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Dies und Das (9)

Wenn ich mir diese Empfehlungen, basierend auf meinen bisherigen Hörbuch-Downloads anschaue, bin ich überraschend glücklich. Noch so viele Stunden mit Mrs. Pollifax liegen vor mir! 😀 Aber wo kommt der Tad-Williams-Titel her?

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Seit Sonntag  muss Shandy zweimal am Tag Tabletten verabreicht bekommen und ich bin wieder einmal froh, dass das mit diesem Kater so problemlos funktioniert. Bei den anderen drei Katzen ist es oft ein Kampf, bis Tabletten geschluckt werden, und nicht selten sind wir am Ende alle miteinander genervt und mich zieren im schlimmsten Fall so einige Kratz- und Biss-Spuren. Shandy hingegen schluckt von klein auf brav alles, was ich ihm in die Schnauze lege, solange ich dabei ein Leckerli in der Hand halte, das er danach auch fressen darf.

Gestern habe ich dann Leckerli und Tabletten auf der Flurkommode bereit gelegt und mich umgedreht, um den Kater zu suchen, als ich aus dem Augenwinkel mitbekam, wie er schon von selbst auf die Kommode sprang, Tabletten und Leckerli fraß, als ob es keinen Unterschied gäbe, und mich dann anschaute, als ob er nach mehr fragen wollte. Seitdem lege ich nur noch ein Häufchen mit Medizin und Leckerchen auf die Kommode, passe dann auf, dass die anderen Katzen keine Leckerli klauen, und schaue zu, wie Shandy mit Begeisterung seine Tabletten frisst.

Ihm geht es übrigens deutlich besser, auch wenn er immer noch viel schläft. Wenn das so weitergeht, dann sehen wir den Tierarzt – zumindest wegen Shandy – wohl wirklich erst zur Kontrolle der Nierenwerte im Dezember wieder. 🙂

Reza Aslan: Zelot – Jesus von Nazaret und seine Zeit

Ich weiß nicht mehr, wo ich über „Zelot – Jesus von Nazaret und seine Zeit“ von Reza Aslan gestolpert bin, glaube aber, dass es auf einem Blog war. Auf jeden Fall habe ich die Aussage im Hinterkopf, dass in dem Buch die Zeit, in der Jesus lebte, sehr interessant dargestellt wurde – und das reizte mich genug, um den Titel in der Bibliothek vorzumerken. Reza Aslan leitet das Buch mit zwei Abschnitten ein, in denen er einmal erklärt, wie er überhaupt auf das Thema kam, und in denen er erläutert, welche Quellen er für seine Forschung herangezogen hat.

Dies beides fand ich schon einmal sehr interessant. Der Amerikaner Reza Aslan entstammt einer nicht besonders gläubigen muslimischen Familie und entdeckte als Teenager in einem Jugendcamp das Christentum für sich. Wie es sich für frisch missionierte Gläubige gehört, versuchte er in den folgenden Jahren andere Menschen für das Christentum zu begeistern und ging sogar soweit, dass er anfing Religionswissenschaften zu studieren. Was wiederum dazu führte, dass er feststellen musste wie viele Widersprüche in der Bibel zu finden sind – was ihn an seinem Glauben zweifeln ließ und letztendlich dazu führte, dass er als sich weniger als Christ, als als Wissenschaftler und Historiker mit der Bibel beschäftigte (und sich wieder dem Islam zuwandte). Die aus dieser Beschäftigung gewonnenen Erkenntnisse verarbeitete er dann in diesem Sachbuch, wobei immer wieder auch Argumente aufgeführt werden, die von anderen Bibelforschern aufgestellt wurden und die gegen seine Ansichten und Theorien sprechen, nur um dann anhand von Zitaten und historisch belegten Ereignissen in Zweifel gezogen zu werden.

Bei der Angabe der Quellen betont Reza Aslan immer wieder, dass er sich bei der Bibel auf die ältesten Teile bzw. die Schriften, auf denen diese Passagen basieren, bezogen hat. Wobei auch klar wird, dass die ersten schriftlichen Zeugnisse erst ca. zwanzig Jahre nach Jesus Tod entstanden sind und von seinen Anhängern stammen, die seinen Widerstand wollten und dafür eine Galionsfigur benötigten, was zu einer nicht unerheblichen Verklärung führte. Weitere Quellen sind zum Beispiel Passagen aus Werken jüdischer Historiker, von denen die ältesten Schriftstücke ungefähr hundert Jahre nach den geschilderten Ereignissen entstanden sind. Interessant fand ich hier die Erwähnung, dass die Historiker sich damals weniger mit Jesus als Person beschäftigt haben, als mit den Ereignissen rund um seine Widerstandsbewegung.

Nach diesen einleitenden Seiten teilt sich „Zelot“ in drei Abschnitte. Der erste Teil beginnt um 63 v. Chr. als Judäa (und somit auch Jerusalem, das Zentrum des jüdischen Glaubens) – nach einer sehr langen Phase unter Führung von Priesterkönigen – römisches Protektorat wurde. Reza Aslan umreißt in diesen Kapiteln, welche religiösen, wirtschaftlichen und gesellschaftliche Auswirkungen die römische Besatzung auf die Juden hatte, welche Aufstände und Kämpfe es sowohl zwischen Römern und Juden, aber auch zwischen jüdischen Gläubigen und den jüdischen Priestern gab und wie dies die Welt formte, in der Jesus seine Kindheit verbracht hat. So faszinierend ich die verschiedenen Passagen darüber fand, wer wann wie viel Macht über das Gebiet hatte und welcher römische Statthalter welchen Einfluss auf das Leben der Einheimischen hatte, so war es doch etwas anstrengend bei all den Namen, Daten und Verbindungen zwischen den unterschiedlichen Personen noch den Ereignissen zu folgen.

Spannend fand ich dann im zweiten Teil die Passagen über den vermutlichen Anfang von Jesus „Karriere“ als Wanderprediger, Wunderheiler und Aufständischen, über den Einfluss, denn Johannes der Täufer anscheinend auf ihn hatte, und darüber wie in historischen Schriften über ihn berichtet wird. All diese Aussagen laufen laut Resa Aslan letztendlich darauf hinaus, dass der historische Jesus ein Aufrührer war, der zu einer Revolution aufrief, die die Machtverhältnisse des Landes auf den Kopf stellen sollte.

Die Reichen, die Priester, die Römer sollten entmachtet werden und das Land und seine Güter sollten zurückkehren in die Hand der – unter römischer Herrschaft verarmten – Juden. Mit diesem Bedürfnis nach einem Aufstand war Jesus nicht allein, es gab eine Menge Widerstandsgruppen, die sich gegen die Besatzer und die Priester, die mit ihnen zusammenarbeiteten, auflehnten. So geht der Autor davon aus, dass Jesus kein besonders friedsuchender Mensch war, sondern dass diese biblische Darstellung auf einem Ideal der frühchristlichen (und von griechischen und römischen Denken beeinflussten) Kirche basierte. Auch betont Resa Azlan, dass Jesus Jude war und verschiedene seiner Aussagen – in diesem religiösen und zeitlichen Zusammenhang gesehen – die Juden über alle anderen Volks- und Religionsgruppen erheben würden, womit in diesen Anfangsjahren des „Christentums“ nicht viel von dem menschenfreundlichem Gedankengut vorhanden war, das heute doch als so elementar für diese Religon gesehen wird.

Der dritte Part beschäftigt sich hingegen mit der Zeit nach Jesus Tod und auch hier betont Reza Aslan immer wieder, dass die schriftlichen Überlieferungen von Jesus Taten nicht von seinen frühen Jüngern oder sonstigen Menschen seiner Zeit und Herkunft niedergeschrieben wurden, sondern häufig von gebildeten, griechischsprachigen Städtern, deren Sicht auf die Ereignisse davon beeinflusst wurde, dass sie mit ihren Schriften Jesus Messias-Status festigen wollten. Dazu kam anscheinend in den Jahrzehnten nach der Kreuzigung noch einer Feindschaft zwischen den Jesus-Anhängern, die von seinem Bruder Jakobus vertreten wurden, und denen, die von Paulus angeführt wurden. Wobei die Lehren des letzteren nicht mehr viel mit dem gemein hatten, was Jesus zu Lebzeiten selbst verkündet hat – widersprachen Paulus Aussagen doch in der Regel dem jüdischen Glauben.

Zum Schluss kommen noch ungefähr hundert Seiten mit Anmerkungen des Autors, in denen Reza Aslan auf Veröffentlichungen hinweist, die er herangezogen hat, um seine Theorien zu Jesus Leben aufzustellen. Wobei ich es interessant fand, dass er zu einigen Passagen zwar mehrere Werke herangezogen hat, diese aber oft alle von einem Autoren stammten. Mir ist bewusst, dass es grundsätzlich schwierig ist Konkretes über eine Zeit zu sagen, die schon so lange her ist, noch schwieriger ist es natürlich, wenn man Informationen zu einer bestimmten Person sammeln möchte, die einer niedrigen Gesellschaftsschicht angehörte.

Obwohl das alles beweist, dass es wirklich wenig greifbare oder gar belegbare Informationen zu dieser Zeit existieren, gibt wirklich ungemein viele Elemente, die ich an diesem Buch spannend finde. Stellenweise habe ich mich zwar auch gefragt, wie weit die persönliche Geschichte des Autors seine Interpretation der verschiedenen Quellen und Ereignisse beeinflusst haben könnte, aber vor allem habe ich „Zelot“ als eine faszinierende Möglichkeit wahrgenommen mich der Geschichte einer Region zu nähern, über die ich viel zu wenig weiß. Zusätzlich zu all den Namen und Daten, die zeigen welche Machtverhältnisse rund um das Jahr Null herrschten und welche Veränderungen welche Auswirkungen auf das Leben der einfachen Menschen hatten, fand ich auch den Umgang mit den (oft aus verschiedenen Gründen fragwürdigen) Quellen, die Überlegungen zum Thema Sprache und Übersetzung und die Gedanken rund um die Intentionen der verschiedenen Verfasser historischer Schriften sehr fesselnd. Stellenweise fühlte ich mich mit all den Zitaten aber auch etwas überfordert, denn das Buch erfordert schon Zeit und Konzentration und davon hatte ich in den letzten zwei Monaten nicht ganz so viel wie gewünscht, aber insgesamt war es ein sehr faszinierendes Leseerlebnis.

Herbstlesen im Oktober (5) – Sonntag

Gestern Abend habe ich „Inselgrab“ von Johan Theorin ausgelesen und nach einer ziemlich unruhigen Nacht sitze ich nun da und habe keine Ahnung, was ich heute lesen soll. Ich glaube, ich greif heute morgen erst einmal zum DS, mach vielleicht noch mal ein Nickerchen und überlege mir in Ruhe, mit welchem Buch es weitergeht.

Ach ja, „Home Improvement: Dead Edition“ hab ich nicht vergessen, ich weiß nur nicht, ob ich mich nach „Inselgrab“ so leicht auf eine fantastische Kurzgeschichte einlassen mag. 😉

Update 14:30 Uhr

Bislang habe ich wirklich nicht mehr gemacht als ein paar Kommentare zu schreiben, „Fantasy Life“ zu spielen (ich entdecke gerade eine neue Insel :D) und mit meiner Mutter zu telefonieren. Außerdem sind die Katzen versorgt (der kranke Kerl hat heute schon wieder einmal markiert, was irgendwie ein gutes Zeicheen ist, und brav seine Tabletten geschluckt), gefrühstückt haben wir auch und nun sitze ich mit Christie auf den Füßen auf dem Sofa und werde wohl doch endlich zu „Home Improvement: Undead Edition“ greifen. Aber vorher werde ich noch eine kurze Runde bei den anderen vorbeischauen. 🙂

Update 18:00 Uhr

Ich habe bislang weder gelesen, noch geschlafen, stattdessen ist der Nachmittag irgendwie vergangen, während ich vor mich hingeglubscht habe. Jetzt geht es erst einmal in die Küche, um das Abendessen zu kochen und ich fürchte, auch danach wird es eher ein „Fernsehabend“ als der Abschluss eines Lesewochenendes. Aber so ist das eben manchmal. 🙂 Immerhin haben meine Mitleser heute anscheinend eine gute Mischung aus Lesen, Erholen und anderen Unterhaltungen gefunden.

Ich vermisse übrigens meine Kamera … kein Tee-Keks-Buch-Foto bedeutete heute nämlich auch keine Kekse und kein Buch. 😉

Update Montag

Irgendwie war ich gestern Abend dann zu weggetreten, um hier noch einmal ein Lebenszeichen zu hinterlassen. Wir haben den Tatort laufen lassen (überraschend unterhaltsam, aber wieso haben die beim Teletext eingeblendeten Twitterer die Anspielung auf „Spiel mir das Lied vom Tod“ als Tarantino-Anspielung verstanden? Hat keiner von denen die Westernklassiker gesehen?) und danach die aktuelle Barnaby-Folge (zwischendurch bin ich eingenickt, aber grundsätzlich mag ich die Veränderungen, die mit dem Schauspielerwechsel kamen. Die Serie wirkt so weniger verstaubt, ohne den altmodischen Charme zu verlieren.) und dann bin ich nur noch ins Bett gewankt. Die Nacht verlief gar nicht so schlecht, es gab sogar ein paar Stunden, die ich durchschlafen konnte. 🙂 Ich gehe also davon aus, dass ich auf dem Weg der Besserung bin und am kommenden Wochende wieder „richtig“ lesen kann. 🙂

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Heutige Mitleser:


Ariana
Kiya
Melli
Hermia
Sayuri
Neyasha

Herbstlesen im Oktober (4) – Samstag

Am Dienstag habe ich den am letzten Wochenende angefangenen Roman „Mord im Park“ von Cynthia Harrod-Eagles beendet. Der Krimi war jetzt nicht der ganz große Wurf und ich muss die Reihe definitiv nicht weiterverfolgen, aber die Geschichte war so weit ganz nett zu lesen. Ein bisschen mehr dazu gibt es am Monatsende, wenn ich bis dahin genügend Leseeindrücke für einen ganzen Beitrag zusammen bekomme. 😉

Ansonsten habe ich in dieser Woche zwar recht viel Zeit auf dem Sofa verbracht, da ich mich wegen einer heftigen Erkältung selber „krankgeschrieben“ habe, aber viel lesen konnte ich so nicht. Immerhin habe ich inzwischen „Zelot“ beinah beendet (das Buch hatte ich ja schon vor über einem Monat während des ersten Herbstlesen-Wochenende angefangen), mir fehlen da nur noch die Anmerkungen zu den diversen Details, während ich in der Anthologie „Home Improvement: Undead Edition“ seit dem letzten Wochenende nicht weiter gelesen habe.

Für heute habe ich vor allem „Inselgrab“ von Johan Theorin ins Auge gefasst. Ich mag den Autor, ich mag seine Öland-Reihe und es wird Zeit, dass ich endlich den letzten Teil davon lese. Aber erst einmal geht es zum Wochenendeinkauf – bis später! 🙂

Update 12:00 Uhr

Da wir heute auch Katzenfutter einkaufen mussten, waren wir etwas später im Supermarkt als uns lieb ist und durften uns mit sehr vielen planlosen Menschen rumschlagen. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich jetzt wieder Zuhause bin, mich auf dem Sofa einrollen und es mir gemütlich machen kann. Während des Frühstücks schau ich schon mal die ersten Seiten von „Inselgrab“ an.

Das hier sind übrigens leider die letzten Fotos, die ihr für einige Zeit auf meinem Blog sehen werdet, denn die Kamera ist gerade kaputt gegangen. Das Objektiv lässt sich nicht mehr einfahren und das Gerät meldet einen Systemfehler. Ich habe keine Ahnung, ob sich das noch einmal richten lässt, aber nach dem Tierarzt-Termin von gestern kann ich mir eine Reparatur eh so schnell nicht leisten.

Update 15:45 Uhr

„Inselgrab“ beginnt schon wieder wunderbar atmosphärisch mit einem Begräbnis im Jahr 1930, bei dem ein Mann zweimal begraben werden musste, nachdem beim ersten Versuch Klopfgeräusche aus dem Sarg zu hören waren. Wie immer erzählt Johan Theorin die Geschichte aus mehreren Perspektiven und verwendet dabei mehrere Zeitebenen, worauf man sich am Anfang etwas einlassen muss. Zumindest geht es mir so, dass ich immer das Bedürfnis habe, die verschiedenen Personen zuordnen zu wollen, was aber bei diesen Romanen nicht auf Anhieb geht und was eben auch einen Teil des Reizes ausmacht. Ich freu mich Gerlof wieder zu treffen, der sich inzwischen ein Hörgerät besorgt hat, mit dem er wieder die Klänge der Vögel hören kann, befürchte aber auch irgendwie, dass dies sein letzter Sommer auf Öland sein könnte. Nach dem Herbst, Winter und Frühling finde ich es spannend zu erleben, wie sehr sich die Insel durch den Ansturm der Mittsommer-Touristen verändert, und ein Teil von mir sträubt sich gegen diese Invasion und sehnt sich nach der Einsamkeit des Winters.

Zum Buch gibt es jetzt übrigens einen weiteren großen Pott mit heißem Tee und Kekse (Haferkekse für mich, Prinzenrolle für meinen Mann). 😉

Update 18:30 Uhr

Ach, ich mag die Romane von Johan Theorin so gern! In „Inselgrab“ finde ich den Kontrast zwischen dem fröhlichen Touristenleben, den Mittsommerfeiern und dem entspannten Sommeralltag auf der einen Seite und den schlimmen Vorkommnissen, einem verstörten Jungen und den Erzählungen aus den 30er Jahren wirklich wunderbar gemacht. Auch spielt der Autor ganz großartig mit den Erwartungen des Lesers, in dem er einen Punkt in der Geschichte nicht ausspricht und so in der Mitte des Romans einem eine ganz neue Denkrichtung vorgeben kann. Das hat bei mir wirklich für einen Aha-Effekt gesorgt, den ich so schon lange nicht mehr beim Lesen eines Romans hatte. Ich mag es auch, dass es immer ein paar kleine Geistergeschichten-Elemente gibt. Selbst dann, wenn Gerlof genau erklären kann wie manche Sagen entstanden sind, tragen diese Passagen so ungemein zur Öland-Atmosphäre bei. Bislang würde ich behaupten, dass dieser Band mit meinem bisherigen Lieblingsteil „Nebelsturm“ locker mithalten kann, wenn es um die Handlung und die Atmosphäre geht. 🙂

Jetzt unterbreche ich aber erst einmal und drehe eine Blogrunde und koche dann das Abendessen. Wenn das so weitergeht, werde ich aber nach dem Essen wieder zum Buch greifen. Der Roman macht mir gerade so viel Spaß, dass ich ihn vermutlich heute noch beende, wenn ich nicht später zu müde zum Lesen bin.

Update 0:00 Uhr

Das war ein sehr gutes Buch! 🙂 Ich muss gestehen, dass ich von Anfang an die Befürchtung hatte, dass Gerlof im Laufe dieser Geschichte sterben würde, aber diese letzten Seiten … Und auch sonst hat Theorin hier wieder einige eindrucksvolle Elemente miteinander vermischt, die einem die Inselvergangenheit näher bringen. Dieses Mal erzählt der Erzählstrang, der in der Vergangenheit beginnt, die wirklich erschütternde Geschichte eines schwedischen Auswanderers – und die trockene und sachliche Erzählweise sorgte dafür, dass das Grauen umso eindringlicher auf mich wirkte, während ich auf der anderen Seite genügend Distanz hatte, um die verschiedenen Handlungsstränge zu verfolgen und Stück um Stück das Gesamtbild zusammenzusetzen.

Doch, das war ganz eindeutig das richtige Buch für den heutigen Tag!

Auch wenn ich eigentlich davon ausging, dass es für das Wochenende reichen würde und nun keine Ahnung habe, was ich morgen lesen soll. 😉

Jetzt aber erst einmal eine Blogrunde, um zu schauen, wie es den anderen in den letzten Stunden so gegangen ist.

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Heutige Mitleser:

Ariana
Kiya
Melanie
Hermia

„Ausflug“ mit Shandy

Irgendwie schaffen es Katzen ja grundsätzlich so krank zu werden, dass der Tierarzt gerade nicht erreichbar ist. Gestern Abend habe ich beim Wegwischen einer seiner Pfützen feststellen müssen, dass Shandy Blut im Urin hatte – natürlich zu einer Zeit, als der Tierarzt schon geschlossen hatte. Aber so dringend, dass ich nun in die Notfallklinik hätte fahren müssen, war es zum Glück nicht. Der Kater benahm sich relativ normal, hat gut gefressen, bewiesen, dass er pinkeln konnte, mit mir gekuschelt und schien sein ganz normales grumpiges Selbst zu sein. Trotzdem waren wir natürlich die Nacht über unruhig und da ich (dank Erkältung) gerade eh nicht gut schlafen kann, habe ich immer mal wieder ein Ohr auf seine Aktivitäten gehabt.

Heute morgen habe ich dann eine Minute nach Öffnung in der Praxis angerufen, mir einen Termin geben lassen (zum Glück klappte es noch am späten Vormittag) und ausnahmsweise war ich sogar relativ froh über die Pfütze, die ich kurz vor der Abfahrt im Badezimmer fand – so konnte ich immerhin gleich eine Urinprobe mit zum Tierarzt nehmen. Auch das Einladen ging gut, Shandy hatte anscheinend nicht erwartet, dass er dieses Mal einen Ausflug machen würde und ließ sich problemlos in den Transportkorb setzen, und ab ging es auf die Autobahn. Dort hatte ich wieder eine Menge Glück, denn wenige Fahrzeuge vor mir löste sich ein LKW-Reifen in seine Bestandteile auf. Reifenfetzen flogen über die Fahrbahn (die sind selbst kaputt überraschend groß), es kam auf zwei gut gefüllten Fahrbahnen zur kollektiven Vollbremsung, aber es passierte kein einziger Auffahrunfall. Der LKW landete am Ende auf dem Standstreifen (wo er zwei Stunden später immer noch war), der Rest von uns fuhr vorsichtig und langsam an den Reifenresten vorbei und niemandem ist was geschehen – das hätte auch anders ausgehen können.

Beim Tierarzt wurde Shandy dann von Kopf bis Pfote durchgecheckt inklusive Urinuntersuchung und großem Blutbild. Er hat eine Blasenentzündung, die Nierenwerte sind leicht erhöht (was bei seinem Alter häufiger der Fall ist) und müssen im Auge behalten werden (im Dezember gibt es also noch einmal Bluttests). Wenn er gut auf die Tabletten anspricht, die wir mitbekommen haben, dann ist die Sache mit der Blasenentzündung in ein paar Tagen erledigt. Während er die gesamte Fahrt hindurch in einer Tonlage seinen Unmut in die Welt hinausbrüllte, dass mir die Ohren klingelten, war er beim Tierarzt erstaunlich ausgeglichen und ließ alles mit sich machen. Überhaupt scheint es ihm überraschend gut zu gehen, wenn man bedenkt, dass er heute beim Tierarzt war. Seine Hauptsorge bei der Heimkehr war die kurz darauf folgende Fütterung, die natürlich wieder viel zu spät erfolgte und viel zu wenig Futter für ihn versprach, und danach hat er sich auf mir zusammengerollt und ein Verdaungsnickerchen genossen. Irgendwie hatte ich mir die Ergebnisse der heutigen Untersuchung etwas dramatischer vorgestellt und bin sehr erleichtert, dass der Kater so gut beieinander ist.

Gut genug beieinander, um sogar die Aufmerksamkeit bei einer kleinen Fotorunde zu genießen (und irgendwann hätte ich gern eine Kamera, die auch bei diesem Licht schnell genug ist, um seine „auf dem Rücken liegen und das Bauchkraulen genießen“-Bewegungen einzufangen):

Dorothy Gilman: Mrs. Pollifax on Safari (Hörbuch)

Auch in diesem Monat gab es für mich ein neues Mrs.-Pollifax-Hörbuch – dieses Mal bekam meine Lieblingsspionin den Auftrag nach Afrika zu reisen und die Mitglieder einer Fotosafari-Gruppe zu fotografieren. Ganz ungefährlich für die ältere Dame, so ist sich ihr Auftraggeber Mr. Carstairs sicher. Und wenn sie schon mal in Sambia ist, dann kann sie auch gleich die Augen nach John Sebastian Farrell aufhalten und den – inzwischen aus dem Dienst ausgetretenen – Geheimagenten überreden erneut für den CIA zu arbeiten.

Ich habe ja schon häufiger erwähnt, dass die Mrs.-Pollifax-Romane mich immer wieder dazu animiert haben, mich intensiver mit den Ländern auseinanderzusetzen, in denen die Geschichten spielen. So war auch „Mrs. Pollifax an Safari“ für mich vor vielen Jahren der Anlass, mich mit etwas intensiver mit der Geschichte Afrikas zu beschäftigen – auch wenn mein Wissen da immer noch riesige Lücken aufweist. Der Stand der Autorin ist der Mitte der 1970er Jahre und dementsprechend bewegt sich sehr viel im Land, da die Unabhängigkeit von Großbritannien gerade erst vor zehn Jahren zustande kam. Während Mrs. Pollifax sich also darüber freut, dass sie die faszierende Tierwelt Afrikas sehen wird, nimmt sie während ihrer Reise auch immer wieder die kleinen Dinge wahr, die zeigen, wie sehr das Land im Umbruch ist. Aber sie erfährt auch viel über die Kämpfe an den Grenzen, die Rebellen, die in den Nachbarländern aktiv sind und deren Aktivitäten auch Auswirkungen auf Sambia haben, und ein wenig über das Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen im Land. Das alles ist sehr dezent in die Geschichte eingebaut, wenn es nicht gerade direkten Handlungsbezug hat, aber gerade das mag ich an dieser Serie.

Daneben gibt es natürlich auch noch die Haupthandlung rund um Emily Pollifax und ihr Wissen darum, dass einer ihrer Mitreisenden ein gefürchteter Auftragsmörder ist. So kann sie es sich natürlich nicht verkneifen neue Bekanntschaften zu schließen, muss sich aber bei jedem Gespräch fragen, ob ihr Gegenüber vielleicht ein Söldner ist, der skrupellos für Geld tötet. Dazu kommen noch ihre – vergeblichen – Bemühungen mit John Sebastian Farrell Kontakt aufzunehmen und all die wunderbaren kleinen Begebenheiten rund um diese ungewöhnliche Seniorin.

Ich liebe ihre kleinen Eigenheiten wie ihre Leidenschaft für Hüte. So bedauert sie es sehr, als ihr mitgeteilt wird, dass in Afrika keine Tropenhelme mehr getragen werden – nur um beim Einkauf vor der Reise doch noch einen Hut zu ergattern, dessen Form zumindest dem eines Tropenhelm ähnelt. Dass der Hut eine rote Feder hat, die sich von hinten bis zur vorderen Krempe spannt, und dass so eine Feder perfekt mit dem riesigen regenbogenfarbenden Regens (alles eine Frage der Perspektive!) Sonnenschirm harmoniert, versteht sich ja von selbst. Ebenso ist es natürlich vorherzusehen, dass es mit dem entzückenden Hut einen amüsanten Zwischenfall geben wird, der seine Eleganz ein wenig beeinträchtigt.

Auch dieses Hörbuch wird wieder wunderbar von Barbara Rosenblat gelesen – auch wenn ich mir den ehemaligen Richter Cyrus etwas anders vorgestellt hätte. Ich muss vermutlich nicht noch einmal betonen, wie viel Spaß mir diese Hörbuchversionen der Mrs.-Pollifax-Romane machen … 😉

Level-5-Fangirling

Als mein Mann und ich uns kennenlernten, stellten wir relativ schnell fest, dass wir beide gerne spielen. Wir haben uns einen Haufen 2-Personen-Brettspiele gekauft, er hat mir ein paar PC-Spiele geliehen und ich habe ihm von den Videospielen erzählt, die ich bei einer Freundin begeistert gespielt habe. Da war es kein Wunder, dass in die erste gemeinsame Wohnung relativ schnell auch eine Playstation 2 einzog.

Eines der ersten Spiele, die mich so richtig gepackt haben, war „Dark Cloud“ – entwickelt von Level-5. „Dark Cloud“ ist eine Mischung aus Adventure, Rollenspiel und Aufbausimulation und die Handlung ist relativ einfach, aber sehr niedlich. Die Geschichte beginnt mit der Erweckung eines bösen Dschinns, der sofort damit beginnt, die Städte der Welt zu zerstören, während der Feenkönig alles daran setzt, um die angegriffenen Bestandteile der Städte zu erhalten. Als Spieler bekommt man die Aufgabe, die verlorenen Städte wieder aufzubauen – und um das zu tun, muss man die verschiedensten Elemente und Bewohner wiederfinden. Dass es bei der Suche nach den verlorenen Teilen zu diversen Kämpfen kommt und man sich in verschiedenen Dungeons bewähren muss, versteht sich ja wohl von selbst.

Ich habe das Spiel wirklich geliebt und bestimmt ein Jahr lang regelmäßig damit gespielt. Ich mochte die knuffige Optik, die manchmal etwas skurrilen Elemente, das relativ einfache Kampfsystem (ich bin schnell frustriert, wenn das Kämpfen zu herausfordernd wird), die klassische Gut-gegen-Böse-Geschichte und das Sammeln und Bauen, das mit der Wiederherstellung der Städte im „Georama“-Modus einherging. Unter diesen Umständen wird es euch vermutlich nicht wundern, dass ich auch die indirekte Fortsetzung „Dark Chronicle“ sehr mochte und ebenfalls viele Monate lang gespielt habe. Ach, allein, wenn ich daran denke, dass alle Dungeons auch als Golfplatz genutzt werden konnten, würde ich am liebsten wieder von vorne anfangen!

Einige Jahre später kam „Rogue Galaxy“. Das ist Spiel ist ein bisschen weniger niedlich und beinhaltet sowohl Science-Fiction- als auch Fantasyelemente. Der Georama-Modus fiel hier weg, dafür gab es die Möglichkeit, alchemistische Experimente zu machen, was zu einigen seltsamen und witzigen Ergebnissen führte. Auch dieses Spiel brachte so viele Elemente mit sich, dass ich einige Monate lang immer wieder etwas Neues entdecken konnte und eine Menge Spaß damit hatte.

Die nächste Level-5-Entdeckung gab es für mich dann für den DS mit den „Professor Layton“-Spielen. Ganz so viel Zeit wie mit den Playstation-Spielen habe ich damit nicht verbracht, aber wieder konnte mich das knuffige Design, die skurrile Geschichte und in diesem Fall auch die mehr oder weniger herausfordernden Rätsel überzeugen. „Dragon Quest“ fand ich supersüß und mochte sowohl die – eher klassische – Fantasy-Geschichte, das niedliche Figuren- (und Monster-)Design, als auch die vielen verschiedenen Aufgaben, die man in dem Spiel erledigen konnte.

„White Knight Chronicles“ hat mich dann wieder zur Playstation gebracht. Dieses Spiel ist deutlich weniger niedlich als die vorher aufgeführten, sondern entspricht eher dem „klassischen epischen“ Rollenspiel. Für mich gab es damit nur ein Problem: Dadurch, dass ich Teil 1 und 2 in einem Bundle bekam, habe ich manche Aufgaben nicht erfüllen können, wenn ich schon zu weit in der Handlung vorangeschritten war, während andere mich überforderten, weil ich dafür erst kräftig hätte leveln müssen. Alles in allem muss ich gestehen, hat „White Knight Chronicles“ bei mir – trotz vieler Stunden Spielzeit – kein so intensiven Eindruck hinterlassen wie die anderen Spiele von Level5.

Dann aber kam „Ni no kuni“ und brachte mir wieder all das, was ich an Level-5-Spielen mag: Eine bezaubernder Geschichte, niedliches Design, ein stellenweiser schräger Humor, viele verschiedene Aufgaben, die man erfüllen muss, und sehr, sehr viele Stunden Spielzeit. Sehr cool war es auch, dass man bei diesem Spiel zwischen einer realen und einer „fantastischen“ Welt wechseln konnte, um die verschiedenen Herausforderungen zu erfüllen. Ich habe „Ni no kuni“ noch lange nicht beendet, es gäbe noch einiges in diesem Spiel zu tun, aber da ich die Story durchgespielt habe, die Playstation mit meinem Mann geteilt werden muss und nach so vielen Stunden Spielzeit die Lust nach etwa Abwechslung aufkam, habe ich irgendwann nicht mehr weitergespielt.

Trotzdem war da dieser Wunsch nach Abwechslung und es gab das eine oder andere DS-Spiel, mit dem ich seitdem viel Spaß hatte, aber so richtig hat mich eigentlich  nichts gepackt. Umso toller war es, als ich mitbekam, dass von Level-5 „Fantasy Life“ für den 3DS in Europa veröffentlicht werden sollte. Wie sehr ich mich auf das Spiel gefreut habe, konnte man in meinem Blog ja doch ganz gut mitbekommen. 😉 Ich habe es extra so eingerichtet, dass ich in der Erscheinungswoche Zeit für das Spiel habe – und dann auch prompt in den ersten drei Tagen 30 Stunden damit verbracht.

Die Story von „Fantasy Life“ ist nicht gerade ungewöhnlich oder hat gar einen großen Umfang, aber die Handlung ist nett, kindgerecht und bietet einen schönen Rahmen für das eigentlichen Ziel des Spiels, nämlich viele verschiedene „Leben“ auszuprobieren. Leben heißen die zwölf verschiedenen Berufe, die man im Spiel annehmen kann. Jeder Beruf bekommt seine eigene kleine Einführung, bei der man die Personen kennenlernt, die einem das nötige Wissen für den Job beibringen (oder zumindest dafür sorgen, dass man die nötige Ausrüstung hat, um sich alles selbst beizubringen). In einigen Rezensionen wird kritisiert, dass es bei den Handwerksberufen wenig Abwechslung gäbe, weil man die Mini-Spiele, mit denen man Items für seinen Charaktere (oder zum Verkauf) herstellen kann, nur in drei verschiedenen Varianten spielen kann – aber gerade das finde ich überraschend herausfordernd.Wenn man eine Zeitlang einem Beruf nachgegangen ist, erfordert es doch ein bisschen Konzentration, um sich auf ein anderes Handwerk einzustellen. Und wenn man als Spieler nicht den leichten Weg geht und sich einfach alle verfügbaren Materialien zusammenkauft, sondern loszieht und die Sachen in den verschiedenen Regionen sammelt oder selber abbaut, dann wird es zu einer angenehmen Herausforderung, all die kleinen Zwischenziele im Spiel zu erreichen.

Und wie so oft zeigt auch dieses Level-5-Spiel ein ungewöhnliches Figuren- (und Monster-)Design – dieses Mal erinnern mich die verschiedenen Charaktere an die Professor-Layton-Spiele – und einen angenehmen Humor. Ich liebe es, dass mir das Spiel so viele Freiheiten bietet. Theoretisch könnte ich die ganze Geschichte mit einem einzigen „Leben“ durchspielen oder ich kann eben – so wie ich es gerade tue – versuchen, die verschiedenen Berufe parallel entwickeln und dadurch die vielfältigen Möglichkeiten des Zusammenspiels zwischen den unterschiedlichen Jobs nutzen.

Ich liebe es, wenn ich durch eine Region gehe, dass ich nicht nur Monster jagen und so Wolle und Leder für meine Schneiderin erbeuten kann, sondern auch (Heil-)Pflanzen, Früchte und ähnliches sammeln kann, die ich entweder als Alchemistin verarbeiten oder als Köchin zubereiten kann. Dazu gibt es natürlich noch die Abbaustellen, die ich als Schürferin nutze, um Metalle und Edelsteine zu gewinnen – die wiederum von mir als Schmiedin (oder Alchemistin) verarbeitet werden können. Dass ich als Holzfäller die Materialien besorge, mit denen ich als Schreinerin dann Werkzeuge und Möbel anfertigen kann, muss ich vermutlich nicht mehr erwähnen, während mein Leben als Angler selbstverständlich die Auswahl in meiner Küche erweitert. Ich finde es toll, dass ich, wenn ich als Schreinerin nicht genügend Stoffe für mein Sofa habe, mal eben in die Schneiderwerkstatt gehen und Fasern verweben kann. (Ich fürchte, man merkt hier deutlich, dass ich die kämpfenden Jobs nicht ganz so spannend finde wie die Handwerker.)

Außerdem gibt es unzählige nichtspielbare Charaktere, die Aufträge für mich bereithalten und viele davon sind mit einer skurrilen oder niedlichen Geschichte verbunden. Manchmal bin ich fast etwas überfordert, wenn ich das Spiel starte, weil ich mich nicht entscheiden kann, was ich als erstes machen soll. Ich könnte in einen Dungeon gehen und dort ein Monster jagen, Materialien sammeln, angeln oder Holz fällen. Ich könnte aber auch versuchen, ein „Leben“ weiter auszubauen, indem ich gezielt die diesbezüglichen Aufgaben erfülle, oder ich könnte schauen, ob ich nicht inzwischen neue Items gesammelt habe, die mir das Erstellen bislang unbekannter Gegenstände ermöglichen könnten.

Oder wenn mein Mann auch gerade im Spiel ist, dann gibt es die Möglichkeit, dass einer den anderen besucht und wir gemeinsam Abenteuer in Reveria erleben. So habe ich meinen Mann anfangs in Gebiete geführt, die er in seinem Spiel noch nicht betreten konnte, damit er Gegenstände sammeln und erbeuten kann, die er für seine Aufgaben benötigte. Und da er als Angler sein Leben begann, konnte ich davon profitieren, indem ich von ihm Fische abgreifen konnte. Es ist wirklich nett, so zusammen spielen zu können. Wir haben gerade zu Beginn sehr viel ausgetauscht oder den anderen darum gebeten, gezielt einen Gegenstand herzustellen, den man für eine Aufgabe benötigt.

Es wäre auch möglich, gemeinsam die Boss-Gegner in Angriff zu nehmen, aber bislang lasse ich mir mit den großen Kämpfen noch Zeit. Ich will das Spiel schließlich genießen und nicht in Rekordzeit beendet bekommen! Obwohl ich mich als Jägerin inzwischen vom Laien über Anfänger, Lehrling, Geselle und Experte zum Meister hochgearbeitet habe, habe ich allein in diesem Beruf noch so einige Ausbaustufen vor mir – und das ist nur einer von zwölf! Und ich freu mich schon auf all die weiteren Stunden, die ich mit „Fantasy Life“ verbringen werde, bis ich dann doch irgendwann einmal alle Möglichkeiten, die das Spiel bietet, ausgenutzt habe.

Ich glaube nicht, dass es ein anderes Entwicklerstudio gibt, von dem ich so viele Spiele mit solcher Begeisterung gespielt habe, und ich hoffe sehr, dass auch weitere Level-5-Spiele nach Europa kommen und  mich mit ihrem Charme und den vielseitigen Möglichkeiten bezaubern können.

Diana Wynne Jones: Neun Leben für den Zauberer

Auch „Neun Leben für den Zauberer“ (bzw. „Wir sind aufs Hexen ganz versessen“) von Diana Wynne Jones habe ich für Elenas Challenge gelesen. Die Chrestomanci-Bücher habe ich Anfang der 80er Jahre für mich entdeckt und von Anfang an geliebt. Der erste Band der Reihe dreht sich um Eric „Cat“ Chant und seine Schwester Gwendolen. Die beiden Kinder wurden schon sehr früh zu Waisen, als ihre Eltern bei einem Dampferunglück ums Leben kamen. Wenig später wurden die beiden von Mrs. Sharp aufgenommen, die im selben Haus lebt, in dem auch Erics Eltern wohnten. Mrs. Sharp sorgt dafür, dass Gwendolen ihrer Begabung entsprechend gefördert wird und Hexenunterricht bekommt, während Cat zum Ausgleich Geigenunterricht nimmt – zumindest solange bis Gwendolen von Cats Üben genervt ist und die Geige in eine Katze verwandelt.

Einige Zeit danach werden Cat und Gwendolen von Chrestomanci aufgenommen, um in seinem Schloss zusammen mit seinen Kindern unterrichtet zu werden. Chrestomanci ist eine einflussreiche Persönlichkeit und wird von den Zauberkundigen dieser Welt bewundert und gefürchtet – aber was genau er tut, weiß Cat nicht. Überhaupt ist Cat anfangs ein recht naives Geschöpf und ohne Gwendolen, die allerdings nicht sehr nett zu ihm ist, fühlt er sich vollkommen verloren. Es dauert lange, bis sich der Junge in Chrestomancis Schloss wohlfühlt und diese Eingewöhnung wird ihm durch seine Schwester nur erschwert, da diese nicht gerade zufrieden ist, dass man sie wie jedes andere Kind behandelt. Erst sehr spät findet Cat heraus, dass Gwendolen etwas Größeres vorhat, als nur von Chrestomanci ausgebildet zu werden.

Ich mag die Figuren, die Diana Wynne Jones für diese Geschichten entwickelt hat, und ich mag den Humor der Autorin, der in vielen kleinen Szenen zu Tage tritt. Es gibt zum Beispiel einen Moment, in dem Gwendolen vollkommen außer sich ist, weil jemand ihre Post geöffnet hat. Sie beschwert sich bei Chrestomanci darüber und dieser meint nur ganz trocken, dass er natürlich ihre Briefe lesen muss, wenn sie mit dubiosen Gestalten Kontakt hat, dass er ihre Post aber selbstverständlich nach dem Lesen wieder verschließen könnte, wenn sie ihre Briefe lieber ungeöffnet in die Hände bekommen möchte.

Es gibt so viele wundervolle Kleinigkeiten in den Büchern, so schöne Beschreibungen, dass ich bei jedem erneuten Lesen wieder unheimlich viel Spaß habe. Und ich habe gerade diesen Roman in den vergangenen 30 Jahren sehr oft gelesen! Die Chrestomanci-Reihe besteht aus recht dünnen Büchern, die für recht junge Leser geschrieben wurden, aber trotzdem sind sie nicht so schlicht konzipiert, dass man als Erwachsene keine Freude mehr damit haben kann. Je mehr ich aber von Diana Wynne Jones lese, desto häufiger fällt mir auf, dass sie einen bestimmten „Weltentyp“ bevorzugt. Immer wieder gibt es bei ihr Geschichten, bei denen mehrere Welten parallel existieren und bei denen zumindest einige Personen in der Lage sind, von einer Welt in die andere zu wechseln. Obwohl all ihre Geschichten inzwischen schon einige Jahre auf dem Buckeln haben, sind sie nicht altbacken, sondern zeitlos charmant, amüsant und einfach zum wohlfühlen.

Herbstlesen im Oktober (3) – Sonntag

Da ich abends recht früh auf dem Sofa eingeschlafen bin, hatte ich gestern kein neues Buch mehr angefangen. Heute morgen habe ich endlich mal wieder richtig ausgeschlafen und dann den Tag mit „Home Improvement: Undead Edition“ und Bluesmusik (Robert Johnson) gemütlich starten lassen.

Die erste Kurzgeschichte wurde von Charlaine Harris geschrieben, die auch Mitherausgeberin der Anthologie ist. „If I Had A Hammer“ ist eine Sookie-Stackhouse-Geschichte und auch wenn man sie ohne die Romanreihe gelesen zu haben verstehen kann, so hatte ich das Gefühl, dass die Autorin dafür sehr viele erklärende Nebensätze einbauen musste, die den Lesefluss hinderten. In der Geschichte renoviert Sookie zusammen mit einigen anderen Leuten das Heim eines befreundeten Ehepaars. Während sie eine Wand durchbrechen, um einen Raum zu vergrößern, finden sie einen blutbefleckten alten Hammer, der dort versteckt war, – und kurz darauf fühlt sich das vorher so gemütliche Haus „haunted“ (gibt es da ein passendes deutsches Wort, das mir gerade nicht einfällt?) an. Die Geschichte war nett, hat mich jetzt aber nicht so umgeworfen – vermutlich, weil ich bislang erst einen Sookie-Stackhouse-Roman gelesen habe (und das ist auch schon einige Jahre her) und deshalb mit den verschiedenen Personen nicht viel anfangen konnte.

Bevor ich mich jetzt doch mal für ein neues (oder angefangenes?) Buch entscheide, schaue ich mal, wie meine Mitleser so in den Tag gestartet sind – oder auch nicht, denn die scheinen heute genauso schwer aus den Feder zu kommen wie ich. 😉

Update 13:00 Uhr

Inzwischen gab es Frühstück und die ersten Seiten meines Krimis. „Mord im Park“ von Cynthia Harrod-Eagles habe ich aus der Bibliothek mitgenommen, nachdem ich im Krimiregal nach einem Autor bzw. einer Autorin suchte, die ich noch nicht kenne, und wo das Buch auf den ersten Blick nicht zu klischeeüberfrachtet klang. Wenn es mir nicht gefallen würde, könnte ich es immer noch ungelesen zurückbringen und ich muss gestehen, dass ich dies Option gerade ernsthaft in Betracht ziehe. Die ersten Seiten lasen sich, als ob die Autorin sich nicht zwischen dem lakonischen Ton eines Philip Marlowe und dem Bedürfnis ihre Hauptfigur mit „liebenswerten Schwächen“ zu gestalten entscheiden. Diese Aspekte passen aber leider nicht zusammen und so bin ich bislang noch nicht besonders glücklich mit der Geschichte. Ich werde trotzdem noch ein bisschen weiterlesen und mich dann entscheiden, ob ich den Roman abbreche. Vorher sollte ich aber erst die Katzen füttern, die signalisieren schon deutlich, dass sie Hunger haben. 😉

Update 15:30 Uhr

Ich bin doch bei „Mord im Park“ geblieben. Das Marlowe-hafte hat sich schnell gegeben, wirklich spannend oder gar gut geschrieben finde ich die Geschichte nicht, aber die Autorin hat es geschafft mich auf das Opfer neugierig zu machen. Ach ja, der Roman scheint Teil einer Serie rund um den Polizisten zu sein, denn es gibt immer wieder Verweise auf frühere Fälle. Aber den Part finde ich nicht so reizvoll, ich möchte nur die Tote besser kennenlernen und wissen, warum es in ihrem Leben so viele Widersprüche gibt. Bevor ich weiterlese, drehe ich aber erst einmal eine Runde durch die Blogs (und den FeedReader), koche mir Tee und schaue mal, ob ich noch ein paar Kekse finde. 😉

Update 17:30 Uhr

Keine Kekse zum Tee, da mein Mann spontan Lust auf Chips bekam und wir uns deshalb eine Schale voll geteilt haben. Außerdem habe ich eine weitere „Home Improvement“-Geschichte zum Tee gelesen. „Wizard Home Security“ von Victor Gischler war wirklich sehr lustig – ich würde gern noch mehr von diesem Zauberer und dieser fantastischen Welt lesen, habe aber bei einer kurzen Suche keine Fantasy-Titel von dem Autor gefunden. Die Handlung dreht sich um den Zauberer Broahm, der nach einem Einbruch in sein Haus, eine sehr teure magische Sicherheitsanlage installieren lässt. Als dann ein Notfall eintritt, muss Broahm herausfinden, dass er versäumt hat einige wichtige Fragen zu seinem neuen Alarmsystem zu stellen … 😀

Ich habe noch ungefähr eine halbe Stunde, bis ich mit dem Kochen anfangen muss. Die Zeit werde ich wieder für eine Blogrunde nutzen und ganz vielleicht schaffe ich ja auch noch ein paar Seiten in „Mord im Park“.

Update 20:00 Uhr

So, das Abendessen ist gekochte und gegessen – es war definitiv mal wieder Zeit für einen großen Topf vegetarisches Chili! Das koche ich viel zu selten, weil es doch etwas Arbeit ist und wir am Ende eigentlich immer drei Tage davon essen können. 😀 Mein heutiges Testbier hat mir übrigens nicht geschmeckt – sehr erfolgreich ist meine Suche in dem Bereich wirklich nicht …

Wenn mich nicht noch die Lust auf eine Kurzgeschichte übermannt, bleibe ich noch eine Weile bei „Mord im Park“ und schau mal, wie weit ich mit dem Roman komme, bevor es Zeit für die heutige „Barnaby“-Folge und mein Strickzeug ist.

Update 23:35 Uhr

Nun, so überzeugend war der heutige „Barnaby“ nicht, aber dümpelig genug, um jetzt ins Bett zu fallen und zu schlafen. Bei „Mord im Park“ bin ich inzwischen an einem Punkt, wo die Handlung gern mal etwas anziehen könnte – ich langweile mich nämlich. Wenn die Geschichte auf den nächsten Seiten nicht spannender wird, werde ich das Buch vermutlich nur noch querlesen, um den Mörder zu erfahren und dann ganz schnell wieder in die Bibliothek bringen.

Ich wünsche euch einen guten Start in die Wochen und freue mich schon auf das kommende Wochenende mitsamt dem Herbstlesen! 🙂

***

Heutige Mitleser:

Ariana
Kiya
Ina (1000 Worte)
Natira
Sunny
Sayuri
Sunny
BücherFähe

Herbstlesen im Oktober (2) – Samstag

Wie immer gibt es von mir schon am Morgen den Beitrag zum Herbstlesen. Gestern ging es bei mir ja mit einem gelesenen Kinderbuch ganz gut los, heute greife ich wieder zu „Dreht euch nicht um“ und will zusätzlich endlich mal in „Home Improvement – Undead Edition“ reinlesen. Da mein Mann heute Mittag mit seinen (ehemaligen) Arbeitskollegen zum Rollenspielen verabredet ist, kann ich ungestört lesen. Aber erst einmal müssen wir wie an jedem anderen Samstag auch den Wochenendeinkauf hinter uns bringen. Bis später! 🙂

Update 11:40 Uhr

So, der Einkauf und ein paar andere Pflichten sind erledigt und nun habe ich bis zum Katzenfüttern genügend Zeit, um zu frühstücken und dabei zu lesen. Weiter geht es mit „Dreht euch nicht um“ von Kjetil Johnsen, gestern habe ich Nora verlassen, als sie heimlich ein Date hatte, während ich noch nicht weiß, wie es mit ihren drei Freundinnen nach den Ereignissen im ersten Band weitergeht. Ach ja, im Prolog gab es noch den Hinweis, dass zwei Morde im Ort passiert sind – beide so unterschiedlich durchgeführt, dass der Mediziner von zwei verschiedenen Tätern ausgeht. Und ich weiß schon aufgrund des Klappentextes, dass eines der Opfer eine der vier Freundinnen sein wird – aber noch werden die Ereignisse erzählt, die in den Tagen vor dem Mord passieren.

Update 15:00 Uhr

So viele Seiten habe ich in meinem Buch nach dem Frühstück nicht geschafft, aber nun sind die Katzen gefüttert, die Küche ist aufgeräumt, das Abendessen ist vorbereitet und mein Mann ist unterwegs – was bedeutet, dass ich bis heute am späten Abend wirklich Ruhe habe und lesen kann! Damit ich dafür nicht unterbrechen muss, habe ich mir auch schon einen Tee gekocht und einen Muffin (heute Bäckerware) in Reichweite gestellt. 😉

Oh, ich habe allerdings in den letzten zwei Stunden „Mrs. Pollifax on Safari“ auf den Ohren gehabt! Eine Geschichte, die ich ganz wundervoll finde und auf die ich mich schon lange gefreut habe. Dieses Mal ist Mrs. Pollifax auf Fotosafari in Afrika – wobei ihr Auftrag lautet, dass sie nicht die schöne Tierwelt des Landes, sondern ihre Mitreisenden fotografieren soll. Ich liebe allein schon den Anfang, als ihr erster Gedanke der Garderobe gilt, die sie sich für die Reise zulegen möchte und natürlich findet sie einen Tropenhelm-ähnlichen Hut. Allein der Gedanke an den Hut lässt mich grinsen, denn ich weiß jetzt schon, was mit der dekorativen Feder passieren wird, die von der Rückseite des Hutes bis zur Krempe geht und einen hübschen Farbakzent bildet. 😀

Update 18:00 Uhr

„Dreht euch nicht um“ habe ich inzwischen ausgelesen. Ich finde das wirklich gut gemacht. Auf der einen Seite erfährt man als Leser sehr viel über Nora, Benedicte, Vilde und Trine, auf der anderen anderen Seite gibt es sehr viele Dinge, die nicht ausgesprochen werden, oder Szenen, bei denen zu anderen Charakteren gewechselt wird, die man noch nicht so gut kennt. Einige „Geheimnisse“ sind zwar erahnbar, andere hingegen hängen ungeklärt im Raum und der Autor vermittelt dabei das Gefühl, dass da noch ganz viele andere Elemente dahinter strecken, die man noch nicht abschätzen kann. Ich mag es, wenn ich die ganze Zeit so miträtseln kann und jede Szene beim Lesen auf neue Hinweise abklopfe. Jetzt hoffe ich nur, dass die Bibliothek mir den dritten Band der Reihe in absehbarer Zeit zur Verfügung stellt. 😉

Bevor ich mich für das nächste Buch entscheide, drehe ich erst einmal eine Blogrunde und schaue, ob es bei den anderen Aktualisierungen gab, und danach werfe ich mein Abendessen in den Ofen. 🙂

Update 20:30 Uhr

Da ich noch ein gutes Stündchen mit meinem Vater telefoniert habe, hatte sich mein Abendessen etwas verschoben. Es gab übrigens Ofenkäsenscheiben, die ich mit einer Kräutermischung gewürzt und im Ofen erhitzt habe, Brötchen und Gurkensalat. Ich liebe diese Kombination, esse sie aber nur, wenn mein Mann außer Haus ist. Dazu habe ich weiter meine Mrs. Pollifax gehört und mich wunderbar mit ihren ersten Afrika-Eindrücken amüsiert. Inzwischen freue ich mich schon sehr auf ihr Wiedersehen mit John Sebastian Farrell, den Mrs Pollifax bei ihrem Abenteuer in Mexiko kennengelernt hatte – aber das wird bis morgen oder gar Montag warten müssen.

Jetzt werde ich vermutlich erst einmal zum DS wechseln, da ich mich nicht entscheiden kann, ob ich erst eine Kurzgeschichte lese oder mich auf ein weiteres Bibliotheksbuch stürze oder doch endlich mal in den Sachbüchern weiterlese, die ich schon vor einiger Zeit angefangen habe … 😉

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Heutige Mitleser:

Ariana
Sayuri
BücherFähe
Natira
Sunny