Alle Artikel von Konstanze

P.D. Baccalario: Cyboria – Die geheime Stadt

Als Kiya mich vor kurzem fragte, was ich von „Cyboria“ halten würde, konnte ich nur vage sagen, dass mich der Anfang an die gerade gelesenen „Skulduggery Pleasant“-Bücher erinnert. Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich gerade mal 26 Seiten gelesen und war über eine Beerdigungsszene gestolpert, die mich von der Atmosphäre her wirklich sehr an die Szenen nach dem Tod von Stephanies Onkel erinnerten. Inzwischen habe ich das Buch ganz gelesen und kann sagen, dass das auch die einzige Ähnlichkeit war. 😉

Ich finde P.D. Baccalarios Grundidee für „Cyboria – Die geheime Stadt“ einfach toll. Drei hochintelligente Wissenschaftler machten sich im Jahr 1915 gemeinsam mit ausgewählten Studenten auf den Weg, um eine utopische Stadt namens Cyboria zu gründen. Auch Atamante Folgore Perrotti, ein Vorfahre des Jungen Otto, sollte sich dieser Gruppe anschließen, doch er entschied sich damals gegen die verlockende Zukunftsvision und für sein vertrautes Leben in Italien. Doch Atamante hinterließ seinen Erben einen geheimnisvollen Schlüssel, der nach dem Tod von Ottos Großvater in die Hände des intelligenten Jungen gelangt.

Das Rätsel hinter dem mysteriösen Ikosaeder, das der erste Hinweis auf den Weg nach Cyboria darstellt, reizt Otto. Der Junge hat sein Leben lang die Herausforderungen genossen, die ihm sein – ebenfalls mathematisch-/mechanisch-/wissenschaftlich interessierter – Großvater täglich gestellt hat und lenkt sich mit dieser neuen Aufgabe auch von seiner Trauer ab. Ihm zur Seite steht seine exzentrische Tante Medea, die als Archäologin arbeitet, und ihr Freund Jago. Gemeinsam finden die drei immer mehr über die Erfindungen der drei Cyboria-Gründer, ihre Ideale und die vor so langer Zeit geplante Stadt heraus. Dabei müssen sie sich immer wieder vor Conte Liguana und seinem unheimlichen Handlanger in Acht nehmen, die ihre eigenen unheimlichen Pläne verfolgen.

Ich muss gestehen, dass ich auf der einen Seite die Idee von einer solchen utopischen Stadt und den darin befindlichen Erfindungen und Automaten einfach toll finde. Auch die vielen faszinierenden Stationen, die Otto und seine beiden Begleiter auf ihre Weg nach Cyboria erreichen, haben meine Fantasie beflügelt und ich haben die atmosphärischen Beschreibungen sehr genossen. Ebenso mochte ich Otto, der sehr von seinem Großvater und dessen Weltsicht geprägt wurde, während seine Tante und ihr Freund nicht unsympathisch waren, aber ruhig etwas tiefer charakterisiert hätten werden können.

Mein größtes Problem besteht in der Qualität der Rätsel, die Otto lösen muss. Auf der einen Seite habe ich nicht das Gefühl gehabt, dass der Junge sich wirklichen Herausforderungen hätte stellen müssen. Alle Hinweise führen sofort zum nächsten Punkt auf seinem Weg, es gibt keine Sackgassen, in die er gerät, und spätestens ein Austausch mit seiner Tante bringt ihn zu den richtigen Quellen, so dass er innerhalb kürzester Zeit das notwendige Wissen angesammelt hat. Auf der anderen Seite bin ich mir nicht sicher, inwieweit manche Rätselelemente – trotz Erklärungen innerhalb der Geschichte – von der jugendlichen Zielgruppe verstanden werden. Und wenn man nicht mitraten kann, dann ist dieser Part der Handlung doch gewiss noch weniger befriedigend.

Am Ende des Romans bleibt das Gefühl, dass man einfach mehr aus der Idee hätte machen können. Trotzdem habe ich meinen Nachmittag mit der Geschichte genossen, weil P.D. Baccalario wunderbare Erfindungen, Automaten und atmosphärische Kulissen in die Handlung eingeflochten hat, die mich zum Tagträumen veranlasst haben. Was könnte man mit solchen Techniken und solchen Energiequellen nicht alles erfinden …

Eine Runde Nostalgie

In den letzten Tagen hatte ich ein paar konkrete Anlässe, um ganz schrecklich sentimental zu werden und in Erinnerungen zu schwelgen. Dazu muss ich sagen, dass wir in unserem Auto keine besonders moderne Musikabspielmöglichkeit (was für ein Wort *g*) haben, sondern nur ein Radio mit Kassettendeck. Aber in den letzten Jahren ist eine Kassette nach der anderen kaputt gegangen, und ohne eine funktionierende Stereoanlage im Haus konnte ich keine neuen fürs Auto aufnehmen. So habe ich mich lange Zeit aufs Radioprogramm beschränken müssen – und damit war ich nicht besonders glücklich.

Ende letzten Jahres haben wir uns dann eine neue kleine Anlage zugelegt, und das Schätzchen hat sogar ein Kassettendeck. Somit war klar, dass ich mir endlich wieder ein paar Kassetten fürs Auto aufnehmen musste! Erschreckenderweise war es erstaunlich schwierig, ein paar Leerkassetten aufzutreiben. Irgendwann haben wir dann in einem großen Elektronikmarkt einen Verkäufer in eine Ecke drängen und ihn um seine letzten beiden Leerkassetten erleichtern können. Mit gerade mal zwei kostbaren Kassetten in der Hinterhand musste ich mir gut überlegen, welche Musik ich mir aufnehmen wollte.

Dann habe ich einen sehr vergnüglichen Nachmittag damit verbracht, mir eine „Katzenjammer“-Kassette zusammenzustellen. Ich hatte ganz vergessen, welche Herausforderung es sein kann, wenn man jede Minute Spielzeit nutzen möchte. 😉 Irgendwie kam in mir dabei auch die Erinnerung an all die Radiomitschnitte von früher zurück. Meine kostbare Aufnahme der Langversion von Duran Durans „Wild Boys“ (komplett ohne Werbung und Moderatorgeschwätz) habe ich immer noch, ebenso wie die diversen Konzertmitschnitte und die eine oder andere Kassette, die mir von Freunden zusammengestellt wurde.

Die von meinem Vater gemopste Ray-Charles-Kassette ist mir inzwischen so kostbar, dass ich mich kaum traue, sie abzuspielen, während die Ella-Fitzgerald-Live-Konzerte, die mir meine Schwester aufgenommen hatte, an meinen Lieblingsstellen schon so sehr leiern, dass ich hoffe, dass ich sie irgendwann einmal durch die CDs ersetzen kann. Und dann gibt es noch lauter Filmsoundtracks, die mir so manche Überlandfahrt versüßt haben, wenn ich mal wieder während der Abizeit die mindestens zwanzig Kilometer Fahrt zu einer meiner Freundinnen hinter mich bringen musste. Mit der einen Tina-Turner-Kassette hingegen verbinde ich Autofahrten voller Herzklopfen, verzweifelter Tränen und unvergesslicher Momente … *g*

Lange Autofahrten gehören inzwischen nicht mehr zu meinem Alltag, aber ich habe es in den letzten Wochen ungemein genossen, dass ich meine Musikauswahl wieder selbst bestimmen kann. So flitze ich mit aufgedrehter Musik durch die Stadt, singe lauthals jede mir bekannte Textstelle mit und wippe an der Ampel im Rhythmus des Schlagzeugs auf und ab …

Dodie Smith: I Capture The Castle

Ich muss gestehen, dass mir beim Anschauen der BBC-Liste für Milas Challenge „I Capture The Castle“ überhaupt nicht ins Auge gesprungen ist. Aber dann dauerte es eine ganze Weile, bis mir die Bibliothek den Titel „Rebecca“, den ich ursprünglich für Februar lesen wollte, zur Verfügung stellen konnte – und in der Zwischenzeit weckte Birthes Rezension meine Aufmerksamkeit. Als ich da dann noch etwas von skurrilen Charakteren und schrägen Szenen las, musste ich den Roman einfach antesten.

Erzählt wird die (vermutlich) in den 30er-Jahren spielende Geschichte von der siebzehnjährigen Cassandra Mortmain, die mit ihrer Familie in einer Schlossruine lebt. Cassandras Vater ist ein Schriftsteller, dessen erster (und bislang auch letzter) Roman bei Veröffentlichung sehr großes Aufsehen erregte, und der seitdem keine einzige Zeile mehr geschrieben hat. Ihre Stiefmutter Topaz hat früher als Aktmodell für bekannte Maler in London gearbeitet und kümmert sich nun auf ihre sehr individuelle Weise um den chaotischen Schlosshaushalt, während sie bei Gesprächen mit der Natur – die sie selbstverständlich unbekleidet und zum Wohle der benachbarten Bauern nachts durchführt – Kraft tankt.

Cassandras jüngerer Bruder Thomas geht noch zur Schule und spielt anfangs in der Geschichte keine besonders relevante Rolle, während ihre ältere Schwester Rose so langsam jegliche Hoffnung aufgibt, je ein normales Leben zu führen. Für Rose ist die Armut der Familie am schwersten zu ertragen, sie erinnert sich noch zu gut an Zeiten, in denen sie mehr als die notwendigsten Möbel und ausreichend zu essen hatten. Und Rose, die eine wahre Schönheit ist, sehnt sich nach dem kleinen bisschen Luxus, der für ein Mädchen in ihrem Alter normalerweise selbstverständlich ist. Sie möchte Kleider tragen, die nicht aus Lumpen bestehen, und möchte ausgehen, tanzen und Männer kennenlernen können.

Da scheint es eine mehr als glückliche Fügung zu sein, als sich herausstellt, dass der benachbarte Besitz einem jungen Amerikaner hinterlassen wurde. Das Eintreffen des Erben (Simon) und seines jüngeren Bruders (Neil) verändern das Leben der Familie Mortmain erheblich. Während Simon und seine Mutter literarische Diskussionen mit Cassandras Vater führen, Topaz das Interesse der Amerikanerin an ihrem Mann misstrauisch beäugt und Rose fest entschlossen ist, sich zu verlieben und mit einer Heirat für die finanzielle Sicherheit der Familie zu sorgen, notiert Cassandra alle Ereignisse akribisch in ihrem Tagebuch.

Die Familie Mortmain ist auf diese gewisse, liebenswerte Art und Weise exzentrisch, über die ich in Büchern sehr gerne lese und die mich im realen Leben in den Wahnsinn treiben würde. Gerade zu Beginn der Geschichte spielt die Autorin ganz wunderbar mit dem Bild der gebildeten und hochintelligenten Familie, die immer wieder feststellen muss, dass keiner von ihnen irgendwelche praktischen Fähigkeiten hat, mit denen man etwas Geld verdienen könnte. Neben den reizvollen Charakteren sind es die skurrilen, witzigen oder berührenden Momente und Gedanken, die mich gefesselt haben. So stellt Cassandra im Laufe der Geschichte fest, dass sie sich nie richtig arm gefühlt hat, sie hatte immer Mitleid mit Arbeitslosen oder Bettlern, weil es ihnen so schlecht ging. Aber letztendlich geht ihr auf, dass ihre Familie in gewisser Weise in den letzten Jahren notleidender war als diese Menschen, da diese immerhin eine Chance auf Mildtätigkeiten hatten.

Neben der ständigen Frage, wie man das Geld für die allernötigsten Anschaffungen besorgen kann und welche Improvisation über die aktuellste Notlage hinweghelfen kann, gibt es wunderbar amüsante Szenen. Egal, ob Rose ihre Seele an den Teufel verkaufen will oder Cassandra ein privates und genussvolles heißes Bad in der Küche genießen möchte, irgendwie gelingt es Dodie Smith immer wieder, überraschende und sehr unterhaltsame Wendungen in ihre Geschichte einzubauen. Außerdem spürt man auf jeder Seite, dass die Autorin das Buch geschrieben hat, als sie in Amerika lebte und Heimweh nach England hatte. Sie beschreibt so liebevoll die Landschaften, die kleinen Dörfer und die Menschen, die darin leben, dass ich am liebsten sofort einen Flug (inklusive Zeitmaschine bitteschön!) buchen möchte, um selbst einen Blick auf dieses England werfen zu können.

5 hässliche Fotos (05)

In dieser Woche ist es mir wirklich schwergefallen, rauszugehen, deshalb gibt es auch nur Fotos von drei Tagen. Dabei wollte ich mich gar nicht mal vor dem Spaziergang drücken, ich hatte nur keine Lust, mich von meinen gemütlichen „Haus- und Schreibtisch“-Klamotten zu trennen und mich stattdessen wind-, regen- und fisselschneefest einzupacken. Ein weiteres Problem sind meine Schuhe, die definitiv nicht mehr wasserdicht sind. Blöderweise haben alle Versuche, in den letzten Monaten neue Schuhe zu kaufen, nur mal wieder bewiesen, dass es nicht so einfach für mich ist, passende Schuhe zu finden. Nun aber zu meinen „Beweisfotos“:

Mittwoch

Donnerstag

Samstag

Bonusfotos:

Noir-itäten

Ich habe gerade einen Roman angelesen, bei dem ich schon in dem Moment, in dem ich sagte „Da kann ich mal reingucken.“ wusste, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Einen Fehler, den ich immer wieder begehe und der mir schon so einige Bluthochdruck-fördernde Stunden bereitet hat.

Bei „Blutige Nacht“ gab es zwei Punkte, die mich dazu brachten, wider besseres Wissen zu handeln: 
1. Es gibt da einen vampirischen Privatdetektiv (und der Autor hat für die Fernsehserie „Moonlight“ geschrieben, die ich sehr nett fand) und irgendeine kleine, dumme Ecke meines Gehirns verknüpft vampirische Privatdetektive mit guten, düsteren und spannenden Geschichten – und nein, ich weiß nicht, wo mein Gehirn diese Verbindung herholt. 
2. Es gab da dieses Stichwort im Katalog, dieses eine, mit dem man mich immer erwischt: Humphrey Bogart!
Und ja, man merkt dem Roman an, dass er eine „hardboiled novel“ erzählen will, aber leider versagt der Autor in dieser Beziehung. Die Geschichte wäre vermutlich wesentlich unterhaltsamer, wenn Trevor O. Munson seinen eigenen Stil dafür gefunden hätte. So hingegen störe ich mich bei jeder gelesenen Seite an der unstimmigen Atmosphäre, an den gewollt coolen Dialogen und an den Charakterbeschreibungen. Gerade eben erst habe ich einen Traum verfolgen dürfen, in dem mich der Autor über die Exfrau des „Helden“ aufgeklärt hat.
Die Dame war eine ehemalige Kleinstadtschönheitskönigin, die hoffte, dass sie in Hollywood als Schauspielerin landen würde. Kurz nach ihrer Ankunft in der Filmmetropole während der 40er-Jahre verliebt sie sich in einen Musiker, einen richtigen „bad boy“, und heiratet ihn, nachdem er ihretwegen angeschossen wurde. Ihn bringen seine Schmerzen zu Morphium und Heroin, bei ihr ist es ihre Neugier, und so geht es mit dem sympathischen Pärchen weiter bergab …  
Ganz ehrlich, ich will so etwas in einem Roman dieses Genres nicht lesen! Von einem Sam Spade hätte man höchstens erfahren, dass er mal verheiratet war und dass er nicht darüber reden will. Ganz eventuell hätte man noch den Namen der Frau erfahren, aber nur dann, wenn es einen besonderen Anlass dafür gegeben hätte. Die Figuren, die von Chandler, Hammett oder Woolrich erschaffen wurden, sind sehr sparsam mit Auskünften über ihre Vergangenheit, und gerade das macht auch einen Reiz dieser Charaktere aus. Alles, was relevant ist, ist, dass diese Personen integer sind und dass sie strengere Regeln befolgen als die (korrupte) Gesellschaft, in der sie agieren. Und selbst wenn es für sie von Nachteil ist, so halten sie sich an ihre Prinzipien. Es sind nicht immer „gute“ Menschen, aber es sind vertrauenswürdige Menschen.
Bei moderneren Versuchen, eine solche Geschichte zu erzählen, wird – meiner Ansicht nach – viel zu viel Gewicht auf die Historie einer Figur gelegt, statt sie einfach für sich stehen zu lassen. Ich erwarte zwar, dass sich ein Autor Gedanken darüber gemacht hat, aber die soll er mir doch bitte nur dann mitteilen, wenn es für die Handlung unabdingbar ist. Ich muss nichts über die Kindheit in Armut wissen, über den viel zu strengen Stiefvater – oder was auch immer es für Probleme in der Vergangenheit gab -, und vor allem möchte ich nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekommen, als könnte ich nicht selbst denken. Ich will mir meine Gedanken über eine Figur machen können – und manchmal sind es ja gerade die Auslassungen, die einen Charakter so unvergesslich und reizvoll machen!

[Kurz und knapp] Juliet Blackwell: Secondhand Spirits (A Witchcraft Mystery)

Auf „Secondhand Spirits“ bin ich durch Kiyas Beitrag gestolpert. Da ich das Buch nach seiner Ankunft im Januar noch gar nicht ins Regal geräumt hatte, sprang es mich am Wochenende vom Wohnzimmertisch an, als ich eine Lektüre für meine English-Challenge suchte. Nachdem der Roman dann erst einmal angefangen war, habe ich ihn an zwei Abenden in zwei Nächten durchgelesen. Um euch eine Vorstellung vom Inhalt zu geben, gibt es hier erst einmal den Klappentext:

„Lily Ivory is not your average witch. Her spell-casting powers tend to draw mischievous spiritis while keeping normal humans at a distance. But now her vintage store could give her a chance to make friends in San Francisco.
Lily hopes for a normal life when she opens Aunt Cora’s Closet. With her magical knack for vintage fashion – she can sense vibrations of the past from clothing and jewelry – her store becomes a big hit.
But when a client is murdered and children start disappearing from the Bay Area, Lily may be the only one who can unravel the crime. She tries to keep her identity a secret while investigating, but it’s not easy – especially under the spells of sexy „mythbuster“ Max Carmichael and powerful witch Aidan Rhodes. Will Lily’s witchy ways be forced out of the closet?“

Für mich war die Geschichte rundum ein „Wohlfühlbuch“, dabei unterscheiden sich weder Lily noch ihre Geschichte, ihre Umgebung oder die fantastischen Elementen in diesem Roman groß von einigen anderen Urban-Fantasy-mit-Krimitouch-Veröffentlichungen, die ich gelesen habe. Aber es gelingt Juliet Blackwell die verschiedenen Figuren wirklich liebenswert und angenehm individuell zu beschreiben. Außerdem beinhaltet ihre magische Welt genau den richtigen Schuss Grusel, während das „normale“ San Francisco etwas abgedrehter ist als eine gewöhnliche amerikanische Stadt und somit einen schönen Ausgleich bildet.

Die Autorin hat wirklich ein Händchen dafür Atmosphäre aufzubauen, so dass nicht nur die Stadt toll beschrieben wird (ich weiß nicht warum, aber bei Geschichten, die in San Francisco spielen, klappt das erstaunlich oft), sondern auch Lilys Geschäft mit Vintage-Kleidern, das Café nebenan oder das viktorianische Haus einer älteren Dame, deren Nachbarschaft lange nicht mehr so sicher ist wie vor einigen Jahrzehnten.

Irgendwie war ich mir anhand des Klappentextes sicher, dass sich Lily im Laufe der Geschichte zwischen zwei Männern entscheiden müsste – was zum Glück nicht der Fall ist! Sie fühlt sich zu Max hingezogen, aber so richtig relevant war der Teil der Geschichte nicht, da sich beide wie vernünftige Erwachsene verhalten und  gerade mal die ersten Kennenlernmomente beschrieben werden (sehr angenehm! 🙂 ). Der andere Typ hingegen ist eine mächtige männliche Hexe und – trotz der Hilfe, die er Lily zukommen lässt – irgendwie dubios (und zwar nicht „irgendwie geheimnisvoll attraktiv dubios“, sondern so richtig schön „der hat doch nichts Gutes vor“-suspekt).

Lily ist mir schnell ans Herz gewachsen. Sie hatte es in ihrem Leben nicht leicht, da sie ihre Fähigkeiten als Hexe bislang immer verbergen musste – worin sie nicht sehr gut ist -, aber die Autorin hat auf ein überdramatische Kindheitserinnerungen verzichtet und stachelt stattdessen die Neugierde des Leser durch Andeutungen und bitter-lustige Szenen an. Der Vintage-Shop ist Lilys erster Versuch irgendwo sesshaft zu werden und das führt zum Teil zu wirklich rührenden Bemühungen. So geht sie jeden Morgen in das Café um die Ecke, in der Hoffnung, dass man sie irgendwann beim Aufgeben der Bestellung danach fragt, ob es das Selbe wie immer sein soll, kann sich aber dann nicht dazu durchringen jeden Tag das Gleiche zu bestellen.

An manchen Stellen finde ich den Humor etwas zu bemüht, so läuft Lilys Vertrauter als Hängebauchschwein durch den Laden, aber das stört nicht, weil es genügend wirklich amüsante Szenen und Ideen in diesem Roman gibt. Und mir gefällt die Idee, dass an Secondhandkleidung noch Stimmungen von den Vorbesitzern zurückbleiben und den Träger (positiv) beeinflussen können. Doch vor allem sorgen diverse unaufgelöste Andeutungen dafür, dass ich möglichst schnell weitere Teile der Reihe (bislang gibt es vier Bände) lesen will und die Leseprobe zum zweiten Band, die am Ende von „Secondhand Spirits“ abgedruckt ist, macht auch Lust.

SuB-Zuwachs im Februar

Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
(Band 3 dieser Reihe darf in meinem Bestand natürlich nicht fehlen.)

Torkil Damhaug: Netzhaut
(Mal wieder ein Versuch mit einem skandinavischem Thriller-Autor, den ich noch nicht kenne, der aber anscheinend ganz gute Kritiken bekommen hat.)

Ich bin zur Zeit ganz glücklich damit, dass so wenig Bücher bei mir eintrudeln (auch wenn ich mich bei einigen englischen Reihen theoretisch gerade um Kopf und Kragen kaufen könnte), denn bislang hatte ich im Februar noch nicht viel Ruhe zum Lesen. Stattdessen bin ich abends froh, wenn ich keine Buchstaben sehen muss und starte dafür lieber dieses Spiel:

„Ni no Kuni“ ist aus einer Zusammenarbeit zwischen Level-5, deren Spiele ich schon seit Jahren liebe und die mir viele hundert Stunden genussvolle Spielzeit geboten haben, und Studio Ghibli, deren Anime in der Regel einfach nur wunderbar sind, entstanden. Die Geschichte ist berührend, es gibt viele witzige Dialoge, eine tolle Grafik – die natürlich besonders in den Animesequenzen so richtig zum Tragen kommt -, niedliche Monster und unterhaltsame Rätsel. Es gibt zwar so einige Stellen, an denen man merkt, dass das Spielsystem eher für jüngere Spieler gedacht ist z.B. wenn man eine Aufgabe erfüllen will, die schon einmal in ähnlicher Form vorkam, und dabei keinen einzigen Schritt überspringen darf, obwohl mal die Lösung schon längst absehen kann. Aber das ist auch das einzige „Problem“, das ich mit diesem Spiel habe.

Februar-SuB

Mit vier Büchern habe ich im Januar – zumindest für meine Verhältnisse – relativ viel auf Englisch gelesen, was mich wirklich freut. Insgesamt habe ich 20 Bücher, keine Comics oder Manga und drei Hörbücher/Hörspiele konsumiert. Darunter war auch die Paul-Temple-Kult-Kiste mit 18 CDs, die dafür gesorgt hat, dass ich gerade abends den einen oder anderen „Straßenfeger“ gucke. Obwohl die DVDs aus Bibliotheksbestand sich leider nicht alle abspielen lassen …

Während ich im Januar mein persönliches Lesevorhaben mit „5 Titel vom SuB“ recht simpel gehalten habe, nehme ich mir für den Februar mal meinen „Leih-SuB“ vor. Da ich Ende des Monats einige zeitraubende Termine habe, werde ich mich ranhalten müssen, auch wenn dieser SuB nur aus drei Büchern besteht. Aber dazu kommen ja noch die Bücher für die Challenges und die Titel, die ich unbedingt jetzt und sofort lesen muss und … 😉


A (3)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Ariette Aerts: Zwischenwelten
Tim Akers: Das Herz von Veridon

B (8)
P.D. Baccalario: Cyboria – Die geheime Stadt
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Quentin Bates: Kalter Trost
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud  

C (1)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)

D (4)
Torkil Damhaug: Netzhaut
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben  

E (0)
–

F (10)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Gayle Forman: Wenn ich bleibe
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
Earlene Fowler: Tödliche Schatten

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (3)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Mark Hodder: Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (3)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

O (0)
–

P (4)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
Ursula Poznanski: Saeculum
Chris Priestley: Mister Greecher

Q (0)
–

R (12)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Sarah Rayner: Das Licht des frühen Tages
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder (Leserunde im Februar?)
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (8)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
P.J. Tracy: Memento
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

U (0)
–

V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken

W (5)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Elizabeth Woods: Caras Schatten

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (0)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Z (0)
–

85 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:
Juliet Blackwell: Secondhand Spirits
Rhys Bowen: A Royal Pain
Tanya Huff: The Complete Keeper Chronicles
Kelly Meding: Another Kind of Dead
Kelly Meding: As Lie the Dead
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Tamora Pierce: Tortall and other Lands

9 Titel auf dem englischen SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Dies und Das (01)

Spamkommentare

Ich habe ja vor einiger Zeit die Moderation für Kommentare bei älteren Beiträgen eingeführt, und das hatte die Spamkommentare auch spürbar zurückgehen lassen. Doch leider gibt es nun regelmäßig bei den aktuellen Posts Spam, der zwar vom Spamfilter bei Blogger erwischt und deshalb nicht auf dem Blog angezeigt wird, aber trotzdem bei den Kommentar-Abonnements auftaucht.

Ich möchte den Captcha-Code eigentlich nicht wieder einführen, und eine vollständige Kommentarmoderation mag ich auch nicht, weil dann ein spontaner Austausch nur noch selten möglich wird. Wenn euch aber die regelmäßigen Benachrichtigungen wegen der Spamkommentare sehr stören und es euch lieber wäre, wenn ich die Kommentare moderiere, dann würde ich das einrichten. Es wäre also schön, wenn ihr mir ein paar Rückmeldungen geben könntet, ob ich in Zukunft moderieren soll oder ob sich die Spamkommentare euren Gefühl nach noch so in Grenzen halten, dass ihr damit leben könnt!



Müde, müde, müde

Ich weiß nicht, ob es das Wetter ist oder eine andere Ursache hat, aber in den letzten Tagen habe ich vor lauter Müdigkeit viel zu wenig auf die Reihe bekommen. Ich bin nur froh über die wöchentlichen 5hF-Posts, denn sonst würde es hier noch weniger Lebenszeichen geben. Das Kommentieren bekomme ich auch gerade nicht täglich auf die Reihe, aber immerhin gebe ich mir ab und an noch Mühe, meine Meinung (oder zumindest einen „ich war da“-Kommentar) bei euch zu hinterlassen.

Gestern war es dann so weit, dass ich erst gegen zehn Uhr morgens aufgewacht bin, und als ich mich gegen 14 Uhr kurz zum Aufwärmen auf dem Sofa eingemuckelt habe, bin ich – in einer recht unbequemen Haltung – wieder eingeschlafen. Wenn mich mein Mann nicht bei seiner Heimkehr am Abend geweckt hätte, dann wäre ich wohl erst in der Nacht wieder aufgewacht. Dafür habe ich mich heute endlich fit genug gefühlt, um neben all den anderen „Mittwochsaufgaben“ das Schlafzimmer gründlich zu putzen und Möbel zu rücken, um den neuen Nachttisch für meinen Mann inklusive einer neuen Lampe aufzubauen. Ich hoffe mal, dass ich mich morgen genauso energiegeladen fühle!

Katzenfotos

Und weil es in diesem Jahr noch gar keine Katzenfotos gab, gibt es hier noch ein paar Bilder von Christie und Logan für euch: