Alle Artikel von Konstanze

Jiro Taniguchi: Die Stadt und das Mädchen (Manga)

Vor ein paar Jahren hatte ich mit dem Zweiteiler „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ meine erste Veröffentlichung von Jiro Taniguchi in die Finger bekommen und war ganz hingerissen von dem zurückhaltenden und realistischen Zeichenstil und der ruhigen Erzählweise des Mangaka. Seitdem habe ich einige Titel des Zeichners auf meinem Wunschzettel, aber gelesen habe ich bislang nur Leihgaben. So auch „Die Stadt und das Mädchen“, das ich in der örtlichen Bibliothek ausleihen konnte und während des ersten „Herbstlesen“-Wochenendes gelesen habe.

Der Protagonist Shiga ist Extrem-Bergsteiger und lebt relativ abgeschieden in den japanischen Bergen in einer Hütte. Vor vielen Jahren hat Shiga seinen besten Freund Tatsuhiko Sakamoto bei einem Unglück verloren, als dieser sich (ohne Shiga) an die Besteigung des Dhaulagiri, eines Achttausender, wagte. In dem Notizbuch, das man bei der Leiche fand, bat Sakamoto darum, dass sich Shiga um seine Frau Yoriko und seine Tochter Megumi kümmern möge – und das hat der Bergsteiger auch immer getan. So ist es selbstverständlich für ihn nach Tokio zu reisen, als er eine Nachricht von Yoriko erhält, dass die 15jährige Megumi spurlos verschwunden ist. Die Polizei scheint das Verschwinden des Mädchens nicht ernst zu nehmen und so macht sich Shiga selber auf die Suche.

So recht weiß der Bergsteiger nicht, wie er an Informationen über das Mädchen herankommen soll. Er kennt Megumi vor allem von ihren Besuchen in den Bergen und da ist der letzte schon einige Zeit her. Aber Shiga ist kein dummer Mensch und hangelt sich bei seiner Suche systematisch von einem Hinweis zum nächsten und beweist dabei eine Hartnäckigkeit, die man bei einem Extremsportler wohl auch voraussetzen kann. Dabei lässt sich Jiro Taniguchi Zeit die Geschichte zu entwickeln, während man als Leser Shigas Weg verfolgt und nur langsam mehr über seine Freundschaft zu Sakamoto und sein Verhältnis zu dessen Witwe und Tochter erfährt.

Ich persönlich mag diese anfangs schon fast gemächlich wirkende Erzählweise, weil mir das die Gelegenheit bietet die Zeichnungen zu betrachten, die Figuren kennenzulernen und mir meine eigenen Gedanken über all die Sachen zu machen, die nicht ausgesprochen werden, aber zwischen den Zeilen mitschwingen. Auch habe ich das Gefühl, dass der Mangaka seine Protagonisten verständnisvoll behandelt. Die Antagonisten sind verachtenswert und das wird auch deutlich, ohne dass es betont ausgesprochen werden muss, die Protagonisten hingegen haben Schwächen und Fehler – aus denen sie vielleicht entwachsen können, aber vielleicht eben auch nicht -, weil sie einfach menschlich sind. Wirklich temporeich wird die Geschichte nicht, aber es gibt spannende Szenen und interessante Charaktere. Außerdem wächst im Laufe der Seiten das Gefühl, dass die Zeit drängt, dass Megumi vielleicht doch in größerer Gefahr schwebt und dass es notwendig sein könnte radikalere Schritte zu gehen, um mehr über ihren Verbleib herauszufinden.

Jiro Taniguchis Zeichenstil passt hervorragend zu seiner Art eine Geschichte zu erzählen. Seine Bilder sind zurückhaltend und voller Details (gerade bei den Hintergründen), seine Figuren werden in einem klaren, aber realistischen Stil dargestellt und die Anordnung der Panels passt zu dem ruhigen Tempo der Handlung. So verwendete der Mangaka bei den aufregenderen Passagen seiner Geschichte auch keine rasanten Schnitte oder eine dynamische Bildaufteilung, sondern betont die Anspannung bei den Figuren oder Gefahren durch Detailvergrößerungen oder eine genauere Darstellung von Bewegungsabläufen. Mir gefällt dies sehr gut, weil es zu einer eher unterschwelligen Spannung führt und mir immer noch genügend Raum lässt, um mir meine Gedanken über die Handlung und die Figuren zu machen.

Iris Grädler: Am Ende des Schmerzes (Hörbuch)

„Am Ende des Schmerzes“ von Iris Grädler ist die Fortsetzung von „Meer des Schweigens“, wobei man die Titel unabhängig voneinander hören bzw. lesen kann. Die Autorin setzt auch bei dieser Geschichte auf drei Handlungsstränge, die lange Zeit unabhängig voneinander laufen und bei denen man sich als Hörer lange fragt, wie sie zusammengehören. Die Handlung beginnt damit, dass Collin Brown zu einem Autounfall gerufen wird, bei dem ein LKW-Fahrer mit seinem Fahrzeug ein verlassenes Pförtnerhaus gerammt hat. Als die Aufräumarbeiten beginnen, wird das Skelett eines Babys in dem alten Gebäude gefunden. Nun muss Collin ermitteln, wer früher an diesem Ort gelebt hat und welche Personen als mögliche Eltern für das getötete Kind in Frage kommen, und auch seine (ehemalige) Mitarbeiterin Sandra bekommt es an ihrem neuen Arbeitsplatz mit – auf den ersten Blick geringfügigen – Fällen zu tun, die irgendwie mit der ganzen Geschichte verwoben sind.

Parallel dazu kann man die Geschichte von Jill mitverfolgen, die früher eine erfolgreiche Turnierreiterin war, bis sie bei einem Vielseitigkeitswettbewerb mit ihrem Pferd stürzte und sich schwer verletzte. Seit diesem Sturz hat sie gemeinsam mit ihrem Vater einen Hof betrieben. Doch nachdem ihr Vater einen Schlaganfall hatte und ihre Schwester nun als Alleinbevollmächtigte über den Hof regiert, muss Jill zusehen, wie Claire all das verkauft, was Jill wichtig ist.  Der dritte – und kleinere – Handlungsstrang dreht sich um Evelyn, die auf den ersten Blick überhaupt nichts mit den Vorgängen in England zu tun hat. Die Deutsche lebt – mehr oder weniger – zufrieden mit ihrem älteren (und sehr wohlhabenden) Mann zusammen und scheint einzig für das Sammeln von kostbaren Puppen so etwas wie Leidenschaft zu entwickeln.

Auch bei „Am Ende des Schmerzes“ konzentriert sich Iris Grädler wieder auf eine ausführliche und unaufgeregte Darstellung der Charaktere, wobei die Autorin nur sehr langsam enthüllt, warum welche Figur sich wie entwickelt hat und welche Entscheidungen das Leben dieser Personen geprägt hat. Dabei wird aber von Anfang an deutlich, dass weder Jills, noch Evelyns Vergangenheit besonders harmonisch verlaufen ist – und für Jill bietet auch die Gegenwart wenig erfreuliches. Einzig ihre Liebe zu ihrem Turnierpferd Diamond bringt sie durch einen beschwerlichen Alltag, aber auch dieses Tier wird von ihrer Schwester zum Verkauf angeboten.

Ich muss gestehen, dass das große Geheimnis hinter all den Ereignissen recht offensichtlich war – vor allem, da schon Jills Persönlichkeit viel verraten hat -, aber das hat mich nicht daran gehindert gespannt den verschiedenen Entwicklungen zu lauschen. Mir geht es bei diesen Geschichten weniger darum mitzuermitteln, als um die Art und Weise wie man mehr über die Charaktere erfährt und wie all die Details am Ende ineinandergreifen. Auch finde ich es spannend, die verschiedenen Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen. Allerdings muss ich zugeben, dass es für mich bei den Collin-Brown-Hörbüchern schwierig ist, wenn ich längere Pausen mache, weil ich durch die regelmäßigen Perspektivwechsel und die vielen Charaktere erst wieder darauf kommen muss, welche Figur jetzt in welchem Zusammenhang mit welchen Ereignissen steht. Bei einem Roman würde mir das leichter fallen, weil ich mal eben ein paar Seiten zurückblättern und querlesen könnte.

Was Gabriele Blum angeht, so mag ich ihre Art die Krimis von Iris Grädler zu lesen. Die präsentiert die Geschichte ruhig und unaufgeregt und passt sich der gemächlichen Erzählweise der Autorin an. Bei mir sorgt das dafür, dass mich manche Passagen gerade deshalb tief berühren, weil mir niemand vorgibt, wie ich dabei zu fühlen habe. Außerdem fand ich es angenehm, dass die Sprecherin jeder Figur – und es kommen nicht so wenige vor – einen eigenen Ton verliehen hat, ohne dabei in übertriebene Extreme zu gehen.

Herbstlesen im Oktober (7) – Sonntag

Tja, das war wohl gestern nix mit mir und meinen beiden Bibliotheksbüchern. Bei „Kulturgeschichte des Klimas“ kann ich ja noch verstehen, dass ich gerade keine Aufmerksamkeit dafür habe, aber „Die Hälfte der Sonne“ von Chimamanda Ngozi Adichie lässt sich eigentlich flüssig lesen. Ich bin nur so genervt von den Gedanken der männlichen Protagonisten. Es gibt drei Figuren, die man durch die Geschichte begleitet und während man durch den Houseboy Ugwu die Perspektive eines zwar intelligenten, aber ungebildeten und armen Mannes erlebt, der durch seinen neuen Arbeitgeber mit intellektuellem Gedankengut in Berührung kommt, erlebt man durch die Augen von Olanna (die die Freundin von Ugwus Master ist) das Leben einer wohlhabenden und gebildeten Frau im Nigeria der 60er Jahre. Und ich finde es eigentlich spannend, dass ihr theoretisch so viele Möglichkeiten offen stehen, dass sie andererseits trotzdem nur ein Handelsobjekt für ihre Eltern zu sein scheint. Der dritte Protagonist ist der britische Journalist Richard, der fasziniert ist von der nigerianischen Kultur, der sich in England nie daheim fühlte, der mit Olannas Zwillingsschwester eine Beziehung hat und eben aus der Sicht des Außenstehenden erzählt. Das könnte alles sehr, sehr spannend sei und es gibt auch interessante Details, aber Ugwu ist ein Teenager, dessen Gedanken sich für meinen Geschmack viel zu oft um Frauen/Mädchen drehen und wie es wohl wäre mit einer Frau zusammen zu sein (und der deswegen auch gern seinen Master und Olanna in der Nacht belauscht), während Richard Probleme beim Sex hat, die ihn natürlich sehr beschäftigen. Noch überlagert das für mich die eigentliche Handlung des Romans und ich weiß nicht, ob ich gerade die Geduld habe weiterzulesen. Erst einmal werde ich wohl zu einer weiteren Kurzgeschichte aus „Urban Allies“ greifen und mir dann überlegen, mit welchem Buch es weitergeht …

Auch heute verlinke ich diejenigen am Ende des Beitrags, die sich bei mir mit einem Kommentar unter diesem Post melden. Wobei ich diejenige, die gestern schon fürs gesamte Wochenende einen Beitrag verfasst habe, verlinkt habe.

Update 11:00 Uhr

Bislang startete der Tag für mich relativ gemütlich und gelesen habe ich nur „The Lessons of Room 19“ von Weston Ochse und David Wellington, die sechste Kurzgeschichte aus „Urban Allies“. David Wellington kannte ich bislang nur unter seinem Pseudonym David Chandler, wo mir „Die Metropole der Diebe“ eigentlich gut gefallen hatte (gut genug, um sie auf die Fortsetzungsliste zu setzen, aber nicht so gut, dass ich sie mir schon angeschafft hätte 😉 ) Zu Beginn der Geschichte kann man als Leser verfolgen wie Jack Walker, ein Mitglied des „SEAL Team 666“ (eine Serie von Weston Ochse), versucht in einem Hotelzimmer mit Hilfe einer Garderobe den Geist seiner verstorbenen Verlobten Jen zu beschwören. Kurz darauf wird Laura Caxton (eine „Vampirjägerin“) von einer mysteriösen Person damit beauftragt Jack heil aus dem Hotel zu holen. Ich mochte die Geschichte, vor allem die Idee mit den „Witchbillies“ (zaubernde Hillbillies), die anscheinend aus den Laura-Caxton-Romanen kommen, obwohl mir Jacks Part stellenweise etwas zu sehr „ich bin ein Seal, ich bin ein Held, selbst wenn es mich umbringt“ war.

Ansonsten habe ich mich nur etwas online rumgetrieben, mit Christie geschmust und mich treiben lassen. Jetzt wird es langsam Zeit für mein Frühstück und ich denke, ich werde währenddessen weiter in „Die Hälfte der Sonne“ lesen und wenn es mich dann nicht packt, lege ich das Buch für heute zur Seite.

Update 13:45 Uhr

Argh! Gerade ärgert mich Chimamanda Ngozi Adichie wirklich! Es gab in der Handlung von „Die Hälfte der Sonne“ einen Sprung von drei Jahren zum Tag des Militärputsches – soweit schön und gut, darauf hatte ich ja die ganze Zeit gewartet – und man bekommt diesen Tag durch die Augen von Ugwu mit, der den ganzen Diskussionen im Haus seines Arbeitgebers nicht so recht folgen kann. Stattdessen denkt er darüber nach wie schade es doch ist, dass Mister Richard nicht mehr zu Besuch kommt, dass es vor drei Jahren zu einem großen Streit gekommen war, dass Olanna und sein Master sich beinah getrennt hätten und dass das wenige Monate vor Geburt des Babys gewesen war. Bevor ich als Leser irgendwas über diesen Streit und das Drama vor drei Jahren erfahre, geht Ugwu ins Bett, schläft mit der Nachbarin, die noch vorbeikommt, und beendet den Tag. Ich gehe zwar davon aus, dass ich im Laufe der Geschichte erfahre, was passiert ist, aber dass die Autorin mir diese Ereignisse vorenthält und nur zu Beginn dieses neuen Abschnitts Ugwu kurz daran denken lässt, frustriert mich sehr.

Wenn ich nicht immer wieder den Roman aus der Hand legen würde, weil ich das Gefühl habe, dass sämtliche interessanten Passagen durch Elemente unterbrochen würden, die mich ärgern, wäre ich schon längst mit dem Buch durch. Ganz habe ich die Geschichte auch noch nicht aufgegeben, aber jetzt brauche ich erst einmal etwas, das mich weniger frustriert. Vielleicht lese ich weiter in „Faith“ (die erste Superhelden-Comicserie, die mich nach jahrelanger Superheldenüberdrüssigkeit *g* dazu bringen konnte, mal wieder US-Comic-Hefte zu kaufen), da haben sich inzwischen auch ein paar Ausgaben angesammelt.

Update 16:30 Uhr

Jupp, „Faith“ war genau das Richtige, um mich aus meiner mieseligen Stimmung zu reißen! 🙂 „Faith“ ist ein Spin-Off, früher war die Figur – mit dem Superheldennamen „Zephyr“ – Teil der „Renegades“, aber nach einigen dramatischen Ereignissen (wenn ich den Andeutungen in der Geschichte glauben darf 😉 ), hat Faith Herbert beschlossen, dass sie ihren Weg als Superheldin allein gehen muss. Aufgewachsen ist Faith als Waisenkind, großgezogen wurde sie von ihrer Großmutter und ihre Hobbies waren Comics und Serien und überhaupt all die Dinge, die etwas „nerdig“ sind. Als Teenager entdeckte sie dann, dass sie selber auch Kräfte hat, die es ihr unter anderem ermöglichen, zu fliegen. Inzwischen lebt Faith in L.A., arbeitet tagsüber als „Summer Smith“ für einen Blog, der sich mit Klatsch und Tratsch beschäftigt, und versucht nachts, die Welt zu retten … na ja … oder zumindest ein paar gestohlene Hundebabies … 😉

Es gibt zwei Dinge, die ich an diesen Comics besonders mag. Einmal entspricht Faith optisch nicht gerade dem üblichen Superheldinnen-Klischee – und es scheint ihr vollkommen egal zu sein. Und dann gibt es sehr viele popkulturelle Anspielungen, womit man mich ja auch jedes Mal erwischt. Faith versucht einfach ihr Bestes zu geben, verliert sich manchmal in Tagträumen (die zum Teil auch ihren Ex-Freund betreffen), begeistert sich für Serien, Filme und Comics und hat keine Hemmungen, während eines Video-Chats mit einem Typen, den sie sehr gern mag, in einer unvorteilhaften Haltung auf dem Sofa zu hängen und zu essen. Auch wenn sie nicht gerade glücklich damit ist, dass sie als Superheldin so viele Menschen schon hat sterben sehen (und sich dafür verantwortlich fühlt), so scheint sie ansonsten in sich zu ruhen und strahlt wunderbar viel Selbstbewusstsein aus. Dazu kommt noch ein Humor, der mich immer wieder zum Schmunzeln bringt, und schon kann ich über die eine oder andere nicht so ansprechende Zeichnung (gerade wenn es um die Gesichter geht) locker hinwegsehen.

Die ersten vier Hefte enthalten eine übergreifende Storyline, in der es um eine rätselhafte Gruppe geht, die Menschen entführt, die mit großer Wahrscheinlichkeit übernatürliche Fähigkeiten haben. Die Geschichte ist mehr nett als spannend, aber ich denke, es ging dabei auch mehr darum, Faith für diejenigen einzuführen, die sie vorher noch nicht gekannt haben (so wie ich), und zu zeigen, wie sie jetzt lebt – und zu schauen, ob ein Spin-Off mit der Figur sich verkaufen würde. Da das anscheinend der Fall ist, wurde für die zweite Staffel auch keine begrenzte Heft-Anzahl vorgegeben – mal schauen, wie lange das wohl gehen wird. 😀 Oh, und das Heft neben meinem Apfelkuchen ist ein Crossover mit „The Adventures of Archer and Armstrong“, bei dem es um einen Tag geht, den Archer und Faith gemeinsam verbringen. Sehr knuffig! 🙂

Update 21:30 Uhr

Reisomelett mit Erbsen

Seit dem letzten Update habe ich Abendessen gekocht und gegessen und eine Blog- und Kommentarrunde gedreht. Ich finde es schön, von den verschiedenen Tätigkeiten zu lesen, die die verschiedenen Mitleser heute so gemacht haben – und dazu noch all die unterschiedlichen Bücher! 🙂

Mein Mann schaut gerade „Dredd“, während mir gleich mal meine „Heizungsbibliothek“ vornehmen werde. Ich denke, es schadet nicht, wenn ich mir mal die Zeit nehme und die einzelnen ausgeliehenen Bücher in Ruhe anlesen. Vermutlich kann der einen oder andere Titel Mittwoch ungelesen wieder zurückgebracht werden oder vielleicht lese ich mich ja sogar doch noch an einem der Bücher fest.

Update 22:30 Uhr

Gerade mal eine Stunde hat es gedauert, um einen Großteil meiner Bibliotheksausleihen anzulesen und irgendwie finde ich es nett, inmitten all der Bücher zu sitzen und alles mal in die Hand zu nehmen und mir Gedanken darüber zu machen. Ich frage mich nur, wo kommen eigentlich all die Bibliotheksbücher her? 😉

Immerhin muss ich „Letzte Ernte“ und „Tödliche Oliven“ von Tom Hillenbrand gar nicht erst anlesen, da weiß ich, was auf mich zukommt und warte nur auf den zweiten Band, damit ich mir mit den Krimis ein paar nette Lesestunden gönnen kann. Und den Großteil der Jiro-Taniguchi-Manga, die da auf der Heizung liegen, habe ich auch schon gelesen. *g*

„Alea Aquarius – Der Ruf des Wassers“ von Tanya Stewner war eine Spontanausleihe, weil ich dachte, es wäre nett ein fantastisches Kinder-/Jugendbuch zu lesen, bei dem das Meer eine wichtige Rolle spielt. Aber ich fürchte, bei dem Roman macht es sich bemerkbar, dass ich nicht die Zielgruppe bin. Wenn ich lese, dass die Hauptfigure eine seltsame Krankheit hat, nicht mit Wasser in Berührung kommen darf, immer Handschuhe trägt und seltsame Stellen hinter den Ohren hat, dann finde ich es schon mehr als offensichtlich, was mit ihr los ist. Dazu kommen noch hölzerne Dialoge und eine unglaublich passende zufällige Begegnung mit drei Minderjährigen, die allein mit einem Schiff übers Meer segeln … Pfff … Immerhin muss ich zugeben, dass sich die Geschichte schnell liest. *g*

„Meines Vaters Land – Geschichte einer deutschen Familie“ von Wiebke Bruhns ist eines der Bücher, die ich auf einem Blog gefunden habe. Der Inhalt klang gut (eine Journalistin, die sich intensiv mit ihrem Vater auseinandersetzt, der hingerichtet wurde, weil er an einem Attentat gegen Hitler beteiligt war), die Form hingegen finde ich schwierig. Der Prolog liest sich gut und einige Teile des folgenden Kapitels ebenfalls, aber dummerweise habe ich Probleme mit den Passagen, in denen die Autorin die Gedanken und Gefühle beschreibt, die sie bewegt haben, während sie sich mit ihrer Familiengeschichte beschäftigte. Da verwendet sie Formulierungen, die ich als richtig schlechten Stil empfinde. So aufgebläht und künstlich verschwurbelt. Da werde ich wohl Mittwochmorgen spontan entscheiden, ob ich dem Buch noch eine Chance gebe.

„Syrien verstehen – Geschichte, Gesellschaft und Religion“ von Gerhard Schweizer scheint nicht nur sehr interessant zu sein, sondern ist auch flüssig geschrieben. Das werde ich auf jeden Fall behalten und lesen und hoffe, dass mein Kopf in den nächsten Wochen mit der kleinen Schrift und der Masse an Namen und Fakten fertig wird. Ähnliches gilt auch für „Die Herrscher der Welt – Wie Mikroben unser Leben bestimmen“ von Bernhard Kegel – nur ist da die Schrift nicht so klein. 😉

Auch „Die Weltensegler – Die phantastische Suche nach der Überallkarte“ von Carrie Ryan und Johne Parke Davis war eine Spontanausleihe. Bei dem Klappentext konnte die Geschichte nur fürchterlich oder nett sein, nach dem Anlesen denke ich, dass sie nett wird. Vermutlich bleibe ich heute Abend dabei, wenn mich nicht noch ein anderes Buch packt. Schön, wenn sich ein kinderbuch als überraschend nett herausstellt.

„Das rote Schaf der Familie“ von Susanne Kippenberger liest sich ebenfalls gut an und darf bleiben, aber davon war ich auch ausgegangen, da Hermia so angetan von dem Titel war. „Herr Yamashiro bevorzugt Kartoffeln“ von Christoph Peters (Wo bin ich denn über den Titel gestolpert? Den hatte ich auf jeden Fall vorgemerkt, aber ich weiß nicht mehr warum …) ist eher ein Wackelkandidat. Wenn ein Autor bei einem so dünnen Band am Anfang so oft den Erzählstil wechselt, braucht es bei mir schon eine bestimmte Stimmung, um mich darauf einzulassen. Heute Abend passt es mir definitiv nicht.

Dafür, dass ich gerade so viel um die Ohren habe, habe ich ganz schön viele Sachbücher ausgeliehen. Das ist einfach der Nachteil, wenn man auf einer Vormerkliste steht und nicht abschätzen kann, wie lange es dauert bis man einen Titel ausleihen kann … Jetzt aber gönne ich mir erst einmal einen gemütlichen Restsonntag mit einer letzten Kommentarrunde und der Suche nach der Überallkarte. 🙂

Ich wünsche euch schon mal einen schönen Start in die Woche. Schön, dass ihr dabei gewesen seid! 🙂

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Heutige Mitleser:

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Herbstlesen im Oktober (6) – Samstag

Mein letztes Wochenende war ja schon sehr von meinen Nachbarn geprägt – ich hoffe, dass das heute nicht schon wieder der Fall ist … Montag hatte ich noch „Twig im Dunkelwald“ von Paul Stewart beendet und muss gestehen, dass mich die Geschichte nicht ganz so gepackt hat. Es gab ansprechende Zeichnungen, hübsche Details und natürlich viele fantastische Einfälle, aber einiges kam mir zu gewollt vor oder erinnerte mich zu sehr an Veröffentlichungen anderer Autoren oder gar an Filme. Laut Kiya sollen die Fortsetzungen besser werden, aber momentan weiß ich noch nicht, ob ich die antesten mag.

In der Woche habe ich mich dann vor allem auf „Kulturgeschichte des Klimas“ von Wolfgang Behringer und „Die Hälfte der Sonne“ von Chimamanda Ngozi Adichie konzentriert – der Abgabetermin für die beiden Titel rückt bedrohlich nahe und meine Lesezeit ist gerade etwas knapper als mir lieb ist. 😉 Deshalb werde ich wohl heute meine Nase auch wieder in diese Bücher stecken. Ansonsten möchte ich mich auf jeden Fall weiter mit „Urban Allies“ beschäftigen – wenn ich mich beim Lesen auf die Samstage und Sonntage beschränke, reicht die Anthologie für das gesamte Herbstlesen. Ansonsten habe ich heute Vormittag noch eine Backrunde (Apfelkuchen!) auf der To-do-Liste und kann mich den Rest des Tages wirklich aufs Lesen konzentrieren. Ich wünsche uns allen schon mal viel Spaß am heutigen Samstag und erholsame Stunden!

Wie immer werden alle, die mitmachen mögen, am Ende des Beitrags verlinkt, wenn sie sich hier per Kommentar melden. 🙂

Update 11:45 Uhr

Eine Studie in Zartgelb. *g*

Den Apfelkuchen habe ich inzwischen gebacken (und bin nicht so ganz glücklich mit den Streuseln) und zum Frühstück eine Geschichte aus „Urban Allies“ gelesen. „Takes All Kinds“ von Diana Rowland und Carrie Vaughn hat mir wirklich viel Vergnügen bereitet. Dabei war die eigentliche Handlung (ein Paar Werwölfe findet ein brennendes Auto mit einer Leiche auf einer Straße und will herausfinden, wer den Mord begangen hat) nicht so spannend und interessant, aber ich mochte das Aufeinandertreffen von Kitty (Werwölfin und Radiomoderatorin, die sie für paranormale Lebewesen engagiert) und Angel und wie die beiden Frauen miteinander umgehen, nachdem sie herausgefunden haben, wer und was die andere ist.

Bevor ich mich gleich zu Christie aufs Sofa kuschel und eine Blog- und Kommentarrunde drehe, beziehe ich noch eben die Betten neu und werfe die Bezüge in die Waschmaschine.

Update 16:00 Uhr

Apfelkuchen „Oma Snoopy“

Irgendwie gleitet mir heute die Zeit durch die Hände. Seit dem letzten Update habe ich eigentlich nur online gelesen, etwas mit dem 3DS gespielt, Christie gefüttert. die Betten frisch bezogen und ein Stück Kuchen gegessen. So viel zu meinem Lesetag … 😉 Der Apfelkuchen ist übrigens lecker, aber das Zutatenverhältnis bei den Streuseln stimmt wirklich nicht. Sie erinnern eher an die Zucker-Butter-Kruste bei einem Butterkuchen als an klassische Streusel. Da würde ich beim nächsten Mal doch auf ein anderes Rezept zurückgreifen.

Ansonsten macht Christie mich gerade ziemlich glücklich, während sie neben mir auf dem Sofa sitzt und ihren Oberkörper auf mein Knie gelegt hat. Auch wenn es traurig ist, dass der Verlust ihrer Katergesellschaft dafür sorgt, dass sie auf einmal so viel Nähe sucht, genieße ich es sehr, dass sie in den letzten Wochen so sehr auf uns zugekommen ist. Ich darf sie sogar regelmäßig hochnehmen und kurz durchknuddeln, auch wenn ich natürlich weiterhin aufpassen muss, dass ich ihre Laune richtig einschätze und ihre „Gutmütigkeit“ nicht zu sehr strapaziere. Aber wir hätten nie gedacht, dass Christie jemals zu einer Kuschelkatze werden würde (wobei sie schon früher im Herbst nichts gegen menschliche Körperwärme hatte).

Da der Posteingang schon wieder voll ist, drehe ich noch „schnell“ eine Kommentarrunde und schnappe mir dann aber wirklich eins meiner Bücher!

Nachtrag: Und jetzt hat mein Mann „Koch im Ohr“ (ZDF) angemacht und das ist soooo lustig! Ich fürchte, jetzt muss ich erst einmal die Sendung schauen. 😀

Update 19:15 Uhr

Mein Mann hat es heute wirklich raus eine Atmosphäre zu schaffen, in der mir das Lesen sehr schwer fällt. Aber auch Wolfgang Behringer ist nicht ganz unschuldig daran, dass ich schon so lange am Anfang von „Kulturgeschichte des Klimas“ hänge. Die ersten Kapitel beschäftigen sich mit den Quellen, die von der Veränderung des Klimas in der Vorzeit zeugen, und dann mit dem Holozän und … ich muss gestehen, dass ich das sogar grundsätzlich interessant finde, aber wenn der Autor so durch die klimatischen, geologischen und „sozialen“ Veränderungen rast und ich die ganze Zeit nur noch Holozän, Klimaoptikum, Atlantikum und Neolithikum (und das waren nur die kursiv geschriebenen Wörter in dem einen Absatz, über den ich gerade wieder weggenickt bin), dann verweigert mein Kopf gerade die Aufnahme. Was natürlich dazu führt, dass ich ständig Absätze noch einmal lesen muss und das ärgert mich dann auch wieder. Eigentlich sollte es nicht so viel Zeit kosten 350 Seiten zu lesen.

Update 21:45 Uhr

So recht klappt es heute mit mir und dem Lesen wirklich nicht. Nach dem letzten Update habe ich zu „Die Hälfte der Sonne“ von Chimamanda Ngozi Adichie gegriffen. Damit bin ich zwar ein Stückchen voran gekommen, aber so ganz glücklich bin ich damit auch nicht. Ich wünsche mir so langsam wirklich, dass der Bürgerkrieg endlich beginnt, weil ich nicht länger lesen mag wie der Houseboy Ugwu ständig über die Freundin seines Masters fantasiert (oder über ein Mädchen aus seinem Dorf, das er aufgrund der verwandtschaftlichen Nähe eh nicht heiraten darf) und dabei ihre halb abgenagten Fleischknochen ablutscht oder wie der Journalist Richard über seine Erektionsstörungen verzweifelt, obwohl er seine neue Freundin doch so anziehend finden (während sie sich als die hässliche Schwester sieht, mit der die Männer vor allem wegen des Geldes ihres Vaters zusammen sein wollen).

Da mein Mann zur Zeit „Schlag den Star“ laufen hat, wird es wohl nicht mehr viel mit Lesen – auch wenn ich die Werbepausen ganz gut dafür nutzen kann. Aber morgen ist ja ein neuer Tag und vielleicht komme ich dann mit meinen Büchern besser voran. Auf jede Fall werde ich vor dem Schlafengehen noch kurz schauen, wie es den anderen heute Abend so ergangen ist, falls sie sich nicht eh schon für die Nacht verabschiedet haben. 🙂

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S.J. McCoy: Love Like You’ve Never Been Hurt (Summer Lake 1)

„Love Like You’ve Never Been Hurt“ ist der erste Band der Summer-Lake-Romane und war Bestandteil eines dreiteiligen Bundles, das es mal umsonst als eBook gab. Da ich das Gefühl hatte, ich könnte man wieder einen netten, vorhersehbaren und wenig anspruchsvollen Liebesroman benötigen, hatte ich zugegriffen. Theoretisch hätte das Buch diese Kriterien auch erfüllt, wenn die Geschichte und die Charaktere nicht so unfassbar schrecklich gewesen wären. Vor allem ging mir die Protagonistin Emma auf die Nerven. Das fing schon beim ersten Zusammentreffen mit ihrem männlichen Gegenpart Jack an, als sie einen Blick auf ihn warf und sich sicher war, dass er jemand ist, der reihenweise Frauen flachlegt und dem man nicht vertrauen kann. Sie kennt den Mann nicht, findet nur, dass er großartig aussieht, gut riecht und schöne Augen hat und geht trotzdem davon aus, dass er grundsätzlich ein betrügender Mistkerl ist. Selbst als sie herausfindet, dass der Typ der langjährige Geschäftspartner ihres besten Freundes aus Kindheitstagen ist, kommt sie nicht auf den Gedanken ihren Freund zu fragen, was für ein Mensch Jack ist oder sich zu überlegen, ob ihr Freund jahrelang mit einem Mann zusammenarbeiten könnte, der bedenkenlos Frauen ausnutzen würde.

Aber Emma hat nicht nur wahnsinnige Vorurteile gegen gutaussehende Männer, die sich durchgehend nett, humorvoll und aufmerksam präsentieren, sie ist auch seit zehn Jahren wahnsinnig erfolgreich in ihrem Job als Drehbuchautorin, obwohl sie ihre Tätigkeit hasst. Denn Emma tut nichts anderes, als andere Leute Romane in eine verfilmbare Version umzuschreiben. Was so unbefriedigend ist. Und wofür sie in L.A. leben muss, obwohl sie die Stadt schrecklich findet und sich ständig nach dem kleinen Ort am Summer Lake sehnt, in dem sie aufgewachsen ist und wo noch ihr Großvater lebt. Außerdem hat sie ständig so viel zu tun und ihre Agentin überhäuft sie andauernd mit Aufträgen, obwohl Emma ihre Arbeit doch gar nicht machen mag. Und weil alles so doof ist, überlegt sich Emma, dass sie sich doch den Sommer freinehmen könnte, um ein Buch zu schreiben. Einfach so. Sie hat vorher anscheinend noch nie darüber nachgedacht, dass sie doch einen Roman schreiben könnte. Sie hat keine Idee, die sie verwirklichen möchte. Sie will einfach nur ihren Job hinter sich lassen und mal etwas anderes schreiben als andere Leute Geschichten. Was ich grundsätzlich verstehen kann, ich kapiere nur nicht, warum diese Figur zehn Jahre gebraucht hat, um auf die Idee zu kommen.

Auch Jack hat mich überraschend schnell auf die Palme gebracht, obwohl er anfangs wie ein sympathischer und verständnisvoller Mann wirkt und im Gegensatz zu Emma eigentlich sehr aufmerksam ist und versucht auf ihre Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen. Aber egal wie blöd Emmas Gründe für ihre „ich vertraue keinen gutaussehenden netten Männern und will keine Beziehung“-Politik sind, so kann ich einen Mann, der erst sagt, er akzeptiere es, dass sie nur Freundschaft will, und dann jede Gelegenheit nutzt um der Frau auf die Pelle zurücken, auch nicht als sympathischen Protagonisten annehmen. Wäre er wirklich ein netter und vertrauenswürdiger Mensch, dann würde er sie nicht immer wieder küssen oder seine Hände so auf ein Geländer legen, dass sie dazwischen gefangen wird oder ähnliches. Bei so einem Verhalten ist es mir egal, ob Jack ein liebevoller großer Bruder, ein verantwortungsvoller Geschäftspartner, ein guter Kumpel und in vielen anderen Dingen wirklich aufmerksam und rücksichtsvoll ist. Mir ist auch egal, dass das „nur“ ein Buch ist und von vornherein klar ist, dass die beiden eh am Ende der Geschichte ein Liebespaar sind. Das Verhalten ist nicht okay.

Angesichts dieser Kritikpunkte sind all die anderen Dinge, die mich geärgert habe, eigentlich nur Kleinigkeiten. Ich war z.B. bereit hinzunehmen, dass mir ständig erzählt wird, wie viel Emma zu tun hat und wie hart sie immer arbeitet – und dass es trotzdem kein Problem ist innerhalb einer Woche mal eben den Sommer frei zu nehmen. Ich konnte sogar damit leben, dass Emma keinen Moment lang darüber nachdenken muss, dass ein Sommer ohne Arbeit eben auch einen Sommer ohne Einkommen bedeutet. Allerdings fand ich es schon arg seltsam, dass sie anscheinend vergessen hat, dass sie ein Haus am Summer Lake besitzt, bis sie ein Freund daran erinnert, dass sie doch darin wohnen könnte. Wenn mir aber jemand erzählen will, dass zwei Männer, die in der Baubranche arbeiten, bis zum Herbst nicht viel zu tun haben und deshalb spontan wochenlang in ihrer Millionenfirma ausfallen können, um ein privates Projekt durchzuziehen (für das sie natürlich auch einen Handwerkertrupp mitbringen müssen, der anscheinend bis zu diesem Zeitpunkt beschäftigungsfrei rumhing), dann fängt es an an mir zu nagen. Ich erwarte ja nicht, dass ein simpler Liebesroman realistisch ist, aber wenn sich in einer Geschichte die Ungereimtheiten häufen und dazu noch die Charaktere entweder farblos (wie die Nebenfiguren in diesem Buch) oder nervig (wie die Protagonisten) sind, dann macht es wirklich keinen Spaß mehr.

Vor allem in der zweiten Hälfte ging es nur noch darum, dass Emma bei jeder Gelegenheit davon ausgeht, dass Jack sie enttäuschen wird und eigentlich lieber mit anderen Frauen als mit ihr zusammen wäre, während jede andere Figur in der Geschichte Emma davon zu überzeugen versucht, dass ihr Verhalten irrational ist und sie diejenige ist, die sich selber wehtut. Eine Runde lang hätte ich das ja noch akzeptieren können, aber 150 Seiten in Dauerschleife Dialoge lesen zu müssen, in denen immer wieder jede vorkommende Person versucht vernünftig mit Emma zu reden, während ihre gesamte Reaktion aus Selbstmitleid, „ich will mit niemandem reden“ und „er ist ja so sexy, aber er wird mir das Herz brechen“ besteht, ist überraschend anstrengend. Dummerweise habe ich es nicht fertig gebracht den Roman abzubrechen, weil ein Teil von mir immer noch davon ausging, dass das doch nicht alles gewesen sein konnte und dass da irgendwo noch so etwas wie eine Geschichte auf mich warten würde.

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Nebenbemerkung 1:
Erschreckenderweise bin ich sogar versucht den zweiten Band auch noch anzufangen, weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, wie die Autorin irgendeinen Konflikt oder sonstige Handlung heraufbeschwören kann, wenn sich die Handlung um diese beiden netten, vernünftigen und superduper harmonischen Nebenfiguren geht, die einander im Prinzip schon während „Love Like You’ve Never Been Hurt“ gefunden hatten.

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Nebenbemerkung 2:
Ooookay, der große Konflikt im zweiten Teil („Work Like You Don’t Need The Money“) besteht darin, dass sie denkt, sie wäre ihm gesellschaftlich und finanziell nicht ebenbürtig – sie besitzt ja nur eine Boutique mit mehreren Angestellten und kein Bauunternehmen -, weshalb eine Beziehung ja eh nicht funktionieren könnte, während er eigentlich keine Beziehung will, weil er noch vier Jahre arbeiten muss, bevor er seine Firma soweit hat, dass er sie zugunsten einer Familiengründung vernachlässigen kann. Kann mir bitte irgendwer verraten, warum diese Bücher auf den diversen Plattformen so gut bewertet werden, wenn ich nach drei Kapiteln schon wieder so genervt von den Protagonisten bin, dass ich am Liebsten meinen eReader verbrennen würde?

Kate Griffin: The Madness of Angels (Matthew Swift 1)

Der Kauf von „The Madness of Angels“ von Kate Griffin war eine Folge meines Wühltischrausches im Mai, bei dem ich Band 2-4 der Matthew-Swift-Bücher und die beiden Teile der Folgeserie erstanden hatte. Die Geschichte spielt im aktuellen London, wobei für Matthew Swift und einige andere Personen Magie ganz selbstverständlich zu ihrem Leben gehört. Ich muss zugeben, dass ich anfangs ein paar Schwierigkeiten hatte, in die Welt und die Handlung reinzufinden, da die Autorin dem Leser nichts erklärt. Auf der einen Seite finde ich es wirklich gut, wenn eine Welt für den Protagonisten so selbstverständlich ist und der Leser sie sich deshalb selbst erarbeiten muss, auf der anderen Seite hat es für mich etwas gedauert, bis ich mich mit Matthew und seinen Erlebnissen wohlgefühlt habe. Wobei „wohlfühlen“ auch nicht ganz der passende Ausdruck ist, wenn man überlegt, wie düster seine Erlebnisse sind und wie befremdlich seine Perspektive stellenweise ist. Dazu hat es mich zu Beginn sehr irritiert, dass Matthew als Erzähler zwischen „ich“ und „wir“ schwankt, auch wenn natürlich von Anfang an klar war, dass er das nicht ohne Grund tat.

Matthew Swift war bis vor zwei Jahren ein durchschnittlicher Zauberer mit einem mehr oder weniger durchschnittlichem Privatleben, dessen einzige noch lebende Verwandte seine (etwas verrückt wirkende) Großmutter war. Doch dann passierte etwas Schreckliches mit Matthew, das – so nahm man zumindest allgemein an – seinen Tod zu Folge hatte. Für den Leser beginnt die Geschichte in dem Moment, in dem Matthew in seinem Schlafzimmer wieder zu Bewusstsein kommt und kurz darauf feststellen muss, dass fremde Menschen in seinem Haus leben. Da er niemandem vertrauen kann, irrt er wenig später durch die nächtlichen Straßen Londons und versucht herauszufinden, was in den vergangenen zwei Jahren passiert ist. Doch auch in der relativen Anonymität der Straßen ist es für ihn nicht sicher, und so startet sein Rachefeldzug damit, dass er von einem unheimlichen Monster, das aus Müll entstanden ist, angegriffen wird.

Wie gesagt, man muss sich erst einmal auf die Handlung und die Erzählweise einlassen und damit leben, dass es ein bisschen dauert, bis man eine Vorstellung davon bekommt, worum es in dieser Geschichte überhaupt geht. Auch macht es Matthew einem nicht so leicht, mit ihm warm zu werden, da er sehr distanziert mit all den Dingen umgeht, die ihm passieren. Aber ich fand die Grundidee hinter Matthews Verschwinden, seine Fähigkeiten und die Art und Weise, wie Kate Griffin sein Anderssein dargestellt hat, sehr faszinierend. Auch hat die Autorin für diese Variante eines modernen-magischen London ein vielseitiges Abstufungssystem für die unterschiedlichen Magieanweder verwendet, das ich sehr spannend fand.

Doch vor allem hat sie mich mit ihrer Darstellung von London fasziniert. Matthew nimmt die Stadt sehr detailliert war, wobei sein Fokus nicht immer dem eines normalen Menschen entspricht, und er liebt London in allen seinen Erscheinungsformen. So nimmt einen die Geschichte mit in die verschiedensten Bezirke der Stadt, lässt einen die unterschiedlichsten Bewohner kennenlernen und bietet von einem fast schon touristisch-verklärten bis zu einem beinahe desillusionierten Blick auf London alle Facetten, die eine so große und vielseitige Stadt aufzuweisen hat. Dazu kommt noch eine Handlung, die einen immer wieder an den Motiven der diversen Beteiligten zweifeln und darüber nachdenken lässt, wie weit jemand gehen darf, um das „Richtige“ zu tun. Auf jeden Fall war „The Madness of Angels“ ein Roman, der aus der Masse der Urban-Fantasy-Veröffentlichungen herausragt und eine spannende Geschichte erzählt.

Herbstlesen im Oktober (5) – Sonntag

Da es sich so langsam bemerkbar macht, dass ich in den letzten Tagen nicht genügend Schlaf bekommen habe, werde ich heute etwas länger im Bett bleiben und dafür diesen Beitrag terminieren, damit ihr am Morgen schon mal einen Ort für eure Kommentare (und Beitragslinks) habt. Diejenigen, die Herbstlesen-Posts fürs ganze Wochenende geschrieben haben, habe ich schon verlinkt.

Für mich lief es gestern eigentlich ganz gut, ich habe zwar neben dem Lesen so einiges getan, aber es war ein entspannter Tag mit netten Geschichten und Kommentaren. 🙂 Heute werde ich mit dem gestern Abend angefangenen Buch „Emily Feather and the Chest of Charms“ von Holly Webb weitermachen und wieder eine Geschichte aus „Urban Allies“ lesen. Ansonsten habe ich keine weiteren Pläne, auch wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass ich  mit meinem Mann im Laufe des Tages noch einen Film oder eine Serie schauen werde.

Ich wünsche euch schon mal einen schönen Start in den Sonntag! 🙂


Update 10:00 Uhr

Uhhh … Das mit dem Ausschlafen habe ich zwar gemacht, aber erholt fühle ich mich trotzdem nicht. Nachdem ich gestern gegen Mitternacht ins Bett gefallen bin, haben kurz darauf meine Nachbarn mit ihrem Besuch richtig aufgedreht. Besonders schön fand ich die Momente, in denen einer der Besucher nebelhornartig gröhlte, weil bei der – anscheinend im Hintergrund – laufenden Musik ein Song kam, der ihm gefiel. Daraufhin wurde dann die Musik lauter gedreht und alle sangen fröhlich mit. Gegen halb eins bin ich dann wieder aufgestanden und habe weiter in „Emily Feather and the Chest of Charms“ gelesen. Etwas später habe ich dann noch zu „Emily Feather and the Secret Staircase“ gegriffen und gegen halb drei waren die Nachbarn inklusive Besuch endlich im Bett und ich konnte dann auch wieder schlafen gehen. Jetzt versuche ich erst einmal langsam wach zu werden und entscheide dann, was ich als nächstes lese.

Update 14:00 Uhr

Heute geht bei mir wirklich alles sehr gemächlich. Ich habe ein bisschen mit dem 3DS gespielt, dann haben wir Christie gefüttert, während mir mein Mann von seinem gestrigen Spieletag erzählte und ich habe mir Frühstück gemacht. Zum Frühstück habe ich die ersten Seiten von „Twig im Dunkelwald“ von Paul Stewart gelesen und so langsam habe ich das Gefühl, ich kann einen Finger darauf legen, warum ich das Buch beim ersten Anlesen vor ein paar Jahren recht schnell zur Seite gelegt hatte. Zumindest am Anfang beschreibt mir der Autor zu viel. Ja, der Wald ist voller wundersamer und gefährlicher Wesen und Pflanzen und die Welt ist voller fantastischer Elemente, aber ich würde die lieber nach und nach selber entdecken, als damit so schnell zugeworfen zu werden. Außerdem mag ich es lieber, wenn ich so eine Welt durch die Augen eines Bewohners kennenlerne – und bei dem kann ich davon ausgehen, dass viele Sachen selbstverständlich sind. Er muss sich nicht sagen, dass er sich beeilt, weil Gefahren lauern, er tut es einfach …

Trotzdem bleibe ich jetzt erst einmal bei der Geschichte und versuche mich einfach auf Twigs Abenteuer bei seinem Weg einzulassen, während Christie aufpasst, dass ich mich heute so wenig wie möglich bewege. 😉

Update 18:00 Uhr

Ich habe nach dem letzten Update noch etwas in „Twig“ weitergelesen, wurde dann aber so müde, dass es doch Zeit für eine Runde Sofaschlaf war. Nach den zwei Stunden Schlaf war ich zwar nicht so viel wacher, hatte aber nicht mehr das Gefühl, ich würde vor lauter Müdigkeit schielen. Also habe ich mir einen Tee kochen und Kekse hinstellen lassen und zur nächsten „Urban Allies“-Geschichte gegriffen. „Pig Roast“ ist eine Geschichte von Joseph Nassise (der auch der Herausgeber der Anthologie ist) und Sam Witt und spielt in einer sehr hinterwäldlerischen Gegend, in der anscheinend ganz eigene Gesetze gelten. Genauer gesagt spielt „Pig Roast“ in Pitchfork County – wo auch eine Serie von Sam Witt angesiedelt ist – und eine Gruppe von Templer (die aus Joseph Nassises Templar Chronicles stammen) muss dort nach einem bestimmten Artefakt suchen, während ein einheimischer Führer ihnen zur Seite steht.

Ich mochte den Ton der Geschichte und die Figuren fand ich jetzt auch nicht uninteressant, auch wenn Sam Witts Night Marshall für mich reizvoller ist als eine Gruppe von Templern. Doch vor allem hat Pitchfork County meine Neugier geweckt. Wenn ich nach dieser Kurzgeschichte gehen kann, dann ist das eine ungewöhnliche Gegend voller dreckiger und harter Geschichten – und bildet somit einen interessanten Hintergrund für eine Urban-Fantasy-Serie. So gern ich meine Stammserien mag, so gibt es darunter doch nur wenige, die außerhalb größerer Städte spielen. Da finde ich so eine richtige Redneck-Gegend als Schauplatz spannend.

Bis es Zeit wird das Abendessen zu machen, werde ich mich wohl auf den DS konzentrieren und bei „Animal Crossing“ Blümchen gießen. Eine kleine Blogrunde habe ich eben schon gemacht, als ich die Kommentare in meinem Mailfach angeschaut hatte.

Update 22:00 Uhr

Viel war hier in den letzten Stunden nicht los. Wir haben Abendessen gemacht (und natürlich gegessen), mit dem 3DS gespielt und dazu „Gefragt – Gejagt“ laufen lassen. Jetzt werde ich bis zum Schlafengehen noch weiter in „Twig im Dunkelwald“ lesen und vielleicht noch eine Blogrunde drehen – das hängt ein bisschen davon ab, wie wach ich mich dann noch fühle. Es war wieder schön mit euch! Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche und hoffe, dass wir spätestens am nächsten Wochenende wieder voneinander lesen. 🙂

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Heutige Mitleser:

Kiya
BücherFähe
Elena
Neyasha
Ina
Sam
Anette
Natira

Herbstlesen im Oktober (4) – Samstag

Das vergangene (lange) Herbstlesen-Wochenende war wieder sehr schön und ich habe den Austausch mit euch sehr genossen! In der Woche habe ich dann erst einmal mein angefangenes Buch („The Wizard of Dark Street“ von Shawn Thomas Odyssey) ausgelesen und mich sonst vor allem auf die Bibliotheksbücher („Kulturgeschichte des Klimas“ von Wolfgang Behringer und „Der katholische Bulle“ von Adrian McKinty) konzentriert, die ich nicht mehr verlängern kann. Daneben blieb nicht mehr viel Zeit für weitere Lesestunden, so dass ich heute wieder „frisch“ mit einem Buch starten kann. Oh, und natürlich will ich noch weiter in „Urban Allies“ und vielleicht sogar „Reflections“ lesen.

Aber erst einmal steht der Wochenendeinkauf an, den wir – seitdem wir kein eigenes Auto mehr haben – inzwischen 14tägig machen. Lustigerweise kostet uns der Einkauf selber so gar nicht mehr Zeit, auch wenn die Planung etwas aufwändiger ist, weil ich den Essensplan nun für zwei Wochen machen muss (inklusive Notizen, welche frischen Lebensmittel mein Mann am Dienstag nach der Arbeit mitbringen darf), dafür geben wir insgesamt weniger Geld für Lebensmittel aus. Sehr spannende Entwicklung! Ich melde mich also erst nach dem Einkauf wieder und beginne dann auch mit der Liste derjenigen, die heute mitmachen. Habt einen guten Start in den Tag!

Update 9:30 Uhr

Uiuiui, das war eben aufregend für meinen armen Mann. Da heute beim Friseur im Supermarkt so wenig los war, habe ich mir schnell die Haare um 2/3 kürzen lassen, während mein Mann einkaufen war. Kaum war ich beim Friseur fertig, hörte ich , dass ich im Supermarkt ausgerufen wurde. An der Kasse stellte sich dann heraus, dass mein Mann dachte, er hätte beim Getränkeeinkauf seine EC-Karte verloren. Auf jeden Fall fand er sie nicht in seinem Geldbeutel und war schon ganz panisch durch den Markt geflitzt und hatte die Karte gesucht. Während ich also bezahlte, plante er schon die Sperrung der Karte – und fand sie dann doch noch an einer Stelle in seinem Geldbeutel, an dem er sie niemals erwartet hätte. Ich bin ja froh, dass es so gut ausging, aber mein armer Mann ist immer noch ganz aufgeregt und gestresst.

Bevor ich mich auf dem Sofa einmuckeln kann, muss ich noch die Wäsche von gestern verstauen, eine weitere Runde Wäsche in die Maschine werfen und das heute gekaufte Gemüse putzen, kleinschneiden und einfrieren. Danach gibt es dann Frühstück und ein Buch für mich. 🙂

Update 13:30 Uhr

Glück ist, wenn man noch selbstgebackene Bagel im Tiefkühler findet 😀

Den Haushalt habe ich inzwischen erledigt und dazu noch Teig angesetzt für das Toastbrot, das ich heute noch backen will. Beim Wäsche verstauen, Gemüse schippeln und sonstigen Rumwuseln habe ich „Am Ende des Schmerzes“ von Iris Grädler weitergehört. An dem Hörbuch hänge ich schon eine ganze Weile, weil ich in letzter Zeit relativ wenig ruhige Tätigkeiten hatte – oder wenn ich mal im Garten war, dann hatten die Nachbarn ihre Laubbläserarmee am Start … Frühstück gab es inzwischen auch schon für mich. Dazu habe ich die dritte Geschichte aus „Urban Allies“ gelesen. So ganz sicher bin ich mir nicht, ob mir „Sweet, Blissfull Certainy“ von Steven Savile und Craig Schaefer gefallen hat. Schön fand ich, dass die beiden Autoren nicht so einen betonten Perspektivwechsel hatten. So las sich die Geschichte wie aus einem Guss, auch wenn beide Autoren Protagonisten aus ihren Serien verwendet haben. Beide Hauptfiguren waren Magier – oder eher Bühnenzauberer mit besonderen Fähigkeiten -, beide haben aus Gründen, die ich nicht verstehen konnte (ich gehe davon aus, dass mir da einfach Informationen aus den Romanen fehlten) Dinge getan, die riskant waren, und beide haben direkt und indirekt das Leben anderer Menschen auf dem Gewissen. Die Geschichte war nicht uninteressant, aber hing für meinen Geschmack etwas zu sehr in der Luft.

Jetzt drehe ich erst einmal wieder eine Blog- und Kommentarrunde und schaue wie es den anderen bislang ergangen ist und danach werfe ich Christie von der Sofadecke (die sie seit dieser Woche wieder glücklich in Besitz genommen hat) und muckel mich mit meinem nächsten Buch ein. Ich schwanke gerade noch zwischen „Emily Feather“ (nachdem ich endlich die Reihe vollständig habe), „Serpentine“ (weil es sich letzte Woche so gut anlas) und einem der vielen Bibliotheksbücher, die direkt neben dem Sofa liegen.

Update 17:45 Uhr

Seit dem letzten Update habe ich im Fernsehen die „Barnaby“-Folge von heute Mittag oder Nachmittag laufen lassen und dazu mit dem 3DS gespielt (beim Ausschalten habe ich dann erst gemerkt, dass mein Mann heute Mittag, bevor er aus dem Haus ging, die Ausstrahlung angehalten hatte, denn ich habe wohl deutlich zeitversetzt fern gesehen *g*). Danach gab es dann zu Tee und (gekauften) Kekse die ersten Seiten von „Emily Feather and the Secret Mirror“, weil mir wieder nach leichter Wohlfühllektüre war. Bei Emily werde ich wohl auch den Rest des Tages bleiben, weil ich sie so niedlich und ihre Familie so nett finde – und dann sind da ja noch das Haus voller Türen in andere Welten und all die ungewöhnlichen Dinge, die mit Emilys besonderer Familie zu tun haben. Bevor ich aber weiterlese, gibt es wieder eine Runde durch die Blogs, um zu schauen wie es den anderen den Nachmittag über ergangen ist.

Im Hintergrund habe ich übrigens gerade Musik laufen – die „K.K. Slider“-CD -, da der Nachbarjunge heute wohl Besuch hat und mit seinen Kumpels lauthals zu Musik singt, die mir persönlich vermutlich nicht einmal dann zusagen würde, wenn ich nicht nur die ganz hohen und die ganz tiefen Töne mitbekommen würde. 😉

Update 21:30 Uhr

Strohwitwen-Essen mit Kindheitserinnerungs-Faktor 😉

Der Nachbarjunge ist immer noch aktiv und hat zwischenzeitlich sogar seine Blechtrommel wiedergefunden. Ich hatte das Instrument definitiv nicht vermisst in den letzten Wochen! Trotzdem habe ich seit dem letzten Update – abgesehen von den diversen Küchengängen und Kommentarrunden – fleißig weitergelesen und bin nun mit „Emily Feather and the Secret Mirror“ von Holly Web durch. Ich fand es wieder unheimlich nett Emily und ihre Familie ein Stück zu begleiten und – so ab der Hälfte des Buches – die ganzen fantastischen Elemente genießen zu können, die in gewisser Weise auch ein Teil von Emilys Welt sind.

Da mein Toastbrot inzwischen auch aus dem Ofen ist und ich direkt nach dem Veröffentlichen dieses Updates Christie füttern kann, besteht der Rest des Abends für mich nur noch aus dem Sofa, der kuschelnden (und vermutlich viel zu vollgefutterten) Katze und dem nächsten Emily-Feather-Band. Bevor ich ins Bett gehe, drehe ich dann noch eine Blogrunde und schaue, ob es von euch noch Aktualisierungen gab. 🙂

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Heutige Mitleser:

Kiya
BücherFähe
Natira
Sarah
Neyasha
JED
Ina
Sam
Elena
Alysande (in den Kommentaren)

Hatice Akyün: Verfluchte anatolische Bergziegenkacke

Im Juli war ich über einen Artikel, in dem sie über ihre Kindheitserlebnisse mit einem Bücherbus schrieb, auf die Journalistin Hatice Akyün aufmerksam geworden. Den Artikel hatte ich euch HIER verlinkt und danach habe ich mal geschaut, welche Bücher es so von Hatice Akyün in der Stadtbibliothek zu finden gibt. Ende September habe ich dann „Verfluchte anatolische Bergziegenkacke – Oder wie mein Vater sagen würde: Wenn die Wut kommt, geht der Verstand“ ausleihen können. In dem Buch sind eine Menge Kolumnen, die die Journalistin für den „Berliner Tagesspiegel“ geschrieben hatte, zusammengefasst worden.

Die einzelnen Kolumnen sind um die zwei Seiten lang, was ich wunderbar fand, um nur eben zwischendurch ein bisschen zu lesen, was ich aber auch schrecklich verlockend fand, weil „nur noch eine Kolumne“ erstaunlich oft mein Schlafengehen verzögerte oder dafür sorgte, dass meine Pausen etwas länger wurden. Wobei mich die Kürze der einzelnen Artikel zwar häufig gereizt hat, noch ein Stückchen zu lesen und ich mich auch gut unterhalten gefühlt habe, auf der anderen Seite durfte ich aber nicht zu viel am Stück lesen, weil sich dann doch bestimmte Elemente zu sehr wiederholten und sich auch die Idee mit dem väterlichen Sprichwort, das zitiert wurde, etwas abgenutzt anfühlte. Aber das ist ja immer ein Problem, wenn Veröffentlichungen, die über einen längeren Zeitraum geschrieben wurden, gesammelt in einem Band erscheinen.

Ein weiteres Problem an den Artikeln war für mich die Tatsache, dass sie eben schon älter waren. Die erste in diesem Buch abgedruckte Kolumne erschien am 28. Februar 2011, die letzte am 19. Mai 2014, und auch wenn ich bei manchen Themen fasziniert davon war, dass ich ein Ereignis oder einen „Aufreger“ schon wieder vergessen hatte, der damals breit durch die Medien ging, so merkte man anderen Aspekten an, dass sie inzwischen schon deutlich veraltet sind und man sogar nach so wenigen Jahren zum Teil ganz anders darüber denken oder damit umgehen würde. So fand ich die Passagen, die sich auf tagesaktuelle Ereignisse bezogen, in der Regel deutlich weniger interessant als die Texte, in denen sich die Autorin mit ihrer türkischen Abstammung beschäftigt und von ihren Erfahrungen als Deutsch-Türkin erzählt. Überhaupt lag mir der „persönliche“ Teil der Kolumnen eher als die allgemeineren Texte. Insgesamt war das Ganze eine nette und unterhaltsame Lektüre, aber nichts, was länger in meiner Erinnerung haften bleiben würde.

Neuzugänge September

1. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
Die letzten beiden Rachel-Morgan-Bände sitzen schon ziemlich lange auf meinem Wunschzettel. Und bevor ich ein weiteres Jahr hoffe, dass mir die beiden Titel zu Geburtstag und/oder Weihnachten geschenkt werden, kaufe ich sie mir doch endlich selber.

2. Seanan McGuire: Once Broken Faith (October Daye 10)
Der aktuelle October-Daye-Band – eigentlich wollte ich mir den Roman ja etwas aufheben, aber dann hat ein kurzes Reinschnuppern dazu geführt, dass ich ihn in einem Zug durchgelesen habe. Diese Reihe ist einfach toll. Und es macht beim Lesen solchen Spaß, dass die Luidaeg in diesem Band so präsent ist – zu dumm, dass ich jetzt wieder ein Jahr warten muss, um zu erfahren wie es weiter geht.

3. Joseph Nassise (Hrsg.): Urban Allies
Eine Anthologie mit zehn Geschichten, die von zwanzig Autoren geschrieben wurden. Aufmerksam wurde ich darauf (natürlich *g*), weil Seanan McGuire an einer Geschichte beteiligt ist, aber ich finde das Konzept grundsätzlich interessant und mir sagen auch einige von den anderen Autorennamen etwas. Ich bin gespannt, wie es bei diesen Leute mit dem Schreiben klappt, wenn sie mit einem Partner zusammenarbeiten müssen.

4. Diana Wynne Jones: Reflections (on the Magic of Writing)
Das Buch hatte ich schon länger auf der Merkliste sitzen, weil ich es spannend finde, wenn meine Lieblingsautoren über das Schreiben schreiben. Im September kam der Titel dann überraschend als Geschenk bei mir an. Noch einmal vielen Dank! 🙂

5. Holly Webb: Emily Feather and the Secret Mirror (Emily Feather 2)
Endlich, endlich habe ich den zweiten Emily-Feather-Band! Bei meiner Bestellung im April hatte ich nur den vierten Teil bekommen und der zweite wurde mir als „wird nachgedruckt“ gemeldet. Dummerweise gab es keine weiteren Informationen über einen Nachdruck und nachdem der britische Verlag auf eine Nachfrage nicht reagierte, habe ich mir das Buch jetzt aus Australien schicken lassen. Überraschenderweise hat das gerade mal 50 Cent mehr gekostet, als ich für ein Exemplar aus England bezahlt hätte.

6. Tove Jansson: Mumins wundersame Inselabenteuer
7. Tove Jansson: Herbst im Mumintal
Damit habe ich dann auch die letzten beiden Bände dieser Mumin-Ausgaben vom Arena-Verlag. Da beide Romane perfekt für gemütliche Herbst-Lesestunden waren, habe ich auch schon gelesen! 🙂