wieder eine Woche ohne Termine vor mir lag. Aber die Arbeit geht mir gerade nicht so gut von der Hand (ich möchte zur Zeit am liebsten den ganzen Tag schlafen, was nicht hilfreich ist, wenn man sich konzentrieren will) und Christie fraß von Tag zu Tag schlechter, so dass es am Donnerstag zum Tierarzt ging. Sie hat (hoffentlich) nur eine entzündete Bauchspeicheldrüse und da können wir nur abwarten, dass die Entzündung dank der verabreichten Medikamente abklingt. Dummerweise scheint das Futter, das sie trotz Futtermittelallergie gut fressen kann und normalerweise auch mag, nicht gerade ideal bei Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen zu sein. Aber da sie das gerade sowieso nicht frisst, ist das auch egal (auch wenn das vermutlich bedeutet, dass demnächst die Suche nach einem Futter, das sie verträgt und frisst – letzteres ist fast die größere Herausforderung – wieder von vorne losgeht). Stattdessen päppeln wir sie gerade mit Naturjoghurt und sind froh über jeden Teelöffel, den sie davon zu sich nimmt.

Immerhin habe ich an den letzten Abenden wieder etwas mehr gelesen – in der Beziehung hat der Lese-Sonntag, den ich mit Aral dem Königsmörder verbracht habe, wirklich geholfen. 😉 Wobei ich nicht nur meine Nase in die Welt der Klingen von Namara gesteckt habe, sondern auch „Tell me of a Girl“ von L. H. Johnson und „Todgeweiht“ von Nicolet Steemers beendet habe. Bei „Tell me of a Girl“ weiß ich nicht so recht, was ich davon halten soll, denn auf der einen Seite finde ich die Aspekte, die die Autorin bei ihrer Neuerzählung von „Der geheime Garten“ anders betont hat, und auch ihre Erzählweise sehr schön. Auf der anderen Seite frage ich mich, ob die Geschichte so für sich funktionieren kann oder ob es die Vertrautheit mit dem Original benötigt, um die kleinen Änderungen in der Perspektive zu würdigen. „Todgeweiht“ hingegen hat mich regelrecht geärgert, da das Buch als „Krimi“ vom Verlag belabelt wurde, aber einfach keiner war. Stattdessen habe ich mich durch ein vorhersehbares Familiendrama mit durchgehend unsympathischen Figuren gequält und am Ende immer mehr Passagen quergelesen, weil ich den Roman eigentlich nur beendete, um herauszufinden, ob sich darin doch noch irgendwo eine Spur von Krimi befand.

Dafür habe ich inzwischen „Echo der Toten“ von Beate Sauer angefangen und da mir die ersten vier Kapitel dieses Krimis, der im Jahr 1947 in Köln und der Eifel spielt, gut gefallen haben, freue ich mich schon darauf, dass ich die Geschichte heute Abend weiterlesen kann. Ansonsten bleibt mir noch eine Woche, um alle angefangenen dringenden Arbeiten zu beenden und die Wohnung so weit aufzuräumen und zu putzen, dass ich Besuch reinlassen mag, und dann beginnt auch schon der April …

Christie-Fotos

Da es mir so selten gelingt mal ein paar niedliche Fotos von Christie zu schießen, gibt es hier einen Extrabeitrag für die Bilder, die ich am Sonntag von ihr gemacht und nicht gleich verwendet habe.

Der ans Fenster schlagende Regen klang wohl sehr interessant, so dass ich sie endlich mal wieder mit gespitzten Ohren erwischen konnte.

Als nächstes musste sie dann schauen, ob ich irgendwie beunruhigt wegen der Geräusche war – kurz vorher konnte man ihr ganz genau die Überlegung ansehen, ob sie nun aufspringen und nachschauen sollte oder nicht. *g*

Da wurde ihr dann bewusst, dass ich eine Kamera in der Hand hatte und das gefällt ihr ja so gar nicht – weshalb es die Fotos hier nicht zu sehen gibt, die ich in den folgenden Minuten gemacht habe. Mieselige Gesichter gibt es von Christie hier schon genug zu sehen. 😉

Wenig später ist sie dann erschöpft eingeschlafen. Da macht sich ihr Alter dann doch mal deutlicher bemerkbar. Früher hätte Christie niemals so tief geschlafen, dass sie nicht mitbekommen hätte, dass ich schon wieder die Kamera starte …

 

Lese-Sonntag März 2019

Zwischen meinem Beitrag vom vergangenen Sonntag und dem gestrigen Abend hatte ich in meiner Freizeit gerade mal 25 Seiten in „Tell me of a Girl“ von L. H. Johnson gelesen. Die Geschichte, die nicht mehr als 160 Seiten umfasst, ist eine Neuerzählung von „Der geheime Garten“ und bislang mag ich die modernere (etwas poetischere) Erzählweise. Da mir die Handlung vertraut ist, hatte ich nicht das Gefühl, ich würde groß etwas verpassen, wenn ich das Buch nach ein paar Seiten aus der Hand lege. Ansonsten haben mein Mann und ich die Abende in der vergangenen Woche vor allem mit Netflix („The Big Family Cooking Showdown“ und „Brooklyn 99“) verbracht, weil wir beide so müde waren. Gestern Abend war ich dann so frustriert, weil es gerade nicht mir mir und dem Lesen klappte, dass ich weitere Bücher aus dem Regal zog. Dieses Mal ein Reihenanfang auf Deutsch, den ich schon mal gelesen hatte und den ich eh lesen wollte, bevor ich die Fortsetzungen vom SuB fische. Mit „Die zerborstene Klinge“ von Kelly McCullough klappte es dann gestern auch ganz gut, weshalb ich damit heute vermutlich weitermachen werde. Da unsere Nachmittags-Brettspielrunde ausfällt, kann ich theoretisch den heutige Tag durchgehend lesen. Mal schauen, wie viel Zeit ich wirklich damit verbringen werde. 😉

Update 10:45 Uhr:

Bislang habe ich vor allem im Internet gelesen, den Feedreader hatte ich nämlich in der vergangenen Woche auch nicht geleert und bevor sich da noch mehr Beiträge ansammelten, habe ich lieber eine Blog- und Kommentarrunde gedreht. 😉 Außerdem habe ich gefrühstückt (Porridge mit Zimt und Apfelmus) und nebenbei endlich einen Weg gefunden, wie ich meine in den letzten Monaten gekauften Hörbücher runterladen konnte (da gab es eine Systemumstellung und während der Umstellung bin ich gemeinsam mit dem Servicepersonal daran verzweifelt und hatte es in den letzten Wochen endgültig aufgegeben). Jetzt hängt also der mp3-Player voller neuer Hörbücher am Netz und wenn er wieder genug Saft hat, kann ich ihn zu meiner heutigen Abwaschrunde mitnehmen. Ich weiß nur noch nicht, welches Hörbuch ich anfange, denn ich habe (mal wieder) sehr viele unterschiedliche Titel zur Auswahl. Bis es aber mit dem Katzenfüttern-Abwaschen-Aufräumen losgeht, habe ich noch eine gute Stunde, um doch mal meine Nase ins Buch zu stecken.

Update 14:00 Uhr

Da es sich Christie auf mir bequem gemacht hatte, habe ich nach dem letzten Update nur den Reader greifen können und deshalb mit „Tell me of a Girl“ weitergemacht. So groß ist der Unterschied zwischen den Original und dieser Variante von „Der geheime Garten“ eigentlich nicht, aber die Autorin rafft einige Elemente und nimmt sich dafür mehr Zeit für Zwischentöne, die Frances H. Burnett nicht in ihrer Geschichte eingebaut hatte. So beschreibt sie das Verhältnis zwischen Mary und Ben Weatherstaff nach ihrem ersten Treffen folgendermaßen: „And after that, they were friends – or at least, they were almost friends who were trying to work out each other, but who were convinced of the effort of doing so.“ Außerdem bekam ich den Vormittag über per Twitter lauter niedliche Bilder von einer roten Flauschkatze zugeschickt und Geschichten erzählt und ich muss zugeben, dass mich das ein wenig vom Lesen ablenkte. Roten Katzen kann ich einfach nicht widerstehen. 😉

Zur Abwaschrunde habe ich mit „Mittendurch statt drüber weg“ von Peer Bergholter und Jochen Müller angefangen, das ich mir aufgrund der Rezension von Neyasha vor einiger Zeit besorgt hatte. Bislang habe ich erzählt bekommen, wie so die beiden sich auf die Reise durch die Welt gemacht haben, wie sie anfangs in geradezu luxuriöser Weise durchs Baltikum hetzten und inzwischen St. Petersburg und Moskow hinter sich gebracht haben. Nach dem Erlebnissen in Moskow bin ich gespannt, wie es mit ihnen weiter geht, trotzdem werde ich nach einer kleinen Blogrunde erst einmal mit meinem Mann eine Folge „Umbrella Academy“ schauen – dazu kommen wir gerade nur am Wochenende, weil ich die Serie (wenn wir sie abends schauen) mit in meine Träume nehme und das weniger angenehm ist.

Update 18:00 Uhr

Heute Nachmittag haben wir nicht nur eine Folge „Umbrella Academy“ gesehen, sondern auch die erste Folge („Sonny’s Edge“ nach einer Kurzgeschichte von Peter F. Hamilton) von „Love, Death + Robots“ gesehen. Das ist eine Netflix-Serie mit kurzen nicht zueinander gehörenden Episoden, von denen drei (von insgesamt achtzehn) auf Kurzgeschichten von John Scalzi basieren. Ich muss gestehen, dass mir die erste Folge nicht so gut gefiel, aber grundsätzlich finde ich das Konzept (Kurzgeschichten/Kurzfilme, die ein Hauptthema vereint und von unterschiedlichen Autoren stammen und anscheinend in unterschiedlicher Weise erzählt werden) interessant. Halt auch nicht anders als eine Anthologie, wo man auch nie weiß, was einen bei der nächsten Geschichte erwartet und ob einem die Texte gefallen, die von Autoren sind, die man noch nicht kennt.

Außerdem habe ich beim Schauen meinen aktuellen Socken aufgeribbelt … zum dritten Mal … was ich echt lästig finde. Ich weiß nicht mehr, woher ich die Wolle habe (ich habe vor kurzem noch einen vergessenen Wollvorat gefunden), aber die Lauflänge eines Knäuels reicht nicht für einen normalen Socken für meinen Mann, wie ich herausfinden musste, nachdem ich den ersten Socken fast fertig hatte. Also hatte ich beim zweiten Versuch an der Spitze angefangen und wollte dann den Schaft einfach so lange stricken, bis die Wolle zuende ist, aber ich stricke wirklich ungern von der Spitze aus einen Socken. Weshalb ich beim dritten Versuch etwas experimentiert habe und damit war ich dann auch nicht zufrieden – und nun habe ich beschlossen, dass ich die Wolle mit einem Rest Grau strecke und einfach noch mal ganz normal von vorne anfange. So prickelnd findet mein Mann den Gedanken an Ringelsocken zwar nicht, aber damit muss er leben. Immerhin hat das Rot genau den Himbeerton, den er für seine Socken so mag.

Mit „Die zerborstene Klinge“ habe ich auch weitergemacht. Immer wieder faszinierend, dass ich zwar beim Lesen ein Problem mit dem Alkoholismus des Protagonisten habe, die Geschichte, den Schreibstil, die Grundidee der getöteten Göttin und eben auch die Charaktere trotzdem so unterhaltsam finde, dass ich die Reihe mag, obwohl ich kaum noch High Fantasy lese. Jetzt gibt es aber erst einmal eine Blogrunde, bevor ich demnächst zum Kochen in die Küche wandere.

Update 22:00 Uhr

Das wird das letzte Update für heute, auch wenn ich den Rest des Abends noch weiter mit meinem Buch („Die zerborstene Klinge“) verbringen werde. Beim Kochen haben ich weiter das Hörbuch gehört – hier und da mag ich den Ton der Erzähler nicht, aber grundsätzlich fühle ich mich bislang gut unterhalten von den Dingen, die Peer und Jochen auf ihren Reisen erleben. Nach dem Essen (schnell gemachte Lauch-Nudeln mit Parmesan) habe ich eine Runde „Blümchen gegossen“ und dann wieder zum Roman gegriffen. Irgendwie finde ich es gerade überraschend nett mich mit Schurken, zweifelhaften Wirten, Schattenwesen und Meuchelmördern zu umgeben. Christie gefällt es auch, dass ich dabei so entspannt bin und sie den Platz auf meiner Decke nicht wieder mit dem Laptop teilen muss. 😉 Bevor ich wieder zum Buch greife, dreh ich noch eine kleine Blogrunde. Ich hoffe, ihr hattet heute wieder einen schönen Tag und wünsche euch für morgen einen guten und stressfreien Tag in die Woche!

 

Heutige Mitleserinnen:

Ariana
Natira
Neyasha
Sayuri

Ich würde ja gern lesen, aber …

… ich habe ein wenig den Überblick verloren. 😉

In den letzten Wochen hatte ich viel zu tun und das bedeutete nicht nur, dass ich beruflich stundenlang vor dem Bildschirm saß und ein wenig textmüde war, sondern auch, dass die Lesezeit geringer war, als mir normalerweise lieb ist. So habe ich abends lieber mit meinem Mann „The Big Family Cooking Showdown“ geschaut, um mich zu entspannen, als zu Lesen. Da mir das Lesen aber fehlte, habe ich aber auch ständig Bücher aus dem Regal gezogen, angefangen und dann zum Weiterlesen auf dem Wohnzimmertisch gelegt, und so langsam wird das etwas unübersichtlich …

Müsste ich spontan antworten, würde ich vermutlich sagen, dass „Death by Dumpling“ von Vivien Chien mein aktuelles Buch ist. Ich bin bei dem Roman im sechsten Kapitel und mag bislang den Erzählton und die Protagonistin, aber so richtig gepackt hat mich dieser Cozy noch nicht, obwohl mir die Idee mit dem „Asia Village“ und der Frage, ob der Tod des Besitzers Mr. Feng nun ein Unfall oder ein Mord war, gefällt. Außerdem lese ich „Aufstieg und Fall der Dinosaurier“ von Steve Brusatte, das Sachbuch hatte ich mir nach einer Rezension von Helma in der Bibliothek ausgeliehen, weil ich das Thema nicht nur für mich, sondern auch für meinen Mann interessant fand. Jetzt lesen wir es parallel, weshalb es auf „seiner“ Tischseite liegt und ich immer vergesse, dass ich ja weiterlesen könnte. Ich bin sehr gespannt, ob einer von uns das Buch beendet, bevor ich es am 19. März wieder in die Bibliothek bringen muss (wobei es momentan noch verlängerbar ist). 😀

Dann wäre da noch „Terminal Alliance“ von Jim C. Hines. Weil ich einen humorvollen Roman suchte und mir die Veröffentlichung des zweiten Teils die Reihe wieder in Erinnerung gerufen hatte, hatte ich den Band aus dem Regal gezogen. Normalerweise sagt mir die Schreibweise des Autors sehr zu und mir gefiel die Vorstellung, mal ein SF-Geschichte aus der Sicht derjenigen erzählt zu bekommen, die für Sauberkeit und Ordnung in einem Raumschiff sorgen. Allerdings hatte ich dieses Mal leichte Probleme, in diese SF-Welt reinzukommen, weshalb ich die Geschichte erst einmal zur Seite gelegt habe. Da ich mir sicher war, dass ich mit Tanya Huffs Art, eine High-Fantasy-Handlung zu erzählen, weniger Probleme haben würde, wurde dann von mir noch „Wizard of the Grove“ angefangen – nur war mir dann doch nicht so recht nach High Fantasy.

Zum Glück habe ich ja eine große Auswahl unterschiedlicher Genres im SuB liegen, weshalb ich natürlich – nur so zur Abwechslung – beim letzten Bibliotheksbesuch spontan noch „Todgeweiht“ von Nicolet Steemers mitgenommen hatte. So viele niederländische Krimis habe ich in meinem Leben noch nicht gelesen, aber da mir die meisten davon gefielen, dachte ich wohl, dass das eine gute Idee sei. Nur fand ich den Prolog zu Hause dann nicht reizvoll genug, um weiterzulesen … Aber Krimi schien mir grundsätzlich eine gute Idee zu sein, warum also nicht Krimi und Urban Fantasy kombinieren und zu „Moonshine“ von Jasmine Gower greifen, oder zu „Stray Magic“ von Kelly Meding? Was am Ende dazu führte, dass ich beide nun ebenfalls angelesen auf dem Tisch liegen habe. Ebenso wie „In Other Lands“ von Sarah Rees Brennan, das mir von der Grundidee und dem Erzählton her sehr gut gefiel und bei dem ich das erste „Schuljahr“ des Protagonisten im Prinzip in einem Zug gelesen habe. Dummerweise hat das auch dazu geführt, dass meine Nacht an dem Tag etwas arg kurz wurde, weshalb ich dachte, dass es eine gute Idee sei, die Geschichte erst weiterzulesen, wenn ich etwas weniger zu tun und mehr Zeit dafür habe.

Nur gut, dass ich „Liquid Gold“ (den zweiten Mocklore-Band) von Tansy Rayner Roberts nicht direkt nach „Splashdance Silver“ angefangen hatte, auch wenn dafür der Kindle noch in Reichweite liegt, und dass der Tolino erst noch laden musste, bevor ich mir aus der Onleihe mein vorbestelltes Exemplar von „Echo der Toten“ von Beate Sauer (ein Krimi, der 1947 spielt,) runterladen konnte.

Ganz ehrlich, so kann es doch nicht weitergehen, wenn ich irgendwann mal wieder ein Buch beenden will …

S. A. Patrick: A Darkness of Dragons (Songs of Magic 1)

„A Darkness of Dragons“ von S. A. Patrick hatte ich relativ spontan Ende letzten Jahres auf meinen Wunschzettel gesetzt, weil ich die Mischung aus „Drachen“ und „Rattenfänger von Hameln“, die der Klappentext versprach, sehr reizvoll fand. Große Erwartungen hatte ich an das Buch nicht, weshalb ich beim Lesen umso erfreuter war, weil ich die Geschichte rundum genossen und nur ungern eine Pause eingelegt habe. Die Handlung beginnt in einem kleinen, verschneiten Dorf in den Bergen, in dem die Bewohner aufgrund einer Rattenplage überaus verzweifelt sind, da die Tiere die Vorräte bedrohen, die die Menschen zum Überleben der Wintermonate benötigen. Als dann ein junger (und halb erfrorener) „Piper“ das Dorf erreicht, scheinen die Vorräte gerettet. Doch der dreizehnjährige Patch ist kein ausgebildeter Piper, sondern nur ein ehemaliger Piper-Lehrling auf der Flucht, und natürlich geht bei seinem Rettungsversuch einiges schief. Wenig später landet Patch für seine aktuellen und früheren Vergehen in dem Gefängnis, in dem auch der berühmte und gefürchtete Rattenfänger von Hameln seit zehn Jahren festgehalten wird, doch natürlich bleibt er da nicht für immer – schließlich ist das gerade mal der Anfang der Geschichte.

Es gibt sehr viele Elemente, die ich an „A Darkness of Dragons“ mochte, wie zum Beispiel die Welt, die sich der Autor dafür ausgedacht hat. Diese ist zwar nicht besonders komplex oder durchdacht, aber mir gefiel die Mischung aus vertrauten „märchenhaft-mitteralterlichen“ Aspekten und der Rolle, die die Piper in dieser Gesellschaft spielen. Sie unterstehen keinem König und können theoretisch von jedem angeheuert werden, um mit ihrer Magie das Leben der Menschen zu verbessern (zum Beispiel bei der Bekämpfung einer Plage oder beim Heilen von Krankheiten) oder zu zerstören (zum Beispiel in Kriegszeiten, wenn die Piper Soldaten mit ihrer Magie stärker und ausdauernder machen oder gar direkt feindliche Truppen mit ihrer Magie töten). Auf der anderen Seite gibt es innerhalb der Piper einen Orden, der unentgeldlich für Recht und Ordnung sorgt, der Gesetze durchsetzt und den Missbrauch von (Piper-)Magie verhindert. Dieser Orden war es auch, der vor gut zehn Jahren dafür gesorgt hatte, dass der Rattenfänger von Hameln für seine Verbrechen an den Menschen und Drachen inhaftiert wurde und nie wieder Magie ausüben konnte. Im Laufe der Geschichte muss Patch erkennen, dass die Gefahr durch den Rattenfänger von Hameln noch lange nicht vorbei ist und dass dieser Verbrecher – nachdem er damals über hundert Kinder und mehr als hundert junge Drachen getötet hatte – die vergangenen Jahre genutzt hat, um weitere Pläne zu schmieden.

So düster viele Elemente – gerade rund um den Rattenfänger – sind, so humorvoll wird die Geschichte vom Autor erzählt. Dabei hatte ich nie das Gefühl, S. A. Patrick würde die geschilderten Schrecken auf die leichte Schulter nehmen, aber es gelingt ihm, von Krieg, Tod, Seuchen und Verrat zu erzählen, ohne dass der Leser den Eindruck bekommt, es gäbe keinerlei Hoffnung mehr – was „A Darkness of Dragons“ trotz dieser Themen zu einer wunderbaren Lektüre für jüngere Leser macht. Gerade die Freundschaft zwischen Patch und den beiden Gefährten, die er auf seinen Reisen findet, ist sehr schön geschildert. Weder Wren (ein Mädchen, das von einem Zauberer in eine Ratte verwandelt wurde,) noch Barver (einem Dracogriff) sind immer die einfachsten Reisegefährten, aber trotz aller Probleme halten die drei zusammen und unterstützen sich gegenseitig, so gut sie können. Keine dieser Figuren ist besonders komplex oder ungewöhnlich, aber es sind liebenswerte Charaktere, deren Erlebnisse ich gern verfolgt habe. So sorgen die Figuren und die Erzählweise dafür, dass „A Darkness of Dragons“ trotz aller dramatischen Ereignisse zu einem wirklichen Wohlfühlbuch für mich wurden.

Erwähnen sollte ich vielleicht noch, dass die Handlung recht geradlinig verläuft und Patch und seine Gefährten den Großteil des Buches über ganz klassisch von einem Ort zum nächsten reisen und dort eine wichtige Begegnung oder ein kleines Abenteuer erleben, was für mich vollkommen in Ordnung war, aber eben nicht gerade eine raffinierte Art ist, eine Geschichte zu erzählen. Mein persönlicher Kritikpunkt ist hingegen, dass die Handlung mit diesem einen Roman noch nicht abgeschlossen ist. Patch, Wren und Barver haben nicht nur ganz persönliche Probleme, sondern müssen auch verhindern, dass der Rattenfänger von Hameln seine aktuellen Pläne verwirklicht, und „A Darkness of Dragons“ erzählt eigentlich nur den Anfang der gemeinsamen Abenteuer der drei. Am Ende des Buches haben Patch und seine Freunde gerade mal eine gute Vorstellung davon bekommen, was wirklich vor sich geht, und ein erstes Scharmützel gegen die Anhänger des Rattenfängers überstanden. Die Geschichte endet damit, dass die drei überlegen, welche Schritte sie als nächstes in Angriff nehmen müssen und es gibt weder vom Verlag noch vom Autor eine genauere Information dazu, wann der nächste Band erscheint und wie viele Teile die Reihe insgesamt bekommen soll. Gerade weil ich das Buch so genossen habe und so viel Spaß mit den Figuren und ihren Abenteuern hatte, würde ich schon gern wissen, wie und wann es mit Patch und seinen Freunden weitergeht und welche düsteren Pläne der Rattenfänger als nächstes verwirklichen will.

Christopher Skaife: The Ravenmaster – My Life with the Ravens at the Tower of London

Ich folge dem Ravenmaster schon seit einigen Jahren auf Twitter und finde es immer wieder spannend, wenn er von seinen Raben erzählt oder Fotos der schönen Tiere zeigt, weshalb ich natürlich auch neugierig auf sein Buch über sein Leben mit den Raben des Londoner Towers war. „The Ravenmaster“ lässt sich gut lesen, denn Christopher Skaife versteht es, unterhaltsam und interessant zu schreiben, auch wenn man stellenweise schon merkt, dass er als Yeoman Warder seit vielen Jahren tagtäglich mit Touristen zu tun hat und deshalb viele Fakten und Aussagen schon sehr, sehr oft wiederholt hat. Aber das macht das Buch nicht schlecht, es sorgt nur dafür, dass hier und da etwas Routine oder gar Verdruss durchblitzt, wenn es um (lästige) Fragen rund um den Tower geht, die häufig gestellt werden – etwas, das wohl jeder kennt, der schon mal einen Job mit viel Kunden-/Touristenkontakt hatte.

Das Buch beginnt mit dem alltäglichen Morgenprogramm des Ravenmasters und endet mit dem nächtlichen Einsperren der Vögel, wobei Christopher Skaife mit den einzelnen Tagespunkten seiner Arbeit Details über seine Raben, seine Arbeit als Ravenmaster, seine Kindheit oder seine Zeit in der britischen Armee verknüpft. Aber nicht nur solche persönlichen Elemente verflicht der Autor mit seinem Bericht über die Routine als Ravenmaster, sondern auch historische Begebenheiten rund um den Tower und seine Bewohner, die Rolle von Raben in der Literatur und allgemeine Informationen rund um Raben(vögel). Ich mochte diese bunte Mischung aus Biografie, Tätigkeitsbeschreibung und Liebeserklärung an die Raben des Towers, ich habe mich beim Lesen gut amüsiert, habe einiges über Raben gelernt und eine noch viel bessere Vorstellung vom Charakter der beeindruckenden Vögel bekommen als schon über den Twitteraccount des Ravenmasters.

Auch hat es mir gefallen, dass Christopher Skaife nicht verschweigt, dass ihm seine Raben zwar am Herzen liegen und er eine Menge für die intelligenten Vögel tut, dass es aber auch selbst für einen so geduldigen Menschen wie ihn nicht immer einfach ist, Ruhe zu bewahren und sich angemessen zu verhalten. „Seine“ Raben sind keine Haustiere, sondern sehr intelligente Vögel, die immer wieder ihre Grenzen austesten müssen, sensibel auf Ungeduld oder Unruhe reagieren und eventuelles Fehlverhalten nicht so schnell verzeihen. So fand ich die Passagen, die sich direkt um die Tower-Raben drehten, eigentlich am spannendsten, weil ich mir vorher relativ wenig Gedanken darüber gemacht hatte, wie Vögel überhaupt im Tower gehalten werden, wie sich bei Raben zum Beispiel die Rangordung gestaltet und welche Folgen es hat, wenn so viele Raben (im Tower leben immer mindestens sechs von ihnen) so artgerecht wie möglich auf relativ engem Raum zusammenleben.

Das Buch hat mir große Lust gemacht, einmal den Tower und seine (gefiederten) Bewohner zu besuchen und ebenso hätte ich Lust, an einer Führung durch einen der Yeoman Warder teilzunehmen (und mich zu fragen, an welchen Stellen reale historische Begebenheiten erzählt werden und an welchen die Fantasie des Führenden eventuelle reale Ereignisse überlagert). Ich mochte den großteils humorvollen Ton, den Christopher Skaife in seinem Buch anschlägt, ebenso wie seinen liebevoll-spöttischen Blick auf seine Arbeit mit den Touristen und die Geschichten, die tagtäglich rund um den Tower erzählt werden. Auch ist mir aufgefallen, dass ich in den Tagen, nachdem ich „The Ravenmaster“ gelesen hatte, mit deutlich aufmerksamerem Blick die Vögel beobachet hatte, die ich regelmäßig auf und über den anliegenden Häuserdächern zu sehen bekomme. Am Ende war ich doch ein bisschen überrascht, wie sehr mir die Raben des Towers durch die Beschreibungen Christopher Skaifes beim Lesen ans Herz gewachsen sind und wie gern ich diese Vögel mal aus (relativer) Nähe sehen würde.

März-SuB 2019

Im Februar habe ich deutlich weniger gelesen, als mir lieb war. Aber ich war auch für meine Verhältnisse relativ viel unterwegs und an Arbeit mangelte es mir auch nicht. Außerdem hat mich das Wetter müde gemacht, was auch nicht gerade gut ist, wenn man doch gern etwas lesen würde. Ab der Monatsmitte konnten wir tagsüber die Heizung ausstellen, weil die Tagestemperaturen regelmäßig zwischen 12 und 15 Grad lagen und die Sonne schien und das im Februar! Kein Wunder, dass mein Kreislauf ständig am Boden lag …

Ansonsten habe ich noch für Elena ein paar Fragen beantwortet, die sie in ihrer „Reloaded: Nachgefragt bei …“-Beitragsreihe veröffentlicht hat. Es war ganz lustig nach all der Zeit zu sehen, dass ich mich gar nicht so sehr verändert habe, wenn es um meinen Blog und das Lesen geht. Der März wird hoffentlich wieder etwas ruhiger werden (und wenn ich ganz viel Glück habe, gibt es vielleicht doch noch mal sowas wie ein paar Wintertage). Auf jeden Fall haben mein Mann und ich uns vor uns mal etwas mehr Zeit für uns zu gönnen – mal schauen, ob das klappt. 😉

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Sophie Anderson: The House with Chicken Legs
  4. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  5. Tracy Baptiste: Rise of the Jumbies (The Jumbies 2)
  6. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  7. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  8. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  9. Aliette de Bodard: In the Vanishers‘ Palace
  10. Lila Bowen: Wake of Vultures (Shadow Series 1)
  11. Rhys Bowen: Royal Flush (Royal Spyness 3)
  12. Rhys Bowen: Royal Blood (Royal Spyness 4)
  13. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  14. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  16. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  17. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: Within the Sancutary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  19. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  20. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  21. Patricia Briggs: River Marked (Mercy Thompson 6)
  22. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  23. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  24. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  25. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  26. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  27. Vivien Chien: Death by Dumpling
  28. Zen Cho: Sorcerer to the Crown
  29. Roshani Chokshi: Aru Shah and the End of Time
  30. Deborah Crombie: Beklage deine Sünden (Kincaid und James 17)
  31. Sayantani Dasgupta: The Serpent’s Secret (Kiranmala and the Kingdom Beyond 1)
  32. Louise Erdrich: The Birchbark House
  33. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  34. Jasmine Gower: Moonshine
  35. Mira Grant: Feedback (Newsflash #4)
  36. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  37. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  38. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 3)
  39. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  40. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  41. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  42. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  43. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  44. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  45. Rachel Hartman: Seraphina
  46. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  47. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  48. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  49. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  50. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  51. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  52. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  53. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  54. Diana Wynne Jones: Cart and Cwidder (The Dalemark Quartet 1)
  55. Diana Wynne Jones: Drowned Ammet (The Dalemark Quartet 2)
  56. Diana Wynne Jones: The Spellcoats (The Dalemark Quartet 3)
  57. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  58. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  59. Diana Wynne Jones: Power of Three
  60. Diana Wynne Jones: The Game
  61. Diana Wynne Jones: Eight Days of Luke
  62. Celine Kiernan: Geisterpfade
  63. Celine Kiernan: Königspfade
  64. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  65. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  66. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  67. Kelly McCullough: Der Zorn der Klinge
  68. Kelly McCullough: Die erste Klinge
  69. Kelly McCullough: Der Schwur der Klinge
  70. Kelly McCullough: Magic, Madness, and Mischief
  71. Seanan McGuire: Tricks for Free (InCryptid 7)
  72. Seanan McGuire: This Ain’t Witchcraft (InCryptid 8)
  73. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  74. Seanan McGuire: Deadlands – Boneyard
  75. Kelly Meding: Stray Magic
  76. Kelly Meding: Stray Moon
  77. Kate Milford: The Boneshaker
  78. Jill Murphy: Dumplin‘ – Go big or go home
  79. Bishop O’Connell: The Stolen
  80. Ellen Oh und Elsie Chapman (Hrsg.): A Thousand Beginnings and Endings (Anthologie)
  81. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  82. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  83. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  84. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  85. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  86. Sarah Prineas: The Lost Books – The Scroll of Kings
  87. Riley Redgate: Noteworthy
  88. Philip Reeve: Larklight
  89. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  90. John Scalzi: Fuzzy Nation
  91. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  92. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  93. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  94. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  95. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  96. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  97. Charles den Tex: Die Zelle
  98. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  99. Sarah Tolcser: Song of the Current
  100. Tiffany Trent: Unnaturalist
  101. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  102. Catherynne M. Valente: The Refrigerator Monologues
  103. Catherynne M. Valente: Space Opera
  104. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  105. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  106. Xinran: Gerettete Wort
  107. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

101 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Sam Maggs: Girl Squads – 20 Female Friendships that Changed History

Von „Girl Squads“ hatte ich schon beim Lese-Sonntag im Januar geschrieben und da ich inzwischen das Buch beendet habe, kann ich nun auch noch etwas mehr darüber erzählen. Sam Maggs hat in dem Band zwanzig Einträge über „Frauengruppen“ gesammelt, die aus historischer Sicht etwas Bemerkenswertes erreicht oder getan haben. Dabei bestehen einige dieser „Gruppen“ zum Teil gerade mal aus zwei Frauen, während sich andere Texte – wie der über die südkoreanischen „Haenyeo“ – um die Arbeit von mehreren Tausend Frauen drehen. Grob eingeteilt wurden die einzelnen Einträge nach den Kategorien „Athlete Squads“, „Political and Activist Squads“, „Warrior Squads“, „Scientist Squads“ und „Artist Squads“, so dass man schon von Anfang an eine Vorstellung davon bekommt, in wieviel unterschiedlichen Bereichen die erwähnten Frauen aktiv waren (oder noch sind).

Mich persönlich hatte die Vorstellung besonders gereizt, dass in diesem Buch nicht einzelne Persönlichkeiten vorgestellt werden, sondern Frauen, die gemeinsam etwas erreicht haben. Dabei musste ich während des Lesens feststellen, dass nur wenige der erwähnten Frauen ihren Weg (und somit das, wofür sie kämpften) gezielt gewählt hatten, während viele aufgrund äußerer Umstände überhaupt erst in ihre Rolle gedrängt wurden. Insgesamt muss ich gestehen, dass ich mit „Girl Squads“ nicht ganz das bekommen hatte, was ich erwartet hatte – unter anderem, weil Personen(gruppen) auftauchten, die ich persönlich nicht als „History Changer“ gesehen hätte, auch wenn ihre Existenz ein interessantes Beispiel für „untypisches“ weibliches Verhalten oder Leben darstellt. Aber trotzdem fand ich jeden einzelnen Eintrag sehr spannend und faszinierend, gerade weil er mir einen Blick auf mir unbekannte Personen(gruppen) oder eine neue Perspektive auf ein Thema gönnte.

Etwas schade fand ich allerdings den Abschnitt über die japanische Frauen-Volleyball-Mannschaft, die 1964 die Olympischen Spiele gewann, da dort meinem Gefühl nach mehr über den männlichen Trainer der Mannschaft (und seine radikalen Trainingsmethoden) als über die Frauen selbst geschrieben wurde. Das widerspricht ja dann doch etwas dem Ziel, ein Sachbuch über die Frauen zu schreiben, deren Leistungen in der Vergangenheit regelmäßig übersehen wurden. Auch geht Sam Maggs recht locker darüber hinweg, dass zum Beispiel die Dahomey-Amazonen sich unter anderem aus Sklavinnen, Kriegsgefangenen, „verschenkten“ Töchtern und ähnlichen Frauen zusammensetzten. Natürlich kann man in den wenigen Seiten, die pro Eintrag in diesem Buch zur Verfügung stehen, nicht besonders detailliert auf solche Umstände eingehen, aber sie kommentarlos zu übergehen, ohne zumindest kurz auf Hintergründe oder allgemein übliche Lebensumstände von Frauen zu dieser Zeit und in diesem Land einzugehen, scheint mir auch nicht der richtige Weg zu sein.

Ansonsten mochte ich es, wie breit gefächtert die verschiedenen Einträge waren. Sam Maggs reist mit „Girl Squads“ quer durch die Zeit und erwähnt Frauen aus den verschiedenen Ecken der Welt – gerade über die Texte, die sich um Personen aus dem asiatischen oder afrikanischen Raum drehten, habe ich mich sehr gefreut, da ich immer noch viel zu selten in „westlichen“ Veröffentlichungen darüber stolpere. So habe ich eine Menge neuer Informationen, Personen und Gruppen kennengelernt und immer wieder juckte es mich in den Fingern, online mehr über Hintergründe, die Zeit oder weitere Lebensumstände der Personen zu recherchieren. Ich mag Bücher, die mich neugierig machen, ohne mich beim Lesen zu frustrieren, weil ich das Gefühl habe, ich werde mit ein paar Stichpunkten abgespeist. Insgesamt hat das Lesen von „Girl Squads“ überraschend lange gedauert, weil ich jedem einzelnen Text die angemessene Aufmerksamkeit widmen wollte – ein Nebeneffekt war dabei, dass es mir mit ein paar Tagen Abstand etwas leichter fiel, über die eine oder andere flapsige Nebenbemerkung der Autorin hinwegzusehen, die ich zugunsten einer stellenweise etwas kritischere Auseinandersetzung mit einem Thema lieber gestrichen gesehen hätte.