Emma Hooper: Etta und Otto und Russell und James

„Etta und Otto und Russell und James“ von Emma Hooper ist eine Zufallsentdeckung in der Bibliothek gewesen. Eigentlich hatte ich den Roman nur in die Hand genommen, um herauszufinden, ob er ein Jugendbuch ist oder nicht, da ich das Cover in der Beziehung etwas verwirrend fand – und dann bin ich nach dem ersten kurzem Anlesen hängen geblieben. Die Geschichte wird von der Autorin in einer ungewöhnlichen Form erzählt, so springt sie nicht nur von Perspektive zu Perspektive, sondern auch in der Zeit. Dabei verwendet sie eine stellenweise sehr schlichte und dann wieder überraschend poetische Sprache und lässt viele Elemente der Handlung ohne weitere Erklärung im Raum stehen, damit der Leser sich selbst ein Bild von den Ereignissen und den Figuren machen kann.

Der Roman beginnt damit, dass sich die 83jährige Etta auf den Weg zum Meer macht. Ihrem Ehemann Otto hinterlässt sie einen Brief, in dem sie ihn von ihrer Absicht unterrichtet, einen Stapel mit Rezeptkarten, damit er sich in ihrer Abwesenheit etwas kochen kann, und den Laster, während sie die über 3000 Kilometer bis zum Meer zu Fuß gehen will. Kurz überlegt Otto, ob er ihr hinterherfahren soll, beschließt dann aber, dass er Etta ihren Wille lassen wird. Vor vielen Jahren war er es, der wegfuhr und sie allein zurückließ, nun ist er an der Reihe, auf sie zu warten. Ihr Nachbar Russell hingegen kann nicht verstehen, dass Otto Etta einfach ziehen lässt. Deshalb verlässt er zum ersten Mal, seitdem er sie als junger Mann übernommen hat, seine Farm, um sich auf die Suche nach Etta zu machen.

Emma Hooper erzählt die Geschichte vor allem aus Ettas und Ottos Perspektive, wobei Russell in ihrer beider Leben immer eine große Rolle spielte. So erfährt man als Leser in kleinen und größeren Bruchstücken, wie die Kindheit der drei Personen war, wie sie aufwuchsen, wie der zweite Weltkrieg ihr Leben beeinflusste, wie Liebe und Freundschaft ihr Leben prägten und wie sich ihr Verhältnis im Laufe der Zeit immer wieder verändert hat und doch eine feste Konstante in ihrem Leben darstellte. Sehr schön gelingt es der Autorin dabei, zu zeigen, wie Etta inzwischen von Demenz beeinflusst wird. Sie erlebt auf ihrer Wanderung gute und schlechte Tage, Momente, in denen sie anderen Ratschläge geben kann und in denen sie mühelos für sich selbst sorgt, und dann wieder Phasen, in denen sie nicht mehr weiß, wer sie ist und in denen die Erlebnisse, von denen Otto ihr erzählt hat, ihre eigenen Erinnerungen überlagern. Außerdem gibt es da den Kojoten James, dem sie während ihrer Wanderung begegnet und mit dem sie im Laufe der Tage intensive Gespräche führt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist es dabei schon, dass der Kojote Etta antwortet – interpretieren kann der Leser dabei diese Dialoge, wie er will, da die Autorin keine Erklärung für James anbietet.

Die Kindheitserinnerungen von Otto und Russell sind geprägt von den Härten der Natur in Saskatchewan, wo eine Trockenperiode dazu führte, dass die Landwirtschaft brachlag und viele ihre Farmen in den 1930er Jahren aufgeben mussten. So ist Ottos Familie arm und kinderreich, und er und seine Geschwister wechseln sich mit dem Schulbesuch ab, damit immer genügend Kinder zuhause sind, um die anfallende Arbeit zu verrichten. Doch trotz aller Herausforderungen scheint es eine glückliche Kindheit gewesen zu sein, in der man sich umeinander kümmerte, trotz all der Verpflichtungen Zeit zum Spielen hatte und trotz des Nahrungsmittelknappheit ein unerwarteter weitere Esser Platz am Tisch fand. Ich muss gestehen, dass ich diese Kindheitserinnerungen wirklich faszinierend fand und sich mir kleine Informationen aus Nebensätze tief eingeprägt haben. So war es zum Beispiel nötig, dass man den Kühen regelmäßig Augentropfen verabreichte, weil sonst der umherwehende Sand zu Entzündungen geführt hätte. Ein Teil von mir findet die Vorstellung, dass man Nutztiere in einem so unwirtlichen Gebiet hält, wirklich irritierend, während ein anderer Teil die Hartnäckigkeit, mit der die Farmer durchhielten und gegen die widrigen Umstände ankämpften, bewundert.

Diese Akzeptanz des Unausweichlichen, die ich bei den Farmern und ihren Tieren fand, durchzieht eigentlich die ganze Geschichte. Es ist – auch wenn nicht darüber geredet wird – selbstverständlich, dass Russell und Otto Etta lieben, es ist ganz natürlich, dass Etta alt und dement ist und vor allem ist das kein Grund, sie an ihrem Vorhaben zu hindern. Auch wenn es für Otto schwer ist, dass er sie ziehen lassen muss, und obwohl er sich die ganze Zeit Sorgen und Gedanken macht, so akzeptiert er, dass das etwas ist, was sie tun muss, solange sie noch dazu in der Lage ist. Ich fand die Liebe zwischen diesen drei Charakteren herzzerbrechend wunderbar. Es gibt ein paar Rezensionen, in denen behauptet wird, dass Otto Etta gar nicht lieben würde, aber für mich ist seine Liebe zu ihr in jeder Geste, in jeder Erinnerung sehr präsent. Ihm ist eben bewusst, dass seine Liebe ihm kein Recht gibt, sie aufzuhalten, und wenn das bedeutet, dass er kaum noch essen und schlafen kann, dann ist das sein Problem. Es ist sehr schwierig zu beschreiben, was diese Geschichte in mir ausgelöst hat. Ich fand sie auf jeden Fall wunderbar zu lesen, mochte die Charaktere in all ihren Facetten und kann auch gut mit dem „offenen“ Ende leben, das für jeden Leser eine eigene Interpretation der Ereignisse zulässt. Ich bin mit meiner Variante davon, wie Ettas Reise endete, vermutlich zufriedener, als ich es mit einem von Emma Hooper vorgegebenen Happy End gewesen wäre.

Mai-SuB 2017

Frühling ist einfach nicht meine Jahreszeit und wenn ich mich nicht wohl fühle, greife ich zum Buch. Lesen macht in der Regel alles ein bisschen besser, selbst dann, wenn ich zu frustriert und unkonzentriert bin, um einer Geschichte die angemessene Aufmerksamkeit zu widmen und deshalb zu einem Roman greife, der von Anfang an nur als Pausenfüller gedacht ist. So habe ich im April sehr viel Zeit damit verbracht zu Lesen und bin insgesamt auf 19 Bücher, 6 Kurzgeschichten und 10 Comics gekommen. Für den Mai habe ich mir die Leihgaben von Natira vorgenommen, in der Hoffnung, dass ich die vor ihrem nächsten Besuch gelesen bekomme.

  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  3. Marie Brennan: The Tropic of Serpents – A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  5. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  6. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  7. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  8. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  9. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  10. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  11. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  12. Alex Grecian: The Yard
  13. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  14. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  15. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  16. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  17. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  18. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  19. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  20. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  21. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  22. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  23. Diana Wynne Jones: The Dark Lord of Derkholm
  24. Diana Wynne Jones: Year of the Griffin
  25. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  26. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  27. Bishop O’Connell: The Stolen
  28. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  29. Cindy Pon: Serpentine
  30. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  31. Philip Reeve: Larklight
  32. John Scalzi: Fuzzy Nation
  33. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  34. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  35. Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
  36. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  37. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  38. Charles den Tex: Die Zelle
  39. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  40. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  41. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  42. Xinran: Gerettete Wort
  43. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

43 Titel auf dem SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

M. C. Beaton: Agatha Raisin und der tote Richter

Als ich vor einigen Tagen Titel suchte, mit denen ich die Onleihe austesten kann, bin ich über die Kurzgeschichte „Agatha Raisins erster Fall“ und den Roman „Agatha Raisin und der tote Richter“ von M. C. Beaton gestolpert – den englischen Titel des Romans „Agatha Raisin and the Quiche of Death“ finde ich übrigens viel hübscher. Beides habe ich dann am Sonntag gelesen und mich wunderbar amüsiert. Die Kurzgeschichte bietet einen netten Einstieg in die Welt der Agatha Raisin, weil man da schnell eine Vorstellung von ihrer Herkunft und ihren ersten beruflichen Schritten in London bekommt. Außerdem fand ich die junge Agatha liebenswerter als die deutlich ältere Version. In „Agatha Raisin und der tote Richter“ ist es dann soweit, dass Agatha mit gerade mal 52 Jahren ihre erfolgreiche PR-Firma verkauft und sich in einem Cottage in den Cotswolds zu Ruhe setzen möchte.

Von diesem Cottage hat Agatha schon als Kind geträumt, nachdem sie in der Gegend einen Urlaub mit ihren Eltern verbracht hatte. Doch als erwachsene Frau muss sie feststellen, dass es nicht so einfach ist, sich dort zuhause zu fühlen. Während sie in der Stadt eine einflussreiche Geschäftsfrau war, hat in ihren neuen Dorf anscheinend niemand Interesse daran, sie kennenzulernen. Agatha ist einsam, fühlt sich ungeliebt und weiß nicht so recht, wie sie etwas an ihrer Situation ändern soll. Also beschließt sie, den anstehenden Quiche-Wettbewerb zu gewinnen, um bei ihren neuen Nachbarn Eindruck zu schinden. Allerdings bleibt ihr ohne Kochkenntnisse nur ein Weg übrig, um den Gewinn einheimsen zu können: Sie kauft die Quiche in einem Delikatessengeschäft! Umso peinlicher wird es dann, als der Preisrichter an ihrer Quiche verstirbt und Agatha zugeben muss, dass sie sie nicht selbst gebacken hat.

Agatha ist keine einfache Figur und gerade das mochte ich eigentlich an ihr – wobei es mir anfangs auch half, dass ich im Hinterkopf noch die unsichere, aber ehrgeizige junge Frau aus der Kurzgeschichte hatte. Die Geschäftsfrau ist skrupellos, hatte noch nie in ihrem Leben Freunde und an so was wie Hobbies hat sie bislang auch keinen Gedanken verschwendet. So hat sie in ihrem Ruhestand viel zu viel Zeit, die sie nicht gefüllt bekommt, weiß nicht, wie sie auf ihre neuen Nachbarn zugehen soll, um zumindest Bekanntschaften zu schließen, und kann nicht damit umgehen, dass sie schon so früh ihr „Ansehen“ bei den Nachbarn verloren hat. Dazu kommt noch, dass sie sich in ihrem lang ersehnten und sehr stilvoll von einer Innenarchitektin eingerichteten Cottage nicht wohl fühlt – ohne eine Vorstellung davon zu haben, wie sie das Cottage verändern kann und welche Möbel und Dekoelemente überhaupt zu ihr passen könnten.

Diese Hilflosigkeit der vor kurzem so erfolgreichen Geschäftsfrau fand ich wirklich rührend – außerdem hat das zu vielen amüsanten Szenen geführt, wenn sie mal wieder versuchte, auf jemanden zuzugehen (oder im Rahmen ihrer „Ermittlungen“ an Informationen kommen wollte). Auch fand ich es schön, dass der kleine Ort in den Cotswolds zwar als sehr hübsch, aber mit all seinen Bewohnern auch angenehm realistisch beschrieben wurde. Agatha lebt nicht in einer unglaublich idyllischen Welt, sondern sie zieht in ein Dorf, in dem man auch nach zwanzig Jahren noch „zugezogen“ ist und in dem die Einheimischen zwar höflich zu den neuen Nachbarn sind, aber auch deutlich machen, dass diese nicht dazugehören.

Bei all ihrer Orientierungslosigkeit ist Agatha keine dumme Frau, und so fallen ihr immer wieder Aspekte auf, die unstimmig sind oder wo Menschen, die mit dem verstorbenen Preisrichter bekannt waren, gelogen haben. So ist sie wirklich diejenige, die am Ende den Fall rund um die vergiftete Quiche löst, ohne dass die Autorin die Polizei als dumm und unfähig darstellt oder Agatha als jemanden, der eben über besonderes Hintergrundwissen oder Fähigkeiten verfügt. Dieser Realismus in der Handlung, gepaart mit sehr vielen amüsanten Szenen, die durch Agathas sperrige Persönlichkeit entstehen, hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Leider hat meine Bibliothek nicht so viele Agatha-Raisin-Titel im Angebot, aber die vorhandenen werde ich mir bestimmt in den nächsten Monaten noch ausleihen, wenn ich Bedarf nach unterhaltsamer (und kurzer) Krimikost habe.

(Inzwischen habe ich einen weiteren Agatha-Raisin-Roman gelesen und meine Freude über die Reihe ist deutlich gedämpft. Ich glaube, ich belasse es einfach bei den beiden gelesenen Büchern und der einen Kurzgeschichte. *seufz*)

Lynn Kurland: Star of the Morning (The Nine Kingdoms 1)

Auch Lynn Kurland ist mir von einer Freundin empfohlen worden (dieselbe, die mir schon „Resenting the Hero“ ans Herz gelegt hatte). Nachdem mir jahrelang voller Begeisterung von dieser Reihe vorgeschwärmt wurde, habe ich den ersten Band auf den Wunschzettel gesetzt, obwohl ich eigentlich kaum noch „klassische“ Fantasyromane lese. Auf dem SuB lag das Buch dann vor allem, weil das Cover voll von Lobpreisungen ist, die die Autorin für ihre romantischen Geschichten preisen – und damit war ich dann doch wieder etwas abgeschreckt. Nachdem ich den Roman aber am Wochenende aus dem Regal gezogen und gelesen habe, muss ich zugeben, dass der Titel zu Unrecht so lange aufs Lesen wartete (und die beiden folgenden Bände habe ich auch schon auf die Wunschliste gesetzt *seufz*).

„Star of the Morning“ wird vor allem aus den Perspektiven der Söldnerin Morgan und des Erzmagiers Miach erzählt. Doch zu Beginn lernt man erst einmal König Adhémar und seine Brüder kennen. Adhémar ist ein sehr von sich überzeugter junger Mann, der gern etwas mehr Abenteuer in seinem Leben hätte und der es fast bedauert, dass er mit Hilfe seines magischen Schwertes und seines Bruders Miach sämtliche Gefahren im Land innerhalb kürzester Zeit besiegt bekommt. Dummerweise stolpert er dann bei einem Patrouillenritt über ungewöhnliche Monster und verliert dabei seine Magie und die seines Schwertes. Ohne diese Magie könnte sein Königreich schnell zum Opfer des bösen Magiers Lothar werden – und so zieht Adhémar los, um eine Person zu finden, die das zweite magische Schwert des Reiches tragen und sein Königreich beschützen kann.

Die Handlung selbst setzt zwei Monate später ein. Zu diesem Zeitpunkt wird die Söldnerin Morgan von ihrem Ziehvater losgeschickt, um einen magischen Dolch zum König von Neroche zu bringen. Für Morgan beinhaltet dieser Auftrag zwei große Herausforderungen. Zum einen hasst die junge Frau alles, was irgendwie mit Magie zu tun hat, und so belastet die magische Waffe in ihrem Gepäck sie mehr als die Verantwortung, die sie damit übernommen hat. Zum anderen lebt sie auf einer Insel und muss diese für ihre Quest erst einmal mit einem Schiff verlassen – und sie ist alles andere als seefest … Zum Glück findet sie in drei Söldnerkollegen gute Reisegefährten und auch die zusätzlichen Mitglieder ihrer Reisegruppe entpuppen sich als irgendwie nützliche Begleiter (auch wenn zumindest einer davon in Morgans Augen ein aufgeblasener Wicht ist).

Auch der Erzmagier Miach macht sich zu diesem Zeitpunkt auf den Weg, da er schon seit zwei Monaten nichts von seinem Bruder Adhémar gehört hat. So schlimm es ist, dass König Adhémar seine Magie verloren hat, so wäre es noch schlimmer, wenn er auf der Suche nach dem richtigen Träger für das Schwert ums Leben kommen würde. Doch es ist selbst für einen der mächtigsten Magier des Landes nicht so einfach, einen einzelnen Mann zu finden, wenn dieser über keine Magie verfügt, die dem Suchenden den Weg weisen könnte. Diese Grundvoraussetzung lässt schon erahnen, dass die Handlung selbst von Lynn Kurland sehr linear und einfach gehalten wurde. Im Prinzip geht es nur um die Reise von Morgans Heimatinsel quer durch Neroche bis zur Burg von König Adhémar – und so viele Herausforderungen muss die kleine Reisegruppe auf dem Weg nicht bewältigen.

Dafür konzentriert sich die Autorin auf die Entwicklung der verschiedenen Charaktere und auf ihre Beziehungen zueinander. So entspinnt sich auch eine leise, nachvollziehbare und wirklich hübsche Liebesgeschichte zwischen Morgan und einem ihrer Begleiter, die einiges an Raum einnimmt, ohne dass sie die – meinem Gefühl nach – wichtigeren Punkte überlagert. Denn vor allem geht es in der Geschichte um die kleinen Szenen, in denen Morgan, die eine Waise ist, mehr über sich herausfindet und lernt, dass Magie nicht immer grundsätzlich schlecht ist. Es geht darum, dass Adhémar mal mit einer Gruppe von Personen zusammenkommt, die nicht weiß, dass er der König ist und ihn spüren lässt, dass er sich in der Regel wie ein Idiot benimmt, und es geht darum, dass Miach herausfinden muss, warum seine magischen Schutzschilde durchlässiger werden und was die Lösung für die Probleme seines Bruders sein könnte, und nicht zuletzt geht es um Freundschaft und Vertrauen.

Ich mochte es, dass die ganze Geschichte so ruhig erzählt wurde, und ich mochte den Humor von Lynn Kurland, der mich dazu brachte, dass ich regelmäßig kichernd mit meinem Buch dasaß. Sehr viele Elemente in der Handlung sind vorhersehbar, die Welt ist nicht gerade detailliert ausgearbeitet (obwohl es andererseits bei den kleinen Dingen überraschend viele stimmige und realistische Elemente gibt) und gerade Morgan ist regelmäßig ziemlich begriffsstutzig. Aber all das war mir bei diesem Roman egal, weil ich die Dialoge und viele kleine Szenen so mochte und es mir gefallen hat, wie die Figuren miteinander umgehen. Ich habe mich beim Lesen so wohl gefühlt und hatte so viel Spaß, dass ich die möglichen Kritikpunkte an dieser Geschichte gar nicht sehen wollte. 😉

Ostern 2017: Lese(mon)tag

Ich habe gestern vor dem Schlafengehen „A Tale of Time City“ von Diana Wynne Jones beendet und muss zugeben, dass ich nicht sicher bin, was ich letztendlich von dem Roman halte. Es gibt sehr viele Elemente darin, die ich mag, inklusive der Protagonistin Vivian Smith und die Grundidee finde ich sehr spannend. Aber irgendwie fühlt sich das Ganze nicht gut genug durchdacht an und ich habe das Gefühl, dass ich einiges hinnehmen muss, ohne dass ich eine Erklärung dafür bekomme, die ich stimmig finde. Trotzdem hat es Spaß gemacht das Buch zu lesen und ich habe mich mit der Geschichte wohlgefühlt, aber es ist bislang nicht mein Lieblingstitel der Autorin. Aber das ist auch okay, denn sie hat wirklich viel geschrieben und da ist es eben so, dass mir der eine oder andere Roman besser oder schlechter gefällt.

Da ich mich noch zu müde für  „Guns, Germs and Steel“ von Jared Diamond fühle, beginne ich den Lesetag mit „Mord in der Mangle Street“ von M. R. C. Kasasian – weder von dem Titel, noch von dem Autor habe ich bislang gehört. Ich fand die Inhaltsangabe und das Cover nur so ansprechend, als ich das Buch vor gut einer Woche in der Onleihe sah und hatte es deshalb vorgemerkt. Gestern Abend wurde es dann für mich freigeschaltet, so dass ich nun mal reinlesen kann.

Update 11:30 Uhr

Inzwischen habe ich mir eine lange heiße Dusche gegönnt und mich danach wieder mit meinem Buch auf dem Sofa eingerollt. Ich mag das aktuelle Regenwetter total gern. In unserer neuen Wohnung hört man das Pladdern der Regentropfen sehr schön, während der Straßenlärm überraschenderweise viel gedämpfter ist als sonst. Das ist ungemein gemütlich. 🙂

Nachdem mein Mann heute für mich Frühstück gemacht hat, konnte ich einfach weiter mit der Nase im Buch auf dem Sofa bleiben. Der Erzählstil ist gewöhnungsbedürftig, wobei ich mich zum Teil frage, wie gut der Übersetzer den wohl getroffen hat – nicht weil mir irgendwelche Fehler auffallen, sondern weil ich den Stil nicht immer als „rund“ empfinde und nicht weiß, ob das ein Problem der Übersetzung oder des Autors ist. Protagonistin in „Mord in der Mangle Street“ ist March – eine selbstbewusste junge Frau, die gern mal ein Schlückchen Gin trinkt und auch den Zigaretten nicht abgeneigt ist. Nach dem Tod ihres Vaters ist Marchs finanzielle Situation etwas angespannt und so kommt sie bei ihrem Patenonkel Sidney Grice unter. Sidney Grice ist ein anerkannter „persönlicher Ermittler“ und kein besonders sympathischer Mensch. So wird schon bei der ersten Begegnung der beiden Figuren deutlich, dass er seine Fälle nach der Zahlungskraft seiner Klienten auswählt und dass er anscheinend die einzige Person ist, von der er eine gute Meinung hat. Da das Ganze recht unterhaltsam ist und ich mich frage, wie es mit diesen beiden unterschiedlichen Figuren weitergeht, bleibe ich wohl noch eine Weile bei der Geschichte.


Update 16:00 Uhr

Während Christie es sich auf mir gemütlich gemacht hat, habe ich noch ein ganzes Stück in „Mord in der Mangle Street“ gelesen. Inzwischen habe ich gut die Hälfte des Romans und finde ihn nett und unterhaltsam. Es gab eine Phase in der Handlung, in der ich die Protagonistin untypisch passiv fand, weil sie der Meinung war, dass ein Verurteilter unschuldig sei, aber nicht wusste, was sie zu seiner Rettung tun könnte. Aber grundsätzlich finde ich es nett ihren Beobachtungen zu folgen und ihre kleinen Spitzen gegenüber ihrem Patenonkel zu verfolgen. So ganz sich bin ich noch nicht, wenn es um die Passagen zwischendurch geht, in denen March sich an einem Mann erinnert, mit dem sie mal verlobt war.

Ansonsten habe ich ungefähr ein Stündchen geschlafen (so ein kuscheliges Sofa) und dann die erste Episode von „The Tripods“ mitgeschaut und dabei Kuchen gegessen. An „Die dreibeinigen Herrscher“ haben mein Mann und ich beide gute Kindheitserinnerungen, wobei ich vor allem die Romane immer wieder gelesen habe, während er die Serie mochte. Wir sind uns noch nicht sicher, ob das Ganze gut genug gealtert ist, dass man es heute noch sehen kann, aber da wir die DVD geschenkt bekommen haben, testen wir das mal an. 😉

Ein bisschen gespielt habe ich auch schon, aber ich denke, ich werde jetzt erst einmal wieder zum Buch greifen, während ein Mann eine Doku über ein Frachtschiff schaut.

Update 21:30 Uhr

Inzwischen habe ich „Mord in der Mangle Street“ ausgelesen und fand den Roman wirklich nett. Ich weiß nicht, ob ich unbedingt weitere Bände der Reihe lesen muss, aber für einen netten und entspannten Sonntag Montag hat der Krimi definitiv gesorgt. Ich mochte die Protagonistin und ihr Patenonkel hatte – trotz diverser unsympathischer Seiten – seine Momente als Romanfigur. Ein paar Wendungen waren vorhersehbar, aber das Ganze wurde solide erzählt und hat mich gut unterhalten.

Abendessen gab es heute natürlich auch schon. Für den Flammkuchen hatte ich schon vor am Freitag den Teig angesetzt, darauf kamen dann nur noch Joghurt (mit Salz, Pfeffer und Oregano gewürzt), Frühlingszwiebeln und etwas Parmesan. Und für den Nachtisch habe den den Rest Joghurt einfach nur mit eingemachten Pfirsichen und einem Klecks Aronia-Fruchtaufstrich geschichtet. So lecker! Sonst mache ich das mit dunklem Fruchtgelee, aber Aronia passt geschmacklich noch besser. 🙂

Für heute reicht es mir mit dem Lesen und dem Bloggen. Ich werde vermutlich noch etwas spielen, während mein Mann „Soylent Green“ schaut, und früh ins Bett gehen. Es waren auf jeden Fall sehr erholsame Tage und ich habe den Austausch mit euch genossen. 🙂

Ostern 2017: Lese(sonn)tag

Mein Sonntag fing heute sehr gemütlich an, da ich mich bis zehn Uhr im Bett räkelte, während mein Mann im Wohnzimmer einen Film schaute, der mich überhaupt nicht interessierte. 😉 Außerdem habe ich schon mit meiner Familie telefoniert und mich mit der ehemaligen Nachbarin ausgetauscht. Ich freu mich sehr darauf, dass ich später „A Tale of Time City“ von Diana Wynne Jones weiterlesen kann. Ich mag die Protagonistin und ich mag die Grundide und ich bin gespannt, wie sich das Ganze noch auflösen wird. Aktuell ist es so, dass die Störungen in der Zeit immer schlimmer werden, je mehr Vivian und ihre „Entführer“ Jonathan und Sam sich bemühen alles wieder gut zu machen. Was mir bei Diana Wynne Jones immer wieder auffällt, ist, dass ihre Figuren nicht unbedingt befreundet sein müssen, um zusammen zu arbeiten. Das finde ich so viel stimmiger als die Spontanfreundschaften, die bei vielen anderen Kinder- und Jugendbuchautoren zwischen den verschiedenen Charakteren entstehen. Bei diesem Buch ist es so, dass Vivian zwar zum Teil versteht, warum die anderen so handeln wie sie es tun, aber so richtig mögen tut sie sie bislang nicht. Das wird auch nicht automatisch besser, nur weil sie viel Zeit miteinander verbringen und das gleiche Ziel verfolgen. Bevor ich mich aber meinem Roman oder gar den Comics, die mir mein Mann auf meinen Wunsch rausgesucht hat, widme, sollte ich aber erst einmal Frühstück machen. 😉

Update 14:30 Uhr

Nach dem Frühstück habe ich mich weiter in „A Tale of Time City“ vergraben – nur unterbrochen vom Katzenfüttern und Küche aufräumen. Je mehr ich über die Time City und ihre Gebräuche und Geschichte lese, desto verwirrter werde ich. Aber Zeitreise-Geschichten haben schnell diese Wirkung auf mich, weil ich es zum Beispiel schwierig finde, mir einen Zeitkreislauf aus 2500 Jahren vorzustellen, wenn mir erzählt wird, dass das auch der Geschichte der Menschheit entsprechen würde. (Noch schlimmer wird es, wenn ich mir beim Lesen die Fakten aus „Germs, Guns and Steel“ dazwischen kommen. 😉 ) Auch finde ich zwar das Leben in dieser ungewöhnlichen Stadt interessant, aber nicht so reizvoll, dass ich da lange verbleiben wollen würde. Da fange ich an, mich nach einem süßen kleinen Häuschen auf dem Land zu sehnen, dessen viele Türen einen an die unterschiedlichsten Orte bringen können. Manche Plätze, die Diana Wynne Jones sich erdacht hat, finde ich einfach wohnlicher als andere. Trotzdem möchte ich natürlich rausfinden, was die ganzen Probleme in Time City verursacht, was es mit den ganzen Time-Ghosts auf sich hat und wie die etwas überforderte Vivian mit dem Ganzen fertig wird. Doch erst einmal mache ich eine kleine Pause und greife zu einer anderen Art von Geschichte. 🙂

Update 18:00 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich wirklich viel gelesen – unter anderem fünf Hefte von „Criminal“ einer Comicreihe von Ed Brubaker und Sean Phillips. Nachdem ich noch immer auf den letzten deutschen „Velvet“-Sammelband warte, habe ich meinen Mann vor ein paar Tagen gefragt, was für Brubaker-Comics er im Bestand hat. Jetzt habe ich auf jeden Fall genügend Noir-Comicgeschichten, um damit einige Stunden verbringen zu können. 😉 Die ersten fünf Hefte drehten sich um Leo, einen Dieb, der schon als Achtjähriger mit seiner kriminellen Tätigkeit anfing. Obwohl er schon seit Jahrzehnten im Geschäft ist, gibt es keine Polizeiakten über ihn, da er sich immer aus allen Schwierigkeiten raushielt, in dem er sich strikt an bestimmte Regeln hielt. Doch nun ist er in eine Situation geraten, in der er nicht alle seine Regeln einhalten kann – und das hat verheerende Folgen … Neben Leos Geschichte bieten die Comics auch noch auf den letzten Seiten diverse Verweise auf Filmklassiker, was dummerweise dazu führt, dass ich große Lust auf einige düstere alte Krimis habe. Mal schauen, ob ich in den nächsten Tagen mal in Kartons stöbere und mir die eine oder andere DVD rausfische. Ich muss mir aber auf jeden Fall die diversen Onlinehändler verkneifen, damit ich nicht zu viel Zeit damit verbringen zu schauen, welche Filme seit meiner letzten umfassende Suche noch so auf DVD erschienen sind. Der Merkzettel ist eh noch ziemlich voll, was das Genre angeht.

Außerdem habe ich noch weiter in „A Tale of Time City“ gelesen und werde das bis zum Kochen weiter tun. Ich glaube nicht, dass ich das Buch noch bis dahin schaffen werde, aber so viele Seiten habe nicht mehr vor mir. So langsam nimmt die Handlung eindeutig Fahrt auf (und ja, mein Verdacht vom Anfang der Geschichte scheint sich zu bestätigen *g*). Ein bisschen neidisch bin ich übrigens gerade auf Christie, denn die schläft gemütlich mit meinem Mann auf dem Sofa. Aber bei einem so niedlichen Anblick kann ich doch nicht so hartherzig sein und die beiden wecken, damit ich wieder etwas bequemer sitzen kann. 😉

Update 21:00 Uhr

Ganz habe ich mein Buch nicht bis zum Abendessen geschafft und nun schauen wir erst einmal „Guardians of the Galaxy“. Wir kennen den Film beide noch nicht und sind bislang eher unterwältigt. Aber er ist auch nicht so doof, dass wir schon abbrechen wollen. Immerhin kann ich nebenbei meine „Blümchen gießen“ und wenn der Film vorbei ist, bleibt mir noch genügend Zeit für den Rest von „A Tale of Time City“. Ich werde mich vermutlich heute nicht mehr hier melden, dafür geht es morgen Vormittag weiter mit dem Lesewochenende. 🙂

Ostern 2017: Lese(sams)tag

Nachdem mein Mann gestern vor dem Schlafengehen durch die Sender zappte und kurz die Sendung laufen hatte, habe ich die „Jeopardy!“-Melodie im Ohr und es macht mich wahnsinnig! Somit war ich heute morgen schon in der richtigen Stimmung für einen Samstagseinkauf an einem Feiertagswochenende, bei dem wir von Laden zu Laden trabten, um verschiedene frische Zutaten zu bekommen. Immerhin ist das jetzt auch erledigt.

Außerdem habe ich den Teig für die Farinata angesetzt, die wir heute Abend essen werden, und einen Rhabarber-Kuchen in den Ofen geschoben. Während der backt, kann ich mir mein Frühstück gönnen und schon mal ein paar Seiten lesen. Dummerweise habe ich gerade keine rechte Lust auf meine angefangenen Bücher. Vielleicht teste ich einfach das letzte unangefangene Bibliotheksbuch an, das noch auf meinem Stapel liegt. „Familienbild mit dickem Kind“ habe ich im März auf Helmas Blog entdeckt und die Bibliothek konnte mir das Buch überraschend schnell zur Verfügung stellen. Wenn mich das auch nicht packt, dann zupfe ich einen Roman aus meinem SuB … da liegen ja noch einer oder zwei rum …



Update 15:30 Uhr

Während wir gerade dabei waren, Christie zu füttern, klingelte überraschend der Paketbote an der Tür und brachte ein Päckchen von einem Freund meines Mannes voll mit DVDs, CDs und Süßigkeiten. Oo Seit ein paar Jahren (in der Regel, wenn er sich aus Versehen etwas doppelt gekauft hat oder eine Deluxe-Version von etwas zugelegt hat) packt er ungefähr zweimal im Jahr alles, was meinen Mann und mich interessieren könnte in einen Karton und füllt die Zwischenräume mit Leckereien. Das ist immer ziemlich überwältigend und lustig auszupacken. 🙂

Ansonsten habe ich ziemlich viel Zeit mit meinem Mann verschwatzt und mir von ihm ein Brettspiel zeigen lassen, für das gerade eine Kickstarter-Kampagne läuft. Ich gebe zu, dass das Spielthema und das Design mir gefallen, aber eigentlich reicht es doch, wenn einer in der Familie verrückt nach Brettspielen ist. 😉 (Habe ich schon erwähnt, dass bei uns gerade jeden Morgen die MarineTraffic-Webseite geöffnet wird, damit mein Mann das Schiff von China bis Hamburg verfolgen kann, das sein „ich habe zwei Jahre darauf gespart“-Spiel transportiert? :D)

Nachdem „Familienbild mit dickem Kind“ für mich heute nicht die richtige Erzählweise hatte, werde ich mir – während der Kuchen im Ofen nachbacken darf *seufz* – „A Tale of Time City“ vornehmen. Wenn mich der Roman nicht zum Lesen verlockt, dann muss ich vielleicht für heute das mit den Büchern aufgeben und mir eine andere entspannende Tätigkeit suchen. 😉

Update 21:00 Uhr

Irgendwie habe ich heute ständig das Gefühl, ich bekäme nichts auf die Reihe – und dann merke ich, dass ich ganz viele Sachen komplett verdränge wie die Wäsche, die Zeit, die wir heute in der Küche verbracht haben, die Planung für die kommenden Tage oder die Tatsache, dass ich mein „Badezimmerbuch“ heute Nachmittag beendet habe. *g*

Ansonsten habe ich Zeit mit „A Tale of Time City“ von Diana Wynne Jones verbracht und bislang gefällt mir die Geschichte sehr gut. Die Handlung beginnt im Jahr 1939 in einem Zug, mit dem ein Haufen Kinder von London aus aufs Land gebracht werden. Eines dieser Kinder ist Vivian Smith, der 1, durchaus bewusst ist, dass man mit dem Nachnamen „Smith“ sehr gut auf seine Sachen aufpassen muss, selbst wenn sie mit dem Namen beschriftet sind, weil es eben sehr, sehr viele Smith im Zug gibt und die sich 2. die ganze Fahrt über vorstellt, was alles schief laufen kann, wenn sie am Zielpunkt ankommt. Doch das, was ihr am Bahnhof dann wirklich passiert, hätte sich selbst das ängstlichste und pessimistischste Mädchen nicht vorstellen können … 😀 Ich habe ja einen starken Verdacht, worauf Diana Wynne Jones mit ihrer Geschichte hinaus will, aber das ist mir egal, weil ich die Erzählweise und die verschiedenen fantastischen Elemente so sehr mag. Außerdem gehe ich davon aus, dass die Autorin genügend Überraschungen in ihrem Roman versteckt hat, selbst wenn ich das Ende wirklich vorherahnen sollte.

Zum Abendessen gab es die morgens angesetzte Farinata (das ist ein Kichererbsenfladen), Feta und einen gemischten Salat mit Joghurtsauce (mein Mann hatte dazu noch den Rest Radieschen-Tzatziki von gestern). Sehr lecker, aber irgendwie haben wir noch keine Möglichkeit gefunden die Farinata problemlos aus der Form zu bekommen. Beim ersten Mal haben wir es – wie im Rezept – empfohlen mit Backpapier versucht, aber da blieb die untere Kruste dann am Papier hängen, heute haben wir die Farinata in einer Auflaufform gemacht. Das war zwar besser, aber wirklich gut ließ sie sich nicht daraus lösen. Nun, ich werde weiter experimentieren …

Für den Rest des Abends muckel ich mich mit meinem Buch ein. Morgen geht es mit dem Lesewochenende weiter. 😉

Ostern 2017: Lese(frei)tag

Nachdem der Lese(sams)tag im März so nett war, werde ich mir über das Osterwochenende auch wieder bewusst Lese- und Auszeiten gönnen und darüber bloggen. Wobei ich zugeben muss, dass ich in den letzten Tagen relativ viel zum Lesen gekommen bin und in diesem Monat schon das eine oder andere Buch beendet habe. Aber es ist immer etwas anderes, ob ich hier aktuell über die Bücher, die ich lese, etwas schreibe und darüber, was ich sonst noch an einem gemütlichen Wochenende mache, oder ob ich mich nur am Ende eines Romans hinsetze und eine Rezension schreibe. Die einzige „Draußen-Verpflichtung“, die ich an diesem Wochenende habe, ist der Samstagseinkauf mit meinem Mann und ansonsten kann ich mich frei zwischen „einrollen und lesen“, handarbeiten und „in der Küche rumwuseln“ entscheiden. Da das kommende Wochenende mit einen Termin und Arbeit verplant ist, werde ich dieses entspannten Feiertagswochenende umso mehr genießen.

Bevor ich überlege, mit welchem Roman ich heute anfange, nehme ich mir erst einmal meine täglichen Seiten in „Guns, Germs and Steel“ von Jared Diamond vor. Sachbücher, die so viele Informationen auf so wenig Raum packen, muss ich mir immer auf die tägliche To-do-Liste packen, damit ich mich auch wirklich darauf konzentriere. Dabei schreibt der Autor gut verständlich, aber um 13.000 Jahre Menschheitsgeschichte in 480 Seiten zu packen, muss er auch sehr von Thema zu Thema, Zeitalter zu Zeitalter und Kontinent zu Kontinent springen. Also heißt es, beim Lesen gut aufzupassen, damit ich nicht das Gefühl habe, dass die Informationen direkt nach dem Erfassen schon wieder verschwinden.

Update 11:00 Uhr

Es ist wirklich nett, wenn mein Mann daheim ist, so dass ich mit ihm über die Dinge reden kann, die ich gerade lese. Auf der anderen Seite ist es schon etwas ablenkend, wenn er morgens gleich den Fernseher anmacht, damit er Gesellschaft hat, während ich lese. *g* Inzwischen habe mein tägliches „Soll“ bei „Guns, Germs and Steel“ gelesen, etwas in der Küche rumgewuselt, geduscht und mein Frühstück gemacht. Ich liebe den Aronia-Fruchtaufstrich, den wir am vergangenen Wochenende gekauft haben. So lecker! Zum Frühstück gönne ich mir erst einmal ein paar Seiten in „Agatha Raisin und die Tote im Feld“ von M. C. Beaton. Den Titel habe ich aus der Onleihe und da ich die eBooks nur zwei Wochen lang zur Verfügung habe (und die Vormerkzeiten endlos sind, da man die Bücher leider nicht vorzeitig zurückgeben kann), will ich ihn in absehbarer Zeit beendet haben.

Update 15:00 Uhr

In den letzten Stunden habe ich ungefähr die Hälfte von „Agatha Raisin und die Tote im Feld“ gelesen und bin etwas enttäuscht von der Geschichte. Den ersten Agatha-Raisin-Band, den ich vor ein paar Tagen gelesen habe, fand ich wirklich nett und ich mochte die Protagonistin, in diesem Teil habe ich hingegen das Gefühl, dass sie nur schmollt, weil ihr Nachbar sie nicht so behandelt, wie sie es gern hätte. Das liest sich wie diese Teenie-Liebesgeschichten, die ich so sehr hasse … *seufz*

Außerdem haben mein Mann und ich zusammen das Essen für heute Abend (Teig, Gemüsefüllung und Radieschen-Tzatziki) vorbereitet und sehr viel Zeit damit verbracht über einen amerikanischen Artikel zu diskutieren, den er im Internet gefunden hatte und in dem es um Kirk und Feminismus und Verschwörungstheorien ging. Ich habe nur Absätze davon vorgelesen und zusammengefasst bekommen, habe aber das Gefühl, die Autorin gehört zu der Sorte, die man lieber nicht auf seiner Seite hätte, weil ihre Art zu Argumentieren der Sache, für die sie sich engagiert, wenig gut tut.

Ich glaube, ich gönne mir jetzt ein paar Kekse und wechsel erst einmal zu einem anderen Buch …

Update 16:45 Uhr

Christie hatte es sich so schön auf mir gemütlich gemacht, während ich meine Kekse und den Milchkaffee genossen habe. Aber ich fürchte, ich habe sie mit meinem Grummeln irgendwann vertrieben. Gegrummelt habe ich, weil ich mit „Der Weltenriss – Die Karten der verlorenen Zeit“ von S. E. Grove nicht so ganz glücklich bin. Die Grundidee scheint recht interessant zu sein, denn die dreht sich darum, dass am 16. Juli 1799 etwas passierte, das dafür sorgte, dass verschiedene Teile der Welt in unterschiedliche Zeitalter katapultiert wurden. So erinnern sich zum Beispiel einige Jahrzehnte später die Bewohner von Boston daran, dass es in England zwar mal einen Autor namens John Donne gab – aber in England selber ist dieser Autor noch nicht geboren worden und es könnte sogar sein, dass er auch nie geboren wird. Die unterschiedlichen Zeiten machen den Kontakt zwischen den verschiedenen Ländern natürlich sehr schwierig, aber im Laufe der Zeit hat man einen Weg gefunden trotzdem Handel zu treiben und auch von weniger (oder deutlich weiter) entwickelten Gebieten zu profitieren. Sei es durch den Import von Technologien, die in der eigenen Zeit eigentlich noch nicht bekannt sind, oder den Export von Dingen, über die andere Länder eben noch nicht verfügen.

Die Idee finde ich wirklich interessant, aber schon auf den ersten Seiten wird klar, dass es in Boston eine Bewegung gibt – die sich natürlich aus den Reichen und Mächtigen zusammensetzt -, die daran arbeitet die Stadt von der Außenwelt abzukapseln. Auf der einen Seite soll so verhindert werden, dass Piraten und andere Schmarotzer von all der Arbeit, den Technologien und dem Handel der Bostoner (Kaufleute) profitieren, auf der anderen Seite wollen diese Leute ihre eigene Bevölkerung einsperren, weil das Reisen in andere Länder und Zeiten „unpatriotisch“ sei. Oh, und natürlich soll jeder ausgewiesen werden, der nicht die richtigen Papiere hat, während niemand einreisen darf, wenn er nicht beweisen kann, dass er von Geburt an Bostoner ist. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die erste Veröffentlichung des Titels 2014 war und der Roman für Leser zwischen 12 und 16 Jahren empfohlen wird. Ich habe grundsätzlich wirklich nichts gegen ein Jugendbuch, dass sich um Fremdenfeindlichkeit und viele andere wichtige Themen dreht. Aber ich finde das Ganze bislang so plakativ und schulmeisterlich von der Autorin präsentiert, dass ich das als erwachsener Leser es unerträglich finde. Ich werde noch etwas weiterlesen, weil ich die Charaktere eigentlich ganz nett finde. Aber wenn die Autorin ihre Botschaft nicht bald etwas subtiler in die Geschichte einbindet, dann muss ich mir wohl eine andere Lektüre suchen …

Update 21:00 Uhr

Nach dem letzten Update habe ich erst einmal ein Stündchen geschlafen und danach haben mein Mann und ich unsere Abendessen gemacht. Die Kombination aus „indisch“ gewürztem Gemüse in den Teigtaschen und dem ziemlich scharf gewordenen Radieschen-Tzatziki war ungewöhnlich, aber sehr lecker. 🙂

Da ich nicht so recht weiß, was ich mit meinen angefangen Büchern machen soll, werde ich den Rest des Abends wohl mit dem 3DS (Blümchen gießen! *g*) und dem Fernseher verbringen. Mein Mann und ich schauen gerade ein paar asiatische Serien auf Netflix – vor allem der „Samurai Gourmet“ hat es uns angetan, weil das so nett ist und die Folgen so kurz, dass man sie schön vor dem Schlafengehen noch einschieben kann.

Morgen werde ich mich wohl erst ab der Mittagszeit melden, weil ich neben dem Einkauf noch ein paar andere Dinge zu tun habe, bevor ich mich zum Lesen einrollen kann.

Elizabeth Daly: Das Buch des Toten (Ein Henry-Gamadge-Kriminalroman)

Elizabeth Daly ist eine amerikanische Autorin, die zwischen den 1930er und 1950er Jahren Kriminalromane schrieb. Da ich eine Schwäche für Krimis aus dieser Zeit habe, wollte ich die Autorin schon lange mal antesten, hatte es aber irgendwie nie auf die Reihe bekommen, mir einen Roman von ihr zu besorgen. Zum Glück bin ich dann bei meinem ersten Besuch in der neuen Bibliothekszweigstelle über „Das Buch des Toten“ gestolpert, das zu mehreren Veröffentlichungen rund um den Bücher-Spezialisten und Gentleman-Detektiv Henry Gamadge gehört. Der Roman wurde im Jahr 1944 herausgegeben und auch die Geschichte spielt zu dieser Zeit. So ist es selbstverständlich, dass Henry Gamadges Assistent als Soldat dient, während er selbst seine normalen Tätigkeiten niedergelegt hat, um dem Kriegsministerium beratend zur Seite zu stehen. Trotzdem kann er nicht widerstehen, als eine junge Dame mit einem ungewöhnlichen Rätsel zu ihm kommt.

Miss Fisher hatte vor einigen Wochen, als sie zu Besuch bei einer Tante war, den schon etwas älteren Howard Crenshaw kennengelernt. Als dieser überraschend aus Vermont abreiste, hatte Miss Fisher noch ein Buch von ihm ausgeliehen, dass sie ihm bei ihrer Rückkehr nach New York zurückgeben wollte. Doch nachdem sie seine Adresse herausgefunden hatte, musste sie feststellen, dass ihr Bekannter im Krankenhaus lag – und dass niemand ihr Auskunft über sein Befinden geben wollte. Das alles hätte Miss Fisher nicht so sehr beunruhigt, hätte sie nicht in dem geliehenen Shakespeare-Band Unterstreichungen und Nebenbemerkungen gefunden, die ihrer Meinung nach darauf hindeuten, dass Mr. Crenshaw in Angst vor seinem Diener Perry lebte.

Während Henry Gamadge eine Theorie nach der anderen ins Auge fasst, um zu erklären, was die Hintergründe von Mr. Crenshaws Verhalten sein könnten, steht der Leser erst einmal vor einem großen Rätsel, bei dem eigentlich nur die Eingangsszene des Romans, in der man einen kleinen Einblick in das Zusammenleben von Mr. Crenshaw und Perry bekommt, darauf hinweist, dass Miss Fisher nicht ohne Grund befürchtet, dass etwas nicht in Ordnung ist. Dabei bietet Elizabeth Daly dem Leser kaum Gelegenheiten mitzuermitteln, da sie auf Hinweise und Indizien verzichtet, sondern sie erzählt die Geschichte Stück für Stück, wie sie passiert – und zwar so, dass man nie das vollständige Bild sehen kann und sich deshalb ständig fragt, was wohl hinter dem Verhalten und den Aussagen der verschiedenen Figuren verbirgt.

Ich fand es hier nicht schlimm, dass ich als Leser nur die Handlung verfolgen konnte, denn ich mochte die Art und Weise, wie mir die Geschichte erzählt wurde. Was ich spannend finde, ist, dass ich im Nachwort ebenso wie auf mehreren Online-Seiten, bei denen Romane der Autorin besprochen wurden, über die Kategorie „Cozy“ gestolpert bin. Für mich ist dieses Buch definitiv kein Cozy, es fehlen fast alle Merkmale, die für mich einen (amerikanischen) Cozy ausmachen (ein gutes Beispiel dafür wären die Bücher von  Mary Roberts Rinehard). Ich gebe zu, es ist auch keine Hardboiled-Novel, aber „Das Buch des Toten“ fühlt sich in vielen Elementen eher danach an, auch wenn die Handlung während des Zweiten Weltkriegs spielt und man nicht das Gefühl hat, dass der Detektiv allein gegen eine korrupte Gesellschaft angehen muss. Vielleicht ist das ja der Grund, warum die Autorin in Europa/Deutschland nie wirklich erfolgreich war – man konnte sie (zumindest wenn ich nach diesem einen Kriminalroman gehen kann) nicht in eine vertraute Schublade stecken. Auf jeden Fall hat es Spaß gemacht, einen für die Zeit, in der er geschrieben wurde, ungewöhnlichen Kriminalroman zu lesen!

Stefan Bachmann: Die Seltsamen

Ich habe keine Ahnung, wo ich über Stefan Bachmanns Titel „Die Seltsamen“ gestolpert bin, aber wer auch immer über das Buch geschrieben hat, hat mich neugierig genug gemacht, dass ich den Roman in der Bibliothek vorgemerkt habe. Ausleihen konnte ich das Buch dann Anfang April und habe es auch zügig durchgelesen. Stefan Bachmann schreibt in einem flüssig zu lesenden Stil und obwohl ich normalerweise mit eher malerischen Formulierungen nichts anfangen kann, haben sie mir hier gefallen – auch weil sie passend und nicht zu übertrieben verwendet wurden. Die Geschichte wird vor allem aus zwei Perspektiven erzählt. Auf der einen Seite lernt man Bartholomew Kettle kennen, einen Jungen, der mit seiner jüngeren Schwester Hettie und seiner Mutter im Feenslum von Bath lebt, und auf der anderen Seite Arthur Jelliby, der Mitglied des Parlaments in London ist und dessen Leben das genaue Gegenteil von Bartholomews zu sein scheint.

Die Welt, die Stefan Bachmann für seine Geschichte entworfen hat, wurde vor vielen Jahren von einem Haufen Feen überrannt, deren Portal aus der Feenwelt damals Bath auslöschte. Nach einem kurzen und heftigen Krieg wurden die Feen besiegt und – da man sie nicht wieder zurückschicken konnte – notgedrungen in die Gesellschaft integriert. Wobei es tagtäglich viele, viele Versuche gibt, die Feen ihrer Magie zu berauben – was dafür sorgt, dass sie am unteren Ende der Gesellschaft leben und als Dienstboten oder in Fabriken für die Menschen arbeiten. Während es unter den Menschen eine gewisse Faszination für Feenmagie gibt (solange das Ganze unter Kontrolle und nicht zu gefährlich ist), gibt es keinerlei Interesse an den wenigen Mischlinge, die aus Beziehungen zwischen Menschen und Feen entstanden sind.

Diese Mischlinge – „Die Seltsamen“ genannt – werden von beiden Seiten als hässlich und wertlos empfunden und nicht selten werden diese Kinder getötet, ohne dass ihre Eltern (in der Regel sind es die Mütter, die sich um sie kümmern) sie schützen könnten. Auch Bartholomew und Hettie sind Mischlingskinder und da sie so gefährdet sind, lässt ihre Mutter die beiden kaum aus der Wohnung. Gerade Hettie, deren gemischte Herkunft unübersehbar ist, kennt nichts anderes als die kleine Wohnung und die Gesellschaft ihres Bruders, während Bartholomew immerhin ab und an vor die Tür oder zumindest auf den Dachboden des Miethauses schleichen kann, weil er nicht ganz so auffällig ist wie seine Schwester.

Da die Mischlingskinder so einen geringen Wert für die Gesellschaft haben, fällt es erst einmal auch gar nicht auf, dass immer wieder Kinder verschwinden und wenig später tot aufgefunden werden. Einzig die Art und Weise, wie die Kinder sterben, sorgt dafür, dass das Thema überhaupt im Parlament angesprochen wird. Für Bartholomew hingegen ist das Verschwinden der Kinder ein sehr beängstigendes Thema – vor allem, nachdem er mitbekommen hat, wie der Nachbarsjunge entführt wurde. Und als dann auch noch Hettie verschwindet, muss er sich auf die Suche nach seiner Schwester (und dem Mörder der anderen Kinder) machen.

Ich muss gestehen, dass ich etwas zwiegespalten bin. Auf der einen Seite finde ich die Welt, die Stefan Bachmann geschaffen hat, sehr spannend. Diese Mischung aus düsteren Feen samt ihrer Magie, einem britischen Reich, in dem die Industrialisierung radikale Spuren hinterlässt (und für so einige Steampunk-Elemente sorgt), und den gegensätzlichen Perspektiven von Bartholomew und Mr. Jelliby finde ich sehr reizvoll. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass nicht alles so schrecklich und düster und hoffnungslos ist. Auch fand ich die Charaktere zwar interessant, aber nicht wirklich sympathisch, obwohl sie sich im Laufe der Geschichte verändern und gerade Mr. Jelliby an seinen Aufgaben wächst.

Außerdem konnte ich zwar die fantastischen Elemente genießen, hatte aber stellenweise das Gefühl, dass der Autor es übertreibt. Ein Beispiel ist da eine Kutsche, die von zwei riesigen Grashüpfern gezogen wird – auch wenn das vielleicht eine skurrile Vorstellung ist, denkt ein Teil von mir, dass das niemand machen würde, weil Grashüpfer nun mal keinen Fortbewegungsrhythmus haben, der mit dem Ziehen einer Kutsche übereinstimmt. So bringen mich solche Elemente immer wieder raus, weil ich sie – selbst in einem so fantastischen und merkwürdigen Umfeld – als unstimmig und unglaubwürdig empfinde. Insgesamt habe ich einen netten Abend mit „Die Seltsamen“ verbracht, glaube aber nicht, dass ich auch noch zur Fortsetzung greifen werde, weil ich einfach nicht neugierig darauf bin, wie es mit Hettie, Bartholomew und Mr. Jelliby weitergeht.