Kategorie: Uncategorized

Agatha Christie: Curtain – Poirot’s Last Case

Es ist kein Geheimnis, dass ich die Agatha-Christie-Romane lieber mag, in denen Miss Marple die Hauptfigur ist, aber das hindert mich natürlich nicht daran, einen Hercule-Poirot-Roman zu genießen. Nur bei „Curtain“ ist das mit dem Genuss ein Problem, denn das ist der Kriminalroman der Autorin, den ich am wenigsten genießen kann. Ich finde die Entstehungsgeschichte spannend. Denn der Roman ist während des 2. Weltkriegs geschrieben worden, weil Agatha Christie sichergehen wollte, dass Poirots Geschichte selbst dann einen Abschluss finden würde, wenn sie während des Kriegs sterben würde. Danach ruhte das Manuskript 30 Jahre lang in einem Banksafe, um 1975 (ohne weitere Anpassungen an die Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte zu erleben) veröffentlicht zu werden.

Auf den ersten Blick hat die Geschichte alles, was einen guten Agatha-Christie-Roman ausmacht. Die Handlung ist unterhaltsam und spannend, die Autorin beweist wieder ein Händchen für stimmige Figuren (auch wenn man bestimmte Typen sehr häufig in ihren Bücher vorfindet) und die Grundidee ist – ebenso wie die Auflösung – einfach genial. Erzählt wird die Geschichte wieder aus der Sicht von Arthur Hastings, der sich dumm genug anstellt, dass sich der Leser überlegen fühlt, und dann wieder so mit sich beschäftigt ist, dass es mehr als verständlich ist, dass er bestimmten Aspekten keine Beachtung schenkt. Reizvoll finde ich eigentlich auch die Tatsache, dass der Roman wieder in dem Herrenhaus Styles spielt und so einen Bogen schlägt zur ersten Poirot-Geschichte. Denn in Styles haben Hastings und der kleine Belgier sich nach dem Ersten Weltkrieg kennengelernt, während der eine aufgrund einer Verwundung seinen Dienst als Soldat quittieren musste und der andere durch den Krieg gezwungen wurde, sein Heimatland zu verlassen.

Wie so oft konzentriert sich das Geschehen auf einen kleinen Kreis von Personen und alle relevanten Szenen spielen in einem – von der Außenwelt regelrecht abgeschlossen wirkenden – Haus. Dabei wirkt das Ganze wie aus der Zeit gefallen, was nicht nur daran liegt, dass Agatha Christie dieses Mal relativ wenige Verweise auf politische und gesellschaftliche Ereignisse eingebaut hat. In Styles haben sich lauter Menschen versammelt, die – wie es eine der Personen ausdrückt – „versehrt“ sind. Dabei leiden eigentlich nur Hercule Poirot (durch sein Alter) und Mrs. Franklin an körperlichen Einschränkungen, alle anderen Beteiligten sind – auch wenn es auf den ersten Blick nicht immer ersichtlich ist – „nur“ durch ihr Leben gezeichnet.

Das führt zu dem Punkt, mit dem ich so große Probleme beim Lesen habe: Agatha Christie hat es geschafft, bei dieser Geschichte eine für mich ganz fürchterliche Atmosphäre zu schaffen. Auch wenn auf den ersten Blick alles normal und heiter wirkt (was es selten tut), so ist der Roman durchdrungen von Hilflosigkeit, Trauer, Reue, Desillusionierung und vielen anderen lähmenden oder frustrierenden Emotionen. Etwas Ähnliches hat Agatha Christie schon in anderen Romanen geschaffen, wie zum Beispiel bei „Tod auf dem Nil“ oder „Die Schattenhand“, Doch bei den anderen Büchern wurde die unangenehme Atmosphäre dadurch aufgebrochen, dass der Erzähler ein Außenstehender ist und durch die Ereignisse in der Geschichte wieder an Lebensmut gewinnt oder dass es Nebenfiguren gibt, bei denen man schon während der Handlung erahnen kann, dass es am Ende zumindest für sie zu einem glücklichen Ausgang führen wird. Hier hingegen ist der Erzähler Hastings genauso deprimiert wie all die anderen Beteiligten und dazu kommt, dass er eigentlich jedem Menschen vertrauen will – und sich doch aufgrund der Umstände, gezwungen sieht, jeden Einzelnen zu hinterfragen. (Was ihm, wie ich zugeben muss, nicht liegt und deshalb auch nicht besonders gut gelingt.) Einzig Poirot scheint ungebrochen zu sein – doch bei ihm zeigt es sich dafür, dass selbst der brillanteste Verstand manchmal nicht ausreicht, um einen Verbrecher aufzuhalten.

So finde ich – trotz all der ungewöhnlichen und tollen Ideen, die Agatha Christie in diesem Roman verwendet hat – „Curtain“ nicht wirklich schön zu lesen. Ich kann das Handwerk anerkennen, ich finde auch, dass der Roman nun mal dazu gehört, wenn man Poirots Fälle (oder Agatha Christies Werk) kennenlernen möchte, aber ich kann diese Geschichte nicht so sehr genießen wie all die anderen Romane der Autorin. Es fehlt bei „Curtain“ das ausgleichende Element, es fehlt die vertraute Leichtigkeit, die sonst oft bei Dialogen von Agatha Christie zum Tragen kommt. Ich gebe zu, dass zumindest Letzteres hier angesichts des Endes nicht passend wäre, aber das hindert mich nicht daran, diese helleren oder gar amüsanteren Seiten eines Agatha-Christie-Romans bei diesem Titel zu vermissen.

Dies und Das (1): Handwerker

In den letzten Wochen hatten wir so einige Erlebnisse mit Handwerkern. So haben die neuen Eigentümer unserer alten Wohnung regelmäßig Handwerker durch unsere Räume geführt, um die kommenden Renovierungen zu besprechen. Spannend fand ich dabei, dass wirklich jeder Handwerker andere Prioritäten bei diesen Vorgesprächen gesetzt hat. Dem einen war es wichtig, dass der Bodenbelag nicht schwimmend verlegt wird, der andere wollte unbedingt, dass beim Streichen eine Spezialfarbe verwendet wird, und wieder einer meinte, dass man vor dem Einzug unbedingt die gesamte Elektrik neu machen sollte. Letzterem würde ich nach unseren Erfahrungen in dieser Wohnung (inklusive der diversen Kabelfunde in den Wänden) zustimmen, aber das ist ja nun nicht mehr meine Angelegenheit.

Dann hatten wir zwei kleinere Aufträge für die neue Wohnung zu vergeben und deshalb zwei Ausschreibungen bei einer Onlineplattform gemacht, die Aufträge an Handwerker vermittelt. Interessant fand ich dabei, dass für das Verputzen eines ca. 35 cm großen Lochs in der Decke der neuen Wohnung, wo anscheinend mal eine befestigte Lampe runtergekracht war (und zu dem der Vermieter nur meinte, dass wir halt eine größere Lampe aufhängen sollten, um das Loch zu verdecken,) Angebote kamen, die zwischen 35 und 285 Euro lagen. Ein einziger Handwerker meinte, er müsste sich das vor Ort anschauen, weil er das anhand der Fotos nicht beurteilen könnte. Unser zweiter Job war die Doppelung einer vorhandenen Steckdose in der Küche, wo es bei den Angeboten auch sehr große Spannen gab. Dass die Unterschiede so extrem sein würden, hätte ich vorher nicht gedacht – vor allem, da alle Anbieter einen sehr ähnlichen Stundenlohn für die Tätigkeit veranschlagt hatten, aber eben den Aufwand an Zeit und Materialien sehr unterschiedlich berechneten.

Interessant war auch die Terminabsprache. Normalerweise ist das kein so großes Problem, weil ich ja zuhause arbeite und den ganzen Tag erreichbar bin. Aber da wir in der neuen Wohnung noch nicht wohnten und ich 1,5 Stunden Fahrt quer durch die Stadt einrechnen musste, brauchte ich schon eine relativ konkrete Uhrzeit und konnte mit einer größeren Zeitspanne als Terminangabe nichts anfangen. Da unsere Aufträge so klein waren, dass die beiden engagierten Handwerker die Besuche nach ihren aktuellen größeren Baustellen eingeschoben haben, konnten wir es dann zum Glück so regeln, dass mein Mann nach der Arbeit zur Wohnung gehen und die Termine wahrnehmen konnte. Auch wenn die verabredeten Termine dann doch wegen „familiärer Notfälle“ prompt jedes Mal noch verschoben wurden, klappte das einigermaßen.

Lustig war auch der Handwerker, der im Auftrag unseres neuen Vermieters die Fensterrahmen streichen sollte. So froh ich bin, dass das noch vor unserem Einzug gemacht wurde (und wir so nicht mit Christie und über längere Zeit offenen Fenstern in der Wohnung jonglieren müssen), so irritiert war ich auch, als der Typ eines Tages anrief und meinte, er sei jetzt im Haus, ob wir ihm eben den Schlüssel geben könnten. Mein Mann arbeitet zwar in relativer Nähe zur neuen Wohnung, kann aber nicht mal eben spontan seinen Arbeitsplatz verlassen, ohne dass es dabei Probleme gibt, die gleich mehrere Kollegen betreffen. Ich frage mich wirklich, wie oft dieser Handwerker mit solch einer „Terminabsprache“ Erfolg hat … Unschön war auch, dass dieser Handwerker nach erfolgter Schlüsselübergabe anscheinend die ganze Wochen, die er im Keller des Hauses zu tun hatte, ungefragt unsere Toilette genutzt hat – und dabei einiges an Dreck in die Wohnung geschleppt hat. Natürlich müssen er und seine Kollegen mal aufs Klo, aber sie hätten fragen können, und vor allem wäre es schön gewesen, wenn die frisch gestrichene und gereinigte Wohnung nicht dabei so von ihnen eingesaut worden wäre. Auch beim Streichen hat der Handwerker dunkelbraune Holzfarbe an den frisch gestrichenen weißen Fensterlaibungen innen und den weißen Holzumrandungen außen hinterlassen, so dass wir deshalb erst einmal unseren Vermieter zur Beauftragung von Nacharbeiten anhalten mussten.

Unsere beiden engagierten Handwerker waren immerhin nett, pünktlich (also, beim jeweils zweiten ausgemachten Termin) und haben gut und zügig gearbeitet. Die Wohnung ist frisch gestrichen – wobei mir für die eine Wand im Wohnzimmer, noch Farbe fehlte, weshalb ich da in den kommenden Wochen noch einmal mit Pinsel und Rolle aktiv werden muss. Auch unsere Küche steht jetzt – trotz aller böse Überraschungen und der deshalb erforderlichen Improvisationen – endlich in der neuen Wohnung. Dass ich am Tag nach dem Aufbau erst einmal den Raum trockenlegen durfte, nachdem Spüle und Waschmaschinenabfluss ausliefen, vergessen wir jetzt einfach mal, dass wir dem Ganzen nach dem vierten Handwerkertermin immer noch nicht richtig trauen und nach jedem Abwasch und jeder Wäscheladung den Fußboden bis in den hintersten Winkel abtasten, ebenso …

Wenn das endlich geklärt ist, müssen wir uns hoffentlich so schnell erst einmal nicht wieder mit Handwerkern auseinandersetzen. Ich wäre froh, wenn endlich diese ganze Termin- und Arbeitsabsprachen vorbei wären, und in Zukunft so schnell kein fremder Mensch mehr durch die Wohnung stapft oder gar den Deckel meiner Toilette oben lässt, wenn er das Bad benutzt hat. 😉

Auszeit am Samstag

Nach ein paar wirklich anstrengenden Wochen und all dem Ärger in den letzten Tagen wird es Zeit, sich auf schöne Dinge zu konzentrieren (und zu verdrängen, dass das Thema „Küche“ nach diversen kleineren Überschwemmungen immer noch kein Ende gefunden hat und wir uns heute Mittag wieder mit dem Monteur rumschlagen dürfen).

Am Mittwoch habe ich mich selbst überrascht, als eine eCard bei mir ankam, die ich mir anscheinend vor einiger Zeit geschrieben hatte. Auch wenn ich darin stellenweise wie meine Mutter klinge, habe ich mir wirklich nette Sachen mitgeteilt. Eine schöne Karte hatte ich auch ausgesucht, das Bild zeigt einen wunderschönen Blick auf eine Lichtung in einem Wald. Ich finde es lustig, dass ich mich gar nicht mehr daran erinnern kann, dass ich mir dieser Karte geschickt hatte, aber es ist auch sehr schön, dass ich mich selbst so nett überraschen kann. 😉

Außerdem werden wir morgen im Durchgangszimmer endlich die beiden (im Dezember gekauften) großen Regale aufbauen und hinstellen können. Den Aufbau der Regale machen wir gemeinsam – einräumen darf mein Mann sie dann erst einmal ganz allein, da dort vor allem sein Kram landen wird. Wenn ich Glück habe, dann bleibt in den Regalen ein bisschen Platz für meine Sachen übrig und ich kann morgen auch noch ein paar Kartons auspacken. Wenn ich kein Glück habe, muss ich warten, bis am Ende der kommenden Woche mein neues Regal eintrifft, um ein paar Bücher auspacken zu können.

Eigentlich hatten wir uns die Regale für heute vorgenommen, aber da wieder ein Handwerkertermin ansteht, haben wir das Ganze um einen Tag geschoben. Während sich mein Mann mit dem Monteur rumschlagen darf, werde ich die Füße hochlegen, eine Tasse Tee genießen und endlich mal wieder zu einem Buch greifen. Ich habe das Bedürfnis nach einer Auszeit und will endlich mal wieder ein paar Seiten lesen.

Charlie N. Holmberg: Magic Bitter, Magic Sweet

Über „Magic Bitter, Magic Sweet“ von Charlie N. Holmberg bin ich vor kurzem HIER gestolpert und weil ich gerade so ein Bedürfnis nach märchenhaften Geschichten hatte, habe ich mir den Roman auch schnell zugelegt und gelesen. Leider war ich nicht ganz so begeistert von der Geschichte, weil sie für mich – trotz gerade mal 306 Seiten – erstaunlich viele Längen hatte. Ich muss aber auch zugeben, dass ich immer nur ein paar Seiten oder ein Kapitel am Stück gelesen habe und dann aus zeitlichen Gründen wieder eine Pause einlegen musste. Wobei mir das Pausieren bei diesem Buch aber auch nicht schwergefallen ist und das zeigt schon, dass mich die Handlung nicht so besonders mitgerissen hat.

Protagonistin der Geschichte ist Maire, die seit ein paar Jahren in Carmine. lebt, wo sie von dem älteren Ehepaar Arrice und Franc aufgenommen wurde. Maire ist eindeutig nicht aus der näheren Region, wie man an ihrem Aussehen erkennen kann, und Maire erinnert sich an nichts aus ihrer Vergangenheit. Zum Glück hat sie aber entdeckt, dass sie eine Begabung dafür hat, Kuchen zu backen – genauer gesagt magische Kuchen, die den Menschen, die sie essen, Gefühle vermitteln können, die von Maire in den Teig miteingebacken wurden. So eröffnet sie mit der Hilfe von Arrice und Franc eine Bäckerei und lebt (abgesehen von dem Verlust ihrer Erinnerung) ganz zufrieden vor sich hin.

Doch dann wird der kleine Ort überfallen und diejenigen Bewohner, die gesund genug dafür sind, werden mitgenommen, um als Sklaven verkauft zu werden. So auch Maire, die bei Allemas landet, der von ihrer Magie weiß und sie zwingt Kuchen für seine Auftraggeber zu bauen. Obwohl die Maire alles versucht, um zu fliehen und dabei immer weiter verletzt wird, muss sie im Laufe des Buches Kuchen backen, die nicht dafür gedacht sind, die Menschen zu erfreuen oder zu unterstützen. Einziger Lichtblick in all dem Leid sind die Besuche eines geheimnisvollen Mannes, der immer wieder vor Maire erscheint und der sie früher gekannt zu haben scheint. Jeder dieser Besuche bringt Maire ein kleines Stück Erinnerung, ebenso wie der eine oder andere Moment mit ihrem „Besitzer“ Allemas, doch je mehr Maire über sich erfährt, desto mehr Fragen hat sie auch.

Das alles klingt eigentlich sehr nett und die ersten Szenen in dem Roman mochte ich auch, aber dann wurde ich immer ungeduldiger mit der Geschichte. Nicht, weil so wenig passierte, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass die Autorin mich künstlich hinhalten würde. Ich fand die meisten „überraschenden“ Wendungen erstaunlich vorhersehbar, außerdem wurde ich mit dem Großteil der Figuren nicht richtig warm. Dabei muss ich zugeben, dass die Grundidee hinter dieser Geschichte wirklich toll ist, aber ich hätte die Idee gern anders umgesetzt gesehen. So war ich beim Lesen vor allem ungeduldig oder genervt, weil ich darauf wartete, dass meine Überlegungen bezüglich der Hintergründe endlich bestätigt oder wiederlegt würden. Als dann auch noch eine weitere Figur (zum Glück nur kurzzeitig) unter Gedächtnisverlust litt, hätte ich den Roman beinah abgebrochen, weil das einfach eine Wendung zu viel für mich war, die sich nach einem „ich muss noch ein paar Kapitel schinden“ von Seiten der Autorin anfühlte.

Das Spannenste an der Geschichte ist für mich, wenn ich ehrlich bin, wie unterschiedlich man die Erzählweise der Autorin, die Figuren und die Handlungsentwicklung wahrnehmen kann, wenn man die oben verlinkte Rezension und meine Meinung miteinander vergleicht. 😉

März-SuB 2017

Der Februar wurde vollkommen von unserem Umzug beherrscht, aber natürlich musste ich während des großen Packens zwischendurch immer wieder eine Arbeitspause einlegen und ein paar Kapitel oder eine Kurzgeschichte lesen. In der vergangenen Woche hatte ich zwar immer noch viel zu tun, aber durch den verschobenen Küchenaufbau konnte ich mir am Montag einige Lesestunden gönnen. Das Ganze hat dazu geführt, dass ich im vergangenen Monat insgesamt 7 Bücher und 9 Kurzgeschichten verschlungen habe. Eigentlich sogar 24 Kurzgeschichten, da eines meiner angefangenen Bücher eine Anthologie war. *g*

Der März wird definitiv mit einem leichten SuB-Zuwachs beginnen. Da ich mir jetzt keine Gedanken mehr um Lieferzeiten und Adresswechsel machen muss, habe ich zwei Romane bestellt, die hoffentlich bald bei mir ankommen. Zum Glück ist es dem Fahrradkurier meines Buchhändlers egal, in welchem Teil der Stadt ich wohne. Er liefert immer bis zur Wohnungstür. 😉 Ansonsten will ich mal schauen, ob ich in den nächsten Wochen nicht nur den SuB ausgepackt, sondern auch ein paar Reihenbände wieder vereint bekomme, damit ich mich dann auf die lang aufgeschobenen Serien in meinem Bestand stürzen kann. Mit ein paar alten Schätzchen konnte ich schon ein Wiedersehen feiern – jetzt brauche ich nur noch etwas ungestörte Lesezeit, um mal wieder ein paar Stunden mit ihnen zu verbringen.

  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents – A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  5. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  6. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  7. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  8. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  9. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  10. Gail Carriger: Curtsies and Conspiracies (Finishing School 2)
  11. Jennifer Estep: Dark Heart of Magic (Black Blade 2)
  12. Jennifer Estep: Bright Blaze of Magic (Black Blade 3)
  13. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  14. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  15. Alex Grecian: The Yard
  16. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  17. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  18. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  19. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  20. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  21. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  22. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  23. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  24. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  25. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  26. Diana Wynne Jones: The Islands of Chaldea
  27. Diana Wynne Jones: A Tale of Time City
  28. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  29. Lynn Kurland: Star of the Morning
  30. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  31. Seanan McGuire: Magic for Nothing (InCryptid 6)
  32. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  33. Bishop O’Connell: The Stolen
  34. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  35. Cindy Pon: Serpentine
  36. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  37. Philip Reeve: Larklight
  38. John Scalzi: Fuzzy Nation
  39. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  40. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  41. Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
  42. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  43. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  44. Charles den Tex: Die Zelle
  45. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  46. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  47. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  48. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child (Frontier Magic 1)
  49. Patricia C. Wrede: Across the Great Barrier (Frontier Magic 2)
  50. Patricia C. Wrede: The Far West (Frontier Magic 3)
  51. Xinran: Gerettete Wort
  52. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

47 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Lebenszeichen aus dem Chaos

Uff … Die vergangenen Wochen waren wirklich anstrengend. Wobei der Umzug am Dienstag eigentlich sehr gut lief, da die engagierten Umzugsleute einfach super waren. Doch trotz aller Bemühungen haben sie es noch nicht geschafft, unsere Küche in der neue Wohnung anzuschließen, so dass wir hier in jedem Raum noch Unter- und Oberschränke stehen haben und kein Zimmer einigermaßen einrichten konnten. Am Montag kommen sie noch einmal wieder und dann klappt es hoffentlich mit meiner Küche und dem Anschluss von Waschmaschine und Trockner, die auch beide dort stehen müssen. So wie die Wohnung geschnitten ist, kommt es uns vor, als ob wir täglich ein lebensgroßes Schiebepuzzle lösen müssten, wenn wir an etwas herankommen wollen, solange die Regale nicht aufgebaut sind.

Die wiederum sind nicht aufgebaut, weil ich die ganze Woche noch in der alten Wohnung beschäftigt war, bis wir gestern Abend dann endlich die Übergabe der Schlüssel hinter uns bringen konnten. Am lästigsten war dabei die ganze Woche über die Fahrerei mit den Öffentlichen, denn eine Strecke kostet 1 1/2 Stunden Zeit, so dass dafür sehr viel Arbeitszeit draufging. Und da es in der Nähe der neuen Wohnung kein so großes Carsharing-Angebot gibt wie bei der alten Wohnung, kam es dann dazu, dass wir z. B. diese Woche mit Bus und Bahn zur alten Wohnung gefahren sind, dort einen Kombi gemietet haben, um diesen mit Kartons und Altpapier vollzupacken, zum Recyclinghof zu fahren, den Wagen wieder abzugeben und – nach etwas Rumrödeln in der alten Wohnung – wieder mit Bus und Bahn den Heimweg anzutreten. In diesen Tagen wäre ein eigenes Auto doch wirklich wieder sehr praktisch gewesen … 😉

Da wir wirklich müde und kaputt sind, werden wir es in den nächsten Tagen etwas langsamer angehen lassen. Schöner wäre es zwar, wenn wir die Kartons jetzt zügig auspacken könnten, aber ohne die Regale, die noch geliefert werden, und ohne montierte Küchenschränke können wir gerade eh nicht so viel tun. Also bleibt es hier noch eine Weile beim Chaos (und der Vorfreude auf das neue Sofa, während wir unsere „Erholungszeit“ auf Küchenstühlen verbringen). Für Christie wird es vermutlich auch besser sein, wenn wir es jetzt etwas langsamer angehen lassen. Die hat nicht nur über ein halbes Kilo in den letzten Wochen abgenommen (was bei gerade mal 3,5 Kilo wirklich viel ist), sondern ist auch noch total unsicher und gerät bei jedem unvertrautem Geräusch in Panik. Sie sucht spürbar Nähe und Sicherheit bei uns und da ist es gut, dass ich nichts mehr in der alten Wohnung zu tun habe, während mein Mann ab morgen wieder arbeiten muss.

Wie immer sind wir wild entschlossen, nicht so schnell wieder umzuziehen – drückt uns die Daumen, dass wir lange in der neuen Wohnung bleiben können! 😉

Luzia Pfyl: Frost & Payne 1 – Die Schlüsselmacherin

„Die Schlüsselmacherin“ ist der erste Teil der „Frost & Payne“-Reihe von Luzia Pfyl und ich habe keine Ahnung mehr, wie der Titel auf meinem eReader gelandet ist. Als erstes muss ich gestehen, dass es mir immer schwer fällt eine Geschichte, die gerade mal 124 Seiten lang ist und nicht für Kinder geschrieben wurde als Roman zu bezeichnen. Wobei dieses Gefühl hier dadurch gefördert wird, dass die Handlung auf mich auch gerade mal wie ein langer Prolog wirkt und bevor es wirklich losgeht, ist das Ganze auch schon zu Ende. Sogar noch schneller zu Ende als nach den Prozentzahlen beim Lesen erwartet, denn auf den letzten Seiten kommt noch eine Menge „das gab es in diesem Roman“, „das erwartet euch im kommenden Roman“, „den zweiten Teil kannst du vorbestellen“ und „es geht darin übrigens um dieses und jenes“ – ohne dass das irgendeinen Mehrwert für den Leser hätte oder mich in irgendeiner Form neugierig auf die Fortsetzung gemacht hätte.

Dabei hat mir die Grundidee von „Die Schlüsselmacherin“ gut gefallen. Die Protagonistin Lydia Frost hat sich gerade als Detektivin selbstständig gemacht, nachdem sie seit ihrer Kindheit von einer – in London sitzenden – Variante der Triaden als Diebin missbraucht wurde. Auch wenn sie Madame Yueh dankbar ist, dass diese sie als kleines Findelkind aufgenommen hat (nachdem die Chinesin sah, wie Lydia ein Schloss knackte), so möchte Lydia doch auf eigenen Füßen stehen und nicht Teil der „Dragons“ sein. Doch die Triaden sind in dieser Steampunk-Welt eine nicht zu unterschätzende Macht und natürlich ist Madame Yueh nicht bereit Lydia einfach so gehen zu lassen. Parallel zu ihrem Ärger mit den „Dragons“ muss Lydia den verschwundenen Ehemann ihrer Klientin Cecilia Payne suchen. Jackson Payne ist ein ehemaliger Pinkerton-Mann, der vor einiger Zeit nach England ausgewandert ist, um bei seiner Frau zu sein, die in London als Wissenschaftlerin tätig ist. Doch dann verschwand die Tochter des Ehepaars und ohne seine Frau darüber zu informieren, machte sich Payne selber auf die Suche nach dem Mädchen.

Soweit ist das alles ganz nett und ich kann auch gut damit leben, dass in dieser Geschichte die Welt nicht besonders gut erklärt wird und sich viele Sachen bezüglich der Steampunk-Aspekte etwas willkürlich anfühlen. Dazu kommt, dass Luzia Pfyls Schreibweise sich zügig lesen lässt und ich zumindest die beiden Protagonisten recht sympathisch fand. Sie haben zwar nicht immer besonders klug gehandelt, aber sie waren nett und interessant genug, dass ich gern mehr über sie erfahren würde. Was mich allerdings davon abhält, sind zwei Punkte. Erst einmal habe ich jedes Mal, wenn ich das eBook wieder zur Hand nahm, einen „ach ja, DAS Buch lese ich gerade“-Moment gehabt, während ich zwischendurch nicht einmal an die Geschichte und die Figuren gedacht habe und mich statt dessen eher noch einmal an das davor gelesene eBook erinnerte. Und dann habe ich zweitens das Gefühl, dass ich keine richtige Geschichte gelesen habe. An dem Punkt, an dem ich langsam neugieriger auf weitere Ereignisse wurde, an dem ich das Gefühl hatte, dass jetzt mal endlich etwas Substanz kommen müsste oder die Handlung vielleicht mal anzieht und mir eine wirkliche Konfrontation (und nein, die Szenen im Park und in der U-Bahn zählen da für mich nicht) bieten müsste, war das Ganze vorbei. Wenn mir bei der letzten Seite die Frage „Das war es?“ in den Sinn kommt statt „Wie geht es wohl weiter?“, dann finde ich das Lesen eines Buches mehr frustrierend als unterhaltsam. Unter solchen Umständen ist es egal wie nett Grundidee und Protagonisten sein mögen, ich lese definitiv nicht weiter …

Jennifer Estep: Cold Burn of Magic (Black Blade 1)

Da ich sowohl die „Mythos Academy“- als auch die „Elemental Assassin“-Reihe von Jennifer Estep gern lese, hatte ich mir den ersten Band ihrer neuen Trilogie zu Weihnachten gewünscht. Ich muss gestehen, dass ich nach dem Lesen ein bisschen hin- und hergerissen bin, denn ich habe ein paar Kritikpunkte. Erst einmal fühlt sich die Welt, in der die Protagonistin Lila lebt, wie eine „märchenfixierte“ Version von Gin Blancos Umfeld in den „Elemental Assassin“-Büchern an – inklusive Magie, über die einige Personen verfügen, und Mafia-ähnlichen Familien, die über dem „normalen“ Gesetz stehen und ihre eigenen (häufig kriminellen) Interessen mit allen Mitteln durchsetzen. Außerdem ist Lila natürlich eine Waise … mit einer irgendwie väterlich wirkenden Bezugsperson … die ihr Aufträge vermittelt … Dieses Mal nicht wie bei Gin Mordaufträge, sondern Diebstähle, aber die Ähnlichkeit ist schon unübersehbar.

Dann ist da noch die Tatsache, dass Lila über eine sehr seltene magische Fähigkeit verfügt (wie Gwen Frost in den Mythos-Academy-Büchern) und über eine andere Fähigkeit, die eigentlich geheim bleiben soll, weil sie noch seltener und dazu auch noch sehr mächtig ist. Außerdem wurde Lilas Mutter vor einigen Jahren brutal getötet und sie ist noch lange nicht über den Verlust hinweg – genau wie Gin und Gwen immer noch ihren Müttern/Familien hinterhertrauern. Und wie die beiden anderen Protagonistinnen verliebt sich Lila entgegen aller Vernunft in einen Typen, der ein bisschen geheimnisvoll ist und mit dem sie auf gar keinen Fall eine Beziehung führen sollte. Zuletzt ist da noch die Tatsache, dass Lila eine unglaublich gute Kämpferin ist und als Siebzehnjährige locker mit den erwachsenen Bodyguards einer der einflussreichsten Familien der Stadt mithalten kann, was nicht nur unrealistisch ist – vor allem, da nur einmal überhaupt erwähnt wird, dass sie jemals trainiert -, sondern auch wieder sehr an Gin erinnert. Das sind schon alles mehr als vertraute Elemente bei einer Jennifer-Estep-Geschichte und ich fände es schön, wenn die Autorin sich mal davon lösen würde, weil etwas Abwechslung nun mal nicht schaden kann und ich ihr eigentlich mehr zutraue.

Außerdem erklärt Jennifer Estep auf den ersten 100 Seiten für meinen Geschmack viel zu viel. Nach einer Actionszene am Anfang ist Lila eigentlich nur noch damit beschäftigt, dem Leser die Welt inklusive der „Familien“, des Magiesystems und der Monster, die die Schattenseite der Magie darstellen, vorzustellen und zu erzählen, warum sie sich mit den Monstern gut arrangieren kann und warum sie sich von den Familien fernhält und nichts mit ihnen zu tun haben will. Und natürlich will sie nach dem Verlust der Mutter keine neuen Freunde finden, ist aber eigentlich zu jedem nett, will selbst von einem Pixie mit stinkiger Laune gemocht werden und schließt natürlich total schnell Freundschaften. Bevor ich mich jetzt an jeder Kleinigkeit aufhänge, die mich an dem Roman gestört hat, muss ich noch zugeben, dass ich auch bei der „Mythos Academy“- und bei der „Elemental Assassin“-Reihe sehr viele Kritikpunkte gefunden hatte und trotzdem beide Serien mit großem Genuss gelesen habe. Jennifer Esteps Geschichten finde ich wunderbar entspannend und unterhaltsam und irgendwie mag ich ihre Protagonistinnen wirklich gern, obwohl sie immer zwischen „ein bisschen zu blind bezüglich der Auflösung der Probleme“ und „trotz aller besonderen Fähigkeiten nicht wirklich überzeugend in ihrem Beruf“ schwanken.

Ich lese die kleinen Szenen in den Romanen von Jennifer Estep so gern, in denen es um die Eigenheiten der Figuren oder das Essen geht oder um die typischen Besonderheiten einer Stadt oder um Freundschaft. Mir gefällt die Vorstellung, dass Lila drei Jahre in der hintersten Ecke im Keller einer Bibliothek gelebt hat und ich will auf jeden Fall mehr über die „Monster“ erfahren, die in dieser Welt leben, und hoffe sehr, dass Lila noch einige Begegnungen mit ihnen hat (in denen es nicht um Leben und Tod geht). Es gibt auch immer wieder Passagen, in denen die Autorin mich emotional packt, in denen ich mit den Figuren mitleide oder mich darüber amüsiere, wie sie mit anderen Charakteren interagieren. So sitze ich am Ende – trotz aller Kritikpunkte – wieder da und bin zufrieden mit dem Gelesenen. Ich weiß, dass es einige Leute gibt, die mit Jennifer Estep (gerade mit ihren Mythos-Academy-Büchern) nichts anfangen können, aber für mich sind die Romane der Autorin entspannende Wohlfühlgeschichten voller netter fantastischer Elemente – und so werde ich mir wohl langfristig auch die anderen beiden Bände der Black-Blade-Reihe zulegen.

Holly Webb: Lily (Lily 1)

„Lily“ von Holly Webb ist der erste Band einer vierbändigen Kinderbuchreihe rund um die zehnjährige Lily. Wer die „Rose“-Serie der Autorin kennt, wird in „Lily“ viele vertraute Elemente wiederfinden, da die Geschichte in der selben fantastischen Welt spielt. Allerdings sind seid den Abenteuern, die Rose erlebt hat, einige Jahrzehnte vergangen und in der Zwischenzeit ist in (diesem alternativen historischen) England Magie verboten worden, nachdem der König durch Magie ermordet wurde. Es gibt eine Art Polizei, die der Witwe des Königs unterstellt ist und die jedem Verdacht auf die Anwendung von Magie nachgeht und jeder, der Magie anwendet, wird seiner Fähigkeiten beraubt und inhaftiert. So auch Lilys Vater, der kurz nach ihrer Geburt um eine Audienz bei der Königin ersuchte und danach nie wieder zu seiner Familie zurück kam.

Lilys Mutter ist davon überzeugt, dass ihre Tochter Georgiana dazu berufen ist dafür zu sorgen, dass die Magie in England wieder erlaubt wird, und unterrichtet das Mädchen deshalb von klein auf in allen Arten von Zaubern. Lily hingegen wird von ihrer Mutter vollständig ignoriert und hätte nicht einmal Lesen und Schreiben gelernt, wenn sich nicht ein Dienstmädchen ihrer angenommen hätte. Ihre ganze Kindheit hindurch wünscht sich Lily, dass sie einmal von ihrer Mutter so viel Aufmerksamkeit bekommen würde wie ihre große Schwester, doch mit zehn Jahren muss sie feststellen, dass Georgiana sehr unter den Anforderungen leidet, die die Mutter an sie stellt. Je mehr Lily darüber herausfindet, was ihre Mutter mit Georgie vor hat, desto mehr fürchtet sie um das Leben ihrer Schwester und so flüchten die beiden aus ihrem Elternhaus, um die Pläne ihrer Mutter zu durchkreuzen.

So süß und unterhaltsam ich „Lily“ fand, so haben mich die Handlung und die Charaktere nicht so bewegt wie bei „Rose“. Vielleicht liegt das daran, dass Rose schon mehr in ihrem Leben durchgemacht hat, dass sie weniger naiv war und mehr Angst vor ihren Fähigkeiten und davor, welche Schwierigkeiten man ihr deswegen bereiten könnte, hatte. Lily hingegen entdeckt auf den ersten Seiten dieses Romans, dass auch bei ihr so langsam die Magie erwacht und ist ganz hingerissen von all den Möglichkeiten, die sich nun vor ihr auftun. Obwohl sie oft überfordert ist und ihre Mutter ihr natürlich Angst macht, so hatte ich deutlich seltener das Gefühl, dass Lily wirklich in Gefahr schweben würde. Dafür habe ich die vielen kleinen Momente genossen wie zum Beispiel Lilys und Georgies Erkenntnis, dass sie keine Ahnung davon haben, wie sich junge Damen ihres Standes in der Stadt benehmen müssen, oder die Szenen, die in dem Gebäude spielen, in dem die beiden Schwestern im Laufe der Geschichte Zuflucht und Arbeit finden.

Da ich diese Welt lieber mag, wenn man theoretisch an jeder Ecke über magische Elemente stolpern kann, hoffe ich sehr, dass Lily am Ende erfolgreich sein wird. Ich freue mich auf die weiteren drei Bände, die schon in meinem Regal schlummern. Denn auch wenn mich dieser erste Teil nicht ganz so verzaubert hat wie „Rose“, so erzählt Holly Webb wieder eine wunderbar unterhaltsame und sehr niedliche Geschichte rund um Lily und ihre Schwester, mit liebenswerten Charakteren und liebevollen und amüsanten kleinen Elementen, die mir einfach Spaß machen. Diese fantastischen Kinderbücher ist in meinen Augen einfach perfekt für eine kleine Auszeit in stressigen Zeiten.

Digital vs. Print

Angesicht der Büchermassen, die ich gerade in Kartons stecke, und der immer wieder überraschenden Erkenntnis, wie wenige Bücher doch in einen Karton passen, ist es wohl kein Wunder, dass ich zur Zeit immer wieder über die Vor- und Nachteile von eBooks nachdenke. Dieser Umzug wäre so viel einfacher (und günstiger), wenn ich meine Bücher zum größten Teil als Daten auf dem eReader hätte. Vor allem, da ich ja inzwischen auch regelmäßig eBooks lese und auch ein paar Vorteile daran entdeckt habe, würde es sich theoretisch in Zukunft anbieten, in erster Linie Dateien zu kaufen.

Ich mag zum Beispiel, dass ich die Schriftgröße so weit erhöhen kann, dass ich auch in der Dämmerung oder mit müden Augen noch gut lesen kann. Außerdem kann ich mit dem eReader auch Bücher lesen, während ich stricke, weil ich das Buch nicht mit der Hand geöffnet halten muss und mit einem einfachen Tastendruck umblättern kann. (Ja, mein eReader ist so alt, dass er Tasten hat, und ich liebe ihn dafür! So kann ich ihn z.B. auch nutzen, wenn ich mir gerade die Hände eingecremt habe, was ich nicht machen würde, wenn ich über den Bildschirm wischen müsste, oder wenn eine Katze so auf mir liegt, dass ich gerade noch ein Fingerzucken auf die Reihe bekomme, aber keine größere Geste.) Ich habe auch keine Hemmungen, den Reader mit zum Kochen in die Küche oder mit ins Badezimmer zu nehmen, während ich meine gedruckten Bücher lieber nicht irgendwo rumliegen lasse, wo sie Wasserflecken oder Ölspritzer abbekommen könnten.

Trotz all dieser Vorteile sind mir meine gedruckten Bücher aber viel zu wichtig, um auf eBooks umzusteigen. Dabei geht es mir nicht darum, den Hamster in mir zu befriedigen, dem es einfach gefällt, wenn er vor gefüllten Regalen steht, oder mich an besonderen Ausgaben zu erfreuen. Denn – und da muss ich ehrlich sein – so schön ich ein ordentliches Bücherregal finde, so sehen meine Regale selten ordentlich aus (da ich immer zu viele Bücher pro Regalbrett reinstopfen muss), und es ist auch nicht gerade besonders ästhetisch, wenn man von einem Autor vier nicht zueinander passende Ausgaben einer Reihe nebeneinander stehen hat, weil das nun mal die einzige (oder günstigste) Möglichkeit war, die Bücher zu bekommen. Mir geht es vor allem um mein Leseverhalten, das bei gedruckten Büchern nun einmal anders ist als bei eBooks.

Ich lese viel und ich lese schnell, weshalb es gut ist, dass ich häufig Romane mehrfach lese. Es gibt Bücher in meinem Bestand, die ich (unter normalen Umständen) jedes Jahr wieder in die Hand nehme und genieße. Andere fische ich mir gern aus dem Regal, blättere zu meinen Lieblingsstellen und lese die noch einmal, um Erinnerungen aufzufrischen oder einfach eine bestimmte Passage noch einmal zu genießen. Und während ich dieses Blättern bei einem gedruckten Buch in wenigen Sekunden auf die Reihe bekomme, muss ich beim eBook mühsam zwischen Inhaltsverzeichnis (wenn überhaupt vorhanden) und den Kapiteln wechseln und blättern, blättern, blättern, bis ich an der richtigen Stelle bin. So dauert es länger, zu der gesuchten Passage zu kommen, als ich zum Lesen brauche. Das finde ich überaus lästig.

Auch das Nachschlagen von Personennamen (mein Namensgedächtnis ist nun mal grauenhaft) zum Beispiel für Rezensionen ist nervig bei einem eBook – und ich habe keine Lust, beim Lesen vorsichtshalber schon mal jede vorkommende Person zu notieren, nur weil ich sie eventuell in einer meiner Rezensionen erwähnen wollen könnte. (Wer mal drauf achten mag, wird feststellen, dass ich bei eBook-Rezensionen deutlich seltener Nebenfiguren mit Namen benenne als bei gedruckten Büchern. *g*) Überhaupt fällt mir bei eBooks immer wieder auf, wie oft ich normalerweise beim Lesen zurückblättern würde, um etwas nachzuschauen oder eine Passage noch einmal mit dem Wissen um die spätere Handlungsentwicklung zu lesen, und es ärgert mich, dass ich mir dieses Nachschlagen und Genießen bei einem eBook in der Regel verkneife, weil es eben nicht so einfach möglich ist.

Auch merke ich immer wieder, dass ich bei eBooks weniger Geduld habe, wenn ich einen Titel in die Finger bekomme, der etwas mehr Aufmerksamkeit beansprucht. Mir fehlt das Gefühl für den Seitenumfang, für das Voranschreiten der Geschichte und die Ermutigung bei etwas zäheren Passagen, die dadurch entsteht, dass ich sehen kann, dass ich nur noch ein Drittel des Buches vor mir habe und deshalb vermutlich das Ganze bald anziehen wird. Bei Büchern, die mich sehr fordern, nehme ich mir oft eine feste Seitenzahl pro Tag vor, was mit den Prozentzahlen, die mir mein Reader anzeigt, für mich nicht funktioniert. Wenn man dann noch bedenkt, wie wenige „herausfordernde“ Bücher ich im vergleich zu fluffigen Romanen lese, befürchte ich, dass ich auf diese bewussten Herausforderungen ganz verzichten würde, wenn ich auf eBooks umsteigen würde.

Außerdem stelle ich fest, dass ich eBooks viel seltener noch einmal lese. Was – wie ich zugeben muss – auch damit zusammenhängt, dass ich auf meinem Reader mehrere Ordner habe, in denen die Titel alphabetisch nach Autorenname aufgelistet sind. Erst einmal ist diese Auflistung nicht immer korrekt, weil bei manche Dateien der Autorenname nicht richtig angegeben wurde (also nicht so, dass das Gerät den Nachnamen auch eindeutig als solchen erkennt), dann scrolle ich nun einmal nicht so gern durch Listen, um mir Inspiration für meine nächste Lektüre zu suchen, und zwischen den Ordnern zu wechseln ist auch deutlich lästiger als mal eben einen Schritt zur Seite zu machen, um ein anderes Genre im Regal ins Auge zu fassen. Das Ganze wäre vermutlich nicht ganz so schlimm, wenn ich eine Regalansicht mit Covern auf meinem Gerät hätte, aber wirklich reizvoll finde ich so eine Ansicht auch nicht, wie ich dank der diversen Plattformen mit eBook-Angeboten sagen kann.

Zuletzt ist es noch so, dass ich wirklich gerne gedruckte Bücher in den Händen halte. Selbst die dicken Wälzer, die auf Dauer zu schmerzenden Handgelenken führen und die man nur längere Zeit am Stück lesen kann, wenn man sie auf der Sofalehne oder einem Tisch ablegt, finde ich angenehmer als den dünnen Reader zu halten. Dabei ist mein altes Gerät im Vergleich zu neueren Readern sogar verhältnismäßig dick und schwer, aber er liegt trotzdem nicht so gut in der Hand wie die meisten Bücher es tun. Außerdem ich finde es erholsam, wenn ich, nachdem ich jeden Tag Stunden vor dem Bildschirm verbringe, auf Papier blicken kann, statt schon wieder von einem Bildschirm angestrahlt zu werden (selbst wenn mein Reader keinen beleuchteten Bildschirm hat).

So bleibt es wohl auch in Zukunft dabei, dass ich versuche, irgendwie genügend Regalplatz in der Wohnung zu schaffen und bei jedem Umzug über all die Kartons entsetzt bin. Und dabei habe ich bei all den Gedanken zum Thema eBooks nicht mal über Comics, Manga und Spiele geredet, ebensowenig wie über die Tatsache, dass mein Mann nicht nur großteils ähnliche Hobbies hat wie ich, sondern auch noch eine Sammlung von Schallplatten und Brettspielen …