Kwame Mbalia: Tristan Strong Punches a Hole in the Sky (Tristan Strong 1)

„Tristan Strong Punches a Hole in the Sky“ von Kwame Mbalia gehört zu den „Rick Riordan Presents“-Veröffentlichungen, die mehr Aufmerksamkeit auf Geschichten von Own-Voice-Autor.innen lenken sollen. Der Protagonist Tristan Strong ist ein African-American-Teenager, der von seiner Großmutter sein Leben lang Geschichten gehört hat, die sich um Figuren wie John Henry, High John, Brer Rabbit oder Anansi drehen. Gemeinsam mit seinem besten Freund Eddie hat Tristan diese Figuren und ihre Abenteuer immer wieder aufgegriffen, und nachdem Eddie bei einem Busunfall verstorben ist, bleibt Tristan nur noch das Notizbuch, in dem sein Freund all diese Geschichten niedergeschrieben hat. Doch Tristan ist nicht der Einzige, für den Eddies Notizbuch etwas Besonderes ist, und so ertappt er eines nachts die legendäre Gum Baby beim Klauen des Buches. Als Tristan ihr folgt, gerät er nach Alke, eine geheimnisvolle und bedrohliche Welt, in der all die Götter und Sagengestalten leben, von denen er bislang nur gehört hatte. Doch Alke steckt in Schwierigkeiten, mit denen nicht einmal diese mächtigen Götter fertig werden, und es sieht so aus, als wäre Tristan die Ursache für all die Probleme dieser fantastischen Welt.

„Tristan Strong Punches a Hole in the Sky“ erzählt eine großartige Handlung voller legendärer Helden und voller Bezüge auf afrikanische und afro-amerikanische Legenden. Obwohl so viel Schreckliches in dem Roman passiert, Tristan von Anfang an um seinen Freund Eddie trauert und nicht weiß, wie er mit all diesen negativen Gefühlen umgehen soll, gibt es eine Menge amüsante Szenen in diesem Buch. Dazu kommt die sich langsam entwickelnde Freundschaft zwischen Tristan und seinen Mitstreitern wie der wehrhaften und mutigen Gum Baby, der Pilotin Ayanna oder gar dem Helden High John. Ich mochte es sehr, wie Kwame Mbalia die verschiedenen Sagengestalten in seiner fantastischen Welt aufgriff und wie er sie – trotz ihrer übernatürlichen Fähigkeiten – als stimmige Charaktere mit unterschiedlichen Stärken und Schwächen darstellt. Es war für mich sehr spannend zu sehen, welche Elemente ich aus anderen Geschichten (wiederer)kannte und wie viele Legenden und Figuren – gerade aus den afro-amerikanischen Legenden – für mich noch vollkommen neu waren. Letzteres hat dann dazu geführt, dass ich immer wieder die Lektüre unterbrach, um online nach weiteren Informationen zu den verschiedenen Figuren zu suchen. Ich mag es, wenn Romane mich dazu bringen, noch weiter zu recherchieren und so meinen Horizont zu erweitern.

Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich ein kleines Problem mit dem Protagonisten hatte – wobei ich davon ausgehe, dass das vor allem daran liegt, dass ich kein Junge im Teenageralter bin. Mich hat Tristans Trauer das gesamte Buch hindurch sehr berührt, ebenso wie seine Probleme mit seinem Vater und mit seinem Großvater, und ich fand es schön zu verfolgen, wie Tristan im Laufe der Geschichte mit seinen Emotionen umzugehen lernt und mehr über sich herausfindet. Aber die Tatsache, dass Tristan sich für Eddies Tod verantwortlich fühlt, führt in der Geschichte auch dazu, dass er sich lange Zeit weigert, aktiv zu werden, weil er eben befürchtet, dass er wieder jemanden im Stich lässt. Tristan will nur noch nach Hause, und egal wie sehr es ihn entsetzt, dass andere Personen in Gefahr sind, und egal wie viele Beweise er vor die Nase gesetzt bekommt, dass er in der Lage wäre, etwas zu tun, um die Situation zu verbessern, er bleibt über sehr, sehr viele Kapitel hinweg passiv und wehleidig. Und so sehr ich normalerweise wiederwillige Helden mag, so dauerte es mir hier etwas zu lange, bis Tristan sich endlich eingesteht, dass sich an seiner Situation nichts ändern wird, wenn er nicht mal sein Verhalten ändert und seinen Teil an der Rettung Alkes übernimmt.

Als Tristan dann aber endlich seiner Rolle als „Held“ gerecht wured und so langsam lernte, mit seinen eigenen Stärken und Schwächen umzugehen, mochte ich ihn ebenso gern wie all die anderen Figuren in „Tristan Strong Punches a Hole in the Sky“. Was in mir die Hoffnung aufkommen lässt, dass mir der zweite Band („Tristan Strong Destroys the World“) der Trilogie noch besser gefallen wird als der erste Band, da Tristan sich ja nun mit seinen besonderen Fähigkeiten abgefunden hat und seine Heldenrolle vielleicht etwas weniger widerwillig übernehmen wird. Aber selbst wenn Tristan es mir als Leserin wieder etwas schwer machen sollte, so freue ich mich doch auf all die unvertrauten und spannenden Elemente aus den afrikanischen und afro-amerikanischen Legenden, die Kwame Mabalia dort aufgreifen und verwenden wird. Diesen Teil des Romans habe ich, ebenso wie die vielfältigen Nebencharaktere und die große Rolle, die (mündlich erzählte) Geschichten in der Handlung einnehmen, uneingeschränkt genossen.

Marieke Nijkamp/Manuel Preitano: The Oracle Code (Comic)

„The Oracle Code“ von Marieke Nijkamp (Story) und Manuel Preitano (Zeichnungen) ist eine für sich stehende Geschichte, die theoretisch im DC-Universum spielt, auch wenn man davon beim Lesen nicht viel mitbekommt. So darf man nicht erwarten, dass sich die Handlung von „The Oracle Code“ auf Barbara Gordons Zeit als Batgirl oder ihre darauf folgende Aktivität als Oracle bezieht. Veröffentlicht wurde dieser Titel im Original als „DC Graphic Novel for Teenagers“ und ich vermute, dass diese Reihe der Versuch ist, neue Leser für klassische DC-Comics zu finden, weshalb hier Geschichten erzählt werden, die keinerlei Vorwissen über das DC-Universum vorraussetzen. Für diejenigen, die nicht auf Englisch lesen mögen: Eine deutsche Ausgabe des Comics – mit dem Titel „Der Oracle Code“ – ist im Herbst 2020 von Panini veröffentlicht worden.

Das größte Hobby der Teenagerin Barbara „Babs“ Gordon ist es, gemeinsam mit ihrem Freund Benjamin zu hacken – bis zu dem Tag, an dem sie einem Räuber, der auf der Flucht ist, in die Quere kommt und angeschossen wird. Von nun an ist Babs auf einen Rollstuhl angewiesen, um sich fortzubewegen, und sie hat einige Probleme damit, sich an all die Veränderungen zu gewöhnen, die damit einhergehen. Also beschließt Babs‘ Vater, dass sie gemeinsam mit anderen Kindern und Jugendlichen im „Arkham Center for Independence“ lernen soll, mit ihrer Verletzung und dem damit einhergehenden Trauma umzugehen. Doch es fällt Babs schwer, sich auf die verschiedenen Therapien im Center einzulassen, und noch weniger ist sie bereit, neue Freundschaften zu schließen, obwohl ein paar Mädchen auf ihrem Flur sich wirklich Mühe mit ihr geben. Erst als einige seltsame Vorfälle in der Therapie-Einrichtung Babs Misstrauen wecken und ein Mädchen verschwindet, lernt Babs, dass der Rollstuhl sie nicht daran hindert, Rätsel zu knacken oder sich Herausforderungen zu stellen.

Wenn man die Handlung für sich betrachtet und nicht erwartet, dass „The Oracle Code“ eine Batgirl-Hintergrundstory erzählt, bekommt man eine berührende – und stellenweise wirklich amüsante – Geschichte über ein Mädchen, das lernen muss, mit seiner Behinderung umzugehen. Ich mochte die Offenheit, mit der Babs‘ Zimmernachbarinnen auf sie zugegangen sind, und die Unterstützung, die sie ihr geboten haben, obwohl Babs anfangs alles dafür tut, um diese Mädchen zu verscheuchen. Ebenso gefiel es mir, Babs‘ Entwicklung mitzuverfolgen – von der anfänglichen Wut und Frustration über den immer sichereren Umgang mit dem Rollstuhl bis hin zu dem Punkt, an dem sie sich weder von ihren eigenen Ängsten noch von den sie zurückhaltenden Erwachsenen daran hindern lässt, das Rätsel um die verschwundenen Kinder zu lösen. Mit all ihrer Frustration und Wut und anfänglichen Hilflosigkeit verfügt Marieke Nijkamps Barbara Gordon über viele Ecken und Kanten, und gerade das macht sie zu einem wirklich sympathischen Charakter, dessen Geschichte ich gern verfolgt habe.

Die Zeichnungen von Manuel Preitano sind für meinen Geschmack etwas zu gefällig und geben mir das Gefühl, dass er für diese Veröffentlichung ausgewählt wurde, weil sein Stil auch Personen zusagen könnte, die normalerweise nicht so schnell zu einem Comic greifen würden. Aber ihm gelingt es definitiv, den jugendlichen Charakteren in ihren vielen verschiedenen Stimmungen gerecht zu werden, was gerade bei Babs sehr deutlich zu sehen ist. Ich mochte besonders die kleinen Elemente (wie die unterschiedlichen Frisuren von Babs), die neben Gestik und Mimik viel über die Figur und ihre jeweilige Stimmung verraten. Außerdem gibt es dann noch die Passagen, in denen Babs Geschichten erzählt bekommt, die einen angemessen märchenhaft-gruseligen Zeichenstil aufweisen und so sehr zur Atmosphäre des Comics beitragen. Alles in allem habe ich mich mit „The Oracle Code“ gut unterhalten gefühlt und bin gespannt, ob es in Zukunft weitere Comics mit Storys von Marieke Nijkamp geben wird.

Februar-SuB 2021

Anfang Januar oder genau genommen, nachdem ich meine ersten drei Bücher des Jahres beendet hatte, habe ich mir spontan vorgenommen, dass ich versuchen will meine Lesezeit aufzuteilen. Genaugenommen wollte ich im vergangenen Monat 1/4 Neuzugänge, 1/4 ältere Bücher vom SuB, 1/4 Rereads und 1/4 eBooks lesen – oh, und natürlich noch ein Sachbuch, denn die will ich in diesem Jahr natürlich nicht aufgeben. 😉 Dummerweise habe ich dann angefange meine eBooks mal zu verwalten, da ich inzwischen so viele Titel auf dem eReader gelagert hatte, dass ich komplett den Überblick verloren hatte, und das führte dazu, dass alle Planung sinnlos wurde. 😉 Immerhin habe ich insgesamt wirklich viel gelesen, was mich ja grundsätzlich zufrieden macht.

Für diejenigen, die gern Zahlen hätte: 4 Neuzugänge, 1 älterer Titel vom SuB, 4 Rereads und 8 eBooks, dazu 1 Sachbuch, 2 Kurzgeschichten, 4 Hörbücher und 6 Comics. Da ich es grundsätzlich aber immer noch reizvoll fände, wenn ich meine Lesezeit gleichmäßig auf ältere und neuer SuB-Titel, Rereads und eBook-Vorräte aufteilen würde, habe ich dieses Vorhaben für den Februar erneut ins Auge gefasst. Allerdings kann ich jetzt schon sagen, dass ich mir in den kommenden Wochen wohl nicht ganz so viel Lesezeit gönnen kann wie im Januar.

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  5. Sophie Anderson: The Castle of Tangled Magic
  6. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  7. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  8. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  9. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  10. Gwenda Bond/Christopher Rowe: The Supernatural Sleuthing Service 1 – The Lost Legacy
  11. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  12. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  13. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  14. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  16. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  17. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  19. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  20. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  21. Patricia Briggs: Smoke Bitten (Mercy Thompson 12)
  22. Stephanie Burgis: The Princess Who Flew with Dragons
  23. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  24. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  25. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  26. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  27. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  28. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  29. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  30. Helen Corcoran: Queen of Coin and Whispers
  31. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  32. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  33. Louise Erdrich: The Birchbark House
  34. Natasha Farrant: Eight Princesses and a Magic Mirror
  35. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  36. Anita Frank: The Lost Ones – Some Houses are Never at Peace
  37. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  38. Jasmine Gower: Moonshine
  39. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  40. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  41. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  42. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  43. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  44. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  45. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  46. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  47. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  48. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  49. Michelle Harrison: A Tangle of Spells
  50. Rachel Hartman: Seraphina
  51. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  52. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  53. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  54. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  55. Tanya Huff: Valor’s Choice (Confederation Novel 1)
  56. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  57. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  58. Sharna Jackson: High Rise Mystery
  59. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  60. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  61. Diana Wynne Jones: Power of Three
  62. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  63. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  64. Celine Kiernan: Geisterpfade
  65. Celine Kiernan: Königspfade
  66. T. Kingfisher: The Hollow Places
  67. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  68. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  69. R. F. Kuang: The Poppy War
  70. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  71. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  72. Darcie Little Badger: Elatsoe
  73. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  74. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  75. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  76. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  77. Seanan McGuire: The Unkindest Tide (October Daye 13)
  78. Seanan McGuire: Middlegame
  79. Seanan McGuire: Across the Green Grass Fields (Wayward Children)
  80. Seanan McGuire: Calculated Risks (InCryptid 10)
  81. Robin McKinley: Sunshine
  82. Robin McKinley: Dragonhaven
  83. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  84. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  85. Kelly Meding: Stray Magic
  86. Kelly Meding: Stray Moon
  87. Kate Milford: The Boneshaker
  88. Kate Milford: Bluecrowne
  89. Kate Milford: The Thief Knot
  90. Maya Montayne: Nocturna
  91. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  92. Bishop O’Connell: The Stolen
  93. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  94. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  95. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  96. Natalie C. Parker: Seafire
  97. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  98. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  99. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  100. Sarah Prineas: Dragonfell
  101. Philip Reeve: Larklight
  102. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  103. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  104. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  105. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  106. John Scalzi: Fuzzy Nation
  107. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  108. Barbara Sleigh: Carbonel
  109. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  110. Jenni Spangler: The Vanishing Trick
  111. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  112. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  113. Robin Stevens: Death Sets Sail (A Murder Most Unladylike 9)
  114. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  115. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  116. Charles den Tex: Die Zelle
  117. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  118. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  119. Sarah Tolcser: Song of the Current
  120. Tiffany Trent: Unnaturalist
  121. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  122. Dominique Valente: Starfell – Willow Moss and the Lost Day
  123. Renee Watson: Piecing Me Together
  124. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  125. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  126. Darcie Wilde: And Dangerous to Know (Rosalind Thorne 3)
  127. Amy Wilson: Angel and Bavar
  128. Katherine Woodfine: The Jewelled Moth (The Sinclair’s Mysteries 2)
  129. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  130. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  131. Xinran: Gerettete Worte
  132. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  133. Damaris Young: The Switching Hour
  134. Ibi Zoboi: Pride

127 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB: (noch unvollständig)

  1. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  2. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  3. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  4. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  5. Elizabeth Hawes: Zur Hölle mit der Mode
  6. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  7. Lily Koppel: The Astronaut Wives Club
  8. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  9. Gail MacColl/Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord
  10. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  11. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  12. Michael du Preez und Jeremy Dronfield: Dr. James Barry – A Woman Ahead of Her Time
  13. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce
  14. Kathrin Passig (Hrsg.): Das kleine Sabotage-Handbuch von 1944 – Die besten Tricks des amerikanischen Geheimdienstes im Kampf gegen Hitler

14 Titel auf dem SuB zum Montatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

 

In der ersten Januarwoche …

… hatte ich mir zwei Dinge vorgenommen: 1. wollte ich es in diesem Jahr endlich mal schaffen, einen Überblick über all die eBooks zu bekommen, die im Laufe der Zeit auf meinem Reader und meiner Festplatte gelandet sind, und 2. wollte ich versuchen, ein Verhältnis von 1/4 Neuzugänge, 1/4 „ältere“ SuB-Titel, 1/4 eBooks und 1/4 Rereads auf die Reihe zu bekommen. Dummerweise musste ich dann aber feststellen, dass es ziemlich schwierig ist, beide Vorhaben gleichzeitig erfolgreich durchzuziehen. 😉

Erst einmal kostete es überraschend viel Zeit, meine eBooks zu sichten und herauszufinden, welche ich davon gelesen habe. Außerdem muss ich bei den gelesenen Büchern herausfinden, woher ich das eBook bezogen habe und ob ich es jederzeit wiederbekommen kann, wenn ich es vom Reader lösche. Es ist wirklich schrecklich, wie viele Romane absolut nichtssagende Titel haben – und wie viele kostenlose oder billige Titel ich im Laufe der Jahre so mitgenommen habe, weil ich neue Autoren antesten wollte. Bislang bin ich – bei alphabetischer Autorennamen-Sortierung – bis H gekommen und musste bei gefühlt 75% aller Titeln die Inhaltsangabe nachschlagen, um mich daran zu erinnern, ob mir das Buch gefallen hat (wenn ich es denn überhaupt schon gelesen habe).

Es gibt nur eine Handvoll Autorinnen, die mehrfach auf meinem Reader vertreten sind, und das sind häufig die, die ich auch über Patreon unterstütze. Wobei ich nicht nur die Kurzgeschichten und anderen Texte, die ich über Patreon bekommen habe, von diesen Autorinnen besitze, sondern auch noch so einige eBooks, die ich mir gekauft habe. Das sind auch die Titel, an die ich mich erinnern kann, ohne dass ich Klappentexte suchen muss. Was mich darauf bringt, dass ich endlich, endlich mal lernen sollte, dass ich weniger … hm … offen für neue Autor.innen sein sollte, wenn es um günstige eBooks geht, weil ich unter all den „ganz netten“ Büchern die Geschichte nicht mehr wiederfinde, die ich mochte oder die ich irgendwann mal wirklich dringend lesen wollte. Mein „reales“ Bücherregal würde ich nie mit so viel Schrott vollstopfen …

Außerdem hat mich das Sichten meiner eBooks über so einige Titel stolpern lassen, die ich wirklich gern gelesen habe oder eigentlich schon längst gelesen haben wollte. Was wiederum dazu geführt hat, dass ich in den letzten Tagen das eine oder andere eBook (erneut) gelesen oder Fortsetzungen gekauft (und gleich verschlungen) habe. Wenn ich also mein 2. Vorhaben noch durchziehen wollen würde, müsste ich in den kommenden fünf Tagen noch vier Neuzugänge, drei Rereads und sieben ältere Bücher vom SuB lesen, um mit den gelesenen eBooks Schritt zu halten … *g* Ich werde mich also eher an Vorhaben Nr. 1 halten und in den kommenden Wochen weiter daran arbeiten, meine eBooks zu sichten, und hoffentlich am Ende wirklich daraus lernen, dass ich wieder weniger experimentierfreudig sein sollte, wenn es um eBooks geht.

Ursula Vernon: The House of Diamond (Black Dogs 1)

Obwohl ich ja in den vergangenen Jahren deutlich mehr Urban Fantasy als Fantasy gelesen habe, scheint Ursula Vernon mit ihrer Erzählweise genau den richtigen Ton zu finden, um mich wieder zu Fantasygeschichten zu bringen. „The House of Diamond“ beginnt mit der Auslöschung von Lyras Familie durch eine Gruppe von Räubern, die von Lyras Halbruder Jasen angeführt wurden. Verletzt gelingt es der Siebzehnjährigen zu fliehen, doch die Überlebenschancen für eine behütete junge Frau aus einem reichen Kaufmannshaushalt sind nicht sehr groß, bis sie im Wald von dem Hunde-Krieger Sadrao gefunden wird. Für ihn ist es selbstverständlich, dass er sich so lange um Lyra kümmert, bis sie genug gelernt hat, um allein in der Welt bestehen zu können. So steht auch schnell fest, dass Lyra ihn begleitet, als Sadrao für zwei Freundinnen den jungen Halb-Elfen Trent zum House of Diamond bringen soll.

Erst einmal muss ich anmerken, dass die Autorin die beiden „Black Dogs“-Romane laut einer Anmerkung im Buch schon als Teenager geschrieben hat, was dazu führt, dass sie die Handlung und die Figuren deutlich „traditioneller“ aufgebaut hat, als sie es meiner Meinung nach heute tun würde. Zumindest haben die beiden neueren Romane, die ich von ihr gelesen habe, mich auch wegen der ungewöhnlichen Sicht auf klassische Fantasythemen begeistert, während „The House of Diamon“ wenig überraschende Elementen aufweist, wenn es um die eigentliche Handlung geht. Nachdem Lyra von Sadrao aufgesammelt wird, geht es in erster Linie darum, dass der Hunde-Krieger die junge Frau ausbildet, und auch seine beiden Freundinnen – die Elfen Jacyl und Sinai – bringen ihr in der kurzen Zeit, die sie zusammen reisen, so viel wie möglich bei. So dreht sich die Handlung gefühlt darum, dass die kleine Truppe (in wechselnder Besetzung) mit ein paar Zwischenstopps von A nach B reist und am Ende eine Person aus einer Zelle befreien muss.

Auch wenn das vielleicht etwas langweilig klingt, habe ich mich beim Lesen gut amüsiert. Ursula Vernon hat ein Händchen für lustige Dialoge und sympathische Charaktere, außerdem haben mich all die kleinen Informationen, mit denen Lyra versorgt wird, und die diversen Kampf- und Trainingsszenen gut unterhalten. Mir gefielen auch die vielen kleinen Elemente, die die Autorin über die Welt eingebaut hatte – die unbedeutend wirkenden Dinge, die nicht so großen Einfluss auf die Handlung oder das Verhalten der Charaktere hatten, die aber eine Facette der Welt zeigen, die einen überrascht oder berührt. Dazu kommen noch all die fantastischen Tier-Personen wie die Hunde-Krieger, die auf der einen Seite ganz selbstverständlich eine Rolle in dieser Welt spielen und auf der anderen Seite damit zu kämpfen haben, dass es einen immer größer werdenden Rassismus gegen alle Nicht-Menschen (und Elfen) gibt. Man könnte vielleicht kritisieren, dass die Protagonistin Lyra ein bisschen zu gut oder zu geschickt in all den Dingen ist, die sie innerhalb von gerade mal zwei Monaten unter Sadraos Anleitung lernt, aber da es genügend Szenen gibt, in denen Lyra sich dann doch wieder dumm anstellt oder gegen all ihre Instinkte ankämpfen muss, um das neu gelernte Wissen überhaupt anwenden zu können, konnte ich gut damit leben.

Ich hätte allerdings darauf verzichten können, dass sich die einzigen beiden jungen Personen in der Reisegruppe ineinander verlieben. Aber da die beiden wirklich viele gemeinsame Interessen haben und das Ganze ein relativ undramatischer Nebenstrang der Geschichte ist, hat mich diese Liebesgeschichte nicht so sehr gestört, dass sie mir den Roman hätte verderben können. Insgesamt kann ich sagen, dass „The House of Diamodn“ zwar nicht gerade die fesselndste Lektüre war, die ich in den letzten Wochen in der Hand hatte, aber ich habe mich beim Lesen wunderbar amüsiert und viele Details rund um die Welt, die Ursula Vernon für diesen Roman geschaffen hat, genossen. Das Ganze führt dazu, dass ich mich schon jetzt auf den zweiten (und abschließenden) Band mit dem Titel „The Mountain of Iron“ freue, wo es für die kleine Reisegruppe in die Tiefe des Walds der Elfen geht, wo sie sich dann dem großen, bösen Zauberer gegenüberstellen, der Trents Leben von Klein auf zur Hölle gemacht hat. Mal schauen, was die Autorin in dieser Geschichte neben der eher gewöhnlich klingenden Handlung für amüsante Details zu bieten haben wird.

Lucy Strange: The Ghost of Gosswater

„The Ghost of Gosswater“ von Lucy Strange dreht sich um die zwölfjährige Lady Agatha Asquith of Gosswater, die am Morgen nach dem Tod ihres Vaters erfährt, dass dieser gar nicht mit ihr verwandt war und dass sie auf Veranlassung von Cousin Clarence – dem Erben des verstorbenen Earls – den Herrensitz verlassen und in Zukunft bei ihrem leiblichen Vater leben soll. Für Agatha bricht eine Welt zusammen, sie kann kaum glauben, dass der Gänsezüchter Thomas Walters wirklich ihr Vater sein soll und dass das Ganze keine Intrige von Clarence ist. Dazu kommt noch, dass niemand ihr erklärt, wieso sie die ersten Jahre ihres Lebens als Tochter des Earls auf dem Herrensitz verbracht hat, oder wer ihre Mutter war und wieso sie nicht von dieser aufgezogen wurde.

Ich muss gestehen, dass Agatha genau betrachtet einige nicht gerade sympathische Wesenszüge besitzt. Sie ist nicht nur ständig wütend, sondern auch rachsüchtig, materialistisch und häufig ignorant, aber auf der anderen Seite ist sie so einsam, so hilflos und trotzdem so entschlossen, auch in der schlimmsten Situation weiter Haltung zu zeigen, dass ich sie schnell ins Herz geschlossen habe. Vor allem aber will sie unbedingt die Wahrheit über ihre Herkunft herausfinden, auch weil dieses Wissen anscheinend mit dem Verschwinden des legendären weißen Opals von Gosswater Hall und mit dem Geist, der ihr in der Silvesternacht erschienen ist, zusammenhängt. Neben dem bösen und gierigen Cousin Clarence und einem unheimlichen Friedhofswärter gibt es in der Handlung natürlich noch einige nette Figuren, die Agatha in den Wochen nach dem Tod des Earls kennenlernt und die ihr dabei helfen, mehr über ihre Herkunft herauszufinden.

Mir hat diese Geschichte gut gefallen, ich habe mit Agatha mitgelitten und mir gewünscht, es würde endlich mal einer der Erwachsenen den Mund aufmachen und über die Vergangenheit reden, und ich habe mich gefreut, als sie mit Bryn Black einen gleichaltrigen Freund findet, der mit ihr kleine Abenteuer unternimmt. Außerdem kann man mich mit einer Mischung aus düsteren und unheimlichen Momenten und gemütlichen und häuslichen Szenen immer kriegen – ich mag das einfach. Ich muss allerdings zugeben, dass das Geheimnis rund um Agathas Herkunft nicht gerade undurchschaubar war, aber dafür stand die ganze Zeit die Frage im Raum, wie Agatha langfristig mit Cousin Clarence fertig werden würde. Dazu gab es so viele atmosphärische Beschreibungen und nette Momente rund um ihr neues Leben in dem kleinen Cottage, dass ich mich mit diesem Buch insgesamt wirklich gut unterhalten gefühlt habe.

Der Geisteranteil in „The Ghost of Gosswater“ ist allerdings deutlich weniger unheimlich als die ganzen Auseinandersetzungen mit Cousin Clarence oder einige der Konfrontationen mit dem Friedhofswärter Sexton Black. Wenn ihr also eine wirklich gruselige Geistergeschichte für Jugendliche sucht, dann solltet ihr eher zu „The Haunting of Aveline Jones“ greifen. Dieser Roman bietet dafür einen eher freundlichen Geist, ein einsames Mädchen im Lake Destrict im Jahr 1899, einen widerlichen Bösewicht, atmosphärische Landschaftsbeschreibungen und viele Szenen rund um die Suche nach der eigenen Identität und das Finden von Freunden und Familie. Für mich war das eine stimmige Mischung, und ich habe mir nach dem Lesen noch die beiden anderen bislang veröffentlichten Titel der Autorin („The Secret of Nightingale Wood“ und „Our Castle by the Sea“) auf die Merkliste gesetzt.

Lese-Sonntag im Januar 2021

Heute ist schon der dritte Sonntag im Januar und ich kämpfe nach den Feiertagen und dem Urlaub meines Mannes immer noch damit meinen „normalen“ Alltag wieder aufzunehmen. Die vergangenen Wochen waren weltpolitisch gesehen recht ereignisreich, während sich hier in meinem kleinen Leben nicht viel getan hat (wenn man davon absieht, dass ich viel Zeit online verbracht habe, um mich über die Ereignisse in der Welt zu informieren). Immerhin habe ich seit dem letzten Lese-Sonntag relativ viel gelesen, was bei mir ja immer zu großer Zufriedenheit führt – schauen wir mal, ob ich das heute auch so auf die Reihe bekomme. Aber bevor ich zu „Undead Girl Gang“ von Lily Anderson greife, muss ich noch etwas rumwuseln (und wach werden).

Update 12:00 Uhr

Blick aus dem Fenster auf einen verschneiten U-förmigen Wohnblock der ein altmodisch verschachteltes Häuschen umschließt

Keine Ahnung, wo die letzten 4 1/2 Stunden hin sind, aber die Küche ist sauber und aufgeräumt, ich bin etwas durch die Wohnung gegrumpft (ich habe eine schreckliche Laune heute *seufz*) und habe mir eine ausführliche Runde bei „Animal Crossing“ gegönnt – auch weil ich da heute mal wieder Blümchen entfernen musste, die über Nacht gewachsen waren. Wenn ich die nicht regelmäßig ausgraben würde, würde man meine Insel unter all den Pflanzen gar nicht mehr sehen. 😉

Animal-Crossing-Screenshot, der meinen Spielcharakter in dicker warmer Winterkleidung beim Ausgraben einer Blume zeigt.

Inzwischen hege ich den Verdacht, dass meine schlechte Laune mit „Undead Girl Gang“ zusammenhängt – genau genommen damit, dass ich mich sehr auf das Buch gefreut hatte und mich nun beim Lesen so unglaublich über die Protagonistin ärgere. Ich kann Mila nicht leiden, ich finde, sie benimmt sich wie ein klischeehafter trotziger Teenager und auch wenn sie in Trauer ist, so kommt bei mir mir inzwischen so gar kein Funken Mitgefühl für sie auf. Ich will sie einfach nur ständig schütteln und ihr sagen, dass sich die Welt nicht um sie dreht! Dabei klang der Klappentext so gut … *seufz* Ich werde mir erst einmal Frühstück machen und dann doch noch mal zu dem Buch greifen. Wenn mir die Protagonisten dann aber weiterhin so schlechte Laune bereitet, fliegt der Titel aus dem Bestand, auch wenn ich gereade erst geschenkt bekommen und ihn nicht beendet habe.

Update 15:00 Uhr

Zum Frühstück habe ich ein Video von Bernadette Banner geschaut, in dem sie ein modernes Sportkleidungsstück, dessen Form an ein Korsett erinnerte und sogar vier stützende Verstärkungen in der Front aufwies, mit viktorianischen Sport-Korsetts verglichen hat. Das brachte viele interessante Details zu viktorianischer Sportmode – und die Erkenntnis, dass dieses moderne Kleidungsstück keinerlei unterstützende Funktion hatte und dementsprechend eher eine „Bust bodices“ war. (Irgendwann sollte ich mir doch noch mal das deutsche Vokabular für all diese historischen Kleidungsstücke aneignen.)

Links auf dem Foto ist die Taschenbuch-Ausgabe von "Undead Girl Gang" zu sehen, daneben steht auf der rechten Seite eine grüne Schale mit Porridge und etwas Apfelmus.

Außerdem hatte ich keine Lust länger darüber nachzudenken, ob ich mir nun eine kleine French Press gönne oder nicht und habe sie bestellt (plus einer kleinen Kaffeemühle, weil mein Lieblingskaffee eh einfacher in ganzen Bohnen zu bekommen ist). Bei „Undead Girl Gang“ bin ich ungefähr 70 Seiten weitergekommen und finde das Buch nicht mehr ganz so schlimm wie am Anfang, es wird zumindest besser nachdem Mila ihre drei ermordeten Mitschülerinnen (für sieben Tage) zurück ins Leben gerufen hat, aber grundsätzlich ist mir das alles zu sehr „unverstandener Klischee-Teenager“ und Zickenkrieg. Ich denke, ich werde den Roman in den nächsten Tagen noch beenden, aber heute ärgere ich mich doch zu sehr über diese ganzen Teenager – weshalb ich inzwischen zum zweiten „Black Dogs“-Band von Ursula Vernon gewechselt bin.

Das Foto zeigt meinen angeschalteten eReader mit einem Textausschnitt aus "The Mountain of Iron" und daneben steht eine große Tasse mit Milchkaffee

Den ersten Teil der Fantasy-Reihe habe ich in der vergangenen Woche gelesen (die Rezension gibt es in den nächsten Tagen) und mich großartig damit amüsiert, ich mag die ungewöhnlichen Elemente, die die Autorin in eine recht klassische Fantasyhandlung eingebaut hat, sehr und sie schreibt wunderbar witzige Szenen und Dialoge mit einer guten Prise Action, detailierten Kampfszenen und realistischen Reise-Problemen. Ich denke, ich werde bei dem Buch bleiben, das verbessert meine Laune deutlich. 😉

Update 18:00 Uhr

Erneut ein Foto von meinem eReader - dieses Mal mit einer kleinen Schale, die mit Keksen gefüllt ist, im Bild.

Seit dem letzten Update habe ich einfach nur gelesen. Ich mag „The Mountain of Iron“ (Black Dogs 2) wirklich gern, obwohl die kleine Reisetruppe von einem Kult zum nächsten stolpert – inklusive Hyänenkriegern, Jaguargöttern und Charakteren, die in Hunde verwandelt werden. Bei der Handlung muss ich schon im Hinterkopf behalten, dass Ursula Vernon die Geschichte als Teenager geschrieben hat, all die kleinen Details, die Entwicklung der Figuren und die vielen amüsanten Szenen hingegen kann ich einfach so genießen. Ansonsten gab es heute Nachmittag Kekse … und gerade eben eine Mail von einem meiner Auftraggeber, in der er fragt, ob ich ihm die Daten wohl noch einmal zukommen lassen könnte, weil er da wohl etwas gelöscht hatte, was er noch nicht an anderer Stelle gespeichert hatte. *seufz* Bis ich zum Kochen in die Küche wandern muss, schaue ich noch mal nach Natira und Neyasha – und stecke vermutlich noch einmal meine Nase in „The Mountain of Iron“.

Update 21:00 Uhr (letztes Update)

Ein weißer Teller mit einer in vier Teile zerschnittenen Teigscheibe, die mit Käse überbacken wurde.

Bis zum Abendessen habe ich meine Zeit weiter mit „The Mountain of Iron“ vertrieben – so viel habe ich in dem Buch nicht mehr zu lesen und ich denke, ich werde die Geschichte vor dem Schlafengehen noch beenden. Da mein Mann etwas Mitleid mit mir und meiner heutigen Kochunlust hatte (und er ausnahmsweise beim letzten Einkauf ein vegetarische TK-Essen für mich gefunden hatte), hat er heute das Kochen übernommen. Ich muss gestehen, dass diese „Lauch-Käse-Schiffchen“ nicht nur einen eklatanten Mangel an Lauch aufwies, sondern auch geschmacklich … verbesserungswürdig gewesen wäre. *seufz* Es ist wirklich erschreckend, dass es so wenig vegetarische Sachen gibt, die schmecken (und in den Supermärkten hier im Viertel zu bekommen sind).

Animal-Crossing-Screenshot mit meiner Spielfigur und einem Geist, der "Ta-da!" sagt.

Nach dem Essen habe ich noch eine kurze Runde über meine Insel gedreht, da ich heute Vormittag vergessen hatte in meine Schneiderei zu schauen. So habe ich immerhin auch festgestellt, dass heute Abend Buhu auf meiner Insel zu finden war. 😉 Den Rest des Abends werde ich mit meinem Fantasyroman verbringen, weshalb dies mein letztes Update für heute sein wird!

Schön, dass ich heute wieder nicht allein beim Lese-Sonntag war – ich hoffe, ihr hattet alle einen schönen und entspannten Tag und könnt morgen ein wenig erholt in die Woche starten! 🙂

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Heutige Mitleserinnen:

Natira
Neyasha
Sayuri

Phil Hickes: The Haunting of Aveline Jones

Da ich in den letzten Wochen überraschend große Lust auf Geistergeschichten hatte, hatte ich mir „The Haunting von Aveline Jones“ von Phil Hickes zu Weihnachten gewünscht. Und ich muss sagen, dass es die perfekte Geschichte ist für einen gemütlichen Abend auf dem Sofa, während fette Regentropfen ans Fenster pladdern und es draußen grau und ungemütlich ausschaut. Die Handlung spielt Ende Oktober in dem kleinen Ort Malmouth an der Küste von Cornwall, wo Aveline die Herbstferien bei ihrer Tante Lilian verbringen soll, während ihre Mutter sich um Avelines Großmutter kümmert, die in Schottland im Krankenhaus liegt.

Aveline fürchtet, dass diese Ferien schrecklich langweilig werden, da Tante Lilian immer sehr streng wirkt und in Malmouth außerhalb der Touristensaison nur wenig los ist. Doch schon bei ihrem ersten Gang in den kleinen Ortskern findet Aveline in der wunderbaren Secondhand-Buchhandlung von Ernst Lieberman ein vielversprechendes Buch mit Geistergeschichten aus der Region. Geistergeschichten sind nämlich Avelines Leidenschaft, auch wenn sie bei ihr immer mal wieder für Albträume sorgen. Als Aveline dann noch herausfindet, dass das Buch früher Primrose Penberthy gehört hat und dass diese vor dreißig Jahren spurlos verschwunden ist, ist sie wild entschlossen herauszufinden, was aus Primrose geworden ist – und ob die mysteriöse letzte Geschichte in ihrem neuen Buch damit zu tun hat.

Was ich wirklich an „The Haunting of Aveline Jones“ mochte, ist die Tatsache, dass nicht nur Aveline und ihr neuer Freund Harold, der der Neffe des Buchhändlers ist, in die Ereignisse verwickelt werden, sondern dass auch Ernst Lieberman und Avelines Tante Lilian im Laufe der Geschichte ungewöhnliche und beunruhigende Dinge sehen und erleben. So bekommt man als Leser deutlich zu spüren, dass auch diese Erwachsenen nicht all diese rätselhaften und unheimlichen Ereignisse wegerklären können. Die Unterstützung, die Aveline und Harold durch die Erwachsenen bekommen, sorgt dann auch für diverse sehr gemütliche Szenen voller Geborgenheit, die ich sehr genossen habe und die einen wunderbaren Ausgleich zu all den bedrohlichen Elementen in der Geschichte bieten. Die Illustrationen von Keith Robinson sind wunderbar düster und tragen sehr zur gruseligen Atmosphäre in dem Buch bei. Vor jedem Kapitel gibt es eine karge Landschaft, in der sich ein Zitat von Primrose finden lässt, die Kapitelüberschriften werden von entlaubten Zweigen und fliegenden Blättern eingefasst und wichtige Elemente der Geschichte werden mit kleinen Zeichnungen noch einmal aufgegriffen.

Der gesamte Roman ist durchdrungen von der unangenehmsten Seite, die der Herbst an der Küste zeigen kann. Es regnet und stürmt, es ist kalt und unheimlich, und all das wird immer wieder durch Szenen in der überfüllten Buchhandlung oder vor dem gemütlichen Kaminfeuer unterbrochen. Für eine Geschichte, deren Zielgruppe Neun- bis Elfjährige sein sollen, fand ich die Handlung überraschend düster, aber ich habe all die unheimlichen und gefährlichen Elemente ebenso wie die heimeligen Szenen sehr genossen und ich bin mir sicher, dass ich das Buch irgendwann Ende Oktober noch einmal aus dem Regal ziehen und lesen werde. Außerdem soll es – laut der Rückseite meiner Taschenbuchausgabe – eine Fortsetzung mit dem Titel „The Bewitching of Aveline Jones“ geben, auf die ich mich schon jetzt freue, aber da habe ich bislang keinerlei Informationen über den genauen Veröffentlichungstermin finden können.

C. L. Polk: Witchmark (Kingston Cycle 1)

Es ist lustig, aber obwohl dieser Titel so viel besprochen und mit so viel Begeistung in meiner Timeline aufgenommen wurde, hatte ich gar keine rechte Vorstellung von „Witchmark“ von C. L. Polk, bevor ich den Roman gelesen hatte. Die Geschichte, die in einer fantastischen Welt spielt, die ein wenig an das edwardianische England erinnert, wird aus der Perspektive von Miles Singer erzählt. Dieser arbeitet (nach einem frühren Einsatz als Militär-Chirurg) als Psychiater im Beauregard-Krankenhaus und ist dort vor allem für die Betreuung von Soldaten zuständig, die von der Front im Nachbarland Laneer heimgekehrt sind. Als Miles eines Abends seine Schicht beenden will, wird von einem fremden Mann ein Sterbender eingeliefert, den dieser auf der Straße aufgefunden hatte. Bevor Miles überhaupt die Möglichkeit hat, dem mysteriösen Nick Elliott zu helfen, nimmt dieser ihm das Versprechen ab, in seinem Mordfall zu ermitteln, und verstirbt. Gemeinsam mit dem Fremden, der sich Miles gegenüber als Tristan Hunter vorstellt, versucht der Arzt, mehr über Nick Elliott und die Personen, die für seinen Tod verantwortlich sind, herauszufinden.

Da ich vorher so gar keine Vorstellungen davon hatte, was mich bei „Witchmark“ erwartet (abgesehen von „irgendwas mit Magie“ und „Veteranen“), gab es für mich beim Lesen immer wieder kleine Aha-Momente, wenn ich mal wieder über ein neues Genre-Element gestolpert bin. In dem Roman mischen sich Historisches mit Fantasy, mit Kriminal- und mit Liebesgeschichte zu einem Gesamtwerk, das ich wirklich gern gelesen habe. Ich mochte die verschiedenen Figuren (von den Antagonisten natürlich abgesehen), auch wenn nicht alle Personen, die ich gern besser kennengelernt hätte, wirklich viel Raum in der Handlung bekommen, aber ich habe mich über jede weitere Szene mit einem dieser Charaktere gefreut. Miles selbst kam mir stellenweise etwas naiv vor, aber das war aufgrund seines familiären Hintergrunds und der Art und Weise, wie die Gesellschaft in diesem Roman funktioniert, auch stimmig. Ebenso realistisch fand ich es, dass einige der sympathischen Figuren in der Geschichte nicht immer die beste oder „richtige“ Wahl getroffen habe, wenn sie Entscheidungen treffen mussten. Dabei ist es C. L. Polk gelungen, glaubwürdig darzustellen, welche Gewissenskonflikte hinter den verschiedenen Entscheidungen standen, so dass ich als Leser zwar etwas enttäuscht von dem jeweiligen Charakter war, aber trotzdem Verständnis für ihn haben konnte.

Außerdem gefiel mir der Weltenbau, der auf der einen Seite – dank vieler Elemente, die an das edwardianische England erinnern – so vertraut wirkte, aber auf der anderen Seite durch die unvertraute Geografie und Technik ebenso wie durch die Erwähnung und Anwendung von Magie genügend ungewöhnliche Bestandteile mit sich brachte, um meine Neugier beim Lesen wach zu halten. Ich habe es auf jeden Fall genossen, mehr über diese Welt herauszufinden, obwohl es – wegen der ganzen Passagen, die sich um Miles‘ Kriegserlebnisse und die Ereignisse in Laneer drehten – stellenweise ganz schön heftig wurde. Im Kontrast dazu standen dann die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Tristan und Miles, die einfach nur süß mitzuerleben war – gerade weil Miles sich eigentlich nicht darauf einlassen will und weil beide befürchten müssen, dass sie nur eine kurze Zeit miteinander haben.

Dafür, dass die Handlung nur wenige Tage umspannt, lässt sich die Autorin recht viel Zeit mit dem Erzählen der Geschichte. Es gibt immer wieder kleine Momente, in denen häusliche Szenen oder die Lebens- und Arbeitssituationen der verschiedenen Figuren beschrieben werden, und es gibt einige Passagen, in denen sich Miles und Tristan private Stunden gönnen, um einander kennenzulernen. So liest sich „Witchmark“ trotz des soliden Kriminalanteils der Geschichte und der dadurch hervorgerufenden Spannung überraschend gemütlich. Ich bezeichne den Kriminalanteil als „solide“, weil ich einige der „unerwarteten“ Wendungen relativ vorhersehbar fand. Aber das hat nichts daran geändert, dass ich diese entscheidenden Punkte in der Handlung trotzdem interessiert gelesen habe, weil die Art und Weise, wie Miles diese Elemente herausfindet, für mich unterhaltsam genug war, um mich mit der Vorhersehbarkeit zu versöhnen.

Überhaupt gibt es relativ wenig an „Witchmark“, das ich als neu oder ungewöhnlich bezeichnen würde, aber C. L. Polks Erzählweise hat dafür gesorgt, dass ich das Buch – trotz der dramatischen und schrecklichen Elemente – sehr genossen habe. Oh, und bevor ich es vergesse: Ich habe selten eine Geschichte gelesen, in der so viel mit dem Fahrrad gefahren wird, und ich habe mich ungemein darüber gefreut, weil diese Szenen stellenweise so toll geschrieben waren und weil das Fahrrad – obwohl es doch so eine wichtige Rolle in der Emanzipation der Frauen und überhaupt der Entwicklung der Menschen rund um das Ende des 19. Jahrhunderts spielte – viel zu selten eine prominente Rolle in Romanen spielt. Ich freu mich sehr darüber, dass es noch zwei weitere Bücher in der Welt gibt (der zweite Band mit dem Titel „Stormsong“ ist 2020 erschienen, der dritte Teil mit dem Titel „Soulstar“ erscheint im März 2021), auch wenn dort andere Protagonisten im Zentrum stehen.

Diana Biller: The Widow of Rose House

In „The Widow of Rose House“ von Diana Biller vermischt die Autorin eine im Jahr 1875 spielende Liebesgeschichte mit Geister-Elementen, wobei die Beziehung der beiden Hauptfiguren definitiv deutlich mehr Raum einnimmt als die Geistergeschichte. Protagonistin in „The Widow of Rose House“ ist die verwitwete Alva, die nach einigen Jahren in Paris zurück nach New York kommt, um dort ein Buch über Innendekoration zu schreiben. Aufhänger der geplanten Veröffentlichung ist das verfallene Anwesen Liefdehuis, das Alva gekauft hat und dessen Renovierung sie dokumentieren will. Doch die einzige Handwerkertruppe, die überhaupt bereit war, das Haus zu betreten, kündigt schon bald wegen all der unheimlichen Vorfälle auf der Baustelle. Nach all den rufschädigenden Nachrichten, die über sie aus Europa nach New York gekommen sind, ist diese Buchveröffentlichung für Alva die einzige Hoffnung auf eine Zukunft, in der sie auf eigenen Beinen stehen kann, und so sucht sie verzweifelt jemanden, der den angeblich im Liefdehuis spukenden Geist vertreiben kann.

Der berühmte Erfinder Sam Moore hingegen fragt sich schon seit einigen Monaten, ob Geister real sind und wenn ja, wie man sie wohl nachweisen oder gar mit ihnen in Kontakt treten könnte. So scheint eine intensivere Auseinandersetzung mit den Geistergeschichten rund um das Liefdehuis nicht nur perfekt zu sein, um seine Neugier bezüglich übernatürlicher Erscheinungen zu befriedigen, sondern auch um Alva näher kennenzulernen, die ihn auf den ersten Blick fasziniert hat. Ich muss gestehen, dass mir Sams Faszination für Alva ein bisschen arg schnell ging, denn es hätte vollkommen gereicht, wenn sich diese erst einmal nur auf ihr Haus erstreckt hätte und er Alva erst im Laufe der Zeit schätzen lernt. Aber da in den folgenden Kapiteln ein langsameres Kennenlernen der beiden inklusive viele intensiverer Gespräche beschrieben wird, konnte ich dann doch gut mit Sams schnell aufflackernden Gefühlen leben. Auch war mir Sam ein bisschen zu freundlich, zu geduldig und zu verständnisvoll (neben seiner Genialität und seinem Hang zur Unordnung), wobei dieses „Zu gut“-Sein von Sam auch dazu geführt hat, dass ich ihn als Leserin schnell ins Herz geschlossen und für ihn und Alva gehofft habe, dass sie am Ende doch zusammenkommen können.

Alva selber hingegen ist glaubwürdiger gestaltet. Dabei meine ich weniger ihre Hintergrundgeschichte als die Art und Weise, wie sie mit all den Traumata umgeht, die ihre Vergangenheit ihr beschert haben. Sie wurde als Kind von ihren (reichen, aber gefühlsarmen) Eltern vernachlässigt und mit gerade mal siebzehn Jahren mit einem deutlich älteren Mann verheiratet, der es auf Alvas Geld abgesehen hatte. Alvas verstorbener Mann hatte sie während der gemeinsamen Jahre nicht nur misshandelt, sondern auch ihren Ruf unrettbar geschädigt, als sie sich endlich von ihm trennte. So ist Alva fest entschlossen, einen Weg zu finden, um doch noch ein erfülltes und angstfreies Leben zu führen. Die Renovierung von Liefdehuis scheint perfekt geeignet zu sein, um dieses Ziel zu erreichen. Ich habe Alvas Perspektive wirklich gern verfolgt, weil sie so entschlossen ist, sich von ihrer Vergangenheit nicht daran hindern zu lassen, eine Zukunft aufzubauen, in der sie von der Arbeit leben kann, für die sie Talent hat und die sie befriedigt. Es gibt so einige Situationen, in denen sie Angst hat oder in denen sie in Gefahr schwebt, aber (fast) die ganze Zeit ist sie wild entschlossen, sich nie wieder unterkriegen zu lassen, und sie ist dickköpfig genug, um Wege zu finden, mit diesen Situationen fertig zu werden.

Neben den Charakteren mochte ich es, wie Diana Biller die Atmosphäre der 1870er Jahre durch eine Mischung von Kleidungs- und Einrichtungsbeschreibungen, durch politische Diskussionen und Ereignisse und durch das Aufzeigen von alltäglichen Dingen in ihrem Buch zum Leben erweckte. Dabei scheut die Autorin nicht vor den düsteren Seiten dieser Zeit zurück, aber da es nun einmal in erster Linie eine Liebesgeschichte ist, liegen die schlimmeren Ereignisse entweder in der Vergangenheit oder werden so erzählt, dass man sich eigentlich die ganze Zeit sicher sein kann, dass schon alles gut ausgehen wird. Ich habe mich von dieser Geschichte sehr gut unterhalten gefühlt, gerade weil ich immer wieder über Elemente stolperte, die ich aus nichtfiktiven Veröffentlichungen kannte. Außerdem hatte ich viel Spaß an all den Gesprächen zwischen Alva und Sam oder den verbalen Kabbeleien innerhalb der Moore-Familie und musste beim Lesen regelmäßig kichern. All das führt dazu, dass ich mich sehr darüber freue, dass Diana Biller vor kurzem auf Twitter eine Andeutung gemacht hat, dass es wohl demnächst einen weiteren Roman von ihr gibt und sich dieser dann um Sams Bruder drehen wird.