März-SuB 2015

Der Februar war ein ungewöhnlich intensiver Lesemonat. Da ich relativ wenig Verpflichtungen hatte und relativ viele schlaflose Nächte, in denen ich durchgelesen habe, komme ich auf die unfassbare Zahl von 19 gelesenen Büchern, dazu kommen noch 3 Manga, 2 Hörbüchern und 1 Hörspiel. Ich vermute mal, dass ich dieses Ergebnis so schnell nicht wieder erreichen werde. 😉 Bei der Menge gelesener Titel ist es kein Wunder, dass ich mit meinen persönlichen Vorhaben gut voran gekommen bin. Meinen englischen SuB habe ich um fünf Romane erleichtert, meinen deutschen SuB um sechs – darunter vier Bücher vom Alt-SuB. So könnte es gern weitergehen! Rezensionen für die Hörbuch-Challenge gab es auch, nur mein Sachbuch konnte mich im Februar so gar nicht locken.

Da im März einige Aufgaben und Verpflichtungen auf mich warten, werde ich definitiv nicht noch einmal so viel lesen können (was sehr schade ist, denn das habe ich sehr genossen 🙂 ). Aber ich versuche weiterhin mir den Monat ein bisschen aufzuteilen, um mich mehr oder weniger gerecht den verschiedenen Buchstapeln widmen zu können. Erst einmal muss ich mir wieder Bibliotheksbücher vornehmen, denn deren Abgabetermin naht. Ansonsten gibt es noch einige (englische und deutsche) SuB-Titel für mich und hoffentlich endlich wieder ein paar Sachbuchkapitel, damit ich da auch noch voran komme. Und wie so oft, wenn ich den monatlichen SuB-Beitrag schreibe, merke ich gerade mal wieder, wie viel Vorfreude mit dem Wissen verbunden ist, dass ich auch in diesem Monat wieder so einige Bücher lesen kann.

A (2)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Tim Akers: Das Herz von Veridon

B (9)
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
P.J. Brackston: Es war einmal ein Mord
Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
Brom: Krampus
Jim Butcher: Im Schatten des Fürsten (Codex Alera 2)

C (2)
Sebastien de Castell: Blutrecht
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)

D (3)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften

E (1)
Akram El-Bahay: Flammenwüste

F (7)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Alex Finn: Beastly
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (9)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Lotte und Søren Hammer: Das weiße Grab
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Will Hill: Department 19 – Die Wiederkehr
Will Hill: Department 19 – Das Gefecht
Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
Daniel Holbe: Giftspur

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (0)

K (3)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Celine Kiernan: Schattenpfade
Jessica Kremser: Frau Maier hört das Gras wachsen

L (2)
Siri Lindberg: Nachtlilien
Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora

M (2)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

O (0)

P (3)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Alexey Pehov: Wind
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund

Q (0)

R (10)
Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (7)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (3)
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

U (0)

V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken

W (3)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Elizabeth Woods: Caras Schatten

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Z (0)

Sonstige (0)

74 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

Marie Brennan: A Natural History of Dragons
Sarah Rees Brennan: Unspoken
Jim Butcher: Skin Game
Gail Carriger: Changeless (Parasol Protectorate #2)
Gail Carriger: Blameless (Parasol Protectorate #3)
Gail Carriger: Heartless (Parasol Protectorate #4)
Gail Carriger: Timeless (Parasol Protectorate #5)
Soman Chainani: The School for Good and Evil 2
Mira Grant: Feed
Tanya Huff: The Wild Ways
Tanya Huff: The Future Falls
Lynn Kurland: Star of the Morning
Seanan McGuire: Chimes at Midnight (October Daye #7)
Seanan McGuire: The Winter Long (October Daye #8)
Seanan McGuire: Pocket Apocalypse (InCryptid #4)
Seanan McGuire: Sparrow Hill Road
Anthony Minghella: Jim Henson’s The Storyteller
Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
Nnedi Okorafor: Akata Witch
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Tamora Pierce: Battle Magic (Circle Reforge)
Julia Quinn: Dancing at Midnight
Julia Quinn: Splendid
Julia Quinn: Minx
Julia Quinn: Everything and the Moon
Julia Quinn: Brighter Than the Sun
Philip Reeve: Larklight
A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child

Sonstiges:
West Ward Weird

31 Titel auf dem englischen SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Lynes und Neyashas Lesetag

Heute veranstalten Lyne und Neyasha einen Lesetag mit dem Motto „Lesen gegen das Wintertief“. So richtig winterlich fühlt es sich zwar nicht an, wenn der Tag mit strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem blauen Himmel beginnt, aber Lesen kann man ja trotzdem. 😉

Richtig los geht es bei mir mit dem Lesen erst am frühen Nachmittag, bis dahin denke ich aber schon mal darüber nach, was ich überhaupt lesen mag. 🙂 Nachdem ich gestern „The Cipher“ von Diana Pharaoh Francis beendet habe, hätte ich nun Lust auf ein weiteres Fantasybuch, auf der anderen Seite sollte ich bis Mittwoch einen Teil meiner Bibliotheksausleihen gelesen haben. So richtig kann ich mich jetzt noch nicht entscheiden, was mich heute mehr lockt. Zur Auswahl stehen „Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte“, „Wind“ und „Blutrecht“. Die beiden Fantasybücher würde ich eigentlich gern mal in Ruhe anlesen, auf der anderen Seite möchte ich gerade so gern einige Reihen beenden, muss aber ein bisschen schauen, welche Fortsetzungen ich mir leiste – und habe deshalb Hemmungen erste Bände anzufangen. (Was irgendwie bescheuert ist, wenn ich die Bücher doch eh schon im SuB habe …) Bis ich mit dem Wochenendeinkauf und allen anderen Erledigungen fertig bin, habe ich mich hoffentlich für ein Buch entschieden.

Denjenigen von euch, die heute schon früh mit dem Lesen anfangen, wünsche ich schon mal viel Spaß!

Update 13:00 Uhr

 Inzwischen ist der Einkauf erledigt und sogar gefrühstückt habe ich schon. 😉 Beim Frühstück habe ich mir in Ruhe noch einmal meine drei Bücher angeschaut. Bei „Wind“ hat mich die Sprache nicht auf Anhieb gepackt. Während ich bei „Die kleine Kommunistin, die niemals lächelte“ von den ersten zwei Seiten schon total gefangen war, aber da ich irgendwie das Gefühl habe, ich könnte den Roman heute nicht angemessen würdigen, habe ich mich doch für „Blutrecht“ entschieden.

Vielleicht gönn ich mir morgen die kleine Kommunistin, wenn ich etwas ausgeschlafener bin als heute. 😉

Bevor ich jetzt die Katzen füttere, eine Kommentarrunde drehe und mich dann mit meinem Buch auf dem Sofa einrolle, beantworte ich noch schnell die Fragen von Neyasha und Lyne:

1. Wurde dir als Kind vorgelesen? Kannst du dich noch an eine der Geschichten erinnern?

Meine ältere Schwester behauptet, dass unsere Mutter uns regelmäßig vorgelesen hat, aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich erinnere mich hingegen daran, dass meine Schwester mir vorgelesen hat, als wir noch in einem Zimmer geschlafen haben. Darunter waren auf jeden Fall Bücher von Erich Kästner. Ansonsten erinnere ich mich noch an eine Bilderbuch-Geschichte, die ich als sehr kleines Kind sehr gern gemocht haben muss. Die Geschichte erzählte von drei kleinen Katzen, die mit Handschuhen ihr Essen gegessen haben und diese Handschuhe dann waschen mussten. Oo Ich weiß nicht, wer mir dieses Buch vorgelesen hat, vermute aber, dass meine gesamte Familie dafür herhalten musste – auf jeden Fall konnte ich die Geschichte irgendwann auswendig und habe sie dann meinem kleinen Cousin „vorgelesen“. *g*

2. Hast du schon mal ein Buch nur wegen eines Covers gekauft?

Nein, definitiv nicht. Ich schaue eh nicht so oft nach Covern, auch wenn ich bei einigen wenigen Romanen schon überlege, welche Ausgabe ich mir anschaffe. Da spielt aber nicht nur das Cover eine Rolle, sondern auch die sonstige Gestaltung. Dass Cover für mich nicht so wichtig sind, schiebe ich immer darauf, dass ich zu einer Zeit angefangen habe, Fantasyromane zu lesen, als die Cover vor allem „echte Kerle“ und halbnackte Frauen zeigten – wenn ich da nach der Optik gegangen wäre, hätte ich eine Menge toller Geschichten verpasst. 😉

Jetzt erst einmal den alten Herren vorsichtig zum Füttern wecken und dann stürze ich mich aufs Buch …

Update 17:00 Uhr

Wie immer an solchen Lesetagen habe ich bislang mehr Zeit mit Blogbeiträgen und Kommentaren verbracht als mit dem eigentlichen Lesen – aber gerade das macht ja auch Spaß dabei! 🙂 Mit meiner Buchwahl bin ich im Moment ganz zufrieden. Der Roman fordert nicht gerade höchste Konzentration beim Lesen und ist bislang flüssig und humorvoll geschrieben. Die drei Greatcoats sind bislang nicht gerade die innovativsten Charaktere, die ich je in einem Fantasyroman gefunden habe, aber damit kann ich leben. Momentan leistet mir Shandy auf dem Sofa Gesellschaft und verhindert erfolgreich, dass ich mich zu weit von meinem Buch wegbewege, …

 …, während Baltimore mit seinem leisen Schnarchen für eine gemütliche Geräuschkulisse sorgt.

Jetzt noch schnell Frage Nr. 3 beantworten, bevor es mit meinem Buch weitergeht. 😉

3. Gibt es einen unbekannten Autor/eine unbekannte Autorin, den/die du anderen gern ans Herz legen würdest?

Ähm … nein. 😉 Ich glaube, ich bin zu sehr von meinen Jahren im Buchhandel geprägt, um eine solch allgemein gestellte Frage mal eben zu beantworten. Einfacher wäre es, wenn ich wüsste, wem ich einen Autor empfehlen sollte. Für jemand, der gern märchenhafte (Kinder-)Bücher liest, würde ich vielleicht Jennifer Carson empfehlen, bei unaufgeregt erzählten Island-Krimis könnte ich auf meine persönliche Neuentdeckung Quentin Bates verweisen und bei humorvollen und häufig ungewöhnlichen Fantasygeschichten wäre da natürlich noch Patricia C. Wrede, die in Deutschland relativ unbekannt ist, aber dafür im englischen Sprachraum einen nicht so geringen Bekanntheitsgrad hat – und wenn ich mir noch ein bisschen mehr Zeit nehmen würde, würden mir bestimmt noch so einige weitere Autoren einfallen, aber eigentlich wollte ich mir doch jetzt meine Teetasse schnappen und weiter lesen. 😉

 Update 21:00 Uhr

Jetzt gibt es nur ein schnelles Update, um mal die letzten drei (!) Fragen zu beantworten. Irgendwie scheine ich immer kurz vor der Aktualisierung auf Lynes und Neyashas Blogs zu schauen – mein Timing ist heute nicht ganz so gut. 😉 Sehr viel gelesen habe ich seit dem letzten Update übrigens nicht, dafür Abendessen gekocht und verspeist.

4. Welches Genre magst du überhaupt nicht?

Schwierig zu sagen. Grundsätzlich behaupte ich ja immer, dass ich alles lese. Aber es gibt Phasen, in denen ich bestimmte Genres nicht mehr lesen mag. Und bei Horror bin ich auch extrem wählerisch, es muss schon ein Aspekt dabei sein, der mich besonders anspricht, damit ich es lese. Ich bin nicht ängstlich (zumindest nicht mehr, als Kind war das noch ganz anders), aber ich kann in der Regel mit der Erzählweise und der Handlung nicht so viel anfangen. Wobei bei Manga zum Beispiel sehr gern zu (subtil erzählten) Horrorgeschichten greife.

5. In welchem Buch würdest du gern leben wollen?

„Howl’s Moving Castle“ könnte ich mir grundsätzlich gut als Wohnort vorstellen, aber die Welt an sich ist mir doch ein wenig zu sehr in Kriegswirren verstrickt. Also zieht es mich doch eher in die Welt von Cecelia und Kate – modern genug, dass der Kulturschock nicht so groß sein dürfte, aber mit genügend Magie, um das Leben „interessant“ (also „interessant“ im Sinne eines chinesischen Fluches) zu gestalten. 😀

6. Hardcover, Taschenbuch oder eBook – was ist die am liebsten und warum?

In der Regel das Taschenbuch. Manche Hardcoverausgaben sind zwar besonders schön gemacht und ich lerne langsam zu schätzen, dass man bei eBooks die Schrift größer stellen kann, wenn die Augen müde sind, aber mit Taschenbüchern fühle ich mich am wohlsten. Sie liegen nicht so schwer in der Hand, sie haben das beste Preis-/Leistungsverhältnis, nehmen nicht so viel Platz im Regal ein und trotzdem habe ich etwas Greifbares, was ich verleihen, verschenken oder verkaufen kann.

Jetzt stecke ich die Nase erst einmal wieder ins Buch, bevor ich später noch einmal eine Blog- und Kommentarrunde drehe und schaue, wie es euch den Abend über so ergangen ist. 🙂

Update 0:30 Uhr

Da die Handlung in meinem Buch inzwischen etwas mehr angezogen hat und ich nun auch mehr über die Vergangenheit des Protagonisten weiß, gibt es noch schnell ein letztes Update mit den letzten beiden Fragen für heute, damit ich vor dem Schlafengehen noch ein paar Seiten lesen kann.

7, Welches ist das langweiligste Buch, durch das du dich – aus welchen Gründen auch immer – erfolgreich durchgekämpft hast?

Irgendwie ärgere ich mich bei Büchern eher, als dass ich mich langweile, und die langweiligen Titel scheine ich gut zu verdrängen, denn so recht will mir keiner einfallen – abgesehen von „Ansichten eines Clowns“ von Heinrich Böll. Das Buch musste ich für die Prüfung zur Buchhändlerin lesen und konnte mich immer nur mit Mühe und Not zum Weiterlesen überreden, weil ich die Figuren und die Handlung so doof fand.

8. Hast du dich schon mal in eine Romanfigur „verliebt“?

Ähm, nein. Nicht in eine einzige Figur, sondern eher in einen Figurentyp. Auch wenn es schrecklich langweilig ist, so habe ich doch eine Schwäche für Schurken. Gerade in Fantasyromane erobern die schnell meine Sympathie, egal, ob es sich dabei um Georg Cooper, den König der Diebe, handelt, um Silk oder um Drake Magistral (oh, Walter Jon Williams hätte ich bei Frage Nr. 3 nennen können!) handelt. Ich liebe Schurken! 🙂

Mit dem Buchstabenrätsel beschäftige ich mich nun nicht mehr – ohne einen Anhaltspunkt, in welche Richtung das Rätsel geht, käme ich nur mit Fleiß zu einem Ergebnis und dafür ist mir dann doch etwas spät.

Ganz vielen lieben Dank an Neyasha und Lyne und die anderen Blogger für den Lesetag! Es hat viel Spaß gemacht und es war spannend eure Antworten auf die Fragen zu lesen. 🙂

SuB-Zuwachs im Februar

In diesem Monat sind die SuB-Zugänge wieder übersichtlich – und eigentlich ist nichts dabei, was ich offiziell in der SuB-Liste aufführen würde, aber ich mag euch natürlich trotzdem meine neuen Schätze zeigen.

Der zweite Sammelband der Elfquest-Comics – ich freu mich so, dass es damit weitergeht. Ich wollte die Comics schon so lange haben. 🙂

Dazu noch zwei Hörspiele. Ich habe vor nicht allzu lange Zeit einige ältere Paul-Temple-Hörspiele gehört und mich ganz gut amüsiert und war nun neugierig auf diese Version. Zu „Anne of Green Gables“ muss ich vermutlich gar nichts sagen, nachdem es so viele Kommentare auf meine Rezension zu den ersten vier Teilen gab. 🙂

Francis Durbridge: Paul Temple und der Fall Gregory (Hörspiel)

Francis Durbridge ist definitiv nicht mein Lieblingsautor, wenn es um altmodisch-charmante Kriminal-Hörspiele geht, aber ich habe schon einige unterhaltsame Stunden mit seinen Geschichten verbracht. Deshalb war ich natürlich prompt neugierig, als mir „Paul Temple und der Fall Gregory“ in die Finger geriet, obwohl ich beim Anblick von Bastian Pastewka auf dem Cover schon etwas verhaltener reagierte.

„Der Fall Gregory“ war der erste Paul-Temple-Fall, der in Deutschland als Hörspiel im Radio gesendet wurde – und dann wurden die Bänder mit einer anderen Aufnahme überspielt. Auch das BBC-Original dieser Geschichte ging verloren und so basiert dieses Hörspiel auf Textfragmenten des Original-Drehbuchs und der noch existierenden norwegischen Version des BBC-Hörspiels. Grundsätzlich finde ich diese Hintergründe interessant, auch wenn ich die nicht unbedingt inmitten des Hörspiels präsentiert bekommen müsste. Denn leider wird die Handlung rund um den Fund einer ermordeten jungen Frau immer wieder nach ein paar Minuten unterbrochen, wenn die Sprecher aus ihrer Rolle fallen und sich lang und breit über die Hintergründe des Hörspiels (oder die Absurditäten der Geschichte) unterhalten.

Zu diesen Unterbrechungen kommt, dass die Handlung sehr viel kürzer ist als in einem normalen Paul-Temple-Hörspiel. Ich kann nicht beurteilen, ob das daran liegt, das so wenig Text all die Jahrzehnte überlebt hat oder ob es an der Bearbeitung für diese „humorvolle“ Wiederbelebung des Hörspiels liegt. Aber diese Kürze der Geschichte sorgt zusammen mit der Anzahl der verschiedenen Figuren und den vielen Unterbrechungen dafür, dass man schon mehr als normal aufpassen muss, um der Handlung zu folgen und die unterschiedlichen Charaktere einordnen zu können. Ich gebe zu, dass so ein Paul-Temple-Hörspiel in der Regel die eine oder andere Kürzung vertragen kann, aber von vermutlich sechs Stunden auf knapp zwei ist dann doch etwas arg radikal.

Überhaupt finde ich die gesamte Umsetzung nicht ganz glücklich. Man hat sich anscheinend nicht entscheiden können, ob man eine Hommage an die alten Paul-Temple-Hörspiel oder eine Parodie inklusive diverser „Pastewka und Komplizen“-typischer Comedy-Elemente machen wollte. Auf der einen Seite hat man sich genügend Mühe gegeben, um Sprecher zu finden, die relativ nah an die Originalbesetzung herankommen (na ja, Pastewka klingt nun mal immer wie Pastewka und Janina Sachau ist eine arg schrille Version von Steve Temple – inklusive seltsamer Betonung), hat eine liebevolle und passende Musikuntermalung verwendet und bei den Soundeffekten in der Regel darauf geachtet, dass sie passend unbeholfen-altmodisch klingen.

Auf der anderen Seit gibt es da diese extremen Kürzungen und die ständigen Unterbrechungen durch die Sprecher, bei denen Pastewka als Fan der Original-Hörspiele dargestellt wird, während der Rest an der simplen und nicht gerade logischen Handlung verzweifelt. Wirklich amüsant fand ich nur zwei Punkte (besonders die Geräuschuntermalung bei der Fluchtszene eines Verdächtigen), ansonsten traf der Humor meinen Geschmack eher weniger. Am Ende bleibt einfach die Frage, für welche Zielgruppe dieses Hörspiel produziert wurde. Bastian-Pastewka-Fans können vermutlich mit den „ernsthafteren“ Krimiszenen nicht so viel anfangen, Paul-Temple-Fans hingegen werden sich wahrscheinlich durch die Kürzungen, Nebenbemerkungen und Unterbrechungen gestört fühlen …

Ach ja, in den Rezensionen bei Amazon habe ich einen Verweis darauf gefunden, dass dieses Hörspiel auch als Bühnen-Show präsentiert wird. Das stelle ich mir doch etwas amüsanter vor, da ich erstens davon ausgehe, dass vor allem Zuschauer hingehen werden, die mit Pastewka und Komplizen mehr anfangen können, und es zweitens bestimmt auch unterhaltsamer ist, wenn man live miterleben kann, wie die Gesangseinlagen und Geräusche erzeugt werden. Außerdem wirken so die Zwischenszenen hoffentlich etwas natürlicher.

[Kurz und knapp] Shannon K. Butcher: The Sentinel Wars 1 – Burning Alive

„Burning Alive“ von Shannon K. Butcher hatte ich im Januar bei Melli gewonnen, die von der „Sentinel Wars“-Reihe ganz begeistert ist. Ich muss gestehen, dass ich vor allem deshalb neugierig auf den Roman war, weil Shannon K. Butcher die Frau von Jim Butcher ist und angeblich zum Teil auch an seinen Büchern mitgearbeitet hat. Außerdem sorgen die enthusiastische Rezensionen von Melli häufig dafür, dass ich mich für eine Reihe interessiere.

Leider kann ich die Begeisterung nicht ganz so teilen, obwohl ich die Grundidee mit den drei nichtmenschlichen Rassen, die sich – unbemerkt von den Menschen – im Krieg befinden, ganz reizvoll finde. Dazu kommen einige interessante – oder wie im Fall von Miss Mabel wirklich bezaubernde – Nebenfiguren . Die alte Dame hat mich in Sekundenschnelle erobert und ich habe jede einzelne Szene mit ihr genossen – von ihr hätte ich gern mehr gelesen.

Leider kann ich das nicht über die beiden Hauptfiguren sagen. Ich ertrage keine Geschichten mehr, in denen die Protagonisten sich sehen, sich die Kleider vom Leib reißen wollen und beim Versuch irgendwie zum Höhepunkt zu kommen, sämtliche Gehirnzellen verlieren. Helen hatte ihr Leben lang Visionen von ihrem eigenen Tod, in denen Drake eine große Rolle spielt. So hat sie anfangs panische Angst vor ihm, aber sobald er sie bedrängt (er klemmt sie ständig zwischen Möbeln/Wänden und seinem Körper ein, damit sie nicht weglaufen kann), kann sie nur noch daran denken, wie toll sich seine Muskeln und alles andere an ihm anfühlen.

Er hingegen wechselt innerhalb kürzester Zeit von „die Frau benimmt sich seltsam, also jage ich ihr Angst ein, bis sie mit mir redet“ über „sie ist so toll, ich bringe jeden um, der ihr was tut“ zu „ich bin seit 200 Jahren der erste Mann, der eine Frau meiner Rasse gefunden hat: Gebt mir eine Keule, damit ich sie in meine Höhle schleppen und bespringen kann“. Er lässt ihr einfach keine Wahl, obwohl sie theoretisch (also den Gesetzen seiner Art und den Begebenheiten entsprechend) das Recht auf eine Wahl gehabt hätte – und das ist etwas, was ich einem Protagonisten (vor allem, wenn es um Sex und lebenslange Verpflichtugen geht) nicht verzeihen kann. Da ist es mir dann auch egal, ob Helen am Ende alles verstehen und verzeihen kann, weil sie seine Not und Verzweiflung spürt und er doch eigentlich ein tapferer Krieger und einer von den Guten ist. Meiner Meinung nach ist ein Mann, der eine Frau so behandelt, definitiv nicht einer von den Guten!

Dabei hätte es einige Möglichkeiten gegeben, um aus der Grundidee eine gute und spannende Geschichte mit stimmigen und sympathischen Protagonisten zu machen, aber leider hat Shannon K. Butcher keine dieser Möglichkeiten genutzt.

Dorothy Gilman: Mrs. Pollifax and the Whirling Dervish (Hörbuch)

Nachdem Mrs. Pollifax sich in den letzten Folgen vor allem im asiatischen Raum rumgetrieben hat, führt sie ihr aktueller Auftrag nach Marokko. In „Mrs. Pollifax and the Whirling Dervish“ soll Emily Pollifax nur als Begleiterin fungieren, da ihr Auftraggeber Mr. Carstairs der Meinung ist, dass der örtlichen Agent Max Janko aussieht, als wäre er zu arrogant, um seine Aufgabe durchzuführen ohne anzustoßen. Und wirklich entpuppt sich Janko als unfreundlicher und anstrengender Begleiter für eine Fahrt quer durch die Wüste.

Während Mrs. Pollifax sich noch mit den Umständen anzufreunden versucht, muss sie sich gleichzeitig Sorgen um ihren Auftrag machen. Denn sie und Janko sollen die Mitglieder eines Informantennetzwerks aufsuchen und sicherstellen, dass keine der sieben Personen durch einen Spitzel ausgetauscht wurden. Dummerweise scheint jemand den beiden auf den Fersen zu sein und die Informanten der Atlas-Gruppe kurz nach ihrer Identifizierung durch Mrs, Pollifax und Max Janko zu ermorden.

So gern ich die asiatischen Bände rund um Mrs. Pollifax mag, so schön finde ich es, dass sie nun wieder in der Wüste unterwegs ist. Trotz der Todesfälle ist diese Geschichte wieder amüsanter als die davor. Mrs. Pollifax ärgert sich über Jankos anmaßendes Verhalten und gibt ihm auf ihre – in der Regel noch überraschend höfliche – Art Kontra. Und dann gibt es wieder diese kleinen Momente, in denen sie es genießt ein fremdes Land kennenzulernen, mit neuen Menschen Kontakt aufzunehmen und eine ihr unbekannte Kultur zu erfahren. Ich mag Emily in der Wüste einfach …

Sehr schön finde ich es auch, dass Emily Pollifax es sich zu Beginn der Geschichte nicht leicht macht, ob sie den Auftrag annimmt, da sie mit der amerikanischen Politik in Marokko nicht zufrieden ist. Letztendlich läuft es für sie darauf hinaus, ob sie Mr. Carstairs vertraut oder nicht, aber glücklich ist sie nicht damit. Oh, und es gibt ein überraschendes Wiedersehen am Ende der Folge, dass mich jedes Mal wieder zum Lächeln bringt, wenn ich daran denke. Dazu kommt wie immer die gute Leistung der Sprecherin Barbara Rosenblat – und schon habe ich ein paar wunderbare Stunden mit diesem Hörbuch verbracht und kann es kaum erwarten, dass der März mir die nächste „Mrs. Pollifax“-Folge bringt.

[Kurz und knapp] Barry Jonsberg: Das Blubbern von Glück

Über „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg bin ich bei Tine gestolpert, die ganz begeistert von dem Roman war. Nachdem die Bibliothek mir das Buch überraschend schnell besorgen konnte, habe ich es am vergangenen Donnerstag gelesen und fand es ebenfalls sehr bezaubernd.

Allerdings gab es bei diesem Roman eine Sache, die mich beim Lesen solcher Geschichten häufig stört: Candice ist mir stellenweise zu erwachsen. Dass sie ungewöhnlich ist, dass sie kein Gespür für Zwischentöne hat und alles wörtlich versteht und dementsprechend beantwortet, ist alles kein Problem für mich – und bietet die Möglichkeit für einige wirklich berührende Szenen. Aber beim Aufschreiben ihrer Gedanken gibt es immer wieder Elemente, die für mich nicht zu einem zwölfjährigen Kind – egal wie intelligent und besonders es sein mag – passen.

Von diesem Punkt einmal abgesehen, war „Das Blubbern von Glück“ wirklich ein Wohlfühlroman, den ich sehr genossen habe. Candice erzählt in 26 Kapiteln von ihrer Familie, von ihrem Leben und den Menschen, die ihr wichtig und die aufgrund verschiedener Gründe unglücklich sind. Da Candice möchte, dass diese Menschen wieder glücklich werden, arbeitet sie systematisch an den verschiedenen Problemen – so wie sie sie sieht, was natürlich nicht immer ganz mit der Sichtweise ihrer Lieben übereinstimmt, aber trotzdem irgendwie funktioniert.

Ich glaube, es ist das Einfache an diesem Buch, das dazu führt, dass man das Lesen so genießt. Es tut gut für eine kurze Zeit die Welt aus Candice Sicht zu erleben. Für das Mädchen ist die Welt zwar auch nicht ohne Problem und Herausforderungen, aber trotzdem fühlt es sich einfach richtig an, während des Lesens so wenig wertend durchs Leben zu gehen und bei Gesprächen eben nicht auf Zwischentöne und das was gemeint, statt gesagt wurde zu reagieren, sondern wortwörtlich auf eine gestellte Frage oder eine Aussage antworten zu können. Das war wirklich schön und ich konnte den Roman kaum aus der Hand legen, weil ich immer wissen wollte, was Candice als nächstes durch den Kopf geht und welchen Plan sie noch verwirklichen möchte.

Quentin Bates: In eisigem Wasser (Gunnhildur 1)

„In eisigem Wasser“ von Quentin Bates ist eine dieser SuB-Leichen, die es wirklich nicht verdient haben so lange im Regal zu verstauben. Die Geschichte beginnt mit einer Szene am Hafen von Hvalvík, bei der man verfolgt wie ein Betrunkener von einem anderen Mann ins Wasser gestoßen wird. Kurz darauf beginnt die eigentliche Handlung mit einem Anruf bei der Polizistin Gunnhildur (genannt Gunna), der sie darüber informiert, dass die Leiche eines Ertrunkenen gefunden wurde.

Als Gunna im Hafen ankommt, kommen ihr gleich mehrere Aspekte seltsam vor: Niemand kennt den Toten vom Sehen, er hat keinerlei Papiere bei sich, mit denen man ihn identifizieren könnte, und dann steht noch die Frage im Raum, wie er überhaupt nach Hvalvík – einem Ort ca. 100 km nördlich von Reykjavík – gekommen ist, da er zu viel Alkohol im Blut gehabt hat, als das er noch hätte fahren können. Auch irritiert es Gunna im Laufe der Ermittlungen, dass niemand daran interessiert zu sein scheint, den mysteriösen Tod des jungen Mannes aufzuklären.

Obwohl Gunna und ihre Arbeit den Hauptstrang der Geschichte bilden, bekommt man die Handlung aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die es einem ermöglichen aus all den vielen Szenen ein stimmiges Gesamtbild zusammenzusetzen. Im Rahmen der Ermittlungen rund um den Toten im Hafen von Hvalvík macht – die angenehm bodenständig charakterisierte – Gunna einige gravierende Entdeckungen, die dafür sorgen, dass sie immer wieder bei hohen Politikern oder einflussreichen Geschäftleuten aneckt. Während ich es sonst nicht so mag, wenn in einem Krimi Korruption, Bestechung und ähnliche Machenschaften so eine wichtige Rolle spielen, fand ich diesen Part in „In eisigem Wasser“ gut gemacht. Denn Gunnas Vorgesetzte sehen sich zwar dem Druck von oben ausgesetzt und es wäre ihnen regelmäßig lieber, wenn die Polizistin weniger engagiert ermitteln würde, aber ihnen ist auch bewusst, dass ein Mordfall und andere damit verbundenen Verbrechen aufgeklärt werden müssen und unterstützen deshalb Gunna (wenn auch mal mehr und mal weniger enthusiastisch).

Ich mochte auch die Atmosphäre in dem Roman und die Art und Weise wie der Autor die isländische Gesellschaft darstellt. Das Land steht kurz vor der großen Finanzkrise und so langsam wird der Bevölkerung bewusst, dass da etwas in Politik und Wirtschaft gewaltig schief läuft. Geld ist in gewisser Weise für alle ein Thema und je mehr über den Zustand des Landes bekannt wird, desto mehr Furcht verspüren die Menschen. Auf der anderen Seite ist da auch dieser stoische Umgang mit der anstehenden Katastrophe und diese rationale Art weiterzudenken. Spannend fand ich auch kleine Bemerkungen und Informationen zu den Lebensläufen der verschiedenen Personen, wie zum Beispiel Gunnas Werdegang (mit 12 Jahren angefangen in einer Fischfabrik zu arbeiten, später zur Polizei gewechselt) oder über das Studium einer Fotografin (sie wollte im Ausland studieren, also musste sie sich ein Studienfach suchen, das in Island nicht angeboten wurde), die mir eine Menge über das Land verraten haben.

„In eisigem Wasser“ ist ein angenehm unaufgeregter Kriminalroman. Es kommt zwar zu so einigen Todesfällen, aber nichts davon ist reißerisch dargestellt. In erster Linie stehen Gunnas Ermittlungen im Vordergrund und die gestalten sich stellenweise nun einmal mühsam, aber nie uninteressant. Auch mochte ich die Beziehungen der verschiedenen Charaktere zueinander (wenn ich jetzt mal davon absehe, dass die „Schönen und Reichen“ doch etwas klischeehaft dargestellt werden), da gibt es Freundschaft, Kollegialität und Menschen, die einander zwar nicht wirklich leiden können, die aber trotzdem professionell miteinander arbeiten. Das mochte ich wirklich, das war erholsam – und deshalb habe ich mir gleich im Anschluss den zweiten Band rund um Gunnhildur geschnappt.

Vom Seiten zählen und anderem …

Vor ein paar Tagen bin ich (ich glaube über einen Retweet bei Twitter) über einen Blogpost gestolpert, der die Frage in den Raum stellte, warum Buchblogger sich Leseziele setzen, an Challenges teilnehmen, Seiten zählen und ähnliches tun. Da das keiner meiner üblichen Blogs war, finde ich den Beitrag leider nicht wieder, aber ähnliches Diskussionen gibt es ja immer wieder.

Ich gebe zu, dass es eine Menge Dinge auf Buchblogs gibt, die ich nicht nachvollziehen kann wie zum Beispiel Verlags-Challenges. Und mit großen Buch-bezogenen Plattformen, auf denen ich Listen führen und mich mit anderen Leuten austauschen kann, gebe ich mich auch nicht ab, denn dafür habe ich ja meinen Blog – und mir gefällt es besser, wenn hier alles konzentriert gesammelt wird. Auf der anderen Seite gibt es bestimmt einige Menschen, die nicht verstehen, warum ich jeden Monatsanfang eine SuB-Liste poste, obwohl ich doch eine Gesamtliste unter dem Header verlinkt habe. Aber ich mag es die monatliche Veränderung in meinem SuB auf diese Weise zu dokumentieren und dort kurz über meinen (vergangenen und kommenden) Lesemonat zu schreiben. Und so führt jeder von uns seinen Blog so wie er es richtig und wichtig findet.

Auf jeden Fall hat mich dieser Post vor ein paar Tagen wieder auf etwas gebracht, das mir in den letzten Monaten aufgefallen ist. Ich führe seit sehr vielen Jahren Leselisten und – nachdem Natira mich mal angestupst hatte – ich veröffentliche diese Liste in abgespeckter Form auch als Quartalsstatistik auf diesem Blog. In abgespeckter Form, weil ich davon ausgehe, dass es die meisten Leute nicht interessiert, wie viele Seiten ein Titel hatte, ob es ein SuB-Titel, ein Neuzugang, ein eBook, ein Leihbuch oder ein Bibliotheksbuch war. Das Führen dieser Liste kostet mich gerade mal ein paar Minuten im Monat und ich finde es spannend, was diese Liste mir so über mich verrät. Und oft genug ist sie hilfreich, wenn ich mal wieder nicht weiß, welche Titel ich gelesen habe und wo ich mit einer Reihe weitermachen muss, wenn ich nichts verpassen möchte.

Das Seitenzählen ist eigentlich der unnütze Teil an meiner Liste, aber ich dachte vor ungefähr zwei Jahren, dass es doch interessant sei, wenn ich mal herausfinden würde, wie viele Seiten ich so lese. Parallel dazu habe ich durch meinen Monatsanfangspost auch häufig festgehalten, ob ich einen Monat als „guten“ Lesemonat empfunden habe. Dabei bedeutet ein guter Lesemonat nicht so sehr, dass ich lauter fantastische Titel in die Finger bekommen habe, sondern dass ich das Gefühl hatte, ich könnte mir genügend Zeit zum Lesen nehmen und das Lesen angemessen genießen. Also ein Monat, in dem ich nicht aus irgendeinen Grund mit der Welt (und somit auch mit meinen Büchern) verquer gewesen wäre oder in dem mir die Zeit gefehlt hätte, um mich in Ruhe mit einem Roman hinzusetzen.

Dadurch habe ich herausgefunden, dass meine „Wohlfühlgesamtseitenzahl“ (was für ein Wortgebilde! *g*) bei 5000 Seiten liegt. Lese ich in einem Monat um die 5000 Seiten, dann geht es mir in der Regel gut. Dann habe ich einen Monat erlebt, der mir genug Lesezeit gebracht hat, in dem der Kopf frei genug war, um mich auf eine Geschichte einzulassen, und in dem ich das Lesen entspannt genießen konnte. Nicht immer habe ich in solchen Monaten besonders gute oder mitreißende Romane gelesen, aber zumindest genügend „nette“ Titel, dass ich weiterlesen mochte, statt das Buch unzufrieden zur Seite zu legen und tagelang nicht wieder anzurühren. Außerdem bietet ein solcher 5000-Seiten-Monat auch wieder einigen Stoff für Blogposts und den Austausch mit euch über Bücher, was mir schließlich auch viel Freude bereitet. 5000 Seiten bedeuten auch, dass ich viel Zeit für mich hatte, denn das Lesen ist zwar mein größtes Hobby, aber nicht mein einziges – und ganz kann ich im Laufe des Monats nicht auf das Spielen, Handarbeiten und all die anderen Dinge verzichten.

Ich werde mir jetzt nicht zwanghaft die 5000 Seiten als monatliches Ziel setzen, aber ich finde es interessant und amüsant, wie viel meine gelesenen Seite darüber aussagen, wie es mir in einem Monat ging. Und es bekräftigt mich (mal wieder) darin, dass ich meine Lese- und Auszeiten – wenn irgend möglich – fest in meinen Alltag einplanen muss, damit es mir gut geht.

Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud

Im Rahmen meiner SuB-trahierung habe ich auch „Der Teufel von Grimaud“ von Frank Bresching aus dem Regal gezogen. Und nach dem Lesen lässt mich das Buch etwas zwiespältig zurück. Auf der einen Seite ist es ein spannender Roman, auf der anderen Seite herrscht in der Geschichte so eine schrecklich bedrückende Atmosphäre. Alles so düster und hoffnungslos und nur ein wirklich sympathischer Charakter – dem natürlich auch noch etwas Schlimmes zustößt.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog, der von zwei Mädchen (Oceane und Camille) erzählt, die einen Tag am Strand verbracht haben, sich dann aber auf dem Rückweg trennen – was dazu führt, dass eines der Mädchen missbraucht und ermordet wird. Das Dorf Grimaud wird durch diese grausame Tat aufgeschreckt: Einer von ihnen ist höchstwahrscheinlich der Täter, obwohl doch alle glauben, dass sie ihre Nachbarn so gut kennen. Die Ermittlungen werden von Kommissar Leo Balleroy übernommen, der erst einmal ein Gefühl für die verschiedenen Einwohner von Grimaud und die Verbindungen der verschiedenen Personen zueinander bekommen muss.

Erzählt wird die Handlung auf verschiedenen Perspektiven: So verfolgt man die Geschehnisse aus der Sicht des Polizisten, aus der von Camille, von Clement und natürlich dem Mörder. Während der Polizist systematisch alle Spuren verfolgt, herauszufinden versucht wer wann an welchem Ort war und ob es schon früher zu verdächtigen Vorfällen im Ort gekommen ist, schwankt Camille zwischen Trauer und Verzweiflung. Sie ist gerade erst nach Grimaud gezogen, fühlt sich einsam und verlassen (vor allem, da ihre Mutter vor allem mit ihrem Verlobten beschäftigt ist) und die ermordete Oceane war ihre einzige Freundin. Ein wenig Trost findet das Mädchen bei dem alten Clement der vor Jahren seine Frau verloren hat, als diese an Krebs starb, und dessen Sohn sich seit Jahrzehnten nicht mehr bei seinen Eltern hat blicken lassen. Der einsame Mann und sein Hund bieten Camille einen Zufluchtsort und ein offenes Ohr für ihre Gedanken und ihren Kummer.

Wie gesagt, wirklich sympathisch fand ich eigentlich nur eine Figur, trotzdem fand ich es sehr reizvoll die verschiedenen Perspektiven zu lesen, mir ein Bild von dem Leben in Grimaud zu machen und die Machtverhältnisse in diesem Ort kennenzulernen. Auch die Passagen, in denen die Gedanken des Mörders niedergeschrieben wurden, waren ausnahmsweise nicht uninteressant. Ihm ist schon seit langem bewusst, dass er eine unnatürliche Neigung zu jungen Mädchen hat und hat (fast) immer erfolgreich dagegen angekämpft, doch mit dem Zusammentreffen mit Oceane und ihrer Ermordung hat er eine Grenze überschritten, die ihm selber Angst macht. Doch das hat mir in gewisser Weise gefallen – vor allem war es eine angenehme Abwechslung zu den Mördern mit Machtfantasien und „meine Opfer sind selber Schuld“-Gedanken, die sonst gern von Krimiautoren kreiert werden.

Allerdings muss ich zugeben, dass mir eine Art „Happy End“ fehlt. Natürlich hüpft keiner nach Auflösung eines solchen Mordfalles am Ende heiter und unbeschwert über die Wiese. Aber ich möchte trotzdem das Gefühl haben, dass sich am Schluss etwas bewegt hat, dass zumindest irgendjemand eine Zukunft vor sich hat, die nicht durch und durch belastet ist. Stattdessen geben mir die letzten Seiten von „Der Teufel von Grimaud“ das Gefühl, dass die wenigen guten und hilfsbereiten Menschen verdammt sind, weil sie mit skrupellosen und bösen Personen eine Welt teilen müssen.