Das Halloween-Lesen ist meine ganz persönliche und inoffizielle Verlängerung des Herbstlesens. Auf der einen Seite habe ich nach den letzten Wochen, in denen ich nicht so viel Zeit für den SuB hatte, das Bedürfnis, noch mal einen Lesetag einzulegen, auf der anderen Seite habe ich da noch ein paar Titel auf dem SuB, die ich schon lange lesen will und die thematisch passen. Also habe ich ein schon älteres Foto von Shandy bearbeitet und gönne mir heute ein paar freie Stunden zum Lesen. So habe ich auch einen Ort, an dem ich doch noch über die letzten beiden Kurzgeschichten aus „Home Improvement: Undead Edition“ schreiben kann – es wäre doch schade, wenn die beiden Anthologie-Beiträge keine Erwähnung auf dem Blog fänden, nachdem ich zu jedem anderen während des Herbstlesens was geschrieben habe.
„It’s all in the Rendering“ von Simon R. Green ist von der Handlung her jetzt nicht so toll, aber ich mag die Grundidee hinter der Geschichte sehr. Die Handlung spielt in einem Haus zwischen den Welten, einem Haus, das als Zufluchtsort dient und das einige seltsame Bewohner hat. Verantwortlich für das Gebäude und die Personen darin sind Peter, ein Mensch, und Jubilee, eine Elfenprinzessin – und alles läuft seinen normalen ungewöhnlichen Gang bis eines Tages von beiden Welten Inspektoren vor den Türen stehen und das Haus begutachten wollen. Auch wenn das Ende etwas arg schnell kommt und mir das Gefühl gab, dass da unheimlich viele Möglichkeiten verspielt worden sind, mochte ich die Idee mit dem Haus, den unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Gebäude und die Bewohner und die Charaktere.
„In Brightest Day“ von Toni L. P. Kelner ist wirklich ein toller und amüsanter Abschluss der Anthologie. Die Autorin erzählt die Geschichte einer Houngan (ich würde sie spontan als Vodoo-Priesterin bezeichnen, aber sie glaubt nicht an den „religiösen“ Teil ihrer Arbeit), deren Job es ist Tote wiederzubeleben, damit sie ihre Lebensaufgabe beenden können. Doch bei ihrem aktuellen Auftrag kommt es zu Komplikationen, die dafür sorgen, dass der Zombie einfach nicht belebt bleibt. Die Geschichte ist witzig geschrieben, die Protagonistin ist – trotz ihres stellenweise flachen Humors – eine ungewöhnliche und sympathische Frau und die Idee rund um den wiederauferstandenen Architekten und seine Lebensaufgabe wirklich lustig.
Insgesamt hat mir „Home Improvement: Undead Edition“ wirklich gut gefallen. 🙂
Eigentlich wollte ich gestern Nachmittag noch „Charlotte und die Geister von Darkling“ von Michael Boccacino anfangen, aber nachdem ich es fertig gebracht habe, mein Halblitertasse mit frischgekochtem Tee quer über Tisch und Boden im Wohnzimmer zu kippen, habe ich dann meine mühsam freigeschaufelten Lesestunden mit dem Trockenlegen von Büchern, DS-Spielen und Fernbedienungen und dem Wischen des Fußbodens verbracht. Also gibt es heute früh die ersten Seiten des Romans bis der Garten trocken genug ist, dass ich noch etwas darin arbeiten kann.
Für „Charlotte und die Geister von Darkling“ und mich ist es der zweite Versuch, beim ersten Anlesen habe ich das Buch ganz schnell zur Seite gelegt, weil es überhaupt nicht zu meiner damaligen Stimmung gepasst hat. Heute hingegen klappt es wirklich gut mit Charlotte und mir, ich kann mich einfach erst einmal auf die Situation im Herrenhaus Everton einlassen. Erzählt wird die Geschichte von Charlotte Markham, die nach dem grausamen Tod ihres geliebten Ehemannes eine Stelle als Gouvernante in Everton angenommen hat und nun für die Erziehung der zwei Jungen James und Paul verantwortlich ist. Die beiden haben vor einiger Zeit erst ihre Mutter verloren und nun wird zu Beginn des Romans ihre Nanny ermordet. Bislang sehr atmosphärisch, aber auch noch sehr ruhig geschrieben. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. 🙂
Während des Putzens und Katzenfütterns habe ich „Rot wie das Meer“-Hörbuch beendet. Keine halloweenmäßige Handlung, aber eine Geschichte, die passenderweise in den letzten Tagen des Oktobers spielt, und bei der ich das Buch schon sehr gern mochte. Allerdings scheint das Hörbuch die gekürzte Fassung zu sein, denn ich vermisste beim Hören die eine oder andere Szene.
Jetzt geht es aber wieder weiter mit „Charlotte und die Geister von Darkling“ und passenderweise Porridge zum Frühstück – zumindest empfinde ich es als deutlich „viktorianischer“ als z.B. ein Käsebrötchen, auch wenn man zu der Zeit wohl weder Mandel-Tonkabohnen-Creme, noch gemahlene Vanille zum Aromatisieren mit reingerührt hätte. *g*
Charlotte passt heute wirklich gut – sowohl zu meiner Stimmung, als auch zum grauen Wetter da draußen. Trotzdem habe ich es fertig gebracht (und ärgere mich höllisch darüber) heute so einige Zeit mit dem Versuch zu verschwenden ein längeres Hörbuch irgendwie auf den mp3-Player zu bekommen. Leider lässt es sich einfach nicht richtig abspielen, sondern möchte immer mit einem Track in den 80ern anfangen. Egal, ob ich die Tracks CD-weise in Unterordner packe oder nicht, oder ob ich sie gesamt durchnummeriere oder auch da aufteile, es klappt einfach nicht. Das nervt mich unglaublich – was wiederum für eine Verschlechterung meiner Laune sorgt, weil ich mich von so einem Kleinkram nicht so aufbringen lassen möchte. Aber momentan sitze ich eh bei jedem Anlass auf der Palme …
Jetzt koche ich erst einmal das Abendessen und dann schaue ich mal, ob ich mein Buch heute noch beendet bekomme. Schön wäre es.
Ich habe das Buch beendet und es war gut.
Auch wenn ich sicher bin, dass all die Eindrücke und Bilder, die ich beim Lesen von „Charlotte und die Geister von Darkling“ mitgenommen habe, mir heute Nacht Albträume bereiten werden. 😀







