Herbstlesen im Oktober 2020 (Sa., 24. Oktober)

In der vergangenen Woche habe ich einige Zeit mit Lesen verbracht und habe nicht nur „Begone the Raggedy Witches“ von Celine Kiernan und „Ink and Bone“ von Rachel Caine beendet, sondern auch „You Should See Me in a Crown“ von Leah Johnson vom SuB befreit. (Rezensionen zu den letzten beiden Titeln sind für die kommende Woche geplant.) Was bedeutet, dass ich bei meinen angefangenen Titeln nur noch Sachbücher habe – vielleicht sollte ich mich da mal wieder mehr drauf konzentrieren, vor allem, da ich noch ein paar andere Sachbücher im Auge habe, die gern bald lesen würde. Außerdem bin ich bei den October-Daye-Kurzgeschichten so weit, dass ich die Tybald-Geschichten gelesen habe, die vor dem ersten Roman spielen. Ich denke, ich stecke heute mal meine Nase in „Rosemary and Rue“ und werde mir die restlichen Kurzgeschichen, die früher spiele, einfach parallel zum Roman zu Gemüte führen. Aber bevor ich zum Buch greifen kann, gibt es noch ein paar Sachen zu erledigen.

 

Update 11:30 Uhr

Ein Foto der beiden Bücher The Ghosts of Eden Park und Rosemary and Rue

So, das Geschirr ist sauber, die Küche aufgeräumt und die Einkäufe verstaut. Außerdem habe ich eine Runde Sport gemacht, bin danach unter die Dusche gehüpft, habe bei „Animal Crossing“ den ersten Bastler des Tages gesucht und zwei Texte noch einmal überarbeitet, die ich in der vergangenen Woche geschrieben habe. Bis mein Frühstück so weit ist, dass ich essen kann, greife ich jetzt aber erst einmal zum Buch. Ich würde gern endlich mal in „The Ghosts of Eden Park“ voran kommen, weil ich das wirklich spannend finde, mir aber in der Woche die Konzentration für ein Sachbuch fehlte. Auf der anderen Seite habe ich „Rosemary and Rue“ schon in Griffweite gelegt und hätte wirklich Lust endlich meinen October-Daye-Reread zu starten. *g*

 

Update 14:00 Uhr

Himbeer-Milchreis mit Banane und Mandeln

Bevor ich gleich eine „Bargain Quest“-Runde mit meinem Mann einlege, gibt es hier noch ein Update. Bis zum Frühstück habe ich wirklich in „The Ghosts of Eden Park“ gelesen – leicht erschwert durch die Tatsache, dass mein Mann im Fernsehen eine seltsame 70er-Jahre-Krimiserie entdeckt hatte, von der er zwei Folgen gesehen hat. Um nicht von den Nebengeräuschen gestört zu werden, hatte ich mich zum Lesen ins Durchgangszimmer gesetzt, weshalb er immer wieder angelaufen kam, um mir von der Serie zu erzählen. (Die Handlung schien ziemlich absurd und für eine 25-Minuten-Folge auch voller haarsträubender Verbrechen zu sein. *g*) Als mein Frühstück dann so weit war, bin ich wieder aufs Sofa gewandert und habe beim Essen lieber zu einer Kurzgeschichte gegriffen, da mein Sachbuch nicht gerade gut mit einer Hand zu halten ist, während ich nebenbei Milchreis löffel. 😉 „In Little Stars“ war eine wirklich süße Geschichte über die Jugend von Prinz Gilad – wobei ich gestehen muss, dass ich etwas Zeit brauchte, um Gilad ins October-Daye-Universum einzuordnen. Es ist wirklich schon zu lange her, dass ich das letzte Mal einen der Romane gelesen habe, um all die Nebenfiguren und Vorfahren der verschiedenen Charaktere auf Anhieb auf die Reihe zu bekommen. *g* Jetzt dreh ich noch schnell eine Blog- und Kommentarrunde und dann geht es zum Spielen. 🙂

 

Update 18:30 Uhr

Eine Kollage aus vier Fotos, die Elemente des Brettspiels "Bargain Quest" zeigen

Unsere Bargain-Quest-Runde war wirklich lustig, auch wenn es eine Weile gedauert hat all die Extra-Elemente der „Sunk Costs“-Erweiterung anzuschauen und herauszufinden, welche Auswirkungen sie auf das Spiel haben. Ich habe am Ende einige Punkte weniger gehabt als mein Mann, aber mich gut über die neuen Helden und ihre Eigenschaften amüsiert. Außerdem gefällt mir das Prinzip mit den Schiffen sehr gut – vorher haben die Spieler einige Karten gezogen, eine davon behalten und dann den Stapel an den nächsten Spieler weitergereicht, damit er sich auch eine Karte aussuchen kann. Das hatte natürlich zur Folge, dass man sich immer die beste noch vorhandene Karte raussuchte und am Ende genau wusste, dass die letzten Karten des Stapels Schrott waren. Zu zwei ist das besonders blöd, weil man nach dem ersten Karten-Weiterreichen genau wusste, was zur Verfügung stand. Mit den Schiffen ist es so, dass die Spieler abwechselnd zwei Karten ziehen und diese dann auf den Schiffen platzieren und da man vorher nicht weiß, welches Schiff man am Ende zur Verfügung gestellt bekommt, sorgt das dafür, dass man versucht die Schiffe ausgeglichen mit guten und nicht so attraktiven Karten auszustatten.

Das Foto zeigt einen kleines Stück Gebäck und eine große Tasse Tee

Nach der Brettspielrunde gab es Kuchen, da mein Mann heute bei unserem Lieblingsbäcker etwas Neues im Angebot gefunden hat. Ich muss gestehen, dass ich den Marzipan-Kirsch-Kuchen zwar lecker (wenn auch etwas sehr süß) fand, aber ziemlich genervt davon war, dass der Kuchen in einer Papierform gebacken wurde, die man nicht problemlos entfernen konnte. Am Ende hatte ich das Gefühl, ich hätte beim Essen beide Hände in Marzipan getunkt und der halbe Kuchen würde noch an den Resten der Form hängen. Da das Essen so lästig war, bin ich mir nicht sicher, ob ich am kommenden Wochenende noch die Marzipan-Zimt-Variante davon probieren möchte, obwohl ich ja eigentlich ein Zimt-Junkie bin.

Ein Screenshot des Spiels Animal Crossing, bei dem man meinen Charakter und einige Nachbarn bei einem K.K.-Konzert sieht.

Nach dem Kuchen wurde es dann Zeit eine etwas ausführlichere „Animal Crossing“-Runde und da ich damit kurz vor 18 Uhr fertig war, bin ich noch etwas im Spiel geblieben, um nach 18 Uhr das samstägliche K.K.-Konzert zu genießen. Wie man auf dem Foto sehen kann, hatten einige meiner Nachbarinnen den gleichen Gedanken und so haben wir uns in gemütlicher Runde von K.K. ein Lied vorspielen lassen. 😉 Da ich heute nicht kochen muss (es gibt die Reste von gestern), drehe ich jetzt erst einmal eine Blog- und Kommentarrunde, bevor ich gleich wieder zum Buch greife.

 

Update 10:00 Uhr (letztes Update)

Foto der Taschenbuchausgabe von "The Ghosts of Eden Park"

Ich habe doch wirklich noch die Zeit bis zum Abendessen mit „The Ghosts of Eden Park“ verbracht. Dabei muss ich zugeben, dass ich heute ständig kurz davor stand online nach mehr Informationen zu suchen, weil die Autorin Karen Abbott auf den ersten Seiten einen Vorfall beschreibt, der zwischen George Remus und seiner Frau Imogene im Eden Park passiert ist und man als Leser zwar weiß, dass da ein Mord geschah, aber nicht wer wen getötet hat. Und dann springt sie zu George Remus Jugendzeit, erzählt wie er zum erfolgreichsten Schwarzbrenner der USA wurde, wie er 1924 deswegen in Haft kam und wie seine Frau in der Zwischenzeit mit einem der Ermittler anbändelte, der Beweismaterial gegen Remus gesammelt hatte. Und dazwischen gibt es immer wieder Zeugenaussagen, die Hinweise auf die Charaktere der Personen geben oder von bestimmten Vorfällen erzählen, aber keine Informationen darüber geben, wer wen getötet hat. Ich glaube, ich muss für die kommende Woche alle Pläne streichen, bis ich endlich dieses Buch beendet habe. *g*

Ein Teller mit einem Stück Zwiebelkuchen

Zum Abendessen gab es dann den restlichen Zwiebelkuchen von gestern. Sehr, sehr lecker! Ich mag Zwiebelkuchen wirlich gern, aber ich mache mir so ungern die Arbeit, weshalb es ihn nur alle paar Jahre bei uns gibt. Außerdem haben wir beim Essen endlich die zweite Staffel von „Aggretsuko“ geschaut – wir sind wirklich nicht gut darin regelmäßig irgendwelche Serien zu schauen, wobei das auch ein bisschen daran liegt, dass wir selten Lust auf die selben Dinge haben, wenn wir abends etwas gucken wollen. *g*

Auf dem Foto sind die Taschenbuchausgabe von "Rosemary und Rue" und ein kleiner Teller mit vier Pralinen zu sehen.

Nach „Aggretsuko“ habe ich mich ein bisschen online rumgetrieben und dann doch mal zu „Rosemary und Rue“ gegriffen. Sehr weit bin ich noch nicht gekommen, aber ich finde es faszinierend nach so langer Zeit mal wieder an den Anfang der October-Daye-Geschichten zurück zu kehren. Angeblich gibt es ja schon im ersten Band sehr viele Elemente, die einem erst ins Auge springen, wenn man die späteren Teile schon gelesen hat, weil die Autorin da schon Andeutungen auf weitere Entwicklungen versteckt hat, aber auf den ersten Seiten habe ich noch keine davon entdeckt. 😉 Bevor ich wieder zum Buch greife, drehe ich noch eine letzte Blogrunde. Wir lesen uns (hoffentlich) morgen wieder! Es war wieder nett mit euch! 🙂

 

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Heutige Mitleserinnen:

Lyne
Anette
Neyasha
Sunny
Kiya

Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)

Nachdem ich am Wochenende solche Lust auf eine Hexengeschichte hatte, habe ich spontan „Begone the Raggedy Witches“ von Celine Kiernan vom SuB gezogen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Mup (Pearl) erzählt und beginnt eines Abends, als Mup gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Tipper und ihrer Mutter Stella aus dem Krankenhaus nach Hause fährt. Während der Fahrt sieht Mup Hexen, die das Auto verfolgen, und erinnert sich daran, dass ihre Großtante Boo sie vor den Hexen gewarnt hatte und dass Mup ihr unbedingt Bescheid sagen soll, wenn sie jemals welche sieht. Doch Tante Boo liegt im Krankenhaus im Sterben und ihre Mutter hört ihr nicht zu, bis die Hexen schon längst ins Haus der Familie eingedrungen sind und kurz darauf Mups Vater Daniel vermisst wird. Um ihren Vater zu retten, macht sich der Rest der Familie auf in das magische Königreich Witches Borough, dessen böse Königin sich als Tante Boos Schwester herausstellt – was Mups Mutter Stella zur Thronerbin macht.

Während Mup, Stella und ihr kleiner Bruder nur ihren Vater befreien wollen, erhoffen sich die Rebellen in Witches Borough, dass Stella den Kampf gegen die böse Königin aufnimmt und so die Herrschaft ihrer eigenen Mutter beendet. Was genau das wäre, was die Königin seit der Geburt ihrer Tochter fürchtet und weshalb Tante Boo Stella überhaupt in die Menschenwelt in Sicherheit gebracht hat. Je mehr Mup von den Vorgängen in Witches Borough mitbekommt, desto mehr fürchtet sie, dass sie ihre Mutter an das magische Land verliert. Auf der anderen Seite kann Mup ebensowenig wie ihre Mutter mit ansehen, wie die Bewohner des Landes unter der Herrschaft ihrer Großmutter zu leiden haben. Celine Kiernan gelingt es sehr gut, die verschiedenen bedrohlichen Facetten eines Lebens unter einer Tyrannin darzustellen und trotzdem immer wieder wunderbar amüsante und absurde Szenen einzuflechten, die die Geschichte auflockern und dafür sorgen, dass sie für jüngere Leser nicht zu beängstigend wird.

Außerdem mochte ich es sehr, wie Celine Kiernan die Handlung auf den ersten Blick rund um die tyrannische Herrschaft von Mups Großmutter spielen lässt, sich die Geschichte aber vor allem damit beschäftigt, was eine Familie eigentlich ausmacht, was es bedeutet, jemandem zu vertrauen, und welche Verantwortung damit verbunden ist, wenn jemand das Vertrauen einer Person genießt. Ebenso ist es ein wichtiges Thema in der Geschichte, dass es grundsätzlich nicht gut ist, wenn jemand darüber bestimmen will, wie das Leben eines anderen auszusehen hat – unabhängig davon, wie gut die Motive einer Person sein mögen. So sind all die Charaktere in „Begone the Raggedy Witches“ wunderbar stimmig dargestellt, mit all den guten und schlechten Eigenschaften, die eine realistische Figur nun einmal ausmachen, und es gibt immer wieder kleine Momente oder Dialoge, die den Leser darüber nachdenken lassen, wie man mit seiner Familie und seine Freunden umgehen will und wie man von ihnen behandelt werden möchte. Dabei werden all diese Elemente in eine unterhaltsame und märchenhafte Geschichte verpackt, die voller Magie und Hexen, voller dramatischer Ereignisse und überaus amüsanter Momente ist.

Catie Murphy: Dead in Dublin (Dublin Driver Mystery 1)

Nachdem ich in letzter Zeit sehr viele fantastische Sachen gelesen hatte, hatte ich in den letzten Tagen spontan Lust auf einen gemütlichen Kriminalroman. Und da vor ein paar Tagen der zweite Band der „Dublin Driver“-Reihe rausgekommen ist, dachte ich, dass es doch langsam mal Zeit wird, den ersten Teil rund um Megan Malone in den Tiefen meines eReaders zu suchen. Bislang kannte ich von der Autorin vor allem „Romantasy“ (in Form von Liebesgeschichten mit Gestaltwandlern), aber schon da mochte ich, dass ihre Figuren sich realistisch anfühlen und dass sie in der Regel respektvoll miteinander umgehen. Die Tatsache, dass ich das überhaupt betonen muss, zeigt, dass das in diesem Genre leider nicht selbstverständlich ist. „Dead in Dublin“ hingegen ist ein gemütlicher Kriminalroman, dessen Protagonistin Megan, eine gebürtige Texanerin, seit ungefähr drei Jahren in Dublin lebt. Megan arbeitet – nachdem sie zwanzig Jahre lang in der US-Armee als Sanitäterin tätig war – als Chauffeurin für einen Limousinendienst, der sich darauf spezialisiert hat, Touristen zu fahren, und so stolpert sie auch über ihren ersten Mordfall.

Genau genommen wartet sie in ihrem Wagen darauf, dass ihre Kunden Elizabeth und Simon Darr nach einem Restaurantbesuch so weit sind, dass sie sie wieder ins Hotel fahren kann, als Elizabeth vor der Statue von Molly Malone zusammenbricht und trotz der gemeinsamen Wiederbelebungsversuche von Megan und Simon verstirbt. Da man sich anfangs nicht sicher ist, ob eine natürliche Todesursache, eine Lebensmittelvergiftung oder gar eine gezielte Vergiftung für den Tod der Restaurantkritikerin verantwortlich ist, beginnt die Gadaí (Polizei) in Gestalt von Detective Paul Bourke zu ermitteln. Auch Megan versucht, so viel wie möglich über Elizabeth und ihre eventuellen Feinde herauszufinden, da sie nicht nur das Bild der sterbenden Frau nicht aus ihrem Kopf bekommt, sondern sich gleichzeitig Sorgen um ihre Freundin Fionn macht, in deren Restaurant die Verstorbene ihre letzte Mahlzeit zu sich genommen hat. Ich mochte an der Protagonistin sehr, dass sie durch ihre berufliche Verbindung zur Toten und ihre Freundschaft zu Fionn in die Angelegenheit verwickelt wird, aber ihre Nase vor allem deshalb in den Mordfall steckt, weil sie wissen will, was hinter all den Geschehnissen steckt, die sie rund um den Tod von Elizabeth Darr mitbekommt.

Megan ist neugierig, aber auch freundlich, hilfsbereit und offen gegenüber den Menschen, denen sie begegnet, was immer wieder dazu führt, dass ihr die Leute mehr erzählen als der Polizei. Dabei behält Megan die von ihr ermittelten Informationen nicht für sich, sondern teilt ihr Wissen mit Paul Bourke, was ich ungemein angenehm fand. Es gibt keinerlei wie auch immer geartete Rivalität zwischen der Protagonistin und dem Polizisten, ebensowenig wie spontane und unwiderstehliche Anziehung, sondern so etwas wie eine vorsichtig aufkeimende Freundschaft und gegenseitigen Respekt, während Megan gleichzeitig versucht, Paul zu einem Date mit ihrer Freundin Niamh zu bringen. Insgesamt habe ich es seht genossen, von Megans Umgang mit anderen Personen zu lesen. Ich habe selten so normale und wohltuende Beziehungsbeschreibungen in einem Cozy gelesen wie hier. Dazu kommen immer wieder amüsante Dialoge oder absurde Szenen, die nicht übertrieben oder zu abwegig erscheinen, sondern in sich stimmig und passend wirken und mich wunderbar unterhalten haben.

Außerdem merkt man dem Roman an, dass die Autorin selbst eine Amerikanerin ist, die seit vielen Jahren in Dublin lebt, weil sie sich in die Architektur, die Menschen und die Landschaft verliebt hat. Es gibt keine schwärmerischen Beschreibungen von Dublin, aber kleine, liebevolle Beobachtungen und ein Bewusstsein für Megans Umgebung, die davon zeugen, dass es für sie eben nicht selbstverständlich ist, in einer Stadt mit einer so langen Geschichte zu leben. Dazu kommen immer wieder Anmerkungen zu amüsanten oder überraschenden Sprachbarrieren, die zwischen Iren und Amerikanern entstehen, die ich lustig oder interessant fand.

Nachdem ich jetzt so viel über alles andere geschrieben habe, sollte ich jetzt wohl noch auf den Krimianteil der Geschichte eingehen, den ich durchaus solide geschrieben fand. Es hat mir Spaß bereitet, Megan bei ihren Ermittlungen zu begleiten und mir meine eigenen Gedanken über die verschiedenen Charaktere und ihr Verhältnis zu der Ermordeten zu machen. Ich muss aber auch zugeben, dass ich die Auflösung ein bisschen abwegig fand (und gern mehr über das verwendete Gift wüsste). Das hat aber meinen Spaß an „Dead in Dublin“ keinesfalls getrübt – was man schon allein daran sehen kann, dass ich direkt im Anschluss auch den zweiten Kriminalroman rund um Megan Malone („Dead on the Green“) gelesen und wieder sehr genossen habe.

Herbstlesen im Oktober 2020 (So., 18. Oktober)

Gestern war ein schöner Herbstlesentag, auch wenn ich nicht so viel gelesen und dafür ziemlich viel Zeit mit Spielen verbracht habe. Meine Pläne für heute sind eigentlich die gleichen wie immer: Eine kurze Runde im Haushalt drehen, dann lesen, frühstücken, Animal-Crossing- und Brettspielen. Wobei ich gerade überraschend wenig motiviert bin meine angefangenen Bücher weiterzulesen, obwohl ich sie wirklich gern mag. Aber bei dem einen gibt es so viele Informationen (und eine relativ kleine Schrift) und das andere ist zwar gut, aber eine Art von Fantasy, die gerade nicht ganz meiner Stimmung entspricht. Mal schauen, ob ich trotzdem dazu greife oder im SuB nach einer weiteren Lektüre suche.

 

Update 11:30 Uhr

Der Vormittag ist heute vor allem mit „Animal Crossing“ vergangen – Sonntag ist halt immer Rübenkauftag und wenn ich eh darauf warte, dass die anderen Rübenspekulanten ihren Preis melden, kann ich auch meine tägliche Runde auf der Insel drehen. 😉 Außerdem habe ich meine nächtliche Timeline aufgelesen, mich online etwas verschwatzt und zum Frühstücksporridge habe ich eine weitere Seanan-McGuire-Kurzgeschichte gelesen. Insgesamt fühle ich mich heute etwas dümpelig und wäre eigentlich ganz zufrieden, wenn ich einfach nur in meine Sofadecke eingekuschelt den Tag verdösen würde, aber natürlich bin ich heute Nachmittag schon zum Brettspielen verabredet (und wäre heute Abend auch nicht zufrieden, wenn ich den Tag so verstreichen lassen würde).

 

Update 14:00 Uhr

Bevor ich ein paar Stunden zum „Obsession“-Spielen verschwinde, erzähle ich hier noch kurz, was ich seit dem letzten Update gemacht habe. Genau genommen habe ich erst etwas Zeit damit verschwendet nörgelig zu sein, weil irgendwie nichts zu passen schien und niemand mich so unterhalten wollte, wie es mir gerade passte. (Besonders schmollig machte mich die Tatsache, dass die wenigen Youtuber, deren Videos ich gern schaue, in den vergangenen Tagen nichts Neues hochgeladen haben, obwohl ich mich doch gern berieseln lassen wollte. 😉 ) Dann aber habe ich beschlossen, dass ich mir einen großen Pot heißen Kakao gönne und vorher noch eben einen Blick auf den SuB werfe. Als mir dabei dabei „Begone the Raggedy Witches“ in die Hände fiel, habe ich dann beschlossen, dass ich in das Buch mal reinlese, weil ich gerade so viel Lust auf Hexen habe. Mehr als 50 Seiten später freue ich mich jetzt schon darauf, dass ich die Geschichte am späten Nachmittag weiterlesen kann. Ich mag Mup (auch wenn ich gern wüsste, wie alt sie ist – vielleicht so um die acht Jahre?), ich mag ihre tote Tante Boo und ich bin fasziniert davon, wie die Autorin Celine Kiernan Mups Mutter beschreibt, die zwischen Fürsorge und Überforderung zu schwanken scheint und für die die andere Seite der Grenze gerade überraschend verlockend zu sein scheint, auch wenn Tante Boo sie immer davor gewarnt hat.

 

Update 17:00 Uhr

Da war eine überraschend lustige Runde „Obsession“! Wir haben noch nie so viele Gebäudeteile gekauft, wir haben noch nie so wenig schreckliche Gäste gehabt und wir haben selten so einen knappen Ausgang gehabt. Wenn mein Mann nicht eine extra Karte mit Siegpunkten gehabt hätte, hätte ich gewonnen – so hatte mein Mann am Ende vier Punkte mehr. *g* Was ich dieses Mal angenehm fand, war, dass ich nie zu wenig Personal hatte, nie zu wenig Gäste, die ich einladen konnte, und dass ich immer ein oder zwei Züge vorausplanen konnte, ohne dass mir irgendwas dazwischen kam. 🙂 Jetzt drehe ich aber erst einmal eine Blog- und Kommentarrunde, bevor ich wieder zum Buch greife.

 

Update 22:00 Uhr (letztes Update)

Oh, das war ein lustiger Abend! Nach dem letzten Update und einer schnellen Kommentarrunde habe ich noch etwas in „Begone the Raggedy Witches“ gelesen (und ja, Kiya, das ist ein Buch für dich!), bevor ich dann kochen musste. Zum Essen gab es nach langer Zeit mal wieder Mais-Risotto (das einzige Risotto-Rezept, das ich kenne, in dem zusätzlich Mascarpone verwendet wird) und dann haben wir den Film „Knives Out“ gesehen, von dem ich schon viel gehört hatte. Lustigerweise hatte ich keine rechte Vorstellung davon, was mich bei diesem Film erwarten würde – nur so eine grobe Erwartung von „Hommage an klassische Cozys“ und „gute Schauspieler in ungewöhnlichen Rollen“ – was das Ganze umso netter gemacht hat. Wir haben uns wunderbar unterhalten (auch wenn mein Mann etwas mit dem seltsamen Akzent, den Daniel Craig in seiner Rolle hatte, zu kämpfen hatte) und ich freu mich schon darauf in den kommenden Tagen noch die Extras auf der BluRay zu schauen.

Jetzt schaue ich noch, wie es euch heute Abend so ergangen ist und antworte auf eure Kommentare und dann bleibt mir vielleicht noch ein bisschen Zeit zum Lesen, bevor ich ins Bett gehe. Es war wieder nett mit euch gemeinsam zu lesen! Habt einen guten Start in die Woche und vielleicht lesen wir uns ja am Samstag wieder beim Herbstlesen! 🙂

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Heutige Mitleserinnen:

Kiya
Sayuri
Anette
Sunny
JED

Herbstlesen im Oktober 2020 (Sa., 17. Oktober)

Die vergangene Woche war ein bisschen seltsam und von ein paar Kurzgeschichten und einem sehr schmalen Cozy („Dead in Dublin“ von Catie Murphy) und den ersten Kapiteln im Folgeband („Death on the Green“) habe ich nichts gelese. Stattdessen habe ich tagsüber meine Pausen mit Puzzeln verbracht und dabei mal wieder festgestellt, dass ich lieber Puzzle im Querformat mache als im Hochformat, auch wenn ich das Motiv wirklich mag. Ansonsten habe ich gestern die jährliche Grippeimpfung hinter mich gebracht und bin gespannt, ob ich mich (wie in den vergangenen Jahren) übers Wochenende etwas angeschlagen fühlen werde. Immerhin kann ich sagen, dass ich die leichten Halsschmerzen beim Aufwachen schon zwei Tage vor der Impfung (und der Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs) hatte. 😉 Bevor ich mich zum Lesen einrolle, kümmere ich mich erst einmal um die täglichen Pflichten, und schaue dann, auf welches Buch ich heute Lust habe.

 

Update 11:30 Uhr

Den heutigen Vormittag habe ich mit einer ganzen Reihe von Dingen verbracht. Erst habe ich etwas aufgeräumt, Geschirr abgewaschen, den Einkauf verstaut und eine schnelle erste Runde über die Insel gedreht. Dann bin ich bei unserem Puzzle hängengeblieben und als mir dort zu kalt wurde, habe ich mir einen Tee gekocht und ein bisschen gelesen. Ich mag gerade den Ton und die Figuren in den Romanen von Catie Murphy sehr und bin neugierig darauf zu erfahren, wieso der allseits beliebte Lou MacDonald ermordet wurde. Den Sport habe ich für heute gestrichen, da mein Knie nach der gestriegen Nutzung einer Hochflurbahn wieder muckt. Ich hoffe wirklich, dass die Stadt endlich mal die bestellten Straßenbahnen geliefert bekommt und dass dann die museumsreifen Dinger nicht mehr in unserem Viertel eingesetzt werden. Normalerweise würde ich einfach auf die nächste (normale) Straßenbahn warten, aber gestern musste ich früh genug wieder Zuhause sein, um ab elf Uhr bereit für den Gemüselieferant zu sein (der dann erst gegen 16 Uhr klingelte *seufz*). Nachdem mein Tee geleert war, habe ich mich noch auf den Feedreader gestürzt, in dem sich schon wieder viel zu lange ungelesene Beiträge gesammelt hatten. Die Beiträge sind jetzt auch gelesen (und zum Teil kommentiert) und nun wird es Zeit für mein Frühstück!

 

Update 13:45 Uhr

Zum Frühstück habe ich weiter in „Dead on the Green“ gelesen und da ich mich dabei so gut amüsiert habe, habe ich das Buch im Anschluss noch beendet. Ich fand den Krimianteil nett, auch wenn ich bei beiden Bänden das Gefühl hatte, dass man als Leser nicht richtig mitraten kann, weil einem hier und da Informationen zur Lösung fehlen. Aber da man immer genau so viel weiß wie die Protagonistin Megan selber, passt das. Wie schon erwähnt mochte ich die Charaktere sehr gern und eine Sache ist mir ganz besonders deutlich ins Auge gesprungen: Es gibt keine Liebesgeschichte in dieser Cozy-Reihe! Ich habe das Gefühl, dass sich bei jeder anderen Reihe eine Beziehung zwischen Megan und dem ermittelnden Polizisten Paul entwickelt hätte. Hier hingegen vermittelt Megan ein Treffen Paul und einer ihrer Freundinnen, außerdem flirtet sie dezent mit einem Kollegen, hat ein Date mit einer Frau, die sie vor ein paar Monaten in ihrem Fitnessclub kennengelernt hat, und all das ist ganz natürlich und normal und freundschaftlich und ohne jegliches Drama. Außerdem mag ich wie Catie Murphy Dublin als Schauplatz verwendet. Die Autorin ist ebenso wie ihre Protagonistin Amerikanerin und lebt seit einigen Jahren in Dublin und so gibt es immer wieder Elemente, die die Amerikanerin an Irland irritieren, aber auch Szenen, in denen sie die historischen Gebäude, die Landschaft und die sympathischen Eigeneheiten der Iren würdigt. Dafür, dass in diesen Büchern um Mord geht, ist alles wunderbar nett und entspannend zu  lesen und lustig geschrieben und ich freu mich jetzt schon auf den dritten Band, der im kommenden Jahr erscheinen wird.

 

Update 16:00 Uhr

Das war heute eine lustige Spielerunde, wobei wir erst einmal beim „Wegräumen“ des Puzzles noch etwas hängengeblieben sind und ein paar Teile angelegt haben. Dann aber ging es los mit einer weiteren „Godzilla“-Runde, wobei wir dieses Mal nicht Godzilla und Megalon, sondern Mothra und King Ghidorah gespielt haben. Anfangs dachte ich, ich würde mit Mothra überhaupt nicht voran kommen, weil Mothra keine nennenswerten Angriffe hat, aber all die kleinen Nadelstiche haben dafür gesorgt, dass ich am Ende dann doch haushoch gesiegt hatte. Das hat Spaß gemacht, auch weil wir so gar nicht wussten, welche Sachen überhaupt mit diesen Figuren möglich waren. 😀

 

Update 20:30 Uhr

Nach dem letzten Update wurde es Zeit für eine Runde Kuchen (genauer gesagt ein halber „Marzipankragen“ und ein halbes „Schoko-Croissant“) und danach habe ich eine etwas längere Runde „Animal Crossing“ gespielt und nicht nur alle „Pflichten des Tages“ abgearbeitet, sondern auch noch eine neue kleine Insel besucht und dort einen Haufen Anleitungen, die mein Mann und ich in dieser Woche doppelt hatten, abgeliefert.

Nach der „Animal Crossing“-Runde waren meine Hände so kalt, dass ich mich tief in meine Sofadecke eingegraben habe, um sie wieder aufzuwärmen. Wieder wach geworden bin ich dann von dem Wecker, den ich mir fürs Kochen gestellt hatte … *g* Eine Kommentarrunde habe ich dann nebenbei auch noch gedreht und nun weiß ich gerade nicht so recht, was ich als nächstes mache, da wir gegen 21 Uhr bei Sayuri zum Sternschnuppenschauen verabredet sind. 😉

Update 22:45 Uhr

Das war ein ziemlich langer, aber auch sehr lustiger Inselbesuch bei Sayuri und wenn ich schon heute Abend nicht mehr zum Lesen gekommen bin, so habe ich mir bei Sayuri doch immerhin gemütlich in der Küche ein Buch angeschaut. 😉 Ich bin gespannt, wie viele Sternschnuppen ich morgen am Strand finde, und ein paar neue Items gab es auch wieder für den Katalog. *g* Jetzt wird es aber langsam Zeit ins Bett zu fallen, wobei ich vorher noch eine kleine Kommentarrunde drehen werde. Ich wünsche euch schon mal eine gute Nacht! Bis morgen! 🙂

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Heutige Mitleserinnen:

Neyasha
Kiya
Sayuri
Sunny

Edward Willett (Hrsg.): Shapers of Worlds (Anthologie)

Da ich für die Anthologien, die ich lese, gern einen Beitrag habe, in dem ich meine gesammelten Eindrücke zu den Kurzgeschichten aufschreibe, gibt es natürlich auch zu „Shapers of Worlds“ einen Post. In dieser Anthologie hat der Autor Edward Willett Kurzgeschichten von Autoren gesammelt, die 2018 in seinem Podcast über die Hintergründe des Schreibens mit ihm geredet haben. Dabei reichen die Beiträge von klassisch anmutender Science Fiction über Fantasy bis jinzu eher genreübergreifenden Geschichten, und ich persönlich fand es sehr spannend, so gar nicht zu wissen, was mich bei einem Text erwarten würde. Allerdings muss ich auch zugeben, dass ich beim Lesen dieser Anthologie – obwohl ich vorher relativ wenige Autoren kannte – nur eine Autorin (Shelley Adina) gefunden habe, die mich neugierig auf weitere Geschichten aus ihrer Feder gemacht hat.

1. Edward Willett: Vision Quest
Die erste Geschichte überhaupt, die ich von dem Autor gelesen habe, und sie hat mir sowohl inhaltlich als auch vom Erzählton gut gefallen. Erzählt wird die Handlung aus zwei Perspektiven: Auf der einen Seite aus der Sicht von Jamie, die vor einiger Zeit ihre Mutter verloren hat und sich eines Tages auf unerklärliche Weise von einem Stein inmitten der Prärie angezogen fühlt. Auf der anderen Seite von einem uralten Wesen, das seit vielen Jahrhunderten junge Menschen zu sich lockt. Bringt die Geschichte anfangs einen fast schon unheimlichen Unterton und eine beinah Lovecraftsche Atmosphäre mit sich, so entwickelt sie sich am Ende zu etwas sehr Schönem, das meine Fantasie angeregt und mir gutgetan hat. Doch, das hat mir wirklich gefallen. 🙂

2. Tanya Huff: Call to Arms
Tanya Huff war einer der Namen, die mich dazu gebracht haben, diesen Kickstarter überhaupt zu unterstützen. Die Geschichte spielt in der gleichen Welt wie „The Silvered“, neun Jahre nach den Ereignissen, die im Roman erzählt werden, und dreht sich auf der einen Seite darum, objektiv mit einer Macht wie dem Empire umzugehen, und auf der anderen Seite darum, dass eine funktionierende und menschliche Gesellschaft nicht auf Machtgier aufgebaut werden kann. Viel zum Nachdenken, viel zum Lachen – für mich eine typische Tanya-Huff-Geschichte. Sehr gut! Ich bin mir nicht sicher, ob die Kurzgeschichte so gut funktionieren würde, wenn man den Roman nicht kennt, gehe aber davon aus – für mich persönlich war es die perfekte Ergänzung zu „The Silvered“.

3. John Scalzi: The Tale of the Wicked
Ich finde es immer wieder lustig, dass ich von dem Autoren John Scalzi vor allem seinen Blog und seinen Twitteraccount kenne – und eine Handvoll Kurzgeschichten. Und jedes Mal, wenn ich wieder eine seiner Kurzgeschichten lese, denke ich, dass ich mir endlich einen seiner Romane vornehmen sollte. So auch nach dem Lesen von „The Tale of the Wicked“, in dem die Besatzungen zweier feindlicher Raumschiffe längere Zeit „Katze und Maus“ miteinander gespielt haben und nun feststellen müssen, dass ihre Raumschiffe die Regeln geändert haben. Die Grundidee ist – ebenso wie der Verweis auf „Asimov’s Laws of Robotics“ – nicht neu, aber gut geschrieben, mit amüsant zu lesenden kleinen Details und Wendungen und einem Ende, das deutlich hoffnungsvoller ist, als man es bei einer Geschichte, die mitten in einem Kampf beginnt, erwarten konnte.

4. John C. Wright: The Farships Fall to Nowhere
Diese Geschichte erzählt eine kurze Begegnung zwischen den namenlosen Erzähler und einem alten Mann, die auf dem Planeten Nowhere gemeinsam ein Glas leeren. Anfangs war ich etwas verwirrt, aber das war überaus passend, denn so erging es auch dem Erzähler. Je länger er sich allerdings mit dem alten Mann unterhält, desto mehr erfährt er über das Leben auf diesem Planeten und über das Schicksal der Raumschiffe, die dort nach langen, langen Reisen anlegen. Eine überraschende und gute Geschichte, die mir nicht nur aufgrund der Erzählstimme gefallen hat, sondern auch, weil sie eine Sicht auf Siedlungsraumschiffe wirft, die ich so noch nie gesehen habe. (Wobei ich zugeben muss, dass ich seit meiner Teenagerzeit nur noch sehr sporadisch SF lese. 😉 )

5. L. E. Modesitt, Jr.: Evanescence
Ich weiß nicht, was ich von dieser Geschichte halte. Sie dreht sich um … eine Begegnung im All, um Musik, um Kommunikation, um den Beginn einer Welt? Die Hälfte der Zeit hatte ich das Gefühl, nicht so recht greifen zu können, was der Autor mir sagen will, was irgendwie unbefriedigend war. Auf der anderen Seite fand ich das Ende nett und stimmig, so dass ich nicht unzufrieden aus der Geschichte gegangen bin.

6. Julie E. Czerneda: Peel
Uhhhh, diese Geschichte war gruselig und deprimierend, aber auch faszinierend … Wobei ich das Gefühl habe, ich düarf hier nichts über den Inhalt sagen, weil das zu viel verrät. Es gab zu Beginn auf jeden Fall ein paar Szenen, die mich intensiv an „The Stepford Wives“ erinnerten. Gut erzählt, aber keine Geschichte, zu der ich gern noch einmal zurückkehren würde, auf der anderen Seite aber wohl auch eine Geschichte, die noch längere Zeit in mir nachhallen wird.

7. Shelley Adina: The Knack of Flying
Diese Geschichte habe ich wirklich sehr gemocht, und da ich bislang nichts von der Autorin gelesen hatte, waren ihre Steampunkwelt und ihre Figuren eine angenehme Überraschung für mich! Nachdem ich nun die Pilotin Lady Phil(omena Noakes), den ungewöhnlichen Lewis Protheroe und ihre Freunde kennengelernt habe, habe ich gleich mal die ersten vier Magnificent-Devices-Steampunk-Bände der Autorin auf meine Merkliste gesetzt.

8. Derek Künsken: Ghost Colours
Der Autor erzählt mit „Ghost Colours“ eine Geschichte über ein Paar – Vanessa und Brian – und den Geist Pablo, der Brian seit ein paar Jahren heimsucht. Ich mochte es sehr, dass man in dieser Geschichte Geister erben kann, und ich fand Pablos Fachgebiet sehr interessant, doch vor allem fand ich es fasziniered, wie weit die Menschen in dieser Welt gehen, um einen Geist loszuwerden. Umso schöner war es, Brians Gedanken zu verfolgen und seine Gedanken und Gefühle gegenüber Pablo kennenzulernen. Das war nett, aber ehrlich gesagt auch nicht mehr.

9. Thoraiya Dyer: One Million Lira
Das war eine brutale Geschichte mit einem viel zu wahren Kern. Eine Geschichte über zwei Scharfschützinnen, die auf verschiedenen Seiten stehen und über ihre Motivation, diesen Beruf auszuüben, und über eine Welt, in der Überleben zu einer Herausforderung wird, nachdenken. Ich weiß nicht, ob ich hier von „gefallen“ sprechen kann, aber das war auf jeden Fall eine eindringliche Geschichte.

10. Gareth L. Powell: Pod Dreams of Tuckertown
Das war definitiv keine schöne Geschichte! Erzählt wird die Handlung aus der Sicht des achtzehnjährigen Pod, der von der Zeit träumt, als er gemeinsam mit seinen Freunden Eric und Kai noch Tuckertown unsicher machte. Eine Zeit, bevor Außerirdische die Gesellschaft übernahmen und die Regeln änderten. Im Laufe der Geschichte fällt Pod eine Entscheidung und ich weiß nicht, ob ich seinen Zustand davor oder danach schlimmer finde. Alles in allem war „Pod Dreams of Tuckertown“ ziemlich deprimierend.

11. Seanan McGuire: In Silent Streams, Where Once the Summer Shone
Diese Geschichte ist eine sehr bedrückende, aber auch überraschend verständnisvolle Auseinandersetzung mit den vergangenen Monaten und dem häufig erschreckend ignoranten Umgang der Menschheit als Ganzes mit der Corona-Pandemie. Sehr eindringlich erzählt Seanan McGuire davon, dass eine Apokalypse in der Regeln nicht wie im Film mit großem Lärm einhergeht, sondern leise und schleichend mit dem Sterben der Insekten, dem Verschwinden der Wälder und einem Virus, das sich über die gesamte Welt ausbreitet.

12. Fonda Lee: Welcome to the Legion of Six
Ein alternder Superheld, der während der Bewerbungsgespräche für Neuzugänge für „The Legion of Six“ über all die Veränderungen nachdenkt, die die vergangenen Jahrzehnte mit sich gebracht haben. Ich mag einfach solche „hinter den Kulissen von Superhelden-Organisationen“-Geschichten, außerdem fand ich den Erzähler sympathisch und mochte es, dass man trotz der Kürze einen erstaunlich guten Eindruck von all den Kandidaten für die Anwerbung bekam. Doch das Beste an der Geschichte war das Ende, das dafür gesorgt hat, dass ich jetzt noch lächeln muss, wenn ich daran denke!

13. Christopher Ruocchio: Good Intentions
Ich finde es wirklich spannend, wie unterschiedlich die Geschichten in dieser Anthologie sind. Christopher Ruocchio lässt den Leser mit „Good Intentions“ in eine fremde Welt reisen, in der eine Wissenschaftlerin die örtlichen Gepflogenheiten (zu denen unter anderem Sklaverei gehört) kaum ertragen kann. Doch als sie versucht, etwas zum Besseren zu wenden, scheint alles nur noch schlimmer zu werden. Ich muss zugeben, dass ich die Erzählstimme zwar mochte, aber von einer Wissenschaftlerin ein weniger irrationales Vorgehen und eine intensivere Betrachtung der Fakten erwartet hätte. Die Protagonistin scheint so festgefahren in ihrer Meinung zu sein, dass sie nur eine Perspektive sieht, und das finde ich nicht angemessen. Auf der anderen Seite ist es schon stimmig, dass sie hartnäckig eine Lösung für ein Problem sucht … So recht kann ich mich am Ende nicht entscheiden, ob ich die Geschichte mochte oder nicht.

14. David Brin: „Shhhh …“
David Brins Geschichte erzählt von einer Menschheit, die durch den Kontakt mit Außerirdischen verändert wurde, von einem wahnsinnigen Präsidenten und einer großen Frage, die den Erzähler beschäftigt. Ich mochte „Shhhh …“ sehr, gerade weil der Autor so viele Elemente in der Handlung offen und einem so viel Spielraum für eigene Gedanken lässt. Und mir gefällt die Vorstellung, dass der Erzähler am Ende recht behält und alles richtig beobachtet hat. 😉

15. D.J. Butler: The Greatest of These Is Hope
Das war eine wirklich hübsche Geschichte über einen sterbenden Planeten und dass Hoffnung manchmal aus unerwarteten Ecken kommt. Ich mochte die Erzählstimme der elfjährigen Izzy ebenso wie die anderen Charaktere, die der Autor in die Handlung eingebaut hat. Ein Teil von mir ist zynisch und fürchtet, dass nach dem hoffnungsvollen Ende für die Figuren noch etwas schief laufen könnte, ein anderer Teil möchte glauben, dass Izzys kleiner Bruder Bear und sein neuer Freund ein Zeichen für eine hoffnungsvollere Zukunft sind. Aber gerade die Tatsache, dass so viele Möglichkeiten in dem Ende von „The Greatest of These Is Hope“ mitschwingen, macht es für mich zu einer guten Geschichte.

16. Dr. Charles E. Gannon: A Thing of Beauty
Diese Geschichte von Dr. Charles E. Gannon finde ich schwierig, weil mir auf der einen Seite die Erzählweise und die Figuren gefallen, ich auf der anderen Seite aber ein riesiges Problem mit der Lösung habe, die die Protagonistin am Ende wählt. Der Autor lässt seine Handlung auf einem Mond spielen, der – ebenso wie der Rest des bekannten Universums – von Konzernen beherrscht wird. Und diese Konzerne bzw. die Entscheidungsträger in diesen Konzernen geben nicht viel auf ein Menschenleben, was zu Beginn der Geschichte dazu führt, dass die Protagonistin Elnesse zwei Führungskräfte dabei belauscht, wie sie einen Plan entwerfen, um die „nichtproduktiven“ und somit „zu teuren“ Waisenkinder unter ihrer Obhut loszuwerden. Ich wünschte mir, der Autor, der ausführlich die Kunst der Protagonistin beschreibt, hätte einen kreativeren Weg gefunden, um am Ende der Geschichte die Kinder zu retten. So hingegen bin ich am Ende ziemlich enttäuscht von „A Thing of Beauty“ …

17. David Weber: Home Is Where the Heart Is
Das war eine sehr, sehr nette Geschichte – vor allem, wenn man bedenkt, dass der Teufel seine Finger bei diesem Text im Spiel hatte 😉 – mit einer überraschenden Wendung am Ende, die ich so nicht erwartet hätte. (Ich war eher davon ausgegangen, dass der Protagonist sich als das Gegenteil dessen herausstellt, was er wirklich war.) Wenn ich sehr ernsthaft nach einem Kritikpunkt suche, dann könnte ich höchstens sagen, dass ich bei der Länge der Geschichte gern noch ein kleines bisschen mehr über den Werdegang des Protagonisten erfahren hätte, aber so wie es war, war es auch gut.

18. Joe Haldeman: Tricentennial
„Tricentennial“ ist eine gut geschriebene Geschichte über eine Gruppe von Wissenschaftlern, die eine Nachricht ins All schicken will, um die benachbarten Aliens wissen zu lassen, dass es sie gibt. Ein bisschen frustierend fand ich die „überraschende“ Wendung am Ende, die ich nicht so überraschend fand und bei der ich das Gefühl hatte, ich hätte sie schon mehrfach so gelesen. Was bei mir mal wieder zu dem Schluss geführt hat, dass ich grundsätzlich lieber (Urban) Fantasy, Science Horror oder Steampunk lese als „klassische“ Science Fiction, weil ich da das Gefühl habe, dass auch schon erzählte Ideen mir mit mehr Variablen präsentiert werden als bei dieser Art von SF-Geschichten.

Jonna Gjevre: Arcanos Unraveled

Wenn ich überlege, dass ich früher nie einen Blick auf die Cover der Bücher geworfen habe, die ich gekauft habe, dann habe ich in letzter Zeit doch erstaunlich viele „Coverkäufe“ unter meinen Neuzugängen. Auch bei „Arcanos Unraveled“ von Jonna Gjevre wurde ich durch das Cover von Kathleen Jennings (deren Designs auch alle Mund-Nasen-Schutzmasken schmücken, die ich besitze) auf den Roman aufmerksam und fand dann den Klappentext reizvoll genug, um mir das Buch recht spontan zu kaufen, obwohl ich von der Autorin vorher noch nichts gehört hatte. Die Geschichte spielt zu heutiger Zeit in Madison (Wisconsin), auch wenn man davon am Anfang kaum etwas merkt, da die Protagonistin Anya Winter in einer magischen Parallelgesellschaft lebt, die jeglichen Kontakt mit magielosen Personen meidet.

Anya ist eine Heckenhexe (und somit eine „minderwertige Magiekundige“) und hat zu Beginn des Jahres mit viel Glück eine Vertretungsstelle als Dozentin für textile Zauberei in der magischen Universität Arcanos Hall bekommen, obwohl sie selbst keinerlei Studienabschlüsse vorweisen kann. Da die magische Gesellschaft durch Kontakt mit nichtmagischen Technologien wie Smartphones, PCs und Ähnlichem ihre Magie verliert, gibt es keinerlei Austausch zwischen den beiden Welten, und so hat sich diese Parallelgesellschaft ein eher mittelalterlich anmutendes System erhalten, inklusive Königen, die gegeneinander um die Herrschaft der (magischen) Welt Krieg führen. So ist es auch kein Wunder, dass sich unter Anyas Studenten vor allem Adelige befinden, wenn man von einigen wenigen Stipendiaten absieht, und dass Anya selbst es nicht einfach hat, sich in der akademischen Welt zu behaupten.

Trotzdem liebt sie Arcanos Halls sehr und hat das Gefühl, endlich ein Zuhause gefunden zu haben, bis ihr innerhalb kürzester Zeit all die Dinge, die sie in den vergangen Monaten erreicht hat, genommen werden. Der magische Schutzschirm der Universität wird zerstört, und irgendwie gelingt es ihrem ehemaligen Liebhaber Professor Ruskin, die Schuld dafür auf Anya zu schieben. Gleichzeitig macht Anya sich (begründete) Sorgen, weil sie gerade erst ihrer Studentin Prinzessin Elena helfen musste, die Leiche eines unbekannten Mannes zu beseitigen. Da Anya nicht nur eine Heckenhexe, sondern ihr Vater auch ein magieloser Physiker ist, scheint sie den perfekten Sündenbock für die Person abzugeben, die hinter all den Vorfällen rund um die Universität steckt, weshalb Anya nichts anderes übrig bleibt, als mit der Hilfe Prinzessin Elenas und eines mysteriösen Computer-Programmierers herauszufinden, wer der wahre Schuldige ist.

Ich habe ein wenig Zeit gebraucht, um mich in der magischen Gesellschaft von „Arcanos Unraveled“ zurechtzufinden, aber als ich mich erst einmal reingefunden hatte, mochte ich die Geschichte sehr gern. Jonna Gjevre hat sympathische und realistische Charaktere geschaffen, und auch wenn der Konflikt zwischen „Zauberern“ und „Heckenhexen“ nicht neu ist, so hat sie diesen Teil nicht nur gut und stimmig in ihre Welt eingebaut, sondern auch für einige wichtige Handlungselemente rund um Anya und ihre Verbündeten genutzt. An Anyas Erzählstimme musste ich mich etwas gewöhnen, denn für sie verwendet die Autorin ein Stilelement, das ich normalerweise nicht so gerne mag, und das ist der bewusste Widerspruch zwischen dem, was die Protagonistin denkt, was das richtige Handeln wäre, und ihrem tatsächlichen Handeln. Aber da Anya nicht mit ihren „Fehlern“ dem Leser gegenüber kokettiert, sondern diesen Widerspruch entweder selbst irritiert beobachtet oder einem eine gute Begründung gibt (häufig in der Form ihres Vaters, dessen Paranoia als „Aluhut-Träger“ ihre Kindheit sehr geprägt hat), konnte ich in diesem Fall gut damit leben.

Statt mich also immer wieder daran aufzuhängen, dass Anya Dinge tut, die auf den ersten Blick etwas irrational erscheinen, habe ich mich über die diversen Schwierigkeiten amüsiert, in denen sich die Protagonistin wiederfand. Außerdem habe ich diverse Charaktere sehr ins Herz geschlossen und würde wirklich gern mehr über sie erfahren – so wie die Stipendiatin Bertha Bratsch oder die alte Textil-Heckenhexe Madame Olann. Überhaupt ist die Textilmagie in diesem Roman wunderbar beschrieben, von der Verarbeitung der Fasern bis hin zum Stricken oder Häkeln komplizierter Muster. Nichts davon ist so ausführlich oder speziell beschrieben, dass man Erfahrung im Handarbeiten haben muss, um das zu lesen, aber jede Seite zeugt davon, dass in dieser Welt so viele Dinge darauf basieren, dass jemand Fasern mit einfachen Werkzeugen so verarbeitet, dass Magie entsteht. Ich mochte es sehr, dass all die fliegenden Teppiche, Unsichtbarkeitsmäntel usw. in dieser Geschichte nicht einfach nur da sind, sondern sich die Autorin viele Gedanken über die Herstellung und die Rolle dieser Objekte in ihrer Welt gemacht hat. Insgesamt hat mir „Arcanons Unraveled“ so viel Spaß beim Lesen bereitet, dass ich auch noch den Debütroman der Autorin („Requiem in La Paz“) auf meinen Merkzettel gesetzt habe.

Herbstlesen im Oktober 2020 (So., 11. Oktober)

Gestern Abend bin ich dann nach meiner letzten Blogrunde doch nicht mehr zum Lesen gekommen, weil es schon ziemlich spät und ich ziemlich müde war. Heute Vormittag möchte ich dafür umso mehr Zeit mit Lesen verbringen – mal schauen, wie das so klappt. Zumindest fallen heute schon mal der Abwasch weg (für die beiden Teller vom Abendessen lohnt das wirklich nicht) und Sport mache ich sonntags in der Regel auch nicht – sechsmal pro Woche muss reichen. 😉 Theoretisch kann ich also durchlesen bis zum Frühstück und dann wieder bis zum Brettspielen mit meinem Mann. Mal schauen, wie das so klappt. 😉

Update 11:00 Uhr

Als erstes habe ich die Kurzgeschichte „The Act of Hares“ von Seanan McGuire gelesen. Der Titel gehört zu den October-Daye-Geschichten, die die Autorin über Patreon veröffentlicht hat, und gehört zu einer ganzen Reihe von Kurzgeschichten, in denen sie von der Vergangenheit der Figur Tybalt erzählt – genauer gesagt erzählt sie davon, wie der König der Katzen seinen Weg von London nach Amerika fand. Bevor ich meinen Reread der Romane starte, habe ich mir vorgenommen, dass ich erst einmal alle Kurzgeschichten lese, die chronologisch gesehen vorher spielen, und da habe ich noch ein paar vor mir. 🙂

Und da mir dann einfiel, dass heute ja Sonntag ist und die „Rübengruppe“ verabredet hat, dass wir ab dieser Woche wieder spekulieren, habe ich dann „Animal Crossing“ angeworfen und eine Runde gespielt. (So viel zu „ich lese den gaaaaanzen Tag“. Zum Sternschnuppen-Gucken bei „Animal Crossing“ bin ich heute Abend auch schon verabredet … *g*) Außerdem gab es noch ein paar Seiten in „Sticks and Scones“ – ich sagte ja schon, dass das für mich eine Wohlfühlgeschichte ist. Ich mag einfach, wie die Ngozi Ukazu die verschiedenen freundschaftlichen Beziehungen darstellt und wie sie Probleme anspricht, ohne dass man sich als Leser dabei unwohl fühlt. Was natürlich auch an der Perspektive liegt, aus der man die Geschichte erzählt bekommt. Bitty ist einfach süß und immer für seine Freunde da. 🙂

Update 13:30 Uhr

Nach dem letzten Update habe ich mich noch etwas online rumgetrieben, bis mein Mann mich auf mein Magenknurren ansprach und vorschlug, dass ich doch mal etwas frühstücken sollte. *g* Zum Frühstück habe ich erst den Anfang eines Videos geschaut, das mich dann doch nicht interessiert hat, und dann die Kurzgeschichte „Instruments of Darkness“ gelesen – nur noch fünf weitere Tybalt-Geschichten und das sind alles welche, die ich noch nicht kenne, weil ich mir die Tybalt-Patreon-Geschichten des letztens Jahres aufgehoben habe. Danach habe ich noch Kurzgeschichten mit anderen Protagonisten, die vor dem ersten Roman der October-Daye-Reihe spielen, und es wird nett die Liebesgeschichte von Patrick und Diana mal am Stück zu lesen. 🙂 Jetzt schau ich noch einmal kurz, ob es bei euch etwas Neues zu lesen gibt, und dann geht es zum Brettspielen mit meinem Mann.

Update 17:00 Uhr

Uff, diese „Obsession“-Runde war so aufreibend, dass ich nicht einmal daran gedacht habe Fotos zu machen! Mein Mann und ich hatten beide irgendwie … kein Glück! Pech wäre übertrieben, aber gut lief es eben auch nicht. Die Gebäude-Teile, die zum Kauf angeboten wurde, waren alle im Vergleich zum Nutzen ziemlich teuer, weshalb wir beide nicht unser Geld dafür ausgeben wollten – was dazu führte, dass sich auf dem Gebäude-Markt auch nichts rührte. Außerdem hatten wir beide ständig das Gefühl, dass uns Personal fehlt, obwohl wir relativ viel Dienstboten hatten. Aber wir hatten auch lauter Gäste, die eben Personal erforderten, und das ware nicht mal gute Gäste, sondern welche, die viel Aufwand erforderten und wenig Belohnungen mit sich brachten. Ich hatte total viele Prestige-Gäste, aber die haben alle genau die gleichen Belohnungen gebracht wie die normalen Gäste, und bei den normalen Gästen hatte ich entweder welche, die Minuspunkte brachten (also die Schürzenjäger, amerikanische Erbinnen – Skandal! – oder Kriegsveteranen, die Geld kosten, oder ähnliches), oder Gäste, die Personal benötigten, obwohl normalerweise der Vorteil von normalen Gästen ist, dass sie eben keinen Service brauchen. Sagte ich schon, dass das eine sehr seltsame Runde war? Am Ende hat mein Mann mit einem Vorsprung von elf Punkten gewonnen – ich glaube, so nah haben wir noch nie beeinander gelegen und wenn ich mehr Geld gehabt hätte, hätte es zu einem Gleichstand kommen können … Jetzt brauche ich erst einmal Kekse und ein Buch zum Runterkommen. *g*

Update 20:15 Uhr

In den zwei Stunden bis zum Kochen habe ich eine kleine Kommentarrunde gedreht und in „Ghosts of Eden Park“ gelesen. Bei diesem Buch brauche ich ziemlich lange für die einzelnen Seiten, weil es nicht nur klein gedruckt ist, sondern auch sehr mit Namen, Daten und politischen Ereignissen bestückt ist. Aber ich finde es sehr spannend auf der einen Seite den Weg von George Remus zu verfolgen, der innerhalb weniger Jahre während der Prohibition zum „König der Schwarzbrenner“ wurde, und auf der anderen Seite die Ermittlungen, die die Staatsanwältin Mabel Walker Willebrandt gegen ihn (und andere Schwarzbrenner und Alkoholschmuggler) führte. Wenig überraschend ist dabei, wie tief die verschiedenen Politiker in die illegalen Geschäfte der Bootlegger verwickelt sind, und genauso wenig überrascht es, dass die Verbrecher sich gegenseitig häufiger zu Fall brachten, als die Ermittlungsbehörden dies schafften.

Nachdem ich das Essen in den Ofen geschoben hatte, habe ich erst einmal die kommende Woche durchgeplant – wobei ich mal wieder meinen Füller auftanken durfte. Momentan habe ich das Gefühl, ich muss den häufiger befüllen, als ich mit ihm schreibe, aber das trügt vermutlich. *g* Außerdem war es seltsam, dass ich für Dienstag mal wieder einen Einkaufsgang einplanen musste, nachdem ich in den vergangenen Wochen nicht das Haus verlassen habe, weil mein Mann bei seinen seltenen Gängen ins Büro die Einkäufe übernehmen konnte. Mal schauen, wie die Maskendisziplin aktuell in unserem Viertel ist, nachdem die Infektionszahlen in der Stadt ja heftig hochgegangen sind und das nahegelegenen Uni-Klinikum schon Kapazitätsbedenken geäußert hat …

Um 21:00 Uhr bin ich zum Sternschnuppengucken bei „Animal Crossing“ verabredet und bis dahin bleibt mir vermutlich genug Zeit, um in Ruhe noch eine Kommentar- und Blogrunde zu drehen. Und vor dem Schlafengehen werde ich mich auf jeden Fall noch einmal kurz hier melden. 🙂

Update 22:00 Uhr (letztes Update)

Es ist immer nett, wenn sich ein paar Besucher auf meiner Insel versammeln und mit all den Sternschnuppen war es heute besonders hübsch. Und da JED in den Kommentaren über die Animal-Crossing-Grafik geredet hatte, habe ich mir mal die Mühe gemacht und direkt Bilder von der Switch gezogen, statt immer nur den Bildschirm zu fotografieren. 😉

Für mich war das hier dann für heute wieder das letzte Update, auch wenn ich gleich noch etwas Zeit mit Lesen verbringen werde. Ich hoffe, ihr hattet alle einen schönen und entspannten Tag und eure Woche wird nicht so stressig und aufreibende, wie es sich bei einigen schon angekündigt hat! Es war schön wieder den Tag mit euch gemeinsam zu verbringen und ich bin schon gespannt, wer am kommenden Wochenende von euch wieder Zeit zum Herbstlesen finden wird! Passt gut auf euch auf! 🙂

***

Heutige Mitleserinnen:

Neyasha
Anette
Natira
Kiya
Sayuri
Sunny
JED

Herbstlesen im Oktober 2020 (Sa., 10. Oktober)

Heute startet das zweite Herbstlesen-Wochenende und nachdem ich am vergangenen Wochenende schon meine Nase in lauter unterschiedliche Bücher gesteckt habe, ging es in der vergangenen Woche gleich weiter so. Ich habe die „Brothers Sinister“-Reihe mit der Novelette „Talk Sweetly“ beendet und sowohl die Anthologie „Shapers of Worlds“, als auch“A Sprinkle of Sorcery“ und „Arcanos Unraveled“ ausgelesen und dazu Rezensionen geschreiben. Außerdem habe ich einige October-Daye-Kurzgeschichten verschlungen, die chronologisch vor dem ersten Roman der Reihe spielen, weiter in dem Sachbuch „The Ghosts of Eden Park“ gelesen und mit „Ink and Bone“ von Rachel Caine ein neues Buch und mit „Sticks and Scones“ von Ngozi Ukazu einen umfangreicheren Comic angefangen. Falls ihr euch fragen solltet, was ich sonst noch in der Woche in meiner Freizeit gemacht habe, so lautet die Antwort ganz einfach „nicht viel“. 😉

Update 10:45 Uhr

Nach dem Aufstehen habe ich erst einmal meine Mails angeschaut und war danach ziemlich frustriert, weil ich schon wieder – wie schon mehrfach in diesem Jahr – einen Autoren-Newsletter bekam mit dem Tenor „Es tut mir sooo leid, ich kann meinen geplanten Veröffentlichungstermin nicht einhalten, weil ich krank bin.“ Abgesehen davon, dass ich es schrecklich finde, wie viele Autorinnen in diesem Jahr ernsthaft erkrankt sind (und das nicht an Covid-19), würde ich gern wissen, wieso sie alle das Gefühl haben, sie müssten sich mehrfach und ausführlich dafür entschuldigen, dass sie krank geworden sind. Keine davon hat sich absichtlich eine lebensbedrohliche Krankheit zugezogen hat (vor allem, da das alles Krankheiten sind, auf die man keinen Einfluss hat,) und an ihrer Stelle fände ich es schon schlimm genug, dass ich überhaupt einem ganzen Haufen fremder Menschen erzählen muss, dass ich da mit einer Krankheit kämpfe, aber dazu noch dieser entschuldigende Ton und die Versprechen, dass sie sich ganz viel Mühe geben, um trotzdem die nächste Veröffentlichung nicht zu weit zu verzögern … *uff*

Morgenhimmel …

Ansonsten habe ich den Morgen bislang genutzt, um das Geschirr abzuwaschen, Sport zu machen, noch eine Runde Heizung zu entlüftet (damit die bereit ist, wenn es kälter werden sollte), unter die Dusche zu springen, Kochwäsche anzuwerfen und zwei Rezensionen noch einmal zu lesen, die ich in der kommenden Woche auf dem Blog veröffentlichen will. Und da mir jetzt nach etwas Erholung und Wohlfühllektüre ist, greife ich nun zu „Animal Crossing“ und dann zu „Sticks and Scones“, wo Protagonist Bitty und sein Liebster ein wenig damit zu kämpfen haben, dass weder ihre Freunde, noch ihre Kollegen wissen, dass sie ein Paar sind. Falls ihr euch jetzt fragen solltet, wieso das „Wohlfühllektüre“ ist: Alle Personen in diesem Comic sind einfach knuffig und so wie ich die Zeichnerin und Autorin kenne, wird selbst das Outing im Eishockey-Profi-Bereich entspannter werden, als man es als zynische Leserin erwartet. 😉

Update 14:00 Uhr

Meine „morgendliche“ Animal-Crossing-Runde dauerte heute etwas länger, weil ich ein bisschen am Angelturnier teilgenommen habe. In jeder Jahreszeit gibt es ein Angelturnier und man kann bei Lomeus für die erangelten Punkte Items bekommen. Da ich unbedingt noch mehr Varianten vom „Fischabklatschdruck“ haben will, werde ich heute Nachmittag nach unserer Spielrunde noch etwas gemeinsam mit meinem Mann angeln (da gibt es dann mehr Punkte). *g* Außerdem habe ich zwischendurch gefrühstückt – wenn ich überlege, dass ich aus verschiedenen Gründen gut zehn Jahre lang keine Bananen gekauft und in diesem Jahr keinen Käse aufs Brot gegessen habe, war das heute eine seltene Köstlichkeit. 😉 Nebenbei habe ich mich mit einer Freundin per DM auf Twitter unterhalten und mit meinem Mann Trailer von bald erscheinenden Switch-Spielen angeschaut (die uns aus unterschiedlichen Gründen nicht so ganz überzeugen konnten – was ganz gut ist, denn ich habe noch mindestens drei ungespielte Spiele auf der Konsole liegen!).

Jetzt drehe ich noch eine schnelle Kommentarrunde und dann geht es für uns ins Durchgangszimmer zum Brettspielen. 🙂

Update 18:30 Uhr

Meine „schnelle Kommentarrunde“ dauerte dann eben doch deutlich länger als erwartet und so begann natürlich auch unsere Brettspielrunde später als geplant. Und da wir heute mit anderen Herausforderungen als die letzten Male gespielt haben (wir hatten keine Straßenbahnen und Panzer, sondern „Blitzgeneratoren“ und Ufos als Extra-Hindernisse) und ich sehr, sehr viel Pech beim Kartenziehen hatte, lief diese Runde etwas frustrierend für Godzilla. Dabei startete das Spiel gar nicht so schlecht für mich, aber immer wenn ich Megalon angriff, bekam ich am Ende (aufgrund meines Kartenzieh-Pechs) doch keine Siegpunkte angerechnet, während mein Mann mit Megalon lauter winzige Sachen machte, die ihm letztendlich sehr, sehr viele Punkte gebracht haben.

Nach dem Spielen haben wir dann erst einmal unsere Sammlung an neuen Puzzeln rausgekramt und versucht uns für eine Reihenfolge zu entscheiden. Ich bin ganz verliebt in die niedliche Schachteln von dem VW-Bus, aber den heben wir uns für eine Woche auf, in der mein Mann besonders viel Homeoffice hat und in der er in seinen Arbeitspausen mit mir zusammen puzzeln kann. Als nächstes kommt also erst einmal die Titanic an die Reihe – ich bin gespannt, wie sich der Himmel puzzelt. *g*

Nach dem Zusammenlegen und Verstauen der Kochwäsche brauchte ich dann erst einmal eine Runde Kekse, bevor es noch einmal schnell auf meine Insel ging. Da das Angelturnier nur bis 18 Uhr läuft, wollte ich schauen, ob ich nicht doch noch die gewünschten Items bekomme. Das hat leider nicht ganz geklappt, aber in drei Monaten gibt es ja die nächste Chance. 😉

Für Natira habe ich extra ein Foto von der Aquatapete (die Fischtapete an der Wand) und dem Fischabklatsch-Druck (so heißen die gerahmten Fischbilder richtig – ich werde es mir nie merken!) gemacht!

Jetzt drehe ich wieder einen Kommentarrunde und schaue, was ihr so den Nachmittag über getan habt, und wenn ich dann noch ein bisschen Zeit bis zum Essen habe, greife ich sogar wieder zum Buch. Kochen muss ich heute zum Glück nicht, da wir noch das Essen von gestern zum Aufwärmen haben.

Update 21:30 Uhr (letztes Update)

Vor dem Essen hatte meine Zeit wirklich noch für eine Kommentarrunde gereicht (auch wenn ich den letzten Kommentar schrieb, während mein Mann mit dem Teller vor mir stand und darauf wartete, dass ich die Hände frei habe). Zum Essen haben wir dann „Knock Down the House“ – eine Dokumentation auf Netflix über die „Grassroot“-Kampagnen, die 2018 dafür gesorgt haben, dass so überraschend viele Frauen, Black und PoCs in das Repräsentantenhaus der USA eingezogen sind. Genau genommen drehte sich die Dokumentation über vier Kandidatinnen im 2018er Wahlkampf und die bekannteste davon war Alexandria Ocasio-Cortez. Das war eine sehr beeindruckende Doku (wobei ich AOC sowieso wirklich unglaublich beeindruckend finde), mit erhellenden Details zum amerikanischen Wahlkampfsystem. Für mich ist die US-„Demokratie“ ja wirklich schwierig zu begreifen und angesichts der kommenden Wahlen versuche ich seit einiger Zeit mehr Wissen darüber aufzubauen.

Ich werde jetzt noch eine Blog- und Kommentarrunde drehen und habe dann bis zum Schlafengehen vermutlich nur noch ein paar Minuten zum Lesen. *g* Es war heute wieder nett mit euch – ich finde es wirklich schön von euren Herbstlesen-Tagen zu lesen!

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Heutige Mitleserinnen:

JED
Neyasha
Anette
Sunny
Natira
Kiya
Sayuri

Michelle Harrison: A Sprinkle of Sorcery

Nach dem Lesen von „A Pinch of Magic“ von Michelle Harrison hatte ich mir vorgenommen, darauf zu achten, dass ich den nächsten Band rund um die Widdershins-Schwestern zur passenden Jahreszeit lese. Aber dann hatte ich so große Lust auf „A Sprinkle of Sorcery“, dass ich das Buch noch im September angefangen habe, obwohl die Handlung im Mai spielt. 😉 Allerdings fand ich es dieses Mal nicht so schlimm, dass ich den Roman nicht zur passenden Jahreszeit las, denn von Frühling spürt man in der Geschichte nicht viel, ist doch die Atmosphäre auf Crowstone (und all den anderen Inseln) düster genug, um in den Herbst zu passen. Und da die Handlung von „A Sprinkle of Sorcery“ ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band gut lesbar ist, gibt es hier auch keine Spoiler zu „A Pinch of Magic“.

Die Geschichte beginnt an einem Abend im Wirtshaus „The Poacher’s Pocket“, während die dreizehnjährige Betty Widdershins und der Rest der Familie darauf warten, dass ein potenzieller Käufer für das Gebäude auftaucht. Doch bevor die Abendfähre an der Insel anlegt, erklingen die Gefängnisglocken von der Nachbarinsel Repent herüber. Schnell macht die Neuigkeit die Runde, dass zwei Gefangene von der Insel Torment geflüchtet sind, und kurz darauf findet die sechsjährige Charlie (Charlotte) ein etwa gleichaltriges und vollkommen durchnässtes Mädchen versteckt im Hinterhof. Schnell sind sie und Betty sich einig, dass sie Willow vor den Wächtern, die jedes Haus der Insel durchsuchen, in Sicherheit bringen müssen. Doch natürlich läuft dann etwas schief, und so müssen Betty und ihre ältere Schwester Fliss (Felicitas) mitansehen, wie die Großmutter Bunny und die kleine Charlie von zwei Wächtern abgeführt werden.

Gemeinsam mit Willow machen sich die beiden Mädchen auf, um ihre Familienmitglieder zu retten, und erleben dabei einige fantastische Abenteuer auf See. Ich liebe es, wie Michelle Harrison dabei eine sehr düstere und realistische Welt rund um die Inselgruppe in den Marschen schafft und auf der anderen Seite immer wieder Märchen und eine kleine Prise Zauberei in die Geschichte einwebt. Während sich der erste Band um einen Fluch drehte, der auf den Frauen der Familie Widdershins lag, so sind hier die Angelpunkte der Geschichte vor allem das Schicksal der entführten Charlie und das von Willow, die alles daran setzt, die Unschuld ihres Vaters zu beweisen, bevor dieser hingerichtet werden kann. Dabei spielen Irrlichter eine große Rolle in Willows Leben. Ich fand es großartig, wie die Autorin diese schon im ersten Band in die Handlung eingebaut und hier – mit einigen ungewöhnlichen Facetten versehen – wieder aufgenommen hat.

Auch in „A Sprinkle of Sorcery“ ist die Atmosphäre durchgehend ziemlich düster, denn Betty und ihre Schwestern machen sich die ganze Zeit über Sorgen, sie hungern und frieren, und sie müssen mit Entführern, Piraten und Hexen fertigwerden. Trotzdem hat man nicht das Gefühl, man würde beim Lesen in lauter Hoffnungslosigkeit versinken, da die Mädchen einfach wunderbar mutig und einfallsreich sind. Immer wieder gibt es Szenen, die einfach nur amüsant sind (Betty als Piratenkapitän-Geist ist mein absoluter Lieblingsmoment in dem Buch gewesen), oder in denen die Zuneigung zwischen den Schwestern wirklich herzerwärmend zu lesen ist. So gut mir „A Pinch of Magic“ gefallen hat, so denke ich, dass ich „A Sprinkle of Sorcery“ noch besser fand. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich einfach den richtigen Zeitpunkt für den Roman gewählt hatte, oder daran, dass mir all die Seefahrt- und Piratenelemente so viel Freude bereitet haben, aber ich kann diese Geschichte mindestens ebenso sehr empfehlen wie den ersten Band. Und ich freue mich sehr darüber, dass der dritte Band („A Tangle of Spells“) im Original gerade für Anfang Februar 2021 angekündigt wurde.