SuB-Zuwachs Dezember

In diesem Monat kamen meine Neuzugänge mal nicht gesammelt bei mir an, was dazu geführt hat, dass ich diesen Post fast vergaß. Aber bevor am Weihnachtsabend vielleicht weiterer SuB-Zuwachs zu vermelden ist, möchte ich doch noch – und sei es für meine persönliche Statistik – einen Zugangspost veröffentlichen.

Jennifer Estep: Elemental Assassin 1 – Spider’s Bite
[Mein englischer SuB-Zuwachs kam von Melli, die ihre Begeisterung über diese Serie teilen wollte und deshalb so lieb war und den ersten Band der Elemental-Assassin-Reihe verlost hat.]

Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
[Da ich bislang alle Flavia-Geschichten sehr mochte, musste natürlich auch Band 5 bei mir einziehen.]

Stella Gibbons: Der Sommernachtsball
[Ich mag den Klappentext, ich mag England in den 1930er Jahren und ich hoffe auf wirklich nette Lesestunden.]

Mit drei Titeln hält sich der SuB-Zuwachs noch in Grenzen, was nach den vielen (noch ungelesenen) Büchern, die ich zum Geburtstag bekommen hatte, auch ganz gut ist. 😉

Vorweihnachts-Lese-Challenge am 4.Advent

Der 4. Adventssonntag und somit wieder Zeit für einen „Vorweihnachts-Lese-Challenge-Beitrag“. Ich muss zugeben, dass ich so langsam reif für etwas mehr Weihnachtsruhe bin. Weniger in meinem näheren Umfeld – wir haben es in den letzten Tagen wirklich so gemütlich wie möglich angehen lassen – als in der Nachbarwohnung, mit der es in der vergangenen Woche so viel Stress (durch Lärmbelästigung, in unser Wohnzimmer laufenden Fließestrich und die ganzen folgenden Mails mit unserem Vermieter und dem neuen Besitzer der Nachbarwohnung) gab. Immerhin gab es dann noch gute Nachrichten zum Thema Schallschutz beim weiteren Umbau – trotzdem hätte ich jetzt gern mal eine Phase ohne Lärm und Dreck von oben.

Gelesen habe in der vergangenen Woche nicht so viel, aber „Süßer die Schreie nie klingen“ ist inzwischen trotzdem beendet. So eine Kurzgeschichte kann man ja gut zwischendurch einschieben, wenn man ein paar Minuten zu überbrücken hat. Heute möchte ich ansonsten noch „A Grosvenor Square Christmas“ beenden – und freu mich jetzt schon auf die vierte Liebesgeschichte aus der Anthologie – und dann wird Broms „Krampus“ angelesen. Mal schauen, wie weit ich heute damit komme …

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„The Last First Kiss“ von Kate Noble bildet den Abschluss der „A Grosvenor Square Chrismas“-Geschichten und handelt von Susannah, die schon seit ihrem neunten Lebensjahr in den Sebastian, den Sohn der Nachbarn, verliebt ist. Während die sechzehnjährige Susannah am Boden zerstört ist, weil Sebastian 1. auf Grand Tour geht und 2. anscheinend nicht mehr als brüderliche Gefühle für sie hegt, macht ihre Tante Julia ihr klar, dass die Abwesenheit ihres Schwarms für sie die Chance ist, sich weiter zu entwickeln. Drei Jahre später treffen sich Susannah und Sebastian auf dem Weihnachtsball am Grosvenor Square wieder …

Die Geschichte war nett, aber auch nicht  mehr. Und ich muss feststellen, dass mir der Schreibstil von Kate Noble nicht so sehr zusagt wie der der anderen Autorinnen. Außerdem bekommen Lucy und Philbert, die schon in den vorhergehenden Episoden etwas Raum hatten, eine Wendung verpasst, die mir nicht so gefällt. Aus den vorherigen Geschichten hatte ich den Eindruck gewonnen, dass sich die beiden sehr nahe stehen, hier hingegen bekomme ich das Gefühl, dass all die kleinen Gesten vorher viel weniger bedeutet haben sollen. Ich hätte lieber die romantischere Sicht der vorhergehenden Geschichten behalten. 😉

Dies und Das (11)

Eigentlich dachte ich, dass ich mit den Pralinen, die ich am Wochenende gemacht habe, nun wirklich durch wäre mit den Weihnachtsgeschenken.

Gestern Abend fiel mir dann ein, dass ich heute eigentlich ein Weihnachtspäckchen an eine Freundin schicken wollte – und das ich das dementsprechende Geschenk noch nicht gemacht hatte. Inzwischen kann ich sagen, dass ich gut zwei Stunden brauche, um eine Buchtasche für ein US-Paperback mit der Hand zu nähen. Oh, und dass ich es nie schaffe die Druckknöpfe symmetrisch anzubringen …

„Spider’s Bite“ durfte dann schon mal ausprobieren, ob die Tasche auch wirklich die richtige Größe hat. 😉

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Seitdem wir hier wohnen, nehme ich für die Nachbarn die Pakete an, wenn die nicht da sind. Das ist für die Paketboten angenehmer, deren Arbeitsbedingungen ja nicht gerade ideal sind, und für die Nachbarn auch, da die nächstgelegene Postfiliale keine berechenbaren oder gar arbeitnehmerfreundliche Öffnungszeiten hat. Wenn aber in der Vorweihnachtszeit viermal am Tag der Paketbote klingelt, dann wird es mir doch etwas viel. Und manchmal würde ich gern meinen Küchentisch auch mal problemlos nutzen können, ohne die Nachbarpakete vorher wegräumen zu müssen.

Auf der anderen Seite gab es in den letzten Tagen diese Momente, wenn der Paketbote mir mit einem verlegenen „Danke“ ein paar Bonbons in die Hand gedrückt hat oder die Nachbarin mit einer Weinflasche vor der Tür stand und erzählte, dass der FedEx-Bote sie angerufen hat, um begeistert zu erzählen, dass das Paket von der Nachbarin angenommen wurde und dass er das in dieser Stadt schon seit Monaten nicht mehr erlebt hätte. (Was vermutlich daran lag, dass das der erste FedEx-Bote war, den ich je zu Gesicht bekommen habe. ;D)

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Auf Twitter habe ich heute schon genug darüber gejammert, trotzdem kommt hier noch ein bisschen Gejammer zum Thema Handwerker. Die Nachbarwohnung über uns ging im Sommer auf einen anderen Besitzer über und im August fingen dann die Renovierungen an. Ich weiß nicht, was für eine Firma da beauftragt wurde, aber wir haben in den vergangenen Monaten zwar keinen durchgehenden Baulärm gehabt, dafür aber sehr viel Lärm zu ungewöhnlichen Zeiten. Nicht selten saßen wir hier zu den 20-Uhr-Nachrichten und hofften vergeblich, dass nun endlich mal Ruhe wäre, oder wir mussten Sonntagsvormittags erleben, dass der Sprinter vom Handwerker vor der Tür geparkt wurde und dann die Arbeit losging.

Ich gebe zu, dass diese Handwerker nichts dafür können, dass es keinen nennenswerten (Tritt-)Schallschutz in diesem Haus gibt. Wir wohnen in einem sehr alten und sehr hellhörigem Haus und haben uns im Laufe der Zeit auch daran gewöhnt, dass wir vom Wecker der inzwischen ausgezogenen Nachbarin immer wach wurden, dass wir frühmorgens mitbekommen, wenn der Nachbar von der Arbeit nach Hause kommt oder genau wissen, wann der andere Nachbar wieder seine Tochter zu Besuch hat und morgens mit ihr zum Kindergarten muss. Aber Baumlärm ist eben doch noch etwas anderes als die alltäglichen Nebengeräusche, die gedämpfter und auch vertrauter sind.

Heute hat einer der Handwerker dann wohl die Fußböden in der Wohnung über uns mit schwerem Gerät geschliffen. Das klang, als ob ich mit den Katzen in einer Flugzeugturbine sitzen würde – und im Gegensatz zu dem Handwerker stand mir und den Tieren kein Gehörschutz zu Verfügung. Bei der Gelegenheit hat sich auch mal wieder gezeigt, dass unsere Wohnung auch dringend eine gründliche Renovierung nötig hätte, denn jedes Mal, wenn der Handwerker oben gegen die Wand stieß, rieselten bei mir Putz und Sand von der Decke. Außerdem haben die Vibrationen dazu geführt, dass im Flur die gläsernen Lampenschirme von der Decke gefallen sind – zum Glück sind die sehr robust und sind nicht zersprungen. Außerdem wurden weder die Katzen noch ich davon getroffen.

Laut Flurfunk soll die Wohnung Mitte Januar vermietet werden und ich hoffe, dass sich der Lärm bis dahin (und auch nach einem eventuellen Einzugstermin) in Grenzen hält und wir die kommenden Feiertage (glaubt mir, wir befürchten da inzwischen das Schlimmste) in Ruhe genießen können.

Vorweihnachts-Lese-Challenge am 3. Advent

Schon der dritte Adventssonntag, die Zeit vergeht mal wieder viel schneller als erwartet. In der letzten Woche habe ich hauptsächlich „Little Women“ (und „Jane Eyre“ gelesen) und nur ab und an in „Süßer die Schreie nie klingen“ reingeguckt. Auf jeden Fall gefällt mir diese Anthologie besser als „Den Nächsten, der Frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“, ich finde die Geschichten – soweit bislang gelesen – unterhaltsamer und netter für zwischendurch. Insgesamt sind es 24 Kurzgeschichte von deutschen Regionalkrimiautoren, so dass man den Band auch als Adventskalender lesen könnte.

Wie schon an den anderen Sonntagen hoffe ich, dass ich heute (nach dem Sconesbacken) besonders viel Zeit auf dem Sofa mit einem Buch in der Hand verbringen kann. Zwischendurch werde ich aber noch weiter „Pralinen“ machen, damit ich Anfang der Woche ein Päckchen an meine Eltern abschicken kann. Mit selbstgemachten Geschenken ist es ja immer so ein Ding – da ich nicht riskieren will, dass die Leckereien nicht mehr bis Weihnachten ankommen, schicke ich sie lieber zu früh ab und sage meiner Mutter, sie soll das Päckchen kühl lagern, damit es zu Weihnachten keine undefinierbaren Schokofladen gibt. 😉

Oh, und natürlich freu ich mich auf die dritte Geschichte aus dem „A Grosvenor Square Christmas“-Band! Wie immer gibt es im Laufe des Tages ein paar Aktualisierungen dieses Beitrags, bis dahin wünsche ich euch einen wunderschönen Start in den dritten Adventssonntag! 🙂

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Achtung, Fotos! 😉 Wieso mache ich eigentlich an meinen „Lesetagen“ immer so viele andere Dinge?

Ich habe Scones zum Frühstück gebacken …
… die Pralinen von gestern eingetütet …
… weiße Schokolade mit Cranberries gemischt …

… und jetzt werde ich aber wirklich nur noch lesen!
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„His Christmas Cinderella“ von Anna Campbell habe ich inzwischen gelesen – eine zuckersüße Geschichte über eine arme Waise, die seit zehn Jahren für ihre hartherzige Tante arbeitet und während der Londoner Saison ihrer Cousine zufällig einen netten – und natürlich viel zu hochgestellten – Mann kennenlernt. Die Geschichte beginnt sechs Wochen, nachdem die beiden miteinander im Bett gelandet sind und an dem (Vorweihnachts-)Nachmittag, an dem sie seine Gesellschaft zum letzten Mal genießen möchte, bevor sie wieder aufs Land geschickt wird. Richtig gut haben mir die Szenen gefallen, in denen seine Mutter auftauchte. 😀 Weiter geht es mit weniger romantischen Weihnachtsgeschichten …

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Es bleibt dabei, ich mag „Süßer die Schreie nie klingen“ deutlich lieber als die vorher gelesene Anthologie! Zwar kann mich auch hier nicht wirklich jede Geschichte begeistern, aber die „schlechten“ sind immerhin noch ganz nett und bringen mich nicht dazu fluchend durch die Wohnung zu rennen und meinem Mann lang und breit zu erzählen, was denn nun so bescheuert daran war. 😉 Die guten Geschichten hingegen sind bitterböse und bringen mich trotzdem (oder gerade deshalb) oft genug zum Kichern. 😀

Louisa May Alcott: Little Women

Auch „Little Women“ von Louisa May Alcott habe ich in den letzten Tagen im Rahmen der „100 Bücher“-Challenge gelesen (außerdem passte der Anfang so schön zum Adventslesen 😉 ). So wie ich das sehe, werde ich die Challenge mit lauter Re-Reads beenden müssen, denn die restlichen vorgemerkten Titel in der Bibliothek kommen wohl nicht mehr rechtzeitig. Aber ich finde das auch nicht schlimm, denn so bekomme ich die Chance meine Erinnerungen an Klassiker aufzufrischen, die ich vor vielen Jahren gelesen habe und mit denen mich nur noch ein paar Figuren oder einzelne Szenen verbinden. So auch bei dem Roman „Little Women“, den ich das erste Mal mit ungefähr zehn Jahren gelesen habe. Damals war ich hingerissen von den vier unterschiedlichen Schwestern, der liebevollen Mutter und einem Umfeld, das mich in manchen Elementen an die Geschichten von Laura Ingalls Wilder erinnerte.

Da die Bibliothek, aus der ich das Buch geliehen hatte, ein recht übersichtliches Angebot hatte, habe ich die Geschichte in den folgenden Jahren immer wieder gelesen. Und während des Studiums startete ich meinen ersten – und für lange Zeit letzten – Versuch mit einem englischen Hörbuch mit diesem Titel. Ich dachte, es sei einfacher, wenn ich die Handlung schon kenne, bedachte dabei aber nicht, dass die Sprecherin des Hörbuchs ein für mich absolut unverständliches Englisch sprach. *g* Seitdem sind so einige Jahre vergangen und beim erneuten Lesen habe ich in den letzten Tagen gemerkt wie selektiv meine Erinnerungen an das Buch waren.

Ich habe mich zwar an verschiedene Begebenheiten mit den vier Mädchen erinnert und vor allem der Anfang ist mir noch sehr präsent gewesen. Ich mag einfach diese Szene vor dem Kamin, in der man Meg, Jo, Beth und Amy kennenlernt, wie sie darauf warten, dass ihre Mutter von der Arbeit nach Hause kommst, wie sie ihren Vater vermissen, der freiwillig in den Krieg gezogen ist, wie sie darüber lamentieren, dass sie so arm sind, dass sie das Weihnachtsfest nicht richtig feiern können – und wie man doch bei jedem Satz merkt, dass sie doch recht glücklich miteinander sind.

Auch an die sich entwickelnde Freundschaft der vier Mädchen zu dem Nachbarjungen Laurie konnte ich mich gut erinnern, während Lauries Großvater mir überhaupt nicht mehr präsent war – dabei ist das so ein netter alter Herr, der einen doch spürbaren Einfluss auf das Leben der Mädchen hat. Ebenso ging es mir mit dem Vater von Meg, Jo, Beth und Amy – der ist zwar von Anfang an fern, wird aber so häufig erwähnt und hat so einen Einfluss auf das Leben der Mädchen (und ihrer Mutter), dass man sich doch eine ganz gute Vorstellung von ihm machen kann.

Was mich aber immer wieder überraschte, war die moralische Erzählweise der einzelnen Episoden. Da genießen die vier Schwester eine freie Wochen ohne Verpflichtungen und natürlich endet das Ganze damit, dass sie schlecht gelaunt sind, der Haushalt zusammenbricht und all gelernt haben, dass das Leben mit den täglichen Arbeiten deutlich angenehmer ist, weil man so nicht nur in einem gepflegten Umfeld lebt, sondern nach der Arbeit auch die Mußestunden viel mehr genießen kann. Anscheinend habe ich das als Kind/Jugendliche entweder nicht so wahrgenommen oder in der Zwischenzeit erfolgreich verdrängt.

Aber trotz der Lektion, die am Ende eines jeden Kapitels zu erwarten war, hat mir das Buch auch nach so vielen Jahren wieder viel Spaß gemacht. Ich habe die Höhen und Tiefen im Leben der vier Mädchen genossen, gerade weil sie so humorvoll erzählt werden, mochte vor allem Jos unbändigen Charakter und fand all die kleinen Geschichten und Fantastereien, die sie sich tagtäglich ausgedacht haben, ganz großartig. Im Vergleich zu anderen „Klassikern“ finde ich „Little Women“ zwar deutlich angestaubter und viel weniger zeitlos, aber damit kann ich bei so amüsanten kleinen Episoden definitiv leben.

[Comic] K. Lynn Smith: Plume 1 – … wie eine Rauchwolke

Ich lese wirklich gern Comics, wobei ich weniger lese, als ich eigentlich möchte (zu viele Hobbies, zu wenig Zeit 😉 ) und wenn, dann hauptsächlich Manga, weil ich davon einfach mehr Nachschub bekomme. Trotzdem denke ich, dass ich ruhig häufiger auf dem Blog über Comics schreiben könnte, schließlich tauchen die auch immer wieder in meinen Leselisten auf. Einer der Comics, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, ist „Plume“ von K. Lynn Smith. Entstanden ist die Geschichte rund um die junge Vesper Gray in Amerika als wöchentlicher Online-Comic. Inzwischen gibt es eine Druckversion davon, die in wenigen Tagen von dani books in der deutschen Ausgabe erscheint.
Die Handlung rund um Vesper Gray ist nicht besonders anspruchsvoll, aber ich fand diesen ersten Band sehr unterhaltsam und freue mich auf weitere fantastische Abenteuer in diesem – sehr frei angelegten – Western-Setting. Mit sechzehn Jahren wohnte Vesper noch bei ihrer sehr korrekten und steifen Tante Agatha Murdock, während ihr Vater als Archäologe beruflich unterwegs war. Für Vesper war der Aufenthalt bei der Tante nicht ganz einfach, da sie von ihrer Erziehung und ihrem Temperament her nicht für ein so konventionelles Leben geeignet ist. Doch dann geriet sie durch eine Unachtsamkeit in Lebensgefahr und aus dem Amulett, das ihr ihr Vater geschenkt hatte, erschien Corrick und rettete ihr das Leben.

Von diesem Moment an ist selbst das ereignisarme Leben bei ihrer Tante für Vesper nicht mehr langweilig, da Corrick stets an ihrer Seite bleibt und seine Vergangenheit ebenso wie sein Verhalten der jungen Frau immer wieder Rätsel aufgeben. Wenig später ergibt sich für Vesper die Gelegenheit, gemeinsam mit ihrem Vater auf eine abenteuerliche Reise zu gehen – und schon muss Corrick einige Herausforderungen bestehen, während er versucht, Vesper vor Verbrechern und anderen Gefahren zu schützen.

Es gibt viele Dinge in „Plume“, die mich an die „Indiana Jones“-Filme erinnern. Da gibt es nicht nur den Vater, der als Archäologe viele Jahre auf der Jagd nach besonderen Artefakte war, sondern auch die übernatürlichen Elemente rund um Corrick und die magischen Fundstücke sowie die Gegenspieler, die ebenfalls auf der Suche nach den magischen Kostbarkeiten sind. Vesper ist eine sehr impulsive Protagonistin, was immer wieder zu unterhaltsamen Konflikten mit Corrick führt, der nicht nur deutlich lebenserfahrener ist als das Mädchen, sondern auch die Aufgabe hat, die leichtsinnige Vesper zu beschützen.
Das Geheimnis um Corricks Herkunft, die Geschehnisse, die zu seiner Bindung an das Amulett geführt haben, und überhaupt der ganze Charakter machen mich neugierig auf weitere Veröffentlichungen (auch wenn es noch etwas dauern wird, bis ein zweiter Teil erscheinen kann). Dazu kommen noch sympathische Nebenfiguren wie zum Beispiel die „Bardame“ Tegan, von der ich hoffe, dass sie noch weitere Auftritte in der Geschichte bekommen wird. Die Zeichnungen sind relativ detailarm und großflächig, aber schön atmosphärisch gehalten und zeigen immer mal wieder amüsante Momente. Ich mag das Charakterdesign sehr. 
Wer sich einen ersten Eindruck von dem Comic verschaffen will, findet auf der Verlagsseite von dani books eine Leseprobe zu „Plume“. Oh, und für diejenigen, die sich noch an meine „Monster Allergy“-Rezension erinnern: Die deutsche Umsetzung von „Plume“ ging komplett an mir vorbei, auch wenn ich netterweise die fertige Version schon vor dem Druck lesen konnte, also denke ich, ich kann auf das „Achtung, Werbung!“ hier verzichten. 😉 Auch wenn ich dem kleinen Verlag viel Glück wünsche, so schreibe ich nicht grundsätzlich über jede Veröffentlichung, sondern nur zu den Comics, die mir gefallen haben. 

Dies und Das (10) – Achtung, Wäsche! ;)

Am Montag zog ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk bei uns ein und seitdem hüpfe ich ständig zwischen Wohnung und Keller hin und her. Als wir in diese Wohnung einzogen, haben wir schnell ein Eckchen im Schlafzimmer als Standort für einen Wäscheständer ausgeguckt. Bei Bedarf gab es dann noch einen zweiten Ständer im Keller, aber den haben wir so selten wie möglich genutzt, denn dort dauert es über eine Woche bis die Wäsche trocken ist. Für die Badezimmerteppiche oder anderen Sachen, die nicht regelmäßig in der Waschmaschine landeten reichte es, aber bei Kleidung finde ich es schon unangenehm, wenn sie im Laufe der Tage den „Duft“ nach muffigen Keller annimmt.

Vor einigen Monaten hat Shandy dann angefangen zu markieren und eine der Stellen, an denen er seine Duftmarke gesetzt hat, war die Ecke im Schlafzimmer, in der der Wäscheständer stand. Da scheinen durch die Steckdose an der Außenwand so viele Gerüche in den Raum zu kommen, dass er regelmäßig zeigen muss, dass das seine Wohnung ist. Die andere potenzielle Wäscheständerecke wurde inzwischen aber von einer dringend benötigten Kommode belegt und sonst hätte es vom Platz her nur noch gepasst, wenn wir den Ständer zwischen meine Kartons mit Büchern gestellt hätten. Das kam aber für mich nicht in Frage, da 1. damit der Weg raus auf den Balkon verbaut worden wäre und 2. die Feuchtigkeit meinen Büchern bestimmt nicht gut getan hätte.

Im Sommer war das Ganz noch kein so großes Problem. Ein sonniger Tag reichte, um drei bis vier Ladungen Wäsche draußen auf der Leine zu trocknen. Aber durch das kühlere Wetter in den letzten Wochen und den andauernden Regen, bekam ich so langsam wirklich ein Problem. Eine Maschine pro Woche reicht, um ausreichend Kleidung für die nächste Woche zu haben und dank des Heizungskellers nebenan wurde diese eine Maschine in den letzten Wochen auch innerhalb dieser Zeit trocken. Bei zwei belegten Wäscheständern dauerte es hingegen über zehn Tage, bis man die Sachen abnehmen und in den Schrank packen konnte.

Einige Teile habe ich dann schon zwischendurch auf einem Ständer getrocknet, den man an die Heizung im Bad hängen kann, aber das ging auch nur mit Kleinteilen. Bettwäsche (wovon wir dank Besuch und Sofadecken so einiges in den letzten Wochen verbraucht haben), Teppiche, Tagesdecken oder auch nur ein größerer Verbrauch an Kleidung sorgte dann wieder für Probleme und es gab so manchen Sonntagabend, an dem mein Mann in seinen Schrank guckte und nichts für Montagmorgen zum Anziehen fand. Und so lustig fand ich es auch nicht, wenn ich dann noch Shirts trockenbügeln durfte, damit das Problem gelöst werden konnte.

Also haben wir beschlossen uns von den Eltern Zuschüsse zu einem Wäschetrockner zu Weihnachten schenken zu lassen. Am Montag ist das Gerät nach einiger Internetrecherche, Beratung vor Ort und vielen Fragen und Zweifeln dann etwas verfrüht bei uns eingezogen. Nicht so energiesparend wie gewünscht, aber dafür mit – angeblich – erprobter Technologie und von einem Händler in unserem Stadtteil. Da wir nur eine Steckdose im Keller haben, kann ich Waschmaschine und Trockner nur nacheinander benutzten. So bekomme ich zwei Ladungen Wäsche pro Tag fertig, hüpfe dafür zwischen vier- und fünfmal am Tag in den Keller und bin wirklich glücklich mit der Neuanschaffung.

Endlich kann ich all die aufgesparte Wäsche erledigen – es ist wirklich unglaublich, wie viel sich da angesammelt hat! – und muss in den nächsten Wochen nicht ständig überlegen wie ich was wann wasche, damit mein Mann angezogen zur Arbeit gehen kann, wir uns mit sauberen Handtüchern abtrocknen können und ob ich gerade jetzt die Betten neu beziehen kann oder nicht. Ich bin auch in den letzten Tagen deutlich gelassener gewesen, wenn es um Shandy ging. Denn wenn er jetzt seine Markierungen doch mal wieder so setzt, dass Bettwäsche oder (zu dem Zeitpunkt) getragene Kleidung betroffen ist, dann ist das keine kleine Katastrophe mehr, sondern eine Angelegenheit, die sich im Zweifelsfall innerhalb eines Tages wieder aus der Welt schaffen lässt.

Langfristig gehe ich davon aus, dass ich meinen normalen Wäscherhythmus von drei Waschmaschinenladungen in zwei Wochen wiederfinden werde – und spätestens im Sommer landet die Wäsche wieder draußen auf der Bleiche, um zu trocknen. Aber die Wintermonate werden von nun an in dieser Beziehung deutlich angenehmer. Außerdem kann ich mir in Zukunft viele Stunden mit Bürste und Fusselrolle sparen, da der Wäschetrockner die Katzenhaare ganz wunderbar aus den Sachen rauspustet. Perfekt ist das zwar noch lange nicht, gerade die Maine-Coon-Haare neigen zum Filzen, wogegen der Trockner auch nicht angehen kann, aber der Unterschied ist schon unglaublich.

Eigentlich ist es ganz schön erschreckend wie glücklich mich dieses Luxusgerät gerade macht. Das ist ein bisschen wie mit der Küche. Aber wenn man bei so etwas Wichtigem so lange improvisieren musste, dann genießt man es hinterher umso mehr, wenn am Ende neue Geräte einziehen …

Vorweihnachts-Lese-Challenge am 2. Advent

Am vergangenen Sonntag begann die „Vorweihnachts-Lese-Challenge“ von Ariana für mich mit einem gemütlichen 1. Adventssonntag. In der folgenden Woche habe ich „Den Nächsten, der Frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“ erst einmal nicht weitergelesen. Einer der Vorteile an einer Anthologie ist ja, dass man sie hemmungslos aus der Hand legen kann, wenn man eine Kurzgeschichte beendet hat. 😉 Stattdessen habe ich mir einen Titel rausgesucht, der nicht nur zum „Vorweihnachtslesen“ passt, sondern auch für die „100 Bücher“-Challenge gezählt werden kann.


So habe ich also an den letzten Abenden zu „A Christmas Carol“ von Charles Dickens gegriffen und die Geschichte zum ersten Mal in meinem Leben auf Englisch gelesen. Ich gehöre zu den vielen Menschen, die die Handlung rund um den weihnachtsverachtenden Geschäftsmann Scrooge jedes Jahr wieder lesen (oder in einer der vielen – guten! – Verfilmungen sehen) können. 😉

Ich weiß selber nicht, warum ich bislang nie zum englischen Text gegriffen habe, aber ich fand ihn – trotz des einen oder anderen altmodischen Ausdrucks – gut lesbar. Damit habe ich also meine diesjährige Portion Scrooge schon genossen – ich hoffe trotzdem, dass in diesem Jahr wieder die Verfilmung mit Patrick Stewart im Fernsehn laufen wird …

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Heute habe ich mir wieder viel weihnachtliche Lesezeit vorgenommen und werde nicht nur die zweite Kurzgeschichte von „A Grosvenor Square Christmas“ lesen, sondern auch endlich „Den Nächsten, der Frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“ beenden. Zumindest hoffe ich das, denn nachdem ich inzwischen acht der zwölf Kurzgeschichten gelesen habe und nur eine wirklich unterhaltsam fand, ist die Motivation zum Lesen nicht sehr groß. Auf der anderen Seite möchte ich natürlich auch nicht riskieren eine Perle unter den Weihnachtskurz“thrillern“ zu verpassen! 😉 Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass mich mein seit drei Tagen nicht angeschauter FeedReader und das Aufräumen und Putzen des Kellers, das ich mir für den Nachmittag vorgenommen habe, nicht zu sehr von dieser Anthologie ablenkt. 😉

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Nur noch zwei Kurzgeschichten liegen in der Anthologie vor mir, aber jetzt mache ich erst einmal eine Pause und widme mich dem Keller, damit morgen der Wäschtrockner einfach nur noch reingestellt und angeschlossen werden kann. *hüpf* Es gibt in meinen Augen überraschend viele Probleme mit „Den Nächsten, der Frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“. Erst einmal sind die Geschichten so vielfältig gehalten, dass die meisten Leser vermutlich nur zwei oder so wirklich mögen werden, was in meinen Augen zu wenig ist, wenn man zwölf Geschichten vor sich hat. Dann habe ich das Problem, dass ich unheimlich viele der nicht so abgedrehten Handlungen sehr vorhersehbar finde. Das habe ich zwar auch bei vielen Krimis in Romanlänge, aber da gibt es dann immerhin noch genügend Figuren und „atmosphärische“ Passagen, die mich dann dafür entschädigen können. Bei einer Kurzgeschichte hingegen gibt es dafür nicht gerade viel Raum (und bei denen, die sich den Platz dafür nehmen, fühlt es sich oft so an, als ob da jemand Wörter geschunden hat, statt sich auf die Handlung zu konzentrieren). Bei den „skurrileren“ Geschichten hingegen haben ich oft das Gefühl, dass sich der Autor so sehr darüber gefreut hat, dass er sich etwas total unvorhersehbares und seltsames ausgedacht hat, dass er leider darüber vergaß, dass ein Leser mit seiner Geschichte auch noch etwas anfangen können muss … 😉

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„Den Nächsten, der Frohe Weihnachten zu mir sagt, bringe ich um“ habe ich dann heute doch noch beendet. Die letzten beiden Geschichten waren soweit ganz okay, aber insgesamt würde ich die Anthologie nicht weiterempfehlen. Ich hoffe nur, dass die andere Weihnachtssammlung („Süßer die Schreie nie klingen“) etwas mehr nach meinem Geschmack ist.

Um mich von der nicht ganz so gelungenen Lektüre zu erholen, habe ich mir eben zu Tee und Zitronenkuchen „One Kiss for Christmas“ von Vanessa Kelly gegönnt. Die zweite Geschichte der „A Grosvenor Square Christmas“-Anthologie war einfach nur zuckersüß, entspannend und niedlich. Am Anfang besucht man zusammen mit Nigel Dash einen Ball, auf dem er wieder einmal mit ansehen muss wie die junge Frau, die er liebt, von Verehrern umringt wird. Nachdem ihm ein guter Freund einen kräftigen Stupser gegeben hat, beschließt er, dass er von nun an nicht mehr der geduldige und nette Nigel zu sein, sondern etwas schneidiger und forscher aufzutreten, um die Amelias Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Natürlich ist Amelia ein bisschen verwirrt von dem ungewohnten Auftreten des Mister Dash, während er am Ende seine wahre Natur nicht verleugnen kann und sich immer wieder in Situationen wiederfindet, die zeigen, was für ein gutmütiger Kerl er ist. 😀

Da ich „One Kiss for Christmas“ als einen wirklich süßen und passenden Ausklang für den „Buchteil“ des zweiten Adventssonntags empfinde, werde ich heute wohl nichts mehr lesen. Stattdessen gönne ich mir gleich das Abendessen und teile mir dann den Abend zwischen FeedReader und dem DS auf. Mein schrecklich lieber Mann hat mir nämlich mit „Bravely Default“ ein neues Spiel zum Nikolaustag besorgt, das mir verflixt viel Spaß macht … 😉

Oh, und im Laufe der kommenden Woche werde ich nicht nur zu „Süßer die Schreie nie klingen“ greifen, sondern auch zu „Little Women“, denn schließlich lautet die erste Zeile dieses Klassikers:
„Christmas won’t be Christmas without any presents,“ grumbled Jo, lying on the rug.

Charles Dickens: A Christmas Carol

Mit „A Christmas Carol“ von Charles Dickens habe ich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Das Buch passt auf der einen Seite ganz wunderbar zu „Vorweihnachts-Lese-Challenge“ und auf der anderen Seite kann ich den Titel für die „100 Bücher“-Challenge anrechnen. Außerdem mag ich die Geschichte sehr gern und lese sie immer wieder mit Vergnügen rund um die Weihnachtszeit. In diesem Jahr habe ich zum ersten Mal die englische Ausgabe des Textes gelesen und mich dabei sehr an der Sprache erfreut. Dickens gelingt es nicht nur immer wieder wunderschöne kleine Szenen heraufzubeschwören – wie zum Beispiel den Weihnachtsabend bei Scrooge Lehrherrn, an dem zwanzig Paare tanzen und ihren Spaß haben -, sondern auch kleine Dinge so zu beschreiben, dass ich sie wirklich genießen kann.

So richtig ist mir das ziemlich zu Beginn des Textes aufgefallen – nicht nur bei all den Straßenmomenten und der malerischen Beschreibung des Büros, in dem Scrooge seine Geschäfte tätigt, sondern vor allem bei der Passage, in der es um Scrooge Heimkehr und seine Wohnung geht:

„.They were a gloomy suite of rooms, in a lowering pile of building up a yard, where it had so little business to be, that one could scarcely help fancying it must have run there when it was a young house, playing at hide-and-seek with other houses, and have forgotten the way out again.“  (Seite 7 des Originalmanuskripts)

Ich verfolge gern im Rahmen der ersten Heimsuchung die Entwicklung des jungen und bücherbegeisterten Scrooge zum menschenverachtenden Geizhals. Dabei schüttel ich immer wieder amüsiert den Kopf darüber, wie schnell der alte Ebenezer auf den Gedanken kommt, dass er doch am heutigen Weihnachtsabend anders hätte handeln sollen. Dass er dem Weihnachtssänger etwas hätte zukommen lassen oder ein Wort mit seinem Anstellten hätte wechseln sollen, statt in seiner üblichen Humbug-ausrufenden Art Weihnachten als sentimentale Zeitverschwendung abzutun. Dickens erzählt die Geschichte so plakativ wie es eigentlich nur bei Märchen der Fall ist und gerade das passt so hübsch zur Weihnachtszeit. 😉

Bis zum zweiten Geist schaffe ich es immer Tiny Tim zu verdrängen – und nun muss ich eine erschreckende Tatsache beichten: Ich kann Tiny Tim nicht leiden! Dieser kleine Junge, dem Tode geweiht, so christlich denkend und allen Menschen nur das Beste wünschend, ist für mich das unangenehmste Element der Geschichte. An der Stelle, an der Scrooge den kleinen Tim neben seinem Vater im Kreise der Familie sitzen sieht und vom Geist erfährt, dass der Junge das nächste Weihnachtsfest nicht mehr erleben wird, möchte ich Scrooge am Liebsten zurufen, dass er sich zusammenreißen und ein kräftiges „Humbug“ in die Welt hinausschmettern soll. Aber stattdessen fängt der alte Geizkragen an zu zittern und zu klagen und sorgt sich um die Zukunft von Tiny Tim …

Zum Glück kommen kurz darauf die Szenen mit Scrooge Neffen und ich mag die Vorstellung, wie der alte Ebenezer mit Feuereifer bei irgendwelchen „kindischen“ Spielen mitmacht, obwohl ihn niemand sehen oder hören kann. Etwas weniger Eifer hätte ich eigentlich beim Erscheinen des dritten Geistes erwartet, denn wer möchte schon eine Zukunft sehen, die er fürchtet. Aber da Scrooge sich sicher ist, dass diese eine Weihnachtsnacht ihn vollständig verändert hat, ist es wiederum verständlich, dass er die dritte Erscheinung einfach hinter sich bringen will, um dann in ein neues Leben zu starten. Und da ich schon meine Abneigung gegenüber Tiny Tim zum Ausdruck gebracht habe, kann ich gleich noch zugeben, dass ich die Leichenfledderer-Szene in diesem Teil der Handlung mag. 😉

Zum Schluss noch ein Ende voller Truthahn, Kichern, „Ablasshandel“, kindischer Spiele und ähnlich netter Dinge, wobei es mir nach all den Szenen in Puschen und Hausmantel immer schwer fällt, Scrooge in seinem besten Anzug vor mir zu sehen. 😉 Dieses Werk von Dickens ist schrecklich kitschig und doch so schön zu Weihnachten! Trotzdem gibt es für mich nur eine Art, einen Text über diese Geschichte zu beenden:

Bah! Humbug! 

Mal wieder ein paar Leseeindrücke

Die Rezension zu „Totenhauch“ von Amanda Stevens hatte ich ja schon veröffentlicht und danach ging es bei mir in den letzten Tagen immer weiter mit den (leicht) gruseligen Geschichten.


„Chilischarfes Teufelszeug“ von Rebecca Promitzer hatte ich bei Kiyas Monatsübersicht für den August gesehen und unabhängig von meinem November-Leseplan spontan eingeschoben, nachdem ich es kurz nach der Abholung aus der Bibliothek angelesen hatte und nicht mehr aus der Hand legen wollte. Die Geschichte rund um die patente Bea hat mir sehr gut gefallen. Die vom Dauerregen geplagte Stadt Elbow (deren Einwohner schon Schimmel und Schwimmhäute zwischen den Zehen bekommen), die unheimliche Leiche, die Bea mit ihrem Freund Sam zu Beginn der Sommerferien findet, das Geheimnis rund um einen unheimlichen Untermieter, die Ferienfreundschaften, die durch eine seltsame Regel der örtlichen Schule entstehen, und die vielen skurrilen, unheimlichen und witzigen Szenen haben mir wirklich Spaß gemacht. Ich hoffe, dass Rebecca Promitzer noch ein paar weitere Romane schreibt, in denen fantastische, unheimliche und unterhaltsame Elemente zu so einer unterhaltsamen Geschichte vermischt werden.

„Lockwood & Co. – Die seufzende Wendeltreppe“ von Jonathan Stroud ist mir auf diversen Blogs (unter anderem ebenfalls in Kiyas Monatsübersicht für den August) begegnet und irgendwann wurde ich dann doch neugierig auf das Buch. Tja, und jetzt hätte ich dann gern eine Fortsetzung davon, denn es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht in diese geisterbevölkerte Alternativwelt einzutauchen, in der Kinder – aufgrund der Tatsache, dass sie mit ihren Sinnen noch Geister wahrnehmen können – dafür verantwortlich sind gefährliche (oder auch nur lästige) Spukgestalten zu vernichten. Sehr atmosphärisch, sehr unterhaltsam und toll gruselig. Überhaupt stehe ich gerade anscheinend auf spukige Geschichten. 😉

Auch „Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack“ von Mark Hodder brachte mich in eine fantastische und atmosphärische Parallelwelt. Der Autor hat hier eine Welt geschaffen, in der Entdecker Sir Richard Francis Burton zum geheimen Ermittler für König Albert ernannt wird. Der berühmte Forscher soll in London für den Monarchen dem Gerücht nachgehen, dass Werwölfe gesichtet wurden. Außerdem scheint der mysteriöse Spring Heeled Jack wieder sein Unwesen zu treiben und muss endlich in seinem Tun gehindert werden. Wenn ein Autor mir eine alternative Vergangenheit präsentieren will, dann muss er es schon auf einer so atmosphärische Weise tun, dass ich über eventuelle Ungereimtheiten hinwegsehen kann – und das hat Mark Hodder geschafft. Sein viktorianisches albertinisches England strotzt vor Dampfmaschinen, Luftschiffen und genetischen Experimenten, die Luft ist rußgeschwängert, die Industrialisierung zeigt sich von ihrer schlimmsten Seite und zusammen mit Burton und seinem späteren Assistenten, dem Dichter Algernon Charles Swinburne, entdeckt man die erbärmlichsten und die luxuriösten Seiten dieser Welt. Zwar lag das Geheimnis rund um Spring Heeled Jack für mich recht schnell auf der Hand, aber die Figuren, die Welt und die gesamte Handlung sind so unterhaltsam konzipiert, dass ich den zweiten Teil rund um Burton und Swinburne auf jeden Fall noch in diesem Jahr lesen werde.