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Charlotte Brontë: Jane Eyre

Auch „Jane Eyre“ von Charlotte Brontë gehört zu den Romanen, die ich für die „100 Bücher“-Challenge gelesen habe. „Jane Eyre“ habe ich das erste (und letzte) Mal mit ungefähr zwölf Jahren gelesen und inzwischen bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich damals eine ungekürzte Fassung in die Hände bekommen hatte oder ob ich in der Zwischenzeit sehr viel vergessen hatte.

So konnte ich mich zum Beispiel nicht mehr daran erinnern, dass in diesem Roman anfangs ein gar nicht so unerheblicher Teil dafür draufgeht, das Leben der kleinen Jane bei ihrer Tante zu beschreiben. Dabei wird deutlich, wie sehr das Mädchen unter der ungerechten Behandlung ihrer Verwandten und den Quälereien durch ihren Cousin leidet. Auch die Zeit im Institut hatte ich ziemlich verdrängt, auch wenn ich mich noch daran erinnerte, dass sie in einem solchen ausgebildet wurde. Und ich muss zugeben, dass ich beim nochmaligen Lesen ganz froh war, dass ich an Janes Freundin Helen zum Beispiel keine Erinnerungen mehr hatte, denn deren langen Monologe fand ich stellenweise doch recht ermüdend.

Erst mit Janes Eintreffen auf Thornfield und ihrer ersten Begegnung mit Mr. Rochester kam ich wieder in vertrautes Gebiet. Allein schon die Szene mit dem Pferd und dem Hund ist ja recht unvergesslich, aber auch das langsame Kennenlernen der beiden Charaktere, Janes Sehnsucht nach mehr Abenteuer, als ihr ihr Leben bieten kann, sein launenhaftes Wesen und natürlich das in Flammen stehende Bett – das alles sind bekannte Fixpunkte. Was ich hingegen vollständig verdrängt hatte, war, dass auch Mr. Rochester eine Neigung zu Monologen hegte – natürlich nur herbeigeführt durch Janes geduldiges Zuhören. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass sich alle Menschen in diesem Roman sehr gern selbst reden hören. 😉

Außerdem ist mir der Unterschied zwischen den beiden Männern in Janes Leben nicht mehr so bewusst gewesen. Während ich Mr. Rochester mag und verstehen kann (obwohl er trotz der Dame im dritten Stock Zukunftspläne hegt), ist mir St. John recht zuwider gewesen. Seine Bereitschaft, alle Mittel anzuwenden, um seinen Willen zu bekommen, und dabei immer zu behaupten, es geschehe doch nur im Namen Gottes, fand ich wirklich abschreckend. Ebenso unangenehm war es mir, wie Jane sich in seiner Gegenwart von Woche zu Woche verändert hat.

Am Ende ist es aber – trotz der großen Liebe, die zwischen ihnen herrscht – das Verhältnis zwischen Jane und ihrem Mr. Rochester, das dafür sorgt, dass ich den Roman wohl so schnell nicht noch einmal lesen werde. Jane verhindert anfangs jede Großzügigkeit von seiner Seite, er ist verliebt, er möchte sie erfreuen, aber sie scheint dabei nur das Gefühl zu haben, dass er sie kaufen will. Erst als er derjenigee ist, der abhängig von ihr ist, als sie großzügig und „opferbereit“ sein darf, kann sie ihrer Liebe nachgeben, erst dann gibt es eine Zukunft für die beiden – und das lässt mich das Buch mit einem etwas bitteren Nachgeschmack beenden.

Vorweihnachts-Lese-Challenge Fazit

Als Ariana im November ihre „Vorweihnachts-Lese-Challenge“ vorstellte, war ich gleich angetan von dem Gedanken. Sich bewusst während der Adventszeit hinzusetzen und nicht nur zu lesen, sondern Bücher mit Weihnachts- oder Winterbezug zu wählen, fand ich nett. Da ich zu dem Zeitpunkt nicht sicher war, ob ich mehrere Titel zu diesen Themen finden würde, hatte ich mir nur die Anthologie „A Grosvenor Square Christmas“ und regelmäßige Lesestunden an den Adventssonntagen vorgenommen. Heute endet die Challenge offiziell und ich mag noch einmal auf die gelesenen Bücher zurückblicken.

Lustigerweise waren die Advents(sonn)tage für mich von Anthologien geprägt. Neben den Regency-Geschichten aus „A Grosvenor Square Christmas“ hatte ich mir noch „Den Nächsten, der Frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“ vorgenommen. Dieser Titel enthält zwölf sehr unterschiedliche (Krimi-)Kurzgeschichten rund um das Thema Weihnachten – mir persönlich war die Zusammenstellung ehrlich gesagt zu unterschiedlich und so musste ich mich nicht nur durch manche Geschichte hindurchkämpfen, sondern habe mich zum Teil sehr über manchen Autor geärgert.

„A Christmas Carol“ von Charles Dickens hat mir hingegen viel Spaß bereitet und ich war am Ende richtig traurig, weil dieses Buch so schnell gelesen war. Diese Geschichte hatte mich so richtig in Weihnachtsstimmung gebracht (und mein armer Mann durfte sich das eine oder andere „Bah! Humbug!“ anhören. 😉 )

Weiter ging es mit „Süßer die Schreie nie klingen“ – wenn ich nicht so spät damit angefangen hätte, dann wäre diese Anthologie ein schöner Adventskalender geworden. Der Titel beinhaltet 24 weihnachtliche Krimikurzgeschichten von Autoren, die sich zum Großteil auf Regionalkriminalromane spezialisiert haben. Ich fand die Zusammenstellung deutlich harmonischer als in der anderen Weihnachtskrimianthologie und die Geschichten haben mir auch mehr zugesagt. So habe ich mir so gut wie immer gut unterhalten gefühlt und manchmal fröhlich vor mich hingekichert, während ich eine bitterböse Handlung verfolgte, habe mit ein paar unabsichtlichen Mördern mitgefühlt oder ein kleines Tränchen für einen Auftragsmörder verdrückt.

Am vierten Adventssonntag reichte meine Konzentration dann nur noch für das Beenden von „A Grosvenor Square Christmas“ – leider mit einer nicht ganz so hübschen Geschichte wie die vorhergehenden drei Episoden. Trotzdem musste ich feststellen, dass diese netten und manchmal etwas kitschigen Kurzgeschichten fast schon den Höhepunkt meines Advenslesen bildeten. Denn so gern ich die Krimikurzgeschichten aus „Süßer die Schreie nie klingen“ mochte, so erholsam und weihnachtlich fand ich es, wenn sich ein Pärchen auf einem Weihnachtsball am Grosvenor Square einfand.

Eigentlich hatte ich noch gehofft, dass ich in diesen Tagen einen Blick in „Krampus“ werfen könnte, aber wie so oft hatte ich weniger Lesezeit als erwartet zur Verfügung. Aber der Roman läuft mir ja nicht weg und ich werde bestimmt in den nächsten Wochen dazu kommen. Seit dem 4. Adventssonntag habe ich allerdings kein winter-weihnachtliches Buch mehr angefasst, da ich mich im Endspurt für die „100 Bücher“-Challenge befinde. Bis ich „Jane Eyre“ und einen noch unbestimmten Jane-Austen-Roman beendet habe, ist nicht nur die Vorweihnachts-Lese-Challenge vorbei, sondern vermutlich auch das Jahr 2013. 😉

Vielen Dank an Ariana für die tolle Idee! Ohne diese Challenge hätte ich zwar auch im Dezember das eine oder andere Buch gelesen, aber ich weiß nicht, ob ich mir bewusst die Sonntage dafür freigehalten und so viel Weihnachtliches gelesen hätte. Da das aber – trotz der einen oder anderen enttäuschende Geschichte – so viel Spaß gemacht hat, hoffe ich, dass ich mir auch im nächsten Jahr wieder bewusst ein paar Adventslesestunden gönnen werde.

Weihnachtlicher SuB-Zuwachs

Ach, was ist es doch gemütlich, beieinander zu sitzen, zu schwatzen, zu lesen und zu spielen – und zu wissen, dass all die Menschen, die einem am Herzen liegen, sich an diesem Tag ebenso über die kleinen Aufmerksamkeiten freuen, die man verschenkt hat, wie man selbst sich über die Geschenke freut, die man bekommen hat.

Getränkt von dieser „es ist Weihnachten“-Stimmung, sitze ich seit heute Vormittag auf dem Sofa, schmuse mit den Katzen, telefoniere mit der Familie und stöbere hier und da ein bisschen in den neuen Büchern. Bevor ich mich gleich wieder „Jane Eyre“ (Challenge-Endspurt) widme, stelle ich noch den „weihnachtlichen SuB-Zuwachs“ online, denn ich habe so wunderschöne Titel bekommen, dass ich sie gleich herzeigen mag. 😉

Durch „Täglich vegetarisch“ habe ich gestern Abend schon gründlich geblättert und bin ganz hingerissen. So viele simple, aber lecker klingende Gerichte! Mit einem Schmunzeln musste ich aber auch feststellen, dass ich das eine oder andere Rezept schon gekocht habe, da es (leicht abgewandelt) auf meinem Lieblingsfoodblog zu finden ist. 😀 Mit „Rune Factory 3“ habe ich die Reihe nun komplett – Teil 4 wird bei mir dann aber wohl nicht mehr einziehen, da Nintendo leider mit dem 3DS auch Regionalcodes eingeführt hat und dieses Spiel leider bislang nicht in Europa veröffentlicht wurde.

„Moon Called“ ist der einzige Buch-Zugang, der nicht auf dem SuB landen wird, denn den Band kenne ich schon auf Deutsch. Mit „Shadow City“ geht für mich die „Horngate Witches“-Reihe weiter und auch „Kiss of Frost“ und „Dark Frost“ (Mythos Academy) sind Reihenfortsetzungen, auf die ich mich sehr freue.

Besonder schön finde ich „Battle Magic“ von Tamora Pierce. Ich freue mich sehr darüber, dass mich eine Freundin damit überrascht hat. So sehr ich Tamora Pierce als Autorin schätze und ihre Bücher mag, so sehr habe ich doch – dank der langen Wartezeiten – inzwischen ihre Veröffentlichungen aus den Augen verloren.

Marie Brennans „Natural History of Dragons“ ist innen ebenso schön anzuschauen wie von außen – auch wenn die Ausgabe leider einen Rough Cut hat, was ich wirklich schrecklich finde. So langsam muss ich mir wohl mal wieder einen Buchbinder suchen, der mir diese Ausgaben begradigt. Trotzdem freue ich mich schon sehr darauf, es zu lesen!

Aber erst einmal werde ich mich heute – wie gesagt – mit „Jane Eyre“ einrollen. Das Essen ist so weit fertig und mein Mann ist so lieb und übernimmt später das Servieren. So kann ich den Rest des Tages einfach gemütlich mit den Katzen auf dem Sofa verbringen, während mein Mann auf dem Nachbarsofa ausgiebig sein neues DS-Spiel testet. 😉

Ich hoffe, ihr könnt euren 1. Weihnachtsfeiertag ebenso gemütlich verbringen wie wir.

Frohe Feiertage!

Auch in diesem Jahr können wir von weißen Weihnachten nur träumen, aber das hindert uns ja nicht daran, es uns gemütlich zu machen und die Feiertage zu genießen. Mein Mann und ich werden die kommenden Tage in Ruhe mit den Katzen verbringen und uns von diesem (etwas chaotischen) Jahr erholen.

Ich hoffe, dass auch ihr eine schöne Zeit habt. Egal, ob ihr die Weihnachtstage mit der Familie oder allein, mit oder ohne Haustiere verbringt:

Ich wünsche euch ruhige, stressfreie und erholsame Feiertage!


SuB-Zuwachs Dezember

In diesem Monat kamen meine Neuzugänge mal nicht gesammelt bei mir an, was dazu geführt hat, dass ich diesen Post fast vergaß. Aber bevor am Weihnachtsabend vielleicht weiterer SuB-Zuwachs zu vermelden ist, möchte ich doch noch – und sei es für meine persönliche Statistik – einen Zugangspost veröffentlichen.

Jennifer Estep: Elemental Assassin 1 – Spider’s Bite
[Mein englischer SuB-Zuwachs kam von Melli, die ihre Begeisterung über diese Serie teilen wollte und deshalb so lieb war und den ersten Band der Elemental-Assassin-Reihe verlost hat.]

Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
[Da ich bislang alle Flavia-Geschichten sehr mochte, musste natürlich auch Band 5 bei mir einziehen.]

Stella Gibbons: Der Sommernachtsball
[Ich mag den Klappentext, ich mag England in den 1930er Jahren und ich hoffe auf wirklich nette Lesestunden.]

Mit drei Titeln hält sich der SuB-Zuwachs noch in Grenzen, was nach den vielen (noch ungelesenen) Büchern, die ich zum Geburtstag bekommen hatte, auch ganz gut ist. 😉

Vorweihnachts-Lese-Challenge am 4.Advent

Der 4. Adventssonntag und somit wieder Zeit für einen „Vorweihnachts-Lese-Challenge-Beitrag“. Ich muss zugeben, dass ich so langsam reif für etwas mehr Weihnachtsruhe bin. Weniger in meinem näheren Umfeld – wir haben es in den letzten Tagen wirklich so gemütlich wie möglich angehen lassen – als in der Nachbarwohnung, mit der es in der vergangenen Woche so viel Stress (durch Lärmbelästigung, in unser Wohnzimmer laufenden Fließestrich und die ganzen folgenden Mails mit unserem Vermieter und dem neuen Besitzer der Nachbarwohnung) gab. Immerhin gab es dann noch gute Nachrichten zum Thema Schallschutz beim weiteren Umbau – trotzdem hätte ich jetzt gern mal eine Phase ohne Lärm und Dreck von oben.

Gelesen habe in der vergangenen Woche nicht so viel, aber „Süßer die Schreie nie klingen“ ist inzwischen trotzdem beendet. So eine Kurzgeschichte kann man ja gut zwischendurch einschieben, wenn man ein paar Minuten zu überbrücken hat. Heute möchte ich ansonsten noch „A Grosvenor Square Christmas“ beenden – und freu mich jetzt schon auf die vierte Liebesgeschichte aus der Anthologie – und dann wird Broms „Krampus“ angelesen. Mal schauen, wie weit ich heute damit komme …

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„The Last First Kiss“ von Kate Noble bildet den Abschluss der „A Grosvenor Square Chrismas“-Geschichten und handelt von Susannah, die schon seit ihrem neunten Lebensjahr in den Sebastian, den Sohn der Nachbarn, verliebt ist. Während die sechzehnjährige Susannah am Boden zerstört ist, weil Sebastian 1. auf Grand Tour geht und 2. anscheinend nicht mehr als brüderliche Gefühle für sie hegt, macht ihre Tante Julia ihr klar, dass die Abwesenheit ihres Schwarms für sie die Chance ist, sich weiter zu entwickeln. Drei Jahre später treffen sich Susannah und Sebastian auf dem Weihnachtsball am Grosvenor Square wieder …

Die Geschichte war nett, aber auch nicht  mehr. Und ich muss feststellen, dass mir der Schreibstil von Kate Noble nicht so sehr zusagt wie der der anderen Autorinnen. Außerdem bekommen Lucy und Philbert, die schon in den vorhergehenden Episoden etwas Raum hatten, eine Wendung verpasst, die mir nicht so gefällt. Aus den vorherigen Geschichten hatte ich den Eindruck gewonnen, dass sich die beiden sehr nahe stehen, hier hingegen bekomme ich das Gefühl, dass all die kleinen Gesten vorher viel weniger bedeutet haben sollen. Ich hätte lieber die romantischere Sicht der vorhergehenden Geschichten behalten. 😉

Dies und Das (11)

Eigentlich dachte ich, dass ich mit den Pralinen, die ich am Wochenende gemacht habe, nun wirklich durch wäre mit den Weihnachtsgeschenken.

Gestern Abend fiel mir dann ein, dass ich heute eigentlich ein Weihnachtspäckchen an eine Freundin schicken wollte – und das ich das dementsprechende Geschenk noch nicht gemacht hatte. Inzwischen kann ich sagen, dass ich gut zwei Stunden brauche, um eine Buchtasche für ein US-Paperback mit der Hand zu nähen. Oh, und dass ich es nie schaffe die Druckknöpfe symmetrisch anzubringen …

„Spider’s Bite“ durfte dann schon mal ausprobieren, ob die Tasche auch wirklich die richtige Größe hat. 😉

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Seitdem wir hier wohnen, nehme ich für die Nachbarn die Pakete an, wenn die nicht da sind. Das ist für die Paketboten angenehmer, deren Arbeitsbedingungen ja nicht gerade ideal sind, und für die Nachbarn auch, da die nächstgelegene Postfiliale keine berechenbaren oder gar arbeitnehmerfreundliche Öffnungszeiten hat. Wenn aber in der Vorweihnachtszeit viermal am Tag der Paketbote klingelt, dann wird es mir doch etwas viel. Und manchmal würde ich gern meinen Küchentisch auch mal problemlos nutzen können, ohne die Nachbarpakete vorher wegräumen zu müssen.

Auf der anderen Seite gab es in den letzten Tagen diese Momente, wenn der Paketbote mir mit einem verlegenen „Danke“ ein paar Bonbons in die Hand gedrückt hat oder die Nachbarin mit einer Weinflasche vor der Tür stand und erzählte, dass der FedEx-Bote sie angerufen hat, um begeistert zu erzählen, dass das Paket von der Nachbarin angenommen wurde und dass er das in dieser Stadt schon seit Monaten nicht mehr erlebt hätte. (Was vermutlich daran lag, dass das der erste FedEx-Bote war, den ich je zu Gesicht bekommen habe. ;D)

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Auf Twitter habe ich heute schon genug darüber gejammert, trotzdem kommt hier noch ein bisschen Gejammer zum Thema Handwerker. Die Nachbarwohnung über uns ging im Sommer auf einen anderen Besitzer über und im August fingen dann die Renovierungen an. Ich weiß nicht, was für eine Firma da beauftragt wurde, aber wir haben in den vergangenen Monaten zwar keinen durchgehenden Baulärm gehabt, dafür aber sehr viel Lärm zu ungewöhnlichen Zeiten. Nicht selten saßen wir hier zu den 20-Uhr-Nachrichten und hofften vergeblich, dass nun endlich mal Ruhe wäre, oder wir mussten Sonntagsvormittags erleben, dass der Sprinter vom Handwerker vor der Tür geparkt wurde und dann die Arbeit losging.

Ich gebe zu, dass diese Handwerker nichts dafür können, dass es keinen nennenswerten (Tritt-)Schallschutz in diesem Haus gibt. Wir wohnen in einem sehr alten und sehr hellhörigem Haus und haben uns im Laufe der Zeit auch daran gewöhnt, dass wir vom Wecker der inzwischen ausgezogenen Nachbarin immer wach wurden, dass wir frühmorgens mitbekommen, wenn der Nachbar von der Arbeit nach Hause kommt oder genau wissen, wann der andere Nachbar wieder seine Tochter zu Besuch hat und morgens mit ihr zum Kindergarten muss. Aber Baumlärm ist eben doch noch etwas anderes als die alltäglichen Nebengeräusche, die gedämpfter und auch vertrauter sind.

Heute hat einer der Handwerker dann wohl die Fußböden in der Wohnung über uns mit schwerem Gerät geschliffen. Das klang, als ob ich mit den Katzen in einer Flugzeugturbine sitzen würde – und im Gegensatz zu dem Handwerker stand mir und den Tieren kein Gehörschutz zu Verfügung. Bei der Gelegenheit hat sich auch mal wieder gezeigt, dass unsere Wohnung auch dringend eine gründliche Renovierung nötig hätte, denn jedes Mal, wenn der Handwerker oben gegen die Wand stieß, rieselten bei mir Putz und Sand von der Decke. Außerdem haben die Vibrationen dazu geführt, dass im Flur die gläsernen Lampenschirme von der Decke gefallen sind – zum Glück sind die sehr robust und sind nicht zersprungen. Außerdem wurden weder die Katzen noch ich davon getroffen.

Laut Flurfunk soll die Wohnung Mitte Januar vermietet werden und ich hoffe, dass sich der Lärm bis dahin (und auch nach einem eventuellen Einzugstermin) in Grenzen hält und wir die kommenden Feiertage (glaubt mir, wir befürchten da inzwischen das Schlimmste) in Ruhe genießen können.

Vorweihnachts-Lese-Challenge am 3. Advent

Schon der dritte Adventssonntag, die Zeit vergeht mal wieder viel schneller als erwartet. In der letzten Woche habe ich hauptsächlich „Little Women“ (und „Jane Eyre“ gelesen) und nur ab und an in „Süßer die Schreie nie klingen“ reingeguckt. Auf jeden Fall gefällt mir diese Anthologie besser als „Den Nächsten, der Frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“, ich finde die Geschichten – soweit bislang gelesen – unterhaltsamer und netter für zwischendurch. Insgesamt sind es 24 Kurzgeschichte von deutschen Regionalkrimiautoren, so dass man den Band auch als Adventskalender lesen könnte.

Wie schon an den anderen Sonntagen hoffe ich, dass ich heute (nach dem Sconesbacken) besonders viel Zeit auf dem Sofa mit einem Buch in der Hand verbringen kann. Zwischendurch werde ich aber noch weiter „Pralinen“ machen, damit ich Anfang der Woche ein Päckchen an meine Eltern abschicken kann. Mit selbstgemachten Geschenken ist es ja immer so ein Ding – da ich nicht riskieren will, dass die Leckereien nicht mehr bis Weihnachten ankommen, schicke ich sie lieber zu früh ab und sage meiner Mutter, sie soll das Päckchen kühl lagern, damit es zu Weihnachten keine undefinierbaren Schokofladen gibt. 😉

Oh, und natürlich freu ich mich auf die dritte Geschichte aus dem „A Grosvenor Square Christmas“-Band! Wie immer gibt es im Laufe des Tages ein paar Aktualisierungen dieses Beitrags, bis dahin wünsche ich euch einen wunderschönen Start in den dritten Adventssonntag! 🙂

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Achtung, Fotos! 😉 Wieso mache ich eigentlich an meinen „Lesetagen“ immer so viele andere Dinge?

Ich habe Scones zum Frühstück gebacken …
… die Pralinen von gestern eingetütet …
… weiße Schokolade mit Cranberries gemischt …

… und jetzt werde ich aber wirklich nur noch lesen!
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„His Christmas Cinderella“ von Anna Campbell habe ich inzwischen gelesen – eine zuckersüße Geschichte über eine arme Waise, die seit zehn Jahren für ihre hartherzige Tante arbeitet und während der Londoner Saison ihrer Cousine zufällig einen netten – und natürlich viel zu hochgestellten – Mann kennenlernt. Die Geschichte beginnt sechs Wochen, nachdem die beiden miteinander im Bett gelandet sind und an dem (Vorweihnachts-)Nachmittag, an dem sie seine Gesellschaft zum letzten Mal genießen möchte, bevor sie wieder aufs Land geschickt wird. Richtig gut haben mir die Szenen gefallen, in denen seine Mutter auftauchte. 😀 Weiter geht es mit weniger romantischen Weihnachtsgeschichten …

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Es bleibt dabei, ich mag „Süßer die Schreie nie klingen“ deutlich lieber als die vorher gelesene Anthologie! Zwar kann mich auch hier nicht wirklich jede Geschichte begeistern, aber die „schlechten“ sind immerhin noch ganz nett und bringen mich nicht dazu fluchend durch die Wohnung zu rennen und meinem Mann lang und breit zu erzählen, was denn nun so bescheuert daran war. 😉 Die guten Geschichten hingegen sind bitterböse und bringen mich trotzdem (oder gerade deshalb) oft genug zum Kichern. 😀

Louisa May Alcott: Little Women

Auch „Little Women“ von Louisa May Alcott habe ich in den letzten Tagen im Rahmen der „100 Bücher“-Challenge gelesen (außerdem passte der Anfang so schön zum Adventslesen 😉 ). So wie ich das sehe, werde ich die Challenge mit lauter Re-Reads beenden müssen, denn die restlichen vorgemerkten Titel in der Bibliothek kommen wohl nicht mehr rechtzeitig. Aber ich finde das auch nicht schlimm, denn so bekomme ich die Chance meine Erinnerungen an Klassiker aufzufrischen, die ich vor vielen Jahren gelesen habe und mit denen mich nur noch ein paar Figuren oder einzelne Szenen verbinden. So auch bei dem Roman „Little Women“, den ich das erste Mal mit ungefähr zehn Jahren gelesen habe. Damals war ich hingerissen von den vier unterschiedlichen Schwestern, der liebevollen Mutter und einem Umfeld, das mich in manchen Elementen an die Geschichten von Laura Ingalls Wilder erinnerte.

Da die Bibliothek, aus der ich das Buch geliehen hatte, ein recht übersichtliches Angebot hatte, habe ich die Geschichte in den folgenden Jahren immer wieder gelesen. Und während des Studiums startete ich meinen ersten – und für lange Zeit letzten – Versuch mit einem englischen Hörbuch mit diesem Titel. Ich dachte, es sei einfacher, wenn ich die Handlung schon kenne, bedachte dabei aber nicht, dass die Sprecherin des Hörbuchs ein für mich absolut unverständliches Englisch sprach. *g* Seitdem sind so einige Jahre vergangen und beim erneuten Lesen habe ich in den letzten Tagen gemerkt wie selektiv meine Erinnerungen an das Buch waren.

Ich habe mich zwar an verschiedene Begebenheiten mit den vier Mädchen erinnert und vor allem der Anfang ist mir noch sehr präsent gewesen. Ich mag einfach diese Szene vor dem Kamin, in der man Meg, Jo, Beth und Amy kennenlernt, wie sie darauf warten, dass ihre Mutter von der Arbeit nach Hause kommst, wie sie ihren Vater vermissen, der freiwillig in den Krieg gezogen ist, wie sie darüber lamentieren, dass sie so arm sind, dass sie das Weihnachtsfest nicht richtig feiern können – und wie man doch bei jedem Satz merkt, dass sie doch recht glücklich miteinander sind.

Auch an die sich entwickelnde Freundschaft der vier Mädchen zu dem Nachbarjungen Laurie konnte ich mich gut erinnern, während Lauries Großvater mir überhaupt nicht mehr präsent war – dabei ist das so ein netter alter Herr, der einen doch spürbaren Einfluss auf das Leben der Mädchen hat. Ebenso ging es mir mit dem Vater von Meg, Jo, Beth und Amy – der ist zwar von Anfang an fern, wird aber so häufig erwähnt und hat so einen Einfluss auf das Leben der Mädchen (und ihrer Mutter), dass man sich doch eine ganz gute Vorstellung von ihm machen kann.

Was mich aber immer wieder überraschte, war die moralische Erzählweise der einzelnen Episoden. Da genießen die vier Schwester eine freie Wochen ohne Verpflichtungen und natürlich endet das Ganze damit, dass sie schlecht gelaunt sind, der Haushalt zusammenbricht und all gelernt haben, dass das Leben mit den täglichen Arbeiten deutlich angenehmer ist, weil man so nicht nur in einem gepflegten Umfeld lebt, sondern nach der Arbeit auch die Mußestunden viel mehr genießen kann. Anscheinend habe ich das als Kind/Jugendliche entweder nicht so wahrgenommen oder in der Zwischenzeit erfolgreich verdrängt.

Aber trotz der Lektion, die am Ende eines jeden Kapitels zu erwarten war, hat mir das Buch auch nach so vielen Jahren wieder viel Spaß gemacht. Ich habe die Höhen und Tiefen im Leben der vier Mädchen genossen, gerade weil sie so humorvoll erzählt werden, mochte vor allem Jos unbändigen Charakter und fand all die kleinen Geschichten und Fantastereien, die sie sich tagtäglich ausgedacht haben, ganz großartig. Im Vergleich zu anderen „Klassikern“ finde ich „Little Women“ zwar deutlich angestaubter und viel weniger zeitlos, aber damit kann ich bei so amüsanten kleinen Episoden definitiv leben.

[Comic] K. Lynn Smith: Plume 1 – … wie eine Rauchwolke

Ich lese wirklich gern Comics, wobei ich weniger lese, als ich eigentlich möchte (zu viele Hobbies, zu wenig Zeit 😉 ) und wenn, dann hauptsächlich Manga, weil ich davon einfach mehr Nachschub bekomme. Trotzdem denke ich, dass ich ruhig häufiger auf dem Blog über Comics schreiben könnte, schließlich tauchen die auch immer wieder in meinen Leselisten auf. Einer der Comics, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, ist „Plume“ von K. Lynn Smith. Entstanden ist die Geschichte rund um die junge Vesper Gray in Amerika als wöchentlicher Online-Comic. Inzwischen gibt es eine Druckversion davon, die in wenigen Tagen von dani books in der deutschen Ausgabe erscheint.
Die Handlung rund um Vesper Gray ist nicht besonders anspruchsvoll, aber ich fand diesen ersten Band sehr unterhaltsam und freue mich auf weitere fantastische Abenteuer in diesem – sehr frei angelegten – Western-Setting. Mit sechzehn Jahren wohnte Vesper noch bei ihrer sehr korrekten und steifen Tante Agatha Murdock, während ihr Vater als Archäologe beruflich unterwegs war. Für Vesper war der Aufenthalt bei der Tante nicht ganz einfach, da sie von ihrer Erziehung und ihrem Temperament her nicht für ein so konventionelles Leben geeignet ist. Doch dann geriet sie durch eine Unachtsamkeit in Lebensgefahr und aus dem Amulett, das ihr ihr Vater geschenkt hatte, erschien Corrick und rettete ihr das Leben.

Von diesem Moment an ist selbst das ereignisarme Leben bei ihrer Tante für Vesper nicht mehr langweilig, da Corrick stets an ihrer Seite bleibt und seine Vergangenheit ebenso wie sein Verhalten der jungen Frau immer wieder Rätsel aufgeben. Wenig später ergibt sich für Vesper die Gelegenheit, gemeinsam mit ihrem Vater auf eine abenteuerliche Reise zu gehen – und schon muss Corrick einige Herausforderungen bestehen, während er versucht, Vesper vor Verbrechern und anderen Gefahren zu schützen.

Es gibt viele Dinge in „Plume“, die mich an die „Indiana Jones“-Filme erinnern. Da gibt es nicht nur den Vater, der als Archäologe viele Jahre auf der Jagd nach besonderen Artefakte war, sondern auch die übernatürlichen Elemente rund um Corrick und die magischen Fundstücke sowie die Gegenspieler, die ebenfalls auf der Suche nach den magischen Kostbarkeiten sind. Vesper ist eine sehr impulsive Protagonistin, was immer wieder zu unterhaltsamen Konflikten mit Corrick führt, der nicht nur deutlich lebenserfahrener ist als das Mädchen, sondern auch die Aufgabe hat, die leichtsinnige Vesper zu beschützen.
Das Geheimnis um Corricks Herkunft, die Geschehnisse, die zu seiner Bindung an das Amulett geführt haben, und überhaupt der ganze Charakter machen mich neugierig auf weitere Veröffentlichungen (auch wenn es noch etwas dauern wird, bis ein zweiter Teil erscheinen kann). Dazu kommen noch sympathische Nebenfiguren wie zum Beispiel die „Bardame“ Tegan, von der ich hoffe, dass sie noch weitere Auftritte in der Geschichte bekommen wird. Die Zeichnungen sind relativ detailarm und großflächig, aber schön atmosphärisch gehalten und zeigen immer mal wieder amüsante Momente. Ich mag das Charakterdesign sehr. 
Wer sich einen ersten Eindruck von dem Comic verschaffen will, findet auf der Verlagsseite von dani books eine Leseprobe zu „Plume“. Oh, und für diejenigen, die sich noch an meine „Monster Allergy“-Rezension erinnern: Die deutsche Umsetzung von „Plume“ ging komplett an mir vorbei, auch wenn ich netterweise die fertige Version schon vor dem Druck lesen konnte, also denke ich, ich kann auf das „Achtung, Werbung!“ hier verzichten. 😉 Auch wenn ich dem kleinen Verlag viel Glück wünsche, so schreibe ich nicht grundsätzlich über jede Veröffentlichung, sondern nur zu den Comics, die mir gefallen haben.