Alle Artikel von Konstanze

Herbstlesen im Oktober 2016 (3) – Montag

Dank Feiertag (in Deutschland) gibt es heute also den dritten Herbstlesen-Tag in Folge. Gestern habe ich „Herbst im Mumintal“ von Tove Jansson beendet, ebenso wie „Die Stadt und das Mädchen“ von Jiro Taniguchi – was mich nun vor die Frage stellt, was ich als nächstes lesen soll.

Ich habe ein paar Bücher, die ich in zwei Wochen in die Bibliothek zurückbringen muss, weil ich sie nicht verlängern kann. Aber weder „Kulturgeschichte des Klimas“ von Wolfgang Behringer, noch „Der katholische Bulle“ von Adrian McKinty oder „Das rote Schaf der Familie“ von Susanne Klippenberger reizen mich spontan.

Vielleicht sollte ich zu einer meiner anderen Bibliotheksausleihen greifen oder mal den SuB genauer betrachten … Aber erst einmal heißt es richtig aufwachen, den FeedReader und das Mailfach leeren und danach sehe ich weiter.

Diejenigen, die heute wieder mit mir zusammen „Herbstlesen“, werden wie immer mit ihrem aktuellen Beitrag am Ende dieses Posts verlinkt.

Update 11:45 Uhr

Irgendwie komme ich heute wirklich nicht in die Gänge. Ich habe viel geglubscht und ab und an einen Kommentar geschrieben (wobei ich die über 100 Einträge in meinem FeedReader auch etwas abschreckend fand – bis ich feststellte, dass die Hälfte davon aus gestern geschriebenen Herbstlesen-Kommentaren bestand *g*) und letztendlich haben wir dann beschlossen, dass wir zum Frühstück weiter „Initial D“ schauen. „Initial D“ ist die Anime-Serie mit dem hässlichsten Charakterdesign, das ich je gesehen habe. Aber ich mag die Story (mit einigen Abstrichen, weil sie unbedingt unbeholfene Schulliebesgeschichten einbauen mussten), obwohl sie sich rund um illegale Straßenrennen dreht. Protagonist der Serie ist Takumi Fujiwara, dessen Vater einen Tofu-Shop betreibt, der vor allem davon lebt, dass sie die Hotels der Region beliefern. Dabei ist Takumi seit seinem dreizehnten Lebensjahr für die Lieferungen zuständig, was bedeutet, dass er Nacht für Nacht kurz vor vier Uhr morgens aufstehen und mit Papas Toyota Trueno über den Mount Akina zu den Hotels fahren muss. Da er natürlich keinen Führerschein hat, erzählt er jahrelang niemandem von seinen nächtlichen Touren durch die Berge. Für ihn ist Autofahren nur eine lästige Pflicht, und der einzige Grund, warum er in den vergangenen fünf Jahren immer besser wurde, liegt darin, dass er seine Arbeit so schnell wie möglich erledigen wollte, um vor der Schule noch etwas Schlaf zu bekommen.

Die Handlung der ersten Staffel beginnt kurz nachdem Takumi und sein bester Freund Itsuki ihre Führerscheine gemacht und einen Sommerferienjob bei einer örtlichen Tankstelle bekommen haben. Itsuki ist ganz begeistert von dem lokalen Streetracer-Team, den Akina Speedstars, und will den Sommer über genügend Geld sparen, um sich ein Auto leisten zu können. Takumi hingegen ist eher uninteressiert … an allem … und das ändert sich auch nicht, als die ersten Fahrer dahinterkommen, dass in den frühen Morgenstunden ein ungewöhnlich schneller Trueno auf den Bergstraßen des Akina unterwegs ist. So fährt Takumi seine ersten Rennen vor allem als Gefallen für seinen Freund Itsuki (und weil sein Vater ihm bei einem Sieg eine volle Tankfüllung versprochen hat, mit der er dann eine Tour zum See mit einer Mitschülerin machen kann). Ich mag vor allem den Anfang der Serie, wenn Takumi an allem total uninteressiert ist und erst zu den Rennen überredet werden muss. Und es gefällt mir, wie er dann langsam entdeckt, dass es ihm doch Spaß macht, sich weiterzuentwickeln und gegen Gegner zu fahren, die ihn herausfordern.

Wir haben schon vor ungefähr zwei Wochen mit der Serie wieder angefangen und sind inzwischen beim Anfang der zweiten Staffel. Da dreht sich die Handlung weniger darum, dass Takumi Interesse fürs Rennfahren entwickelt, als dass er bewusst daran arbeiten muss, seine Fähigkeiten zu verbessern, wenn er mit technisch ausgereifteren Fahrzeugen und professionelleren Fahrern mithalten will. So haben wir heute Vormittag sein Rennen gegen einen Wagen gesehen, der im Gegensatz zu seinem alten Trueno keinen Heckantrieb, sondern einen Vierrradantrieb (und die Ausstattung eines World Rallye Cars) hat. Und ja, so ein Rennen kann sich locker über mehrere Folgen hinziehen … 😉

Jetzt wird es aber erst einmal Zeit die Katze zu füttern und ein bisschen die Küche aufzuräumen, danach greife ich dann vielleicht doch endlich mal zum Buch. Zumindest fühle ich mich so langsam wach genug zum Lesen.

Update 15:45 Uhr

Eigentlich sollte ich wirklich zu einem Bibliotheksbuch greifen, aber so recht konnte ich mich dazu nicht aufraffen. Dabei habe ich die Bücher extra in Reichweite gelegt (und wenn wir in einigen Wochen die Heizperiode starten, muss ich mir etwas anderes überlegen):

Stattdessen habe ich mich, nachdem sich Christie zu unserer großen Freude über ihr neues Futter (Büffel und Pastinake Oo) hergemacht hat, vor dem SuB gestanden und versucht herauszufinden, auf welchen Roman ich gerade Lust habe. Auch da gibt es den einen oder anderen Titel, den ich eigentlich demnächst lesen wollte (zum Beispiel „Mrs. Alis unpassende Leidenschaft“, um zu schauen, ob die Geschichte was für meine Mutter wäre), aber so recht konnten mich die nicht locken. Also habe ich „Spindle’s End“ von Robin McKinley, „The Wizard of Dark Street“ von Shawn Thomas Odyssey und  „Serpentine“ von Cindy Pon aus dem Regal gezupft und angelesen. „Spindle’s End“ wollte ich mal in einer Leserunde lesen, zu der es nicht gekommen ist. Grundsätzlich mag ich Robin McKinley als Autorin sehr gern, aber die Geschichte finde ich gerade nicht „modern“ genug für meine aktuelle Leselust. „Serpentine“ hatte ich mir gewünscht, weil ich neugierig auf das chinesische Fantasysetting war und der Anfang ist auch nicht schlecht, aber „The Wizard of Dark Street“ macht mich gerade mehr an. Den Roman hatte ich schon vor einiger Zeit bei Kiya entdeckt, aber beim ersten Anlesen war ich nicht in der richtigen Stimmung dafür. Heute hingegen scheint der perfekte Tag zu sein, um die Geschichte endlich zu genießen – auch wenn ich etwas von „Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah“ abgelenkt werde! 🙂

Update 21:30 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich gelesen, mit dem 3DS gespielt und Abendessen gekocht und gegessen. Sehr fotogen ist das Essen nicht, da sich mein Mann Kartoffelbrei, Sauerkraut und Würstchen gewünscht hat, aber verflixt lecker (auch ohne Würstchen). Ich liebe Kartoffelbrei und esse jedes Mal viel zu viel davon – gut, dass es den bei uns so selten gibt.

Nachdem ich gerade noch eine Blog- und Kommentarrunde gedreht habe, werde ich den Rest des Abends mit „The Wizard of Dark Street“ verbringen. Ich mag diese Mischung aus netter Geschichte und vertrauten Elementen und kann gerade gar nicht verstehen, dass ich den Roman nach einem ersten Anlesen so lange auf dem SuB ruhen ließ. Ich weiß noch nicht, ob ich vor dem Schlafengehen noch auf eure Blogs komme (wenn nicht, dann schau ich morgen, wie es euch den Rest des Abends ergangen ist), deshalb wünsche ich jetzt schon einen guten Start in die Arbeitswoche! Es war schön, dass ihr beim Herbstlesen mitgemacht habt! Ich hoffe, ihr habt an den nächsten Wochenenden vielleicht irgendwann wieder Zeit und Lust, um den Tag „gemeinsam“ mit mir zu verbringen!

***

Heutige Mitleser:

Sarah
Kiya
Sayuri
BücherFähe
Ina
Hermia
JED
Natira

Herbstlesen im Oktober 2016 (2) – Sonntag

Schön war es gestern mit dem Herbstlesen, auch wenn ich erst wieder einen Rhythmus finden muss, damit das mit den regelmäßigen Updates, Blog- und Kommentarrunden und dem Lesen klappt. 🙂 Aber ich möchte schon einmal herzlichen Dank sagen, weil ihr gestern so eifrig beim Austausch dabei gewesen seid. Ich hoffe, ihr hattet viel Spaß!

Für mich gab es gestern ungefähr die Hälfte von „Herbst im Mumintal“ von Tove Jansson und das Buch mag ich heute zu Ende lesen (auch wenn es schade ist, dass ich danach keine neuen Mumin-Geschichten mehr zu entdecken habe), außerdem die erste von zehn Kurzgeschichten aus „Urban Allies“ (da mag ich heute auch wieder eine Geschichte lesen) und „Die Stadt und das Mädchen“ von Jiro Taniguchi habe ich auch noch zu beenden, nachdem ich den Titel gestern nur noch anlesen konnte. Aber jetzt widme ich mich erst einmal meinem Mann, der nun gern seine Geschenke auspacken würde. *g*

Diejenigen, die gestern einen Beitrag für das gesamte Wochenende veröffentlicht haben, habe ich schon am Ende dieses Posts verlinkt. Alle anderen Mitleser nehme ich in die Liste auf, wenn sie sich mit einem Kommentar inklusive Link zum Beitrag hier gemeldet haben. 🙂

Update 10:00 Uhr 

Inzwischen hat mein Mann das Auspacken seiner Geschenke intensiv genossen (und steht nun etwas sprachlos vor der Schüssel mit Süßigkeiten, die sein bester Freund statt Füllmaterial ins Paket gepackt hat) und mit mir durchgeplant, welche seiner neuen DVDs er heute schauen könnte, während ich meine Nase im Buch stecken habe. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich heute den Tag mit der martialischen Geräuschkulisse eines japanischen Monsterfilms verbringe, ist also sehr, sehr hoch. *g* Außerdem habe ich den FeedReader geleert, die erste Internet- und Kommentarrunde gedreht, meine Twitter-Timeline von gestern Abend nachgelesen, die heutige Wäscherunde von der Maschine in den Trockner umgelagert und nun knurrt mein Magen. Also gibt es erst einmal Frühstück mit Buch und danach schaue ich mal, welche Tätigkeit mich am meisten reizen würde. 🙂

Eine Frage hätte ich allerdings noch: Da in Deutschland ja morgen Feiertag ist, sollen wir da auch einen „offiziellen“ Herbstlese-Tag einlegen?

Update 15:15 Uhr

Nach dem letzten Update gab es für mich erst einmal Frühstück und damit auch die zweite Geschichte aus „Urban Allies“. „Tailed“ wurde von Seanan McGuire und Kelley Armstrong geschrieben, wobei Seanan McGuire für die Geschichte auf Verity Price (und ihrer Cousine Sarah) aus ihrer InCryptid-Serie zurückgegriffen hat und Kelley Armstrong auf Elena Michaels aus ihrer Otherworld-Reihe. Wer mich (und meinen Blog) kennt, wird nicht überrascht sein, dass ich mich auf diese Geschichte besonders gefreut habe. Ich kenne zwar ein paar Kurzgeschichten von Seanan McGuire mit Verity Price, aber ich fand es spannend zu sehen, was bei dieser Autorin herauskommt, wenn sie mit jemand anderem zusammenarbeitet. Die Handlung beginnt mit Verity, die nach zwei Tagen auf einer Tiermesse (wo sie nach Personen suchte, die illegalerweise „übernatürliche“ Kreaturen verkaufen) nicht gerade in guter Stimmung ist. Elena hingegen ist auf einem Schulausflug mit ihren achtjährigen Zwillingen, wobei sie die Natur erkunden sollen. So ganz bin ich mir nicht sicher, wie Seanan McGuires Werwolf-Variante und die von Kelley Armstrong in eine Welt passen können, aber wenn ich davon mal absehe, fand ich die Geschichte wirklich unterhaltsam und amüsant ( und ja, ich bin wohl nicht ganz objektiv ;)). Vermutlich sollte ich mir die Romane von Kelley Armstrong auch mal anschauen … *oje*

Gegen Mittag hatte ich gerade erst zu „Herbst im Mumintal“ gegriffen, als unsere Nachbarin klingelte, um sich das am Freitagabend versprochene Stück Geburtstagskuchen abzuholen. Mit ihr haben wir noch etwas geschwatzt und nachdem sie gegangen war, wurde es auch schon Zeit meine heutige Wäscherunde zusammenzulegen und zu verstauen, während mein Mann „Godzilla“ (von 2014) in den DVD-Player warf. („Frankensteins Monster im Kampf gegen Ghidorah“ hätte ich vermutlich lustiger gefunden, aber den hebt er sich anscheinend noch auf.) So habe ich für die letzten Kapitel das friedlich-herbstliche Mumintal besucht, während ich mit dramatischer Musik, Geschrei und Schüssen beschallt wurde. 😉 Dazu gab es ein Stück Geburtstagskuchen (lecker, aber die Birnen dünste ich das nächste Mal wieder selber, statt welche aus der Dose zu verwenden) – und nun schwanke ich zwischen der nächsten Blog- und Kommentarrunde und dem Manga, den ich noch beenden will.

Update 20:30 Uhr

Ich habe mich dann für „Die Stadt und das Mädchen“ von Jiro Taniguchi entschieden – davon hatte ich gestern nur die ersten 60 Seiten gelesen. Da ich den Manga auf jeden Fall noch rezensieren will, schreibe ich hier nicht zu ausführlich darüber. Aber ich mag den reduzierten-realistischen Zeichenstil des Autors und seine ruhige Art eine Handlung zu erzählen. In diesem Manga geht es um den Extrem-Bergsteiger Shiga, der vor langer Zeit seinem (bei einem Bergsteigerunglück verstorbene) besten Freund versprochen hat, dass er sich um dessen Frau und Tochter kümmern würde. Nun ruft die Witwe an, weil ihre fast 15jährige Tochter Megumi verschwunden ist und sich die Polizei nicht so recht darum kümmern will. Also reist Shingo nach Tokio und macht sich auf die Suche nach dem Mädchen. Es dauert etwas bis die Geschichte Fahrt aufnimmt, meinem Mann war es gestern beim Anlesen etwas zu gemächlich, ich hingegen mag es wie sich die Handlung und die Figuren erst so nach und nach vor dem Leser entfalten. Gerade Shiga bleibt lange verschlossen, auch wenn man sich den einen oder anderen Hintergrund denken kann. Trotz der ruhigen Erzählweise und die Konzentration des Mangaka auf feine und kleine Details, ist es eine spannende Geschichte, bei der ich die immer wieder auftauchenden Bezüge zwischen dem Besteigen eines Berges und dem Umgang mit einer unvertrauten Stadt reizvoll fand.

Nach einer Kommentarrunde ging es dann für mich in die Küche zum Kochen und nachdem das Abendessen (die ersten Schweizer Käsemakkaroni in diesem Herbst) nun vertilgt ist, werfe ich noch einen Blick auf die anderen Blogs und sehe dann weiter. 🙂

Update 23:30 Uhr

Nach der Blog- und Kommentarrunde habe ich eigentlich nur noch ein paar Notizen für die Rezension zu „Die Stadt und das Mädchen“ gemacht und ein bisschen mit dem 3DS gespielt (ich gieße immer noch jeden Tag die Blumen in meinem Animal-Crossing-Dorf *g*). Groß aktiv werde ich heute definitiv nicht mehr, also fahre ich jetzt den Laptop runter und wandere dann wohl bald ins Bett. Es war wieder schön mit euch – bis morgen! 🙂

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Heutige Mitleser:

Sarah
Kiya
BücherFähe
Elena
Neyasha
Ina
Hermia
Natira

Herbstlesen im Oktober 2016 (1) – Samstag

Heute beginnt also zum dritten Mal das „Herbstlesen“ – ich bin gespannt, wie viele Leute sich mir in diesem Jahr wieder anschließen und wünsche uns allen schon mal angenehme und entspannte Stunden!

Für mich startet der Tag relativ früh, wenn man bedenkt, dass wir gestern Abend bis 01:30 Uhr bei der Nachbarin versumpft sind, mit der wir eigentlich nur Abendessen wollten. Mal schauen, wann ich heute wach genug werde, um zum Roman zu greifen. Die ersten Bücher für den heutigen Tag habe ich schon bereit liegen, außerdem habe ich ein paar angefangene Titel, die ich weiterlesen könnte. Doch vorher sollte ich mir vielleicht erst einmal einen Tee kochen oder ich rühre schon mal den Teig für den Tortenboden an, den ich heute noch backen will, damit mein Mann morgen den gewünschten Geburtstagskuchen essen kann. Ich muss auch noch seine Geschenke einpacken (was aber erst passieren kann, wenn er sich zum Einkaufen aufmacht) und dann wartet noch ein Stapel Wäsche darauf, dass ich die erste Maschine anwerfe. Bis zum ersten Update habe ich mich aber dann hoffentlich für ein Buch entschieden, mit dem ich meinen Entspannungstag beginnen kann.

Eventuelle Mitleser für den heutigen Tag werden von mir am Ende dieses Beitrags verlinkt, sobald sie mir einen Kommentar mit einem Link zu ihrem Herbstlesen-Post hinterlassen. Ich freu mich schon sehr auf den Austausch! 🙂

Update 10:30 Uhr

Uff, das Wetter ist heute wirklich usselig. Es wird gar nicht hell und hat sich gut eingeregnet. Mein armer Mann mag gar nicht aus dem Haus gehen. Ich habe es immerhin schon geschafft den FeedReader zu leeren, die Wäsche anzustellen, die Spülmaschine auszuräumen und den Tortenboden zu backen. So müde wie ich gerade bin, dauert alles etwas länger, aber am Wochenende hetzt uns ja keiner. 😉 Und weil ich gerade das Bedürfnis nach „herbstlicher“ und gemütlicher Lektüre habe, starte ich das Lesen für heute mit „Herbst im Mumintal“ von Tove Jansson. Das Buch ist der letzte Mumin-Band, der mir noch gefehlt hatte, und ich freu mich schon auf ein Wiedersehen mit all den Geschöpfen im Mumintal – auch wenn ich schon weiß, dass die Mumins selber gar nicht darin vorkommen, weil sie währenddessen das karge Leben auf einer Insel inmitten des Meeres („Mumins wundersame Inselabenteuer“) ausprobieren.

(Die üblichen Verdächtigen haben sich auch schon mit einem Herbstlesen-Beitrag gemeldet. Ich freu mich! 🙂 )

Update 13:00 Uhr

Sehr viel habe ich in meinem Muminsbuch noch nicht gelesen. Dafür habe ich – neben der ersten Kommentarrunde – meine Zeit mit dem Einpacken von Geschenken (macht ihr das auch immer so gern, weil ihr euch darauf freut, was der Beschenkte zu den Sachen sagen wird?) und dem Spielen mit Christie verbracht.

Als Christie noch klein war, hat sie immer Fellbällchen apportiert, damit man sie dann für sie quer durch die Wohnung werfen konnte. Das ging ein paar Jahre so bis Baltimore bei uns einzog. Der fand die Fellbällchen nämlich auch super, rannte auch hinter den geworfenen Bällen hinterher und zerknackte sie dann mit einem energischen Biss. Das hat sowohl Christie als auch uns nach kurzer Zeit die Lust an dem Spiel genommen. In den letzten Wochen hat Christie wieder angefangen mit dem rumliegenden Bällchen zu spielen – und heute hat sie zum ersten Mal seit ungefähr zehn Jahren wieder richtig apportiert! Da ich trotzdem noch durch die Gegend flitzen muss, um in die richtige Position für einen weiten Wurf zu kommen, ging mir nach einer halben Stunde die Puste aus, während die Katze weiter auffordernd das Bällchen hinter mir herschleppte. 😀

Zum Frühstück habe ich dann endlich das Mumintal betreten, zugesehen, wie sich der Schnupferich auf seine Herbstreise begeben hat, festgestellt, dass sehr viele Wesen auf einmal Sehnsucht nach einem Besuch bei der Muminfamilie hatten und es mir dann gemeinsam mit ihnen im (verlassenen) Muminhaus gemütlich gemacht. Dieses Buch hat – wie schon „Mumins wundersame Abenteuer“ einen deutlich melancholischeren Unterton als die ersten Mumin-Geschichten, aber ich mag dieses ruhige, sehnsüchtige Herbstgefühl. Währenddessen hat mein Mann beim Essen weiter Bällchen für Christie geworfen. Seit dem Tierarztbesuch am Donnerstag muss unser Kätzchen anscheinend beweisen, dass sie wirklich fit für ihr Alter ist. 😀

Update 15:15 Uhr

Hach, die Muminsgeschichten sind auch ohne die Mumins so nett zu lesen! In „Mumins wundersame Inselabenteuer“ konnte man lesen, was die Mumins dazu bewegt hat ihr Tal zu verlassen und sich auf einer Leuchtturminsel mitten im Meer niederzulassen. Währenddessen gibt es viele weitere Figuren, die unzufrieden mit ihrem Leben sind, die nicht in ihrem Alltag verharren möchten und die sich nach der Wärme und der Entspanntheit des Mumintals sehnen. Selbst der Schnupferich, der sonst ja den Sommer mit den Mumins verbringt, kehrt zurück, weil er dort die fünf ersten Töne eines neuen Regenlieds vergessen hat. Dummerweise müssen all die Besucher feststellen, dass es ohne Muminmutters Fürsorge, den angelnden Muminvater und den durch das Tal streichende Mumin nicht so einfach ist eine entspannte Zeit zu verbringen. Und natürlich lässt man all seine Unzufriedenheit nicht hinter sich, nur weil man seinen Aufenthaltsort gewechselt hat … Ich finde es sehr rührend, wie sie alle im Mumintal nach einem anderen Leben suchen und natürlich ist es so, dass gerade diejenigen, die sich besonders bei der Suche anstrengen, den wenigsten Erfolg haben.

Damit ich mein Buch nicht in einem Zug durchlese, lege ich jetzt erst einmal eine Pause ein und schaue nach den anderen.

Update 20:45 Uhr

Nach meiner Blog- und Kommentarrunde habe ich mir erst einmal einen Kekse, ein neues Buch und die letzte Tasse von meinem Sonnetor-Früchtetee (*grummel*) gegönnt.

„Urban Allies“ ist eine Anthologe, die von Joseph Nassise herausgegeben wurde. In dem Band finden sich zehn Geschichten, die von zwanzig Autoren geschrieben wurden. Je zwei der Schriftsteller mussten zusammen eine Geschichte schreiben, in der sie einen Protagonisten aus einer ihrer Serien verwendeten. Ich muss gestehen, dass ich gespannt war, wie das funktioniert und wie diejenigen Autoren, deren Werke ich schon kenne, sich bei so einer Zusammenarbeit schlagen. Die erste Geschichte, „Ladies Fight“ war von Caitlin Kittredge und Jaye Wells und drehte sich um Ava und Leo (aus den „Hellhound Chronicles“ von Caitlin Kittredge) und Sabina und Adam (aus der Sabina-Kane-Reihe von Jaye Wells). Ava und Leon hatten einen Tipp bekommen, dass sie einen bestimmten Gegenstand im Besitz von Sabina finden würden. Als sie dann dort einbrachen, entwickelten sich die Dinge dann etwas unerwartet – ich fürchte, ich kann nicht mehr über die Handlung erzählen, wenn ich nichts spoilern will.

Die Geschichte fand ich soweit wirklich nett. Die Charaktere waren mir sympathisch, die unterschiedlichen Welten, die man durch die wenigen Sätze dazu, kennenlernen konnte, fand ich auch reizvoll, aber Caitlin Kittredges Art zu erzählen spricht mich deutlich mehr an als die von Jaye Wells. Dabei sind es nur Kleinigkeiten, die ich bei Jaye Wells nicht so ansprechend fand, aber das waren Dinge, die ich mir schon in anderen Urban-Fantasy-Serien auf die Nerven gingen, was bedeutet, dass ich da inzwischen relativ wenig Toleranz habe. Ein Beispiel gefällig? Der Dämon, der mit Selina zusammenarbeitet, taucht allein in dieser Kurzgeschichte zweimal nackt auf – und jedes Mal gibt es eine Bemerkung bezüglich seines Geschlechtsteils, ohne dass das irgendwas zur Handlung beigetragen hätte.

(Und nachdem ich schon die „Icarus Project“-Romane so toll fand, die Caitlin Kittredge zusammen mit Jackie Kessler geschrieben hat, muss ich wohl in Zukunft noch mehr von der Autorin antesten.)

Den Rest des Nachmittages habe ich dann mit Wäsche zusammenlegen, Christie beschmusen und Torte (unordentlich) zusammenbauen verbracht. Oh, und wenn ihr einen Eindruck davon bekommen wollt, was passiert, wenn ich Fotos auf dem kleinen Tisch im Wohnzimmer machen möchte, dann schaut euch die Katze oben links mal genauer an. Wobei ich dazu sagen muss, dass das der einzige Tisch ist, auf den sie springen darf. Das ist schließlich auch ihr Weg, um über die Katzenbrücke aufs Bücherregal zu kommen. 😉

… soweit hatte ich eben geschrieben, als der Wecker losging und meldete, dass meine Suppe fertig ist. Inzwischen ist die auch vertilgte, das Update kommt dafür etwas später, und bis es Zeit für den Nachtisch (Profiterole, die ich gestern für das Essen mit der Nachbarin gemacht hatte) ist, drehe ich wieder eine Blog- und Kommentarrunde! Danach hätte ich noch einen Manga von Jiro Taniguchi im Auge, den ich noch lesen möchte, oder ich könnte noch etwas mit dem 3DS spielen … Mal schauen. 🙂

Update 0:20 Uhr

Ui, so eine Blog- und Kommentarrunde dauert zum Tagesabschluss doch ganz schön lange. So hat es danach nur noch zu einer Runde „Animal Crossing“ (Oh, ich freu mich so auf das Update im November! Auch wenn ich mich bislang nicht spoilern ließ, so soll es doch ein paar wirklich hübsche Neuerungen bringen. Ich bin sehr gespannt!) gereicht und ein paar Seiten in dem Manga „Die Stadt und das Mädchen“ von Jiro Taniguchi. Über den Titel schreibe ich morgen noch mehr, wenn ich ihn beende – wobei ich mich vermutlich mit meinem Mann darum rangeln muss, denn der hat während meiner DS-Runde ebenfalls zu dem Manga gegriffen und mit dem Lesen angefangen. 😀 Jetzt erst einmal geht es ins Bett, damit ich morgen nicht zu lange schlafe. Gute Nacht, es war schön mit euch!

***

Heutige Mitleser:

Natira (Update 1) / Natira (Update 2)
Sarah
JED
Kiya
Ina
Hermia
Sam
BücherFähe
Neyasha
Elena

Gelesen: Juli, August und September 2016

Frühere Statistiken sind unter „Diverses“ zu finden.

Bücher:

  1. Jeanne Adams: The Tentacle Affaire (A Slip Traveler Novel #1)
  2. Hatice Akyün: Verfluchte anatolische Bergziegenkacke
  3. Wolfgang Behringer: Tambora und das Jahr ohne Sommer – Wie ein Vulkan die Welt in die Krise stürzte
  4. Juliet Blackwell: A Toxic Trousseau (A Witchcraft Mystery #8)
  5. Isabel Bogdan: Der Pfau
  6. Fred Bruemmer: Mein Leben mit den Inuit – Reisen zwischen Grönland und Alaska 
  7. Soman Chainani: The School for Good and Evil 3 – The Last Ever After
  8. Jennifer Estep: The Spider (Elemental Assassin 10)
  9. Tess Gerritsen: Scheintod (Rizzoli & Isles 5)
  10. Tess Gerritsen: Blutmale (Rizzoli & Isles 6)
  11. Tess Gerritsen: Grabkammer (Rizzoli & Isles 7)
  12. Tess Gerritsen: Totengrund (Rizzoli & Isles 8)
  13. Tess Gerritsen: Grabesstille (Rizzoli & Isles 9)
  14. Tess Gerritsen: Abendruh (Rizzoli & Isles 10)
  15. Tess Gerritsen: Der Schneeleopard (Rizzoli & Isles 11)
  16. Tess Gerritsen: Leichenraub
  17. Susanne Goga: Leo Berlin (Ein Fall für Leo Wechsler 1)
  18. Susanne Goga: Mord in Babelsberg (Ein Fall für Leo Wechsler 4)
  19. Susanne Goga: Es geschah in Schöneberg (Ein Fall für Leo Wechsler 5)
  20. Holly Goldberg Sloan: Glück ist eine Gleichung mit 7
  21. Christopher Golden/Thomas E. Sniegoski: The Nimble Man (The Menagerie #1)
  22. Kate Griffin: A Madness of Angels (Matthew Swift #1)
  23. Rick Gualtieri: Bill The Vampire (The Tome of Bill 1)
  24. Helene Hanff: 84, Charing Cross Road – Eine Freundschaft in Briefen
  25. Florian Heine: Mit den Augen der Maler – Schauplätze der Kunst neu entdeckt
  26. Tom Hillenbrand: Teufelsfrucht (Xavier Kieffer 1)
  27. Stuart Jaffe: Southern Bound (Max Porter Mystery 1)
  28. Tove Jansson: Mumins wundersame Inselabenteuer
  29. Diana Wynne Jones: House Of Many Ways 
  30. Diana Wynne Jones: Enchanted Glass
  31. Juliane Käppler: Die sieben Tode des Max Leif – Ein Hypochonder-Roman
  32. Julia Korbik: Stand up – Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene
  33. Maria Lang: Nicht nur der Mörder lügt
  34. Estelle Laure: Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance
  35. Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren – Tagebücher 1939-1945
  36. S.J. McCoy: Love Like You’ve Never Been Hurt (Summer Lake 1)
  37. Seanan McGuire: Once Broken Faith (October Daye 10)
  38. Gail Z. Martin: Trifles and Folly (A Deadly Curiosities Collection) 
  39. James Maxey: Nobody Gets The Girl (Whoosh! Bam! Pow! Series 1)
  40. Julia Quinn: Wie erobert man einen Duke? (Bridgerton 1)
  41. Julia Quinn: Wie bezaubert man einen Viscount? (Bridgerton 2)
  42. Julia Quinn: Wie verführt man einen Lord? (Bridgerton 3)
  43. Julia Quinn: Penelopes pikantes Geheimnis (Bridgerton 4)
  44. Julia Quinn: In Liebe, Ihre Eloise (Bridgerton 5)
  45. Julia Quinn: Ein hinreißend verruchter Gentleman (Bridgerton 6)
  46. Julia Quinn: Mitternachtsdiamanten (Bridgerton 7)
  47. Julia Quinn: Hochzeitsglocken für Lady Lucy (Bridgerton 8)
  48. Julia Quinn: The Sum of All Kisses (Smythe-Smith 3)
  49. Julia Quinn: Geküsst von einem Duke (Wyndham 1)
  50. Julia Quinn: Verführt von einer Lady (Wyndham 2)
  51. Julia Quinn: Just Like Heaven (Smythe-Smith 1)
  52. Julia Quinn: Das geheime Tagebuch der Miss Miranda
  53. Silvia Roth: Der Beutegänger (Hendrik Verhoeven und Winnie Heller 1)
  54. Silvia Roth: Querschläger (Hendrik Verhoeven und Winnie Heller 2)
  55. Karen Rose: Dornenmädchen
  56. Karen Rose: Alone in the Dark
  57. Jennifer St. Giles: Touch a Dark Wolf (The Shadowmen 1)
  58. Patrycja Spychalski: Heute sind wir Freunde

Kurzgeschichten:

  • Ruthanna Emrys: The Litany of Earth
  • Seanan McGuire: Anthony’s Vampire
  • Seanan McGuire: Full of Briars
  • Seanan McGuire: The Levee Was Dry
  • Seanan McGuire: Heap of Pearl

Comics/Manga:

  • Tohru Himuka: Shinobi Quartet 1 (Manga)
  • Tohru Himuka: Shinobi Quartet 2 (Manga)
  • Yoshitoki Oima: A Silent Voice 1 (Manga)
  • Saki Okuse/Chaco Abeno: Draw 1 (Manga)
  • Saki Okuse/Chaco Abeno: Draw 2 (Manga)
  • Riad Sattouf: Der Araber von morgen 1 – Eine Kindheit im Nahen Osten (1978-1984) (Comic)
  • Dirk Schwieger: Moresukine – Wöchentlich aus Tokyo (Comic)
  • Shaun Tan: The Arrival (Comic)
  • Ema Toyama: Love Hotel Princess 1 (Manga)
  • Ema Toyama: Love Hotel Princess 2 (Manga)

Hörbücher/Hörspiele:

  • Fredrik Backman: Ein Mann namens Ove (Hörbuch)
  • Iris Grädler: Collin Brown 1 – Meer des Schweigens (Hörbuch)
  • Iris Grädler: Collin Brown 2 – Am Ende des Schmerzes (Hörbuch)

Angefangene und abgebrochene Bücher/Hörbücher zähle ich in der Monatsstatistik nicht mit. Dafür kommen auch die Titel auf die Liste, die ich innerhalb kurzer Zeit doppelt lese (oder höre).

Oktober-SuB 2016

Der September war anstrengend und führte bei mir zu viel „Ablenkungslesen“, wobei es mir half, dass ich einen Großteil meiner Bibliotheksvormerkungen zum Monatsanfang in die Hände bekam. Es machte sich einfach bemerkbar, dass die Sommerferien vorbei waren und die anderen Nutzer ihre Leihgaben wieder zurückbrachten. 😉 Insgesamt bin ich so auf 19 Bücher, 3 Kurzgeschichten, 7 Manga und 1 Hörbuch gekommen. Der Oktober wird vermutlich ebenso aufreiben wie der September und ich habe mir fest vorgenommen, mir die Wochenenden (wenn möglich) komplett frei zu nehmen, um beim „Herbstlesen“ viel Zeit mit schönen Dingen – und da vor allem Büchern – zu verbringen.

Deutscher SuB:

  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  3. Brom: Krampus
  4. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  5. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  6. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  7. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  8. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  9. Tove Jansson: Herbst im Mumintal
  10. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  11. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  12. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  13. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  14. Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
  15. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  16. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  17. Charles den Tex: Die Zelle
  18. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  19. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  20. Xinran: Gerettete Wort
  21. Xinran: Wolkentöchter
  22. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

22 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Marie Brennan: The Tropic of Serpents – A Memoir by Lady Trent
  3. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  5. Agatha Christie: Curtain – Poirot’s Last Case
  6. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  7. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  8. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  9. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  10. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  11. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  12. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  13. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  14. Diana Wynne Jones: Deep Secret
  15. Diana Wynne Jones: The Merlin Conspiracy
  16. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  17. Lynn Kurland: Star of the Morning
  18. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  19. Joseph Nassise (Hrsg.): Urban Allies
  20. Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
  21. Cindy Pon: Serpentine
  22. Philip Reeve: Larklight
  23. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  24. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  25. Holly Webb: Emily Feather and the Secred Mirror (Emily Feather #2)
  26. Holly Webb: Emily Feather and the Chest of Charms (Emily Feather #3)
  27. Holly Webb: Emily Feather and the Starlit Staircase (Emily Feather #4)
  28. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child

25 Titel auf dem englischen SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Gail Z. Martin: Trifles and Folly (A Deadly Curiosities Collection)

Der elfte Titel des „Modern Magic“-Bundles war „Trifles and Folly“ von Gail Z. Martin und hier gab es für mich keinen Roman, sondern eine Sammlung von neun Kurzgeschichten, die sich rund um das „Trifles and Folly“, einem Geschäft für Antiquitäten und ungewöhnliche Gegenstände, drehten. Inhaberin des Geschäfts ist Cassidy Kincaide, die die Gabe hat Eindrücke der Vorbesitzer von Gegenständen wahrzunehmen. Diese Gabe nutzt sie im Dienste der „Alliance“, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, gefährliche Gegenstände zu vernichten oder zumindest so weit unter Verschluss zu nehmen, dass Unschuldige nicht weiter darunter leiden können. Dabei bedeutet „gefährliche Gegenstände“ in diesem Zusammenhang Gegenstände, die zum Beispiel verflucht wurden, mit einem Geist verbunden sind oder einfach nur mit der negativen Energie ihres Vorbesitzers so sehr aufgeladen sind, dass sie alle nachfolgenden Benutzer beeinflussen können.

Cassidy arbeitet vor allem mit ihrem Assistenten Teag Logan zusammen, der nicht nur diverse Kampfsportarten beherrscht, sondern auch ein Web-Magier ist und deshalb mit Garnen, Fäden und dem Internet Magie ausüben kann. Außerdem steht ihr ihr Vorgesetzter Sorren zur Seite, der – da er ein Vampir und schon um die 600 Jahre alt ist – auch schon mit Cassidys Vorfahren zusammengearbeitet hat, die ebenfalls für die „Alliance“ tätig waren. Durch ihn findet sie auch immer wieder weitere Leute, die ihr mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten beistehen können, wenn es um spezielle Aspekte der Magie oder um die Hintergründe eines historischen Gebäudes oder ähnliches geht.

Ich mochte die relative Alltäglichkeit der Gegenstände, die im Mittelpunkt der meisten Geschichten standen. So beginnt die Handlung in „Buttons“ mit einem Knopf, in „The Restless Dead“ mit dem Schwungrad einer alten Nähmaschine, in „Retribution“ mit Poker-Chips und einem Flachmann, in „Wicked Dreams“ mit einer Schreibmaschine und in „Coffin Box“ mit einem Humidor. Erst ab „Collector“ starten die Ereignisse mit Dingen, bei denen man eher davon ausgehen würde, dass damit Geistererscheinungen oder andere „magische“ Vorfälle einhergehen. In „Collector“ sind es übrigens von Hopi geschaffene Figuren, in „Bad Memories“ ist es das Rasierzeug eines in einem Militärkrankenhaus verstorbenen Soldaten und in „Spook House“ ein für Halloween eröffnetes Spukhaus. (Jetzt frage ich mich nur, ob ich den Gartenzwerg in „Shadow Garden“ eher als „alltäglich“ oder „spukigen“ Gegenstand einordnen sollte. 😉 )

Die Geschichten waren eigentlich gut zu lesen und unterhaltsam, habe mich aber ehrlich gesagt nicht wirklich auf die beiden Romane rund um Cassidy neugierig gemacht. Dafür haben mich die einzelnen Geschichten einfach nicht genug gepackt und es fehlte eindeutig an Spannung. Denn auch wenn mir die verschiedenen Charaktere sympathisch waren, so habe ich nicht mit ihnen mitgefiebert oder gar befürchtet, dass ihnen im Laufe der Geschichte wirklich etwas zustoßen könnte. Die Grundidee fand ich in der Regel faszinierend und es gab auch beim Weltenbau ein paar Aspekte, die ich reizvoll fand, besonders bei den verschiedenen Magiearten, die beschrieben wurden. Aber insgesamt habe ich das Ganze nicht als fesselnd oder gar stimmig empfunden.

Ich weiß selber nicht so genau, warum es mich zum Beispiel stört, wenn in einer Welt, in der es Geister, Voodoo-Götter, Dämonen und andere – in meinen Augen religiös besetzten – Wesenheiten gibt, ein Vampir rumläuft. Vielleicht lag es daran, dass in all den Geschichten nur dieser eine Vampir auftaucht. Es wird kein weiterer Vampir in Cassidys Welt erwähnt (auch wenn die Reihenbeschreibung bei Amazon andeutet, dass die „Alliance“ von einer Gruppe von Vampiren geführt wird) und es gibt anscheinend keine anderen übernatürlichen Geschöpfe, die mit den Menschen zusammen in Charleston lebten, auch wenn in einer der späteren Geschichte Gouls vorkommen.

Auch gab es rund um den Vampir einige Unstimmigkeiten, die sich nicht unbedingt widersprechen mussten, die mich aber irritiert haben. So meint Cassidy in einer Geschichte, dass der Vampir ein Gebäude betreten kann, weil es öffentlich ist und er deshalb nicht eingeladen werden muss, und in einer anderen Geschichte denkt sie darüber nach, dass er sich später einen Gegenstand aus einem Privathaus besorgen kann – was ihm leicht fallen müsste, weil er doch vor 600 Jahren ein erfolgreicher Juwelendieb war. Für mich deutet dieser Gedankengang an, dass er einbrechen und den Gegenstand entwenden soll, aber wie kann er das, wenn er eingeladen werden muss, um in ein privates Gebäude zu kommen? Letztendlich wird es so gelöst, dass er die Besitzerin „überredet“ ihm den Gegenstand auszuhändigen, aber trotzdem fand ich das beim Lesen unrund.

Auch bezeichnet Gail Z. Martin das „Trifles and Folly“ in der ersten Geschichte als Pfandleihe, obwohl die Beschreibung von Cassidys Geschäft von Anfang an deutlich macht, dass es kein Pfandhaus, sondern ein Antiquitäten- bzw. gehobener Second-Hand-Laden ist. Und mal hat Teag schwarze Gürtel in sieben verschiedenen Kampfsportarten (wobei ich mich wundere, wann er die erworben hat und wann er überhaupt trainiert, wenn er doch den ganzen Tag mit Auktionen, dem Laden und der Geisterjagd beschäftigt ist), dann wieder ist Cassidy froh, dass er Capoeira beherrscht – was zwar auch eine Kampfsportart ist, aber keine in der es (soweit ich weiß) einen schwarzen Gürtel gibt. Das sind alles keine großen Sachen und vieles davon erklärt sich vermutlich dadurch, dass die Autorin im Laufe der Zeit ihre Welt und die Figuren weiterentwickelt hat, aber es hat mich beim Lesen wirklich gestört.

Christopher Golden und Thomas E. Sniegoski: The Nimble Man (The Menagerie #1)

„The Nimble Man“ von Christopher Golden und Thomas E. Sniegoski ist der zwölfte und letzte Roman des „Modern Magic“-Bundles (den elften Titel habe ich übersprungen, weil es eine Kurzgeschichtensammlung ist, von der ich denke, dass sie besser zu etwas herbstlichem Wetter passen könnte). Ich muss gestehen, dass ich das Buch mochte, obwohl es im Vergleich zu anderen Urban-Fantasy-Geschichten eigentlich nichts Besonderes ist. Aber vor allem hat mich beim Lesen die Frage beschäftigt, welche Zusammenhänge es zwischen diesen Autoren und dem Comiczeichner Mike Mignola gibt und inwieweit sich diese Personen wohl gegenseitig beeinflusst haben.

„The Nimble Man“ dreht sich um eine Gruppe von ungewöhnlichen Wesen, die sich seit langer Zeit immer wieder zusammenschließen, um gegen das Böse zu kämpfen. Kopf dieser „Menagerie“ ist Arthur Conan Doyle, der entgegen anderslautender Gerüchte nicht im Jahr 1930 verstorben ist, sondern damals in die Feenwelt wechselte, um eine Beziehung mit der Feenprinzessin Ceridwin. führen zu können. Doyle ist ein starker Magier, aber vor allem ist er derjenige, dem die anderen loyal zur Seite stehen, um seine Pläne zu verwirklichen. Die anderen Figuren sind zum Beispiel die Vampirin Eve, der Gestaltwandler Clay und der Goblin Squire, weitere Personen werden im Laufe der Geschichte eingeführt, was zu einigen Perspektivwechseln führt, die ich stellenweise etwas zu abrupt fand.

In diesem Roman (es gibt noch drei Fortsetzungen) versucht Arthur Conan Doyle, seinen ehemaligen Lehrmeister Sweetblood zu finden, um zu verhindern, dass dessen Kräfte von anderen Personen missbraucht werden. Während er noch nach dem Aufenthaltsort von Sweetblood sucht, stolpert er über überraschend mächtige Gegner – und die ersten Anzeichen der bevorstehenden Apokalypse. Im Prinzip sind das alles recht gewöhnliche Elemente für eine Urban-Fantasy-Geschichte, aber ich muss zugeben, dass es Christopher Golden und Thomas E. Sniegoski gelungen ist, wirklich faszinierende Charaktere zu erschaffen. Vor allem hat mich lange die Frage nach den Hintergründen der verschiedenen Figuren beschäftigt, und so sind es auch die Charaktere, die mich neugierig auf weitere Bände der Reihe gemacht haben. Ich hoffe, dass es noch sehr viele Details dazu gibt, wie einige der Protagonisten zu dem geworden sind, was sie in „The Nimble Man“ zu sein scheinen. Außerdem mochte ich die Mischung aus verschiedenen Mythologien, realen Figuren und Ereignissen sowie actionreichen Kämpfen. (Dafür hätte ich auf darauf verzichten können, dass eine der Gegnerinnen ständig nackt durch die Gegend läuft – das hat jetzt nicht gerade viel zu Handlung beigetragen.)

Ein Teil meiner Neugier bezüglich der weiteren Entwicklung der Charaktere und der Hintergründe basiert vermutlich auch darauf, dass mich viele Elemente – unter anderem der Umgang mit mythischen Figuren, aber auch bestimmte Protagonisten – in dieser Geschichte an die Comic-Reihen um „Hellboy“ und die Regierungsbehörde „B.P.R.D.“ von Mike Mignola erinnert haben. Es könnte sogar sein, dass Christopher Golden und Thomas E. Sniegoski sich davon haben inspirieren lassen, denn der erste „Hellboy“-Comic entstand schon in den 90ern, während „The Nimble Man“ 2004 erschienen ist – zwei Jahre nach dem ersten „B.P.R.D.“-Comic, an dem Golden und Sniegoski zusammen mit Mike Mignola gearbeitet haben. Wobei Christopher Golden Ende der 90er anfing, „Hellboy“-Romane zu schreiben und somit vielleicht seinerseits Einfluss auf Mike Mignolas Werk hatte, obwohl Mike Mignola zu der Zeit noch eine sehr enge Kontrolle über sämtliche „Hellboy“-Veröffentlichungen ausübte. Ich muss gestehen, ich fände es spannend zu wissen, wie weit sich da diese Künstler gegenseitig inspiriert haben …

Holly Goldberg Sloan: Glück ist eine Gleichung mit 7

Auch über „Glück ist eine Gleichung mit 7“ von Holly Goldberg Sloan bin ich bei Tine gestolpert, die mir mit ihrer Rezension große Lust auf das Buch gemacht hatte. Die Geschichte dreht sich um die zwölfjährige Willow, die gleich zu Beginn des Romans ihre Adoptiveltern bei einem Autounfall verliert. Willow ist ein Genie, was es für sie schwierig macht sich mit Gleichaltrigen anzufreunden, da kaum jemand die gleichen Interessensgebiete (Pflanzen und Medizin) hat wie sie. Auch in der Schule kommt sie nicht gut zurecht, weil ihre Lehrer nicht so recht wissen wie sie mit ihr umgehen sollen und eher glauben, dass sie bei Prüfungen schummelt, als dass sie wirklich so schnell und fehlerfrei arbeitet.

So war ihr Zuhause bis zum Tod ihrer Eltern ihr Zufluchtsort. Dort hatte niemand ein Problem damit, dass sie sich am liebsten in wissenschaftliche Bücher vergrub oder ihre Freizeit mit Bodenanalysen und ähnlichem zubrachte, um hinterm Haus einen wuchernden Garten anzulegen. Trotzdem hätte Willow gern Freunde und deshalb arbeitet sie – nach einem zufälligen Kennenlernen – zielstrebig daran, die zwei Jahre ältere Mai zu ihrer Freundin zu machen. So bringt sich Willow selber Vietnamesisch bei, da Mai Halbvietnamesin ist, und organisiert ihren Alltag so, dass sie vor ihren regelmäßigen Treffen mit dem Schulberater Dell gemeinsam mit Mai Zeit verbringen kann.

Sehr realistisch ist die Geschichte natürlich nicht. Nicht nur weil Willow in wirklich allen Wissensgebieten überragend ist, sondern auch weil so viele Menschen sich am Ende darum kümmern, dass es ihr gut geht. Aber dafür ist „Glück ist eine Gleichung mit 7“ ein wunderbares Wohlfühlbuch voller sympathischer Charaktere und amüsanter Momente. Gerade Willow habe ich schnell ins Herz geschlossen, weil sie so eine eigene Weltsicht hat. So beschäftigt sie sich bei ihrem Schulwechsel intensiv mit der Frage, was sie an ihrem ersten Tag anziehen soll – und entscheidet sich dabei für ihr Garten-Outfit, damit ihre neuen Mitschüler auf den ersten Blick sehen, wo ihre Prioritäten liegen. Ich mochte es sehr, dass sie zwar oft unsicher war – gerade wenn es um den Umgang mit anderen Menschen geht -, dass sie sich aber davon nicht abschrecken ließ, ein Projekt zu verfolgen.

Willows ungewöhnliche Sichtweise und ihr direkter Umgang mit Menschen sorgt dafür, dass sie den Menschen in ihrer Umgebung immer wieder neue Impulse zukommen lässt. Sogar in ihrer tiefen Trauer, als sie kaum in der Lage ist, sich zu bewegen, löst sie in Mais Familie etwas aus, dass das Leben aller Beteiligten verändert. Und das alles wäre ungemein kitschig, würde man es als Leser nicht vor allem durch Willows sehr sachliche Sicht erleben. Ab und an wechselt Holly Goldberg Sloan die Perspektive, um einem die Motive der anderen Personen nahe zu bringen. Doch in erster Linie wird die Geschichte von Willow beherrscht und ich fand es sehr erholsam durch ihre Augen in die Welt zu blicken. Einzig ein Punkt am Ende der Geschichte hat mich gestört, weil der dazu führte, dass ich stellvertretend für Mai und ihren Bruder wütend geworden bin, weil ihr Leben schon so viel früher besser hätte verlaufen können. Davon abgesehen habe ich den Roman sehr genossen.

Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren

„Die Menschheit hat den Verstand verloren – Tagebücher 1939-1945“ von Astrid Lindgren habe ich im vergangenen Jahr zu Weihnachten bekommen – und dann stand das Buch eine Weile im Regal, bis ich bereit war, es zu lesen. Siebzehn Hefte hat Astrid Lindgren während der sechs Kriegsjahre mit all ihren Gedanken und Befürchtungen, aber auch mit einer Menge Zeitungsausschnitten und Abschriften von Briefen gefüllt. So entstand eine faszinierende Mischung aus Dokumentationen der jeweils wichtigsten Kriegsgeschehnisse (natürlich aus der Sicht einer relativ unbeteiligten Schwedin) und Alltagserzählung. Dabei fand ich es vor allem spannend, wie viel Angst in Skandinavien vor Russland herrschte und wie die schwedische Bevölkerung selbst in den späteren Kriegsjahren, als bekannt geworden war, welche Gräueltaten die Deutschen begingen, eher hofften, dass die Deutschen einmarschieren, als dass die Russen bis zu ihrer Grenze gelangen würden.

22. Juni 1941

[…] Es wird sicher anstrengend, mit Deutschland gegen Russland und mit England gegen Deutschland zu halten. […] (S. 116)

Bei Astrid Lindgren sorgt diese Angst vor den Russen zu einer genauen Beobachtung der politischen Lage, wobei sie viele Nachrichten und Zeitungsausschnitte mal entsetzt, mal spöttisch kommentiert. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass es ihr sogar die Sprache verschlagen hat – als hätte sie die Vorkommnisse zwar anhand der eingeklebten Ausschnitte festhalten wollen, dadurch aber so erschüttert war, dass sie ihre Gedanken dazu nicht einmal mehr niederschreiben konnte.

Auf der anderen Seite gab es viel über die alltäglichen (Familien-)Sorgen und Ereignisse zu lesen, wie eine Auflistung von Geschenken an Geburtstagen und Weihnachten, die Gedanken über Vorratshaltung während der Zeit der Rationierung und natürlich auch ihren Kummer über Krankheiten der Kinder oder die Untreue ihres Mannes. Dabei hat Astrid Lindgren viele dieser Dinge – obwohl die Tagebücher ja von ihr vollkommen privat geführt wurden – nicht ausformuliert oder nur angedeutet. Ohne das Wissen, das ich schon über das Leben der Schriftstellerin hatte, hätte ich mit einigen Aussagen gar nichts anfangen können, weil Astrid Lindgren es natürlich nicht nötig hatte, für sich ganz persönlich Dinge weiter auszuführen, die sie so tief bewegten.

Auffällig fand ich auch, dass ihre Karriere während einer Phase ihres Lebens anfing, in der mir ihre Tagebucheinträge das Gefühl gegeben haben, dass sich Astrid Lindgren nicht gut fühlte. Eine Phase, in der der Krieg rund um Schweden endlos zu sein schien, während die Nachrichten über all die Opfer nicht abrissen und Astrid Lindgren über ihre Arbeit private Briefe von Augenzeugen in die Hände bekam, die sie nicht so schnell losließen. Dazu kam der Kummer mit ihrem Mann und die Tatsache, dass sie dank eines verstauchten Knöchels nicht aus dem Haus konnte, um sich wie gewöhnlich bei einem Spaziergang oder eine Radtour die schlechten Gedanken aus dem Kopf blasen zu lassen. Das gab mir das Gefühl, dass sie sich anfangs in ihre Geschichten flüchtete, um eine Auszeit von ihrer Realität genießen zu können.

Ich fand es auf jeden Fall bereichernd, dieses Tagebücher zu lesen. Nicht nur, weil ich Astrid Lindgren als Person interessant finde und es spannend war, ihre Sicht auf die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs zu erleben, sondern auch, weil es – mir bislang nicht bewusste – Aspekte des Krieges rund um die skandinavischen Länder und ihre Bevölkerung präsentiert hat. Mein einziger Kritikpunkt wäre die Präsentation der verschiedenen Elemente in dieser Veröffentlichung. So liebevoll das Buch aufgemacht ist, so fand ich es stellenweise doch etwas schwierig zu lesen. Man bekommt erst die Tagebucheinträge eines Jahres als Übersetzung zu lesen, daran angehängt wurden die Faksimiles der Originaltagebucheinträge inklusive der eingeklebten schwedischen Zeitungsausschnitte und danach kamen die Übersetzungen der Zeitungsaussschnitte. Das bedeutete, dass ich bei jeden Verweis auf einen Ausschnitt das Lesen unterbrechen und zweimal blättern musste (einmal, um das Original zu betrachten, ein weiteres Mal, um die Übersetzung zu lesen), um alles zu verstehen. Ich bin mir sicher, dass es deutlich (arbeits- und platz-) aufwändiger gewesen wäre, wenn man versucht hätte, die Artikel samt Übersetzungen in der Reihenfolge in den Text einzubetten, in der sie auch im Original gewesen wären. Aber zum Lesen hätte ich es angenehmer gefunden, wenn ich innerhalb eines Jahres nicht immer hätte hin- und herblättern müssen.

Estelle Laure: Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance

Noch so ein Buch, das eigentlich auf zu vielen Blogs auftauchte, um mich zu interessieren, bei dem mich dann aber eine Rezension von Tine dazu gebracht hat, dem Roman eine Chance zu geben. (Merkt man eigentlich, dass ich gerade meine Bibliotheks-Merkliste abarbeite? 😉 ) Lucille ist siebzehn und sollte sich eigentlich auf ihr letzten Schuljahr konzentrieren, doch nach dem Vorfall mit ihrem Vater (über den man erst später im Roman mehr erfährt) läuft in ihrem Leben nichts mehr normal. Als kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs auch noch ihre Mutter verschwindet, muss Lucille die Verantwortung für ihre kleine Schwester Wren und den gemeinsamen Alltag übernehmen.

Estelle Laure konzentriert sich in „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ weniger auf das Drama in Lucilles Leben, als auf die Schritte, die das Mädchen unternimmt, um dafür zu sorgen, dass es weiter geht. Dabei steht Lucille von Anfang an ihre Freundin Eden zur Seite und hilft ihr Prioritäten (Job suchen/Arbeiten, während Eden auf Wren aufpasst/Rechnungen bezahlen/in die Schule gehen und Hausaufgaben machen/dafür sorgen, dass niemand Verdacht schöpft/hin und wieder lächeln) zu setzen. Lucille hat relativ viel Glück bei all diesen Vorhaben, als ihr zum Beispiel ein Mädchen auf dem Spielplatz erzählt, dass sie ihr einen Job vermitteln könnte, oder allein schon dass ihre Freundin Eden und deren Zwillingsbruder Digby so viel Zeit mit Wren verbringen, damit Lucille überhaupt arbeiten kann.

Aber einfach ist das Ganze für Lucille natürlich trotzdem nicht. Sie ist ganz allein und muss in jeder Hinsicht die Rolle der Erwachsenen in ihrer kleinen Familie übernehmen. Da ist es vermutlich kein Wunder, dass sich von ihren Sorgen ablenkt, in dem sie über ihre Verliebtheit in Digby nachdenkt. Sie weiß selber nicht, wann Digby für sie von jemanden, den man gut kennt und mit dem man befreundet ist, zu einem Jungen wurde, von dem sie mehr als Freundschaft möchte, aber diese Gefühle bringen ihre eh schon auf dem Kopf stehende Welt noch mehr durcheinander. Dabei ist Lucille durchaus bewusst, dass Digby schon lange eine Freundin hat, mit der er – beginnend mit dem gemeinsamen Studium bis zur Hochzeit – eine langfristige Zukunft plant.

Ich mochte es, dass die Geschichte trotz des schwerwiegenden Themas nicht allein um Lucilles Probleme als Versorgerin ihrer kleinen Schwester drehen. Die Gedanken an Digby sind – vielleicht gerade deshalb, weil er vergeben ist – etwas Sicheres und Schönes, das ihr Halt gibt. Trotzdem wird deutlich, wie herausfordernd es für das Mädchen ist einen Alltag mit Schule, Job und der Beschäftigung mit ihrer kleinen Schwester auf die Reihe zu bekommen. Lucille ist oft erschöpft, weiß keinen Ausweg oder trifft die falschen Entscheidungen, aber das macht es für mich realistischer.

Bei einer der Rezensionen, die ich gelesen habe, stand, dass Lucille es zu einfach hat, dass sie zu erwachsen beschrieben würde. Aber ich denke, dass ein Mädchen von fast achtzehn Jahren schon in der Lage ist, in einem Notfall so erwachsen zu handeln – vor allem, da sie ja nicht allein ist und Hilfe von ihren Freunden bekommt. Während es auf der anderen Seite genügend Menschen gibt, die auch mit Mitte Dreißig nicht in der Lage sind so viel Verantwortung zu übernehmen und Lucilles Mutter scheint dazu zu gehören. Ich würde nicht soweit gehen und sagen, dass „Gegen das Glück hat das Schicksal keine Chance“ ein Wohlfühlbuch ist, dafür gibt es zu viele Probleme in Lucilles Leben, die nicht durch die Freundschaft oder Hilfsbereitschaft anderer aufgefangen werden können. Aber es war eine Geschichte voller interessanter, realistischer und sympathischer Figuren, die im Laufe des Romans zum Teil tolle Entwicklungen durchgemacht haben, und das war gut zu lesen.