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Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewoche: 3. Advent

Was für eine merkwürdige Woche! Immerhin haben wir jetzt einen Mietvertrag für eine neue Wohnung ab Februar und damit endlich die aufreibende Wohnungssuche hinter uns gebracht. Nun steht „nur“ noch das Packen und Umziehen an … *eeks* Auf jeden Fall ist es eine große Erleichterung, dass wir den neuen Vermietern diese Woche sagen konnten, dass wir in ein paar Wochen ausziehen können.

Da mein Mann die ganze Woche krankgeschrieben war, habe ich mir trotz des anstehenden Trubels die eine oder andere Auszeit gegönnt. So habe ich nicht nur den dritten Oona-Crate-Titel gelesen (ich mag die Reihe wirklich sehr!), sondern auch zu diversen Kurzgeschichten (mit Weihnachtsbezug) gegriffen. Erst einmal habe ich die beiden restlichen Kurzgeschichten aus dem „Lovers Lane“-Bundle (über die ersten beiden Geschichten hatte ich mich ja am vergangenen Sonntag geärgert) gelesen.

„Sunnys Weihnachten“ von Regina Duke (das muss doch ein Pseudonym sein!) war ganz nett, wenn auch sehr vorhersehbar. Die beiden Protagonisten haben schon auf der Highschool Interesse aneinander gehabt. aber nachdem Brady Sunny auf dem Abschlussball stehen gelassen hat, haben sie kein Wort mehr miteinander gewechselt. Nun sehen sie sich nach vielen Jahren wieder und müssen feststellen, dass sie immer noch Gefühle füreinander haben. Mich nervt dabei nur etwas, dass Sunnys Leben erst einmal in Trümmern liegen muss, bevor die beiden sich wiedersehen (wobei Brady sie natürlich aus einer blöden Situation rettet) und merken, dass sie damals von mehreren Seiten manipuliert wurden.

Die zweite Geschichte von der Autorin („Krystals Weihnachten“) gehört anscheinend zu einer Reihe und ich fand es nett, dass die Protagonistin Krystal an diesem Weihnachten darauf wartet, dass sie die – von ihrem Ex unterschriebenen – Scheidungspapiere zugeschickt bekommt, damit sie nach vielen Jahrezehnten endlich mit ihrer Jugendliebe zusammen sein kann. Da das Warten allein nun nicht gerade viel Handlung wäre, gibt es noch etwas Trouble mit Krystals Enkelin. Alles sehr nett und mit recht sympathischen Figuren.

Dann habe ich noch „Mission Rentier“ von Mathias Küfner gelesen – die Geschichte hatte Ariana vor zwei Jahren mal empfohlen. Das Ganze war auch irgendwie nett, aber das Ende hat mich etwas irritiert. Außerdem hatte ich auf dem eReader noch „How the In-Laws Wrecked Christmas“ von Fiona Gibson gefunden. In der Kurzgeschichte begleitet man Anna als sie an Weihnachten zum ersten Mal mit ihrem neuen Freund Ben seine Familie besucht. Anna erinnert mich etwas an die Figur Natalie aus „Love Actually“, Bens Eltern sind ekelhafte Snobs, die ihrer Ex-Schwiegertochter hinterherweinen, und Ben ist ein Idiot ohne Rückgrat – und so fand ich die Grundidee zwar nett, die Geschichte selber aber eher enttäuschend.

Bevor ich wieder zum Buch greife, wühle ich mich erst einmal durch einen FeedReader und schaue, was die anderen gestern schon bei Arianas Adventslesen so gemacht haben. 🙂

Update 14:30 Uhr

Irgendwie habe ich es geschafft die Kamera in den letzten Tage zu verklüngeln, also gibt es heute keine Fotos. Die letzten Stunden sind mit Frühstück, Kommentieren, Wäsche anstellen, Katze füttern und viel Rumwuseln vergangen. Aber ich habe auch einige Seiten in „The Comeback Christmas“ von Melinda Curtis gelesen. Viel fehlt mir bei der Geschichte nicht und bislang fand ich sie sehr nett. Die Geschichte ist Teil eines Bundles mit zwölf Geschichten (insgesamt 835 Seiten), die alle in der selben Stadt („Christmas“) spielen, in der Weihnachten das ganze Jahr über ein großes Thema ist, weil man ja dem Ortsnamen gerecht werden muss.

Immer drei von den zwölf Geschichten gehören zusammen und drehen sich – zumindest bei den ersten drei – um Geschwister, die in der Zeit vor Weihnachten die Liebe ihres Lebens finden. Oder wie bei meiner aktuellen Protagonistin darum, dass sie mit dem Mann zusammenkommt, der ihr einmal viel bedeutet hat. Dadurch, dass sich die Protagonisten schon gut kennen, finde ich es auch okay, dass die gesamte Handlung in so einen kurzen Zeitraum gequetscht wurde. Sie kennen sich ja schon und müssen es eigentlich nur noch fertig bringen sich gegenseitig ihre Liebe einzugestehen. Das ist wirklich nett geschrieben und ich mag auch die (vermutlich im echten Leben unerträgliche) Weihnachtsstadt voller Schnee, Lichter und Veranstaltungen, die beim Lesen für Weihnachtsstimmung sorgen.

Ich denke, ich werde heute bei dem Buch – und den Rest des Tages auf dem Sofa – bleiben. Eine große Tasse mit heißem Tee steht beim Lesen auch neben mir und hilft hoffentlich gegen meinen gerade laufenden „Mitgliedsanstrag im Club der Hustenden“. Ich fürchte, ich schaffe es mal wieder die Erkältung in dem Moment von meinem Mann zu übernehmen, in dem er wieder bereit ist zur Arbeit zu gehen.

Update 21:30 Uhr

Sehr lange werde ich wohl nicht mehr aufbleiben, also ist das hier das letzte Update für heute. Heute Nachmittag habe ich über eine Stunde geschlafen und ansonsten viel gelesen, eine Pause fürs Kochen eingelegt und wieder gelesen. Die zweite Geschichte fand ich wirklich hübsch – sehr kitschig, aber für mich hat es perfekt gepasst und zwischendurch musste ich mir sogar ein Tränchen verdrücken, denn mit „der ganze Ort kommt nach einer Katastrophe zusammen, um zu helfen“-Szenen kann man mich schon packen. 😉 Bei der dritten Runde weiß ich noch nicht so recht, was ich von dem Protagonisten halten soll, aber grundsätzlich fühle ich mich gut unterhalten.

Jetzt dreh ich aber erst einmal eine letzte Kommentarrunde, falte dann die Wäsche zusammen, die ich heute gleich mehrfach vergessen und gerade erst aus dem Trockner befreit habe, und schaue dann, ob ich noch ein paar Zeilen lese oder gleich ins Bett falle. Habt einen guten Start in die Woche und gönnt euch regelmäßig Auszeiten zum Genießen! 🙂

Jim Butcher und Kerrie L Hughes (Hrsg.): Shadowed Souls (Anthologie)

Im November hatte ich mir „Shadowed Souls“ gegönnt, weil ich ja eh gern Urban-Fantasy-Geschichten lese und in dieser Anthologie (die von Jim Butcher und Kerrie L. Hughes herausgegeben wurde) sehr viele Autoren vertreten sind, die ich schon kenne und mag. Um meine Erinnerungen an die insgesamt 11 Geschichten festzuhalten, gibt es hier ein paar Stichworte dazu:

1. „Cold Case“ von Jim Butcher
Eine Geschichte, die in Jim Butchers Harry-Dresden-Welt spielt und nur gelesen werden sollte, wenn man die aktuellen Romane kennt, weil sonst zu viel gespoilert würde. Protagonistin der Geschichte ist Molly Carpenter, die in einem kleinen Ort in Alaska auf Ramirez trifft. Da ich beide Figuren kenne und mag, begann die Geschichte für mich mit einem Schmunzeln und endete mit vielen, vielen Tränen … Sehr gut, sehr bewegend, aber es macht mir auch ein bisschen Angst bezüglich der weiteren Entwicklunge in den Harry-Dresden-Romanen.

2. „Sleepover“ von Seanan McGuire
Diese Geschichte spielt in Seanan McGuires InCrypted-Welt und dreht sich um Elsie Harrington, die mir bislang noch nicht persönlich bekannt war, die aber vermutlich in dem nächsten Roman („Magic For Nothing“ – erscheint im März 2017) eine Rolle spielen wird. Elsie wird zu Beginn von „Sleepover“ entführt, weil jemand sie für einen Dämonen hält und ihre Dienste in Anspruch nehmen möchte. Die Geschichte verfügt – wie so oft bei Seanan McGuire – über amüsante, süße und sehr bittere Elemente und hat insgesamt ein deutliches Buffy-Feeling bei mir hinterlassen.

3. „If Wishes Were“ von Tanya Huff
Eine Vicky-Nelson-Geschichte, die nach den „Blood“-Romanen spielt und dementsprechend Spoiler für den Ausgang der Reihe enthält. Das Problem – rund um einen Djinn – ist sehr typisch für Vicky Nelson, ebenso die Auflösung des Problems, so dass bei mir vor allem Vickys Gedanken zum Thema Sterblichkeit und wie weit darf jemand gehen, um eine andere Person zu retten, hängen geblieben sind. Vor allem finde ich es spannend und realistisch, wie sehr Vicky immer wieder in Versuchung geführt wird von all der Macht, mit der sie in Kontakt kommt, während sie zusehen muss, wie Menschen, die ihr am Herzen liegen, leiden. Dabei wäre es so einfach etwas zu unternehmen, wenn man ignoriert, dass die meisten Machtquellen nun einmal bösen Ursprungs sind …

4. „Solus“ von Anton Strout
Die Geschichte gehört zu den Simon-Canderous-Romanen des Autors – und macht mich schon etwas neugierig auf die Reihe. Simon und sein Ausbilder Connor gehören zum „Department of Extraordinary Affairs Other Division – New York’s answer to the underfunded world of paranormal investigation“ (um mal die Homepage des Autors zu zitieren) und müssen in dieser Geschichte ein Schloss von Geistern befreien, damit es dann von einer Marklerin verkauft werden kann. Ich mochte die Form, die die Geistern annahmen, und die Gespräche zwischen Simon und Connor, die sich darum drehten, ob und wann man jemandem vertrauen kann, mit dem man zusammenarbeitet.

5. „Peacock in Hell“ von Kat Richardson
Über Kat Richardson war ich schon beim Herbstlesen gestolpert und hatte mir ihre Harper-Blaine-Bücher gemerkt. Diese Geschichte gehört nicht zu den Greywalker-Romanen, sondern dreht sich um eine Figur mit dem Spitznamen „Peacock“, die engagiert wurde, um jemanden aus der Hölle zu stehlen – und gerade auf den ersten Seiten fühlte ich mich mit der Geschichte sehr verloren, weil ich die Welt und die Figuren so gar nicht zu fassen bekam. Das Ende fand ich zwar schön böse, aber so richtig weiß ich immer noch nicht, was ich davon halten soll.

6. „Eye of Newt“ von Kevin J. Anderson
Die Geschichte gehört zu den „Dan Shamble, Zombie P.I.“-Romanen des Autors. Sie war ganz amüsant, aber auch arg vorhersehbar und hat mich deshalb nicht so ganz überzeugt. Ich weiß nicht warum, aber dieser Autor konnte mich schon nicht so richtig packen, als ich noch als Teenager alles verschlungen habe, dass meine Bibliothek im Fantasy- oder Science-Fiction-Bereich zu bieten hatte. Manchmal passt es einfach nicht …


7. „What Dwells Within“ von Lucy A. Snyder
Wieder eine Kurzgeschichte, die zu einer Serie gehört, dieses Mal zu den Jessie-Shimmer-Romanen, die mir ehrlich gesagt bislang nicht untergekommen waren. Aber da ich Jessie Shimmer und ihren Vertrauten Pat ganz sympathisch fand und die Welt interessant zu sein scheint, habe ich mir den ersten Band mal auf die Merkliste gepackt, obwohl diese Geschichte etwas sehr zäh anfängt, während man mit Jessie durch die Gegend fährt und sie über ihre Situation und das Gefühl, das bald etwas gravierendes passiert, nachdenkt. Ich bin mir zwar sicher, dass ich dank dieser Kurzgeschichte schon das Ende des ersten Romans (wenn nicht mehr) weiß, aber das Ganze klang trotzdem interessant.

8. „Hunter, Healer“ von Jim C. Hines
Soweit ich das beurteilen kann, gehört die Kurzgeschichte nicht zu einem der Romane des Autors (wenn nicht im zweiten oder dritten „Magic ex Libris“-Buch noch etwas kommt, das damit in Verbindung steht). Jim C. Hines hält sich nicht lange damit auf seine Protagonistin Julia vorzustellen, sondern wirft einen gleich in die Handlung rund um einen Serienmörder, der die übernatürlichen Wesen in Julias Stadt attackiert, hinein. Im Laufe der Handlung wird Julia, die seit sehr langer Zeit als Heilerin arbeitet, gezwungen in die Rolle der Jägerin zu schlüpfen – und wieso das so ist und welche Folgen das für sie hat, hat der Autor so beschrieben, dass mir beim Lesen die Tränen kullerten. Sehr lästig, wenn man die Buchstaben kaum noch erkennen kann, aber jetzt sofort wissen will, wie es weitergeht … 😉

9. „Baggage“ von Erik Scott de Bie
Die Figur Vivienne Cain/Lady Vengeance gehört anscheinend zu einer Kurzgeschichten-Reihe des Autors und „Baggage“ ist – wenn ich nach der Homepage gehen kann – die aktuellste Geschichte darin. Lady Vengeance war mal eine Superheldin/Superschurkin und ist nun eine Alkoholikerin, die versucht mit ihren übernatürlichen Fähigkeiten zurechtzukommen. In dieser Geschichte fühlt sie sich von einem Dämonen verfolgt und wird dann, trotz all ihrer Vorsicht, doch von unerwarteter Seite angegriffen. Das war interessant und ich mochte einige Aspekte bei der Hauptfigur, aber so richtig konnten mich weder die Handlung noch die Protagonistin packen.

10. Sales. Force. von Kristine Kathryn Rusch
Ich kenne die Romane von Kristine Kathryn Rusch zu wenig, um zu beurteilen, ob die Protagonistin Kaylee und die verwendete Urban-Fantasy-Welt von der Autorin schon verwendet wurden (bei der Menge an Veröffentlichungen und Pseudonymen schiebe ich jedes Mal, wenn ich mich mit ihren Arbeiten beschäftigen will, die Recherche auf einen anderen Zeitpunkt). Auf jeden Fall beginnt die Geschichte dramatisch mit dem Tod des Verlobten der Protagonistin und wird dann immer fantastischer, während Kaylee ihre Trauer nutzt, um einen Auftrag für ihre Chefin durchzuführen. Vor allem hatte es mir hier die ungewöhnliche Protagonistin angetan …

11. Impossible Monsters von Rob Thurman
Die Geschichte gehört zu den Cal-Leandros-Romanen von Rob Thurman (noch so eine Reihe, die ich eigentlich weiter verfolgen wollte), kann aber auch ohne Vorwissen aus den Romanen gelesen werden, da die Autorin ihren Protagonisten und seine Situation gründlich einführt, birgt aber dafür Spoiler, wenn man den ersten Band der Reihe noch nicht kennen sollte. Inhaltlich geht es darum, dass Cal seit Jahren eine Liste von Monstern führt, die er regelmäßig überprüft, um zu schauen, ob es nötig wird, diese Monster zu beseitigen, damit sie nicht noch mehr Schaden anrichten. Sehr düster, sehr unschön und in sich sehr stimmig.

Mona Ingram: A Family for Christmas

Adventszeit bedeutet für mich auch immer Liebesromanzeit und so schau ich gern nach günstigen oder gar kostenlosen eBooks zu den beiden Themen – und sammel immer mehr weihnachtliche Liebesromane auf dem Reader, als ich in den vier Wochen lesen kann. So ist auch „A Family for Christmas“ von Mona Ingram (vermutlich) im vergangenen Jahr auf meinem eReader gelandet und ich habe keine Ahnung, wie ich über den Titel gestolpert bin. Die Autorin habe ich vorher auf jeden Fall noch nicht gelesen und bin deshalb vollkommen unbefangen an „A Family for Christmas“ herangegangen.

Die Geschichte wird zum größten Teil aus der Sicht von Maddie LaRocque erzählt, die vor einigen Monaten nach Calgary gezogen ist, nachdem ihr Freund nach drei Jahren Beziehung beschloss, dass er lieber eine andere Frau heiraten würde. Dummerweise wird Maddie zwei Monate vor Weihnachten auch noch ihr neuer Job gekündigt, weil ihr Arbeitgeber einen wichtigen Kunden verloren hat, und nun hängt sie ein bisschen in der Luft. Immerhin muss sie sich keine Gedanken um ihre Finanzen und ihre Miete machen, denn sie hat etwas Geld auf der hohen Kante und ist bei ihrem Umzug nach Calgary in die Wohnung ihre Freundin Lily eingezogen. Durch ein Gespräch in einem Aufzug kommt Maddie dann auf die Idee, sie könnte in der Vorweihnachtszeit einen Geschenkservice betreiben – und natürlich lernt sie darüber prompt den perfekten Mann für sich kennen.

Bei einer längeren Geschichte hätte ich mich vielleicht darüber geärgert, dass für Maddie nach ihrer Kündigung alles so problemlos läuft. Sie muss sich keine Gedanken um Geld machen und als sie für einige Wochen einen Geschenkservice eröffnet, fällt ihr der perfekte Laden inklusive einer großartigen „Aushilfe“ geradezu vor die Füße. Aber bei gerade mal 170 Seiten und gleich zwei Liebesgeschichten, die hier erzählt werden, gab es zu wenig Raum für solche Details, als dass ich mich hätte aufregen wollen. Stattdessen habe ich eine süße und unterhaltsame Geschichte rund um Maddie und ihre Freundin Lily bekommen, die sich in die Brüder Drummond verlieben. (Also ein Bruder pro Freundin. 😉 )

Ich mochte es, dass alle vier Beteiligten eine Vergangenheit hatten, die es ihnen nicht leicht macht auf einen Menschen zuzugehen oder zumindest dafür sorgt, dass erst einmal etwas beendet werden muss, bevor man etwas anfangen kann, ohne dass damit großes Drama verbunden war. Außerdem gibt es natürlich „Missverständnisse“ zwischen den verschiedenen Figuren, aber nichts davon ist wirklich gravierend und alles lässt sich in dieser Geschichte klären, in dem man miteinander redet. Ich bin immer so froh, wenn solche Momente in Romanen nicht künstlich aufgebläht werden. Es ist vollkommen okay, wenn ein Protagonist ein paar Tage nachdenken muss oder eben nicht im ersten Rausch der Gefühle handelt, wenn die Figuren dann wieder aufeinander zugehen und die Sache klären. Nur zu schade, dass so wenig Liebesromane darauf setzen und stattdessen lieber eine unendliche Kette von Missverständnissen und Kränkungen für die Handlung produzieren – wobei ich mich am Ende dann immer frage, wie so eine Beziehung in ein paar Jahren aussieht, wenn die Leute schon nicht miteinander reden können, wenn sie frisch verliebt sind.

Bei der Kürze der Handlung ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass es bei allen vier Personen zu einem Fall von „Liebe auf den ersten Blick“ kommt. Aber immerhin gönnt die Autorin den Figuren neben dieser unwiderstehlichen Anziehung auch genügend Verstand, um ihnen Zeit zum Kennenlernen zu geben, um die gegenseitigen Gefühle nicht als selbstverständlich anzunehmen und um trotzdem noch eigenständige Entscheidungen zu treffen, die nichts mit der potenziellen Beziehung zu tun haben. Das sorgt vielleicht nicht für die emotionalste Geschichte, die ich je gelesen habe, aber für eine schöne, atmosphärische, vorweihnachtliche Liebesgeschichte mit (relativ) realistischen und sympathischen Charakteren.

Banana Yoshimoto: Moshi Moshi

Nach dem Lesen von „Moshi Moshi“ von Banana Yoshimoto habe ich mich gefragt, ob es eigentlich auch Bücher der Autorin gibt, die sich nicht mit dem Thema Trauer beschäftigen. Ich muss gestehen, dass ich bislang nur welche erwischt habe, in denen es um dieses Thema ging. So muss Yoshie (Yotchan), die Protagonistin in „Moshi Moshi“ mit dem Tod ihres Vater fertig werden, der – laut Angaben der Polizei – gemeinsam mit seiner Geliebten in einem Wald Selbstmord begangen hat. Weder Yoshie noch ihre Mutter wussten, dass der Vater überhaupt eine Geliebte hatte – auch wenn sie im Scherz darüber sprachen, dass er eine haben müsste, da er in letzter Zeit häufig nach seinen Konzerten über Nacht fernblieb – und beide sind der Meinung, dass Selbstmord auch nicht zu einem Menschen wie ihm passen würde. So müssen beide Frauen nicht nur mit dem Verlust des Verstorbenen fertig werden, sondern auch damit, dass es Seiten an diesem Mann gab, die sie nicht kannten.

Während Yotchans Mutter bei ihr Schutz sucht und sich in ihrer Trauer treiben lässt, flüchtet die junge Frau in ihre Arbeit. Sie ist in einem kleinen Restaurant in Shimokitazawa angestellt, das sich auf wohltuendes Essen (wie Yotchan es beschreiben würde) spezialisiert hat. Für Yotchan und ihre Mutter war das Restaurant während der ersten Trauerphase, als beide kaum etwas zu sich nehmen konnten, ihre Rettung, nun möchte Yoshie dafür sorgen, dass auch andere Kunden dort ein solch erholsames Essen genießen können. Sie beobachtet ihre Kunden beim Essen und versucht ihre Bedürfnisse zu erahnen, bevor diese sie aussprechen können. Und während ihrer Pausen oder nach Feierabend streift sie durch Shimokitazawa und genießt den – für Tokyo unglaublich entspannten – Rhythmus des Viertels. Sowohl für sie als auch für ihre Mutter fühlt sich der Wechsel von ihrer alten Wohnung in Meguro nach Shimokitazawa wie Urlaub an. Sie leben, als ob es keine Verpflichtungen gäbe (natürlich abgesehen von Yoshies Arbeit) und versuchen jeden Tag so zu genießen wie er kommt.

Doch natürlich reicht das nicht aus, um mit dem Tod des Vaters fertig zu werden und so gibt es immer wieder Momente, in denen Yotchan sich mit damit auseinandersetzen muss. Manchmal geschieht dies, weil Freunde oder Bekannte ihres Vaters auf sie zukommen, manchmal sucht sie selber aktiv nach Informationen. Doch immer geht es nur in kleinen Schritten vorwärts, weil es für die junge Frau zu belastend ist, dass ihr Vater auf diese Weise aus ihrem Leben gegangen ist. So ist es auch kein Wunder, dass sie immer wieder von ihm (und seiner Geliebten) träumt, während sie auf der anderen Seite in ihrem Alltag häufig Probleme hat eine Entscheidung zu treffen, die über ihre Arbeitsplatz hinausgeht.

Auch wenn sich das jetzt vielleicht deprimierend anhört, so ist „Moshi Moshi“ doch ein sehr ermutigendes Buch, das dem Leser immer wieder sagt, dass alles seine Zeit braucht, dass man nicht hetzen muss und dass man seinen eigenen Rhythmus finden muss – egal, ob es um die Verarbeitung von Trauer, das Essen oder das Leben im allgemeinen geht. Außerdem ist die Geschichte eine wunderbare Liebeserklärung an das Künstler- und Szeneviertel Shimokitazawa mit seiner gewachsenen Struktur, seinem entspannten Lebensgefühl und all den liebenswerten und individuellen Bewohnern. Ich mochte es sehr, wie die Autorin die Eigenheiten dieses Viertels beschrieb, wie sie die Mutter abends von ihrem Tag und all den Menschen, denen sie begegnet ist, erzählen lässt und wie Yotchan über die Passanten redet, die sie auf der Straße beobachtet.

Und natürlich ist „Moshi Moshi“ auch eine Geschichte vom Erwachsenwerden, denn mit dem Tod des Vaters wird Yoshie bewusst, dass sie sich nicht ewig auf ihre Eltern stützen kann, dass jetzt schon eine wichtige Konstante aus ihrem Leben verschwunden ist und dass eines Tages auch der Moment kommen wird, in dem ihre Mutter nicht mehr für sie da sein kann. Umso wichtiger ist es, dass Yotchan lernt, ihren eigenen Weg zu gehen, herauszufinden, was ihr Leben lebenswert macht, und sich nicht immer wieder mit dem zu begnügen, was gerade gut ist, sondern sich auch mal konkrete Ziele zu setzen und herauszufinden, wie sie diese Ziele erreichen kann. Dabei erzählt Banana Yoshimoto von all diesen Veränderungen in Yoshies Leben in gewohnt unaufgeregter Weise.

Doch so sehr die Handlung vor sich hinzuplätschern scheint, so sehr packen mich auch immer wieder die Gedanken und Gefühle der Protagonisten dieser Autorin. Bei einem Yoshimoto-Roman bleibt die Geschichte eine Weile bei mir und lässt mich über die Figuren, die Ereignisse und auch mein eigenes Leben nachdenken, während es mich auf der anderen Seite immer wieder zum Buch treibt, um nur noch ein paar Seiten zu lesen, um nur eben herauszufinden, welche Auswirkungen dieser eine neue Denkansatz, diese eine Begegnung oder diese ganz bestimmte Erkenntnis auf die Figuren haben mag. Spannend finde ich es auch, dass ich mich langfristig immer kaum an die Handlung erinnern kann (und grundsätzlich recherchieren muss, wie die gelesenen Bücher überhaupt hießen und um welche Charaktere sie sich überhaupt drehten), aber dafür Bilder im Kopf habe, die ich mit den jeweiligen Titeln verbinde – selbst wenn sie so gar nicht im Roman vorkamen.

Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewoche: 2. Advent

Schon der zweite Adventssonntag und somit wieder ein Beitrag zu Arianas „Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewochen“. So viel weihnachtlicher als am vergangenen Wochenende fühle ich mich noch nicht, aber immerhin begann die Woche mit einem klaren und wolkenlosen Himmel, wunderschönem Raureif und durchgehenden Sonnenstunden. Wenn es so schön kalt ist, darf die Sonne meinetwegen gern den ganzen Tag scheinen. 😉

Sehr viel habe ich in den letzten Tagen nicht gelesen, mir fehlten sowohl die Zeit als auch die Konzentration und wenn ich beides hatte, dann habe ich zu fantastischen Kurzgeschichten und – nachdem ich „Shadowed Souls“ ausgelesen hat – zu „Kat, Incorrigible“ von Stephanie Burgis gegriffen. Gestern hatte ich dann aber doch Lust auf etwas weihnachtlicher Lektüre und habe mich weiter durch meine eBooks gewühlt und einen Versuch mit „A Family for Christmas“ von Mona Ingram gewagt. Das war wieder eine kostenlose Geschichte für den Kindle und mit ca. 170 Seiten perfekt für einen entspannten Nachmittag. Ich mochte die Figuren und die Geschichte war auch wirklich süß, wenn auch etwas sehr vorhersehbar – insgesamt aber perfekt zum Entspannen.

Heute versuche ich wieder einen Blick in die Weihnachtsanthologie „Mörderische Bescherung“ zu werfen und gucke weiter durch meinen eBook-Bestand nach winter-weihnachtlicher Lektüre. Doch bevor ich mich ernsthaft dem Adventslesen widmen kann, haben wir heute Vormittag erst einmal wieder einen Wohnungsbesichtigungstermin. Immerhin liegt der so, dass wir auf dem Rückweg an einem von uns sehr geschätzten Café vorbeikommen, wo wir entweder gleich einkehren oder zumindest Kuchen für heute Nachmittag mitnehmen können. 😉

Ich wünsche euch schon mal einen schönen 2. Advent und melde mich später wieder!

Update 14:00 Uhr

Uff, das war ein Vormittag. Wir waren insgesamt fast drei Stunden unterwegs für gerade mal zehn Minuten Wohnungsbesichtigung. Die Wohnung wäre von der Lage und der Größe eigentlich gut für uns, allerdings gibt es keinen Keller, die vorhandene Einbauküche ist – im Vergleich zu meiner eigenen und für mich perfekten Küche – schrecklich und das Badezimmer ist … sehr individuell (es ist L-förmig und die Badewanne passt genau in den Querbalken des Ls und ist nur über eine kleine Stufe direkt vor der Toilette zu besteigen, wenn man da diagonal über die Ecke reinkrabbelt). Außerdem gibt es drei Kindergärten vor, hinter und neben der Wohnung – und ich weiß, welcher Lärm bei nur einem hinter dem Haus entstehen kann. Wir haben trotzdem ernsthaftes Interesse bekundet, einfach weil der Wohnungsmarkt nun einmal so ist, wie er ist.

Auf dem Rückweg sind wir beim Café vorbei und nachdem wir uns wegen der vorhandenen Besucher nicht einmal zu zweit vor die Theke quetschen konnten, hat mein Mann für heute Nachmittag Kuchen besorgt und wir sind nur noch so schnell wie möglich am extrem überfüllten Weihnachtsmarkt vorbeigehuscht, um zur Bahn zu kommen. Immerhin haben wir noch das Mittagsgeläut auf dem Rathausvorplatz gehört, aber das war es auch an „Adventsstimmung“ in der Stadt. Ich finde es ja eigentlich spannend in einer Stadt mit so vielen verschiedenen Touristen zu leben und wir haben auch gern der Großfamilie aus Malaysia geholfen ihren Rückweg nach dem Weihnachtsmarktbesuch zu planen, aber ich bin trotz solcher Begegnungen immer wieder überrascht, wie viele Menschen sich so in der Innenstadt herumtreiben und die Märkte besucht oder versucht die historischen Fassaden zu knipsen. *g*

Zum späten Frühstück hab es dann erst einmal die erste Geschichte aus einem eBook-Bundle mit vier Kurzgeschichten (je zwei von Sandra Edwards und Regina Duke – bei der letzteren könnte es sein, dass sie mir schon mal in so einer Sammlung untergekommen ist, aber sicher bin ich mir nicht). „Die Weihnachtsbraut“ von Sandra Edwards war leider einfach nur grottenschlecht! Die Protagonistin Cami McClure reist über Weihnachten zu ihrer besten Freundin Genie Taylor nach Hawaii und lernt auf dem Flug den unglaublich gutaussehenden Cody Hollis kennen. Der übrigens zu einer Hochzeit über Weihnachten nach Hawaii fliegt und mit dem sie dann noch zu Abend isst (praktischerweise hat die Freundin Genie keine Zeit, weil sie eine Hochzeit organisieren muss) und neben dem sie am nächsten Morgen aufwacht (aber nix passiert, weil er nicht mit betrunkenen Frauen schläft) und dann trifft sie den Bräutigam der Hochzeit, die ihre Freundin organisiert, und er sieht aus wie Cody! Und er tut so, als ob er sie nicht kennt! Trotz der gemeinsam verbrachten Stunden! Und er heißt Cory! Und natürlich ist Cami so enttäuscht und verzweifelt und fühlt sich verarscht UND SCHALTET IN DER GESAMTEN GESCHICHTE NICHT EINMAL IHR GEHIRN EIN! Und dann gibt es ein klärendes Gespräch und einen Epilog mit der Hochzeit von Cami und Cody ein Jahr später zu Weihnachten.

Abgesehen von dem Mangel an Handlung (ja, auch eine Kurzgeschichte darf Handlung enthalten), fragte ich mich die ganze Zeit, wieso diese beiden Menschen überhaupt Interesse aneinander haben. Alles, was ich als Leser über sie erfahren habe, ist, dass sie gut aussehen (und sie hat Komplexe, weil sie als Therapeutin nicht besonders viel Geld verdient) und er ist reich und aus Texas. Neeee, das war nix. Ich werde aber natürlich trotzdem noch einen Versuch mit der nächsten Geschichte der Autorin wagen. 😀 Vorher drehe ich aber endlich eine Runde bei den anderen vorbei und beende das Durchforsten des FeedReaders, da ich damit heute Morgen nicht sehr weit gekommen war. Es sammelt sich eben doch einiges an, wenn man den die ganze Woche weitgehend ignoriert.

Update 17:30 Uhr

Während ich noch meine Kommentarrunde drehte, klingelte es überraschend an der Tür und diejenigen Nachbarn, die pro Woche die meisten Lieferungen von uns entgegennehmen lassen, brachten eine schokoladige Überraschung vorbei. Ich finde es wirklich nett, dass sie ab und an dann doch anerkennen, dass wir ihnen da wirklich entgegenkommen. Wobei ich auch ein bisschen befürchte, dass das nur die vorauseilende Besänftigung ist, weil wir in den kommenden Wochen vermutlich unseren Flur nicht mehr betreten können, weil sie wieder so viele Pakete bekommen werden. 😉

Unter Christies grumpigem Blick habe ich dann erst einmal einen weiteren Versuch mit Sandra Edwards gemacht und kann sagen, dass ich „Der Weihnachtszauber“ nur unwesentlich erträglicher fand als „Die Weihnachtsbraut“. Immerhin gab es in dieser Geschichte rund um Eve Langdon, die kurz vor Weihnachten entdecken musste, dass der Typ, den sie vor Jahren nicht Hals über Kopf heiraten wollte, wieder in der Stadt ist, so etwas wie weihnachtliche Atmosphäre. Außerdem gab es einen mysteriösen Weihnachtsmann, einen magischen Schokoriegel und zwei erwachsene Menschen, die sich vor acht Jahren gerade mal eine Woche lang gekannt hatten und die nun – dank eines Traums/einer magischen Reise in eine mögliche Zukunft – Hals über Kopf heiraten. Die Autorin hält wohl wirklich nichts davon, dass zwei Personen, die eine Beziehung eingehen wollen, sich vorher kennenlernen. Nach diesem Machwerk brauchte ich erst einmal etwas angenehmere Unterhaltung und so gab es Kuchen und eine Folge von „Good Morning Call“.

Himbeer-Chiffon und Gateau au Chocolat

Mont Blanc und Schoko-Karamell-Törtchen

Vier kleine, aber so unglaublich gute Stückchen Kuchen, die wir uns geteilt haben, während wir verfolgten, wie Nao und ihr Mitbewohner Uehara wieder von einem kleinen – und sehr amüsanten – Drama zum nächsten stolperten. Nachdem ich zum Geburtstag einen Netflix-Gutschein geschenkt bekommen hatte, um die neuen „Gilmore Girls“-Folgen zu sehen (meine ungefilterte Meinung behalte ich da lieber für mich), haben wir in den letzten Tagen mal geschaut, was wir sonst noch so anschauen könnten und sind bei „Good Morning Call“ gelandet. Die japanische Serie dreht sich – wie gefühlt mindestens die Hälfte aller Manga, die für Schulmädchen geschrieben wurden, – um die tolpatschige Nao, die auf einen betrügerischen Markler hereingefallen ist und sich nun eine Wohnung mit einem Schulkameraden teilen muss. Uehara ist einer der drei beliebtesten Schüler der Schule und das ist nur einer der Gründe, warum niemand wissen darf, dass die beiden eine Wohngemeinschaft bilden. Das Ganze ist sehr seicht, aber auch wirklich niedlich und lustig mit sehr passend besetzten Schauspielern. Wir finden es gerade sehr erholsam. 🙂

Bis es Zeit wird das Abendessen zu kochen, werde ich wohl meine Aufmerksam zwischen dem 3DS (Blümchen gießen!) und dem FeedReader aufteilen. Noch immer über 70 Beiträge, die ich mal lesen oder zumindest wegscrollen sollte …

Update 00:15 Uhr

Eigentlich wollte ich ja nach dem Essen noch gemütlich lesen, aber dann kam währenddessen per Mail eine überraschende Nachricht, die uns den restlichen Abend auf Trab gehalten hat. So haben wir heute Abend viel diskutiert, telefoniert und Mails mit Terminanfragen geschrieben – ein bisschen schade finde ich es, dass wir unser Tortenküken, das wir uns zum Nachttisch geteilt haben, so gar nicht richtig würdigen konnten, aber lecker war es trotzdem. Jetzt lege ich nur noch schnell die Wäsche zusammen, die mein Mann vor seinem Schlafengehe noch aus dem Trockner befreit hat, und falle dann ins Bett. Wir lesen uns spätestens am kommenden Sonntag wieder! Habt eine schöne Woche!

Neuzugänge November

Im November gab es einiges an Neuzugängen für mich und ich finde es schön, dass allein schon durch meine Geburtstagsgeschenke so eine bunte Mischung zusammen kam. Es macht sich allerdings auch bemerkbar, dass ich gerade ein sehr großes Bedürfnis nach „einfacher“ Wohlfühllektüre habe, was für viele fantastische Kinder- und Jugendbücher auf dem Wunschzettel gesorgt hat.

Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
[Nachdem ich einen Bücherscheck gewonnen hatte, habe ich mir bei einem Besuch meines Stammbuchhändlers diese beiden Romane gegönnt, um endlich die Codex-Alera-Reihe vollständig zu haben. (Wenn ich jetzt noch den ersten Band aus meinen Kistenchaos befreit bekomme, könnte ich die Bücher mal in einem Rutsch durchlesen. *g*)]

Jim Butcher (Hrsg.) und Kerrie L. Hughes: Shadowed Souls (Anthologie)
[Eine Anthologie rund um das Böse, das im Namen des Guten passieren kann, mit insgesamt 11 Kurzgeschichten von denen überraschend viele von Autoren geschrieben wurden, die ich schon kenne und sehr mag. Das Buch hatte ich schon im Oktober vorbestellt, damit ich es recht zeitnah zur Veröffentlichung von meinem Buchhändler importiert bekomme. Oh, und gelesen habe ich es im November auch schon! :D]

Igort: Berichte aus Japan – Eine Reise ins Reich der Zeichen
[Ein Geschenk (für meinen Mann und mich), weil Japan nun mal für uns beide interessant ist. 🙂 Der erste Blick hinein bietet schon mal sehr unterschiedliche Zeichenstile, die der Künstler verwendet hat.]

Die restlichen Neuzugänge wurden von verschiedenen Personen anlässlich meines Geburtstags von meinem Wunschzettel gefischt. 🙂

Shawn Thomas Odyssey: The Magician’s Tower
[Die Fortsetzung von „The Wizard of Dark Street“ .]

Stephanie Burgis: Kat, Incorrigible
[Den Roman hatte ich bei Kiya entdeckt und da ich Lust auf diese Art von Geschichten hatte, landete er gleich auf dem Wunschzettel.]

Diana Wynne Jones: The Islands of Chaldea
[Noch ein Buch der Autorin, das meine Sammlung vervollständigen soll.]

Kazuto Tatsuta: Reaktor 1F – Ein Bericht aus Fukushima 1 (Manga)
[So viele Berichte über Japan und Fukushima, da wurde es für mich Zeit von den Erlebnissen und Erfahrungen eines Mangaka zu lesen, der nach dem Unglück im Reaktor an den Aufräumarbeiten beteiligt war.]

Patricia C. Wrede: A Matter of Magic
[Obwohl ich die Geschichten der Autorin so gerne mag, habe ich immer noch nicht alles von ihr gelesen – wird Zeit das zu ändern.]

John Scalzi: Fuzzy Nation
[Ich habe wieder mehr Lust auf SF, wollte endlich mal einen Roman von dem Autor ausprobieren und der Klappentext klang gut.]

Alex Grecian: The Yard
[Der Auftaktband einer historischen Kriminalromanreihe – den vierten Teil davon hatte ich auf einem Wühltisch gefunden und sehr gern gelesen.]

Jewell Parker Rhodes: Bayou Magic
[Ein fantastisches Kinderbuch mit ungewöhnlichem Hintergrund.]

Kate Milford: Greenglass House
[Um das Buch schleiche ich schon so lange rum, jetzt ist endlich das Taschenbuch erschienen, also wurde es Zeit für den öffentlichen Wunschzettel.]

Robin Stevens: Murder Most Unladylike
[Mal wieder ein Titel, den ich bei Kiya gefunden hatte und der mich reizte.]

Diana Wynne Jones: A Tale of Time City
[Ja, ich gehe die Vervollständigung meiner DWJ-Sammlung jetzt wirklich ernsthaft an!]

Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
[Endlich der Serienabschluss in meinen Händen!]

Regina Stürickow: Kommissar Gennat ermittelt – Die Erfindung der Mordkommission
[Eine Folge unseres „Mörderischen Wochenendes“.]

Dezember-SuB 2016

Der November war ein wirklich trubeliger Monat und inzwischen schaffe ich es auch nicht mehr meine fehlende Lesezeit durch fehlenden Schlaf auszugleichen.. Trotzdem kam ich in diesem Monat auf 12 gelesene Bücher (plus 3 Kurzgeschichten und 1 Manga) und 2 gehörte Hörbücher. Und da der SuB zum Monatsende kräftig angestiegen ist und sich das gleiche Phänomen noch einmal im Dezember wiederholen wird, ist die Wahrscheinlichkeit für einen SuB-Abbau in den kommenden Wochen doch recht gering. 😉 Außerdem gibt es – trotz aller guten Vorsätze – weiterhin Bibliotheksausleihen, die bis zum Abgabetermin von mir gelesen werden sollten. Also keine Vorhaben für Dezember für das Lesen, sondern nur die Hoffnung, dass ich genügend Zeit für meine Bücher finde …

Deutscher SuB:

  1. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  2. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  3. Brom: Krampus
  4. Jim Butcher: Die Verschwörer von Kalare (Codex Alera 3)
  5. Jim Butcher: Der Protektor von Calderon (Codex Alera 4)
  6. Jim Butcher: Die Befreier von Canea (Codex Alera 5)
  7. Jim Butcher: Der erste Fürst (Codex Alera 6)
  8. Kim Harrison: Bluthexe (Rachel Morgan 12)
  9. Kim Harrison: Blutfluch (Rachel Morgan 13)
  10. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  11. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  12. Scott Lynch: Die Lügen des Locke Lamora
  13. Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
  14. Bea Rauenthal: Karfreitagsmord
  15. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  16. Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
  17. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  18. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  19. Charles den Tex: Die Zelle
  20. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  21. Uwe Voehl: Tod und Schinken
  22. Xinran: Gerettete Wort
  23. Xinran: Wolkentöchter
  24. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

24 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

  1. Holly Black: The Darkest Part of the Forest
  2. Marie Brennan: The Tropic of Serpents – A Memoir by Lady Trent
  3. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  4. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  5. Stephanie Burgis: Kat, Incorrigible
  6. Gail Carriger: Curties and Conspiracies (Finishing School 2)
  7. Agatha Christie: Curtain – Poirot’s Last Case
  8. Agatha Christie: Miss Marple – The Complete Short Stories
  9. Jennifer Estep: Cold Burn of Magic
  10. Mira Grant: Deadline (Newsflesh #2)
  11. Mira Grant: Blackout (Newsflesh #3)
  12. Alex Grecian: The Yard
  13. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  14. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  15. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  16. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  17. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  18. D. B. Jackson: Thieve’s Quarry (Thieftaker #2)
  19. Diana Wynne Jones: The Islands of Chaldea
  20. Diana Wynne Jones: A Tale of Time City
  21. Morgan Keyes: Darkbeast Rebellion
  22. Sarah Kuhn: Heroine Complex
  23. Lynn Kurland: Star of the Morning
  24. Kate Milford: Greenglass House
  25. Moira J. Moore: Resenting the Hero
  26. Bishop O’Connell: The Stolen
  27. Cindy Pon: Serpentine
  28. Julia Quinn: The Secrets of Sir Richard Kenworthy (Smythe-Smith 4)
  29. Philip Reeve: Larklight
  30. Jewell Parker Rhodes: Bayou Magic
  31. John Scalzi: Fuzzy Nation
  32. Paige Shelton: Farm Fresh Murder (A Farmers Market Mystery 1)
  33. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  34. Robin Stevens: Murder Most Unladylike
  35. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  36. Holly Webb: Lilly (Lilly 1)
  37. Holly Webb: Lilly and the Shining Dragon (Lilly 2)
  38. Holly Webb: Lilly and the Prisoner of Magic (Lilly 3)
  39. Holly Webb: Lilly and the Traitor’s Spell (Lilly 4)
  40. Patricia C. Wrede: The Thirteenth Child
  41. Patricia C. Wrede: A Matter of Magic
  42. Patricia C. Wrede: The Seven Towers

30 Titel auf dem englischen SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Jiro Taniguchi: Träume von Glück (Manga)

„Träume von Glück“ bietet dem Leser im Gegensatz zu all den anderen Manga von Jiro Taniguchi, die ich in den letzten Wochen gelesen habe, keinen durchgehenden Handlungsbogen, sondern mehreren Kurzgeschichten. Dabei steht in „Einen Hund besitzen“, „Und nun … eine Katze“, „Blick in den Garten“ und „Tage zu dritt“ immer das gleiche namenlose Ehepaar im Mittelpunkt der Geschichte. In der ersten Geschichte erlebt man die beiden, während sie ihren alten Hund Tamu(tamu) beim Sterben begleiten. Immer wieder fragen sie sich, wie sie es dem Tier leichter machen können, immer wieder sinnen sie über neue Hilfsmittel nach, mit denen der Hund den Alltag besser bewältigen kann. Und natürlich steht die ganze Zeit die Frage im Raum, wann wohl der Zeitpunkt gekommen ist, dass der Hund wirklich stirbt und ob sein Leben trotz seiner Schwäche, seiner Appetitlosigkeit und all der anderen gesundheitlichen Probleme noch lebenswert ist. Ich muss gestehen, dass mir diese Geschichte auch so nahe gegangen wäre, aber nach den vergangenen 1,5 Jahren, in denen unsere Gedanken auch ständig um das Thema kreisten, habe ich beim Lesen eine Menge Tränen vergossen. Für den Mangaka war das Zeichnen dieser Geschichte ein Weg mit dem Verlust seines eigenen Hundes umzugehen und so ist es kein Wunder, dass es ihm gelingt all die verschiedenen Emotionen, die einen in so einer Situation bewegen, einzufangen. Die beiden Protagonisten sind abwechselnd verzweifelt, ratlos, traurig, hoffnungsvoll, überfordert … und all diese Gefühle spiegeln sich in den feinen Zeichnungen auch wieder.

Die weiteren Kurzgeschichten sind deutlich weniger bedrückend und basieren – wenn ich nach dem Nachwort von Jiro Taniguchi gehe – auf ebenso persönlichen Erlebnissen. Durch eine Bekannte, die sich um ausgesetzte Tiere kümmert, kommt das Ehepaar zu einer erwachsenen Perserkatze. Das Tier ist nicht besonders hübsch, sehr träge und putzt sich nicht so sehr, wie es notwendig wäre, aber Boro (Lumpen) wächst den beiden trotzdem schnell ans Herz. Nach und nach gewinnen sie das Vertrauen der zurückhaltenden Katze und finden heraus, was dem Tier gefällt und was sie nicht mit sich machen lässt. Ich fand es schön, wie viel Mühe sich die beiden mit der – eigentlich ungewollten – Katze gegeben haben und wie sie mit den verschiedenen Herausforderungen umgegangen sind, die ihr neues Familienmitglied mit sich gebracht hat. Und ich muss gestehen, dass ich die Katze anhand der Zeichnungen auch wirklich nicht hübsch, aber irgendwie liebenswert finde. 😉 Auf jeden Fall ist es wunderbar zu verfolgen wie die beiden Protagonisten im Laufe dieses Kapitels wieder fröhlicher werden. Sie vermissen ihren Tamu immer noch, aber Boro bringt neues Leben ins Haus und benötigt Zuwendung und Fürsorge – was ihren Menschen genauso gut tut wie der Katze.

„Blick in den Garten“ bringt weitere Szenen mit Boro, aber die Geschichte erzählt auch von dem blinden Nachbarhund der Protagonisten, der genauso alt ist, wie ihr eigener verstorbener Hund war. Auch hier wird deutlich, dass die Nachbarin alles dafür tut, damit ihre Hündin einen guten Lebensabend verbringen kann. Ich mag die Tierliebe, die in all diesen Geschichten mitschwingt. wobei Jiro Taniguchi nicht verschweigt, dass die Fürsorge für so ein bedürftiges Tier einen auch schon mal an seine Grenzen bringen kann. „Tag zu dritt“ entfernen sich dann ein bisschen von dem Tierthema, da in dieser Geschichte die Nichte der beiden Protagonisten für ein paar Tage zu Besuch kommt. Die Zwölfjährige ist von Zuhause ausgerissen, weil sie erst einmal damit fertig werden muss, dass ihre verwitwete Mutter einen neuen Mann heiraten will. Während das Mädchen die Zeit bei Onkel und Tante genießt, entdecken die beiden wie schön es sein kann, wenn ein Teenager im Haus wohnt. Zu dritt bemühen sie sich darum, diese gemeinsamen Tage so schön wie möglich zu gestalten – und auch wenn dabei ein wenig das Bedauern mitschwingt, dass die beiden keine eigenen Kinder haben, so beendet diese kleine Erzählung die Geschichtenreihe um dieses Ehepaar mit einem fröhlichen Ton. So traurig die erste Episode war und so erschütternd ich einige Zeichnungen darin fand, so sehr mochte ich es, wie sich das Leben der Protagonisten (und ihre Gesichter auf den Bildern) von Geschichte zu Geschichte aufhellte.

Auch in der letzten Geschichte, „Ort des Schicksals“, spielt ein Tier eine wichtige Rolle, aber die Szenerie unterschiedet sich doch sehr von dem japanischen Vorort der anderen Kapitel. Dieses Mal begleitet man einen Bergsteiger in den Himalaya. Der Protagonist Okamoto war vor sechs Jahren Teilnehmer einer Expedition, die den Annapurna – einen der Achttausender – besteigen wollte. Doch das schlechte Wetter, die Erschöpfung und der Sauerstoffmangel brachten den Mann in Lebensgefahr und nur eine unerwartete Begegnung rettete ihn damals vor dem Tod. Sechs Jahre später ist sich Okamoto immer noch nicht sicher, ob es damals wirklich zu dieser ungewöhnlichen Zusammentreffen gekommen war oder ob er aufgrund der Umstände Halluzinationen hatte – und obwohl er seiner Frau versprochen hatte, dass die Expedition auf den Gipfel des Annapurna seine letzten sein würde, lässt ihn der Berg nicht los … Ich muss gestehen, dass ich die Faszination am Bergsteigen normalerweise nicht nachvollziehen kann, aber Jiro Taniguchi schafft es jedes Mal – hier genauso wie bei „Die Stadt und das Mädchen“ – Verständnis für diese Besessenheit bei mir zu wecken. Während ich die Geschichte lese, kann ich verstehen, warum sich jemand so extrem mit der Natur auseinandersetzen möchte, welche Befriedung es sein kann, wenn der eigenen Körper solch eine Leistung erbringt, und wie schön der Blick über (beinah) unberührte Natur ist. (Ich ignoriere jetzt mal all die Berichte, die von den Müllproblemen aufgrund der ganzen Extrembergsteiger im Himalaya zeugen. 😉 )

Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewoche: 1. Advent

Auch in diesem Jahr veranstaltet Ariana ihr „Adventslesen“ – genauer gesagt ihre „Advent, Advent … Vorweihnachts-Lesewochen“ – und natürlich bin ich auch dieses Mal mit dabei. Da es in den letzten Wochen etwas hektisch bei mir war, habe ich mir dieses Jahr im Vorhinein gar keine Gedanken darüber gemacht, was ich lesen könnte. Allerdings hatte ich im Hinterkopf, dass ich vom letzten Jahr noch einige weihnachtlichen Geschichten auf dem eReader habe, die ich mir mal genauer anschauen könnte, wozu ich in dieser Woche allerdings noch nicht gekommen bin. Außerdem habe ich von Natira eine Anthologie mit Weihnachtsgeschichten, die von Charlotte McLeod zusammengestellt wurden, die ich mir heute wohl auch mal vornehmen werde.

So ganz bin ich noch nicht in Adventsstimmung, obwohl die letzte Woche eigentlich sehr nett und relativ geruhsam verlief. So war Natira für ein paar Tage in der Stadt, um uns zu besuchen, und wir hatten wirklich eine nette Zeit miteinander. Dabei hatte die arme Natira (vermutlich ohne zu wissen, was sie da tat) ihre Dienste als Chauffeurin angeboten und durfte uns/mich zu Wohnungsbesichtigungen und Einkaufstouren begleiten. (Und hat so auch dafür gesorgt, dass unsere gesammelten Weihnachtspäckchen schon abgeschickt werden konnten.) Außerdem gab es gemütliche Sofastunden, leckeres Essen und viel Zeit zum Schwatzen. 🙂 Mittwoch war dann wieder ein normaler Arbeitstag für mich, während mein Mann Donnerstag und Freitag frei hatte (und mir ein bisschen beim Abarbeiten der To-do-Liste helfen konnte), damit wir den „jährlichen Verwöhntag für die Winterkatze“ (klingt das nicht viel netter als Geburtstag? 😉 ) richtig begehen konnten. So gab es am Freitag auch einen Besuch im Lieblingscafé, um gemütlich zu frühstücken, und dann habe ich mit ganz vielen lieben Menschen telefoniert, die an mich gedacht haben.

Dummerweise haben diese entspannten Tage nicht dafür gesorgt, dass meine To-do-Liste kleiner wird, also wird die „staade Zeit“ (wie Ariana sie bezeichnet) bei uns weder ruhig noch besinnlich, aber die kommenden Sonntage will ich mir auf jeden Fall frei nehmen und mich mit Winter-/Weihnachtsgeschichten (egal, ob in Buchform oder vielleicht als Film) beschäftigen. Und da zur Adventszeit für mich auch gehört, dass man Zeit mit seinen Liebsten verbringt, darf mein Mann sich über weitere Brettspielrunden mit mir freuen. Ursprünglich hatte ich auch vor an einem der nächsten Sonntage Plätzchen zu backen, weil ich das gern mache und es im Dezember einfach dazu gehört. Aber nachdem unsere Küche gerade vor lauter süßen Mitbringseln aus den Nähten platzt, habe ich das gestrichen.

Soviel also zur vergangenen Woche und den allgemeinen Plänen für die Adventszeit. Jetzt packe ich erst einmal einen Bagel zum Auftauen in den Ofen, drehe eine kleine Blogrunde und werfe einen ersten Blick auf die vorhandenen weihnachtlichen Geschichten, um gemütlich in den heutigen 1. Advent zu starten. Ich wünsche euch eine schöne Adventzeit und viele schöne Stunden mit Menschen und Tätigkeiten, die euch gut tun!

Update 13:45 Uhr

Den Vormittag habe ich eigentlich zum Großteil online verbracht und den FeedReader geleert und bei den anderen Adventslesern vorbeigeschaut. Zum Frühstück habe ich mir allerdings wirklich die erste Geschichte aus der Weihnachtskrimi-Anthologie gegönnt und muss zugeben, dass ich von Charlotte McLeods „Blüten zur Weihnachtszeit“ etwas enttäuscht bin. Die Autorin versucht zu Beginn den Leser in ihrer Balaclava-Welt einzuführen, ohne dass das wirklich nötig wäre, und kann einfach schon allein aufgrund der Kürze der Geschichte all die Elemente, die ich sonst an ihren Romanen so mag, gar nicht ausspielen. Manche Erzählweisen brauchen eben Zeit und einen behutsamen Aufbau der Handlung und dafür lässt einem eine Kurzgeschichte eben wenig Raum. Ich hoffe, dass die anderen Geschichten mich mehr unterhalten. Aber jetzt gibt es für meinen Mann und mich erst einmal eine Brettspiel-Runde. 🙂

Update 19:00 Uhr

Uff, die heutige „Mechs vs. Minions“-Runde war etwas herausfordernd. Wir hatten uns heute Mission 7 (von insgesamt 10) vorgenommen und mussten dabei verhindern, dass die vielen, vielen Minions ein bestimmtes Gebiet überrennen, während wir gleichzeitig vier Kristalle, die über das Spielbrett verteilt zu finden waren, nacheinander in dieses Gebiet bringen mussten. Bei diesem Spiel ist es so, dass die Bewegungen und Angriffe der Spielfigur durch Karten, die man zu Beginn einer Runde zieht und dann mit eventuell schon in früheren Runden gezogenen Karten kombiniert, gesteuert werden. Dummerweise hatten wir heute bei unseren ersten zwei Versuchen mit dieser Mission so gut wie keine Bewegungskarten in die Finger bekommen, so dass wir jedes Mal sehr schnell gescheitert sind. Beim dritten Versuche hatten wir dann deutlich mehr Glück beim Kartenziehen und so konnte sich meine Figur erst einmal zum Zielgebiet bewegen und alle Minons angreifen, die sich näherten, während mein Mann mit seiner Figur nach und nach Kristalle einsammelte und in Sicherheit brachte. Beim letzten Kristall bot es sich an, dass er die Verteidigung übernahm, während ich übers Spielfeld flitzte. Am Ende waren wir auf jeden Fall erfolgreich – und erstaunlich erledigt von all dem Planen und Denken. *g* Es hat aber wieder eine Menge Spaß gemacht, auch wenn ich zwischendurch etwas frustriert war, weil ich schon zu Spielbeginn sehr müde war und dann nicht so gut damit umgehen konnte, dass wir so viel Pech hatten, wenn es um das Ziehen der Karten und das Würfeln ging.

Danach bin ich in die Küche geflitzt und habe mir einen schönen großen Pott Tee gekocht und eine Auswahl an Leckereien auf einen Teller geworfen. Während mein Mann an seinem Spielbericht für das Brettspielforum getippt hat, habe ich mir den eReader geschnappt und nach den Speicher durchsucht. Hängengeblieben bin ich bei „The Christmas Bake Off“ von Abby Clements, eine Kurzgeschichte, die es wohl mal umsonst für den Kindle gab (und immer noch umsonst ist, wie ich gerade sehe) und die nett war. Erzählt wird die Geschichte eines Backwettbewerbs in einem kleinen Ort in Yorkshire aus mehreren Perspektiven und so lernt man als Leser eine Handvoll Personen kennen, die ihr Gebäck bei dem Wettbewerb eingereicht haben und die unterschiedliche Gründe haben, warum sie gern gewinnen würden (oder warum ihnen ein Gewinn egal ist). Das war nett, wenn auch natürlich durch die Vielzahl an Figuren und die Kürze der Geschichte sehr oberflächlich. Aber immerhin hatte ich schon mal einen kleinen Ausflug in eine gemütliche Kleinstadt mit Weihnachtsdekoration, liebenswerten Bewohnern, Schnee für eine Schneeballschlacht und dem Duft nach Tannengrün und Zimt. 😉

Da „The Christmas Bake Off“ mit gerade mal 25 Seiten schnell gelesen war, habe ich dann noch die zweite Kurzgeschichte in der Weihnachtsanthologie („Mörderische Bescherung“ – ich sollte mir den Titel mal merken) angelesen, war aber dann nicht in der Stimmung für den Protagonisten und habe lieber zu „Sales.Force.“ von Kristine Kathryn Rusch gegriffen (die vorletzte Geschichte aus der Urban-Fantasy-Anthologie „Shadowed Souls“). Ein bisschen frage ich mich, ob die Geschichte in einer bestehenden Serienwelt der Autorin angesiedelt ist, aber auch ohne Hintergrundwissen war sie gut verständlich und stellenweise sehr berührend. Außerdem mochte ich die verschiedenen Wendungen, die die Handlung nahm.

Bevor ich mich gleich in die Küche begebe, um unser heutiges Abendessen („Allgäuer Kartoffelsuppe“) aufzuwärmen und abzuschmecken, versuche ich noch ein paar Kommentare zu beantworten und Blogs zu besuchen. 🙂

Update Montag

Gestern nach dem Essen habe ich noch etwas kommentiert und mich noch eine Weile mit einer Mischung aus 3DS (Blümchen gießen), lesen und schwatzen wachgehalten, während im Hintergrund zwei Folgen der letzten Gilmore-Girl-Staffel liefen. Da ich zum Geburtstag ein Netflix-Guthaben geschenkt bekommen habe, um die neuen vier Folgen schauen zu können, müssen wir erst einmal etwas unsere Erinnerungen an die letzten Entwicklungen in der Serie auffrischen, bevor wir weiterschauen können. *g* Dummerweise sind wir beide immer wieder dabei eingenickt und so ging es für uns früh ins Bett, ohne dass ich diesen Beitrag noch einmal aktualisiert habe.

Jenny Han: To all the boys I’ve loved before

Über „To all the boys I’ve loved before“ von Jenny Han bin ich bei Sunny gestolpert. Genauer gesagt hat ihre Rezension zu dem Hörbuch dafür gesorgt, dass ich mir den Roman in der Bibliothek vormerken ließ, nachdem ich vorher schon etwas drumherum geschlichen war. Oh, und trotz des englischen Titels habe ich die deutsche Übersetzung (von Birgitt Kollmann) gelesen. Die Geschichte wird von der sechzehnjährigen Lara Jean erzählt, deren Leben sich durch die Tatsache, dass ihre große Schwester Margot zukünftig in Schottland studieren wird, sehr verändert. Seit dem Tod der Mutter vor einigen Jahren hat sich Margot immer um alles gekümmert, hatte alle Termine im Blick, hat sich um die Einkäufe, den Haushalt und ihre beiden jüngeren Schwestern gekümmert und dafür gesorgt, dass der Vater als Arzt nicht zu viele Wochenendschichten übernimmt. Doch nun muss Lara Jean versuchen Margots Position auszufüllen und sich allein um die kleine Schwester Kitty und all die anderen anfallenden Verpflichtungen kümmern.

Da ist es nicht gerade hilfreich, dass die fünf „Anti-Liebesbriefe“, die Lara Jean in den vergangenen Jahren an die Jungs geschrieben hat, in die sie einmal verliebt war, aus ihrem Versteck verschwinden und den betreffenden Jungen mit der Post geschickt werden. Denn unter diesen fünf Liebesbriefen war auch einer an den Nachbarjungen Josh, der bis zu Margots Abreise noch der Freund von Lara Jeans großer Schwester war. In ihren Briefen hatte Lara Jean alles aufgeschrieben, was sie an den betreffenden Jungen mochte (und zum Teil, was sie an ihnen nicht leiden konnte), sie war so ehrlich, wie sie nur sein konnte, weil sie ja davon ausging, dass niemand je diese Briefe zu lesen bekäme, und mit dem Schreiben dieser Briefe hat sie jedes Mal mit dem Verliebtsein in diese Person abgeschlossen. Doch nun wissen die Jungen von all den Gefühlen, die Lara Jean für sie hatte, und mehr als einer spricht sie auf das an, was sie in ihrem Brief an ihn geschrieben hat.

Mir hat es unheimlich viel Spaß gemacht Lara Jean dabei zu begleiten, wie sie mit all dem auf einmal aufkommenden Chaos in ihrem Leben umgeht. Lara Jean ist normalerweise ein sehr ängstliches Mädchen, schon die Fahrt zum Einkaufszentrum überfordert sie, weil sie sich ständig ausmalt, was alles passieren könnte, aber nun muss sie sich all den Jungen stellen, die mit ihr über die Briefe reden wollen. Besonders bei Josh ist es ihr peinlich, da sie sich sicher ist, dass er und ihre Schwester Margot doch eigentlich zusammengehören, auch wenn sich Margot von ihm getrennt hat. Um Josh zu zeigen, dass sie überhaupt nicht mehr an ihm interessiert ist, lässt sich Lara Jean auf so manch verrückte Aktion ein und entdeckt dabei Seiten an sich, die sie sich selber nicht zugetraut hätte.

Doch obwohl sich ein Großteil der Handlung um Lara Jean (eher nicht vorhandenes) Liebesleben dreht, ist „To all the boys I’ve loved before“ für mich eher eine Geschichte rund um das Verhältnis der drei Schwestern zueinander und um Lara Jeans Entwicklung, nachdem ihr Leben nicht mehr so von ihrer großen Schwester beeinflusst wird. Auf einmal ist da keine Margot mehr, die sich darum kümmert, dass Lara Jean alles auf die Reihe bekommt, sich um Praktikumsplätze bewirbt oder ähnliche Dinge tut. Jetzt muss sie alles allein hinkriegen und sehr oft ihren ganzen Mut zusammennehmen, um sich einer Herausforderung zu stellen. Dabei scheitert Lara Jean häufig an ihren eigenen Ansprüchen, möchte sie doch eigentlich genauso perfekt sein wie Margot (es zu sein scheint). Jenny Han erzählt Lara Jeans Geschichte voller überraschender Wendungen, witziger Szenen und liebenswerter Figuren, was nicht nur dazu führte, dass ich den Roman an einem Tag durchgelesen hatte, sondern auch dazu, dass ich mich dabei ganz wunderbar amüsiert und wohlgefühlt habe.