Faith Erin Hicks: The Nameless City (Comic)

Ich weiß nicht, wo ich über die „The Nameless City“-Comics von Faith Erin Hicks gestolpert bin, aber nachdem ich den ersten Band gelesen habe, bin ich fest entschlossen, mir auch noch die anderen beiden Teile der Reihe zu besorgen. Die Geschichte spielt in der titelgebenden „Nameless City“, die auf der einen Seite viele Namen hat, weil sie im Laufe ihres Bestehens immer wieder erobert und dann mit einem neuen Namen versehen wurde, und auf der anderen Seite namenlos ist, weil ihre Bewohner die ständig wechselnden Namen ihrer Eroberer nicht anerkennen. Diese kleine Stadt ist ein wichtiger Knotenpunkt für den Handel mit den verschiedenen Reichen und seit dreißig Jahren in der Hand der Dao. Die Handlung beginnt an dem ersten Tag, den der Dao-Junge Kaidu (Kai) in der Stadt verbringt. Wie es Tradition bei den Dao ist, soll der Junge in der Stadt zum Krieger ausgebildet werden, doch Kaidu selbst hat wenig Freude am Kämpfen und hat vor allem deshalb den Weg in die Stadt gewählt, um endlich seinen Vater Andren kennenzulernen, der dort stationiert ist.

Als Kai endlich mit Andren zusammentrifft, stellt er fest, dass seinem Vater die Stadt mit all ihren unterschiedlichen Bewohnern ans Herz gewachsen ist. Im Gegensatz zu den anderen Dao-Soldaten geht er häufiger durch die Straßen der Stadt, genießt das Essen an den verschiedenen Ständen und versucht, mehr über die Menschen dort herauszufinden. Da auch Kai wissbegierig ist, nimmt er sich ein Beispiel an seinem Vater und freundet sich so mit dem Mädchen Rat an. Rat hasst die Dao, da diese für den Tod ihrer Eltern verantwortlich sind, aber gegen Kais Hartnäckigkeit und Freundlichkeit kommt sie mit ihrer abweisenden Art nicht an. Stattdessen zeigt sie ihm im Laufe der folgenden Wochen ihre Seite der Stadt, sie erzählt ihm von den Mönchen, die ihr im Stone Heart Obdach geben, und bringt ihm bei, über die Dächer der Stadt zu laufen.

Ich mochte es sehr, Kai dabei zu begleiten, wie er die Stadt, die vorerst sein Zuhause sein wird, kennenlernt, wie er die verschiedenen Menschen trifft und mehr über ihre Sicht auf die Stadt erfährt, und natürlich wie er sich nach und nach mit Rat anfreundet. Es gelingt Faith Erin Hicks, dabei all die vielen verschiedenen Verhältnisse zwischen Eroberern und Eroberten darzustellen, ohne plakativ zu betonen, wie schwierig das Zusammenleben für diese unterschiedlichen Gruppen ist. Besonders schön fand ich es dabei, dass die Künstlerin die ganze Zeit in ihrer Geschichte mitschwingen lässt, dass keine der gezeigten Personen sich so einfach in eine Schublade packen lässt. Da gibt es auf der einen Seite den General, dessen Einsatz entscheidend für die Eroberung der Stadt war, aber der auch in der Lage ist, all die Leben zu betrauern, die diese Eroberung gekostet hat, während es auf der anderen Seite Soldaten gibt, die die Bewohner der Stadt nicht als „echte Menschen“ wahrnehmen, weil sie ja keine Dao sind.

Diese kleinen Details rund um die unterschiedlichen Charaktere haben mir fast mehr Freude bereitet als die relativ geradlinige erzählte Handlung, weil in all den kleinen Szenen und Zeichnungen so vielschichtige Elemente mitschwangen. Den Zeichenstil selbst fand ich für mich persönlich etwas gewöhnungsbedürftig, da die Künstlerin mit harten Outlines und ebenso hart schraffierten Schatten arbeitet, was ich nicht so ansprechend finde. Auf der anderen Seite passen die harten Linien sehr gut zur erzählten Geschichte und dem entbehrungsreichen Leben in der Stadt. Gemildert wird die Härte der Zeichnungen etwas durch die warmen Erdtöne, in denen Jordie Bellaire den Comic koloriert hat. Nachdem ich mich etwas „eingesehen“ hatte, habe ich den Kontrast zwischen den Zeichnungen und der Koloration und zwischen den vielen dynamischen und den ruhigeren Panels sehr genossen. Und am Ende des Comics bin ich sehr neugierig darauf zu erfahren, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird und was aus all den Charakteren wird, deren überraschende Freundschaft, deren Zwiespalt zwischen Loyalität und Gerechtigkeitsinn oder deren Wille, ungewöhnliche Wege zu gehen, die Welt und das Leben in der Stadt verändern könnten.

Ein paar Gedanken zu Pseudonymen …

Und es sind wirklich nur „ein paar Gedanken“, weil ich selber nicht so richtig weiß, in welche Richtung ich damit gehen will. 😉 Ich muss gestehen, dass ich bei „geschlossenen Pseudonymen“ selten mitbekomme, welche Person hinter dem Pseudonym steht, selbst wenn das Pseudonym „geknackt“ wird – und das ist ja auch Sinn der Sache. Mir ist es relativ egal, wer tatsächlich hinter einem Pseudonym steckt (auch wenn ich Robert Galbraith definitiv nicht mehr lesen werde). Mir ist es vor allem wichtig, dass ich mich darauf verlassen kann, dass ich bei Büchern, die unter einen bestimmten Namen veröffentlicht werden, auch ungefähr die gleiche Art von Geschichten vorfinde, die ich unter demselben Namen schon gelesen habe.

Ich kenne so einige Autorinnen (und mir fällt gerade auf, dass es wirklich alles Autorinnen sind), die ein oder mehrere „offene Pseudonyme“ verwenden, wenn sie Romane in unterschiedlichen Genres veröffentlichen. Spontan fallen mir zum Beispiel Seanan McGuire ein, die unter ihrem realen Namen Fantasy schreibt und unter „Mira Grant“ (wissenschaftliche) Horrorromane veröffentlicht, oder Ursula Vernon, deren Kinderbücher unter ihrem realen Namen veröffentlicht werden, während sie das Pseudonym „T. Kingfisher“ für alle Geschichten verwendet, die nicht so einfach in ein Genre zu packen sind (zumindest ist das das Kriterium, das sie mal in einem Tweet für dieses Pseudonym angebeben hat). C.E. Murphy veröffentlicht unter C.E. Murphy (Urban) Fantasy, unter Catie Murphy Cozy Mysteries, unter Murphy Lawless Gladiator-Gestaltwandler-Liebesgeschichten und unter Zoe Chant Gestaltwandler-Liebesgeschichten (ohne Gladiatoren, sehr süß und sehr amüsant).

Allerdings wird es mit dem Pseudonym Zoe Chant kompliziert, denn das ist ein geteiltes Pseudonym. Es gibt gleich mehrere Reihen, die unter Zoe Chant veröffentlicht wurden, und nur die Virtue-Shifter-Reihe wurde von C.E. Murphy geschrieben. Wenn ich mich richtig erinnere, dann erwähnte C.E. Murphy irgendwann einmal, dass es drei Personen sind, die sich das Pseudonym teilen, aber ich bin mir da nicht sicher. Auf jeden Fall habe ich in den letzten Tagen, während ich auf der Suche nach netter, vorhersehbarer Unterhaltung war, die mich aufheitert und auch ohne große Konzentration lesbar ist, Zoe-Chant-Geschichten gelesen, die nicht zur Virtue-Shifter-Reihe gehörten. Und ich bin dabei auf ziemlich große Qualitätsunterschiede gestoßen, die mich ehrlich gesagt irritieren. Die Virtue-Shifter-Reihe von C.E. Murphy mag ich wirklich gern, auch wenn ich es etwas schade finde, dass in den aktuelleren Romanen die Handlung in der Regel binnen weniger Tagen stattfindet, womit das langsame Kennenlernen der Figuren (das mir im ersten Roman so gut gefiel) dann doch wieder wegfällt. Vor allem aber mag ich den Humor in dieser Reihe und sitze beim Lesen die ganze Zeit kichernd da (und fliege zugunsten der nächsten amüsanten Szenen über die nur angedeutete einzelne Sexszene in der Handlung hinweg).

Bei dem in den letzten Tagen gelesenen Titel „Tor“, der der erste Band der Westerly-Cove-Reihe ist, ging es mir ähnlich. Ich fand die Geschichte zwar nicht ganz so witzig wie die letzten Virtue-Shifter-Bände, aber ich habe mich gut amüsiert und mich darüber gefreut, dass „diese“ Zoe Chant auch noch ein paar andere übernatürliche Elemente wie Gargoyles und Geister in ihre Geschichte eingebaut hatte. Laut der Anmerkung am Ende des Romans ist die Westerly-Cove-Reihe ein Spin-off der „Stone Shifters“-Reihe, und außerdem gibt es den Hinweis auf die „Bodyguard Shifters“ und „Bears of Pinerock Country“, ebenso wie einen Hinweis auf Romane, die unter dem Namen Lauren Esker geschrieben wurden.

Zuletzt habe ich noch Zoe Chants „Dancing Bearfoot“ (können wir bitte mal über diese Titel reden? Oo) gelesen, den erste Band der Green-Valley-Shifters-Romane, und ich hatte ein deutliches Problem mit der Geschichte. Genau gesagt fehlte es mir an Handlung, während die (erschreckend schlecht geschriebenen) Sexszenen gefühlte 80 von 122 Seiten ausmachten. Aber natürlich habe ich mir trotzdem die Hinweise auf andere Romane am Ende der Geschichte angeschaut und dabei die „Shifting Sands Resort“-, „Fae Shifter Knights“-, „Green Valley Shifters“- und die „Virtue Shifters“-Reihe erwähnt gefunden. Letzteres hat mich total irritiert, denn ich weiß ja, dass diese von C.E. Murphy geschrieben werden und nicht von derselben Person, die „Dancing Bearfoot“ geschrieben hat (außerdem fehlen da die Reihen, die bei der zweiten Zoe Chant gelistet waren). Zusätzlich gibt es noch den Hinweis auf Romane, die von Elva Birch geschrieben wurden, wie die „Day Care for Shifters“-, die „Royal Dragons of Alaska“ und die „Suddenly Shifters“-Reihe.

Ich weiß nicht, ob „Dancing Bearfoot“ exemplarisch für den Erzählstil dieser Zoe-Chant-Autorin ist, aber nach dem Lesen dieser Geschichte würde ich von ihr eher die Finger lassen. Was bedeutet, dass ich nun – trotz der Reihenlisten am Ende der jeweiligen Romane – keine Lust mehr auf weitere Zoe-Chant-Experimente habe, weil es keine (in meinen Augen zuverlässigen) Informationen darüber gibt, welche Autorin für welche Reihe zuständig ist. Und ich habe definitiv keine Lust auf schlecht geschriebene Sexszenen, wenn ich eigentlich auf der Suche nach überaus amüsanten Liebesgeschichten bin. Was mich darauf bringt, wie schwierig ich so ein geteiltes Pseudonym finde, vor allem, wenn es keine – für mich leicht zugängliche – Übersicht gibt, die mir erklärt, welche Autorin jetzt genau für welche Geschichte verantwortlich ist. Hinter anderen „geteilten Pseudonymen“, die ich kenne, verbergen sich normalerweise Personen, die gemeinsam an einer Geschichte schreiben, und damit kann ich gut leben. Aber wenn ein geteiltes Pseudonym dafür sorgt, dass es für mich zum Glücksspiel wird, ob ich einen Roman erwische, der mir gefällt oder nicht, dann frustriert mich das.

Ich habe gerade zwei Probleme … ;)

Ich habe gerade zwei Probleme mit meinen Büchern, die beide miteinander in Zusammenhang stehen. Das eine Problem entsteht dadurch, dass ich momentan immer wieder radikal Bücher aussortiere. Was dazu führt, dass ich nun lauter Bücherstapel in der Wohnung habe, die in kein Regal gehören.

Ein Stapel mit Büchern auf einem Sessel, im Hintergrund sind weitere Bücher zu erkennen, die aufrecht an der Sessellehne stehen, im Vordergrund liegen ein Putzlappen und ein Staubbesen.

Einen Teil der Bücher werde ich in den Öffentlichen Bücherschrank stopfen, aber da der zur Zeit sehr voll ist, kann ich da gerade nur wenige Bücher auf einmal loswerden. Was bedeutet, dass es einige Wochen dauern wird, bis ich alle Bücher, die hier für den Öffentlichen Bücherschrank bereit liegen, losgeworden bin. Einen anderen Teil der Bücher werde ich erst einmal Freunden und Verwandten anbieten, was bedeutet, dass ich die auflisten und fotografieren muss. Und bis ich dann Rückmeldung bekomme, liegen hier weitere Stapel herum – sortiert nach „könnte XY interessieren“. (Und wie ich mich kenne, werden diese Stapel dann noch eine Weile bleiben, bis ich den Versand der gewünschten Titel auf die Reihe bekommen habe. *g*)

Ein Regalausschnitt, der neun Fächer zeigt. Eins der Fächer ist fast leer, die anderen sind zum Teil so sehr vollgestopft, dass die Bücher rausragen und quer übereinander gestapelt wurden.

Mein zweites Problem hängt indirekt auch mit dem Aussortieren von Büchern zusammen und betrifft den Zustand meiner Bücherregale. Stellenweise gibt es inzwischen Fächer, in denen kaum noch Bücher stehen, während in andere Fächer die Bücher nicht nur dreireihig stehen, sondern auch kreuz und quer darüber gestopft wurden. Und ich kann mich nicht zum Umräumen aufraffen, solange ich nicht alle Regalfächer mal durchgeschaut und ausgemistet habe. Da aber das Aussortieren momentan eher in anfallartigen Schüben erfolgt und nicht gerade ein systematischer Prozess ist (weil ich in den vergangenen Wochen ständig das Gefühl hatte, ich habe eigentlich gar keine Zeit dafür), wird das wohl auch noch eine Weile so bleiben.

Immerhin ist es spannend zu sehen, welche Bücher bleiben dürfen und welche ich hemmungslos aussortiere – Van Gogh darf zum Beispiel gehen, Mucha und Palladio dürfen (noch) bleiben, obwohl ich seit Jahren nicht in die Bildbände geschaut habe …

Katie & Kevin Tsang: Dragon Mountain (Dragon Realm 1)

Über „Dragon Mountain“, den ersten Band der Dragon-Realm-Reihe von Katie und Kevin Tsang, bin ich im vergangenen Jahr zufällig gestolpert und fand, dass sich der Klappentext nett anhört. Die Geschichte wird aus der Sicht des zwölfjährigen Billy Chan erzählt, der eigentlich davon geträumt hatte, den Sommer gemeinsam mit seinen Freunden surfend am Strand von Kalifornien zu verbringen. Stattdessen findet er sich in einem Sommercamp inmitten unwegsamer Berge in China wieder, weil seine Eltern meinten, dass dies eine einzigartige Chance sei, damit Billy seine Mandarin-Kenntnisse verbessern kann. Sehr begeistert ist er also nicht von der Aussicht, seinen Sommer im „Camp Dragon“ zu verbringen, aber immerhin lernt er schon während der Anreise andere Kinder kennen, mit denen er sich gut versteht. Als Billy dann noch während einer Gruppenaufgabe gemeinsam mit Dylan, Ling-Fei und Charlotte über eine verborgene Kammer in den Bergen stolpert, in der sie Drachen finden, beginnt für die vier Kinder ein fantastisches Abenteuer.

Zusammen mit den Drachen müssen sie gegen ein unvorstellbar böses Wesen kämpfen, das sowohl die Welt der Drachen als auch die Welt der Menschen bedroht. Dabei ist der Zusammenhalt zwischen den neu gefundenen Freunden ebenso wichtig wie die magischen Fähigkeiten, die ihnen ihre Verbindung mit den Drachen verleiht. Viel mehr kann ich eigentlich zum Inhalt von „Dragon Mountain“ nicht verraten, wenn ich nicht zu viel der Handlung spoilern will. Katie und Kevin Tsang erzählen diese Geschichte recht geradlinig, es gibt nur wenige Wendungen (und die, die es gibt, fand ich recht vorhersehbar) und es fühlt sich an, als ob Billy und seine Freunde die ganze Zeit nur von einem Punkt zum nächsten geschickt werden, bis es am Ende zu einer größeren Auseinandersetzung mit ihrem Gegner kommt. Und während ich sonst sagen würde, dass das Alter der Protagonisten auch grob dem Alter der anvisierten Zielgruppe entspricht, scheint mir diese Geschichte auch für ein deutlich jüngeres Publikum (ab 8 Jahren) geeignet zu sein.

Was ich an dem Roman sehr mochte und was dafür gesorgt hat, dass ich ihn innerhalb von zwei Tagen gelesen habe, waren die Charaktere. Billy, Dylan, Ling-Fei und Charlotte haben alle vier ihre Stärken und Schwächen. Und während zum Beispiel Dylan in all seiner Ängstlichkeit schnell lächerlich oder Charlotte mit ihrer bestimmenden Art schnell unsympathisch wirken könnte, gelingt es Katie und Kevin Tsang, sie so darzustellen, dass sie trotz (oder gerade wegen) dieser Eigenheiten liebenswert wirken. Auch gefiel mir die Haltung, mit der alle vier Kinder sich durch die gesamte Geschichte bewegen. So ist Billy wirklich nicht begeistert von der Aussicht, seinen Sommer in diesem Camp zu verbringen, aber nachdem er schon mal da ist und seinen ersten Unmut überwunden hat, versucht er, das Beste aus der ganzen Situation zu machen. Dylan hingegen hat die ganze Zeit Angst und verhehlt nicht, dass er diese ganzen Herausforderungen lieber aussitzen und stattdessen gemütlich in seinem Bett zuhause rumgammeln würde. Aber ihm ist auch bewusst, wie wichtig der Kampf gegen ihren Gegner ist und dass es nicht hilfreich wäre, wenn er nichts tun würde, also gibt er sein Bestes und unterstützt seine Freunde und die Drachen, so gut er kann.

Es ist selten der Fall, dass ich bei einem fantastischen Kinderbuch die Charaktere lieber mag als die Grundidee oder die eigentlich Handlung mit all ihren ungewöhnlichen Elementen, aber bei „Dragon Mountain“ war das definitiv so. Die Geschichte selbst war nett, aber nicht so packend oder ungewöhnlich, dass ich dafür hätte weiterlesen müssen. Billy, Dylan, Charlotte und Ling-Fei hingegen hatte ich schnell ins Herz geschlossen und mochte es sehr, wie sie dargestellt wurden und wie sie sich gemeinsam all den Herausforderungen stellten, die auf sie warteten. Trotzdem hätte ich bis wenige Seiten vor Ende des Buches gesagt, dass ich keine Fortsetzung der Reihe lesen werde, weil die Handlung für mich persönlich doch ein wenig zu einfach und geradlinig erzählt wird ( – wäre „Dragon Mountain“ ein Videospiel, würde ich sagen, dass mir die Side-Quests fehlen 😉 ). Aber dann gab es kurz vor Schluss noch einen Cliffhanger, der dafür sorgt, dass ich mich nun frage, was wohl aus einer der Figuren wird und wie sich ihre Geschichte wohl im nächsten Band entwickelt. Ich bin also noch etwas unentschlossen, ob ich der Reihe eine weitere Chance geben soll oder nicht.

Michelle Harrison: A Storm of Sisters

„A Storm of Sisters“ ist der vierte Band rund um die Widdershins-Schwestern von Michelle Harrison. Dieses Mal schickt die Autorin die drei Schwestern Fliss, Betty und Charlie gemeinsam mit ihrer Großmutter Bunny in den abgelegenen Ort Wilderness, um sich um Cousine Clarissa zu kümmern, die sich bei einem Unfall das Bein gebrochen hat. Für Betty ist diese Reise eine willkommene Abwechslung zum Alltag in dem kleinen Cottage in Pendlewick. Denn so gern sie ihr neues Zuhause mag, so sehnt sie sich doch weiterhin danach, neue Orte zu entdecken. Und Wilderness hat den drei Schwestern so einige Abenteuer zu bieten, denn der Ort ist nicht nur für seine ungewöhnlich kalten Temperaturen berühmt, sondern auch für seinen Wintermarkt, der zufällig gerade während ihres Besuchs stattfindet. Noch spannender wird es, als die Schwestern feststellen, dass in Clarissas kleinem Cottage kein Platz für sie ist und sie deshalb in dem großen Hotel des Ortes unterkommen.

Das Hotel „Echo Hall“ ist zur Zeit voller Besucher, die den Wintermarkt erleben wollen, und wimmelt geradezu von all den Gerüchten über eine Geistererscheinung. Genauer gesagt soll der Geist des ehemaligen Dienstmädchens Elora umgehen, nachdem diese vor einigen Jahrzehnten in dem See in der Nähe des Hotels ertrunken ist. Auch besagen die Gerüchte, dass Elora nur deshalb ertrank, weil sie ihren Liebsten, der ein Straßenräuber war, inmitten eines Schneesturms suchte, nachdem dieser den kostbaren Kristall einer Wahrsagerin an sich gebracht hatte. Und bei all den Erlebnissen, die die drei Widdershins-Schwestern in der Vergangenheit schon mit übernatürlichen Elementen hatten, überrascht es nicht, dass auch dieser sagenhafte Kristall der Wahrsagerin über seine ganz eigene Magie verfügen soll. Gemeinsam versuchen Fliss, Betty und Charlie, mehr über Eloras Geschichte herauszufinden und so vielleicht einen Todesfall zu verhindern, der angeblich durch den Anblick von Eloras Geist vorhergesagt wurde.

Ich habe es so genossen, wieder durch Bettys Perspektive all die Ereignisse rund um die Widdershins-Schwestern zu verfolgen. Bettys Neugier auf die unbekannte Umgebung, auf all die Menschen, die sie im Hotel kennenlernt, und natürlich auf die Details rund um Eloras Geschichte sorgt dafür, dass ich viel Spaß dabei hatte, mit ihr zusammen Wilderness zu erkunden. Dazu kamen noch all die eindringlichen Beschreibungen des fürchterlich kalten und verschneiten Winters, der einerseits für eine wunderbar märchenhafte Atmosphäre bei dem Wintermarkt sorgte, aber auf der anderen Seite immer auch als Bedrohung im Raum stand. Michelle Harrison konzentriert sich nämlich nicht nur auf die romantische und gemütliche Seite des Winters, sondern schreckt in „A Storm of Sisters“ nicht davor zurück, Betty und ihre Schwestern durch die fürchterliche Kälte in Gefahr zu bringen. Ich mag diese Mischung aus heimeligen und unheimlichen Szenen und dass all die bedrohlichen Elemente in der Geschichte wie die fürchterliche Kälte ebenso wie die Bedrohungen, die von gierigen und skrupellosen Menschen ausgehen, dadurch ausgeglichen werden, dass Fliss, Betty und Charlie füreinander da sind und sich gegenseitig beschützen.

Obwohl „A Storm of Sisters“ schon der vierte Band der Reihe ist, habe ich nicht das Gefühl, dass der Autorin so langsam die Ideen ausgehen oder dass sich bestimmte Elemente wiederholen. Wilderness bietet als Kulisse ganz andere Möglichkeiten als die Marschen oder das idyllische Pendlewick, und Eloras Geistergeschichte hat einen vollkommen anderen Hintergrund als Bettys Familiengeschichte oder der Hexenfluch in den vorhergehenden Bänden. Das sorgt dafür, dass es immer wieder überraschende Elemente und Wendungen in der Handlung zu entdecken gibt, die mich beim Lesen neugierig auf die weiteren Entwicklungen machen. Auch mochte ich es sehr, wie Michelle Harrison mit den Vorurteilen und Erwartungen der Leser*innen spielt und welche Folgen dies für die Enthüllungen am Ende der Geschichte hatte. Trotz der unheimlichen Elemente, der Flüche und Geistererscheinungen gehören die Widdershins-Romane für mich eindeutig in die Kategorie „Wohlfühlbücher“, und jedes Mal, wenn ich einen neuen Band beendet habe, habe ich das Gefühl, dass dieser noch ein kleines bisschen besser war als der davor. Ich hoffe sehr, dass Michelle Harrison noch lange nicht die Ideen rund um Betty und ihre Schwestern ausgehen und ich so noch einige unheimliche Abenteuer mit den drei Mädchen erleben kann.

März-SuB 2022

Auch im Februar klappte es ganz gut mit dem Lesen, allerdings habe ich dafür auch in mehr als einer Nacht auf ausreichenden Schlaf verzichtet, was vielleicht nicht gerade die beste Strategie ist. 😉 Trotzdem muss ich zugeben, dass es meiner Stimmung deutlich besser geht, wenn ich mir auch dann Zeit fürs Lesen gönne, wenn es vernünftiger wäre zu schlafen. Außerdem klappt es gerade ganz gut mit dem Lesen an den Sonntagen, auch wenn es sich nicht gerade zufällig um den dritten Sonntag im Monat handelt. Insgesamt ist der Sachbuch-SuB ein bisschen geschrumpft, der normale SuB ein bisschen gewachsen und ich bin ganz zufrieden mit den gelesenen Büchern. Mehr kann ich wohl nicht verlangen.

Da es mir gerade sehr gut tut, dass ich mich nur sehr dosiert über aktuelle Geschehnisse informiere, werde ich das auch im März beibehalten. Die gewonnene Zeit stecke ich dann wieder ins Lesen und in die Projekte, die noch auf Erledigung warten. Im Moment bekomme ich nicht nur meine Arbeit ganz gut auf die Reihe, sondern habe sogar ab und an Schübe von … „Frühjahrsputzmotivation“? Genau gesagt habe ich in den letzten Tagen ein paar lang aufgeschobene Dinge in Angriff genommen (wie das Umräumen des Schlafzimmers, damit da ein großer Spiegel Platz findet, der seit Weihnachten hinterm Flurschrank verstaut war) und ich probiere zur Zeit auch endlich mal wieder regelmäßig neue Rezepte aus. Ich hoffe sehr, dass ich das noch eine Weile beibehalten kann – mal schauen, was der März noch so bringt.

 

Belletristik-SuB:

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  5. Kaia Anderson: Sisters in Arms
  6. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  7. Kalynne Bayron: This Poison Heart
  8. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  9. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  10. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  11. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  12. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  13. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  14. Nicholas Bowling: Song of the Far Isles
  15. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  16. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  17. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  18. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  19. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  20. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  21. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  22. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  23. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  24. Jennifer Carson: To Find a Wonder
  25. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  26. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  27. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  28. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  29. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  30. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  31. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  32. Sarah Driver: Once we were Witches
  33. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  34. Joseph Elliott: The Good Hawk (Shadow Skye 1)
  35. Louise Erdrich: The Birchbark House
  36. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  37. Anita Frank: The Lost Ones – Some Houses are Never at Peace
  38. Francesca Gibbons: A Clock of Stars 1 – The Shadow Moth
  39. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  40. Nicole Glover: The Conductors
  41. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  42. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  43. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  44. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  45. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  46. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  47. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  48. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  49. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  50. Alexis Hall: The Affair of the Mysterious Letter
  51. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  52. Rachel Hartman: Seraphina
  53. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  54. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  55. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  56. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  57. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  58. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  59. Catherine Johnson: A Nest of Vipers
  60. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  61. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  62. Diana Wynne Jones: Power of Three
  63. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  64. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  65. Celine Kiernan: Geisterpfade
  66. Celine Kiernan: Königspfade
  67. Celine Kiernan: The Little Grey Girl (The Wild Magic Trilogy 2)
  68. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  69. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  70. Sarah Kuhn: From Little Tokyo with Love
  71. R. F. Kuang: The Poppy War
  72. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  73. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  74. Darcie Little Badger: Elatsoe
  75. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  76. Emily Lloyd-Jones: The Bone Houses
  77. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  78. Seanan McGuire: Middlegame
  79. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  80. Seanan McGuire: Where the Drowned Girls Go (Wayward Children)
  81. Seanan McGuire: Spelunking Through Hell (InCryptid 11)
  82. Hilary McKay: The Time of Green Magic
  83. Robin McKinley: Sunshine
  84. Robin McKinley: Dragonhaven
  85. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  86. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  87. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  88. Sangu Mandanna: Kiki Kallira Breaks a Kingdom
  89. Kate Milford: The Boneshaker
  90. Kate Milford: Bluecrowne
  91. Kate Milford: The Thief Knot
  92. Ashia Monet: The Black Veins (Black Magic 1)
  93. Maya Montayne: Nocturna
  94. Bethany C. Morrow: A Song Below Water
  95. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  96. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  97. Bishop O’Connell: The Stolen
  98. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  99. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  100. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  101. Natalie C. Parker: Seafire
  102. S. A. Patrick: A Vanishing of Griffins (Song of Magic 2)
  103. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  104. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  105. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  106. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  107. Sarah Prineas: Dragonfell
  108. Benjamin Read & Laura Trinder: The Midnight Howl (The Midnight Hour 2)
  109. Benjamin Read & Laura Trinder: The Midnight Hunt (The Midnight Hour 3)
  110. Philip Reeve: Larklight
  111. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  112. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  113. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  114. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  115. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  116. John Scalzi: Fuzzy Nation
  117. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  118. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  119. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  120. Amy Sparkes: The Tower at the End of Time (The House at the Edge of Magic 2)
  121. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  122. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  123. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  124. Charles den Tex: Die Zelle
  125. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  126. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  127. Sarah Tolcser: Song of the Current
  128. Jessica Townsend: Hollowpox – The Hunt for Morrigan Crow
  129. Tiffany Trent: Unnaturalist
  130. Katie & Kevin Tsang: Dragon Mountain (Dragon Realm 1)
  131. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  132. Renee Watson: Piecing Me Together
  133. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  134. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  135. Martha Wells: The Cloud Roads
  136. Jen Williams: The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1)
  137. Kate Williams: The Babysitter Coven 2 – For Better or Cursed
  138. Amy Wilson: Angel and Bavar
  139. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  140. Katherine Woodfine: Peril in Paris (Taylor and Rose 1)
  141. Xinran: Gerettete Worte
  142. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  143. Jy Yang: The Black Tides of Heaven
  144. Kelly Yang: Front Desk
  145. Damaris Young: The Switching Hour
  146. Katie Zhao: The Dragon Warrior
  147. Xiran Jay Zhao: Iron Widow
  148. Ibi Zoboi: Pride

147 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB: (immer noch unvollständig)

  1. Francis Burney: Journals and Letters
  2. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  3. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  4. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  5. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  6. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  7. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  8. Nancy Jackman (with Tom Quinn): The Cook’s Tale – Life below stairs as it really was
  9. Jennifer Kloester: Georgette Heyer’s Regency World
  10. Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
  11. Lily Koppel: The Astronaut Wives Club
  12. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  13. Gail MacColl/Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord
  14. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  15. Leo Marks: Between Silk and Cyanide – A Code Maker’s War 1941-45
  16. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  17. Michael du Preez und Jeremy Dronfield: Dr. James Barry – A Woman Ahead of Her Time
  18. Margaret Powell: Below Stairs – The Bestselling Memoirs of a 1920s Kitchen Maid
  19. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce
  20. Ronen Steinke: Der Muslim und die Jüdin – Die Geschichte einer Rettung in Berlin
  21. Lauren Stowell/Abby Cox: The American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking

19 Titel auf dem SuB zum Montatsanfang

Travis Baldree: Legends & Lattes

Wenn ich das Genre, das ich gerade am liebsten lese, mit einem Label versehen müsste, so wäre es wohl „Cozy Fantasy“ – und „Legends & Lattes“ von Travis Baldree passt definitiv perfekt in dieses Genre! Die Handlung dreht sich um die Ork-Barbarin Liv, die nach Jahrzehnten als Abenteurerin von ihrem Job die Nase voll hat und beschliesst, dass es Zeit für einen Richtungswechsel ist. Genau gesagt möchte Liv in der Stadt Thune ein Kaffeehaus eröffnen und den Rest ihres Lebens damit verbringen, die Bewohner von Thune mit dem ungewöhnlichen Gebräu der Gnome vertraut zu machen. Startpunkt für diesen Traum war ein unvergesslicher Tag, den sie in einer Stadt der Gnome verbrachte und wo sie zu ihrer eigenen Überraschung von der Atmosphäre des örtlichen Kaffeehauses verzaubert wurde. Der Duft des Getränks, der Geschmack und die entspannende Umgebung, all das möchte Liv ihren zukünftigen Kunden bieten. Und nachdem sie bei ihrem letzten Abenteuer in den Besitz eines Scalvert’s Stones geraten ist, hofft sie, dass der Stein ihr genügend Glück bringt, um diesen Traum zu verwirklichen.

Nach einer Anfangsszene, bei der dieser letzte Moment in Livs Abenteurerleben gezeigt wird, dreht sich die Geschichte nur darum, wie die Protagonistin ein passendes Gebäude für ihr Kaffeehaus sucht, jemanden für die Reparaturen und Umbauten engagiert, eine Mitarbeiterin findet und so nach und nach das Kaffeehaus Wirklichkeit wird. Gemeinsam gelingt es Liv und ihrer Mitarbeiterin Tandri, die ersten Gäste anzulocken, und je größer die Gästezahl wird, desto mehr entwickelt sich auch Vivs Angebot in ihrem Kaffeehaus. Ich habe es wirklich geliebt, all diese kleinen Schritte rund um das Kaffeehaus zu lesen, Liv und all die anderen Figuren besser kennenzulernen und zu sehen, wie die Protagonistin treue Freunde und Stammkunden findet. Natürlich läuft nicht alles reibungslos in „Legends & Lattes“, denn es ist nun mal eine High-Fantasy-Welt und Livs Vergangenheit lässt sich nicht von einem Moment auf den anderen abschütteln. Aber ich mochte es sehr, wie Liv nach einem friedlichen Weg sucht, um zum Beispiel mit Schutzgeld-Erpressern fertig zu werden. Und selbst als es gegen Ende zu einer etwas dramatischeren Entwicklung kommt, hatten die vorhergehenden Kapitel so sehr dafür gesorgt, dass ich mir sicher war, dass alles gut ausgehen würde, dass mich dieser Teil nicht aus meiner entspannten Stimmung beim Lesen herausreißen konnte.

Travis Baldree ist es mit „Legends & Lattes“ nicht nur gelungen, eine wunderbar entspannte nd wohltuende Geschichte zu erzählen, sondern dabei auch noch all die kleinen Elemente einzubauen, die so typisch für High Fantasy sind, und die das sind, was ich immer noch an diesem Genre liebe, auch wenn ich es kaum noch lese. Allein die vielen verschiedenen Charaktertypen, die in der Geschichte wunderbar dargestellt werden, sind schon ein Grund, um diesen Roman zu lesen. Ich mochte es sehr, dass weder Liv noch ihre Freunde sich davon abschrecken ließen, dass ihnen dank ihrer Herkunft ein schlechter Ruf vorauseilt. Stattdessen versammeln sich im Laufe der Zeit rund um Liv so viele unterschiedliche Personen, die alle ihre eigenen Hoffnungen und Träume mit dem Kaffeehaus verbinden und die sich wunderbar gegenseitig ergänzen. Ich habe „Legends & Lattes“ so sehr genossen, dass ich das Buch am Veröffentichungstag in einem Zug durchgelesen habe. Es gibt nur eine einzige Sache, die ich kritisieren würde: Jeder neue Gast verliebt sich auf Anhieb in das ungewöhnliche Getränk! Für jemanden, der selbst Jahrzehnte brauchte, um Geschmack an Kaffee zu entwickeln (und ich trinke ihn nie pur!), ist das etwas unglaubwürdig. 😉

Oh, und wenn ihr nun ebenfalls Lust auf das Buch bekommen haben solltet: Für Kindle-Nutzer gibt es das eBook wirklich günstig zu kaufen oder bei KU zu lesen.

Claire Eliza Bartlett: The Winter Duke

Ich finde es lustig, dass die wenigen (High-)Fantasy-Bücher, die mich in letzter Zeit reizen, einen großen politischen Schwerpunkt haben, obwohl mich politische Geschichten in Romanen normalerweise gar nicht ansprechen. Nach diesem Einleitungssatz ist es also wohl nicht überraschend, wenn ich sage, dass „The Winter Duke“ von Claire Eliza Bartlett ein großes Gewicht auf die Politik des Großherzogtums Kylma Above (und dem Gegenstück Kylma Below) legt. Die Handlung wird aus der Sicht der 16jährigen Ekata (Ekatarina Avenko) erzählt, die das mittlere Kind des Großherzogs von Kylma Above ist. Ekata ist die einzige Person in ihrer Familie, die kein Interesse an den Machtspielen und dem Kampf um die Thronfolge hat. Stattdessen hofft sie, dass ihr Vater ihr irgendwann erlauben wird, ihre Heimat zu verlassen, um im Süden ein Medizinstudium beginnen zu können. Doch bevor es so weit kommt, fällt ihre gesamte Familie einer mysteriösen Krankheit zum Opfer, und als einziges nicht erkranktes Mitglied der Avenkos sieht es Ekata als ihre Pflicht an, den Thron (zumindest vorübergehend) einzunehmen.

Von diesem Moment an muss Ekata versuchen, irgendwie ihre machthungrigen Minister und ihren noch gefährlicheren ehemaligen Pflegebruder, König Sigis, im Griff zu behalten, während sie gleichzeitig mit den Ritualen der Thron-Übernahme und der Suche nach einem Heilmittel für ihre Familie beschäftigt ist. Und dann sind da noch all die politischen Verwicklungen, von denen Ekata überhaupt keine Ahnung hat und die nicht nur aufgrund der angespannten Situation mit Kylma Below, sondern auch wegen der gerade laufenden Brautschau (ursprünglich für Ekatas ältesten Bruder gedacht) besonders brisant sind. Unter diesen Umständen ist es kein Wunder, dass Ekata nur mit Mühe und Not ihren neuen Alltag übersteht und nicht immer die klügsten oder bestdurchdachten Entscheidungen trifft. Aber da ihre Motivation für mich immer nachvollziehbar war, machte dies die Protagonistin in meinen Augen nur umso sympathischer. Ebenso fand ich es stimmig, dass Ekata in all ihrer Hilflosigkeit regelmäßig auf die einzigen Vorbilder zurückgreift, die sie für solche Situationen kennt, und das bedeutet, dass sie sich im Laufe der Zeit immer häufiger wie ihre Mutter oder ihr Vater verhält und somit genau die Charaktereigenschaften an den Tag legt, die dafür gesorgt haben, dass sie selbst keinerlei Zuneigung zu ihren Eltern empfinden kann.

Es gibt nur wenige Personen, denen Ekata vertraut, und selbst bei diesen muss sie sich immer wieder fragen. ob dieses Vertrauen überhaupt gerechtfertig ist. Die Tatsache, dass die meisten in ihrem Umfeld vielfältige Beweggründe haben, von denen Ekata keine Ahnung hat, macht es für sie so schwierig, Entscheidungen zu fällen und herauszufinden, auf wessen Ratschläge sie überhaupt hören kann. Eine überraschende Verbündete findet sie in Inkar, einer jungen Frau, die zur Brautschau angereist war. Dabei gibt es so einige Parallelen im Leben dieser beiden Frauen, was einem immer wieder aufzeigt, wie falsch der Weg ist, den Ekata in ihrer Hilflosigkeit einschlägt. Ich mochte es sehr, wie sich Ekata und Inkar im Laufe der Geschichte ein bisschen besser kennenlernen und wie Inkar Ekata immer wieder anstupst, damit diese eigenständige Entscheidungen trifft und sich nicht so häufig von ihren Ängsten beeinflussen lässt. Es gelingt Claire Eliza Bartlett, deutlich zu machen, wie wichtig es für Ekatas Position wäre, die Personen um sich heraum wirklich gut zu kennen, und wie viel einfacher es im Vergleich für Inkar ist, sich am Hof zu bewegen, weil sie ein aufrichtiges Interesse an den Menschen um sich herum hat.

Neben der wirklich spannenden Handlung, den vielen verschiedenen Wendungen und dem überraschenden Ende (ich hatte zwar einen Verdacht, aus welchem Personenkreis jemand beteiligt sein müsste, dabei aber die ganze Zeit die falsche Person im Auge gehabt 😀 ) hat mich auch der Weltenbau in „The Winter Duke“ wirklich angesprochen. In der Welt, in der die Geschichte spielt, sind genderneutrale Pronomen ebenso normal wie die Tatsache, dass zu der „Brautschau“ nicht nur weibliche Personen angereist sind. Es fühlte sich beim Lesen die ganze Zeit an, als ob bestimmte Begriffe – wie eben die Brautschau – noch traditionell geschlechtsbezogen seien, aber in der Realität diese Geschlechter-Schubladen schon lange abgelegt worden seien. Was nicht bedeuten würde, dass Ekata als Tochter des Großherzogs selbst über ihr Leben bestimmen könnte, aber immerhin wird doch die Thronfolge geschlechterunabhängig davon bestimmt, wer die Machtkämpfe innerhalb der Geschwister überlebt. So ist es auch kein Problem, dass Ekata eine der für ihren Bruder bestimmten Bräute „übernimmt“ oder dass sie als Frau den Thron beansprucht, nachdem ihre restliche Familie durch die mysteriöse Krankheit in eine Art Koma fällt. Allerdings muss ich zugeben, dass ich es – gerade aufgrund der sonst recht gut beschriebenen Genderneutralität in der Welt – schon recht auffällig fand, wie sehr Ekata als junge Frau von all den alten Männern (in der Regierung) so gar nicht ernst genommen wurde. Auf der anderen Seite lässt sich das auch der Tatsache zuschreiben, dass sie sich bekanntermaßen bislang überhaupt nicht für Politik interessierte und deshalb eben keine Ahnung von all den Regierungsvorgängen im Schloss hatte.

Ein weiterer wunderbarer Aspekt des Weltenbaus waren die Details rund um Kylma Below – ein Unterwasser-Herzogtum, das seit langer Zeit in einer Art Symbiose mit Kylma Above existiert. Beide Reiche können nur miteinander gedeihen, und diese Abhängigkeit führt zu einem zerbrechlichen Balanceakt zwischen Above und Below. Doch trotz dieses politisch engen Verhältnisses wissen die Personen in Kylma Above kaum etwas über die Bewohner von Kylma Below, und so war es wirklich spannend, gemeinsam mit Ekata mehr über das Unterwasserreich zu erfahren. Ebenso faszinierend fand ich all die Details, die die Autorin über das Leben in einem Schloss aus Eis, das auf einem zugefrorenen (sehr, sehr großen) See gebaut wurde, in die Geschichte eingebaut hat. Dabei spielte Magie beim Leben im Schloss durchaus eine Rolle, aber eine deutlich kleinere als bei einem fantastischen Roman zu erwarten gewesen wäre. Was dazu führt, dass es stattdessen Erwähnungen von irdenen Gefäßen gibt (weil Metall an den Lippen festfrieren würde) oder Schuhwerk mit Metallspikes alltäglich ist (da damit ein normales Gehen auf dem Eis innerhalb des Schlosses möglich ist), oder es werden die Probleme (oder die nicht ganz so vielfältige Ernährung) erwähnt, die damit einhergehen, dass es so gut wie keine Landwirtschaft im Großherzogtum gibt. Insgesamt habe ich das Lesen von „The Winter Duke“ wirklich sehr genossen und meine Lesezeit in der vergangenen Woche abends immer wieder verlängert, weil ich nur noch eben ein bisschen in diesem Roman weiterlesen musste. Außerdem bin ich nun neugierig auf die beiden anderen bislang erschienenen Titel von Claire Eliza Bartlett und werde mir wohl demnächst mal ihren Thriller „The Good Girls“ beschaffen müssen.

Lese-Sonntag im Februar 2022

Uff, die ersten drei Februar-Wochen sind wie im Flug vergangen und heute ist schon wieder Lese-Sonntag. Wobei ich im Moment ernsthaft versuche mir jeden Sonntag als Lesetag einzurichten, weil ich nach meinen aktuellen Arbeitstagen relativ wenig Lust zum Lesen aufbringen kann. (Und wir wissen ja inzwischen alle, dass ich sehr unleidig werde, wenn ich längere Zeit nicht zum Lesen komme. *g*) Ich habe für heute ein paar Titel im Auge, die ich in den letzten Tagen aus den diversen Regalen gezogen habe, darunter „Earwig and the Witch“ von Diana Wynne Jones (was nicht gerade viel Lesezeit in Anspruch nehmen sollte) und der neunte „Card Captor Sakura – Clear Card Arc“-Manga (nachdem ich am vergangenen Wochenende den zehnten Teil gelesen hatte, ohne zu bemerken, dass der Vorgänger seit über einem halben Jahr ungelesen im Regal lag *hüstel*). Außerdem habe ich „The Tea Dragon Society“ in Reichweite liegen, weil mir das Lesen von „The Tea Dragon Festival“ so viel Lust darauf gemacht hatte, und ein paar Neuzugänge, die mich auch gerade sehr reizen. Aber bevor ich meine Nase in irgendein Druckerzeugnis stecke, sollte ich erst einmal wach genug werden, um auch etwas von meiner Lesezeit zu haben.

 

Update 11:15 Uhr

Links eine kleine brennende Sturmlaterne, rechts ein kleiner Stapel mit Büchern (von unten nach oben: The Tea Dragon Society, The Tower at the End of Time, A Storm of Sisters, Earwig and the Witch, Card Captor Sakura - Clear Card Arc 9).

Ich habe keine Ahnung, wo dieser Vormittag hin ist. Ich habe nicht viel mehr auf die Reihe gebracht als eine Kerze anzuzünden und mich online rumzutreiben … was vermutlich erklären würde, wo mein Vormittag geblieben ist. *g* Zwischendurch habe ich mich immer wieder von euren Kommentaren und Beiträgen ablenken lassen – wir sind ja heute wieder richtig viele! 🙂 Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag mit all euren geplanten Aktivitäten. Und bevor ich mich wieder ablenken lasse, klappe ich jetzt lieber mal den Laptop zu, koche mir einen Tee und greife zum Buch. 😉

 

Update 13:45 Uhr

Links eine brennende kleine Sturmlaterne, in der Mitte eine große Tasse mit milchigem Tee und rechts im Hintergrund lässt sich ein sehr süßes, rosafarbendes Mangacover erahnen.

Seit dem letzten Update habe ich nicht nur den neunten „Card Captor Sakura – Clear Card Arc“-Manga gelesen, sondern auch meine tägliche Runde „Animal Crossing“ gespielt. Ich muss gestehen, dass ich die „Card Captor Sakura“-Manga mit einem ziemlichen Gefühl von Nostalgie lesen (auch wenn dieser Teil der Reihe erst letztes Jahr veröffentlicht wurde.) Ich weiß gar nicht, ob diese Art von Manga für ein sehr junges Publikum, voller sehr niedlicher Zeichnungen und Figuren und ohne eine besonders anspruchsvolle (oder gar logische! *g*) Handlung heutzutage noch so veröffentlich würde, wenn es nicht die alte Reihe aus den 1990ern gäbe, an die so viele Leute liebevolle Erinnerungen haben. Aber ich mag die süße Optik und die liebenswerten Charaktere immer noch und ich genieße es gerade sehr, dass in diesen Clamp-Manga definitiv nichts Schlimmes passiert. Und ich finde es gerade sehr lustig, dass mir beim Lesen des zehnten Teils vor ein paar Tagen gar nicht aufgefallen ist, dass ich den neunten Band ausgelassen hatte, obwohl es eine Stelle gab, bei der ich mich fragte, wann denn Figur A der Figur B begegnet sei. Aber da Logiklücken nicht so unerwartbar bei diesen Geschichten sind, habe ich mich nicht länger mit der Frage beschäftigt, sondern das Ganze einfach als „entweder ist das eine Logiklücke oder ich habe was vergessen“ hingenommen. 😀

Animal-Crossing-Screenshot, der meine Figur in einem Mantel, dicken Stiefeln und Hut in einer winterlichen Landschaft zeigt. Im Hintergrund ist ein hellgelber Wohnwagen zu sehen, vor dem eine ältere Schildkröten-Figur (Törtel) sitzt.

So langsam wird es Zeit für mein Frühstück, aber vorher drehe ich noch eine Blogrunde und schaue, was bei euch so heute Vormittag passiert ist. 🙂

 

Update 16:00 Uhr

Nach meinem Frühstück habe ich erst einmal zu „The Tea Dragon Society“ von K. O’Neill gegriffen. Ich liebe diesen Comic wirklich und bin auch beim erneuten Lesen immer wieder von dem liebevollen Umgang der Figuren miteinander gerührt – und die Tea Dragons sind einfach nur knuffig! *hach* Oh, und ich liebe die Aussage der Protagonistin Greta über die Pflege von Tea Dragons: „This is kinda relaxing when they aren’t trying to bite your fingers off.“ Ich glaube, das trifft auf überraschend viele Dinge mit Haustieren – egal, ob magisch oder nicht – zu. 😉

Eine Seite aus "The Tea Dragon Society", der Text in den vier Panels erklärt, dass Tea Dragons selten und empfindsam sind, dass Teeblätter aus ihren Hörnern wachsen und dass sie so kostbar sind, dass sie häufig gestohlen werden, was die Drachen selber zu misstrauischen kleinen Kreaturen macht.

Danach habe ich etwas Zeit online verbracht und mir Oberteile angeschaut – was damit endete, dass ich eine große Bestellung aufgegeben habe. Ich war in den letzten Wochen so genervt davon, dass ich kein einziges richtig sitzendes T-Shirt mehr habe und ständig irgendwelche Oberteil-Ecken in die Hose stecken muss, damit mir meine Kleidung nicht ständig im Weg ist. Eigentlich wollte ich ja erst einmal noch etwas abwarten, weil ich meine Shirts theoretisch noch tragen kann (und es so ungewohnt ist neue Sachen zu kaufen, obwohl meine alten noch nicht das „lässt sich nicht mehr flicken, muss ersetzt werden“-Stadium erreicht haben). Ich bin gespannt, was ich am Ende von den bestellten Sachen tragen kann. Bei den Größen musste ich nämlich leider raten, weil meine Maße nicht in die Größtentabelle passen (der Hüftumfang/Hintern benötigt ein paar Nummern mehr als der Rest von mir *g*) und ich gerade auf keine Erfahrungswerte zurückgreifen kann …

Links eine kleine brennende Sturmlaterne, in der Mitte eine hexenkesselförmige Tasse mit Heißer Schokolade, rechts hinten ist das cartoonhafte Cover von "Earwig and the Witch" erahnbar.

Außerdem habe ich schon etwas Zeit mit Earwig verbracht und auch wenn ich nicht die Zielgruppe bin und Diana Wynne Jones so viel bessere Bücher geschrieben hat, genieße ich es gerade sehr die Protagonistin bei ihrem Weg in ihr neues „Zuhause“ zu begleiten. Lust auf das Buch hatte ich bekommen, weil ich vor einigen Tagen die Ghibli-Verfilmung der Geschichte gesehen hatte. Ich muss gestehen, dass ich damit nicht so ganz glücklich war, denn der Animationsstil sagt mir so gar nicht zu (zu glatt, zu realistisch was die Hintergründe usw. angeht, zu wenig gezeichnet, zu großer Kontrast zwischen den Texturen von Dingen und denen Elementen, die eigentlich lebendig aussehen sollten) und ich finde die Extra-Elemente, die dafür in die Geschichte gepackt wurden, vollkommen unnötig. Der ganze Kram mit der Band passt für mich überhaupt nicht in die Handlung, wobei ich zugeben muss, dass das dünne Büchlein vermutlich ohne diese Extras nicht genug Stoff für einen Anime mit sich bringt. *seufz* Jetzt aber erst einmal eine Tasse mit Heißer Schokolade und eine kleine Blogrunde, bevor ich wieder zu „Earwig and the Witch“ greife.

 

Update 18:30 Uhr

Ich habe mich gut mit den letzten Kapitelchen von „Earwig and the Witch“ amüsiert und mir ist mal wieder aufgefallen, wie viel mehr „Mut zur Lücke“ früher in Kinderbüchern zu finden war. So lebt die Hexe Bella Yaga mit Mandrake zusammen (also in einer WG, nicht in einer Beziehung) und Diana Wynne Jones macht sich nicht die Mühe auch nur irgendeine Information darüber zu liefern, wieso diese beiden ungewöhnlichen Gestalten in einem Haus leben. Und während der Ghibli-Verfilmung unbedingt eine Art „Hintergrundgeschichte“ zu Earwigs Mutter basteln musste, verzichtet Diana Wynne Jones auf irgendwelche Details. Als Leser.in gibt es nur die Ausgangssituation, die besagt, dass Earwigs Mutter vor zwölf Hexen auf der Flucht ist und sich das Waisenhaus so lange um das Kind kümmern soll. Ich mag es, dass die Autorin das alles so offen lässt, denn das gibt mir die Möglichkeit mir meine eigenen Gedanken um das Ganze zu machen (oder sogar ganz eigene Geschichten rund um die zwölf Hexen, Earwigs Mutter, ihre Flucht und all die anderen Dinge, die da sein könnten, zu spinnen).

Eine Zusammenstellung aus zwei Fotos: Das Cover von "A Storm of Sisters" mit drei gezeichneten Mädchen, deren Haare im Wind wehen (links) und ein Blick ins Buch, bei dem die hübsche Scherenschnitt-artige Zeichnung über der Kapitelüberschrift ins Auge fällt. Die Zeichnung zeigt das Profil einer jungen Frau mit kurzen Haaren (links).

Danach schwankte ich ein bisschen zwischen „The Tower at the End of Time“ von Amy Sparkes und „A Storm of Sisters“ von Michelle Harrison. Aber da es gerade so stürmisch ist und ich ein bisschen Sehnsucht nach richtigem Winter habe, habe ich zu „A Storm of Sisters“ gegriffen, und ich mag schon mal den Anfang mit einer etwas gelangweilten Betty und einer Kristallkugel, die in die Zukunft blicken lässt, und die vorhersagt, dass drei Schwestern mit einer kleinen Prise Magie näher kommen … 🙂 Bevor ich weiterlese, ist es aber erst einmal Zeit das Abendessen vorzubereiten – es gibt „Fladenbrot mit Zeug drauf“ wie mein Mann es vor ein paar Tagen so eloquent formulierte – und in den Ofen zu stecken. Während das Essen backt, müsste ich genügend Zeit für eine Blog- und Kommentarrunde haben.

 

Update 21:00 Uhr (Letztes Update!)

Ein Blech, das fast vollständig von einem Fladenbrotteig bedeckt ist, auf dem Paprika-, Zwiebel- und Fetastückchen liegen.

Da ich während das Abendessen im Ofen war (wobei ich heute wohl das Blech etwas zu hoch in den Ofen geschoben habe *hüstel*) eine gemütliche Kommentarrunde drehen konnte, hatte ich das Gefühl, ich wäre so schön auf dem aktuellen Stand. Und dann habe ich gerade in mein Mailfach geschaut … *g* Nachdem ich also satt bin und mich durch eine Folge „The Good Place“ gut unterhalten gefühlt habe, habe ich noch den Abwasch erledigt und werde mich nun mit Laptop auf dem Sofa einrollen und noch einmal bei euch vorbeischauen. Mal gucken, ob ich vor dem Schlafengehen noch etwas Lesezeit auf die Reihe bekomme oder nicht. Heute muss ich auf jeden Fall früh ins Bett, denn die To-do-Liste für morgen ist schon wieder gut gefüllt!

Es war wieder sehr schön den Sonntag gemeinsam mit euch zu verbringen und ich fand nicht nur den Austausch über die Kommentare sehr nett, sondern habe es auch genossen den Tag mit so vielen unterschiedlichen (kleinen) Geschichten zu verbringen. Ich hoffe, ihr hattet einen ebenso entspannten Sonntag und könnt morgen gut in die Woche starten! 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

JED
Kiya
Natira
Neyasha
Anette

Ein paar Leseeindrücke

Da ich in diesem Monat bislang vor allem zu sehr kurzen Büchern, Comics und Manga und „netten“ Romanen gegriffen habe, komme ich zahlenmäßig in den ersten zwei Februarwochen sogar auf eine ganz befriedigende Anzahl an gelesenen Titeln. (Ich darf nur nicht so genau hinschauen, wenn es um die Seitenzahlen geht. *g*) Allerdings bieten diese Titel nur selten genügend Stoff für eine richtige Rezension, obwohl ich es schade fände, wenn sie keine Erwähnung auf dem Blog bekommen würden. Also gibt es hier nach sehr langer Zeit mal wieder eine Sammlung von Leseeindrücken:

W. R. Gingell: Gothel and the Maiden Prince
Im vergangenen Jahr habe ich von R. W. Gingell schon die „Shards of a Broken Sword“-Trilogie gelesen und war fasziniert davon, wie die Autorin mit klassischen Fantasy-/Märchenthemen umgeht. Ich mochte ihre Figuren und die ungewöhnlichen Wendungen, die ihre Geschichten nahmen, weshalb einige andere Bücher von der Autorin auf dem Merkzettel gelandet sind. „Gothel and the Maiden Prince“ ist eine Rapunzel-Variante, bei der Prinz Lucien (von seinem Vater und seinen Brüdern nur verächtlich Maiden Prince genannt, weil er ihnen nicht „männlich“ genug ist) sich aufmacht, um eine Prinzessin aus dem magischen Turm einer bösen Zauberin zu befreien. Doch da Lucien jemand ist, der Fragen stellt und zuhört, findet er schnell heraus, dass die Zauberin gar nicht so böse ist, und dass die Prinzessin wild entschlossen ist in der Obhut ihrer Entführerin zu bleiben. Die gerade mal 131 Seiten lange Geschichte dreht sich vor allem darum, wie sich Prinz Lucien und die Zauberin Gothel besser kennenlernen, wobei es so einige amüsante Szenen zwischen den beiden, aber auch mit den Bewohnern eines angrenzenden Dorfes gibt. Abgesehen von einigen (sehr vagen) Erwähnungen rund um Kindesmissbrauch (der in der Vergangenheit liegt und dessen Opfer inzwischen in Sicherheit ist) ist „Gothel and the Maiden Prince“ einfach nur eine wunderbar wohltuende Geschichte, die mir sehr viel Spaß gemacht hat.

Lydia M. Hawke: A Gathering of Crones (Crone Wars 2)
„A Gathering of Crones“ ist die Fortsetzung von „Becoming Crone“ das mir im vergangenen Sommer viel Freude bereitet hatte. Während die Protagonistin Claire im ersten Band damit fertig werden muss, dass sie eine Hexe ist, muss sie nun damit umgehen lernen, dass ihre Magie nicht wie erwartet funktioniert und dass ihre Position sie in das Zentrum eines Krieges rückt. Außerdem lernt Claire ihre Kolleginnen kennen und hier mochte ich es sehr, dass all diese Frauen schon älter sind, mitten im Leben stehen und gelernt haben mit Rückschlägen und sich nicht erfüllenden Erwartungen umzugehen. Dieser Band ist weniger ruhig als der erste Teil, da das Leben für Claire inzwischen deutlich gefährlicher ist, aber ich mochte es all die Details zur Magie zu lesen und zu sehen wie die Protagonistin so langsam in ihre Rolle hineinfindet. Auch wenn ihr letzteres nicht gerade einfach gemacht wird, weil ihre Position sehr ungewöhnlich ist und die Personen um sie herum nicht so recht wissen, wie sie mit ihr umgehen sollen. Und weil ich diesen Band so gern gelesen habe und sehr neugierig auf die weiteren Entwicklungen bin, habe ich prompt gleich den dritten Teil vorbestellt, auch wenn er erst im Herbst erscheinen wird.

Farrah Rochon: The Boyfriend Project
Über „The Boyfriend Project“ von Farrah Rochon bin ich gestolpert, weil die Autorin und ihre Romane mit Talia Hibbert verglichen wurden. „The Boyfriend Project“ dreht sich um Samiah, die dank einer Frau, die ihr aktuelles Date auf Twitter live kommentiert, herausfindet, dass ihr Freund Craig sich auch noch mit anderen Frauen trifft. Genau genommen trifft sich Craig auch noch mit Taylor und London (die mit ihren Tweets das Ganze angestoßen hatte). Was mir an der Geschichte gut gefiel, ist, dass Craig danach eigentlich kein Thema mehr ist, wenn man davon absieht, dass die Konfrontationsszene mit ihm im Restaurant auf Youtube viral ging und so Samiah, Taylor und London zu einer kurzzeitigen und ungewollten Berühmtheit verhilft. Stattdessen freunden sich die drei Frauen an und beschließen sich gegenseitig dabei zu helfen, sich in den kommenden Monaten um sich selbst zu kümmern, die Suche nach einem Freund sein zu lassen und dafür Dinge zu tun, die sie bislang immer aufgeschoben haben. Was natürlich bedeutet, dass Samiah kurz darauf einen neuen Arbeitskollegen kennenlernt, der einfach perfekt zu sein scheint … Alles in allem fand ich „The Boyfriend Project“ wirklich nett, ich mochte die Figuren, ich mochte die Grundidee und es gab tolle Szenen zwischen Samiah und ihrem Arbeitskollegen Daniel, in denen sich die beiden besser kennenlernten und langsam aufeinander zugingen. Trotzdem muss ich sagen, dass Farrah Rochon für mich nicht an Talia Hibbert herankommt, denn ich fühlte mich zwar ganz gut unterhalten von ihrem Roman, aber ich war nicht emotional involviert. Ich war nicht wirklich gespannt darauf, wie die Handlung weitergeht, ich habe nicht um die Beziehung von Samiah und Daniel gebangt und ich bin nicht wirklich neugierig darauf, wie es mit Taylor und London in den nächsten Bänden weitergehen wird.

Bali Rai: The Royal Rebel – The Life of Suffragette Princess Sophia Duleep Singh
„The Royal Rebel“ ist ein biografischer Roman für Kinder über das Leben von Prinzessin Sophia Duleep Singh. Sophia Alexandra Duleep Singh war die jüngste Tochter des letzten Sikh-Maharadschas von Punjab und wuchs in Großbritannien auf, wo sie vor allem für ihr Engagement für die Gleichberechtigung von Frauen bekannt wurde. „The Royal Rebel“ erzählt in einfachen und kindgerechten Sätzen die Lebensgeschichte der Prinzessin. Angefangen bei ihrer Kindheit in dem luxuriösen Anwesen Elveden, über die Zeit, in der die Schulden ihres Vaters die Familie außer Landes trieb, über ihre Suche nach ihren Wurzeln in Indien bis zu dem Tag, an dem Großbritannien Frauen das Wahlrecht gewährt. Dabei lässt Bali Rai zwar sehr viele Details über das Leben von Sophia Duleep Singh aus, bietet aber meinem Gefühl nach für junge Leser.innen einen guten und altersgemäßen Einblick in das Leben der Prinzessin, die Folgen, die die britische Herrschaft für Indien hatte, und in die Herausforderungen, die die Frauen, die für ihre Rechte kämpften, zu bewältigen hatten. Ich mochte, wie viele kritische Themen in dem Buch angeschnitten werden, obwohl es für jüngere Kinder geschrieben wurde und nicht sehr umfangreicht ist.

K. O’Neill: The Tea Dragon Society 2 – The Tea Dragon Festival (Comic)
Im Prinzip könnte ich zu „The Tea Dragon Festival“ einfach meine Rezension zum ersten Tea-Dragon-Comic kopieren, denn dieser Band ist genauso bezaubernd, wohltuend und hübsch gezeichnet wie der erste. Die Handlung spielt deutlich vor „The Tea Dragon Society“ und dreht sich um Eriks Nichte Rinn, die gemeinsam mit ihrer Großmutter in einem kleinen Dorf in den Bergen lebt und hofft, dass sie eines Tages eine Ausbildung als Köchin beginnen kann. Die Tea Dragons spielen in dieser Geschichte keine so große Rolle, dafür gibt es eine andere Drachen-Variante und einen Einblick in das Leben von Erik und Hesekiel, als diese noch als Kopfgeldjäger aktiv waren. Hach, ich mag die Tea-Dragon-Geschichten und da es noch eine Weile dauern wird, bis auch der dritte Comic als Taschenbuch erscheint, muss ich mich wohl damit begnügen, dass ich in den nächsten Tagen den ersten Band mal wieder aus dem Regal ziehe.