Kategorie: Rezension

Mary Janice Davidson: Happy Hour in der Unterwelt (Hörbuch)

„Happy Hour in der Unterwelt“ ist der dritte Band der Betsy-Taylor-Reihe, und weiterhin hat die Hauptfigur Probleme damit, sich in ihrer Rolle als Vampirkönigin zurecht zu finden. Betsy wohnt inzwischen nicht nur mit ihrer besten Freundin Jessica und dem Mediziner Marc zusammen, sondern auch ihr Gemahl Eric Sinclair und seine Assistentin Tina sind in das Herrenhaus eingezogen. Da Betsy immer noch darüber schmollt, dass sie nun zwar nach Vampirgesetz mit Eric verheiratet ist, dieser sich aber anscheinend nur mit ihr eingelassen hat, weil ihn dies zum Herrscher der Vampire machte, geht sie Eric so weit wie möglich aus dem Weg.

Besonders schmerzlich wird ihr die verfahrene Beziehung zwischen ihr und Eric bewusst, als sie gebeten wird eine Hochzeit zwischen einer Vampirin und ihrem menschlichen Freund zu vollziehen. Doch nach den ersten panischen Gedanken, die sich darum drehen, wie so eine Zeremonie auszusehen – und was man dazu anzuziehen – hat, kommen Betsy mal wieder andere Probleme dazwischen. Sie erfährt nicht nur, dass ihre verhasste Stiefmutter schwanger ist, sondern auch, dass diese vor Jahren schon einmal ein Kind von Betsys Vater bekommen hatte.

Und laut dem „Buch der Toten“ ist hat die Vampirkönigin somit nicht nur eine Halbschwester, sondern diese ist auch noch die Tochter des Teufels. Betsy wusste ja schon immer, dass ihre Stiefmutter das personifizierte Böse ist, aber das hätte sie ja dann doch nicht gedacht. Nun liegt es an der Vampirin und ihren Freunden und Verbündeten, die Tochter des Leibhaftigen ausfindig zu machen, bevor diese die Weltherrschaft an sich reißen kann. Um mehr über ihre Schwester zu erfahren, beschäftigt sich Betsy mit dem „Buch der Toten“, was verheerende Auswirkungen auf sie und ihre Umgebung hat.

Obwohl Mary Janice Davidson in „Happy Hour in der Unterwelt“ wieder viele gute Ansätze zeigt und ich den Teil um Betsys Schwester wirklich gern gehört habe, krankt auch dieses Hörbuch daran, dass die Autorin anscheinend nicht in der Lage ist eine durchgehend konstruierte Geschichte zu erzählen. Wie schon beim zweiten Teil habe ich das Gefühl, dass sie einfach drauflos geschrieben hat, mit einer vagen Vorstellung, wie die aktuelle Situation ist und dann hat sie sich von ihren Ideen treiben lassen. So kommt es aber nicht zu einer überzeugenden Handlung! „Happy Hour in der Unterwelt“ ist eher eine Ansammlung mehr oder weniger lustiger Momente, die zum Glück sehr schön von Nana Spier vorgetragen werden. Die Sprecherin ist es, die mich bei dieser Hörbuchreihe bei der Stange hält, denn sie leistet so gute Arbeit, dass ich über die Handlungsschwächen und die eine oder andere nervige Charaktereigenschaft hinwegsehen kann.

Chris Ewan: Amsterdam

Nachdem Karis SuB-Losverfahren ja schon dafür gesorgt hatte, dass ich mich endlich mal mit „Königsallee“ von Horst Eckert beschäftigte, hat mir das Warten auf die nächste Runde fast ein wenig zu lange gedauert. 😉 Also war Kari so lieb und hat mir per Mail eine weitere Zahl genannt, anhand derer ich einen Roman aus meinem Regal fischen konnte. Lustigerweise hat sie – genau wie meine „Glücksfee“ – die 55 gewählt und so traf es den Krimi, der sich vor ein paar Wochen noch liebevoll an „Königsallee“ schmiegen konnte.

Die Hauptfigur in „Amsterdam“ ist der Engländer Charlie, ein Schriftsteller und ein Einbrecher. Obwohl er als Jugendlicher mal bei einem kleinen Einbruch erwischt wurde, kann er eine weiße Weste vorweisen, war nie im Gefängnis – und hängt natürlich auch nicht an die große Glocke, dass er einem illegalen Nebenerwerb nachgeht. Umso mehr überrascht es ihn, als eines Tages ein Amerikaner mit ihm Kontakt aufnimmt und ihn beauftrag zwei kleine Affenfiguren zu stehlen. Obwohl Charlie bei dem Gedanken an diese Einbrüche nicht ganz wohl ist, lässt er sich von seiner Neugierde und der Suche nach Nervenkitzel zu diesem Auftrag hinreißen. Wenig später findet er eine Leiche, wird des Mordes verdächtigt und von mehreren Parteien gejagt.

Die Geschichte lässt mich ein wenig zwiespältig zurück. Auf der einen Seite fand ich Charlie und sein Umfeld recht sympathisch und habe es genossen, dass Chris Ewans in seiner Handlung viele Kleinigkeiten berücksichtigte, die sonst gern mal unter den Tisch fallen. Sein Einbrecher ist weder aufgrund von Not oder einer schweren Kindheit auf die schiefe Bahn geraten, er plant seine Schritte normalerweise sehr sorgfältig und geht sehr gründlich vor. Manchmal sogar detaillierter als es mir lieb war, denn stellenweise ging diese Detailversessenheit auf Kosten der Spannung.

So misstrauisch und vorsichtig Charlie normalerweise vorgeht, so sehr verwundert es dann doch, dass er immer wieder gewillt ist, sich auf die Aussagen seiner Gesprächspartner zu verlassen. Auf der anderen Seite wird der Leser immer mal wieder bewusst im Unklaren gelassen, eine Vorgehensweise, die mich wirklich kirre macht. Charlie öffnet eine Schublade, macht eine aufsehenerregende Entdeckung – und ich erfahre erst im nächsten Kapitel, was er da gesehen hat. Auch wenn mir so das Mitraten erschwert wurde, hatte ich doch recht schnell den richtigen Täter in Verdacht.

Trotz dieser Schwachpunkte war „Amsterdam“ eine sehr entspannte und unterhaltsame Lektüre. Die Holländer und ihre Stadt wurden liebevoll (wenn auch nicht immer meinen Erfahrungen gemäß *g*) beschrieben und Chris Ewan hat sympathische und recht realistische Figuren geschaffen und diese vor ein interessantes Problem gesetzt. Es gibt bessere und/oder spannende Krimis, aber trotzdem werde ich wohl die Augen nach der Fortsetzung, „Kleine Morde in Paris“ aufhalten, denn manchmal reicht es, wenn eine Geschichte einfach nur nett ist.

Jim C. Hines: Drei Engel für Armand

„Drei Engel für Armand“ von Jim C. Hines setzt da an, wo ein Märchen endet. Nach der glücklichen Vermählung mit dem Prinzen ist für Danielle immer noch nicht so ganz der Alltag eingekehrt. Eine lange Hochzeitsreise hat sie und ihren Armand zwar nach der stürmischen Kennenlernphase einander näher gebracht, aber an das Leben am Königshof hat sich das ehemalige Aschenputtel noch nicht so recht gewöhnt. Trotzdem ist Danielle sich bewusst, wie gut sie es getroffen hat – und so ist nicht ganz so verwunderlich, dass sie willens ist, ihren unglücklichen Stiefschwestern die langen Jahre der Misshandlungen zu verzeihen und ihnen zu helfen, auf eigenen Füßen zu stehen.

Diese können dem Aschenputtel den grausamen Tod ihrer Mutter nicht verzeihen und hecken mit magischer Unterstützung einen tödlichen Plan aus. Doch Danielle überlebt den Mordanschlag ihrer Schwestern und findet heraus, dass diese ihren Armand nach Elfstadt entführt haben. Zum Glück hat die Königin eine Schwäche für ungewöhnliche Prinzessinnen und so zieht Danielle zusammen mit Talia (Dornröschen) und Schnee(wittchen) aus, um Armand zu retten.

Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen – und das lag nicht nur daran, dass ich eh eine Schwäche für gut erzählte und erwachsene Märchenneuinterpretationen habe! Jim C. Hines hat mit „Drei Engel für Armand“ eine wirklich witzige, spannende und düstere Geschichte geschaffen, die sich ganz wunderbar in einem Rutsch durchlesen lässt. Sein Aschenputtel ist eine freundliche und sanfte Person, die zwar erst einmal von jedem das Beste annehmen möchte, aber auch in der Lage ist sich zu wehren. Dornröschen hat mich anfangs ein wenig irritiert. Erst einmal verbinde ich den Namen Talia in meinen Gedanken fest mit einer Figur von Mercedes Lackey und dann hat der Autor dieser Frau mit so vielen harten Kanten angelegt, dass sie zwar interessant, aber nicht leicht zugänglich ist. Umso schöner war es dann die verschiedenen Facetten ihrer Persönlichkeit zu entdecken! Schneewittchen hingegen hat bei mir ein permanentes ungläubiges Schmunzeln hervorgerufen. Sie ist sehr freizügig und leichtlebig, aber zum Glück hat sie auch etwas mehr Hintergrund zu bieten, als auf den ersten Blick erkennbar ist.

Neben den ansprechenden Charakteren hat mich auch das beschriebene Elfenreich gut unterhalten. An jeder Kreuzung, hinter jede Ecke finden sich „Führer“ und natürlich ist ihre Hilfe nicht umsonst. Jim C. Hines spielt mit den Märchenregeln und –klischees auf sehr ansprechende und amüsante Weise. Auch wenn mir die tragischen Hintergründe – gerade beim Dornröschen – schon fast zuviel wurden, finde ich es schön, dass hier keine rosarote Feenwelt präsentiert wird. Ich gehe zwar nicht davon aus, dass eine Fortsetzung mir ganz genauso gut gefallen wird wie diese Geschichte, freu mich aber trotzdem schon auf weitere Romane, die in dieser bösen und witzigen Märchenwelt spielen!

Ann Pearlman: Der Christmas Cookie Club

Alle Jahre wieder treffen sich die zwölf Freundinnen in Marnies festlich geschmücktem Wohnzimmer zum Christmas Cookie Club. Sie erzählen und plaudern, lachen und weinen, streiten und versöhnen sich. Kein Thema wird ausgespart: Hat Tracy die große Liebe gefunden? Kann ein Rapper ein guter Vater sein? Wie bleibt Sex immer aufregend? Und wie backt man die köstlichsten Cookies fürs Weihnachtsfest? An diesem ganz besonderen Abend sind die Frauen einander so nahe wie nie – Freundinnen fürs Leben, was immer auch geschieht.

„Der Christmas Cookie Club” von Ann Pearlman war sehr nett zu lesen, vor allem die erste Hälfte fand ich sehr entspannend. Einzig die Tatsache, dass ich gewaltige Lust auf Kekse bekam, war ein wenig störend. 😉 Mir hat es gefallen Marnie und ihre Freundinnen kennenzulernen und mehr über diesen einen Abend in der Vorweihnachtszeit zu erfahren, an dem sich alle Mitglieder des Clubs treffen und Plätzchen und Rezepte austauschen und über die Ereignisse des vergangenen Jahres reden. Da kam auch bei mir so etwas wie Vorfreude auf den Advent auf.

Am Anfang eines Kapitels findet man ein Plätzchenrezept und im folgenden Teil der Geschichte wird von einem Mitglied des Clubs erzählt, warum es gerade dieses Rezept gewählt hat und was es persönlich damit verbindet. Für den Leser bedeutet dies, dass man mehr über die betreffende Frau erfährt. Manchmal verbinden sich mit einen Rezept Kindheitserinnerungen oder der Name des Plätzchens sprach die Bäckerin an. Es kann aber auch sein, dass das Gespräch schnell wegwandert von den Rezepten und sich eher um die aktuellen persönlichen Entwicklungen dreht. Im privaten Bereich hat sich bei all diesen Frauen viel getan. So hat sich Marnie zum Beispiel in einen jüngeren Mann verliebt, Laurie ein kleines Mädchen aus China adoptiert und Charlene ihren Sohn bei einem schrecklichen Unfall verloren.

Allerdings gibt es ein paar Dinge, die mich nicht so ansprachen. Zum einen finde ich das beliegende Dr.-Oetker-Rezeptheft ziemlich überflüssig. Sowohl die im Roman verwendeten Zutaten, als auch ein Cup&Spoon-Set sind inzwischen ohne Probleme in Deutschland zu bekommen, und die Änderungen gegenüber dem Originalrezept empfinde ich auch nicht als so positiv – vor allem, wenn man ständig die Gewürzmischung verwenden soll, die von Dr. Oetker natürlich nur in der Vorweihnachtszeit verkauft wird. Wie bei allen anderen fertig gewürzten Dingen, wird da wohl der besondere Geschmack einer Plätzchensorte auf der Strecke bleiben … Aber ich versuche das Ganze trotzdem wohlwollend zu sehen und mir zu sagen, dass so vielleicht auch diejenigen mal zum Backen verführt werden, die es sich nicht zutrauen die amerikanischen Mengen auf ihre Messgeräte umzurechnen oder vielleicht sogar mal nach Gefühl zu würzen. 😉

Dann habe ich – und nicht nur in diesem Buch – immer wieder ein Problem mit diesem leichtfertig dahin gesagtem „Ich liebe dich“, das für amerikanische Romane so typisch zu sein scheint. Auch wenn einige aus dem „Christmas Cookie Club“ wohl das Jahr über sehr engen Kontakt haben, so wird deutlich, dass diese Frauen nicht alle eng miteinander befreundet sind. Warum sagt man also jemandem, von dem man nicht einmal genug weiß, um ihm in Schwierigkeiten helfen zu können, dass man ihn liebt?

In dieser Beziehung – und auch bei der Anzahl der erzählten Lebensgeschichten – wäre für mich weniger mehr gewesen. Ich hätte das Buch deutlich mehr genossen, wenn ich ein paar Personen besser kennen gelernt hätte, wenn ich mit ihnen hätte mitfühlen können. So hingegen hat mich die Fülle an Schicksalsschlägen, Beziehungs- und sonstigen Problemen irgendwann aus meiner „Gehirn aus und genießen“-Stimmung gerissen. Dabei hatte es mir so gut gefallen, wie Ann Pearlman die Vorbereitungen für die Party und über Gerüche und den Geschmack der Zutaten Atmosphäre aufbaute.

Ich denke schon, dass ich den Roman in den nächsten Jahren im Advent wieder aus dem Regal kramen werde, um mich ein wenig in Weihnachtsstimmung bringen zu lassen. Aber dabei wird mir immer bewusst sein, dass mich keine durchgehend befriedigende Geschichte erwartet, und dass ich beim Leser meinen inneren Kritiker unterdrücken sollte. 😉

Pierdomenico Baccalario: Will Moogleys Geisteragentur

Mit „Unheimlichkeiten aller Art“ beginnt eine neue Reihe von Pierdomenico Baccalario, die sich um „Will Moogleys Geisteragentur“ dreht. In dieser Agentur kann man Geister für jede Gelegenheit mieten. Egal, ob man seine Nachbarn vergraulen möchte oder aus anderen Gründen übernatürlichen Beistand benötigt, Will Moogley hat die unterschiedlichsten Geister im Angebot. Schon seit sehr langer Zeit sind die Moogleys in diesem Bereich aktiv und hatten sich mit der Geisteragentur mal einen sehr guten Namen gemacht.

Doch unter der Leitung von Wills Onkel Alvin lief es nicht mehr so gut – und nach einige Fehlschlägen ist Will inzwischen fast so weit, dass er über eine Schließung der Agentur nachdenkt. Zum Glück hat sein oberpeinlicher, aber bester Freund Topper die grandiose Idee sich um einen Auftrag der erfolgreichen Hotelkette „Scary Inn“ zu bemühen. Diese haben in der Stadt Ghostville ein altes verlassenes Haus gekauft und wollen es zu einem luxuriösen Spukhotel umbauen. Natürlich benötigt man für so eine Aufgabe ganz besondere Geister! Aber Will ist natürlich nicht der Anwärter auf diesen ganz besonderen Job …

Mir hat dieser erste Band von „Will Moogleys Geisteragentur“ wirklich ganz wunderbar gefallen. Abgesehen von ein paar etwas schwereren Wörtern ist die Geschichte definitiv für Leser ab neun Jahren – und eine etwas ältere Winterkatze natürlich ebenfalls 😉 – geeignet. Will lebt im 29sten Stockwerk eines alten Hochhausees in Manhattan, ernährt sich von Lieferpizza und Schokoladenpudding *lecker* und lebt mit einem Papagei („Haltdieklappe“) und einer Schildkröte (na ja, eigentlich zwei, aber die eine lebt nicht mehr … ) zusammen.

Der Junge ist nicht gerade ein besonders großer Menschenfreund, sogar sein bester Freund Tupper muss immer wieder unter Wills Scherzen leiden. Doch trotzdem gelingt es Pierdomenico Baccalario Will so sympathisch darzustellen, dass man ihm wirklich den Hotelauftrag gönnen würde. Doch so einfach ist es für Will nicht, seiner Firma mal wieder eine bessere Reputation zu verleihen. So entwickelt sich eine wirklich lustige Geschichte um den „Alltag“ in einer Geisteragentur. Besonders die liebevollen Details, wie die Entlohnung der Geister mit selbstgebrautem Ektoplasma, den Eigenheiten, der verschiedenen Charaktere und den seltsamen Dinge, die für eine Anrufung zum Beispiel gebraucht werden, lassen die Seiten nur so vorbeifliegen (na ja, der geringe Umfang, der bei einem Kinderbuch zu erwarten ist, trägt auch etwas dazu bei *g*). Auch die Illustrationen von Matteo Piana haben mir gut gefallen. Seine Zeichnungen, vor allem seine Figuren, erinnern an italienische Trickfilme, währen die Hintergründe mit auffallenden Schraffuren Atmosphäre schaffen.

Dörthe Binkert: Weit übers Meer

Zwei Dinge sind es, die mich an „Weit übers Meer“ auf Anhieb angesprochen haben: Die Idee zu dem Roman kam der Autorin aufgrund eines Artikels, der ursprünglich im Jahr 1904 in der New York Times erschien und von einer Frau berichtete, die im Abendkleid als Blinder Passagier die Stadt erreichte – und dann noch die Zeit. Ich mag einfach diese Aufbruchstimmung zu Beginn des 20sten Jahrhunderts. Geschichten vor und nach dem Ersten Weltkrieg haben häufig eine ganz besondere Atmosphäre, die mir einfach ein schönes Gefühl beim Lesen vermittelt.

In „Weit übers Meer“ betritt am Abend des 23. Juli 1904 eine wunderschöne Frau in einem edlen weißen Abendkleid die „Kroonland“. Der Überseedampfer fährt von Antwerpen nach New York und hätte schön längst ablegen sollen, doch es kam zu technischen Problemen (wobei ich es schön finde, dass die Autorin den Leser später sogar noch darüber aufklärt, welche Probleme es gab 🙂 ). Noch bevor bekannt wird, dass die Frau im Abendkleid eine Blinde Passagierin ist, berührt sie die Reisenden an Bord auf unterschiedliche Weise.

Aufgrund ihrer eindeutig edlen Herkunft erlaubt ihr der Kapitän die Überfahrt in einer Kabine der Ersten Klasse zu machen und die Abende mit den Passagieren zusammen zu verbringen. So lernt man nicht nur Valentina Gruschkin kennen und erfährt so nach und nach, was sie dazu veranlasst hat, auf so ungewöhnliche Art und Weise die Reise nach Amerika anzutreten, sondern auch viele andere Personen der Ersten Klasse. Henri, ein Bildhauer, der auf dem Weg zur Weltausstellung in St. Louis ist, hängt mit seinen Gedanken immer noch bei seiner Geliebten, die ihn verließ, weil er sie nicht heiraten wollte. Er gehört zu den Charakteren, denen einiger Platz in der Geschichte eingeräumt wird. Aber auch viele kleine Begebenheiten oder Wortwechsel zwischen den verschiedenen Paaren oder Familien tragen dazu bei, dass man sich ein gutes Bild vom Leben dieser Personen – und häufig auch von ihren Wünschen und Träumen – machen kann.

Dörthe Binkert gelingt es sehr schön auf der einen Seite die Atmosphäre auf dem Schiff zu beschreiben, in der die Enge und ein Sturm zu recht schnellen Vertraulichkeiten führen, und auf der anderen Seite die Gesellschaft und die Stellung der Frau in ihr darzustellen. Gerade dieser Kontrast zwischen den althergebrachten Konventionen, den Wünschen, die die Frauen für ihr Leben haben und den Veränderungen, die die Zeit mit sich bringt, ist wirklich gut zu lesen. Und doch plätschert der ganze Roman ein bisschen vor sich hin …

Es gibt keine wirklichen Höhen oder Tiefen in der Geschichte, keine großen Spannungen und keine Stellen, an denen ich gar mitleiden konnte. Ich fand „Weit übers Meer“ interessant und sehr entspannend, hatte aber auch kein Problem damit das Buch aus der Hand zu legen, um mich an den Abwasch oder eine andere langweilige Tätigkeit zu begeben. Eigentlich ist es der perfekte Roman für meine Mutter, die früher jahrelang nichts gelesen hat, weil sie immer nur für ein paar Seiten am Stück Zeit hatte und beim nächsten Mal schon nicht mehr wusste, worum es ging. Das passiert einem bei „Weit übers Meer“ nicht, dafür stört es eben auch nicht, wenn man nur hier und da einen Abschnitt liest, sich ein bisschen mit dem Leben einer Figur beschäftigt und sich dann einer anderen Beschäftigung widmen muss.

Michelle Harrison: Elfenseele – Hinter dem Augenblick

Solange sie denken kann, ist Tanya in der Lage Feen und Elfen zu sehen (ich bin mir nicht ganz sicher, ob die deutsche Übersetzung da wirklich dem Original entspricht, aber ich verwendet mal weiter die im Buch verwendeten Begriffe). Als sie ein Kind war, fanden ihre Eltern es noch niedlich, wenn sie ihnen von all den unsichtbaren Gestalten erzählte, doch je älter Tanya wird, desto mehr Ärger bekommt sie durch diese Fähigkeit.

Die Elfen haben angefangen sie zu piesacken, um das Mädchen daran zu hindern den anderen von ihnen zu erzählen – und je mehr Schabernack diese Wesen treiben, desto wütender wird ihre Mutter darüber, dass Tanya soviel kaputt macht und die Schuld dann immer auf nichtexistierende Gestalten schiebt. So ist es kein Wunder, dass Tanya dazu verdonnert wird, die Ferien bei ihrer Großmutter zu verbringen, in einem alten und fast verfallenen Haus in den Tiefe der Grafschaft Essex.

Auch hier wimmelte es von Elfen und Kobolden, was das Leben für Tanya nicht einfacher macht. Doch nach einigen unheimlichen Vorfällen beschließt sie zusammen mit Fabian, dem Sohn des Verwalters, mehr über die übernatürlichen Wesen herauszufinden – genauso wie über das geheimnisvolle Verschwinden der Morwenna Bloom, die vor 50 Jahren in den Henkerswald hinter dem Anwesen von Tanyas Großmutter ging und nach diesem Tag nie wieder gesehen wurde.

Michelle Harrison ist mit „Elfenseele“ ein wirklich spannender und unterhaltsamer Jugendroman gelungen. Auch wenn man meinen könnte, dass die dreizehnjährige Tanya vielleicht im Laufe der Zeit besser mit den Elfen hätte umgehen können, so bezaubern mich die verschiedenen Wesen und ihre unterschiedlichen Eigenschaften. So unangenehm es sein muss, wenn ein „Abflussbewohner“, ein lurchartiger Elfe, einem ständig glitzernde Sachen aus dem Badezimmer stahl, so nett ist die Idee einer Herdfee, die dafür sorgt, dass der Tee immer warm ist. Letztere würde ich gern einladen bei mir zu wohnen – auch wenn die vier Katzen wohl zuviel für sie sein müssten. 😉

Aufbauend auf den verschiedenen (britischen) Feensagen spinnt die Autorin eine fantastische Geschichte rund um die dreizehn Schätze des Feenreichs, die Menschen, die die übernatürlichen Wesen sehen können, Wechselbälger und den Übergang in das magische Reich. Auch wenn sich die Handlung eher langsam entwickelt, so hat es mir gefallen, dass ich nur selten vorhersagen konnte, in welche Richtung die Geschichte gehen würde. Und obwohl Michelle Harrison am Ende sehr viele verschiedene Hinweise zu einem stimmigen Gesamtbild verknüpft hat, so bleibt noch genug zu erzählen für eine (hoffentlich ebenso gelungene) Fortsetzung. Die ist übrigens für den englischsprachigen Markt schon angekündigt und soll im Januar unter dem Titel „Thirteen Curses“ erscheinen. 🙂

Amber Kizer: Meridian – Dunkle Umarmung

Da es schon genügend Rezensionen gibt, die detailliert auf den Inhalt von „Meridian“ eingehen, gibt es hier von mir nur den Klappentext (sonst wird diese Rezi eindeutig zu lang zum Lesen! 😉 ).

„Mein Name ist Meridian. Ich gehöre leider nicht zu den Menschen, die man gerne zu Geburtstagsfeiern einlädt – denn obwohl ich es ganz sicher nicht will, muss ich mein Leben mit dem Tod teilen. Ich bin eine Fenestra: Durch mich gelangen die Seelen der Verstorbenen in den Himmel. Aber davon wusste ich nichts, bis ich sechzehn Jahre alt wurde – und plötzlich in großer Gefahr schwebte.“

Wie schon mal erwähnt, hatte ich bei der Beschreibung im Verlagskatalog das Gefühl, dass „Meridian“ eher keine Geschichte für mich ist. Ich bin so langsam ein wenig übersättigt, wenn es um solche Jugendromane geht. Dann habe ich dann so viele positive Rezensionen gelesen und Details erfahren, dass ich neugierig auf den Roman wurde. Letztendlich hinterlässt mich das Buch zwiegespalten, was wohl auch an meiner Art zu Lesen liegt.

Wenn ich lese, dann nehme ich eine Geschichte auf der einen Seite mit dem Verstand und auf der anderen Seite mit dem Gefühl war – und lese ich ganz privat für mich, dann erlaube ich meinem Gefühl gern die Oberhand zu übernehmen. Häufig ist ein Roman für mich dann richtig „gut“, wenn ich die Handlung miterleben kann. Da ist es mir dann auch egal, ob die Ausdrucksweise nicht ganz stimmig ist oder ob kleine Widersprüchlichkeiten vorhanden sind – und erst mit ein paar Tagen Abstand bin ich dann in der Lage ein objektives Urteil über das Buch abzugeben.

Bei „Meridian“ hatte ich ein paar Momente, wo das Gefühl über den Verstand siegte, aber dies hielt nie sehr lange an, da es einfach zu viele Unstimmigkeiten in der Geschichte gibt. Mich reizt die Grundidee sehr! Die Idee von einer Fenestra, die den Seelen nach dem Tod den Übergang ermöglicht, und viele andere Details haben mich wirklich angesprochen. Sehr schön fand ich auch die ganzen Szenen in der Küche und die Atmosphäre im Haus der Tante. Bei den ganzen Patchworkdecken zuckte es in meinen Fingern endlich wieder mit dem Nähen anzufangen, und dass die Tante ihre „Seelenreste“ über das Handarbeiten verarbeitet, gefiel mir auch. Aber ich muss zugeben, dass man mich mit gut geschriebenen Küchen- und/oder Handarbeitsszenen eh schnell auf seine Seite ziehen kann.

Was mich allerdings im Laufe des Romans immer wieder ärgerte, waren die ganzen „Issos“. Das sind die Dinge, bei denen eine Autor einfach sagt „Das ist eben so!“ ohne einen Hintergrund oder eine Erklärung zu bieten. Viele Dinge, die Amber Kizer vielleicht hatte erzählen wollen, musste ich mir selber zusammenreimen – doch selbst hier durfte man nicht zu genau hinschauen, da einen dann wieder die Unstimmigkeiten ansprangen.

Dabei hätte man all diese Dinge so leicht umgehen oder erklären können! Anfangs empfand ich Meridians Kindheit als einen guten Auftakt für diese Geschichte. Und mit ihr zusammen war ich als Leser ganz verwirrt auf dem Weg zu Meridians Tante, hoffte auf Aufklärung und war neugierig darauf, was mir die Geschichte zu bieten hat. Doch dann kam der Brief von Meridian Mutter, in der sie „erklärt“, warum sie ihre Tochter so abrupt wegschicken müsse. Allein dieser Brief hat mich schon unzufrieden zurückgelassen … Auf der einen Seite meint die Mutter, dass sie ihre Tochter liebt, sie so lange wie möglich hätte bei sich behalten wollen, dass es ihr leid täte, dass sie eine anständige Ausbildung durch die Tante verhindert hätte – und dass es sie immer gewundert hätte, dass Meridian nie gefragt hätte, warum ständig Tiere in ihrer Nähe sterben.

Um jetzt mal wohlwollend damit umzugehen, kann ich nun behaupten, dass die Mutter, die Fähigkeiten der Tochter ignoriert hätte, um die Tatsache zu verdrängen, dass sie Meridian an ihrem sechzehnte Geburtstag wegschicken müsse. Doch wenn dem so ist, dann frage ich mich, warum das Mädchen von den Eltern nie liebevoll behandelt wurde. Denn laut Meridian hat nur ihr kleiner Bruder sie manchmal umarmt und wie einen normalen Menschen behandelt.

Dann lese ich, dass eine Fenestra 106 Jahre alt wird, wenn sie nicht vorher eines unnatürlichen Todes stirbt. Unter diesen Umständen hätte ich spätestens beim 104 Geburtstag der Tante darauf bestanden, dass Meridian ausgebildet wird. Denn das die Zeit nicht reichen würde, wenn man den sechzehnten Geburtstag von Meridian (und 106sten der Tante!) abwartet, sollte wohl für alle Beteiligten erkennbar gewesen sein. Die Frage, warum eine Fenestra nicht älter wird, wird übrigens nicht beantwortet. Was mich dann doch wieder zu einem gequälten „Warum?“ veranlasst!

Und allein die Dummheit der Tante, die (wenn man sich mal das Tagebuch anguckt) jeden Unfall, jeden ungeklärten Todesfall einer Fenestra auf die bösen Aternocti schiebt, aber nicht in der Lage ist eine Verbindung zwischen diesen Bösewichten und dem unheimlichen Reverend der örtlichen Gemeinde zu ziehen, treibt mich die Wände hoch. Ich meine, wie viele Hinweise braucht man denn noch, wenn man schon zusehen muss, wie der Ort sich verändert, wie die Alteingesessenen vertrieben werden, wie die Tante quasi ein Berufsverbot auferlegt bekommt – und wie der Reverend anscheinend für den Tod eines Kindes, brennende Häuser und ähnliche wunderbare Entwicklungen verantwortlich ist?

Lustigerweise hat mir das Buch trotz des Ärgers über die Unstimmigkeiten irgendwie doch gefallen. Ich werde es bestimmt irgendwann noch einmal lesen, auch wenn mir dabei wohl durchgehend Gedanken durch den Kopf schießen werden, die sich darum drehen, wie man diese Geschichte stimmig erzählen könnte. Und einer Fortsetzung stehe ich auch nicht so abgeneigt gegenüber, werde diese dann aber wohl eher aus der Bibliothek ausleihen …

Bruce Coville: Die Einhorn-Chroniken 1

Es gibt eine Sache, die mich an „Die Einhorn-Chroniken“ irritiert: Der Band „Das Tor zwischen den Welten“ wird als erster von drei Teilen bezeichnet – und beinhaltet die ersten beiden amerikanischen Bücher „Into the Land of the Unicorns“ und „Song of the Wanderer“. Bislang gibt es bei Scholastic Inc. nur einen dritten Teil der Reihe – weiter Bände kann ich auf der Homepage des Verlags nicht einmal als Ankündigung finden. Allerdings verspricht Amazon.com für 2010 den Titel „The Last Hunt“ als vierten Teil der Reihe … Und nun bin ich ein wenig verwirrt. 😉 Aber immerhin ist es schön mal zu sehen, dass die deutsche Veröffentlichung nicht nur einen halben amerikanischen Roman, sondern gleich zwei Bücher beinhaltet! 🙂

Doch erst einmal ein Wort zum Inhalt: „Das Tor zwischen den Welten“ erzählt von Caras unglaublichen Erlebnissen in einer fantastischen Welt. Als sie eines Tages mit ihrer Großmutter Ivy aus der Bibliothek kommt, fällt dem Mädchen auf, dass sie von einem fremden Mann verfolgt werden. Die beiden flüchten in eine Kirche und als der Fremde sie dort aufspürt, verhält sich die Großmutter sehr merkwürdig. Ivy Morris gibt ihrer Enkelin ein wertvolles Amulett, geht mit ihr in den Glockenturm und beginnt dort zu läuten. Cara soll beim zwölften Glockenschlag mit dem Amulett in der Hand vom Kirchturm springen, um sich so in Sicherheit zu bringen!

Zu ihrer großen Überraschung landet Cara so im märchenhaften Kirin und schnell begegnet sie allerlei fantastischen Gestalten, wie dem Einhorn Lightfoot, dem Dumbeltum und dem Skijum. Aber Kirin hat auch seine Schattenseiten und dazu gehören so boshafte und unheimliche Kreaturen wie die Delfer, die Cara das Ivys Amulett stehlen wollen. Hier in Kirin erfährt das Mädchen von den magischen Fähigkeiten des Schmuckstücks, und dass ihre Großmutter Morris schon häufig in Kirin war und als Freundin der Einhörner gilt. Das ist auch der Grund, warum der Fremde sie und Cara gejagt hat. Denn er gehört zu den Jägern, die seit Jahrhunderten versuchen einen Weg in die magische Welt zu finden, um die Einhörner auszulöschen.

Mir gefiel diese fantastische Geschichte sehr gut. Mit Cara zusammen konnte ich eine klassische Märchenwelt entdecken und habe vor allem den Dumbeltum schnell in mein Herz geschlossen. Auch wenn es für jüngere Leser einige erstaunlich heftige Szenen in diesem Roman gibt, sorgt die märchenhafte Stimmung dafür, dass man Caras Abenteuer in Kirin einfach nur genießen konnte. Allerdings muss ich zugeben, dass ich erst nach der Hälfte des Bandes gemerkt habe, dass mir hier zwei Romane präsentiert werden und das hat mich beim Lesen schon gestört. Denn auf einmal bekam ich innerhalb einer durchgehenden Geschichte wieder all die Dinge erklärt, die ich am Anfang schon einmal erzählt bekommen habe. Ein kleiner Hinweis des Verlages wie z.B. ein Titelblatt für den zweiten Teil, wäre da ganz nett gewesen. >g<

Wer von Bruce Coville schon die Geschichten um den Zauberladen kennt, wird vielleicht ein wenig erstaunt sein, wie sehr sich sein Erzählstil von diesen Romanen unterscheidet. „Das Tor zwischen den Welten“ ist eindeutig ernsthafter und da der Großteil der Geschichte nicht in unserer Welt spielt, wirken Caras Abenteuer auf mich nicht so ungewöhnlich wie die Zauberladen-Bücher. Trotzdem findet man hier ein wunderschönes modernes Märchen voller seltsamer Kreaturen und wirklich rührender Momente, die einem schon mal eine Träne ins Auge treiben können. 😉

Susan Elizabeth Phillips: Mitternachtsspitzen

Nachdem Soleil vor einigen Wochen eine begeisterte Rezension zu dem Roman „Mitternachtsspitzen“ geschrieben hat, dachte ich, dass ich doch auch mal einen Blick in das Buch werfen sollte. Eine Freundin von mir ist vor ein paar Jahren nach Amerika ausgewandert und hatte mir vorher einen großen Schwung Bücher überlassen. Darunter auch einige Romane von Susan Elizabeth Phillips, die ich dann hintereinander gelesen habe. Doch so gehäuft hat es mich geärgert, dass in jedem Roman ein anfangs unschuldiges Mädchen die Hauptfigur war, und dass diese dann eine Beziehung mit einem (deutlich) älteren und vor allem erfahreneren Mann anfing, der sie in die Geheimnisse der Liebe einwies.

Auch in „Mitternachtsspitzen“ zeigt sich dieses Schema wieder, doch zusätzlich beschlich mich das Gefühl, dass die Autorin sich bei ihren Figuren von Georgette Heyers „Der Page und die Herzogin“ hat inspirieren lassen. Die jungenhafte Kit reist kurz nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg von der familiären Baumwollplantage nach New York, um Baron Cain zu ermorden. Dieser hat nämlich von Kits böser Stiefmutter die Plantage geerbt – und nur sein Tod würde die junge Frau in die Lage versetzen den väterlichen Besitz ihr eigen zu nennen.

Doch der durchschaut schnell, dass sein neuer Stallbursche ein Mädchen ist. Und da das Schicksal ihn sogar zum Vormund der aufmüpfigen Dame gemacht hat, steckt er sie erst einmal in eine Schule, in der sie lernen soll, wie sich eine Lady zu benehmen hat. Drei Jahre später ist aus dem Wildfang eine hinreißende Frau geworden, deren Ausstrahlung auch der erfahrene Baron kaum widerstehen kann. Doch Kit verfolgt weiterhin nur ein Ziel: Wieder in den Besitz der Plantage zu gelangen.

Soleils Begeisterung für das Buch kann ich nicht so ganz nachvollziehen. Aber ich habe heute einen netten Nachmittag mit Kit und ihrem attraktiven Baron gehabt. Obwohl der Verlauf der Handlung recht vorhersehbar ist und mich so mancher Anfall von Dickköpfigkeit bei den beiden Hauptfiguren zum Kopfschütteln bewegt hat, ist es eine unterhaltsame Geschichte. Doch vor allem haben mir ein paar Nebencharaktere – besonders Veronica – gefallen und bei mir immer wieder für ein Schmunzeln gesorgt.

Achja, noch etwas zum Cover: Meine Güte, hat den niemand in diesem Verlag mal das Buch gelesen, bevor die Umschlaggestaltung ausgewählt wurde? Das ist ein Roman, der kurz nach dem Sezessionskrieg spielt … und die weibliche Hauptfigur ist schwarzhaarig … und in keiner Weise so rosa-blond … und was soll das für eine Geste sein? … und ich mag so belanglose Cover absolut nicht! 😉