SuB-Zuwachs im Januar

Frank Patalong: Der viktorianische Vibrator
Das Buch stand – dank einer Rezension von Kiya – schon länger auf meiner Wunschliste. Nachdem ich dann bei Elena ein Wunschbuch gewonnen habe, fiel es mir wieder ins Auge. Und da es so gut zur zweiten Runde der Sachbuch-Challenge passt, habe ich den Titel auch gleich gelesen und rezensiert. 😉

Tove Jansson: Die Mumins – Eine drollige Gesellschaft
Ich fürchte, ihr werdet in den nächsten Monaten regelmäßig Mumins-Neuzugänge bei mir finden. Es macht mir gerade so viel Spaß die Geschichten zu lesen.

Patricia Briggs: Blood Bound
Nachdem ich den ersten Band schon vor einiger Zeit gelesen habe und der „Weihnachtsmann“ mir den dritten Teil der Reihe brachte, musste jetzt auch noch der zweite Teil der Mercy-Thompson-Reihe bei mir einziehen.

Shannon K. Butcher: The Sentinel Wars 1 – Burning Alive
Wenn ich überlege, dass ich eigentlich so gut wie nie an Gewinnspielen teilnehme, dann hatte ich in den letzten Wochen doch überraschend viel Glück. 😉 Denn auch diesen Titel habe ich gewonnen, als Melli auf ihrem Blog eines ihrer Jahres-Highlights verlost hat. Der Roman stand zwar nicht auf meiner Wunschliste, aber da Melli so begeistert von der Reihe ist und die Autorin angeblich auch bei den Harry-Dresden-Romanen ihres Mannes Jim Butcher einen gewissen Anteil hatte, bin ich neugierig genug geworden, um mal einen Versuch mit der Serie zu starten.

Kelly Meade: White Knight (Cornerstone Run Trilogy 3)

Mit „White Knight“ findet die Cornerstone-Run-Trilogy von Kelly Meade (Kelly Meding) ihr Ende und auch dieses Buch habe ich wieder besseren Wissens direkt am Erscheinungstag angefangen – und erst aufgehört zu lesen als ich morgens um drei dann die letzte Seite beendet hatte. Stört ja nicht, wenn man sich am nächsten Tag vollkommen übermüdet an die Arbeit macht, wenn man dafür eine intensive Lesenacht genießen konnte. 😉

Dieser Roman dreht sich um Knight, den dritten der McQueen-Brüder. Knight ist ein weißer Wolf, was bedeutet, dass er emphatische Fähigkeiten hat. Weiße Wölfe sind bei den Gestaltwandlern ganz besonders selten und besonders geschätzt, da ihre Fähigkeiten es ihnen erlaubt die Stimmung im Rudel zu beeinflussen. Und bei einem Volk, das nicht nur dazu neigt sehr emotional zu reagieren, sondern bei dem auch immer wieder die Gefahr besteht, dass die einzelnen Mitglieder von den Bedürfnissen ihrer tierischen Seite überwältigt werden, kann dies überlebenswichtig für den Rudelzusammenhalt sein.

Für Knight war die Tatsache, dass er ein weißer Wolf ist, von klein auf eine Last. So wurde seine Mutter (die ebenfalls ein weißer Wolf war) getötet, als ein fremdes Rudel versuchte ihn zu stehlen, und auch der Konflikt mit den Hybriden scheint sich nur deshalb auf das Cornerstone-Rudel zu konzentrieren, weil die gefährlichen Wesen ihn in ihre Gewalt bekommen wollen. Das hat in den ersten zwei Bänden zu so einigen schrecklichen Ereignissen geführt, die Knight an die Grenzen seines Verstandes gebracht haben. Dabei hat er neben seinen eigenen psychischen Problemen noch mit dem Stress, der Trauer und den Verlusten des gesamten Rudels zu kämpfen, denn die Gefühle der anderen kann er nie vollständig abblocken.

Der weibliche Part in dieser Geschichte ist Shay Butler. Shay ist eine schwarze Wölfin und die einzige Überlebende des ersten Überfalls der Hybriden auf eine Loup-Garou-Ansiedlung. Das Erlebte hat die junge Frau fast in den Wahnsinn getrieben – und kaum fängt sie an alles einigermaßen zu verarbeiten, da wird sie von den Hybriden entführt. Mehr kann ich zum Inhalt leider nicht schreiben, wenn ich nicht die ersten beiden Bände spoilern will. Ich mochte beide Charaktere sehr gern, habe aber dieses Buch (zumindest anfangs) nicht so intensiv „miterlebt“ wie Rooks und Bishops Geschichten. Das lag zum einen daran, dass Knight schon in den anderen Büchern eine wichtige Rolle spielte und ich seine Situation schon früher beweint habe, und zum anderen daran, dass die Autorin zu Beginn dieses Romans noch einmal die Grundsituation aufrollt und den Leser auf den aktuellen Stand bringt. Dabei ist dieser Teil beim besten Willen nicht langweilig, man erfährt genügend neue Aspekte, um stets auf die nächste Szene neugierig zu bleiben, aber auf der Gefühlsebene packen einen solche Passagen dann weniger.

Dafür haben es dann die letzten Kapitel wieder in sich, so dass ich auch bei diesem Band der Cornerstone-Run-Serie nicht ganz auf meine emotionale Achterbahn verzichten muss. 😉 Der Kampf gegen die Hybriden findet seinen Höhepunkt (und Ende), wobei es vorher noch unerwartete Verbündete zu gewinnen gilt und Verräter entlarvt werden, die man so nicht mehr in Erinnerung hatte. Und wie schon in den anderen Büchern der Autorin, habe ich auch dieses Mal die Entwicklung der einzelnen Charaktere ganz besonders genossen. Shay ist eine selbstbewusste junge Frau, die genau weiß, was sie will – und die, nachdem sie die traumatischen Erlebnisse in ihrem Heimatort so langsam verarbeitet, alles tut, um ihre Fähigkeiten in den Dienst ihres neuen Rudels zu stellen.

Die Liebesgeschichte dreht sich in diesem Band weniger darum, dass die beiden Protagonisten nicht zusammen sein können, weil dies dem Wohl des Rudels nicht förderlich wäre. Sondern darum, dass beide Personen physische und psychische Probleme haben, die sie erst einmal so weit verarbeiten (oder sich überhaupt erst einmal eingestehen) müssen, dass sie überhaupt über eine Beziehung nachdenken können. Alles andere wäre – nachdem man die Annäherung der beiden schon in den ersten beiden Bänden mitverfolgen konnte – auch nicht der richtige Ansatz für die Handlung gewesen.

Auch wenn die „Cornerstone Run Trilogy“ streng genommen „nur“ eine nette romantische Urban-Fantasy-Reihe ist (ja, ich wiederhole mich 😉 ), habe ich das Lesen dieser drei Romane wirklich genossen. Ich mochte die verschiedenen Protagonisten, ich mochte den Weltenbau und die Schwierigkeiten, mit denen die Gestaltwandler Tag für Tag zu kämpfen haben, und ich mochte es, dass mich diese Geschichten emotional total ausgelaugt haben. Wenn die Autorin noch einmal einen Ausflug ins „Romantische“ macht, bin ich bestimmt wieder dabei, denn das kann sie genauso gut wie die actiongeladenen Urban-Fantasy-Geschichten.

Patricia C. Wrede: Wrede on Writing – Tips, Hints and Opinions on Writing

Als ich im Dezember über diesen Titel stolperte, war ich noch nicht davon ausgegangen, dass ich die Sachbuch-Challenge in diesem Jahr neu starten würde. Ich war einfach nur überrascht, dass es einen „Schreibratgeber“ von Patricia C. Wrede gibt, und neugierig, was diese Autorin zu dem Thema zu sagen hat. (Diana Wynne Jones hat übrigens auch etwas übers Schreiben veröffentlicht, aber der Titel ist mir noch zu teuer und hat es bislang nur auf die Wunschliste geschafft.) Wie so viele Vielleser bin ich immer wieder neugierig darauf zu erfahren, wie die Autoren, die ich gern lese, ihre Arbeit sehen und was sie über ihren Schaffensprozess zu erzählen haben.

Wie schon bei ihren Romanen (zumindest soweit ich sie bislang gelesen habe) mochte ich auch hier Patricia C. Wredes Schreibstil. Er ist unterhaltsam, humorvoll und informativ, was einfach eine gute Mischung für ein Sachbuch ist. Am Anfang stellt die Autorin schnell klar, dass es ihrer Meinung nach nicht die einzig wahre Methode gibt, um ein Buch zu schreiben, und dass es – je nach Autor – sein kann, dass unterschiedliche Bücher eben auch nach unterschiedlichen Methoden verlangen. Dafür gibt sie Hinweise, welche Elemente für sie persönlich wichtig sind, wenn sie mit einer neuen Geschichte beginnt. Sehr nett fand ich z. B. die simple Idee, für die unterschiedlichen Gebiete ihrer Welt Namenslisten (mit einer Sammlung von regional passenden Vor- und Nachnamen) anzulegen, auf die sie dann zurückgreifen kann, wenn sie mühelos eine Nebenfigur in die Handlung einfügen will.

Was hingegen aus ihrer Sicht sehr wichtig ist, ist das sogenannte „Lego-Prinzip“. Mit einfachen und klaren Sätzen erklärt Patricia C. Wrede dabei, warum es für das Erzählen einer Geschichte so relevant ist, die richtigen Worte zu wählen, welche Auswirkungen die Wahl der Adjektive (oder eben das Weglassen derselben) und ähnliche „Basiselemente“ haben können. Natürlich wird dies auch in anderen Schreibratgebern erwähnt, aber selten so ausführlich und so eingängig. Normalerweise liegt der Schwerpunkt der jeweiligen Bücher doch eher auf der „großen“ Methode und weniger auf den (theoretisch selbstverständlichen) Grundlagen. Wobei auch Patricia C. Wrede betont, dass der Großteil des Schreibens intuitiv abläuft, dass aber das Bewusstsein für die einfachen Zusammenhänge und Wirkungen das Überarbeiten von problematischen Stellen vereinfacht.

Ebenfalls ungewöhnlich für einen „Schreibratgeber“ fand ich die Menge an Hinweisen zu Themen wie Steuerzahlungen, Zahlungs- und Abrechnungsgewohnheiten von Verlagen, Backlist-Verwertung, Überlegungen, die man sich zur Suche eines Agenten machen sollte, oder Gedanken zum Thema Altersvorsorge und ähnliches. All das macht auch einen großen Arbeitsanteil eines Autors aus und wird sonst kaum in solchen Sachbüchern erwähnt, da sich diese vor allem auf den kreativen Prozess konzentrieren. Patricia C. Wrede hingegen betont, wie wichtig es in ihren Augen sei, dass auch diese Elemente gut durchdacht und geplant werden, denn nur dann hat man auch die Ruhe, Zeit und Energie, um sich dem eigentlichen Schreiben zu widmen.

Ich fand es wirklich spannend, dieses Buch zu lesen – nicht nur, weil die Autorin so viele Sachen angesprochen hat, die sonst nicht erwähnt werden, sondern auch, weil es mir Spaß gemacht hat, die vielen Beispieltexte zu den unterschiedlichen Passagen zu lesen. So verwendet Patrica C. Wrede zum Beispiel eine Szene rund um den Geburtstag eines Prinzen, um die verschiedenen Perspektiven zu verdeutlichen – und ich hätte mir vorher nicht vorstellen können, dass ich so oft dieselbe Szene lesen und mich immer so gut dabei amüsieren könnte. Ebenso ging es mir, als sie Jane Austens „Pride and Prejudice“ so zusammenfasste, dass es nach einer Militärgeschichte mit Wickham als Hauptfigur klingt, um zu zeigen was man alles falsch machen kann, wenn man eine Inhaltsangabe für einen Verlag schreiben möchte, um seine Geschichte zu verkaufen.

Auch wenn nicht alle ihre Hinweise – z. B. zum Thema Steuern oder Rentenvorsorge in den USA – allgemeingültig sind, so war das Sachbuch wirklich interessant zu lesen und hat meinen Blick für den Aufbau von Geschichten wieder ein kleines bisschen mehr geschärft. Ich mag es, wenn ich am Ende eines Buches das Gefühl habe, dass mir jemand auf unterhaltsame Weise etwas beigebracht hat – und das war hier definitiv der Fall.

Winterschlaf

Irgendwie fehlt mir gerade so etwas wie Winterschlaf. Eine Phase, in der ich das Gefühl habe, ich hätte nicht noch ganz viel zu tun, ich könnte einfach mal entspannen und loslassen. Normalerweise beginnt mit dem Dezember für mich diese Zeit, aber in diesem Winter hat das nicht geklappt.

Dazu kommen die diversen kleinen und größeren Sorgen. Denn auch wenn es Christie dank der Medikamente eigentlich wieder ganz gut geht, so müssen ihre Leberwerte weiterhin untersucht und im Auge behalten werden. Das bedeutet regelmäßige Fahrten zum Tierarzt, regelmäßige Blutabnahmen und jedes Mal wieder die Frage, ob es besser oder schlechter geworden ist. Die Ursache für ihre Leberwerte werden wir wohl nicht herausfinden – auch so etwas, was ich nicht gut haben kann, aber womit ich leben muss. Außerdem steht bei ihr demnächst noch eine Zahn-OP an, was ja nie so ganz ohne Risiko ist.

Bei mir knarzt es auch gerade. Ich habe mir vor einigen Tagen das Knie so blöd verdreht, dass ich kaum auftreten konnte – und nun bin ich ungeduldig und quengelig, weil ich immer noch nicht wieder richtig eine Treppe runtergehen oder auf eine Leiter steigen kann. Auch wenn mein Verstand weiß, dass so etwas Zeit braucht, nervt es mich doch, dass ich für jeden kleinen Weg so viel länger benötige, dass der kleine Gang in den Wäschekeller so anstrengend sein kann und dass ich abends kaum weiß, wie ich das Knie platzieren soll, damit es mit Christies Gewicht fertig wird (denn natürlich kann ich die kleine kranke Katze doch nicht vom Sofa werfen 😉 ).

Und während ich Wintermüdigkeit sonst nur von anderen Leuten kenne, überfällt mich momentan der Sekundenschlaf, sobald ich für ein paar Minuten ruhig sitze – gern auch, wenn ich eigentlich meine Nase ins Buch stecken möchte.

Das alles führt dazu, dass ich gerade ungnädig bin mit mir und meiner Umwelt. Obwohl ich in den letzten Tagen versucht habe, „normal“ zu funktionieren, habe ich eigentlich keine Geduld, um mit anderen Menschen zu kommunizieren. (Mein armer Mann kann davon gerade ein Lied singen.) Ich habe einfach nichts zu sagen, habe auch nichts gelesen, wozu ich etwas schreiben möchte, und es fällt mir schwer, auf Beiträge und Kommentare anderer zu reagieren. Und nachdem ich eben mehrfach den FeedReader geöffnet habe, nur um ihn wieder zu schließen, weil ich keine Lust habe, Beiträge zu lesen, wird es wohl Zeit, dass ich mir eine kleine Auszeit nehme. Ein paar Tage offline werden mir hoffentlich guttun und mein Kommunikationsbedürfnis wieder anfeuern.

Frank Patalong: Der viktorianische Vibrator – Törichte bis tödliche Erfindungen aus dem Zeitalter der Technik

Meine erste Sachbuch-Rezension in diesem Jahr dreht sich um Erfindungen, die im viktorianischen Zeitalter gemacht worden. Ich habe das Buch „Der viktorianische Vibrator – Törichte bis tödliche Erfindungen aus dem Zeitalter der Technik“ von Frank Patalong Ende letzten Jahres bei Elena gewonnen (bzw. mir als Gewinn gewünscht), nachdem Kiya Schuld daran war, dass der Titel überhaupt auf meinem Wunschzettel gelandet ist.

Es gibt bei dem Buch Höhen und Tiefen, und ein paar Sachen, die mir nicht so gut gefallen hat, kann ich ganz leicht benennen. So kann ich es nicht leiden, wenn Journalisten (und dieser Autor ist einer) ein Thema so angehen, als ob noch nie jemand sich damit auseinandergesetzt hätte – oder eben vom dümmsten möglichen Leser ausgehen, wenn sie ein Buch schreiben. Ebenso fand ich einige Formulierungen in „Der viktorianische Vibrator“ unglücklich gewählt. So denkt Frank Patalong, dass es, wenn wir alle ohne elektrisches Licht leben müssten, vielleicht so wäre, dass wir im Sommer länger und im Winter kürzer arbeiten würden. Aber da muss man nicht spekulieren, da kann man sich doch einfach anschauen, wie die Leute vor 150 Jahren gelebt haben.

Ebenso scheint er zu meinen, dass ein Leben ohne Elektrizität dazu führen würde, dass man nach Einbruch der Dunkelheit kaum noch etwas daheim machen kann – ohne zu bedenken, dass jahrhundertelang beim Licht von Öl-Laternen, Kerzenschein usw. ganze Bibliotheken abgeschrieben, Kleider genäht und andere „häusliche“ Tätigkeiten erledigt werden mussten. Das menschliche Auge kann sich, wenn es denn nötig ist, auch mit wenig Licht abfinden … Dass mich die diversen „Wortspiele“ nervten, trau ich mich kaum noch zu erwähnen und auch die ständigen Verweise auf und Vergleiche mit Twitter und anderen aktuellen Onlinediensten hätte sich Frank Patalong ruhig sparen können.

Insgesamt wurde das Buch in fünf große Themenbereiche („Unter Strom“, „Kommunikation und Musik“, „Mobilität, „Maschinen und Gesundheit“ und „Die Sache mit den Strahlen“) aufgeteilt.Gerade der erste Abschnitt rund um die Entdeckung der Elektrizität und ihre ersten Verwendungen scheint vor allem für Leser geschrieben zu sein, die sich noch nie mit dem Thema auseinandergesetzt haben. Das hat dazu geführt, dass ich hier im allgemeinen Bereich nur sehr wenige neue Informationen gefunden habe. Was ich allerdings (und zwar das ganze Buch hindurch) interessant fand, waren die Bebilderungen und Einschübe, bei denen alte Werbeanzeigen, Artikel oder auch Zusammenfassungen kurioser Informationen präsentiert wurden, in denen es um elektrische Erfindungen und ihre Anwendung ging.

Bei „Kommunikation und Musik“ hatte ich – vor allem im Musikbereich – deutlich weniger Vorwissen als zum Thema Strom, was das Kapitel für mich deutlich interessanter machte. Vor allem Passagen, die beschreiben, wie zum Beispiel das Telefon als Übertragungsgerät für Orchesteraufführungen verwendet wurde oder mit welchen Alternativen zum „klassischen“ Telefon experimentiert wurde, fand ich gut zu lesen. Bei dem Bereich „Mobilität“ bin ich immer wieder erstaunt, wie viel ich über frühere Entwicklungen weiß – was vermutlich an diversen gut gemachten Fernsehsendungen zu dem Thema liegt. So waren es hier für mich vor allem kleine Begebenheiten und Anekdoten, die mein Interesse aufrecht erhielten, oder Informationen (wie der Werdegang der Wissenschaftlerin Mary Ward), die sonst gern ausgelassen werden, weil sie nicht direkt mit der Entwicklung von Automobilen zu tun haben.

So richtig interessant fand ich die letzten beiden Abschnitte, einmal über die diversen – aus heutiger Sicht ziemlich verrückten oder amüsanten – Anwendungen von Maschinen im Gesundheitsbereich und dann über die Entdeckung und Anwendung von radioaktiver Strahlung. In den Bereichen gab es für mich so einiges Neues zu entdecken und dementsprechend schnell habe ich diese Seiten auch gelesen. Auch fiel hier ins Auge, dass die Ausdrucksweise des Autors bei den ernsthafteren Themen auch die letzte Spur von Flapsigkeit verlor, was ich sehr angenehm fand. Was mich immer wieder (nicht nur beim Lesen dieses Sachbuchs) erschüttert, ist die Hemmungslosigkeit, mit der sich Menschen auf neue Erfindungen stürzen und mit der die Industrie in ihrer Werbung die Wirkung ihrer neuen Produkte anpreist. Selbst wenn sich die ersten schädlichen (bis tödlichen) Nebenwirkungen schon zeigen, so wird doch verkauft und beworben, bis es so viele Tote gibt, dass das Produkt von offizieller Seite verboten wird. Das war vor zweihundert Jahren ebenso der Fall wie heute …

Am Ende hat sich das Lesen des Buches für mich wirklich schon allein wegen der letzten beiden Themengebiete gelohnt, obwohl ich nach dem nicht ganz so interessanten Anfang rund um die Entdeckung des elektrischen Stroms und seiner Anwendung etwas skeptisch war. Dazu kamen noch all die Werbeanzeigen, etwas abseitigen zusätzlichen Informationen und Anekdoten, die selbst die nicht ganz so spannenden Kapitel auflockerten.

Höreindrücke im Dezember

Es macht sich in diesem Jahr wirklich bemerkbar, dass ich im Dezember vor und nach den Feiertagen so viel um die Ohren hatte, dass ich meine „üblichen“ Blogposts nicht so ganz auf die Reihe bekommen habe. Aber so langsam komme ich wieder in der Normalität an – es fehlen nur noch die Höreindrücke aus dem Dezember, die ich nicht unter den Tisch fallen lassen möchte. Bei den Agatha-Christie-Hörbüchern finde ich es nicht ganz so schlimm, dass ich nicht ausführlicher darüber schreibe, aber die Pater-Brown-Geschichten hätte ich eigentlich gern noch für die Hörbuch-Challenge rezensiert.

Nachdem ich – auch durch so einige Leihgaben – im ersten Halbjahr so viele Agatha-Christie-Hörbücher genossen hatte, hatte ich beim Renovieren und Streichen Lust auch noch die letzten beiden Titel auf meiner Liste zu hören. „Der Mord an Roger Ackroyd“ von Agatha Christie scheint sich auf den ersten Blick nicht von vielen anderen Who-dunnits zu unterscheiden. Aus der Perspektive des Arztes Dr. James Sheppard bekommt der Hörer erzählt, wie Roger Ackroyd zu Tode kommt, welche Verbindung es mit dem Selbstmord der Witwe Ferrars bestehen könnte und wie die Ermittlungen laufen. Dabei muss der Mediziner herausfinden, dass sein seltsamer neue Nachbar niemand geringere ist als Hercule Poirot, der natürlich die Untersuchungen in diesem Fall übernimmt.

So weit, so gewohnt, doch Agatha Christie hat bei ihrer Geschichte einen Kniff angewandt, der einen am Ende der Geschichte viele Aspekte und Aussagen noch einmal überdenken lässt. Ich persönlich mag diese Enthüllung sehr und finde, dass das Wissen um die Auflösung den Genuss an diesem Krimi nicht schmälert. Allerdings war der Sprecher Charly Hübner nicht die beste Wahl für dieses Hörbuch, auch wenn ich mich im Laufe der Zeit an ihn gewöhnt und ihn als James Sheppard akzeptiert habe. Ich kann gar nicht mal sagen, was mich anfangs so sehr an ihm stört und warum ich so wenig warm mit ihm geworden bin, aber die Sprecher der anderen Hörbücher fand ich in der Regel stimmiger und angenehmer zu hören.

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Auch bei „Mord im Orientexpress“ hat Agatha Christie eine ungewöhnliche Auflösung für ihre Geschichte gefunden. Dabei ermittelt Hercule Poirot von Anfang an bei einem Mordfall, der im Orientexpress in der ersten Klasse verübt wurde. Schnell steht fest, dass der Täter nicht von außen gekommen sein kann, da der Zug in einem Schneesturm feststeckt, sondern in dem gleichen Wagen mitreist, in dem auch der Mord verübt wurde. Doch keiner von Poirots Mitreisenden scheint ein Motiv für die Tat zu haben … Dieses Hörbuch wird von Friedhelm Ptok gesprochen, dessen Stimme ich wesentlich angenehmer finde als die von Charly Hübner. Aber auch hier war ich nicht immer so ganz glücklich, da der Sprecher sehr vielen verschiedenen Figuren seine Stimme leihen muss, was ich nicht immer so ganz geglückt fand. Trotzdem habe ich das Hörbuch genossen, es ist einfach eine gute Geschichte! 🙂

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Zuletzt gab es noch eine Box mit „Geschichten von Pater Brown“ von Gilbert Keith Chesterton mit der Irina nichts anfangen konnte. Ich gebe zu, die Kurzgeschichten sind aus heutiger Sicht nicht nur sehr altmodisch, sondern auch langatmig erzählt, aber ich mochte den weitschweifigen Stil, der so spürbar aus einer anderen Zeit stammte, den Humor in den Geschichten und die verschiedenen Ansätze bei den Fällen. Es ist sehr lange her, dass ich Pater-Brown-Geschichten gelesen habe und ich kann heute gar nicht mehr genau sagen, ob sie mir gefielen oder nicht. In meine Erinnerungen mischen sich die unterschiedlichen – und selten originalgetreue – Verfilmungen mit den Büchern und von mir aus hätte ich vermutlich nicht so schnell wieder zu Pater Brown gegriffen, aber nachdem ich diese CDs gehört habe, habe ich Lust auf mehr. Unter anderem, weil ich neugierig bin, ob die Sprache für mich heutzutage gelesen ebenso gut funktioniert wie gehört. Ich weiß nicht, ob ich ein Ausdruck wie „Mit dem Ernste eines Müßiggängers, rauchte er eine Zigarette.“ auch so bezaubernd gefunden hätte, wenn ich ihn gelesen hätte.

Die Box beinhaltete die Geschichten „Das blaue Kreuz“, „Die seltsamen Schritte“, „Der Unsichtbare“ und „Der Fluch des Buches“ (insgesamt macht das ungefähr 200 Minuten Laufzeit) – dabei werden die ersten drei Kurzgeschichten von Hans Korte, die letzte Episode von Wolf Euba gelesen. Beide Sprecher machen ihre Sache gut, auch wenn ich auf Wolf Euba erst einmal einstellen musste, nachdem ich drei Geschichten mit einem anderen Sprecher gehört und nicht darauf geachtet hatte, dass da ein Wechsel kommt. Vor allem „Das blaue Kreuz“ bietet eine schöne Außensicht auf den Pater, der nicht anders wirkt als ein naiver, freundlicher Landpfarrer, den jeder über den Tisch ziehen könnte. Dabei wird vom Betrachter vollkommen übersehen, dass selbst der freundlichste Pfarrer bei der Seelsorge die abgründigsten Gedanken (und von den schlimmsten Taten) seiner Schäfchen zu hören bekommt … Doch das war hübsch, abwechslungsreich bei den Fällen und im besten Sinne altmodisch.

Dies und Das (1): Urlaubsende

Da mein Mann heute wieder zur Arbeit muss, ist unser „Urlaub“ nun offiziell zu Ende. Aber ein paar kleine Erinnerungen mag ich doch noch an die vergangenen Tage hier festhalten, bevor der Alltag wieder losgeht.

Die gemeinsamen Tage mit der besuchenden Familie begannen mit einer Apfeltarte in unserer Wohnung.

So früh am Tag und doch so dunkel.
Am nächsten Morgen wurden wir dann vom Schnee überrascht, der den ganzen Tag fiel, bis sich eine schöne dichte Schneedecke über die Stadt gelegt hatte. Während der Tag mit einem leckeren Frühstück in einem Café begann, konnten wir noch nicht so ganz glauben, dass der Winter jetzt doch noch Einzug gehalten hatte. Doch spätestens als der Wind immer schneidender wurde, mussten wir einsehen, dass bei dem Wetter gemütliche Stadtbummel und Spaziergänge von der Liste der geplanten Dinge gestrichen werden mussten.
So verbrachten wir die folgenden Tage vor allem in Cafés und Restaurants, unterbrochen von Fahrten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, kurzen Fußmärschen durch die Stadt, Aufwärmrunden in kuscheligen Lounges und einer unvergesslich sonnig-frostigen Stadtrundfahrt in einem ungeheizten Bus, bei dem nur eine Plane den Fahrgast auf dem Oberdeck von draußen trennte. *g* Ich glaube nicht, dass ich je zuvor so viel heißen Milchkaffee getrunken habe, und wir haben viel geschwatzt und erzählt und die Zeit miteinander genossen. Die gemeinsamen Tage waren viel zu schnell vorbei.

So köstlicher Maronen-Creme-Kuchen. 🙂
So schön die Zeit mit dem Besuch war, so angenehm war es auch, dass wir dann an den ersten Tagen dieses Jahres keinerlei Verabredungen oder Termine hatten. Wir haben die Füße hochgelegt, die schrecklich vernachlässigten Katzen beschmust und verhätschelt, viel geredet und gespielt, DVDs geschaut und gelesen. Während ich noch versuchte, genügend Ruhe zu finden, um endlich mal wieder einen Harry-Dresden-Roman zu lesen, hat sich mein Mann auf unsere neue Box mit den James-Bond-Romanen gestürzt und so viel Gefallen daran gefunden, dass er gleich drei Bücher hintereinander weggelesen hat. 😀 

Um das kulinarische Verwöhnen noch einmal auszukosten, gab es gestern Abend (wie schon am Weihnachtsabend) eine leckere Ofengemüse-Frittata und sehr feinen Himbeer-Milchreis zum Nachtisch. Wir haben weiter die Nase in unsere Bücher gesteckt und die letzten Urlaubsstunden ausgekostet. Aber heute hat uns dann der Alltag wieder und neben der restlichen Flur-Renovierung sowie den angefangenen und nicht fertiggenähten Projekten liegen für mich auch schon das erste Sachbuch für dieses Jahr und ein Buch aus dem Alt-SuB bereit. Ich bin gespannt, wann ich wieder meinen gewohnten Rhythmus gefunden habe und anfange, über Bücher zu bloggen. 😉

Ach ja, als Entschuldigung für den wirklich ohrenbetäubenden Lärm, der – vor allem durch vier aufgedrehte Kinder – in der Silvesternacht in der Wohnung über uns entstanden war, gab es von den zerknirschten Nachbarn eine Flasche Wein und eine Blume. Jetzt hoffe ich nur, dass das arme Pflänzchen auf meiner Küchenfensterbank überlebt … 

SuB-trahiert (2): Dezember

Weiter geht es mit dem Wühlen durch den Alt-SuB! Ich habe übrigens inzwischen beschlossen, dass alles zum Alt-SuB gehört, was länger als 6 Monate in meinem Besitz ist. Aber Vorrang haben die Titel, die schon ein paar Jahre ungelesen im Regal stehen. Leider lief es im Dezember aus Zeitgründen nicht ganz so gut, aber vielleicht kann ich das jetzt im Januar wieder „ausgleichen“.

1. Tom Kahn: Das Tibetprojekt
Ein Thriller, bei dem ich mich doch etwas frage, wie er auf meinem SuB gelandet ist. Wobei ich ja eine Zeitlang schon sehr experimentierfreudig war, wenn es im Kriminalromane und Thriller ging, weil ich hoffe, dass mich endlich mal wieder ein Autor packen könnte. Hier geht es um einen Historiker, der in Tibet seltsame Vorfälle erkunden soll, die mit einer Nazi-Expedition aus dem Jahr 1938 zusammenhängen, bei der damals der Urspung der „arischen Rasse“ gesucht wurde. Meine Meinung zu dem Roman möchte ich mal so ausdrücken: Ich kann verstehen, dass der Autor die Geschichte unter Pseudonym veröffentlicht hat, ich kann allerdings nicht verstehen, dass sich ein Verlag bereit erklärt hat dieses Buch zu veröffentlichen.

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Eigentlich könnte ich auch folgende Titel noch als „SuB-trahiert“ bezeichnen, auch wenn ich meine Sachbücher hier auf dem Blog nicht offiziell aufliste:

Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind – Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa
Zur Rezension geht es HIER.

Anke Dörrzapf und Claudia Lieb: Marco Polos wunderbare Reisen
Zur Rezension geht es HIER.