Gestern Abend saß ich etwas nörgelig auf meinem Sofa und meinte, ich hätte nichts zu lesen. Während mein Mann dezent andeutete, dass ich eine Menge zu lesen hätte, habe ich darüber nachgedacht, warum es mir so schwer fiel, mich für ein (neues) Buch zu entscheiden.
Eigentlich hatte ich große Lust zu lesen, und da ich auch nichts anderes tun wollte, wäre es perfekt gewesen, zum Buch zu greifen. Dummerweise konnten mich meine angefangenen Bücher nicht so recht reizen. Zum einen war da „Cellar“ von Karen E. Taylor – eine wirklich atmosphärische Geschichte, bei der ich auf die weitere Entwicklung neugierig bin. Dummerweise ist „Cellar“ ein Dark-Fantasy-Roman, und da ich den als Teil eines Bundles erstanden habe, wusste ich nicht so recht, worauf ich mich einlasse. Ich war nur neugierig auf die verschiedenen Autoren. Normalerweise kann ich „Dark Fantasy“ ganz gut ab, solange das Ganze nicht zu sehr in Richtung „Horror“ abdriftet, aber „Cellar“ finde ich wirklich gruselig und atmosphärisch und nachdem ich nach dem ersten Anlesen nachts beim Einschlafen Probleme hatte, habe ich beschlossen, dass ich den Roman nur tagsüber weiterlese, Wie gesagt, ich bin neugierig auf die weitere Entwicklung, aber da die Geschichte bei mir einen wunden Punkt trifft, bin ich nicht scharf darauf, sie kurz vor dem Schlafen zu lesen.
Ansonsten gibt es hier ein paar angefangene Sachbücher, die ich noch irgendwann beenden möchte. Aber so richtig bin ich gerade nicht in der Stimmung für Sachbücher, und seien wir ehrlich: Es gab schon Gründe, warum ich mit den Büchern erst einmal pausiert habe.
Sowieso habe ich gerade eher eine Krimiphase. Allerdings habe ich in den ersten elf Junitagen auch schon sieben Kriminalromane gelesen – fragt lieber nicht, wo die Zeit dafür herkommt (und wann ich das letzte Mal den Staubsauger in der Hand hatte) – und so langsam geht mir der Vorrat aus. Außerdem möchte ich eigentlich noch drei der gelesenen Bücher rezensieren (oder zumindest mit einem Leseeindruck bedenken), nur muss ich dafür noch ein bisschen meine Gedanken sortieren, denn alle drei waren eher von der „netten“ Sorte, was es immer schwierig macht, darüber etwas zu sagen. Ein neues Buch sollte also ein Krimi sein, der nicht die Eindrücke der noch nicht besprochenen Romane überdeckt, der einen guten Kontrast zu „Cellar“ bildet (denn zwei Bücher, die ich nur vormittags lesen kann, wären keine Lösung *g*) und bei dem ich nicht das Gefühl hätte, ich müsste erst die Erinnerungen an die vorhergehenden Teile auffrischen oder über meine Vorurteile gegenüber einer der Hauptfiguren hinwegkommen – letzteres trifft leider auf die Krimis zu, die noch auf dem deutschen SuB liegen.
Damit blieben noch der englische SuB, auf dem zwei Krimis ruhen, die in einem historischen Urban-Fantasy-Umfeld spielen und weder das Historische noch der Fantasy-Anteil reizen mich gerade … Ich glaube, mir bleibt nichts anderes übrig, als den eReader nach vergessenen Krimis zu durchwühlen, die der Vorbesitzer darauf zurückgelassen hat …
Macht ihr es euch auch manchmal so schwer bei der Wahl eines neuen Buches? Oder bin ich einfach gerade nur besonders wählerisch?

