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I’m in English … reloaded! – noch eine Challenge für 2012

Ich muss gestehen, dass ich schon vor einigen Wochen beschlossen habe, dass ich die „English-Challenge“ im kommenden Jahr auf jeden Fall für mich weiterführen will. Um so größer war meine Freude, als Katrin und Nina sich nun dazu durchgerungen haben, die Challenge offiziell um ein Jahr zu verlängern.

Somit heißt es auch für das Jahr 2012 jeden Monat ein Buch auf Englisch zu lesen – oder sich ein Strafbuch einzuhandeln, wenn es mit dem Lesen nicht geklappt hat. Näheres zu den Regel kann man bei BuchSaiten oder Libromanie nachlesen (die Links führen direkt auf die Challengeposts). Wer ebenfalls Interesse an der Challenge hat, kann sich noch bis zum 15.01.2012 bei Katrin oder Nina dafür anmelden.

Bei mir hat es in diesem Jahr wirklich sehr gut mit dem monatlichen Buch auf Englisch geklappt. In der Regel habe ich mir dafür das erste Wochenende im Monat „reserviert“ und versucht die jeweilige Rezension bis zum letzten Tag des Monats auf die Reihe zu bekommen. So habe ich jeden Monat ein englisches Buch gelesen – und dank eines guten Händchens bei der Lektüre, musste ich mich in der Regel schon fast zügeln, um nicht gleich den nächsten Band auf Englisch anzufangen. Aber ich hatte da ja auch noch ein paar deutsche Titel auf dem SuB, die gelesen werden wollten. 😉

Mit der English-Challenge und der Themenchallenge von Neyasha bin ich dann für das kommende Jahr auch gut versorgt. Vor allem, da ich mir auch wieder persönliche Leseziele setzen werde …

Von Liebe, Tod und Ehre – die Themen-Challenge

In diesem Jahr habe ich gemerkt, dass es mir sehr gut getan hat, dass ich mich bei der Entscheidung für oder gegen eine Challenge nicht von meiner spontanen Lust habe hinreißen lassen. So habe ich mit der English-Challenge eigentlich nur eine „offizielle“ Herausforderung in diesem Jahr angepackt. Dabei hat es mir sehr gefallen, dass es freigestellt war, welches Genre ich lese und wann ich meine Rezensionen dazu schreibe.

Mit Neyashas Themen-Challenge habe ich für das kommende Jahr eine neue Challenge gefunden, die mir ebensoviel Spielraum ermöglicht und die mich sehr reizt. Also halte ich ab dem kommenden Jahr während des Lesens die Augen auf nach „klassischen“ Themen in der Literatur.

Die Regeln für diese Challenge hat Neyasha so formuliert:
  • Vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012 sollen 10 der 20 aufgelisteten Themen abgedeckt werden – es sind also mindestens 10 Romane für diese Challenge zu lesen.
  • Es müssen keine Listen im Vorfeld erstellt werden – manche Themen findet man ja vielleicht sogar erst während des Lesens. Wer dennoch gern eine Liste erstellt, kann das natürlich gern machen, muss sich aber keinesfalls daran halten.
  • Jedes Genre ist erlaubt und es zählt jedes eigenständige Werk (Romane, Theaterstücke, Versepen, auch Hörbücher, ….), allerdings keine Kurzgeschichten und keine Gedichte.
  • Ihr könnt gern Bücher nehmen, die ihr auch für andere Challenges zählt und ihr müsst das Buch auch nicht zum ersten Mal lesen.
  • Verfasst bitte zu jedem gelesenen Buch eine Rezension und verlinkt mir diese hier in den Kommentaren. Ich werde zwar die teilnehmenden Blogs im Blick behalten, möchte aber natürlich nicht, dass mir jemand durch die Lappen geht. Ihr könnt mir die Rezensionen auch gesammelt am Ende des Jahres hier verlinken.
  • Es gibt einen Anmeldeschluss und zwar den 31.01.2012. Warum das? Ich möchte gern die Challengefortschritte der Teilnehmer während des Jahrs verfolgen können und möchte also nicht, dass jemand am Ende des Jahres ganz spontan die gelesenen Bücher nach geeigneten Themen durchsucht und quasi noch rückwirkend mitmacht. 😉

Zur Auswahl stehen dabei folgende Themen:

  1. Abenteuer
  2. Aufstieg/Fall
  3. Das Böse oder Pakt mit dem Bösen/Teufel
  4. Ehre
  5. Familie
  6. Feindschaft/Rivalität
  7. Freundschaft
  8. Identität/Identitätssuche
  9. Kindheit
  10. Krieg
  11. Liebe
  12. Rache
  13. Rätsel
  14. Reise
  15. Schicksal/Prophezeiung
  16. Schuld
  17. Selbstverwirklichung
  18. Suche
  19. Tod
  20. Utopie/Dystopie

Ich denke, dass das ohne Stress machbar sein wird und eine Menge Spaß bringt. 🙂

Jahresendspurt

Jeder, der in den letzten Wochen mal einen Blick auf meine Challenge-Seite geworfen hat, kann sehen, dass ich da noch ein bisschen was aufzuholen habe. Die einzige Challenge, bei der ich wirklich gut dabei bin, ist die „I’m in … Englisch 2011“-Challenge und mein Buch für den November werde ich mir am kommenden Wochenende vornehmen.

Aber meine beiden persönlichen Challenges benötigen dringend einen „Jahresendspurt“, damit ich die nicht mit ins Jahr 2012 mitnehmen muss. Also liste ich hier mal die Titel auf, die ich bis zum Jahresende noch schaffen will.

Von den Neuzugängen dieses Jahres müssen folgende Bücher noch gelesen werden:

  1. John Dickinson: Das Kind des Schicksals
  2. Chris Marten: Hydra
  3. Kerstin Pflieger: Die Alchemie der Unsterblichkeit
  4. Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch
  5. Kiersten White: Flames’n’Roses 

(Die Titel, bei denen ich noch in der Zeit liege, zähle ich hier nicht auf.)

    Und für den vorgenommenen SuB-Serienabbau würden noch folgende Titel fehlen:

    1. Robert Asprin: Des Dämons fette Beute
    2. Robert Asprin: Ein Dämon muss die Schulbank drücken
    3. Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
    4. Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
    5. Marie Brennan: Doppelgänger
    6. Marie Brennan: Hexenkrieger
    7. Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
    8. Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
    9. Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
    10. Alan Dean Foster: Die Echsenwelt
    11. Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
    12. Alan Dean Foster: Patrimonium
    13. Alan Dean Foster: Quofum
    14. Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
    15. Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
    16. Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)
    17. Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
    18. Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
    19. Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
    20. Darren Shan: Mitternachtszirkus – Willkommen in der Welt der Vampire
    21. Darren Shan: Mitternachtszirkus 2 – Die dunklen Geheimnisse der Vampire
    22. Darren Shan: Mitternachtszirkus 3 – Das Blut der Vampire

    Beim SuB-Abbau hat es sich ja schon etwas gerächt, dass ich in diesem Jahr so viele Blogger-Empfehlungen dank der örtlichen Bibliothek ausprobieren konnte. Theoretisch kann ich mein Vorhaben noch schaffen, ob das aber wirklich klappt, glaube ich noch nicht so ganz. Aber ich will es zumindest versuchen. Immerhin muss ich jetzt mal für Karis SuB-Losverfahren „Die Echsenwelt“ in Angriff nehmen. Ihr dürft mir gerne Glück wünschen, dass ich noch mehr Serienbände von meinem SuB weggelesen bekomme! 😉

    Agatha Christie: The Man in the Brown Suit

    Nachdem ich immer wieder in Texten über die Autorin über die Aussage gestolpert bin, dass Agatha Christies Romane in der deutschen Umsetzung deutlich gekürzt oder verändert wurden, wollte ich mir ein paar Titel der Autorin mal bewusst im Original angucken, um mir ein eigenes Bild davon zu machen. Außerdem passt „The Man in the Brown Suit“ so schön zur English-Challenge und bietet mir die Gelegenheit mal etwas anderes als einen Dresden-Files-Roman dafür zu besprechen.

    „Der Mann im braunen Anzug“ ist wohl einer der unbekannteren Romane von Agatha Christie und gehört zu meinen Lieblingsbüchern der Autorin. Hier bekommt der Leser keine Miss-Marple- oder Hercule Poirot-Geschichte präsentiert, denn die Ereignisse drehen sich um die Abenteuer von Anne Beddingfeld. Anne ist die Tochter eines Gelehrten, der sich so sehr für seine anthropologischen Studien interessiert, dass er alles andere darüber vergessen kann. Während Anne ihm den Haushalt führt und gerade so mit dem kargen Einkommen des Vaters über die Runden kommt, bestehen die Höhepunkte ihres Lebens aus dem Lesen von Romanen aus der Leihbücherei und dem wöchentlichen Kinobesuch, wo sie die Episoden rund um die Abenteurerin Pamela genießt. So wundert es einen nicht, dass Anne nach dem Tod ihres Vaters sein Ableben zwar bedauert, darin aber auch die Chance sieht endlich ein aufregendes und abwechslungsreicheres Leben zu führen.

    Zum Glück wird sie von einem Geschäftspartner ihres verstorbenen Vaters nach London eingeladen. Dort, so hofft Anne, wird sie eine Anstellung finden, die ihren Hunger nach Aufregung und Romantik befriedigt. Doch so einfach ist es nicht eine Beschäftigung zu finden, die Annes Ansprüchen entspricht – und so stürzt sich die junge Frau lieber auf einen rätselhaften Unfall, den sie in der U-Bahn beobachtet. Bei diesem Unfall stürzte ein – nach Mottenkugeln riechender – Mann unter seltsamen Umständen von der Plattform der Bahn und kommt dabei ums Leben. Ein geheimnisvoller Zettel, dem ebenfalls der Geruch von Mottenkugeln anhaftet, und ein Mord in einem leerstehenden Haus führen Anne auf die Spur eines Verbrecherrings, der vor allem während des Ersten Weltkriegs (die Geschichte wurde von Agatha Christie 1926 veröffentlicht) aktiv war. Und bei all diesen rätselhaften und bedrohlichen Vorfällen scheint ein Mann in einem braunen Anzug involviert zu sein. Ein Mann, der nicht nur Annes kriminalistisches Interesse weckt …

    Erzählt werden die Ereignisse in erster Linie aus Annes Sicht, aber auch Tagebucheinträge von Sir Eustace Pedler werden in die Geschichte eingeflochten. Dieser schon etwas ältere Herr ist nicht nur der Besitzer des leerstehenden Hauses, in dem der Mord passierte, sondern er wird auch von der britischen Regierung gebeten ein politisch wichtiges und überaus geheimes Dokument nach Südafrika mitzunehmen. So spielt ein guter Teil der Handlung auf einem Schiff und später in Südafrika, wobei sich der Kreis der handelnden Personen auf einen recht engen Rahmen beschränkt, nämlich Sir Eustace Pedler und seine Angestellten, Anne Beddingfeld, eine wohlhabende Weltenbummlerin, einen attraktiven schweigsamen Mann, der für den Geheimdienst arbeitet, und einen nicht sehr sympathischen Missionar.

    Trotz dieses kleinen Kreises gelingt es Agatha Christie ganz wunderbar eine Atmosphäre zu schaffen, die einer Spionagegeschichte und einer Handlung rund um eine Verbrecherbande gerecht wird. Doch vor in erster Linie mag ich die verschiedenen Charaktere, allen voran Anne und Sir Eustace Pedler, denen die Autorin jeweils eine ganz eigene Stimme verleiht. Während Anne ihr Abenteuer in vollen Zügen genießt und nur hier und da bei ihr der Gedanke aufkommt, dass sie sich doch recht blauäugig in so manche Gefahr begibt, scheint der alte Herr nichts und niemanden ernst zu nehmen und trotzdem nie so ganz zufrieden mit dem Benehmen seiner Mitmenschen zu sein. So fragt er zum Beispiel ganz am Anfang der Geschichte den Beamten, der ihn als Kurier nach Südafrika anheuern soll, warum man dafür nicht einfach die britische Post bemühen würde. Eine Briefmarke wäre doch deutlich weniger umständlich zu finden, als eine vertrauenswürdige Person, die den langen Weg nach Afrika auf sich nimmt …

    Zwei Absätze finde ich dabei recht typisch für den Erzählstil dieser Geschichte:

    „It reminded me forcibly of Episode III in „The Perils of Pamela“. How often had I not sat in the sixpenny seats, eating a twopenny bar of milk chocolate, and yearning for similar things to happen to me! Well, they had happened with a vegeance. And somehow it was not nearly so amusing as I had imagined. It’s all very well on the screen – you have the comfortable knowlege that there’s bound to be an Episode IV. But in real life there was absolutely no guarantee that Anna the Adventuress might not terminate abruptly at the end of any Episode.“ (Anne Beddingfeld, S. 118)

    „I am inclined to abandon my Reminiscences. Instead, I shall write a short article entitled „Sectretaries I have had“. As regards secretaries, I seem to have fallen under a blight. At one minute I have no secretaries, at another I have too many. […] Yes, „Secretaries I have had“. No.1, a murder fleeing from justice. No.2, a secret drinker who carries on disreputable intrigues in Italy. No.3, a beautiful girl who possesses the useful faculty of being in two places at once. No.4, Miss Pettigrew, who I have no doubt, is really a particularly dangerous crook in disguise!“ (Sir Eustace Pedler, S. 142)

    „The Man in the Brown Suit“ ist ein wunderbar unterhaltsamer Kriminalroman, der vielleicht nicht zu Agatha Christie kompliziertesten oder spritzigsten Geschichten gehört, der mir persönlich aber immer wieder sehr gut gefällt. Ich mag die romantische und abenteuerlustige Anne und bewundere ihre Courage, auch wenn ich nicht so recht nachvollziehen kann, warum sie sich von dem Mann im braunen Anzug so angezogen fühlt. Nun, das könnte aber auch daran liegen, dass er gut aussieht, unhöflich ist und seinen Beschützerinstinkt nicht immer unterdrücken kann …Wer mal einen Roman der Autorin ausprobieren will, der nichts mit Miss Marple oder Hercule Poirot zu tun hat, der könnte eindeutig eine schlechtere Wahl treffen. 😉 Achja, großer Unterschiede zu meiner deutschen Ausgabe habe ich nicht feststellen können, abgesehen davon, dass mir zwei kleine Szenen unvertraut vorgekommen sind. Allerdings habe ich „Der Mann im braunen Anzug“ beim Lesen auch nicht bei der Hand gehabt und konnte so keinen direkten Vergleich anstellen. Oh, und zu meiner eigenen Überraschung (bei Kriminalromanen habe ich einfach immer Angst, dass ich nicht genug Feinheiten mitbekommen würde) lässt sich die Geschichte auch ganz wunderbar im Original lesen.

    Jim Butcher: Summer Knight (Dresden Files 4)

    Wieder einmal musste ein Dresden-Files-Roman für die English-Challenge daran glauben – auch wenn das für euch vielleicht langsam langweilig wird. 😉 „Summer Knight“ ist der vierte Band rund um den Magier und Privatdetektiv Harry Dresden und ich fürchte, dass ich diesen Text (im Gegensatz zu meinen anderen beiden Dresden-Files-Rezensionen) nicht mehr spoilerfrei halten kann. Also ab hier nicht mehr weiterlesen, wenn man die ersten drei Romane noch nicht kennt!

    Harry Dresden hat sein Leben in den letzten Monaten nur einer einzigen Sache gewidmet: Der magischen Forschung, um ein Gegenmittel gegen die Vampirifizierung seiner Freundin Susan zu finden. Die Journalistin hatte sich in „Grave Peril“ in eine offizielle Veranstaltung des Roten Hofs der Vampire erschlichten und wurde aufgrund der folgenden Ereignisse von der Vampir-Fürstin Bianca infiziert. Noch ist Susan kein Vampir, aber wenn sie einmal ihrem Blutdurst nachgeben sollte, dann ist sie verloren. So hat Harry in den letzten Monaten keinen einzigen Auftrag angenommen, kaum gegessen und geschlafen und auch sonst sein Leben vollkommen vernachlässigt, weil er hofft, dass er seine Geliebte noch retten kann. Dabei weiß er nicht einmal, ob es für sie überhaupt noch eine Rettung geben kann, denn Susan hat sich schon lange aus dem Staub gemacht und Harry weiß nur aufgrund ihrer regelmäßig erscheinen Zeitungsartikel, dass sie noch lebt.

    Doch nun wird es Zeit, dass der Magier seiner Umwelt wieder mehr Aufmerksamkeit schenkt – und das nicht nur weil die Kündigung seiner Büroräume droht, wenn er nicht so langsam mal die ausstehende Miete bezahlt. Vor allem sollte sich Harry mit der Versammlung des „Weißen Rats“ („White Council“) der Magier beschäftigen, die in Chicago stattfindet. Denn die Magier stecken – dank Harrys eher undiplomatischem Verhalten in „Grave Peril“ – in einem Krieg mit den Vampiren. Doch nicht nur der Krieg, sondern auch eventuelle Folgen für Harry sollen während der Versammlung diskutiert werden. Nachdem Harry als Teenager für den Tod seines Ausbilders verantwortlich war, bezweifeln so einige Magier, dass man ihn überhaupt am Leben hätte lassen dürfen oder ihn gar als Mitglied des „Weißen Rats“ hätte zulassen sollen. Nun könnten die Konsequenzen dafür, dass Harry versuchte einige Menschenleben zu retten, sein, dass der Magier schlimm bestraft wird …

    Aber „Summer Knight“ wäre kein Dresden-Files-Roman, wenn die Vampire und der „Weiße Rat“ Harrys einzige Probleme wären: Harrys Feen-Patentante hat die Schuld, die er ihr gegenüber hat, an die Königin des Winterhofs der Sidhe verscherbelt und nun muss der Magier Königin Mab zu Diensten sein. Zu seiner Überraschung möchte diese nur, dass er in seiner Eigenschaft als Privatdetektiv einen Mord untersucht – doch natürlich muss hinter dem Auftrag einer Fee deutlich mehr stecken. So sieht sich Harry schnell zwischen den Fronten des Winter- und des Sommerhofs der Sidhe und muss bei jedem Gespräch, jedem Ermittlungsschritt und jeder seiner Aktionen nicht nur um sein Leben fürchten, sondern auch darum, dass die Feen dafür sorgen, dass er vom „Weißen Rats“ verurteilt wird …

    Ich muss zugeben, dass ich bei diesem vierten Band rund um Harry Dresden ein wenig die Action vermisst habe, auch wenn es sehr spannend war mehr über Harrys Jugend, die Magier, ihren „Weißen Rat“, die Feen, die beiden Höfe und all die anderen Dinge, die mit ihnen zusammenhängen, zu erfahren. Auch brachte mir dieser Roman ein Wiedersehen mit den Pixies aus dem ersten Dresden-Files-Buch und  einer Gruppe von Werwölfe aus „Fool Moon“ und gerade bei den letzteren war es schön die Entwicklung zu sehen, die sie seitdem hinter sich gebracht haben.

    Aber insgesamt war mir Harry am Anfang zu antriebslos und dann rannte er einen Großteil des Buches hinter Informationen hinterher, ohne wirklich etwas tun zu können. Zwar hat Jim Butcher wieder wundervolle Charaktere in diesem Buch beschrieben – meine größte Überraschung waren dabei die beiden „Mütter“ der Sidhe-Höfe –, aber so sehr wie die anderen Romane konnte mich dieser vierte Band der Reihe nicht mitreißen. Trotzdem hatte ich mit „Summer Knight“ wieder einige wunderbare und sehr unterhaltsame Lesestunden, denn nur weil dieses Buch „nicht so gut“ war, bedeutet das auf keinen Fall, dass es schlecht war.

    Nun muss ich mir überlegen, ob ich den fünften Band der „Dresden Files“ noch einmal lese (den hatte ich schon mal aus der Bibliothek geliehen) oder gleich mit dem sechsten weitermache. „Death Masks“ hatte mir gut gefallen und ließ sich auch ohne Vorwissen genießen, aber vielleicht würde ich das Buch mit all den Entwicklungen der letzten Bände ja mit neuen Augen entdecken können. Und wer weiß, vielleicht lese ich für den nächsten Monat ja auch mal einen Titel von einem anderen Autor für die Challenge, auch wenn ich mit den „Dresden Files“ wohl erst aufhören werde, wenn ich alle Romane rund um Harry Dresden genossen habe.

    Jim Butcher: Grave Peril (Dresden Files 3)

    „Grave Peril“ ist der dritte Teil der Dresden-Files-Romane und hat sich auf Englisch ebenso gut lesen lassen wie schon „Fool Moon“. Wenn das so weitergeht, dann werde ich den Rest der „English“-Challenge mit den Abenteuern von Harry Dresden bewältigen, denn mir machen diese Geschichten wirklich Spaß. In „Grave Peril“ sehen sich der Magier Harry Dresden und der „Ritter des Kreuzes“ Michael (ich habe keine Ahnung, wie der in der deutschen Übersetzung bezeichnet wird, aber das ist meiner Ansicht nach der kürzeste – und treffenste – Begriff dafür) Geisteraktivitäten von ungewohnten Ausmaß gegenüber. Normalerweise können Geister nicht viel Schaden auf Erden anrichten, doch seit zwei Wochen kommt es jede Nacht zu gefährlichen Vorfällen bei denen Geister Menschen bedrohen.

    So auch in der Nacht, in der der Roman beginnt: Der Geist von Agatha Hagglethorn spukt in der Säuglingsstation eines Krankenhauses und nur unter Einsatz all ihrer magischen und von Gott verliehenen Kräfte können Harry und Michael das Leben der Neugeborenen retten. Nach zwei Wochen, in denen die beiden jede Nacht ihr Leben riskierten und all ihre Fähigkeiten einsetzen mussten, sind der Magier und der Ritter inzwischen sehr erschöpft und doch haben sie noch immer nicht die Ursache für die bedrohlichen Geistererscheinungen gefunden.

    Auch das Privatleben der beiden Männer leidet sehr unter der Unruhe in der Geisterwelt: Während Michaels Frau hochschwanger ist und eigentlich Unterstützung und Hilfe mit den Kindern gebrauchen könnte, hat Harry seine Freundin Susan schon viel zu lange nicht mehr gesehen. Ihr Beziehung besteht zur Zeit fast nur aus Telefonaten, bei denen die Journalistin und der Magier Informationen austauschen, was zu erkennbaren Spannungen zwischen den beiden führt. Doch Harry hat keine Zeit für ein Privatleben, denn neben den Geisteraktivitäten muss er sich auch als Repräsentant des „White Council“ mit einer Einladung der Vampir-Fürstin Bianca beschäftigen. Die Vampirin hat noch eine Rechnung mit Harry offen, seitdem er (im ersten Band der „Dresden Files“) den Tod einer ihrer Anhängerinnen verursacht hatte – und so könnte die Party zu einer unschönen Angelegenheit werden, auch wenn Harry durch den Kodex der Vampire eigentlich geschützt sein müsste.

    Trotz des rasanten Auftakts habe ich diesen Harry-Dresden-Roman als deutlich ruhiger empfunden als „Fool Moon“. Harry muss sich zwar immer wieder mit den Geistern und einem damit zusammenhängenden „Albtraum“ herumschlagen, aber vor allem geht es um die Schwierigkeiten zwischenmenschliche Aktivitäten mit den Aufgaben eines Magiers zu verbinden und herauszufinden, was alles hinter dem unheimlichen Spuk steckt. Von der ersten Seite an wird von Jim Butcher betont, wie erschöpft Harry ist und wie sehr seine Magie unter den Kämpfen in den letzten Nächten gelitten hat. Diese Erschöpfung muss dann auch dafür herhalten, dass der Magier die eine oder anderer Verbindung zwischen den verschiedenen Ereignissen übersieht, obwohl sie dem Leser regelrecht ins Auge springt.

    Trotzdem fand ich diese Geschichte wieder spannend und gut zu lesen. Der Humor, die wunderbaren Charaktere und die Herausforderungen, mit denen sich Harry und Michael auseinandersetzen müssen, haben mich über den einen oder anderen Schwachpunkt der Handlung locker hinwegsehen lassen. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich durch den schon gelesenen fünften Band wusste, dass entweder in diesem oder im nächsten Teil etwas entscheidendes passieren muss – und die Befürchtung, dass es in diesem Roman (und bei einem ganz bestimmten Ereignis) so kommen würde, hat mich beim Lesen besonders kribbelig gemacht. Uff, ist es blöd, wenn man sich so vage ausdrücken muss, um nichts zu verraten. *g*

    Jim Butcher: Fool Moon (Dresden Files 2)

    Ich habe in den letzten Monaten aus der Bibliothek den ersten und den fünften Teil der „Dresden Files” aus deutsch ausleihen können – und beide Bücher hatten mir so gut gefallen, dass ich mehr von Jim Butcher lesen wollte. Blöderweise waren das die einzigen beiden Bände, die von dem Autor in der Bibliothek zu bekommen waren. Angesichts der „English“-Challenge (und weil Irina und Natira mir versicherten, dass die Geschichten auch auf Englisch gut zu verstehen sind) habe ich mich im März dann an „Fool Moon“, den zweiten Dresden-Files-Teil, gewagt. Ich muss zugeben, dass die beiden recht hatte! Jim Butchers Englisch ist ganz einfach zu verstehen und so hatte ich das Buch an einem Wochenende ausgelesen. Bevor ich mich aber für den April an den dritten Band der Reihe mache, sollte ich endlich mal die März-Rezension für die Challenge verfassen. 😉

    Harry Dresden ist einer der wenigen Menschen, die öffentlich zu ihrer besonderen Begabung stehen. Auch wenn er immer wieder als Spinner abgetan wird, weil er sich als Magier bezeichnet und als solcher auch im Branchenverzeichnis steht, so kann Harry nicht anders als offen mit der übernatürlichen Seite seines Leben umzugehen. Blöderweise bekommt man auf diese Art und Weise aber nur selten einen Job – vor allem, wenn man seine Ansprechpartnerin (Murphy) bei der Chicagoer Polizei so sehr verärgert, dass sie einen seit Monaten nicht mehr für die ungewöhnlichen Kriminalfälle als Berater engagiert hat. So ist Harry mehr als bereit sich mit einer seiner „Zauberschülerinnen“ zu treffen, als diese ihm dafür ein Essen in McAnally’s Pub anbietet. Doch Kim Delaney will im Gegenzug von Harry etwas über einen Zauber wissen, der eindeutig über ihre Fähigkeiten geht und sie in große Gefahr bringen könnte.

    Während sich Harry noch darüber Gedanken macht, in was für eine Angelegenheit Kim da geraten ist, meldet sich Murphy nach langer Zeit wieder bei ihm. Die Polizistin beschäftigt sich mit einer Reihe von Morden, bei denen die Opfer aussehen, als wären sie von großen Wölfen zerfleischt worden. Da das FBI schon seine Finger in die Ermittlungen gesteckt hat, befürchtet Murphy, dass die eventuell vorhandene übernatürliche Ursache für die Todesfälle übersehen und deshalb der Täter niemals gestoppt wird. So muss Harry von einem Tag auf den anderen sein Wissen um die verschiedenen Arten von Werwölfen deutlich erweiteren – und legt sich dabei mit dem kriminellen Oberhaupt von Chicago, einer unheimlichen Gang, der Polizei und dem FBI und noch einigen weiteren Parteien an.

    Wie schon bei den anderen beiden Dresden-Files-Romanen fand ich den Einstieg in die Geschichte interessant und war neugierig darauf, was sich hinter den Morden verbarg, wurde aber nicht von der ersten Seite an gepackt. Ich mag Harry und die wenigen Leute, die er zu seinen Freunden zählt, ich mag die magische Parallel-Gesellschaft in Chicago und dazu kommt noch, dass Jim Butchers Schreibstil sich (auf deutsch und auf englisch) einfach flüssig lesen lässt. Harry ist ironisch, seine Magie fordert ihre Opfer und lässt sich nicht mal eben aus dem Ärmel schütteln und viel zu oft wird er von den übernatürlichen Wesen – ebenso wie von der Polizei – in ernsthafte Auseinandersetzungen verwickelt. Erst ab der Mitte der Geschichte bin ich immer so weit in der Handlung drin, dass ich das Buch kaum zur Seite legen mag und dann – wenn möglich – in einem Zug zu Ende lesen.

    Aber auch wenn sich die Spannung langsam aufbaut, so führt das bei mir bei diesen Büchern eher dazu, dass ich umso neugieriger auf die weitere Entwicklung werde und mich nicht – wie bei schlechteren Autoren – gelangweilt fühle. Jim Butchers Humor liegt einfach auf meiner Wellenlänge und seine Actionszenen sind packend geschrieben. Doch vermutlich gefällt mir an den Büchern vor allem, dass sie mich an die hardboiled novels von Raymond Chandler, Dashiell Hammet und Cornell Woolrich erinnern. Harry Dresdens Chicago ist eine schmutzige kleine Stadt, in der die Kriminellen mehr zu sagen haben als die vermeintlich „Guten“ und in der man schneller um sein Überleben kämpfen muss, als dem durchschnittlichen Bürger bewusst ist. Der Magier folgt nur seinem eigenen Rechtsempfinden und lässt sich weder von den menschlichen, noch von den übernatürlichen „Ordnungshütern“ vorschreiben was rechtens ist, was mich doch sehr an Philip Marlowe & Co. erinnert – für mich eine der besten Assoziationen, die eine Geschichte und ihr „Held“ in mir wecken können. 😉

    Agatha Christie: Passenger to Frankfurt

    Über „Passenger to Frankfurt“ bin ich in einer der Agatha-Christie-Biografien gestolpert, die ich letztes Jahr gelesen habe. Da stand, dass dies der einzige Roman sei, der nicht ins Deutsche übersetzt worden sei – und natürlich war ich neugierig, was das für eine Geschichte ist. (Inzwischen habe ich übrigens rausgefunden, dass das Buch 2008 ins Deutsche übersetzt wurde, allerdings scheint die Ausgabe nicht mehr erhältlich zu sein.) Auf jeden Fall ist „Passenger to Frankfurt“ kein gewöhnlicher Christie-Roman, obwohl das nicht das einzige Buch ist, in dem sich die Handlung um Spionage dreht. Aber in diesem Buch bezieht sich die Autorin ungewöhnlich oft auf die „jüngste“ Vergangenheit (der Roman erschien 1970) und es fallen einige kritische Bemerkungen zu Politik und Diplomatie.

    Hauptfigur dieser Geschichte ist Sir Stafford Nye, ein junger Diplomat, der die großen Hoffnungen, die einst in ihn gesetzt wurden, nicht erfüllt hat. Denn für seinen Beruf verfügt er über einen überaus unpassenden Humor, der ihn zu einem unberechenbaren Gesprächspartner macht, was einem Karriereaufstieg deutlich im Wege steht. Und sein Humor und sein Sinn für absurde Situationen sind es auch, die ihn auf einem Heimflug in Schwierigkeiten bringen. Denn als er in Frankfurt darauf wartet, dass der Nebel in London sich soweit verzieht, dass der Flug weitergehen kann, wird Stafford von einer jungen Frau angesprochen. Diese Dame wurde durch die Zwischenlandung in Frankfurt in große Schwierigkeiten gebracht und benötigt nun Hilfe, um sicher weiter nach England reisen zu können. Von seiner Abenteuerlust angestachelt, lässt sich Sir Stafford Nye dazu überreden ihr seinen ungewöhnlichen Mantel und seinen Pass zu überlassen, damit sie in seine Rolle schlüpfen und so sicher heimkehren kann.

    Nach dieser ungewöhnlichen Ausgangssituation zieht sich die Geschichte erst einmal ganz schön hin. Sir Stafford Nye wird bei seiner Heimkehr misstrauisch vom Geheimdienst beäugt, weil er sich in Frankfurt angeblich hat betäuben und ausrauben lassen und weil sein Pass ohne ihn heimgeflogen ist. Die Behörden sind sich nicht sicher, ob der Diplomat nicht vielleicht in unsaubere Geschäfte verwickelt ist – auch wenn der eine oder andere Beamte den Verdacht hegt, dass Stafford harmlos ist und nur sein allseits bekannter Humor ihn in diese Situation gebracht hat. Stafford hingegen versucht mehr über die geheimnisvolle Frau herauszufinden, fragt sich, ob sie heil nach England gekommen ist – und muss feststellen, dass jemand seine Schritte genau im Auge behält. Letztendlich entwickelt sich die Handlung zu einer eher unglaubwürdigen Geschichte rund um eine geheimnisvolle Organisation, die versucht die Weltherrschaft an sich zu reißen. Mehr will ich dazu gar nicht verraten, für den Fall, dass einer von euch das Buch noch lesen will.

    Obwohl  immer wieder Szenen und Figuren auftauchen, die ich als sehr typisch für Agatha Christie empfinde – vor allem Staffords Großtante Matilda erinnerte mich an so einige meiner „viktorianischen“ Lieblingsladys in den anderen Krimis-, konnte mich „Passenger to Frankfurt“ nicht so recht überzeugen. Die Handlung zieht sich hin und bei einigen Passagen habe ich mich gefragt, zu welchem Zweck sie überhaupt in das Buch eingebaut wurden. Während anfangs Sir Stafford Nye als Hauptfigur fungierte, wird die Spionagegeschichte letztendlich doch von einem Haufen Politikern und Geheimdienstmitarbeitern beendet – und auch wenn ich mich immer wieder über ein Wiedersehen mit Mr. Robinson (der Mann, der einfach alles über Geld weiß) freue, so sind diese Szenen doch eher langweilig zu lesen. Doch vor allem habe ich mich über die Unglaubwürdigkeit der Geschichte geärgert. Eigentlich gibt es einige interessante Ansätze, wie die geheimnisvolle Begegnung am Flughafen, die faszinierende Spionin und die unheimliche Organisation, aber letztendlich kann Agatha Christie keinen Handlungsstrang überzeugend zuende führen.

    Ich bedauere nicht, dass ich „Passenger to Frankfurt“ gelesen habe, denn so habe ich auch diese Seite von Agatha Christies Werk kennengelernt, aber noch einmal werde ich die Geschichte bestimmt nicht lesen. Nur gut, dass ich das Buch aus der Bibliothek ausleihen konnte. Oh, und „Passenger to Frankfurt“ ist mein Februar-Buch für die „I’m in English“-Challenge gewesen.

    Richard Castle: Heat Wave

    Der Roman „Heat Wave“ hat seinen Ursprung in der Fernsehserie „Castle“, da dort von der Hauptfigur Richard Castle eine Geschichte mit diesem Titel verfasst wurde – und die Serienmacher es dann für keinen schlechten Marketingtrick hielten, so ein Buch auch tatsächlich zu veröffentlichen. Die Serie kenne ich bislang noch nicht. Aber da Bibendum so ein Fan davon ist und mir Serie und Bücher nahebringen wollte, lieh sie mir sowohl „Heat Wave“ als auch den Folgeband „Naked Heat“. Und weil das Buch so schön dünn ist, hatte ich mir „Heat Wave“ als Einstieg für die „I`m in … English“-Challenge vorgenommen (zumindest nachdem ich mit der Liebesroman-Leihgabe von Irina nicht so recht vorankam 😉 ).

    Leider hat mich „Heat Wave“ nicht so ganz überzeugen können. Ich könnte mir vorstellen, dass man als Fan der Serie – wenn ich Bibendums Meinung richtig in Erinnerung habe – Parallelen zwischen den Protagonisten ziehen könnte, aber für mich war das Ganze nur eine nicht besonders spannende Kriminalgeschichte. Die Hauptfiguren von „Heat Wave“ sind die Polizistin Nikki Heat und der Journalist Rook, der einen Hintergrundbericht über die New Yorker Polizei und ihre Arbeit schreibt. Nikki ist eher genervt von ihrem ständigen Begleiter (fühlt sich aber auch von ihm angezogen), während sie ermitteln soll, wer den erfolgreichen Bauunternehmer Matthew Starr ermordet hat. Dieser ist nämlich aus dem sechsten Stockwerk seines Wohnhauses gestürzt – und alle Anzeichen sprechen dafür, dass das kein freiwilliger Flug vom Balkon war. Dabei scheint es auf den ersten Blick keinen Grund für eine solche Tat zu geben. Das Opfer war zwar (erfolg)reich, aber anscheinend ein geachteter Mann, der mit seiner hübschen (und deutlich jüngeren) Ehefrau eine vorzeigbare Ehe führt. Erst nach und nach stellt sich heraus, dass weder die finanzielle noch die berufliche oder private Situation des Opfers so beneidenswert waren, wie man hätte vermuten können.

    Während der Kriminalfall eher Standard ist, gibt es häufig amüsant gemeinte Dialoge zwischen den beiden Protagonisten Nikki und Rook, die in meinen Augen aber nicht immer funktionieren. Denn es gibt schon einen deutlichen Unterschied zwischen einer Geschichte, die als Serienfolge ausreicht, und einem unterhaltsamen und soliden Roman. Und während gute Schauspieler (und eine durchlaufende Hintergrundidee) aus einer durchschnittlichen Krimihandlung (und einem in ähnlicher Form schon diverse Male gehörten Dialog) noch eine unterhaltsame Sache machen können, fehlt bei einem Roman diese ausgleichende Funktion der Schauspieler, und so liegen die Handlungsschwächen offen zutage. Auch hat für mich die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren lange Zeit nicht gestimmt. Vielleicht wäre das anders, wenn ich die Castle-Serie kennen – und mögen – würde, aber so fand ich den „Schlagabtausch“ zwischen Nikki und Rook vorhersehbar und viel zu oft für mich nicht nachvollziehbar.

    „Heat Wave“ ist unübersehbar wie eine Serienfolge konzipiert – und das ist für mich kein positives Merkmal. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass ich in den letzten Jahren so viele amerikanische Krimiserien gesehen habe, dass ich inzwischen nicht nur übersättigt bin, sondern in der Regel auch nach der ersten Viertelstunden sagen kann, in welche Richtung die Drehbuchautoren den Plot weitergesponnnen haben. (Hm, das könnte ein Grund dafür sein, dass mein Mann mit mir keine Krimiserien mehr gucken will – oder es ist die Tatsache, dass unserem Gefühl nach die Serien immer schlechter werden. 😉 ) Vermutlich hätte ich kein Problem mit der Klischeehaftigkeit der Figuren und dem nur langsam anlaufenden Kriminalfall, wenn ich mich abends mit abgeschaltetem Gehirn vor den Fernseher setzen würde, aber als Roman hat mich das Ganze einfach nicht packen können. Jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob Bibendums Bekehrungsversuche zur Fernsehserie nächste Woche Erfolg habrn – und wer weiß, wenn das klappen sollte, dann sehe ich den Roman ja vielleicht auch mit anderen Augen. 😉

    Oh, noch ein Nachtrag: Auch wenn ich „Castle“ nicht kenne, so habe ich einige Folgen von „The Mentalist“ (auch keine Serie, die mich begeistert) gesehen und bei dem Verhalten von Nikki und Rook musste ich regelmäßig an die Hauptfiguren dieser Serie denken – was ein weiterer Punkt war, warum ich mit dem Buch nicht warm geworden bin …

    „I’m in … English 2011“ – und andere Vorhaben

    Eigentlich wollte ich ja ganz und gar nicht und überhaupt niemals im Jahr 2011 an einer Challenge teilnehmen, denn ich habe genügend andere Dinge um die Ohren. Außerdem fiel mir 2010 auf, dass ich keine Lust auf „muss ich aus irgendeinem Grund schreiben“-Rezensionen habe. Aber da ich es ohne einen kleinen Anstoß eh nicht auf die Reihe bekomme wieder mehr auf englisch zu lesen und die Challenge so verlockend klingt, nehme ich nun an der „I’m in … English 2011“-Challenge von Katrin und Nina teil.

    Die Regeln sind ziemlich simpel, man muss ein englisches Buch (oder Hörbuch oder Graphic Novel) pro Monat lesen. Schafft man in einem Monat kein englisches Buch, muss dafür ein „Extrabuch“ bewältigt werden. Zu jedem gelesenen/gehörten Titel soll es eine Rezension geben, wobei diese nicht unbedingt im gleichen Monat geschrieben werden muss. Wer weitere Details erfahren will, kann einfach hier nachgucken.

    Außerdem habe ich für mich zwei Vorsätze gefasst, von denen ich hoffe, dass ich sie einhalten werde:

    1. will ich meine (etwas reduzierten) Neuzugänge innerhalb von sechs Wochen lesen, damit der SuB nicht weiterwächst, und
    2. will ich endlich mal die ganzen Serien von meinem SuB in Angriff nehmen.

    Für den zweiten Punkt könnte ich mich auch Nerolaans Serien-Challenge anschließen, aber eigentlich wollte ich mich ja an keiner Challengen in diesem Jahr beteiligen. 😉 Also werde ich auf meiner Challenge-Unterseite eine Liste von Reihen anlegen und mich freuen, wenn ich die abgearbeitet bekomme, und mich hoffentlich nicht ärgern, wenn ich nicht so viel schaffe, wie mir lieb wäre.