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Tamora Pierce: Tordall and Other Lands

Lange hat es gedauert, aber ich habe es in diesem Monat doch noch geschafft ein englisches Buch zu lesen. (Dank der heutigen Hitze das erste beendete Buch im Juni … *seufz*) „Tordall and Other Lands“ ist eine Kurzgeschichtensammlung von Tamora Pierce, in der – wie ich inzwischen festgestellt haben – Geschichten veröffentlicht wurden, die vorher in anderen Anthologien erschienen waren. So kannte ich die erste Geschichten „Student of Ostriches“ schon aus „Young Warriors“, das ich im September gelesen hatte. Zum Glück gefällt mir die Geschichte von dem Mädchen, das durch die Beobachtung ihrer heimischen Tierwelt kämpfen lernt, so gut, dass sie auch beim zweiten Mal wieder viel Spaß gemacht hat.

Insgesamt beinhaltet diese Anthologie elf Geschichten, die alle mehr oder weniger mit den Tordall-Romanen von Tamora Pierce zu tun haben.. So erkennt man bei „Student of Ostriches“ nur anhand des am Ende vorkommenden Shang-Kriegers, dass die Handlung in der gleichen Welt angesiedelt ist wie die Geschichten von Alanna, Dhana, Keladry und Alianne. „Elder Brother“ und „The Hidden Girl“ haben ihren Ursprung in einem Vorfall, der mit einem der Dhana-Romane in Verbindung steht und zeigen sehr schön, wie es einem Baum ergeht, der aufgrund der magischen Gesetzmäßigkeiten in einen Mann verwandelt wurde.

„Nawat“ hingegen erzählt die Geschichte von Alianne und dem Mann, der eigentlich eine Krähe ist, weiter, und zeigt, wie schwierig es sein kann, wenn man bei einer so unterschiedlichen Herkunft einen gemeinsamen Weg gehen will. Sehr gut gefällt es mir wie die Autorin dabei versucht aus Krähensicht das menschliche Leben zu beurteilen. 😉 Dhanas Drachenmädchen „Kätzchen“ (Kitty) ist die Hauptfigur in „A Dragon’s Tale“ und während es auf der einen Seite frustriert ist, weil es trotz aller Intelligenz nicht mit den Wesen um sich herum kommunizieren kann, beweist „Kätzchen“ am Ende dann doch wieder, dass sie eigentlich noch ein Baby ist.

In „Lost“ spielt ein Darkling, der sich mit einem mathematisch begabten Mädchen anfreundet, eine wichtige Rolle. Überhaupt sind die Darklinge in einigen der Geschichten sehr präsent – und ich mag die kleinen Kreaturen wirklich gern. „Time of Proving“ (spielt auf sehr amüsante Art mit den Werten und Gesetzen zweier sehr unterschiedlichen Gesellschaften), „Plain Magic“ (eine wundervolle schlichte Variante des Jungfrau-wird-Drachen-geopfert-Themas) und „Mimic“ könnten in irgendeiner beliebigen fantastischen Welt spielen, machen aber alle drei wirklich Spaß.

Die letzten beiden Geschichten „Huntress“ und „Testing“ spielen hingegen in unserer Welt und während bei „Huntress“ eine schöne Mischung aus altem Glauben und … hm … „Oberschicht-High-School-Geschichte“ entstanden ist, erzählt „Testing eher von dem Leben und der Perspektive eines jungen Mädchen, das in einem Wohngruppe für Mädchen lebt, in der die Hausmütter vor einige Herausforderungen gestellt werden – ich gestehe, dass ich mich da gefragt habe, was davon Tamora Pierce als Hausmutter wirklich erlebt hat und welche Teile ihrer Fantasie entsprungen sind.

Es gibt ein paar Dinge, die all diese Kurzgeschichten gemeinsam haben: Sie alle sind spannend, berührend und amüsant zu lesen und ich habe sie wirklich genossen. Auf der anderen Seite ist mir die „Moral“ bei Tamora Pierce Kurzgeschichten manchmal etwas zu plakativ angewandt. Was bei ihren Romanen zwar auch immer deutlich zu spüren ist, aber sonst eher mit der Geschichte mitläuft, ist hier zum Teil zu sehr im Vordergrund. Und bei allem Vergnügen hätte ich gern den einen oder anderen Fingerzeig gestrichen, da ich schon beim ersten Mal kapiert hatte, worauf die Autorin hinaus wollte. Trotzdem finde ich jede einzelne Geschichte wirklich lesenswert und es war spannend auch mal etwas „moderneres“ von diese Autorin zu lesen.

SuB-Zuwachs im Juni

Ich hoffe sehr, dass ich in der zweiten Juni-Hälfte wieder mehr zum Lesen komme, denn bislang habe ich kein einziges Buch beendet und finde das eher unbefriedigen. Der Feed-Reader beinhaltet einen Haufen Beiträge, die von mir immer auf „morgen“ geschoben werden, der SuB ruht in Frieden und die Bibliotheksbücher springen bald aus dem Regal und begraben mich unter sich. 😉 Stattdessen entspanne ich abends mit dem DS oder Hitchcock-Filmen und bin froh, wenn ich nicht mehr denken muss.

Normalerweise wäre ich unter diesen Umständen auch brav und würde keine neuen Bücher kaufen, aber hier und da gucke ich ja dann doch wieder auf andere Blogs und lasse mich in Versuchung führen. Dieses Mal (mal wieder) von Kiya und das führte heute zu diesen Neuzugängen:

(Natürlich erreichte mich prompt heute dann auch noch die Frage, ob ich in den nächsten Tagen daheim bin, um ein neues Buchpaket in Empfang zu nehmen. Was für ein Timing! *g*)

Die spinnt, die Winterkatze!

Manchmal habe ich das Gefühl, ich gucke mir selber bei meinen Aktionen zu und weiß nicht so recht, was mir da durch den Kopf geht. 😉

Heute morgen habe ich – wie fast jeden Mittwoch – einen Blick auf die Bücher geworfen, die ich in den letzten Wochen aus der Bibliothek geliehen hatte. Da ich in diesem Monat noch kein einziges Buch gelesen habe (die x angefangenen Titel zählen da wirklich nicht, sehr weit bin ich nicht gekommen), wollte ich unbedingt radikal sein und alles zurück bringen, was ich vermutlich eh nicht lesen werde. Also habe ich kurz jedes Buch angeblättert … und am Ende blieben diese Romane im Regal:

Nicht gerade ein schaffbares Pensum, wenn man zu viel um die Ohren hat, um zu lesen. Aber irgendwie möchte ich den Büchern doch noch eine Chance geben. Außerdem warteten ja heute nur zwei Bücher im Vormerkregal auf mich, die sich bestimmt schnell lesen lassen – zumindest habe ich mir das eingeredet.

Das wären ja nun eigentlich genug Bibliotheksbücher gewesen oder findet ihr nicht?

Aber dann war da dieses Buch direkt neben der Selbstverbuchung aufgestellt … und ich musste ja die Wartezeit vor dem Gerät irgendwie überbrücken … das Thema ist wirklich ungewöhnlich … und 944 kleinbedruckte Seiten sind auch gar nicht so viel …

Sagte ich schon, dass ich gerade eh keine Zeit zum Lesen habe?

Aber ich kenn‘ den Mörder doch schon!

Immer wieder höre ich von Freunden oder lese auf anderen Blogs, dass Krimis nur einmal gelesen werden. Schließlich würde man den Mörder ja schon kennen und deshalb gebe es keinen Grund, das Buch noch einmal zur Hand zu nehmen. Unter diesen Umständen frage ich mich ein bisschen, warum diese Leute nicht einfach nur noch zu Bibliotheksausleihen greifen. Denn wenn ich von vornherein weiß, dass ich einen Roman nur ein einziges Mal lesen werde, dann brauche ich ihn auch nicht zu kaufen.

Für mich ist diese Haltung wirklich unverständlich. Ich lese Bücher gern zum wiederholten Mal. Natürlich ist es gerade bei einem Krimi ein bisschen spannender, wenn man noch mitraten kann und keine Ahnung hat, wer der Täter ist und welche Motivation ihn bewegte. Aber wenn es allein darum ginge, dann würde mir ein Krimi nicht viel bringen. Mir kommt es auch auf die Erzählweise an, darauf, dass ein Autor ein guter Beobachter ist und mir einen atmosphärischen Hintergrund für seine Geschichte bietet. Ich mag bei Krimis, dass sie in der Regel auch als Sozialstudie fungieren, dass sie zum Teil einen überspitzten und ironischen Blick auf die Gesellschaft werfen oder einen besonderen Aspekt kritisch beleuchten.

Und das alles bekomme ich bei einem Krimi nicht in einem trockenen und wissenschaftlichen Ton präsentiert wie bei einem Sachbuch, sondern eingebettet in eine spannende und unterhaltsame Handlung. Vielleicht bietet mit ein Krimi auch Einblick in ein anderes Land (zuletzt sehr schön bei Deon Meyers „Dreizehn Stunden“) oder in eine andere Zeit – wobei ich bei letzterem auch mal „großzügiger“ sein kann, wenn die historische Korrektheit zugunsten der Geschichte übergangen wird (aber dann möchte ich darüber auch in einem Nachwort aufgeklärt werden). Wenn dann noch die handelnden Charaktere sympathisch oder skurril oder einfach nur faszinierend sind, dann bin ich glücklich.

Einen gut geschriebenen Krimi kann ich – ebenso wie jedes andere Buch, das mich auf irgendeiner Ebene besonders anspricht – immer wieder lesen. Da ist es nicht relevant, dass ich die Handlung und die Auflösung schon kenne! Da geht es mir darum, neue Details zu entdecken, die Geschichte vielleicht aus einer anderen Perspektive zu erleben, gerade weil ich die Lösung schon kenne, oder einfach ein Wiedersehen mit bestimmten Charakteren, die mir ans Herz gewachsen sind, zu feiern.

Dann wieder greife ich zu einem schon gelesenen Roman, weil ich in genau diesem Moment einer bestimmten Stimmung nachgeben möchte. Wenn ich ein Buch schon kenne, dann kann ich genau sagen, dass es zu dieser Stimmung passt oder ich kann davon ausgehen, dass es spannend genug ist, um mich von meinem Alltag abzulenken. Habe ich das Gefühl, dass ich in irgendeiner Form trostbedürftig bin, dann lasse ich mich gern in einen englischen Landhaus-Krimi fallen, denn trotz des Verbrechens, das im Mittelpunkt steht, kann ich bei vielen dieser Bücher davon ausgehen, dass mir eine heimelige und idyllische Umgebung geboten wird. All diese Aspekte haben nichts mit der Jagd nach dem Täter zu tun!

Zu behaupten, dass ein nochmaliges lesen eines Krimis nichts bringen würde, wenn man die Handlung schon kennt, ist in meinen Augen genauso widersinnig wie die Aussage, dass man keinen Liebesroman lesen müsste, denn man könne ja davon ausgehen, dass sich die Hauptfiguren am Ende schon kriegen werden. 😉

Wie ist es bei euch? Lest ihr Bücher – und vor allem Kriminalromane – noch einmal oder ist das für euch sinnlos, wenn ihr die Handlung schon kennt?

5 hässliche Fotos (14+15)

Dienstag habe ich den Spaziergang zugunsten von fünf Ladungen Wäsche, die schon viel zu lange auf einen Tag auf der Bleiche gewartet haben, sowie einer unkrautfreien Fläche vor dem Balkon gestrichen. Dafür gab es Sonnenschein und einen Blick auf den wuchernden Garten:

Definitiv ein hässliches Foto!

 Das gleiche Foto vom Balkon hat übrigens auch der Vermieter zugeschickt bekommen, der uns letztes Jahr versprochen hat, dass er den Aufgang zum Balkon neu machen lassen würde. Mal gucken, was daraus wird – und wann. 😉

Und so sah der Post vor 1,5 Wochen aus … am Mittwoch hatte ich dann die Kamera vergessen, als ich losging. Am Donnerstag wurde nix aus dem Spaziergang, Freitag gab der Akku beim ersten Fotoversuch auf und am Wochenende hatte ich dann andere Dinge im Kopf. 😉

In der vergangenen Woche sollte es dann wieder mit den Spaziergängen weitergehen:

Allerdings hatte ich am Montag mit den 2,5 Stunden Rasenmähen dann doch genügend Bewegung und keine Lust, noch einen Fuß vor die Tür zu setzen. 😉

Dienstag

Mittwoch

Mittwoch 2
Am Donnerstag habe ich die kühlen Morgenstunden dann lieber mit dieser Kieskante verbracht. Nach zwei Stunden hatte ich all diese feinen kleinen Unkräuter so weit gezupft, dass sie zumindest von Ferne so wirkt, als ob sie gepflegt wäre. 
Donnerstag

Ab Donnerstagmittag steckte ich mit der Nase in Arbeit und hinkte hoffnungslos hinter meiner to-do-Liste hinterher – und da habe ich dann ohne nachzudenken mal wieder den Spaziergang gestrichen, um die kurze Nacht morgens mit einem Stündchen mehr Schlaf auszugleichen.

Montag startet der nächste Versuch, endlich wieder an 5 Tagen mit der Kamera vor die Tür zu gehen. Aber ich fürchte, der Garten und die Arbeit werden mir da in den nächsten Wochen weiterhin einiges an Motivation mopsen.

Juni-SuB 2013

Der Mai war mal wieder von vielen Vorsätzen geprägt, die ich am Ende nur teilweise erfüllt habe. 😉 Das lag zum Teil auch an meinem englischen Buch, denn die fast 900 Seiten der „Keeper Chronicles“ haben doch einiges an Zeit gekostet und „The Woman in White“ zieht sich auch ein wenig hin (und wird wohl noch den gesamten Juni über von mir gelesen werden). So bin ich insgesamt auf 12 Bücher gekommen, habe endlich wieder Comics und Manga gelesen (einige Hefte vom Gratis-Comic-Tag, 6 Manga und den ersten Teil der Jackie-Kottwitz-Gesamtausgabe) und sogar ein Hörbuch in die Anlage geworfen (welches ich dann aber aufgrund der unerträglichen Sprecher wieder abgebrochen habe).

Für den Juni nehme ich mir wieder ein paar Dinge vor, denn auch wenn es nie so ganz klappt, so hilft es doch ein paar Altlasten abzubauen, den Leih-SuB (der inzwischen bewältigt ist – als nächstes geht es an den Stapel mit ausgeliehenen Spielen und den mit DVD-Boxen *hüstel*) im Zaum zu halten und sorgt dafür, dass ich die Bibliotheksbücher innerhalb von maximal zwei Wochen lese. Also werde ich neben einem Roman für die 100-Bücher-Challenge („Wer die Nachtigall stört“) und einem Buch für die English-Challenge (Harry Dresden oder Beka Cooper? Beide haben den Nachteil, dass ich dann vermutlich gleich die Reihe lese, soweit sie mir zur Verfügung steht.) auch noch die unerledigten Vorhaben der letzten Monate (1 R-Titel, 1 T-Titel und ein Extrabuch vom SuB) ins Auge fassen und mir zusätzlich vornehmen drei Reihen (soweit die Fortsetzungen auf meinem SuB liegen) zu beenden. Bei der Menge an Vorhaben sollte ich wohl hoffen, dass die Bibliothek noch eine Weile braucht, um mir all meine Vormerkungen zur Verfügung zu stellen. 😉

A (2)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Tim Akers: Das Herz von Veridon

B (7)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Quentin Bates: Kalter Trost
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud  

C (1)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
A.J. Cross: Kalter Schlaf

D (4)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben  
Christine Drews: Schattenfreundin

E (0)

F (9)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
Earlene Fowler: Tödliche Schatten

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (5)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Will Hill: Department 19 – Die Wiederkehr
Mark Hodder: Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (3)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Kelly McCullough: Die zerborstene Klinge
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

O (0)

P (4)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
Chris Priestley: Mister Creecher

Q (0)

R (10)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (8)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Sabine Städing: Magnolia Steel – Hexenflüstern
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
P.J. Tracy: Memento
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

U (0)

V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken

W (5)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Elizabeth Woods: Caras Schatten

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Z (0)

83 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

Kelly Meding: Another Kind of Dead
Kelly Meding: As Lie the Dead
Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Tamora Pierce: Tortall and other Lands
Philip Reeve: Larklight

Titel auf dem englischen SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Edward Kelsey Moore: Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner

„Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner“ von Edward Kelsey Moore spielt zwar nicht in den Südstaaten von Amerika, vermittelt mir aber das Gefühl, dort zu spielen. Der Roman erzählt die Geschichte der drei Freundinnen Odette, Clarice und Barbara Jean, die sich schon seit Teenagerzeiten regelmäßig in „Earl’s Diner“ treffen und dort das „All You Can Eat“-Büffet plündern. Dabei verfolgt man auf der einen Seite ein Jahr im Leben der drei Frauen, die inzwischen weit über 50 Jahre alt sind, und bekommt auf der anderen Seite in Rückblicken wichtige Ereignisse aus der Vergangenheit erzählt.

Während Odette ihren Part in der 1. Person erzählt, bekommt man die Passagen, die sich um Clarice und Barbara Jean drehen, aus der 3. Person präsentiert. Dabei muss man rund um Odette mit ungewöhnlichen Erlebnissen rechnen, denn als diese eines Morgens an ihrem Küchentisch sitzt, schleicht sich ihre Mutter zur Hintertür herein und erzählt von dem vergnüglichen Abend, den sie mit Big Earl und Thelma McIntyre verbracht hat. Das wäre noch nicht so bemerkenswert, hätte Odette nicht schon vor Jahren ihre Mutter beerdigt. Auch Thelma ist schon lange verstorben, ebenso wie Mrs. Roosevelt, die in der Geschichte ebenfalls immer wieder auftaucht und einen nicht gerade geringen Einfluss auf Odettes Leben nimmt.

Edward Kelsey Moore hat mit seinem Debütroman eine wunderbar warmherzige Geschichte geschrieben, die mich beim Lesen sehr berührt hat. „Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner“ ist ein großartiger Wohlfühlroman rund um Liebe, Freundschaft, Trauer, Rassismus, Krankheit, Familie, Loyalität, verlorene Träume und Bigotterie. Und während mir bei einigen Szenen die Tränen kamen, habe ich wenige Seiten später schon wieder aus vollem Herzen gelacht. Vor allem Odette ist mir ans Herz gewachsen, sie hat so eine wunderbare Einstellung zum Leben (und zum Sterben), sie sagt in der Regel frei heraus, was ihr durch den Kopf geht, und sie hat schon als junges Mädchen eine kämpferische Haltung gezeigt, die für eine Frau ihrer Zeit empörend emanzipiert war.

Aber ich glaube, dass eine Figur wie Odette nur halb so gut funktionieren würde, gäbe es nicht ihre Freundinnen Clarice und Barbara Jean. Während Clarice in einer wohlhabenden kultivierten Familie aufgewachsen ist und sich als Pianistin einen Ruf gemacht hatte, bevor sie – sehr früh – heiratete, ist Barbara Jean die Tochter des Ortsflittchens. So ergänzen sich die drei Frauen schon seit langer Zeit und kümmern sich um einander. Ohne Odette und Barbara Jean wäre Clarice vermutlich eine verkniffene Kopie ihrer bigotten Mutter geworden, während Barbara Jean durch die Freundinnen – zumindest kurzzeitig – ein Zuhause gefunden hatte. Und Odette war sich schon als junges Mädchen sicher, dass sie ohne Clarice und Barbara Jean ziemlich einsam wäre, da ihre direkte Art nicht gerade dafür sorgt, dass sie leicht Freundschaften schließt.

Trotz der zum Teil wirklich schwerwiegenden Themen und der berührenden Erzählweise besteht „Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner“ vor allem aus vielen skurrilen und amüsanten Szenen. Das liegt nicht nur an den Geistern, die Odettes Alltag immer wieder bereichern, sondern auch an dem vertrauten Miteinander der drei Frauen und ihrer Familien. Außerdem gelingt es dem Autor, selbst entscheidende Momente mit einer gewissen Leichtigkeit und Beiläufigkeit zu erzählen, die mir wirklich Spaß gemacht hat. Ich bin selten nach dem Lesen eines Romans so zufrieden gewesen wie nach diesem hier und kann euch dieses Buch nur empfehlen.

5 hässliche Fotos (13)

Auch wenn mir der Schlaf gefehlt hat, so bin ich in den letzten Tagen doch zumindest manchmal morgens rausgegangen und habe Fotos gemacht. Wobei ich den Titel eher umbenennen sollte in „Ein paar Tage mit hässlichen Fotos“ 😉 :

Dienstag Nr. 1

Dienstag Nr. 2

Mittwoch Nr. 1

Mittwoch Nr. 2

Mittwoch Nr. 3

Samstag Nr. 1

Samstag Nr. 2

[Figurenkabinett] Miles Nailsmith Vorkosigan

Miles und ich habe uns an einem – für mich etwas einsamen – Abend in einer Buchhandlung kennengelernt. Es war einer dieser schönen Sommertage, an denen die Kollegen schon alles erledigt hatten und ich nur noch in der Abendschicht darauf warten konnte, dass sich vielleicht doch ein Kunde meiner erbarmt und ein Buch kauft. Zum Glück sah ich dann im Regal diesen Roman mit dem abgrundhässlichem Cover. Schon beim Auspacken der Neuerscheinungen hatte ich mich gefragt, wie ich dieses Buch jemals verkaufen sollte. An diesem Abend beschloss ich, einfach mal reinzulesen und zu gucken, wie die Geschichte so ist.

Dabei benötigte es nur wenige Seiten von „Der Kadett“ von Lois McMaster Bujold, um von Miles absolut hingerissen zu sein. Der junge Mann, dem ich da begegnete, hatte trotz extrem widriger Umstände eine Menge Haltung und Durchsetzungskraft. Er gehört zu den Charakteren, deren aberwitzige Ideen sich in dem Moment, in denen sie sie äußern, überaus stimmig und logisch anhören. Und wenn Miles sich für etwas begeistert, dann möchte man gleich mit ihm zusammen in die Schlacht ziehen und die Welt verändern. Obwohl er immer wieder von Selbstzweifeln geprägt ist, sind das Gefühle, die er nur mit sich und den Personen ausmacht, die ihm sehr nahe stehen. Etwas, das ihn realistisch, aber nicht wehleidig werden lässt – obwohl er auch dazu gute Gründe gehabt hätte. Außerdem scheint er jede Person ernst zu nehmen, unabhängig von Aussehen, Geschlecht und Rasse, was ihn zu einem hervorragenden Anführer und Diplomaten macht.

Miles Vorkosigan wurde sehr von der militärischen Gesellschaft geprägt, in der er aufgewachsen ist – und diese militärische Gesellschaft wurde geprägt von der Zeit, in der der Planet Barrayar keinen Kontakt zu anderen Planeten hatte, was dazu führte, dass Barrayar ein wenig hinterwäldlerisch wirkt. Obwohl Miles sich aufgrund eines Giftgasanschlags, der auf seine Mutter verübt wurde, als diese schwanger war, mit diversen körperlichen Problemen herumschlagen muss, möchte er unbedingt zum Militär gehen – wie sich das für einen Mann seines Standes gehört. Ihm ist bewusst, dass die Aufnahmeprüfung für die Militärakademie nicht allein mit seinem überlegenen Intellekt zu schaffen sein wird, aber er hätte nie erwartet, dass er – wortwörtlich! – schon an der ersten Hürde scheitern würde.

So findet er sich schnell in einem „Erholungsurlaub“ auf dem Heimatplaneten seiner Mutter Cordelia wieder, statt seine militärische Ausbildung anfangen zu dürfen. Aber Miles wäre nicht Miles, wenn er nicht sogar auf dem überaus zivilisierten Planeten Beta in Schwierigkeiten geraten würde. So stolpert er über einen verzweifelten Raumpiloten, der droht, mit seinem Raumschiff auf den Planeten zu stürzen, wenn jemand versuchen sollte, es ihm wegzunehmen, und mischt sich in die Angelegenheit ein. Nach einer erstaunlich kurzen und überraschenden Verhandlung endet es damit, dass Miles sich in Besitz eines alten Raumschiffs sieht, für eine kleine Mannschaft verantwortlich ist und dringend eine Möglichkeit finden muss, um Geld zu verdienen, damit er den Schiffskredit abbezahlen kann.

Miles‘ Unfähigkeit, sich aus schwierigen Situationen rauszuhalten, seine Hyperaktivität, seine ausgesprochen hohe Intelligenz und die Loyalität, die seine Leute – wider besseres Wissen – für ihn empfinden, sorgen für überaus amüsante Geschichten. Miles erlebt in verschiedenen (militärischen, privaten und diplomatischen) Missionen die unglaublichsten Dinge, steht im Laufe seines Lebens an der Spitze einer Söldnerarmee und sitzt immer wieder zwischen den Stühlen, wenn es um seine Treue zu seinem Kaiser und seiner Welt geht und um die Entscheidungen, die er bei seinen Reisen treffen muss.

Lois McMaster Bujold hat es mir im Laufe der Zeit ermöglicht, Miles von seiner Geburt (genau genommen sogar vom Kennenlernen seiner Eltern) an zu begleiten. Ich habe miterlebt, wie er mit all seinen körperlichen Beeinträchtigungen haderte, wie er sich das erste Mal verliebte, wie er dazu neigte, ständig Verantwortung für Dinge zu übernehmen, die nicht in seiner Hand lagen, und mich köstlich darüber amüsiert, wie jedes seiner Vorhaben eine unheimliche Eigendynamik entwickelte. Jeden Roman beginne ich – auch beim wiederholten Lesen – mit einer großen Neugier auf die Welt und die Figuren, die mir dort begegnen. Im Laufe der Geschichte werde ich immer atemloser und aufgedrehter vor Spannung und Lachen, und am Ende bin ich nach dem Lesen eines Miles-Vorkosigan-Romans immer vollkommen fertig, weil das Tempo der Handlung immer weiter anzieht und ich so mitgefiebert habe. Dabei sind die Geschichten nicht nur spannend und lustig, sondern auch voller kritischer Sichtweisen auf Rollenklischees – auch oder gerade in der Science Fiction – oder gesellschaftliche Traditionen.

Es gibt eigentlich nur ein einziges Problem, wenn man Miles Abenteuer erleben möchte:
Die fürchterliche Veröffentlichungspolitik der Autorin und der Verlage!

Ich kann verstehen, dass Lois McMaster Bujold ihre Geschichten nicht chronologisch schreibt, aber es ist fast unmöglich, den Überblick über die Reihenfolge der Romane und zusätzlich erschienenen Kurzgeschichten zu behalten. Der Heyne-Verlag hat mal versucht, die Bücher und Geschichten chronologisch in Sammelbänden zusammen zu fassen, aber nicht einmal diese Ausgabe ist vollständig. Wer also nun Interesse an Miles entwickelt hat, darf sich entweder einen ersten Einblick verschaffen, in dem er versucht, gebraucht „Der junge Miles“ (Heyne-Sammelband mit den ersten beiden Miles-Geschichten) oder „Der Kadett“ (scheußliches Cover, so ein scheußliches Cover!) aufzutreiben, oder indem er sich durch das verwirrende englischsprachige Angebot wühlt. 😉

Alice Hoffman: Im Hexenhaus

Hermia hatte während der „7 Days – 7 Books“-Aktion „Märzkinder“ von Alice Hoffman gelesen und mich mit dem, was sie zu dem Buch geschrieben hatte, auf die Autorin neugierig gemacht. In unserer Bibliothek habe ich in den letzten Wochen erst nur „Die Mädchen von nebenan“ ausleihen können, aber das hat mich spontan nicht so angesprochen. Am Wochenende aber habe ich dann mit „Im Hexenhaus“ anfangen können und den Roman gleich in einem Zug gelesen (und danach dann doch noch „Die Mädchen von nebenan“).

Der Anfang von „Im Hexenhaus“ wird jedem bekannt vorkommen, der den Film „Zauberhafte Schwestern“ mit Sandra Bullock und Nicole Kidman schon mal gesehen hat, denn der Roman war die Vorlage zu dem Film. Aber so viele Gemeinsamkeiten gibt es letztendlich zwischen der Verfilmung und dem Buch nicht, wenn man von der Grundidee und der Gestaltung der Charaktere absieht. Die Schwestern Sally und Gillian Owens wachsen bei ihren Tanten auf, nachdem ihre Eltern viel zu früh gestorben sind. Die Tanten sind im Ort als Hexen verschrien, was nicht nur an ihrem unheimlichen Haus liegt, sondern auch an den Dingen, die sie ihren Kundinnen verkaufen, wenn diese auf der Suche nach Liebestränken u. ä. an ihre Tür klopfen.

Der Ruf der Tanten führt dazu, dass Sally und Gillian keine Freunde finden und deshalb sehr aufeinander angewiesen sind. Dabei sind die Schwestern so unterschiedlich, wie zwei Menschen nur sein können. Während Sally sich nicht nur um ihre kleine Schwester, sondern auch um den Haushalt ihrer Tanten kümmert, nutzt Gillian ihre Teenagerzeit, um den Jungs, die sie als Kind immer geärgert haben, den Kopf zu verdrehen. So verwundert es auch niemanden, dass sich Gillian sehr früh aus dem Staub macht und sich die folgenden Jahre von einem Mann (und einem Kellnerinnenjob) zum nächsten treiben lässt.

Sally hingegen, die wild entschlossen war, sich niemals zu verlieben, heiratet mit Anfang zwanzig und bekommt zwei Kinder. Doch nach dem frühen Tod ihres Mannes verlässt auch sie die Tanten, um in einer anderen Stadt mit ihren Töchtern ein neues Leben anzufangen, ohne dass jemand sie oder ihre Kinder als unheilbringende Hexen beschimpft. Erst viele Jahre später sollen sich Sally und Gillian wiedersehen und einander wieder beistehen.

Ich muss gestehen, dass ich bei dem Roman immer wieder das Problem hatte, dass ich bestimmte Entwicklungen erwartet hatte und dann irritiert war, wenn sie nicht vorkamen. Dabei war die Geschichte toll zu lesen, in sich eigentlich viel stimmiger und „realistischer“ als die Filmhandlung und ganz wunderbar atmosphärisch. Alice Hoffman scheint – wenn ich das nach zwei Büchern beurteilen kann – immer wieder bestimmte Elemente aufzunehmen, und da das Elemente sind, die mir gut gefallen (das Verhältnis zur Familie, die Ernüchterung von Teenagern, wenn sie entdecken, dass das „Erwachsensein“ viel weniger lustig ist als erwartet, und ähnliches) werde ich auf jeden Fall noch mehr von der Autorin lesen.

Doch vor allem hat ihre Schreibweise dafür gesorgt, dass ich „Im Hexenhaus“ so gern gelesen habe. Sie erzählt von alltäglichen Familienauseinandersetzungen auf eine sehr liebevolle Weise, immer wieder musste ich schmunzeln oder war gerührt. Dann kombiniert sie kleine magische Elemente mit einer realen Geschichte. Ich würde weder „Im Hexenhaus“ noch „Die Mädchen von nebenan“ jemals als fantastische Romane bezeichnen, aber beide Geschichten beinhalten zauberhafte Momente – manchmal mit und manchmal ohne Magie.

So kann ein solcher Moment darin bestehen, dass ein Mädchen mitten in der Nacht von einer älteren Nachbarin bei einer Straftat beobachtet wird und beide sich in diesem Moment über den Duft der Rosen im Garten der Frau austauschen, statt dass die Polizei gerufen wird. Und bei den „richtigen“ magischen Szenen mischen sich kleine Aberglauben (Salz über die Schulter, ein Hof rund um den Mond als Zeichen für Unheil) mit besonderen Fähigkeiten. In der Geschichte ist das immer sehr stimmig umgesetzt und sorgt für eine ungewöhnliche Atmosphäre, mit der ich mich sehr wohlgefühlt habe.

Bei „Die Mädchen von nebenan“ gab es Wechsel von der 1. in die 3. Person bei der Erzählperspektive, die mir nicht ganz so gut gefallen haben, aber ansonsten hatte ich bei beiden Büchern eigentlich nichts anzumerken, was mich gestört hätte, und so bin ich mir sicher, dass ich demnächst noch mehr von Alice Hoffman lesen werde.