Schlagwort: Sachbuch

Tom Reiss: The Black Count …

… Napoleon’s Rival, and the Real Count of Monte Cristo – General Alexandre Dumas

„The Black Count“ von Tom Reiss gehört zu den Büchern, bei denen ich mal wieder nicht weiß, wie ich darauf gestoßen bin. Aber ich bin sehr, sehr froh, dass ich darauf aufmerksam wurde, denn diese Biografie las sich überaus spannend (auch wenn ich wegen der relativ kleinen Schrift, der Masse an Informationen und diversen Unterbrechungen recht lange dafür gebraucht habe). General Thomas-Alexandre „Alex“ Dumas war der Vater des berühmten Schriftstellers Alexandre Dumas, und er muss eine überaus beeindruckende Persönlichkeit gewesen sein. Alex‘ Vater war der französische Adelige Alexandre Antoine Davy de la Pailleterie, während seine Mutter Marie Cessette (Dumas) nicht nur eine schwarze Frau war, sondern als Sklavin auf der Insel Saint-Domingue lebte, wo Alexandre de la Pailleterie auf der Plantage seines Bruders Charles Zuflucht gesucht hatte. Als Sohn einer versklavten Frau gehörte auch Alex zum Besitz seines Vaters, und obwohl er anscheinend eine relativ privilegierte Kindheit auf Saint-Domingue gehabt hat, wurde er (ebenso wie seine Geschwister, von denen es keinerlei weitere Aufzeichnungen gibt) von seinem Vater verkauft, als dieser für seine Rückkehr nach Frankreich Geld benötigte.

Erst ein Jahr später betrat Alexandre Dumas als Vierzehnjähriger französischen Boden, um in den folgenden Jahren (nachdem sein Vater ihn zurückgekauft und offiziell die Vaterschaft anerkannt hatte) nicht nur die entsprechende Ausbildung zu genießen, sondern auch das Leben eines Sohns aus adeligem Hauses zu führen. Nach dem Tod seines überschuldeten Vaters war Alex gezwungen, sich (erneut) seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen, und ging zum Militär, wo er zu Beginn der Französischen Revolution eine unglaubliche Karriere hinlegte. Erst Napoleon Aufstieg (sowohl innerhalb des Militärs als auch später als selbsternannter Konsul) beendete Alex Dumas‘ erfolgreiches Leben als General. Stattdessen durchlebte er eine Kriegsgefangenschaft, die ihn seine Gesundheit kostete und durch die seinen Sohn zu der Handlung vom „Grafen von Monte Christo“ inspiriert wurde, und verstarb wenige Jahre später verarmt in einem Frankreich, das unter Napoleons Führung seinen schwarzen Bürgern all die zu Beginn der Revolution erstrittenden Rechte wieder nahm.

Ich muss gestehen, dass ich am Anfang des Buches etwas überrascht davon war, dass man erst einmal so viel über das Leben von Alexandre de la Pailleterie erfährt und dass es so lange dauert, bis man zu Alex Dumas kommt. Aber ohne all die Höhen und Tiefen, die das Leben seines Vaters genommen hat, wäre Alex Dumas wohl niemals General der französischen Revolutionsarmee geworden. Außerdem baute dieser Teil rund um Pailleterie die Grundlagen auf für die weiteren Entwicklungen – sowohl die persönlichen von Alex Dumas, als auch die politischen rund um Frankreich und all die anderen europäischen Länder, mit denen Frankreich im Krieg lag. Auch haben mich zu Beginn die immer wieder von Tom Reiss gezogenen Vergleiche zwischen den europäischen Kolonialmächten und den Frühphase der USA etwas irritiert, obwohl ich diese grundsätzlich bei einem US-Autor verständlich finde. Im Laufe des Buches wird aber deutlich, wie sehr die Entwicklungen in den USA die Urväter der Französischen Revolution inspiriert hatten.

Beim Lesen fand ich nicht nur das Leben von General Alex Dumas überaus spannend, sondern auch die Quellen, die Tom Reiss für sein Buch herangezogen hat. Denn der Autor hatte nicht nur Unmengen an Materialien in den diversen Archiven gefunden und Zugriff auf noch erhaltene private Briefe der Familie Dumas gehabt, sondern auch einige seiner Darstellungen auf Alexandre Dumas‘ Beschreibungen seines Vaters basieren lassen – wobei er immer in Fußnoten anmerkt, ob er weitere Belege für die geschilderten Szenen gefunden hat oder nicht und aus welcher Quelle Alexandre Dumas selbst wohl diese Anektdote erzählt bekommen hatte, da sein Vater starb, als der Schriftsteller gerade mal vier Jahre alt war. Ich muss gestehen, dass ich immer das Gefühl hatte, dass die Französische Revolution in meiner Schulzeit unangemessen viel Raum eingenommen hatte, aber beim Lesen von „The Black Count“ habe ich so viele Zusammenhänge gelernt und so viele Dinge erfahren, die ich vorher nicht wusste, dass ich diese Biografie nicht nur als spannend, sondern auch als ungemein lehrreich empfunden habe.

Das Leben von Alex Dumas war so sehr mit der Französischen Revolution verwoben, dass es unmöglich ist, seine Biografie zu schreiben, ohne auf die verschiedenen Entwicklungen der Revolution einzugehen, die Einfluss auf das Leben schwarzer Menschen in Frankreich und den französischen Kolonien hatte. Neu war für mich zum Beispiel, dass eine der treibenden Kräfte in der Anfangszeit der Revolution eine Gruppierung war, die für die Abschaffung der Sklaverei war. So fand ich es großartig, davon zu lesen, wie sehr sich das Leben von Schwarzen, People of Color und sogar Juden in den ersten Jahren der Französischen Revolution verbesserte, und umso bedrückender war es dann, zu erfahren, wie sehr Napoleons Rassismus all diese Fortschritte wieder rückgängig gemacht hat. „The Black Count“ hat mir also nicht nur einen faszinierenden Mann nähergebracht, von dem ich vor diesem Buch noch nichts gehört hatte, sondern auch sehr viele neue Einblicke rund um die Französische Revolution präsentiert.

Nachdem Tom Reiss in diesem Buch immer wieder auf die Werke von Alexandre Dumas verwiesen hat – wobei vor allem „Der Graf von Monte Christo“ regelmäßig erwähnt wurde -, habe ich das Gefühl, ich sollte im kommenden Jahr mal einen Reread von Dumas‘ Büchern einlegen. Das letzte Mal, als ich zu Alexandre Dumas‘ Büchern gegriffen habe, war, als ich ein Teenager war, und das ist doch schon eine ganze Weile her, so dass ich mich an keinerlei Details mehr erinnere. Außerdem habe ich von Tom Reiss noch den Titel „The Orientalist: In Search of a Man caught between East and West“ auf meine Merkliste gesetzt, weil der auch überaus interessant klingt und ich nach „The Black Count“ sagen kann, dass der Autor in der Lage ist, mir historische Persönlichkeiten so nahezubringen, dass ich nicht nur die Person, sondern auch all die politischen Umstände, in die sie verwickelt ist, spannend finde.

Magid Magid: The Art of Disruption – A Manifesto for Real Change

Über Magid Magid bin ich gestolpert, als mir ein Zeitungsartikel über ihn in die Timeline gespült wurde, in dem auch dieses Buch erwähnt wurde. Magid Magid war von Mai 2018 bis Mai 2019 Oberbürgermeister von Sheffield (und somit der erste Oberbürgermeister somalischer Abstammung, der erste, der einer grünen Partei angehört, und auch noch der bislang jüngste Oberbürgermeister von Sheffield), und von Juli 2019 bis Januar 2020 war er Mitglied des EU-Parlaments, bis seine Mitgliedschaft durch den Brexit beendet wurde. „The Art of Disruption – A Manifesto for Real Change“ ist ein Aufruf, etwas zu verändern und die aktuellen Entwicklungen in der Politik nicht einfach hinzunehmen. Dabei ist das Buch in zehn Kapitel aufgeteilt, die sich an zehn „Geboten“ orientieren, die Magid Magid während seiner Amtszeit als Oberbürgermeister für einen Plakatentwurf eines örtlichen Musik-Festivals aufgeschrieben hatte.

Diese zehn Gebote lauten: Be Kind, Dont’t Be a Prick, Do Epic Shit, See the Good, Don’t Lose Hope, Do It Differently, Always Buy Your Round, Don’t Kiss a Tory, Tell Ya Ma You Love Her und You’ve Got This! Dabei erklärt Magid Magid erst einmal, was er mit jedem Punkt meint, und erzählt dazu verschiedene Begebenheiten aus seinem Leben, die zeigen sollen, wieso er dieses „Gebot“ für wichtig hält und wie er es auslegt. Vor allem aber geht es dem Autor darum, aufzuzeigen, dass jeder Mensch auch mit kleinen Dingen die Welt ein wenig verändern kann. Ihm ist bewusst, dass nicht jeder für große Politik gemacht ist, auch wenn er sich wünschen würde, dass mehr Menschen in die Politik gehen würden, für die das nicht selbstverständlich ist. Aber er fordert den Leser auf, sich darüber Gedanken zu machen, wie man auf seine Art und Weise seine Umgebung beeinflussen kann. „The Art of Disruption“ wird so zu einer gut zu lesenden Mischung aus Motivationsbuch und Biografie, auch wenn ich zugeben muss, dass ich für mich persönlich wenig Neues bzw. Nützliches daraus ziehen konnte und vor allem den biografischen Anteil spannend fand.

Aber dafür hat mir das Buch in den Tagen vor der diesjährigen US-Präsidentschaftswahl gutgetan, weil Magid Magid in seinen Texten so viel Hoffnung auf Veränderung mitschwingen lässt. Umso spannender war es dann, kurz nach dem Lesen von „The Art of Disruption“ zu sehen, dass viele der kleineren Dinge, die der Autor in seinen Texten erwähnt, wenn er über die Politik in Sheffield schreibt, in den USA dazu geführt haben, dass die Demokraten dank des „grassroot movement“ so viele Stimmen bekommen haben. Aber ich bin auch immer wieder beim Lesen über Passagen gestolpert, bei denen ich dachte, dass mir für so ein Verhalten die Naivität bzw. die Furchtlosigkeit fehlt – zwei Eigenschaften, die Magid Magid bislang erstaunlich weit gebracht haben. Außerdem macht es sich natürlich bemerkbar, dass seine politische Erfahrung auf dem System in Großbritannien basiert, und so habe ich mich immer wieder gefragt, wie bestimmte Elemente wohl in Deutschland gehandhabt werden, oder welche Schritte man wohl gehen müsste, um bestimmte Dinge hierzulande umsetzen zu können.

Insgesamt hat es mir gutgetan, „The Art of Disruption“ zu lesen, und ich fand es spannend, Magid Magid kennenzulernen und mehr über seinen Lebensweg zu erfahren. Außerdem kann ich definitiv sagen, dass er mich dazu gebracht hat, über einige Dinge noch etwas intensiver nachzudenken (und mal wieder etwas zum Thema Regionalpolitik zu recherchieren, denn mir wurde nach dem Lesen des Buches bewusst, dass ich da erstaunlich wenig informiert bin). Auf der anderen Seite gehören viele seiner „so kannst du dich engagieren“-Vorschläge zu den Dingen, die ich schon vor Jahren für mich verworfen habe, so dass ich nicht das Gefühl habe, dass das Buch mich persönlich ein Stück weitergebracht hätte auf der Suche nach einem Weg, etwas zu verändern.

Karen Abbott: The Ghosts of Eden Park …

… The Bootleg King, the Women Who Pursued Him, and the Murder That Shocked Jazz-Age America

Karen Abbott erzählt mit „The Ghosts of Eden Park“ die Geschichte des Schwarzbrenners George Remus, der als Sohn deutscher Einwanderer während der Prohibition Millionen verdiente, bis es der Staatsanwältin Mable Walker Willebrandt gelang, ihm das Handwerk zu legen. Die damit verbundenen Veränderungen in George Remus‘ Leben führten im Jahr 1927 zu einem Mord im Eden Park in Cincinnati und zu einem der aufsehenerregendsten Prozesse in der Geschichte der USA. Für ihr Buch über George Remus konnte Karen Abbott auf unglaublich viele Originaldokumente wie Prozessprotokolle, Ermittlungsakten, Tagebücher, Zeitungsartikel u. ä. zurückgreifen und so viele Aussagen und Gespräche wortwörtlich zitieren, was die Lektüre dieses Sachbuchs zu einem wirklich spannenden Erlebnis macht. (Auch wenn ich zu Beginn die ganzen Namen und Informationen ziemlich überwältigend fand, die einem hier präsentiert wurden.)

Die Autorin teilt „The Ghosts of Eden Park“ in drei Abschnitten, die die wichtigsten Punkte in George Remus‘ Leben erzählen. So beschreibt der erste Abschnitt George Remus‘ Werdegang vom Apothekerlehrling über seine Tätigkeit als Anwalt bis zu seiner sehr erfolgreichen Karriere als Schwarzbrenner, die dafür sorgte, dass er vor Gericht und im Gefängnis landete. Und da es nicht möglich ist, die Geschichte von George Remus zu erzählen, ohne auf sein Privatleben einzugehen, erfährt der Leser auch viel über die Personen, die in seinem Leben wichtig waren – allen voran seine zweite Frau Imogene. Der mittlere Teil des Buches dreht sich um die Folgen, die Imogenes Bemühungen um eine Scheidung auf George Remus‘ Leben hatten, um Georges Reaktion darauf, dass Imogene ein Verhältnis mit Franklin Dodge (einem ehemaligen Ermittler der Staatsanwaltschaft) hatte, und um den Mord, der am Ende dieses „Dreiecksverhältnisses“ stand. Der letzte und kürzeste Abschnitt konzentriert sich auf den folgenden Mordprozess, der in den USA zu einem vorher so noch nicht gekannten Schauspiel wurde.

Da Karen Abbott – bis sie zu dem Mord selbst kommt – in „The Ghosts of Eden Park“ nicht erwähnt, wer ermordet wird, habe ich diese Information auch aus meiner Rezension rausgehalten, obwohl online natürlich problemlos herauszufinden ist, wer das Opfer war. Aber für mich war das Lesen dieses Sachbuchs gerade deshalb so spannend, weil ich vorher nichts über George Remus und den Mord wusste. Die Geschichte dieses Mannes ist stellenweise so unfassbar, dass ich sie in einem Roman als unglaubwürdig und „zu viel“ abgetan hätte, aber da das Leben von George Remus nun einmal so verlief, fand ich es wirklich faszinierend, seinen Werdegang zu verfolgen. Auch von Mable Walker Willebrandt hatte ich vor diesem Sachbuch nichts gehört, und ich hätte gern noch mehr über diese Frau erfahren, die trotz einiger Umwege in ihrer Ausbildung und ihrer angeborenen Schwerhörigkeit sehr jung zur Staatsanwältin ernannt wurde und dadurch so viel (politischen) Einfluss hatte.

Außerdem gefiel es mir, beim Lesen immer wieder über kleine Informationen zu stolpern, die mir vorher noch nie untergekommen waren. So gab es in den 1920er Jahren keine Richtlinien oder Vorgaben für das Engagieren von Ermittlern der Staatsanwaltschaft, was dazu führte, dass zum Beispiel jemand wie „Steward McMullin“ Prohibitionsagent werden konnte: „A prospective Prohibitions agent could even have a record of his own, as in the case of the pseudonymous „Steward McMullin“, the first agent to kill a bootlegger in the line of duty. When McMullin – who hat been convicted of murder, falsifying checks, and armed robbery – received his agent badge, he was still doing time in New York’s Dannemora State Prison.“ (Seite 35/36) Oder ich bin an Details hängengeblieben, die ich einfach absurd fand, auch wenn sie mir schon länger bekannt waren, wie zum Beispiel die Tatsache, dass eine Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den USA einflussreiche Positionen einnehmen konnte (wie die Position einer Staatsanwältin), aber nicht wählen durfte (da das bundesweite Wahlrecht für Frauen erst 1920 eingeführt wurde).

Insgesamt fand ich „The Ghosts of Eden Park“ wirklich spannend zu lesen, und das nicht nur, weil George Remus, Mable Walker Willebrandt und all die anderen erwähnten Personen interessant waren, sondern auch, weil es Karen Abbott gelungen ist, eine Geschichte von illegalen Geschäften, Liebschaften, Mord und Prozessen so zu erzählen, dass mich nicht nur das Wohlergehen der verschiedenen Parteien interessierte, sondern ich für mich auch viele Elemente der amerikanischen Geschichte neu verknüpfen konnte. Ich habe auf überraschend unterhaltsame Weise viel beim Lesen dieses Buches gelernt – und das ist genau das, was ich von einem Sachbuch erwarte.

Tuula Karjalainen: Tove Jansson – Work and Love

Auf die Biografie „Tove Jansson – Work and Love“ von Tuula Karjalainen bin ich aufmerksam geworden, als jemand auf Twitter ein Foto mit der deutsche Ausgabe („Tove Jansson – Die Biografie“) zeigte. Da die deutsche Veröffentlichung mehr als das doppelte der englischen kostet, habe ich mir dann aber lieber die englische Variante zugelegt – übersetzt sind ja eh beide Titel aus dem finnischen Original. Ich muss dabei noch anfügen, dass ich zwar aus diversen Artikeln und Fernsehberichten über Tove Jansson sowie biografisch angehauchten Romanen von der Autorin ein bisschen über ihr Leben, ihre Beziehung zu Tuulikki Pietilä, ihre Familie und die Arbeit, die vor allem ihr jüngerer Bruder Lars zu den Mumins beigetragen hat, wusste, aber das waren bis zum Lesen dieser Biografie wirklich nur Bruchstücke.

Da Tove Jansson sich als Künstlerin auf sehr vielen Gebieten betätigt hat, hat die Autorin Tuula Karjalainen ihre Biografie thematisch geordnet. So beginnt „Tove Jansson – Work and Love“ mit dem Kennenlernen ihrer Eltern Signe Hammarsten-Jansson (Ham) und Viktor Jansson (Faffan), ihrer beider Arbeit als Künstler (sie war Illustratorin, er Bildhauer) und ihrem Verhältnis zueinander. Die Passagen über Tove Janssons Kindheit werden vor allem davon geprägt, wie sehr die Kunst ihrer Eltern Einfluss auf die Entwicklung des jungen Mädchens hatte und wie der tägliche Umgang mit den verschiedenen künstlerischen Aspekten bei Tove für ein gutes Fundament für ein Kunststudium gesorgt hat. In den folgenden Kapiteln geht es dann um Tove Janssons Beziehungen zu Künstlerkollegen, die zum Teil zu lebenslangen Freundschaften (und mehr) führten, um ihre Arbeit als Malerin, als Grafikerin und Illustratorin, als Kinderbuch-, Roman- und Theaterautorin, als Cartoonistin und all die anderen Dinge, die diese faszinierende Frau in ihrem Leben getan hat.

Ich fand es ungemein spannend, den Lebensweg von Tove Jansson zu verfolgen und mehr über ihre Freundschaften und den Einfluss, den die Männer und Frauen in ihrem Leben auf ihr Werk hatten, zu erfahren, aber auch über die Dinge, die sie immer wieder entmutigt haben und dafür sorgten, dass sie an sich und ihren Fähigkeiten zweifelten. Es war spannend zu sehen, wie viele Elemente aus ihren Romanen mit ihrer Biografie in Verbindung gebracht werden können, und ich fand es toll, wenn in dem Buch mal wieder ein Zitat aus einem Brief oder einem anderen Text von Tove Jansson vorkam, so dass ich ein Gefühl für ihre Persönlichkeit bekam. Außerdem gibt es in dieser Veröffentlichung unglaublich viele Bilder von Gemälden und Zeichnungen, die sie angefertigt hat oder die sie zeigen, so dass man einen wirklich guten Eindruck von der Bandbreite ihres Werks bekommt . Dazu gibt es noch Fotos von Tove (und den Menschen um sie herum), so dass man sie auch einmal aus der Perspektive von Menschen, die sie persönlich kannten, betrachten konnte.

Trotz all dieser wirklich interessanten und faszinierenden Elemente war das Lesen dieser Biografie leider kein ungetrübtes Erlebnis. So schön es war, so viele Bilder präsentiert zu bekommen, so gab es im Text leider keinerlei Hinweise darauf, wo man die darin erwähnten Darstellungen finden konnte. So habe ich mich dabei ertappt, wie ich verzweifelt die beschriebenen Elemente eines Zeitungscovers auf dem direkt neben dem Text abgebildeten Bild gesucht habe, weil mir nicht bewusst war, dass das erwähnte Cover erst einige Seiten später im Buch auftauchen würde. Ständig musste ich schauen, ob ich irgendwo später noch die beschriebenen Zeichnungen und Gemälde finde. Dabei wäre es so einfach gewesen, eben einen kleinen Vermerk in den Text (oder als Fußnote) zu setzen mit einem Hinweis darauf, wo die Abbildung zu finden ist (oder eben auch darauf, dass man dafür eben keine Bildrechte bekommen hat und man sich deshalb mit der Beschreibung begnügen muss).

Außerdem hat die thematische Aufteilung, die Tuula Karjalainen für die Biografie vorgenommen hat, dafür gesorgt, dass ich regelmäßig entweder sehr verwirrt war oder Informationen mehrfach präsentiert bekommen habe. Diese Trennung der verschiedenen künstlerischen Bereiche in Tove Janssons Leben funktionierte für mich überhaupt nicht, da Tuula Karjalainen doch immer wieder Verweise auf andere Tätigkeiten oder auf Personen, die darauf Einfluss hatten, einbauen musste. So liest man in einem relativ frühen Kapitel, dass Tove Jansson sich später in ihrem Leben auf die Malerei konzentrieren konnte, weil sie finanziell abgesichert war und ein eigenes Atelier besaß, nur um einige Zeit später in dem Kapitel über ihre Tätigkeit als Cartoonistin zu erfahren, dass sie den Vertrag nur unterschrieben hatte, weil sie aufgrund ihrer Schulden und ihres einbrechenden Einkommens so verzweifelt war. Natürlich kann man sich im Laufe der Zeit zusammenpuzzeln, dass die Cartoonisten-Karriere vor der Phase war, in der sie sich mit abstrakter(er) Kunst beschäftigt hat. Aber ich will mir so etwas nicht zusammenreimen müssen, wenn ich das genauso gut in chronologischer Reihenfolge lesen und somit viel besser erfassen könnte.

Auch innerhalb eines Kapitels gab es oft Wiederholungen und Widersprüche, die mich irritiert haben. Gerade rund um Toves Beziehungen zu den Männern in ihrem Leben fand ich es sehr schwierig, den Überblick zu behalten, da die Abschnitte (zumindest meinem Gefühl nach) willkürlich zwischen „Tove ist frisch verliebt“, „Tove hat nach dem Ende der Beziehung die Freundschaft mit dieser Person aufrecht erhalten können“, „Tove hängt an dieser Beziehung aus diesen und jenen Gründen“ und „Tove beendet die Beziehung“ sprangen. So dachte ich immer wieder, dass eine Beziehung nun beendet sei, nur um als nächstes eine Passage zu lesen, in der sie mit ihrem Partner einen schönen Moment erlebte oder ihrer besten Freundin in einem Brief den aktuellen Stand ihrer Beziehung schilderte. Das ist nun nicht so dramatisch, macht das Lesen dieser Biografie aber überraschend anstrengend und frustrierend, weil ich immer wieder zurückgeblättert habe, um Daten und Details zu überprüfen.

Vor allem aber sind das Probleme gewesen, die Tuula Karjalainen leicht hätte vermeiden können, wenn sie das vorhandene Material über Tove Janssons Leben chronologisch präsentiert hätte. Das hätte dann auch den Vorteil gehabt, dass die Verbindungen zwischen den verschiedenen künstlerischen Gebieten, auf denen Tove Jansson tätig war, deutlich geworden wären, ohne dass die Autorin einem wieder und wieder bestimmte Elemente beschreibt und Zusammenhänge erklären muss. Ich hätte es wirklich so viel stimmiger gefunden, wenn die Kapitel bestimmte Jahre umfasst und eben all die vielen kleinen und großen paralleln Entwicklungen von Tova Jansson aufgezeigt hätten. So kann ich am Ende „Tove Jansson – Work and Love“ von Tuula Karjalainen – obwohl ich grundsätzlich das Lesen dieser Biografie interessant fand – nicht weiterempfehlen und werde für mich nach weiteren Biografien von Tove Jansson schauen, die hoffentlich etwas besser geschrieben sind.

Hallie Rubenhold: The Five – The Untold Lives of the Women Killed by Jack the Ripper

Auf das Erscheinen der Taschenbuch-Ausgabe von „The Five“ von Hallie Rubenhold habe ich schon gewartet, als die Hardcover-Version noch gar nicht veröffentlicht war, weil ich den Ansatz, den die Historikerin für ihr Buch gewählt hat, einfach großartig finde. „The Five“ dreht sich um die „kanonischen“ fünf Opfer von Jack the Ripper und darum, dass die Faszination darüber, dass man die Identität des Mörders nie aufgedeckt hat, seit über 130 Jahren vollkommen die Tatsache überdeckt, dass da fünf Frauen getötet wurdet, die mehr waren als eine Seitenbemerkung in einem spektakulären Fall. Die Namen von Mary Ann Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes und Mary-Jane Kelly kennt wohl jeder, der jemals etwas über den Ripper gelesen hat, doch in all der Berichterstattung über die Mordfälle sind diese Namen nicht mehr als Teil einer Liste von Opfern.

Hallie Rubenhold hingegen hat sich in ihrem Buch auf das Leben dieser fünf Frauen konzentriert, wobei die Autorin damit beginnt, dass sie die Lebensumstände der Menschen in London im Jahr 1887 näher beleuchtet. Um die Tatsache, dass in diesem Jahr das goldene Thronjubiläum von Königin Viktoria gefeiert wurde, kommt man eigentlich kaum herum, wenn man sich mit dieser Zeit beschäftigt. Doch Hallie Rubenhold verweist nicht nur auf die überbordenden Feierlichkeiten, sondern auch darauf, dass in diesem wunderschönen Sommer die große Trockenheit für Missernten sorgte, die – zusätzlich zur schon herrschenden Rezession – viele Menschen vom Land in die Stadt trieben. Doch in den Städten herrschte nicht nur große Arbeitslosgkeit, sondern auch akuter Wohnungsmangel, so dass viele Personen sich gezwungen sahen, unter freien Himmel zu übernachten. Auf dem Trafalgar Square hatte sich ein regelrechtes Lager von obdachlosen Personen gebildet, die in all diesen Menschenmengen irgendwie überleben mussten. Im November 1887 führten die Bemühungen der Obrigkeit, gegen diese Ansammlung „potenzieller Umstürzler“ vorzugehen, zum „Bloody Sunday“, doch damit endeten die Unruhen rund um den Trafalgar Square noch lange nicht.

Auch Mary Ann „Polly“ Nichols war unter denen, die auf dem Trafalgar Square Unterschlupf gefunden hatten. Anhand von Volkszählungsdaten, Zeitungsberichten und Zeugenaussagen von Angehörigen und Bekannten rekonstruiert Hallie Rubenhold das Leben einer Person, die für eine Frau ihrer Zeit und Schicht in den ersten Jahrzehnten ihres Lebens eine relativ sichere Existenz führte. Erst als Polly die finanzielle Absicherung durch ihre Familie verlor, musste sie sich mit schlechtbezahlten Jobs und Betteln über Wasser halten – was dazu führte, dass sie sich regelmäßig keine Unterkunft für die Nacht leisten konnte und auf der Straße übernachtete. Annie Chapman hingegen war die Tochter eines Dienstmädchens und eines Soldaten und profitierte als solche von der Schulausbildung, die die Armee für die Kinder ihrer Soldaten zur Verfügung stellte. Überhaupt hatte Annie lange Zeit immer die besten Vorraussetzungen für ihr Leben, und doch verbrachte sie die Jahre vor ihrem Tod in einem Viertel, das für die Armut seiner Bewohner und seine Gefährlichkeit berühmt war.

Elizabeth Strides Lebensweg hingegen begann auf eine kleinen Bauernhof in Schweden, und obwohl Hallie Rubenhold viele Stationen von Elizabeths Leben nachverfolgen konnte, gibt es relativ wenig Details über sie und über die Personen, die dafür gesorgt haben, dass ihr Leben immer wieder einen unliebsamen Verlauf nahm. Über Catherine „Kate“ Eddowes‘ Leben ist hingegen wieder erstaunlich viel bekannt, von ihrer Kindheit in London (inklusive des Besuchs einer recht angesehenen Schule), den Jahren, die sie nach dem Tod ihres Vaters in der Obhut von Verwandten verbrachte, über die folgenden Jahren, in denen sie gemeinsam mit dem Mann, den sie als ihren Ehemann ansah, durchs Land zog und Balladen u.ä. Schriften vortrug und verkaufte, bis zu ihren letzten Lebensjahren, in denen ihr Verhalten zu einer fast vollständigen Trennung von ihrer Familie gesorgt hatte. Über Mary-Jane Kellys Leben hingegen gibt es so gut wie keine Informationen, und so basiert der Großteil der Dinge, die man heute noch über ihr Leben weiß, auf den Aussagen des Mannes, mit denen sie in den Monaten vor ihrem Tod zusammenlebte. Doch egal, wie viel oder wenig (belegbare) Daten Hallie Rubenhold über diese fünf Frauen zusammentragen konnte, in jedem einzelnen Kapitel wird deutlich, dass jede von ihnen ein Individuum mit ganz persönlichen Vorlieben und Abneigungen war, eine Person, über die es mehr zu erzählen gibt als nur die Umstände ihres Todes.

Ergänzt werden all diese Rechercheergebnisse durch Berichte von Zeitzeugen wie zum Beispiel dem Abgeordneten und Sozialreformer Charles Booth oder Mary Higgs, die sich als obdachlose Frau verkleidete, um aus erster Hand die Lebensumstände der Personen zu erleben, denen sie mit den Wohlfahrtsorganisationen, denen sie angehörte, helfen wollte. Diese Beobachtungen und Erlebnisse zeichnen nicht nur ein klares und häufig erschütterndes Bild vom Leben der ärmsten Bevölkerungsschicht im London dieser Zeit, sondern untermauern auch Hallie Rubenholds Theorie, dass weniger der reale Lebenswandel dieser Frauen, sondern die Vorurteile einer viktorianischen Gesellschaft (inklusive der ermittelnden Polizisten) und das Bedürfnis der Presse nach reißerischen Schlagzeilen dafür sorgten, dass alle Opfer von Jack the Ripper von Anfang an als Prostituierte angesehen wurden. Eine Frau, die ohne Ehemann oder zumindest den Schutz ihrer Familie (über)leben musste, konnte in den Augen dieser Zeit keine ehrbare Frau sein – und so hat sich der Mythos von den „Prostituiertenmorden“ des Jack the Ripper bis in die heutige Zeit gehalten.

Am Ende nehme ich aus „The Five“ nicht nur viele Details über das Leben von Mary Ann Nichols, Annie Chapman, Elizabeth Stride, Catherine Eddowes und Mary-Jane Kelly mit, sondern auch sehr viele Informationen über das Leben in der viktorianischen Zeit. Ich finde es (immer wieder erneut) erschütternd, wie schnell eine Frau nach dem Tod ihres Vaters oder Ehemannes in die Armut abrutschen konnte und wie unmöglich es für Frauen war, sich selbst und eventuelle Kinder zu ernähren. Doch vor allem ist es das Bewusstsein dafür, dass wir uns trotz aller Bemühungen um Gleichberechtigung, fairer Bezahlung und sozialer Absicherung immer noch nicht besonders weit von den Umständen und dem Denken der viktorianischen Zeit entfernt haben, das mich beim Lesen immer wieder innehalten ließ. So hat Hallie Rubenhold meiner Meinung nach nicht nur diesen fünf Opfern von Jack the Ripper mit ihrem Buch ihre Würde zurückgegeben, sondern auch jeder Person gute Argumente geliefert, die sich für die Gleichberechtigung und Gleichbehandlung der verschiedenen Geschlechter einsetzt.

Erika Fatland: Sowjetistan – Eine Reise durch …

 … Turkmenistan, Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan und Usbekistan. Nachdem ich im vergangenen Jahr so begeistert von „Die Grenze“ von Erika Fatland war, habe ich mir direkt nach dem Lesen des Titels auch das erste Buch der Autorin in der Bibliothek vorgemerkt. Während sie sich in „Die Grenze“ Russland von außen nähert und schaut, welchen Einfluss das Land (im Laufe der Geschichte bis heute) auf seine Nachbarländer hatte, hat sie sich in „Sowjetistan“ auf die fünf zentralasiatischen Ländern konzentriert, die nach dem Zerfall der Sowjetunion entstanden. Zu Recht merkt die Autorin dabei in ihrem Vorwort an, dass in der Regel nur sehr, sehr wenig über diese fünf Länder bekannt ist – ich glaube, ohne die „Last Week Tonight“-Folge, in der sich John Oliver mit dem turkmenischen Präsidenten Gurbanguly Berdimuhamedov beschäftigt, und natürlich „Die Grenze“ hätte ich persönlich fast vergessen, dass diese Länder überhaupt existieren.

Auch in diesem Buch bietet Erika Fatland eine gute Mischung aus historischen Daten und Fakten, Beschreibungen der aktuellen Situation in den verschiedenen Ländern und kleinen persönlichen Szenen rund um die Menschen, die sie im Jahr 2014 auf ihrer Reise getroffen hat. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass sie sich intensiver mit den einzelnen Ländern auseinandersetzen konnte, als sie es bei „Die Grenze“ getan hat – was nicht verwunderlich wäre, denn bei „Sowjetistan“ konzentriert sie sich halt auf gerade mal fünf Länder statt auf vierzehn. Bei „Die Grenze“ hatte ich das Gefühl, dass ich langfristig vor allem die kleinen Momente in Erinnerung behalte, die Begegnungen mit den Menschen, das Bild von dem Mann, der in einem Land schlafen ging und in einem anderen Land aufwachte (weil der Grenzzaun mal eben verschoben wurde), und natürlich die Beklemmungen, die einen bei einer solchen Reise begleiten, weil eben nicht jedes dieser Länder human mit Personen umgeht, die sie als Journalisten identifizieren, und weil sich einfach grundsätzlich jede Person in einer Diktatur (oder einem vergleichbaren System) nicht einen Moment des Tages in Sicherheit wiegen kann.

Auch bei „Sowjetistan“ gab es diese Momente für Erika Fatland, die Grenzüberquerungen, bei denen sie fürchten musste, dass man ihr nicht glaubt, dass sie nur eine Studentin und Touristin ist, oder die Gespräche mit den ihr zugewiesenen präsidententreuen Reisebegleitern. Doch dieses Mal bleiben mir wohl vor allem all die Absätze in Erinnerung, die (wieder einmal) zeigen, wie sehr die Sowjetunion mit ihrem Versuch der Gleichmacherei dem Land und den Menschen unter ihrer Herrschaft geschadet hat. Die verseuchten Gebiete in Kasachstan, in denen die UdSSR ihre Atomversuche durchführte, all die verödeten Landstriche, die als Kornkammern der Sowjetunion dienen sollten, aber nicht ohne Grund bis zu diesem Zeitpunkt nur als Heimat von Normaden dienten, willkürlich gezogene Landesgrenzen und natürlich die Menschen, die von einem Moment auf den anderen nur mit den Kleidern, die sie am Leib trugen, in einem dieser kargen Landstriche ausgesetzt wurden, in der Hoffnung, dass man so eine Volksgruppe oder eine Religion ausgelöscht bekommt. Zum Teil sind diese Vorkommnisse schon zwei oder drei Generationen oder länger her, und doch ziehen sich die Spuren, die diese Politik hinterlassen hat, durch das gesamte Buch.

Trotz dieser bedrückenden Sammlung von – historischen und aktuellen – Daten und Fakten liest sich „Sowjetistan“ aufgrund der Erzählweise von Erika Fatland und all den Begegnungen mit freundlichen, liebenswerten und skurrilen Menschen wirklich gut. Viel Szenen sind unterhaltsam und witzig – ich hätte zu gern das Gesicht der Autorin gesehen, als sie sich über den köstlichen Apfel freut, den sie in der für ihre Äpfel berühmten Stadt Alma-Ata bzw. Almaty gekauft hat, nur um dann zu erfahren, dass diese Frucht aus China importiert wurde. All diese kleinen Momente sorgen dafür, dass man neugierig auf die verschiedenen Länder und ihre Bewohner bleibt, auch wenn es einem oft genug die Sprache verschlägt, wenn man von Armut, Verfolgung oder brutalen Brautentführungen liest. Am Ende des Buches bleibt bei mir aber vor allem ein Gedanke hängen: Wie wenig ich doch über all die Länder der ehemaligen Sowjetunion weiß und wie wenig über viele von ihnen in den westlichen Medien berichtet wird. Ein bisschen habe ich diese Wissenslücke durch „Sowjetistan“ (und meine vorherige Lektüre von „Die Grenze“) ändern können, und ich hoffe, dass ich in Zukunft noch auf weitere – gut geschriebene! – Titel stoße, mit denen ich diese Wissenslücke etwas weiter schließen kann.

Matthias Heine: Verbrannte Wörter – Wo wir noch reden wie die Nazis und wo nicht

Ebenso wie „exit Racism“ hatte ich „Verbrannte Wörter“ von Matthias Heine im vergangenen Herbst in der Bibliothek vorgemerkt und erst zum Jahresende zur Verfügung gestellt bekommen. Das Sachbuch beschäftigt sich – wie man dem Untertitel schon entnehmen kann – mit dem Einfluss der Nazis auf unsere heutige Sprache. In seiner Einleitung betont Matthias Heine, dass es seiner Erfahrung nach zwei Gruppen von Menschen gibt: Die, die sich sicher sind, dass es Naziwörter gibt, und die, die Existenz nationalsozialistisch geprägten Vokabulars bestreiten und fürchten, man wolle ihnen vorschreiben, wie sie zu reden hätten. Die Philologen aber, die während der Herrschaft der Nationalsozialisten ihrer Arbeit nachgingen, hegten keinerlei Zweifel daran, dass diese sich einer ganz eigenen Sprache und Ausdrucksweise bedienten. So verweist der Autor in diesem Buch auch regelmäßig auf Victor Klemperer, der nach der Machtergreifung der Nazis Belege für die „Sprache des Dritten Reichs“ sammelte, und andere Veröffentlichungen dieser Zeit, die sich mit der Veränderung der deutschen Sprache aufgrund des Einfluss der Nationalsozialisten beschäftigten.

Matthias Heine zeigt in diesem Vorwort auch auf, wie die Nationalsozialisten gezielt durch eigene Wörterbücher und die Lehre der nationalsozialistischen Ideologie und des dementsprechenden Vokabulars im Schulunterricht an einer Änderung der deutschen Sprache arbeiteten. So ist es natürlich nicht verwunderlich, dass diese Begriffe auch ihren Einzug in allgemeinere Wörterbücher wie den Brockhaus, den Duden oder Meyers Lexikon fanden (Letzteres war so von der Ideologie der Nazis durchzogen, dass es von den Alliierten nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Bibliotheken entfernt und vernichtet wurde). Schon kurz nach dem Krieg wurden deshalb Schriften veröffentlicht, die aufzeigen sollten, wie sehr die deutsche Sprache von den Nationalsozialisten beeinflusst wurde und welche Wörter man nicht weiter nutzen sollte. In „Verbrannte Wörter“ beschäftigt sich Matthias Heine mit 87 Begriffen – von „Absetzbewegung“ bis „zersetzen“, die (teils zu Recht, teils zu Unrecht) mit den Nazis in Verbindung gebracht werden, erklärt die Herkunft der verschiedenen Wörter und beendet den jeweiligen Abschnitt dann mit einer Einschätzung darüber, ob man diesen Begriff heutzutage unbedenklich verwenden kann oder ihn besser (mit dem Wissen um die Hintergründe) aus seinem Vokabular streichen sollte.

Es gibt so einige Wörter in diesem Buch, die nicht zu meinem Wortschatz gehören und über die ich mir vorher nie Gedanken gemacht hätte, weil sie für sich genommen „unschuldig“ klingen. Ein Beispiel dafür ist der Begriff „alttestamentarisch“, den ich ohne Hintergrundwissen so verstanden hätte, wie er Anfang des 19. Jahrhunderts verwendet wurde, nämlich um auf etwas aus dem Alten Testament zu verweisen. Doch im Laufe der folgenden Jahrzehnte bekam dieses Wortes – mit Verweis auf die angeblich grausamen Inhalte des Alten Testaments – eine andere Bedeutung zugeschrieben, bis es während der Nazizeit gehäuft Verwendung fand, um gegen Juden zu hetzen. So schließt sich Matthias Heine in „Verbrannte Wörter“ der Deutschen Bibelgesellschaft an und empfielt stattdessen den Begriff „alttestamentlich“ zu verwenden, wenn man auf diesen Teil der Bibel verweisen möchte.

Schwierig fand ich an diesem Buch die Erwähnung verschiedener aktueller Ereignisse, die Matthias Heine in einige seinen Empfehlungen zur Verwendung der diversen Wörter einbaute. Natürlich hat der Autor recht damit, wenn er damit darauf verweist, dass in den letzten Jahren erschreckend viele Vorfälle bekannt wurden und Reden zu hören waren, die beweisen, dass das Gedankengut und die Sprache der Nazis immer noch in Deutschland aktiv sind. Aber wenn ich beim Lesen von „Verbrannte Wörter“, obwohl der Titel nicht einmal ein Jahr alt ist, Probleme habe, eine Anspielung einem (auf Lokalebene stattgefunden habenden) Ereignis oder einem bestimmten Vorfall zuzuordnen, dann hat diese so nichts in einer Veröffentlich zu suchen, die ein so wichtiges Thema behandelt und eigentlich langfristig lesbar sein müsste. In diesen Fällen hätte Matthias Heine vielleicht besser Beispiele genannt, die auf Bundesebene Aufsehen erregten, oder ganz auf diese Anspielungen verzichtet.

Insgesamt fand ich „Verbrannte Wörter“ sehr interessant, wenn auch nicht immer einfach zu lesen, weil man nun einmal keinen Titel über die Sprache der Nazis schreiben kann, ohne auf die Taten und die Propaganda dieser einzugehen. Bei einigen Einträgen war ich überrascht, dass Matthias Heine mit dem Hinweis endete, dass die Wörter eigentlich nur noch ironisch und mit dem Wissen um ihre ursprüngliche Bedeutung verwendet werden, weshalb ihr Gebrauch in Ordnung sei. Bei anderen Begriffen wiederum war ihre Verwendung während der Nazizeit ebenso offensichtlich wie die Tatsache, dass sich deshalb jede heutige Nutzung von vornherein verbietet. Hier und da bin ich über Begriffe gestolpert, bei denen ich die Verbindung zu den Nationalsozialisten nie hergestellt hätte. So hätte ich zum Beispiel nicht gedacht, dass das Wort „Eintopf“ erst durch die häufige Anwendung während des Zweiten Weltkriegs und die Einführung des „Eintopfsonntags“ so einen selbstverständlichen Platz in unserem Wortschatz eingenommen hat. Sehr viel wird sich durch das Lesen von „Verbrannte Wörter“ wohl nicht an meinem persönlichen Wortschatz ändern, aber ich habe das Gefühl, dass mich das Buch aufmerksamer gegenüber einigen Formulierungen gemacht hat und mir noch stärker deutlich wurde, wie sehr Sprache etwas über denjenigen verrät, der sie benutzt.

Tupoka Ogette: exit RACISM – rassismuskritisch denken lernen

Eigentlich hatte ich ja die Sachbuch-Challenge für dieses Jahr geplant, um mal meinen Sachbuch-SuB in Angriff zu nehmen, aber bevor ich das tun kann, musste ich erst einmal die aus der Bibliothek ausgeliehenen Bücher vor Ablauf der Ausleihzeit lesen. „exit RACISM“ von Tupoka Ogette hatte ich irgendwann im vergangenen Herbst vorgemerkt, und da so viele Menschen den Titel lesen wollten, hat es bis Ende Dezember gedauert, bis ich das Buch in die Finger bekam. Irgendwie finde ich es schön, dass sich so viele Personen mit diesem Thema auseinandersetzen. Denn auch wenn die meisten Menschen, die ich kenne, nicht bewusst rassistisch sind, sind wir doch alle mit einem allgemeinen Alltagsrassismus aufgewachsen, der es notwendig macht, dass wir immer wieder über unser Verhalten und unsere Vorurteile nachdenken.

Tupoka Ogette hat sich beim Schreiben von „exit RACISM“ an den von ihr durchgeführten Anti-Rassismus-Seminaren orientiert, was das Buch zu einer sehr guten Lektüre für Personen macht, die gerade anfangen, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Dabei startet sie mit einer Erklärung zum „Happyland“ – ein Begriff, den ein Seminarteilnehmer von ihr geprägt hat, als er sein Leben vor dem Anti-Rassismus-Seminar (als er sich dank seiner Ignoranz noch in einem „Happyland“ wähnte) mit seinem Leben danach verglich. Trotz seiner Kürze (das Buch umfasst gerade mal 130 Seiten) geht die Autorin mit „exit RACISM“ auf viele verschiedene Themen rund um Rassismus in Deutschland ein. Sie macht nicht nur deutlich, wo und wie Schwarze Personen und People of Color in Deutschland tagtäglich mit Rassismus konfrontiert werden, sondern auch, welche Folgen das für das Leben der von diesem Alltagsrassismus betroffenen Personen hat.

Dabei ist der Ton, den Tupoka Ogette verwendet, freundlich und sogar regelrecht verständnisvoll, sie wirft den Leser.innen den vorhandenen Rassimus nicht vor, sondern fordert dazu auf, das eigene Denken und Verhalten anhand der verschiedenen Fakten und geschilderten Situationen zu überdenken. Immer wieder gibt es Stellen in dem Buch, an denen Raum für diese Reflexionen geboten wird, an denen Fragen gestellt werden, die einen dazu bringen sollen, dass man seine eigenen Gefühle und Gedanken zu den eben gelesenen Passagen überdenkt. Dem vorangestellt wurden die fünf Phasen, die normalerweise ihre Seminarteilnehmer durchlaufen, wenn sie mit dem Thema Rassismus konfrontiert werden. Diese Phasen sind Happyland, Abwehr, Scham, Schuld und Anerkennung, so dass man jederzeit überprüfen kann, in welcher Phase man sich während des Lesens befindet.

Ergänzt werden viele der Kapitel durch QR-Codes, die einen mit der dementsprechenden App zu Videos bringen sollen, die Interviews oder Dokumente zeigen, die das jeweilige Thema vertiefen. Da ich leider kein Gerät besitze, mit dem ich die Codes hätte auslesen können, waren diese für mich nicht nutzbar. Ich habe allerdings ein paar der Videos durch die Nutzung der Suchmaschine finden können – habe mir aber nicht bei allen die Mühe gemacht, weil ich normalerweise den Laptop bewusst außer Reichweite halte, wenn ich lese, damit ich mich auf meine Lektüre konzentrieren kann. Die QR-Codes aber sind auf jeden Fall eine gute Möglichkeit für Menschen, die gern mehr als nur eine Zusammenfassung oder ein Zitat aus einer Dokumentation oder einem Interview sehen möchten, um einen intensiveren Eindruck zu bekommen. Insgesamt bietet „exit RACISM“ dem Leser ein gutes Fundament, um sich über die Geschichte des Rassismus in Deutschland und über die Auswirkungen von Rassismus (nicht nur für die Betroffenen) zu informieren, um über sein eigenes Verhalten nachzudenken und aktiv gegen den (häufig unbewussten) Alltagsrassismus in seinem eigenen Leben und seinem Umfeld angehen zu können.

Susannah Stapleton: The Adventures of Maud West, Lady Detective

„The Adventures of Maud West, Lady Detective – Secrets and Lies in the Golden Age of Crime“ hatte ich schon im Juli 2019 angefangen, aber obwohl die ersten Kapitel ungemein faszinierend waren, hat mich dann das Sommerwetter wieder dazu gezwungen, meine (gedruckten) Bücher zur Seite zu legen. Als ich mir im Oktober dann vornahm, meine angefangenen Sachbücher bis zum Jahresende zu beenden, hatte ich mir dieses Buch als krönenden Abschluss für mein Sachbuchlesen 2019 aufgehoben. Denn auf der einen Seite habe ich mich sehr darauf gefreut, das Buch weiterzulesen, und auf der anderen Seite begann das Ganze für die Historikerin Susannah Stapleton während eines Weihnachtsurlaubs, was doch irgendwie ganz passend war. Damals kam für sie die Frage auf, ob es zu Zeiten von Agatha Christie oder Dorothy Sayers eigentlich reale Privatdetektivinnen gegeben hatte, und wenn ja, wieso man heutzutage nichts mehr über diese Frauen weiß. Bei einer flüchtigen Online-Recherche stieß sie dann auf den Namen von Maud West, und auch wenn diese (entgegen diverser Zeitungsartikel zu ihrer Zeit) nicht die einzige Privatdetektivin in Großbritannien zu Beginn des 20. Jahrhunderts war, so scheint sie doch eine der faszinierendsten Frauen in diesem Gewerbe gewesen zu sein.

Das Lesen von „The Adventures of Maud West, Lady Detective“ hat mir ungemein viel Spaß gemacht, weil man nicht nur den häufig beschwerlichen Weg nachvollziehen kann, den Susannah Stapleton bei ihren Recherchen gehen musste, sondern die Autorin mit Maud West auch über eine wirklich interessante Persönlichkeit gestolpert ist. Obwohl ihr Name heutzutage vollkommen unbekannt ist, gab es so einiges an Material für die Historikerin zu finden, als sie erst einmal mit der Suche anfing. Doch schnell musste sie feststellen, dass all die vielen Artikel, die sie aus den 1920er und 1930er Jahren in Zeitungsarchiven auf der ganzen Welt gespeichert fand, entweder von Maud West selbst geschrieben worden waren oder auf Interviews mit ihr basierten. Dabei hat sich die Privatdetektivin bei den vielen Erlebnissen, die ihr angeblich bei ihrer Arbeit passiert sind, anscheinend von Autoren wie Edgar Wallace oder ähnlichen „Groschenromanschreibern“ beeinflussen lassen. Denn Susannah Stapleton hat bei ihrer weiteren Recherche nicht nur feststellen müssen, dass es keine Belege für all diese abenteuerlichen Geschichten gab, sondern auch, dass sich Maud West im Laufe der Jahre regelmäßig selbst widersprach.

Doch diese Widersprüche lassen einen als Leser nur noch neugieriger auf die geheimnisvolle Privatdetektivin werden, was es umso spanneder macht zu verfolgen, wie sich die Autorin der Person Maud West angenähert hat und wie sie am Ende nicht nur überraschend viele Daten zusammengetragen hat, sondern einem auch ein glaubwürdiges und faszinierendes Bild einer ungewöhnlichen und beruflich erfolgreichen Frau vermittelt. Einige Elemente in diesem Sachbuch basieren auf reinen Vermutungen von Susannah Stapleton, aber das finde ich nicht schlimm, da man dank des Aufbaus des Buchs genau nachvollziehen kann, welche Recherchen und Gedanken hinter solchen Passagen stecken und welchen Teil davon die Autorin belegen kann und welchen nicht. So muss ich auch Tage später immer noch über die fiktive Schlagzeile „Maud West – The Woman Who Failed To Catch Crippen“ schmunzeln – auch wenn nur die Tatsache, dass Dr. Crippen, die Music Hall Ladiess Guild (der Dr. Crippens ermordete Frau angehörte) und Maud West im selben Gebäude ihre Büros hatten, sowie eine Bemerkung eines Mitglieds der Ladies Guild darauf verweist, dass sie erst „a private detective“ engagiert hatten, bevor sie zur Polizei gingen, überhaupt eine Verbindung zwischen dem Crippen-Fall und Maud West knüpfen.

Da sich die Suche nach Fakten über Maud West so schwierig gestaltete, driftet Susannah Stapleton in „The Adventures of Maud West, Lady Detective“ immer wieder in Bereiche ab, die nur am Rande mit der Privatdetektivin zu tun haben. Doch diese Abschweifungen empfand ich als ebenso faszinierend wie die Passagen, die sich direkt um Maud West drehten, weil es so viele Informationen über (zum Teil wirklich absurde) Kriminalfälle gab oder Details zum alltäglichen Leben in London Anfang des 20. Jahrhunderts. Ich muss gestehen, dass ich mich so gut beim Lesen amüsiert habe, dass ich meinen Mann ganze Seiten vorgelesen habe. Allerdings scheint er mir das bei diesem Buch auch erstaunlich wenig übel genommen zu haben, obwohl ich ihn damit bei seinen eigenen Beschäftigungen gestört habe. 😉 Als einzigen Kritikpunkt könnte ich nach dem Lesen von „The Adventures of Maud West, Lady Detective“ vielleicht noch anmerken, dass Susannah Stapleton bei einigen Entdeckungen rund um Maud Wests Privatleben mehr in die ungeklärten Elemente hineininterpretierte, als ich es getan hätte. Aber dieser Punkt hat mich beim Lesen definitiv nicht gestört, sondern eher dafür gesorgt, dass ich mich über all die Fragen amüsiert habe, die der Autorin nach so einem neuen Informationsfund eingefallen waren, und darüber, dass diese häufig zu neuen faszinierenden Fakten rund um Maud West geführt haben.

Sachbücher 2019

Nachdem ich im letzten Jahr gesehen habe, wie viele Sachbücher ich aus der Bibliothek gelesen hatte und wie wenige aus meinem eigenen Bestand, hatte ich mir fest vorgenommen, dass ich das 2019 ändern würde. Schließlich hatte ich so viele schöne (und ziemlich neue) Sachbücher auf dem SuB, auf die ich mich so gefreut hatte. So richtig hat das mit dem Lesen der SuB-Titel allerdings nicht geklappt, weshalb es im kommenden Jahr wieder eine Sachbuch-Challenge geben wird. 😉 Doch bevor ich zum nächsten Sachbuch greife, gibt es hier erst einmal die Liste der Sachbücher, die ich 2019 gelesen habe. Für die Statistik kann ich noch anmerken, dass ich acht davon aus der Bibliothek ausgeliehen hatte und dass es sich zum Jahresende deshalb so gehäuft hat, weil ich keine angelesenen Sachbücher mit ins neue Jahr nehmen wollte … *g*

Januar/Februar
1. Sam Maggs: Girl Squads – 20 Female Friendships that Changed History

Februar
2. Christopher Skaife: The Ravenmaster – My Life with the Ravens at the Tower of London

März
Drei Anläufe um „Aufstieg und Fall der Dinosaurier“ von Steve Brusatte zu lesen, aber ich hatte einfach nicht die Konzentration dazu. Immerhin hat mein Mann von dieser Bibliotheksausleihe profitiert (und sich beim Lesen immer wieder aufgeregt, weil ihn ein paar Sachen an dem Buch gestört hatten *g*).

April
3. Elena Favilli und Francesca Cavallo: Good Night Stories for Rebel Girls – 100 außergewöhnliche Frauen

Mai/Juni
In den beiden Monaten habe ich in diesem Jahr so gut wie gar nicht gelesen, also auch keine Sachbücher.

Juli
4. Mark Lauren: Fit ohne Geräte – Anatomie
5. Mark Lauren und Joshua Clark: Fit ohne Geräte für Frauen
Mein blöder Sturz im Mai hatte dafür gesorgt, dass ich mir wochenlang jede Bewegung gut überlegen musste. Danach hatte ich das Gefühl, ich müsste Wege finden, um gezielter wieder fit zu werden. Am Ende bin ich allerdings eher bei Dehn- und Yogaübungen gelandet statt beim Muskelaufbau.

August/September
Drei angefangene Sachbücher („Brennender Stoff“, „The Adventures of Maud West, Lady Detective“ und „Prince of Europe“), keins davon beendet – immerhin habe ich zwei davon im Laufe des Jahres noch ausgelesen.

Oktober
6. Abhijit V. Banerjee und Esther Duflo: Poor Economics – Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut

November
7. Barbara Achermann: Frauenwunderland – Die Erfolgsgeschichte von Ruanda
8. Verena Klaus: Müllkommanix – Ohne Abfall lebt’s sich leichter
Über das Sachbuch war ich auf irgendeinem Blog gestolpert und habe es dann spontan in der Bibliothek ausgeliehen, weil ich finde, dass es nicht schadet, wenn man immer wieder überprüft, ob man doch noch ein bisschen mehr für die Umwelt tun kann. Insgesamt war es flüssig zu lesen, brachte mir aber nicht so viel Neues für meinen Alltag.
9. Kristin Hahn und Sigrid Jacobeit (Hrsg.): Brennender Stoff – Deutsche Mode jüdischer Konfektionäre vom Hausvogteiplatz

Dezember
10. Erika Fatland: Die Grenze – Eine Reise rund um Russland
11. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim: Komisch, alles chemisch! Handys, Kaffee, Emotionen – Wie man mit Chemie wirklich alles erklären kann
12. Susannah Stapleton: The Adventures of Maud West, Lady Detective – Secrets and Lies in the Golden Age of Crime