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Tanya Huff: The Complete Keeper Chronicles

„The Complete Keeper Chronicles“ von Tanya Huff war mein Mai-Buch für meine persönliche English-Challenge. Genauer gesagt waren es drei Romane in einem Sammelband. Wenn jemand von euch nach meiner Rezension auf die Trilogie neugierig geworden sein sollte, dann gebe ich euch einen dringenden Rat: Lest nicht die Inhaltsangabe von Band 2 und 3, denn dann fangt ihr euch böse Spoiler ein! „The Complete Keeper Chronicles“ beinhaltet die Bände „Summon the Keeper“, „The Second Summoning“ und „Long Hot Summoning“. Während der erste Teil sich vor allem um Claire Hansen dreht, spielt bei den anderen beiden Romanen ihre kleinen Schwester Diana eine größere Rolle.

Doch erst einmal zu „Summon the Keeper“: Claire Hansen ist ein Keeper, was bedeutet, dass sie dafür verantwortlich ist, Löcher im „Gewebe“ der Welt zu stopfen. Diese Löcher entstehen zum Beispiel durch besonders böse Taten und können nicht nur das Gleichgewicht der Welt stören, sondern auch dem Bösen Zugang zu unserer Realität verschaffen. Um diese Löcher zu stopfen, muss Claire Magie anwenden, und das tut sie dort, wohin sie gerufen wird. Seit sie die Schule abgeschlossen hat – was vor zehn Jahren war -, lebt sie aus dem Koffer und reist mit ihrem Kater Austin zu den Punkten, an denen sie gebraucht wird.

In „Summon the Keeper“ zieht sie der Ruf nach Kingston. Doch bevor sie den genauen Punkt findet, an dem sie eingreifen soll, landet sie zur Übernachtung in einem vernachlässigtem Hotel. Und als Claire am nächsten Morgen aufwacht, muss sie feststellen, dass sie von nun an für das „Elysian Fields Guest House“ verantwortlich ist, inklusive Dean, dem „Mädchen für alles“, einem unvermietbaren Zimmer mit einer Dame im Dornröschenschlaf und einem der gefährlichsten Kellerräume, die sich ein Keeper nur vorstellen kann. Zum Glück ist der ewig hungrige Austin jederzeit bereit, ihr mit Ratschlägen und frechen Bemerkungen beizustehen.

Tanya Huff meint im Vorwort, dass ihr Versuch, einen witzigen Roman zu schreiben, für sie extrem heraufordernd war, aber meiner Meinung nach ist ihr das wirklich gut gelungen. Trotz des einen oder anderen eher billigen Witzes und einiger vorhersehbarer Wendungen habe ich mich sehr gut beim Lesen amüsiert. Und das nicht nur beim ersten Band der Trilogie, sondern auch bei den weiteren beiden Teilen, obwohl da einige Elemente schon vertraut waren und Austins Humor auf Dauer etwas sehr bauch- und überlegenheitsbewusstseinsgesteuert ist.

Ich mochte die Charaktere, und sogar für die Hölle (*g*) habe ich im Laufe der Geschichte so etwas wie Sympathie empfunden. Doch vor allem – und da muss ich zugeben, dass ich das in „The Second Summoning“ und in „Long Hot Summoning“ etwas vermisst habe – das Hotel hat mich schnell gefangen genommen. Im „Elysian Fields Guest House“ wird einfach alles möglich, und neben der einzigartigen Atmosphäre und der guten Küche tragen auch die verschiedenen Gäste zu einem entspannten Aufenthalt (oder eben ein paar verflixt unterhaltsamen Lesestunden) bei. Wer amüsante Urban-Fantasy mit sympathischen Charakteren, vielen Katzenmomenten und ungewöhnlichen Bösewichten mag, der kann mit „The Complete Keeper Chronicles“ eigentlich nur dann etwas falsch machen, wenn er damit Probleme hat, sehr, sehr schwere Bücher längere Zeit in der Hand zu halten.

Lucy Maud Montgomery: Anne auf Green Gables

„Anne auf Green Gables“ von Lucy Maud Montgomery ist für mich mal wieder ein Re-Read und wurde von mir für die „100 Bücher“-Challenge gelesen. Das erste Mal habe ich die Anne-Geschichten als Teenager gelesen, als ich die Bücher von zwei Freundinnen geliehen bekommen hatte. In den folgenden Jahren habe ich die zwar immer mal wieder gelesen, aber da ich die Romane nicht selber hatte, ist das letzte Mal so lange her, dass ich mich nur noch an die Charaktere erinnern konnte und an fast keine Details. Umso schöner war es jetzt, die ganzen kleinen und großen Abenteuer und Katastrophen von Anne noch einmal so erleben zu können, als würde ich die Geschichte zum ersten Mal lesen.

Doch erst einmal zum Inhalt: Auf der Farm Green Gables leben die beiden älteren Geschwister Marilla und Matthew Cuthbert, die eines Tages beschließen, einen zehnjährigen Jungen zu adoptieren, der Matthew bei der Farmarbeit zur Hand gehen kann. Doch statt eines kleinen Jungen wartet eines Tages die rothaarige und fantasiebegabte Anne Shirley auf dem Bahnhof darauf, dass sie abgeholt wird. Ist Marilla anfangs noch wild entschlossen, das Missverständnis aufzuklären und das unerwünschte Mädchen wieder zurück ins Waisenhaus zu schicken, so verfällt auch diese spröde Frau schnell dem sonnigen und plappernden Wesen von Anne.

So engagiert Matthew einen Jungen aus dem Ort für die Farmarbeit und verbringt die folgenden Jahre damit, Anne zu verwöhnen, wenn Marilla bei ihrer Erziehung mal wieder zu streng und sachlich vorgeht. Dabei stellt das rothaarige Mädchen mit all seinen Einfällen das Leben der beiden Geschwister gründlich auf den Kopf – und wenn nicht ihre Fantasie sie in Schwierigkeiten bringt, dann passieren ihr immer wieder Missgeschicke, die sie zutiefst unglücklich machen, weil sie es doch nur gut gemeint hat. So serviert sie ihrer besten Freundin statt des selbstgemachten Johannisbeersafts von Marilla den ebenfalls selbstgebrauten Johannisbeerwein oder verwechselt beim Kuchenbacken aus Versehen die Zutaten … So klein und banal diese Szenen zu sein scheinen, so amüsant werden sie von der Autorin erzählt.

Große, dramatische Ereignisse gibt es kaum, aber viele kleine Momente, die für die junge Anne manchmal das Ende der Welt zu sein scheinen. Aber natürlich erlebt das Waisenmädchen bei den Cuthberts auch viele schöne und unvergessliche Stunden, übersteht abenteuerliche Ereignisse mit ihren Freundinnen oder heimelige und liebevolle Momente auf Green Gables. Mir hat es so viel Spaß gemacht, Annes Aufwachsen auf Green Gables zu verfolgen, dass ich prompt für knapp 2 Euro das Gesamtwerk der Autorin für den Kindle runtergeladen habe und mich frage, warum ich gerade diese Kinderbücher nie nachgekauft habe. Wenn ich endlich mal all die anderen Lesevorhaben für diesen Monat erledigt habe, werde ich wohl nach Avonlea zurückkehren, wieder in Annes Welt abtauchen und herausfinden, wie der neue Nachbar reagiert, wenn er erfährt, dass sie aus Versehen seine Jerseykuh verkauft hat.

Dies und Das (03)

Wer sich gewundert hat, dass es von mir gerade entweder gar kein Lebenszeichen gibt oder nur einen ganzen Schwung Rezensionen, dem muss ich gestehen: Ich bin zur Zeit so richtig in Nörgellaune und wollte die eigentlich nicht mit euch teilen. Auf der anderen Seite könnte so ein Dies-und-Das-(Jammer-)Post vielleicht mal die Luft reinigen und dafür sorgen, dass ich auch mal wieder andere Dinge auf die Reihe bekomme. 😉

Shandy

Einer der Punkte, über die ich gerade recht viel jammern könnte, ist unser Kater Shandy. Wie so viele ältere Kater mit einer Vorgeschichte zum Thema Harnsteinerkrankungen hat der blöde Kerl angefangen, zu markieren. Früher hat er sich auch schon mal danebenbenommen, wenn er krank war oder wenn es viel Stress gab (und dazu gehörte für ihn auch, dass ich ausnahmsweise mal abends unterwegs war), aber das hielt sich in erträglichen Grenzen und passierte nur ein paar Mal im Jahr. Seitdem aber die beiden jungen Kater von unserem Nachbarn Freigang haben, ist es schlimmer geworden – und so richtig heftig, seitdem es Frühling ist. Inzwischen wird von uns jedes Zimmer kontrolliert, wenn wir mal für einige Minuten draußen waren, und richtig lustig kann es sein, wenn der Kater „allein“ gelassen wird, ohne dass ein Mensch in der Wohnung ist. Es ist zwar in den letzten Tagen wieder ein kleines bisschen besser geworden, aber so ganz trauen wir dem Kerlchen nicht. Immerhin kann er jetzt nicht mehr den Fernseher erwischen, denn der trägt nun ein hübschen Mützchen, wenn wir nicht im Raum sind.

(Bevor jetzt die Frage aufkommt, warum wir einen Kater behalten, der sich so benimmt und damit auch schon einiges an Sachschaden angerichtet hat: Shandy gehört seit über 13 Jahren zur Familie, markieren ist – leider – ein vollkommen natürliches Verhalten für Kater, auch wenn es bei kastrierten Tieren deutlich seltener vorkommt, und ich setze kein Familienmitglied vor die Tür (egal, ob tierisch oder menschlich), nur weil es anstrengend wird.)

5hF

Dem einen oder anderen wird es schon aufgefallen sein: Es gab in den letzten Wochen keine hässlichen Fotos mehr (bzw. keine Posts für die „5 hässlichen Fotos“. Erst einmal gehe ich gerade nur ungern aus dem Haus, wenn ich davon ausgehen muss, dass bei der Heimkehr wieder eine duftende Pfütze auf mich wartet, dann muss ich im Garten so einiges aufholen (wenn das Wetter nicht gerade zu nass dafür ist) und seit ein paar Wochen ärgern mich diverse Wehwechen und rauben mir gerade zusätzlich die Motivation. Wenn ich nicht deutlich weitere Strecken gehen will, dann kann ich eigentlich nur jeden Tag die gleiche Handvoll Straßen fotografieren, und trotz der frühlingshaften Veränderungen habe ich gerade das Gefühl, dass ich alle einigermaßen interessanten Motive (jaja, davon gab es auch nicht gerade viele) schon diverse Male abgelichtet habe. Ich habe das Ganze zwar „hässlich“ genannt, aber nicht „unfassbar langweilig“.

Die Wehwechen

Ich habe gerade so richtig die Nase voll davon, erkältet zu sein oder Kreislaufprobleme zu haben, weil das Wetter mal wieder innerhalb einer Woche von unter zehn bis um die fünfundzwanzig Grad alles zu bieten hat. Mit dem Muskelkater von der Gartenarbeit kann ich normalerweise auch besser leben als momentan, aber auf den Heuschnupfen, mit dem ich seit unserem Umzug in diese Stadt zu kämpfen habe, könnte ich ebenso verzichten wie auf allergische Reaktionen aufgrund von Insektenstichen. Dass ich aufgrund des Wetters nur hier und da aktiv werden kann und deshalb mit der Arbeit nicht hinterherkomme, hilft auch nicht – vor allem, da nun auch noch mein Rücken streikt. Das macht mich nur noch quengeliger, auch wenn ich deswegen endlich mal wieder meinen schrägen Vogel in Betrieb genommen habe.

Diese Wärmflasche habe ich vor ungefähr 20 Jahren geschenkt bekommen und sie hat mich schon durch so manche kalte Nacht und diverse Rückenprobleme gebracht.

Der Garten

Das Wetter lässt in diesem Jahr alles wirklich großartig wachsen – vor allem den Rasen, die Hecke und das Unkraut. Bei dauerndem Regen lassen sich aber all diese Bereiche nicht so wirklich gut in Schuss halten, und das geht mir sehr auf die Nerven. Vor allem die Ecke mit der verflixten Haselnuss ist schon wieder voll bewuchert, und ich werde dieses Gestrüpp wohl nie gekillt bekommen. Ich komme ja nicht mal mit der Spitzhacke weit genug in den Boden, um zumindest einen Teil der kleineren Wurzeln ausgraben zu können. Und während meine Osterglocken und Krokusse dieses Jahr nicht wiederkommen wollten, wuchert es von der Seite der Nachbarin, die seit zwei Jahren keinen Handgriff in ihrem Garten gemacht hat, fröhlich über den Zaun. Insgesamt finde ich die ganze Situation schrecklich frustrierend. Da ist es auch nicht hilfreich, wenn mir Freunde und Familie gerade ständig erzählen, wie toll so ein Garten sei und wie viel man aus meinem Stückchen machen könnte. Komischerweise will trotzdem keiner herkommen und den Kampf mit Unkraut und Haselnuss aufnehmen, dabei biete ich Rundum-Verpflegung und nette Gesellschaft bei der Gartenarbeit … Solange ich weiter allein für das „grüne Erbe“ meiner Vormieter verantwortlich bin, müssen sie also auch in Zukunft damit leben, dass man mich auf den Garten lieber nicht anspricht.

Update:


So sah der Beitrag gestern Abend aus und dann fehlten nur noch die Fotos, die ich heute morgen machen wollte. Und weil ich den Beitrag schon geschrieben hatte, veröffentliche ich ihn auch, obwohl ich mich heute Morgen gar nicht so nörgelig fühle. 😉 Die Schmerzmittel schlagen inzwischen so weit an, dass ich mich – vorsichtig – fast normal bewegen kann. Der heutige Tierarztbesuch hat unserer Christie Erleichterung verschafft (die hoffentlich anhalten wird!), nachdem Madame in den letzten Tagen … äh … Verdauungsprobleme hatte und trotz Stress am Morgen und meiner Abwesenheit gab es keine Überraschungen in der Wohnung nach meiner Heimkehr.

Dass die wohnungshütende Nachbarstochter bei ihrem wöchentlichen Besuch gerade mal wieder alle unsere Mülltonnen bis zum Rand gefüllt hat, so dass wir Anwohner schon wieder unseren Müll bis zur nächsten Leerung stapeln müssen, ignoriere ich jetzt mal. Stattdessen klammere ich mich an folgende Tatsache:

Jammer-Posts helfen immer wieder zuverlässig gegen schlechte Laune!

SuB-Zuwachs im Mai (2)

Irgendwie kommen bei mir gerade mehr Manga/Comics an als Bücher, aber das ist vermutlich auch gar nicht schlecht, wenn ich mir so meinen SuB-Stand so angucke.

Am Samstag war wieder der Gratis-Comic-Tag und in diesem Jahr bin ich nicht in die Stadt gefahren, um mich gemeinsam mit meinem Mann durch die Menschenmassen zu kämpfen. Stattdessen profitiere ich nun von einem netten Angebot und habe heute einen kompletten Satz der GCT-Hefte bekommen:

Außerdem gab es einen Roman, der hoffentlich nicht zu lange auf dem SuB bleiben wird, nachdem ich so viele begeisterte Rezensionen dazu gelesen haben, und zwei Comics, wobei ich „Monster Allergy“ schon kenne und mag. 😉

Da ich seit gestern Abend höllische Rückenschmerzen habe und deshalb heute nicht am Schreibtisch arbeiten  oder andere dringende Sachen erledigen kann, wandere ich jetzt zurück aufs Sofa, packe mir meine heiße Wärmflasche auf die schmerzende Stelle und stöbere quer durch das Angebot des Gratis-Comic-Tags.

Die Frau in Weiß vs. The Woman in White

Für den Mai hatte ich mir für die „Bücher, die man gelesen haben muss“-Challenge „Die Frau in Weiß“ von Wilkie Collins vorgenommen. Dieser viktorianische Schriftsteller gilt als Begründer der „Mystery Thriller“ und auf das Genre habe ich zur Zeit eh gerade Lust. 😉

Pünktlich lieferte mir die Stadtbibliothek „Die Frau in Weiß“ in der ungekürzten Fischer-Klassik-Ausgabe (Fischer Verlag, Oktober 2009), die von Arno Schmidt übersetzt wurde, und dann las ich die ersten Seiten. Und las sie noch einmal … und noch einmal … Dann griff ich zu meinem Reader und guckte, ob ich nicht kurzfristig zum Vergleich eine englische Variante davon finden würde. Zum Glück war das kein Problem und schon konnte ich die beiden Versionen einander gegenüberstellen.

Um den Unterschied für euch deutlich zu machen, zitiere ich hier mal den Anfang der ersten Passage, die von der Hauptfigur Walter Hartright erzählt wird:

„Es war der letzte Tag im Juli. Der endlose heiße Sommer begann sich seinem Ende zu nähern; und wir, müde Pilgrime auf Londons Pflaster, fingen an, von Wolkenschatten über weiten Kornfeldern zu träumen oder frischen Herbstbrisen am Meeresstrand.
     Was speziell mein bescheidenes Selbst anbelangt, so hinterließ mich der scheidende Sommer körperlich in nicht gerade erfreulicher, geistig in lustloser und finanziell in ausgesprochen dürftiger Verfassung. Ich hatte während des vergangenen Jahres meine beruflichen Möglichkeiten nicht so sorgfältig wie sonst ausgeschöpft; eine Unbesonnenheit, infolge derer sich mir die Aussicht eröffnete, den Herbst fein sparsam und abwechselnd in dem kleinen Landhäuschen meiner Mutter in Hampstead und meiner eigenen Stadtwohnung zu verbringen.“

(Wilkie Collins: „Die Frau in Weiß“, Fischer Verlag 2009, S. 10)

„It was the last day of July. The long hot summer was drawing to a close; and we, the weary pilgrims of the London pavements, were beginning to think of the cloud-shadows of the cornfields, and the autumn breezes on the sea-shore.
     For my own poor part, the fading summer left me out of health, spirits, and, if the truth must be told, out of money as well. During the past year I had not managed my professional resources as carefully as usual; and my extravagance now limited me to the prospect of spending the autumn economically between my mother’s cottage at Hampstead and my own chambers in town.“

(Wilkie Collins: „The Woman in White“, Public-Domain-Kindle-Ausgabe)

Ich denke gar nicht mal, dass der Übersetzer Arno Schmidt seine Sache schlecht gemacht hat (wenn man von dem Wort „Pilgrime“ absieht). Und ich finde es auch fies, dass Übersetzer immer nur erwähnt werden, wenn man unzufrieden mit einem Text ist. 😉 Aber in der Übersetzung wirkt dieser Text so viel pompöser – und somit für mich auch weniger flüssig lesbar – als im Englischen. Für manche Erzählweisen scheint das Deutsche, vor allem, wenn man es im direkten Vergleich sieht, einfach nicht gemacht zu sein. Vor allem der zweite Satz wirkt für mich im Englischen viel sympathischer und runder oder habt ihr das Gefühl, dass ich mich da anstelle?

Nach diesem Vergleich werde ich auf jeden Fall auf Englisch weiterlesen, auch wenn ich für die 685 Seiten wohl eine Weile brauchen werde. Im Zweifelsfall kann ich im Mai für die Challenge ja noch eines der vielen Kinderbücher einschieben, schließlich hat mir die Bibliothek auch „Anne auf Green Gables“ ausleihen können. 😉

SuB-Zuwachs im Mai

Der Mai ist gerade mal zwei Tage alt und bei mir kommt der erste SuB-Zuwachs für diesen Monat an.

Will Hill: Department 19 – Die Wiederkehr
(Da mir der erste Teil gut gefallen hatte, musste die Fortsetzung auch bei mir einziehen.)

Lissa Evans: Stuart Horten – Acht Münzen und eine magische Werkstatt
Lissa Evans: Stuart Horten – Sieben Rätsel und ein magischer Stern
(Caroline trägt die Schuld an diesen beiden Büchern und Kiya ist auch nicht ganz unschuldig!)

Ein paar Manga gab es auch wieder für mich und wenn ich mir den Stapel so angucke, dann sollte ich mal einen Manga-SuB-Abbau-Monat einlegen.

Für den Karton, in dem mein Lesefutternachschub ankam, hat Christie auch schon eine neue Verwendung gefunden:

Mai-SuB 2013

Im April hat es sich deutlich bemerkbar gemacht, dass ich nicht mehr „frei“ hatte. Irgendwie wurde so nichts aus meinen Lesevorhaben, stattdessen habe ich einen (vorhersehbaren) Thriller nach dem anderen aus der Bibliothek gelesen. Geschrumpft ist mein SuB zwar trotzdem ein bisschen, aber deutlich weniger als erhofft. Insgesamt habe ich 18 Bücher und einen Comic gelesen, aber mein Leih-SuB ist immer noch nicht abgebaut (und die sieben Bibliotheksbücher, die ich in den nächsten drei Wochen noch lesen sollte, gucken mich auch vorwurfsvoll an). Also besteht mein Vorhaben für den Mai aus drei Punkten: 1. endlich die Leih-Biografie und die Bibliotheksbücher lesen, ohne sie verlängern zu müssen, 2. SuB-Vorhaben des letzten Monats nachholen und 3. fünf Bücher vom SuB lesen.

A (2)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Tim Akers: Das Herz von Veridon

B (7)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Quentin Bates: Kalter Trost
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud  

C (1)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)

D (4)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben  

E (0)
Lissa Evans: Stuart Horten – Sieben Rätsel und ein magischer Stern
Lissa Evans: Stuart Horten – Acht Münzen und eine magische Werkstatt

F (9)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
Earlene Fowler: Tödliche Schatten

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (4)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Will Hill: Department 19 – Die Wiederkehr
Mark Hodder: Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (3)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Boris Meyn: Die Schattenflotte
Edward Kelsey Moore: Mrs. Roosevelt und das Wunder von Earl’s Diner

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

O (0)

P (4)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
Chris Priestley: Mister Creecher

Q (0)

R (11)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Sarah Rayner: Das Licht des frühen Tages
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (8)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
P.J. Tracy: Memento
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

U (0)

V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken

W (5)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Elizabeth Woods: Caras Schatten

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Z (0)

83 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

Tanya Huff: The Complete Keeper Chronicles
Kelly Meding: Another Kind of Dead
Kelly Meding: As Lie the Dead
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Tamora Pierce: Tortall and other Lands

Titel auf dem englischen SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Juliet Blackwell: If Walls Could Talk (A Haunted Home Renovation Mystery #1)

Nachdem ich die „Witchcraft Mystery“-Serie der Autorin so unterhaltsam fand, musste ich einen Versuch mit ihrer „Haunted Home Renovation Mystery“-Reihe starten. „If Walls Could Talk“ ist der erste Teil von Juliet Blackwells Serie rund um eine Bauunternehmerin, die sich auf die Restaurierung historischer Häuser im Bereich San Francisco spezialisiert hat. Genau gesagt hat Mel Turner vor zwei Jahren die Firma ihres Vater übernommen, da dieser nach dem Tod ihrer Mutter nicht mehr in der Lage war, seinem Job mit dem notwendigen Engagement nachzugehen. Dabei bringt sie regelmäßig ihren Traum von Paris zur Sprache, wo sie sich fern aller Bindungen und Verpflichtungen frei entfalten will, um zu betonen, dass sie sich ihr Leben vollkommen anders vorgestellt hatte. Auf der anderen Seite ist Mel viel zu vernünftig und zu pflichtbewusst, um ihren Traum zu verwirklichen.

So lebt sie seit ihrer Scheidung wieder bei ihrem Vater, versucht immer noch, den Tod der Mutter zu verkraften, kümmert sich – trotz der Trennung von ihrem Mann – um ihren Stiefsohn und steckt so viel Zeit in die Verwirklichung ihrer Bauprojekte, dass sonst kaum Zeit für ein Privatleben übrig bleibt. Dabei ist Mel so gutmütig, dass sie sich von einem Freund dazu überreden lässt, neben ihren regulären Jobs auch noch die Renovierung seines neuen Hauses in die Hand zu nehmen. Matt hat sie kennengelernt, da ihr Stiefsohn und sein Sohn gut miteinander befreundet sind. Und obwohl sie schon schlechte Erfahrungen damit gemacht hat, für Matt und seinen Geschäftspartner Kenneth zu arbeiten, kann sie sich nicht zurückhalten, wenn es um ein schönes und renovierungsbedürftiges altes Haus geht.

Erschreckenderweise kommt Kenneth nach einer „Renovierungsparty“ ums Leben, bevor Mel und ihr Team überhaupt mit ihrer Arbeit anfangen können. Und statt sich ganz auf die Gestaltung des Hauses konzentrieren zu können, muss sich die Bauunternehmerin nun mit mysteriösen Vorfällen, gefälschten Papieren und Geistererscheinungen herumschlagen. Dabei scheint die Polizei sich erstaunlich desinteressiert zu verhalten, während Mel überraschend Unterstützung von einem alten Bekannten bekommt, den sie seit gut zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte.

Ich muss zugeben, dass ich Mel als Figur wirklich angenehm finde. Sie ist Ende 30, hat eine gute, wenn auch nicht zu perfekt-harmonische Beziehung zu ihrer Familie, und obwohl die Scheidung von ihrem Mann und der Tod ihrer Mutter sie immer noch belasten und sie manchmal die Nase voll von allem hat, scheint sie eigentlich ein ganz befriedigendes Leben zu führen. Schön finde ich auch, dass sie in der San Francisco Bay Area aufgewachsen ist und sich deshalb nicht nur in der Region gut auskennt, sondern auch eine Menge Beziehungen hat. Das gibt der Serie eine ganz andere Grundstimmung, als sie bei den „Witchcraft Mysteries“ herrscht.

Der Fall rund um den verstorbenen Kenneth ist solide konstruiert und war sehr nett zu lesen, auch wenn ich diesen Roman weniger amüsant fand als die andere Serie. Aber das liegt auch daran, dass die Handlung in „If Walls Could Talk“ realistischer aufgebaut ist. Abgesehen natürlich von der Geistererscheinung, mit der Mel erstaunlich gut zurecht kommt. Ich glaube, wenn ich von einem Tag auf den anderen einen Geist sehen würde, würde ich extremer reagieren. Auf der anderen Seite hätte die Geschichte wesentlich mehr Längen gehabt, wenn Mel diese Erscheinungen nicht irgendwann als real akzeptiert hätte.

Insgesamt ist „If Walls Could Talk“ unterhaltsam und bietet entspannte Lesestunden. Mir haben die Passagen rund um die Renovierungen gefallen, denn für so etwas habe ich ein Faible, und Mel war mir ebenso wie ihre Familie und ihre Freunde sympathisch. Juliet Blackwell hat außerdem so viele Figuren auftreten (und verdächtig handeln) lassen, dass man bei dem Kriminalfall schön mitermitteln und spekulieren konnte. Allerdings hat mich dieser Roman nicht so gepackt wie „Secondhand Spirits“, dafür fehlte einfach der gewisse Funke, der ein Buch aus der Masse heraushebt und den man so schlecht festmachen kann. Es ist einfach so, dass ich nicht auf den nächsten Band hinfiebere, auch wenn ich bestimmt irgendwann einen weiteren Teil der Reihe lesen werde, wenn ich mal wieder auf der Suche nach einem soliden und unterhaltsamen Cozy Mystery bin.

[Figurenkabinett] Roderick Alleyn

Wie Modesty Blaise habe ich Roderick Alleyn in den Jahren rund um mein Abitur in der Bahnhofsbuchhandlung entdeckt. Er war zu diesem Zeitpunkt um die 40 Jahre alt und hatte schon einiges in seinem Leben gesehen. Drei Jahre lang war er während des Ersten Weltkriegs beim Militär – doch im Gegensatz zu Lord Peter Wimsey wurde er dadurch nicht traumatisiert -, danach diente er eine Zeitlang beim „British Foreign Service“, nur um dann als Konstabler bei Scotland Yard (der Metropolitan Police) anzufangen. Warum es zu diesem abrupten Wechsel in seinem Berufsleben kam, hat er mir nie verraten, aber als ich ihn kennenlernte, hatte er es schon zum Chief Detective Inspector gebracht.

Geboren wurde Roderick Alleyn als zweiter Sohn eines Baronets, doch abgesehen davon, dass er eindeutig ein Gentleman ist und dies ihm immer mal wieder in seinem Beruf zugutekommt, hatte seine Herkunft anscheinend wenig Einfluss auf sein Leben. Seine Ermittlungen führen ihn immer wieder ins Theatermilieu – vor allem in Häuser, in denen Stücke von Shakespeare gespielt werden. Ansonsten ermittelt er in klassischen britischen Kriminalfällen, wie man sie auch bei Agatha Christie finden könnte, bei denen es zu einem Mord bei einer Hausparty in einem ländlichen Herrenhaus kommt oder zu ungewöhnlichen Vorfällen während einer Bootstour auf einem der vielen englischen Flüsse.

Dazu kommen die Romane, die in Neuseeland spielen und die für ein ganz eigenes Flair sorgen. Hier spürt man, dass die Autorin (Edith) Ngaio Marsh selbst Neuseeländerin war und über ein Land schrieb, dem sie sich nahe fühlte. Roderick Alleyn verschlägt es während des Zweiten Weltkriegs nach Neuseeland, wo er anscheinend nach Aktivitäten der „Fünften Kolonne“ Ausschau halten soll, doch stattdessen stolpert er natürlich über Kriminalfälle – bei denen er sich nicht so ganz sicher sein kann, dass diese nichts mit den Kriegsgeschehnissen zu tun haben.

Im Laufe der Zeit lernt Roderick Alleyn eine ungewöhnliche Frau kennen und lieben, und selbstverständlich wird auch diese Dame hin und wieder in die Fälle ihres Mannes verwickelt. Auch seine Ehefrau mag ich sehr, und ihre Sicht auf die Verbrechen fügt der Geschichte oft eine erfrischende Perspektive hinzu. Ich muss gestehen, dass ich die Romane schon viel zu lange nicht mehr gelesen habe, da auch diese Titel seit einigen Jahren in Umzugskartons darauf warten, dass ich mir eine große Zahl neuer Regale zulege. Aber ich freu mich jetzt schon auf den Tag, an dem ich ein Wiedersehen mit Roderick Alleyn feiern kann.

Insgesamt wurden 32 Roderick-Alleyn-Romane und ein paar Kurzgeschichten von Ngaio Marsh geschrieben, deren Titel ich hier nicht aufführen werde, weil es den Beitrag sprengen würde. Wer nun aber neugierig geworden ist, findet online diverse Listen mit den Romantiteln. Deutsche Ausgaben scheint es nur noch gebraucht zu geben, aber auf englisch gibt es aktuelle Ausgaben. Da muss ich mir gerade auf die Finger hauen, denn bislang kenne ich die Geschichten nur in der deutschen Übersetzung und wäre doch neugierig darauf, ob sich das Original anders liest.

SuB-Zuwachs im April

Nachdem mir die „Witchcraft Mystery“-Reihe von Juliet Blackwell so gut gefallen hatte, musste ich unbedingt  auch noch eine andere Serie von ihr antesten.

Und dann saß da schon viel zu lange der zweite Trixie-Belden-Band auf meiner Wunschliste … 😉