Tuula Karjalainen: Tove Jansson – Work and Love

Auf die Biografie „Tove Jansson – Work and Love“ von Tuula Karjalainen bin ich aufmerksam geworden, als jemand auf Twitter ein Foto mit der deutsche Ausgabe („Tove Jansson – Die Biografie“) zeigte. Da die deutsche Veröffentlichung mehr als das doppelte der englischen kostet, habe ich mir dann aber lieber die englische Variante zugelegt – übersetzt sind ja eh beide Titel aus dem finnischen Original. Ich muss dabei noch anfügen, dass ich zwar aus diversen Artikeln und Fernsehberichten über Tove Jansson sowie biografisch angehauchten Romanen von der Autorin ein bisschen über ihr Leben, ihre Beziehung zu Tuulikki Pietilä, ihre Familie und die Arbeit, die vor allem ihr jüngerer Bruder Lars zu den Mumins beigetragen hat, wusste, aber das waren bis zum Lesen dieser Biografie wirklich nur Bruchstücke.

Da Tove Jansson sich als Künstlerin auf sehr vielen Gebieten betätigt hat, hat die Autorin Tuula Karjalainen ihre Biografie thematisch geordnet. So beginnt „Tove Jansson – Work and Love“ mit dem Kennenlernen ihrer Eltern Signe Hammarsten-Jansson (Ham) und Viktor Jansson (Faffan), ihrer beider Arbeit als Künstler (sie war Illustratorin, er Bildhauer) und ihrem Verhältnis zueinander. Die Passagen über Tove Janssons Kindheit werden vor allem davon geprägt, wie sehr die Kunst ihrer Eltern Einfluss auf die Entwicklung des jungen Mädchens hatte und wie der tägliche Umgang mit den verschiedenen künstlerischen Aspekten bei Tove für ein gutes Fundament für ein Kunststudium gesorgt hat. In den folgenden Kapiteln geht es dann um Tove Janssons Beziehungen zu Künstlerkollegen, die zum Teil zu lebenslangen Freundschaften (und mehr) führten, um ihre Arbeit als Malerin, als Grafikerin und Illustratorin, als Kinderbuch-, Roman- und Theaterautorin, als Cartoonistin und all die anderen Dinge, die diese faszinierende Frau in ihrem Leben getan hat.

Ich fand es ungemein spannend, den Lebensweg von Tove Jansson zu verfolgen und mehr über ihre Freundschaften und den Einfluss, den die Männer und Frauen in ihrem Leben auf ihr Werk hatten, zu erfahren, aber auch über die Dinge, die sie immer wieder entmutigt haben und dafür sorgten, dass sie an sich und ihren Fähigkeiten zweifelten. Es war spannend zu sehen, wie viele Elemente aus ihren Romanen mit ihrer Biografie in Verbindung gebracht werden können, und ich fand es toll, wenn in dem Buch mal wieder ein Zitat aus einem Brief oder einem anderen Text von Tove Jansson vorkam, so dass ich ein Gefühl für ihre Persönlichkeit bekam. Außerdem gibt es in dieser Veröffentlichung unglaublich viele Bilder von Gemälden und Zeichnungen, die sie angefertigt hat oder die sie zeigen, so dass man einen wirklich guten Eindruck von der Bandbreite ihres Werks bekommt . Dazu gibt es noch Fotos von Tove (und den Menschen um sie herum), so dass man sie auch einmal aus der Perspektive von Menschen, die sie persönlich kannten, betrachten konnte.

Trotz all dieser wirklich interessanten und faszinierenden Elemente war das Lesen dieser Biografie leider kein ungetrübtes Erlebnis. So schön es war, so viele Bilder präsentiert zu bekommen, so gab es im Text leider keinerlei Hinweise darauf, wo man die darin erwähnten Darstellungen finden konnte. So habe ich mich dabei ertappt, wie ich verzweifelt die beschriebenen Elemente eines Zeitungscovers auf dem direkt neben dem Text abgebildeten Bild gesucht habe, weil mir nicht bewusst war, dass das erwähnte Cover erst einige Seiten später im Buch auftauchen würde. Ständig musste ich schauen, ob ich irgendwo später noch die beschriebenen Zeichnungen und Gemälde finde. Dabei wäre es so einfach gewesen, eben einen kleinen Vermerk in den Text (oder als Fußnote) zu setzen mit einem Hinweis darauf, wo die Abbildung zu finden ist (oder eben auch darauf, dass man dafür eben keine Bildrechte bekommen hat und man sich deshalb mit der Beschreibung begnügen muss).

Außerdem hat die thematische Aufteilung, die Tuula Karjalainen für die Biografie vorgenommen hat, dafür gesorgt, dass ich regelmäßig entweder sehr verwirrt war oder Informationen mehrfach präsentiert bekommen habe. Diese Trennung der verschiedenen künstlerischen Bereiche in Tove Janssons Leben funktionierte für mich überhaupt nicht, da Tuula Karjalainen doch immer wieder Verweise auf andere Tätigkeiten oder auf Personen, die darauf Einfluss hatten, einbauen musste. So liest man in einem relativ frühen Kapitel, dass Tove Jansson sich später in ihrem Leben auf die Malerei konzentrieren konnte, weil sie finanziell abgesichert war und ein eigenes Atelier besaß, nur um einige Zeit später in dem Kapitel über ihre Tätigkeit als Cartoonistin zu erfahren, dass sie den Vertrag nur unterschrieben hatte, weil sie aufgrund ihrer Schulden und ihres einbrechenden Einkommens so verzweifelt war. Natürlich kann man sich im Laufe der Zeit zusammenpuzzeln, dass die Cartoonisten-Karriere vor der Phase war, in der sie sich mit abstrakter(er) Kunst beschäftigt hat. Aber ich will mir so etwas nicht zusammenreimen müssen, wenn ich das genauso gut in chronologischer Reihenfolge lesen und somit viel besser erfassen könnte.

Auch innerhalb eines Kapitels gab es oft Wiederholungen und Widersprüche, die mich irritiert haben. Gerade rund um Toves Beziehungen zu den Männern in ihrem Leben fand ich es sehr schwierig, den Überblick zu behalten, da die Abschnitte (zumindest meinem Gefühl nach) willkürlich zwischen „Tove ist frisch verliebt“, „Tove hat nach dem Ende der Beziehung die Freundschaft mit dieser Person aufrecht erhalten können“, „Tove hängt an dieser Beziehung aus diesen und jenen Gründen“ und „Tove beendet die Beziehung“ sprangen. So dachte ich immer wieder, dass eine Beziehung nun beendet sei, nur um als nächstes eine Passage zu lesen, in der sie mit ihrem Partner einen schönen Moment erlebte oder ihrer besten Freundin in einem Brief den aktuellen Stand ihrer Beziehung schilderte. Das ist nun nicht so dramatisch, macht das Lesen dieser Biografie aber überraschend anstrengend und frustrierend, weil ich immer wieder zurückgeblättert habe, um Daten und Details zu überprüfen.

Vor allem aber sind das Probleme gewesen, die Tuula Karjalainen leicht hätte vermeiden können, wenn sie das vorhandene Material über Tove Janssons Leben chronologisch präsentiert hätte. Das hätte dann auch den Vorteil gehabt, dass die Verbindungen zwischen den verschiedenen künstlerischen Gebieten, auf denen Tove Jansson tätig war, deutlich geworden wären, ohne dass die Autorin einem wieder und wieder bestimmte Elemente beschreibt und Zusammenhänge erklären muss. Ich hätte es wirklich so viel stimmiger gefunden, wenn die Kapitel bestimmte Jahre umfasst und eben all die vielen kleinen und großen paralleln Entwicklungen von Tova Jansson aufgezeigt hätten. So kann ich am Ende „Tove Jansson – Work and Love“ von Tuula Karjalainen – obwohl ich grundsätzlich das Lesen dieser Biografie interessant fand – nicht weiterempfehlen und werde für mich nach weiteren Biografien von Tove Jansson schauen, die hoffentlich etwas besser geschrieben sind.

Herbstlesen im Oktober 2020 (So., 4. Oktober)

Gestern hat das Herbstlesen schon richtig gemütlich angefangen, was ich sehr, sehr schön fand! 🙂 Nach dem letzten Update habe ich wirklich eine gute Stunde benötigt, um bei allen Blogs zu kommentieren und auf eure Kommentare zu antworten, was bedeutete, dass ich bis zu meiner anvisierten Schlafenszeit von 23 Uhr noch ein Stündchen zum Lesen hatte. Diese Zeit habe ich mit „The Suffragette Scandal“ von Courtney Milan verbracht. Die Autorin habe ich im vergangenen Monat für mich zum „vor dem Schlafengehen“-Lesen entdeckt, weil ihre Historicals so nett sind und ich mich (von den Nebenbemerkungen zum Thema Korsett abgesehen) so wenig über die Handlung und die Figuren aufregen muss. „The Suffragette Scandal“ ist der vierte Teil der Brothers-Sinister-Reihe und beschäftigt sich ebenso wie die vorhergehenden Bände sehr viel mit Politik in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, wobei sich die Autorin bei diesem Band (meiner Vermutung nach – ich habe das Nachwort dieses Titels noch nicht gelesen, in dem sie diese Sachen erklärt,) sehr von dem Wiederstand der Frauen gegen den Contagious Diseases Act hat inspirieren lassen. Ich finde es nett, dass man als Leserin die Romane als Anlass nehmen kann, um mehr über die Lebensbedingungen und die politischen Entwicklungen dieser Zeit zu recherchieren, oder das Ganze auch einfach ignorieren und die unterhaltsame Geschichte genießen kann. 😉

Update 11:30 Uhr

Da mein Mann heute länger geschlafen hat als ich, habe ich die Gelegenheit genutzt und eine Runde Sport eingelegt. Was bedeutet, dass ich nun wieder weiß, wieso ich normalerweise erst später am Vormittag Sport mache, denn mein Kreislauf ist so früh noch nicht bereit für irgendwelche Übungen. Nach einer Viertelstunde war mir so schlecht, dass ich die letzten fünf Minuten des heutigen Videos nicht mehr gemacht habe und stattdessen die letzten Kapitel in „The Suffragette Scandal“ gelesen habe. Jetzt habe ich in der Reihe nur noch eine kurze Geschichte vor mir, die ich für einen anderen Tag aufhebe. Außerdem habe ich das Geschirr von gestern Abend abgewaschen und eine ausgiebige Runde „Animal Crossing“ gespielt. Jetzt werde ich mir erst einmal „The Ghosts of Eden Park“ schnappen und noch ein bisschen schauen, was mir Karen Abbott weiterhin über das Leben von George Remus zu erzählen hat, und danach drehe ich eine Blogrunde, um zu schaue, wie es euch heute morgen so ergangen ist. 🙂

 

Update 14:00 Uhr

Uff, ist es gerade stürmisch draußen! Das Mittagslüften konnten wir heute vergessen, weil die Fenster ständig zu- (und Gegenstände durchs Zimmer) flogen. Ich bin gespannt, was das mit dem Wetter heute noch wird. *g* Bei „The Ghosts of Eden Park“ bin ich nicht so viel weitergekommen. Ich finde das Buch interessant, aber ich brauche immer etwas Zeit um reinzufinden. Spannend ist unter anderem wie viel Material die Autorin zur Verfügung hatte, da die Ermittlungen gegen George Remus viel Zeit in Anspruch nahmen und Auswüchse annahmen, die man nur in einem fiktiven Werk erwarten würde. So gibt es eine Menge Akten, Zeugenaussagen und andere Unterlagen wie Tagebücher usw. auf die sie für das Schreiben dieses Sachbuches zurückgreifen konnte.

Da das Buchformat aber nicht gerade ideal ist, um es neben dem Frühstück zu lesen, habe ich dann wieder zum eBook gewechselt und beim Essen die nächste Kurzgeschichte aus „Shapers of Worlds“ gelesen, die von Seanan McGuire war und den Titel „In Silent Streams, Where Once the Summer Shone“ trug. Die Geschichte ist unübersehbar eine Aufarbeitung der Autorin der Ereignisse der vergangenen Monate, dass ich überrascht über den verständnisvollen Ton war, über die Erklärungen, die sie für die Unvernunft der Menschen mitliefert. Was mir auch gut gefiel, ist, wie sie deutlich macht, dass eine Apokalypse nicht mit einem großen Knall dahergeht, sondern ganz leise mit Bienensterben, Viren und ähnlichen Entwicklungen aufzieht …

Jetzt schaue ich noch kurz nach den Kommentaren, die seit meiner letzten Runde eingetrudelt sind, und setze mich dann mit meinem Mann zum Brettspielen zusammen. 🙂

 

Update 17:00 Uhr

Uff, das war eine seltsame Runde „Obsession“, aber da ich zum ersten Mal seit Wochen ein Spiel gegen meinen Mann gewonnen habe, will ich mich nicht beschweren. 😉 Immerhin habe ich inzwischen das Gefühl, dass ich mit dem neuen Personal und all den Regeländerungen, die durch die „Upstairs, Downstairs“-Erweiterung gekommen sind, zurechtkomme, ohne dabei groß nachdenken zu müssen. Lustig fand ich auch, dass ich die erste Hälfte des Spiels einfach keine Möglichkeiten hatte an Gäste zu kommen, obwohl Gäste die schnellste Möglichkeit sind, um Geld, Reputation und weitere neue Gäste zu erhalten. Während mein Mann einen riesigen Stapel mit Charakteren vor sich hatte, habe ich mich mit meinen Familienmitgliedern und unseren beiden besten Freunden beholfen. *g* Zum Glück hatte ich aber zum Ende einige sehr, sehr gute Züge, die nicht nur dafür sorgten, dass mein Erbe das Herz der reichen Lady Fairchilde gewann, sondern auch dass ich einige Prestige-Gäste (inklusive Lady Lilo! :D) einladen konnte! Fürs kommende Wochenende haben wir noch ein paar Promokarten ins Spiel gemischt, die für neue Herausforderungen sorgen könnten. 😀

 

Update 21:00 Uhr (letztes Update)

Bis zum Kochen habe ich in „Arcanos Unraveled“ gelesen, die Geschichte wird aus der Sicht von Anya Winter erzählt. Anya ist eine Heckenhexe und hat mit viel Glück eine Stelle als Dozentin in der magischen Universität Arcanos Hall bekommen. So ganz bin ich in dem Roman noch nicht angekommen. Auf der einen Seite spielt die Handlung zu aktueller Zeit (im mundanen Teil der Universität gibt es Autos und andere Dinge, die sehr vertraut klingen), auf der anderen Seite fühlt sich die magische Parallelgesellschaft, die von der Autorin beschrieben wird, eher mittelalterlich an. In den ersten Kapiteln hat Anya auf jeden Fall schon einer (adeligen) Studentin geholfen eine Leiche zu beseitigen, eine Auseinandersetzung mit ihrem ehemaligen Liebhaber gehabt und feststellen müssen, dass der Schutzschirm, der den  magischen Teil der Universität vor der Außenwelt trennt, zerstört wurde. Da man ihr aufgrund ihrer Herkunft (ihr Vater war ein Physiker und kein Magiekundiger) nicht vertraut und es schon früher einige unschöne Szenen (versursacht von ihrem Ex) gegeben hat, wurde Anya nun für den Rest des Trimesters aus der Universität geworfen und versucht nun auf eigene Faust herauszufinden, was eigentlich los ist. Auch wenn die ersten Kapitel stellenweise etwas verwirrend zu lesen sind, so fühle ich mich bislang doch gut unterhalten und mag es, dass Anya als Hexe auf Textilien spezialisiert ist.

Zum Abendessen gab es heute nach langer Zeit mal wieder Flapjacks, allerdings heute mit Äpfeln und nicht mit Cranberries wie in diesem Rezept. Ich mag die seit so vielen Jahren so gern und scheue doch in der Regel davor zurück, dass ich dafür eine Zeitlang an der Pfanne stehen muss. Den Geruch von heißen Öl ist nicht gerade mein Lieblingsduft in der Wohnung und bleibt doch immer so hängen. 😉

Nach dem Essen war es schon relativ spät und so bin ich nur kurz bei Animal Crossing reingehüpft, weil mein Mann eine Anleitunge im Angebot hatte, die ich noch nicht kannte. Das war es dann heute auch für mich mit dem Spiel – morgen geht es dann weiter mit dem Basteln von Kürbislaternen und anderen Halloween-Gegenständen. 😉 Außerdem war dies mein letztes Update für heute, da ich nach der anstehenden Blog- und Kommentarrunde vermutlich nicht mehr viel tun werde bis zum Schlafengehen.

Ich habe dieses  Wochenende sehr genossen! Es war schön mal wieder gemeinsam mit so vielen anderen den Tag zu verbringen und sich über all die Dinge auszutauschen, die wir so gemacht haben. Danke, dass ihr dabei gewesen seid! Ich freue mich jetzt schon auf den kommenden Samstag! Bis dahin habt eine schöne und hoffentlich stressfreie Woche und passt so gut wie möglich auf euch und alle anderen in eurer Umgebung auf. 🙂

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Heutige Mitleserinnen:

Lyne
Neyasha
Anette
Kiya
Ariana
Sayuri
Natira
JED

Herbstlesen im Oktober 2020 (Sa., 3. Oktober)

Heute ist der erste Tag des Herbstlesens und ich freue mich gerade sehr auf einen Oktober voller gemütlicher Wochenenden mit Büchern und Spielen und ähnlich angenehmen Dingen. 🙂 Das Einzige, was ich mir für die kommenden Wochen vorgenommen habe, ist ein Reread der October-Daye-Bücher, aber der muss warten, bis der erste Band auf Englisch bei mir eintrifft, weil ich die Reihe nicht auf Deutsch anfangen will. (Ich glaube, ich muss mal mein Regal durchwühlen und schauen, bei wie vielen Reihen ich nach dem ersten Band von der deutschen zur englischen Ausgabe gewechselt bin.) Für dieses Wochenende werde ich mich also auf die Bücher beschränken, die ich noch angefangen hier rumliegen habe: Die Anthologie „Shapers of Worlds“, das Sachbuch „The Ghosts of Eden Park“ von Karen Abbott, sowie „A Sprinkle of Socery“ von Michelle Harrison, „Arcanos Unraveled“ von Jonna Gjevre und „The Sufragette Scandal“ von Courtney Milan. Die meisten dieser Bücher habe ich bislang nur angelesen und mein größtes Problem wird heute vermutlich sein, dass ich mich erst einmal für eins davon entscheiden muss, bevor ich weiterlesen kann. 😉

Update 10:45 Uhr

Seit dem Schreiben dieses Beitrags habe ich gar nicht so viel auf die Reihe bekommen, da mein morgendliches Auflesen der nächtlichen Timeline dank Trumps Erkrankung erstaunlich lange gedauert hat. Zumindest waren die Amerikaner, denen ich auf Twitter folge, heute Nacht sehr, sehr kommunikativ und haben die im Stundentakt eintreffenden Nachrichten von weiteren Erkrankungen rund ums Weiße Haus eifrig kommentiert. Trotzdem bin ich inzwischen auf dem aktuellen Stand und habe außerdem meinen Haushaltskram auf die Reihe bekommen (der Wäschetrockner läuft noch) und eine kleine Morgenrunde „Animal Crossing“ gespielt. Mein Kürbisfeld entwickelt sich ziemlich gut und da mein Mann und ich uns austauschen können, haben wir auch schon so einige Anleitungen für Kürbisitems gesammelt. Ich bin wild entschlossen in den kommenden Wochen meine Insel mit Halloweensachen zu schmücken und freu mich total darauf die „Vorgärten“ meiner Nachbarn zu gestalten. 😉 Jetzt mache ich mir aber erst einmal Porridge zum Frühstück und lese dazu eine Kurzgeschichte und für später haben mein Mann und ich eine Runde mit unserem Godzilla-Brettspiel geplant.

Update 12:45 Uhr

Heutiges Frühstück: Porridge aus einer Flockenmischung mit gepoppten Amaranth, Zimt, Erdnussbutter und Bananenscheiben. 😉

Zum Frühstück habe ich die Kurzgeschichte „Pod Dreams of Tuckertown“ von Gareth L. Powell gelesen und fand sie ziemlich deprimierend. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht des achtzehnjährigen Pod, der alles verloren hat, als Außerirdische die Welt übernahmen und die Regeln für zwischenmenschliche Kontakte änderten. Ich muss zugeben, dass ich es spannend finde, dass man bei der Anthologie „Shapers of Worlds“ nie so recht weiß, was einen als nächtes erwartet. Aber ich bevorzuge am Ende doch die Geschichten, die einem Hoffnung machen oder einen zum Lächeln bringen. 😉

Was mich zu „A Sprinkle of Sorcery“ von Michelle Harrison bringt, denn obwohl der Anfang der Geschichte ziemlich deprimierend ist (die drei Widdershins-Schwestern und ihre Großmutter müssen sich mit Behördengewalt auseinandersetzen) und die jüngste Schwester Charlie von Wächtern entführt wird, freue ich mich schon auf all die schönen Szenen zwischen den Schwestern und den anderen Familienmitgliedern und all den Momenten, in denen man als Leser trotz der düsteren Atmosphäre schmunzeln muss. Bislang würde ich sagen, dass man „A Sprinkle of Sorcery“ ohne Vorwissen aus „A Pinch of Magic“ lesen kann, auf der anderen Seite kann man den ersten Band rund um die Widdershins-Schwestern natürlich deutlich mehr genießen, wenn man keinen der Hinweise, die in „A Sprinkle of Sorcery“ eingestreut sind, kennt. Insgesamt genieße ich mein Wiedersehen mit Betty und Fliss und den anderen, auf der anderen Seite kann ich das Buch auch gut weglegen, wenn ich eine etwas weniger düstere Atmosphäre haben mochte oder zu viel „Angst“ vor weiteren fürchterlichen Entwicklungen habe. *g*

Jetzt werde ich mein Lesen aber erst einmal unterbrechen, um die heute Vormittag gewaschene Wäsche zusammenzulegen und wegzuräumen und dann eine Brettspielrunde mit meinem Mann einzulegen. 🙂

Update 16:15 Uhr

Heute haben wir eine Runde mit dem Godzilla-Brettspiel gespielt, das mein Mann vor ein paar Wochen neu bekommen hat. Das war unser drittes Mal mit dem Spiel und das erste Mal, das wir – wie es sich gehört – mit verdeckten Karten gespielt haben. Zu meiner großen Überraschung habe ich (als hat Godzilla) sogar gegen Megalon gewonnen, nachdem wir die Stadt ziemlich platt gemacht haben. *g* Die Regeln sind eigentlich ziemlich einfach, aber es gibt immer wieder Sonderpunkte zu bedenken, die mit den verschiedenen Spielfiguren wechseln. Ich finde es sehr nett und habe kein Problem damit, dass wir das nun an den kommenden Samstagen so lange spielen werden, bis wir etwas regelfester sind. Ich muss aber auch zugeben, dass es wohl nicht mein Lieblingsspiel werden wird.

Nach dem Brettspiel wurde es Zeit für ein Stück „Geburtstagskuchen“ – genau genommen die traditionelle Birnen-Schokoladen-Sahnetorte, die sich mein Mann jedes Jahr wieder wünscht. Dazu gab es ein Video von John Oliver, das ich so depremierend fand, dass ich nun das dringende Bedürfnis nach „heiler Welt“ habe. Ich werde also nach einer Blog- und Kommentarrunde zu „Animal Crossing“ greifen, mit meinen Nachbarn schwatzen, den aktuellen Bastler suchen und etwas Zeit mit Tauchen verbringen. 😉

Update 18:45 Uhr

Eigentlich wollte ich vor einer Viertelstunde in die Küche flitzen, aber jetzt gibt es doch noch eben ein Update. In den vergangenen 1 1/2 Stunden habe ich nichts anderes gemacht als „Animal Crossing“ gespielt und mit meinem Mann geschwatzt. Ich finde es lustig, dass ich meine Kleidung im Spiel an mein persönliches Temperaturempfinden anpasse – heute musste es der warme Kuschelpulli mit einem Hauch von Halloween sein! 😉 Jetzt drehe ich noch eine winzige Blogrunde und dann wandere ich wirklich in die Küche und koche unser Abendessen!

Update 21:00 Uhr (letztes Update für heute)

Zum Abendessen gab es heute Reis mit Kichererbsen-Spinat-Tomaten-Curry und da ich heute mit einem anderen Topf kochen musste als sonst, weil mein alter Standardtopf kaputt gegangen ist, fehlte mir ein bisschen das Gefühl für Verhältnisse. So ist das Curry etwas wässriger geworden als geplant, aber geschmeckt hat es trotzdem. 😉

Weil euch das Cover von „A Sprinkle of Sorcery“ so gut gefallen hat, habe ich noch einmal „A Pinch of Magic“ daneben gelegt und fotografiert. Ich muss zugeben, dass das Cover auch der Grund war, wieso ich mir das Buch überhaupt näher angeschaut habe. Erst als ich es schon gekauft hatte, habe ich kapiert, dass ich die Autorin Michelle Harrison schon kannte und eine Reihe von ihr sehr gemocht hatte. 😉 Ein Foto von einer Kapitelüberschrift gibt es auch noch für euch, damit ihr euch das vorstellen könnt:

Das war das letzte Update für heute, da ich gleich noch eine Blog- und Kommentarrunde drehen will und schon gesehen habe, dass ihr in den letzten zwei Stunden sehr eifrig geschrieben habt. Ich gehe mal davon aus, dass ich vor 22 Uhr damit nicht fertig sein werde und was ich dann mache, weiß ich noch nicht. Aber ich kann euch ja in meinem morgigen Beitrag erzählen, wie mein Tag ausgeklungen ist. 😉

Es war auf jeden Fall sehr schön heute mit so vielen Leuten ins Herbstlesen zu starten und zu sehen, womit ihr euch den Tag vertreibt und womit ihr euch erholt habt. Ich freu mich schon sehr auf morgen und wünsche euch bis dahin eine angenehme Nacht! 🙂

P.S.: Diejenigen, deren Beiträge erkennbar fürs ganze Wochenende angelegt waren, werde ich schon in die Liste für morgen eintragen. Alle anderen müssen sich im Zweifelsfall morgen wieder in einem Kommentar melden und mir Bescheidsagen, dass ich ihren (heutigen oder neuen) Post noch eintragen muss. 🙂

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Neuzugänge: Juli, August und September 2020

Der Sommer ist normalerweise die Zeit, in der ich das Gefühl habe, meine letzten größeren Neuzugänge sind schon wieder sehr, sehr lange her und bis zu den Buchgeschenken zum Jahresende ist es noch viel zu lange hin. Außerdem bin ich im Sommer relativ häufig schlecht gelaunt und habe deshalb regelmäßig das Bedürfnis mir etwas Gutes zu tun. In diesem Jahr war dieses Bedürfnis wirklich sehr ausgeprägt und die einzige logische Reaktion war natürlich, dass ich Bücher bestellte … vielleicht sogar mehr als vernünftig gewesen wäre … aber das hat mich ja noch nie gestört. 😉

1. Kat Richardson: Underground (Greywalker 3)
2. Kat Richardson: Vanished (Greywalker 4)
3. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
4. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
Nachdem ich im Juni „Poltergeist“ gelesen hatte, hatte ich mich ein bisschen geärgert, weil ich keinen weiteren Band der Reihe auf dem SuB hatte, weshalb ich natürlich als nächstes die folgenden fünf Teile bestellen musste. Bei Band 5 gab es dann leider Lieferprobleme, aber immerhin hatte ich so schon einmal vier weitere Greywalker-Bücher zum Lesen im Haus.

5. Leah Johnson: You Should See Me in a Crown
Es ist nur selten der Fall, dass ich „Teenie-Romanzen“ reizvoll finde, aber seitdem ich Ende letzten Jahres die Ankündigung für diesen Titel gesehen hatte, hatte ich Lust auf diese Geschichte. Ich bin gespannt, ob Liz es schafft „Prom Queen“ zu werden, um so ein Stipendium für ein College zu bekommen. Ich scheine allerdings nicht die einzige Person zu sein, die auf die Veröffentlichung des Romans gewartet hat und so ist das Buch direkt nach Erscheinen zu einem Bestseller geworden, was mir erst einmal das Gefühl gab, ich bräuchte etwas Abstand, bevor ich die Geschichte lesen kann.

6. Sophie Anderson: The Girl Who Speaks Bear
Mir gefiel „The House With Chicken Legs“ von der Autorin gut genug, dass ich schon eine Weile auch um ihren zweiten Roman herumgeschlichen bin. Da im Herbst ein weiteres Buch von ihr erscheint, dachte ich mir, ich sollte vorher diesen Titel vielleicht doch mal endlich vom Merkzettel befreien.

7. Y.S. Lee: A Spy in the House (The Agency 1)
Um die Autorin Y.S. Lee schleiche ich seit der „The Underwater Ballroom Society“-Anthologie herum, weil ich ihre „Weitererzählung“ des Märchens „Die zertanzten Schuhe“ so toll fand. „A Spy in the House“ dreht sich um die siebzehnjährige Mary, die nach ihrer Ausbildung zur Spionin ihren ersten Auftrag bekommt. Viktorianische Zeit, Krimi und jugendliche Ermittlerinnen – das klang, als wäre es genau mein Ding und das war es dann auch. 😉 (Rezension)

8. Karen Abbott: The Ghosts of Eden Park
Eigentlich müsste es schon reichen, wenn ich den Untertitel hier aufschreibe, um zu erklären, wieso ich dieses Buch unbedingt haben wollte: „The Bootleg King, the Women Who Pursued Him, and the Murder That Shocked Jazz-Age America“. Mein Sachbuch-Sub ist zwar nicht gerade klein, aber dieser Titel schien so gut zu den anderen Sachbüchern zu passen, die ich in letzter Zeit rund um „historische Verbrechen“ gelesen hatte, dass ich nicht mehr länger warten wollte.

9. Natalie C. Parker: Seafire
„Seafire“ war ein recht spontaner Kauf, nachdem ich über das Cover der eBook-Ausgabe gestolpert war und dann den Klappentext reizvoll fand – wobei ich mich dann bei der Bestellung für das günstiger und nicht so hübsche Taschenbuch entschieden habe. *g* Von der Autorin hatte ich vorher noch nichts gehört, aber fantastische Geschichte, die auf See spielen, fand ich im Juli überraschend verlockend.

10. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
Da ich die Faith-Comics so gerne mag und von Julie Murphy „Dumplin'“ auch gern gelesen habe, musste ich mir natürlich auch den Roman zu den Comics besorgen. Sehr viele Informationen hatte ich mir vorher darüber gar nicht besorgt, ich wusste nur, dass es eine Coming-of-Age-Geschichte sein sollte, in der das Erwachsenwerden unter anderem durch die Superkräfte der Protagonistin etwas erschwert wird.

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Im August kamen ein paar Bücher an, die eigentlich eine längere Lieferfrist gehabt hätten und von mir für September gedacht waren. Nun, ich werde mich nicht beschweren, wenn mein Buchhändler Sachen auf Lager hat, die er im System mit „4 bis 6 Wochen Lieferfrist“ gekennzeichnet hat. 😉

11. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
Etwas verspätet kam dann auch noch der fünfte Teil der Greywalker-Reihe – allerdings genau zum richtigen Zeitpunkt für mich, um theoretisch direkt nach Beenden des vierten Bands weiterlesen zu können. Aber da hatte ich natürlich erst einmal Lust auf etwas anderes … *g*

12. Robin Stevens: Death Sets Sail (A Murder Most Unladylike 9)
Der aktuellste und letzte Band der „A Murder Most Unladylike“-Reihe der Autorin. Ich habe zwar noch ein paar ungelesene Teile auf dem SuB, wollte aber zeitnah die Fortsetzung kaufen, weil ich einfach nie genug gute Krimis in Reserve haben kann. 😉

13. Ngozi Ukazu: Check please! 2 – Sticks and Scones (Comic)
Nachdem mir der erste Band von „Check please!“ so gut gefallen hatte, musste ich mir natürlich den zweiten Teil relativ zeitnah zur Veröffentlichung besorgen. „Relativ zeitnah“, weil auch hier sich die Lieferung durch die Pandemie sich sehr, sehr lange verzögert hatte, aber im August habe ich ihn dann endlich doch geliefert bekommen.

14. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
Die Fortsetzung von „A Spy in the House“, die ich direkt nach dem lesen des ersten Bandes bestellt hatte. Dieses Mal muss sich die Protagonistin als Junge verkleiden, um auf einer Baustelle zu ermitteln.

15. Seanan McGuire: The Unkindest Tide (October Daye 13)
Noch eine Reihenfortsetzung … Seitdem die Bücher erst als Hardcover veröffentlicht werden, hinke ich ein Jahr hinterher, weil ich die Romane weiterhin als Taschenbücher kaufe. Das wiederum hat dazu geführt, dass ich im September 2015 das letzte Mal ein October-Daye-Buch gelesen habe. *uff* Ich glaube, ich gönne mir im Herbst einen Reread der schon gelesenen Romane, bevor ich mir die auf dem SuB gehamsterten Bände vornehme.

16. Kelly Meding: Three Days to Dead (Dread City 1)
Kein SuB-relevantes Buch, da ich mir hier nur die englische Ausgabe besorgt habe, um die deutsche Veröffentlichung, die ich davon habe, ausmisten zu können. So sehr unterscheidet sich diese Reihe nicht von anderen (actiongeladenen) UF-Titeln, aber ich mag sie so gern, dass ich mir vorgenommen habe, dass ich mir nach und nach die gedruckten Ausgaben besorge, die mir noch fehlen.

17. Michelle Harrison: A Sprinkle of Socery
Die Fortsetzung von „A Pinch of Magic“, das mir so gut gefallen hatte, dass ich auf jeden Fall noch mehr von den Widdershins-Schwestern Betty, Fliss and Charlie lesen wollte. Außerdem habe ich bei „A Pinch of Magic“ die ganze Zeit gedacht, dass das eigentlich ein Herbstbuch sei und nun hoffe ich, dass das auch auf „A Sprinkle of Socery“ zutrifft. 😉

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Da meine Septemberbestellungen alle schon im August kamen, wäre es das eigentlich mit meinen Neuzugängen gewesen … wenn ich mich denn nicht im September so verwöhnbedürftig gefühlt hätte, dass ich dringend eine Notfallbestellung hätte aufgeben müssen. 😉 Ich habe mich bei meinem Buchhändler so richtig ausgetobt und lauter Titel von der Merkliste gepflückt, die er eh auf Lager hatte, so dass meine Bestellung auch noch im September bei mir eintraf.

18. Dean Atta: The Black Flamingo
19. Kalynne Bayron: Cinderella is Dead
20. Diana Biller: The Widow of Rose House
21. Ibi Zoboi: Pride
22. Jonna Gjevre: Arcans Unraveled
23. Magid Magid: The Art of Disruption – A Manifesto for Real Change
24. Hanna Alkaf: The Girl and the Ghost
25. Annabelle Sami: Agent Zaiba Investigates 1 – The Missing Diamonds
26. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)

Zu diesen Neuzugängen habe ich gar nicht so viel zu sagen. Acht von neun Titeln, haben mich in den vergangenen Monaten gereizt und wurden von Personen empfohlen, denen ich auf Twitter folge. Anhand der unterschiedlichen Genres kann man sehen, dass ich gerade offen für alles (oder einfach nur etwas arg unentschlossen) bin und wenn ich von der „Royal Guide to Monster Slaying“-Fortsetzung absehe, sind das alles Bücher von Autoren, die ich bislang noch nicht gelesen habe. Da ich in diesem Jahr ein paar Reihen auf den aktuellen Stand gebracht habe, wird es einfach auch wieder Zeit Neues auszuprobieren.

Und jetzt entschuldigt mich bitte! Ich fürchte, ich muss mich für die kommendne Wochen mit meinen Büchern verbarrikadieren, damit ich meinen SuB deutlich reduziert bekomme, bevor die Buchgeschenke zum Jahresende eintreffen. 😉

Oktober-SuB 2020

Der September war nicht so produktiv, wie ich gehofft hatte, aber zumindest das letzte Drittel dieses Monats lief ganz gut für mich. Ich habe ein paar Arbeitsdinge erledigt bekommen, ich habe mir (fast) täglich Lesezeit gönnen können und so langsam scheine ich auch einen regelmäßigeren Tagesrhythmus wiedergefunden zu haben. Letzteres ist mir wirklich wichtig, denn so bekomme ich nicht nur meinen Kram auf die Reihe, sondern habe auch genügend Zeit für die schönen Dinge in meinem Leben. 😉

Der Oktober bringt das Herbstlesen mit sich und somit auch lauter Wochenenden, die ich mit Lesen, Spielen (Brettspiele und Videospiele), Handarbeiten und vielen anderen Dingen verbringen und mich darüber hier auf dem Blog austauschen werde. Ich möchte gern endlich mal die aktuelleren October-Daye-Bücher von Seanan McGuire lesen und habe mir deshalb einen Reread der gesamten Reihe vorgenommen. Außerdem gibt es ein paar angefangene Titel, die ich ungern noch einen weiteren Monat lang „mitschleppen“ würde.

  1. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  2. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  3. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  4. Hanna Alkaf: The Girl and the Ghost
  5. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  6. Sophie Anderson: The Castle of Tangled Magic
  7. Dean Atta: The Black Flamingo
  8. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  9. Kalynne Bayron: Cinderella is Dead
  10. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  11. Diana Biller: The Widow of Rose House
  12. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  13. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  14. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  15. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  16. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  17. Alan Bradley: Flavia de Luce 5 – Schlussakkord für einen Mord
  18. Alan Bradley: Flavia de Luce 6 – Tote Vögel singen nicht
  19. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  20. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  21. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  22. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  23. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  24. Stephanie Burgis: The Princess Who Flew with Dragons
  25. Rachel Caine: Ink and Bone (The Great Library 1)
  26. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  27. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  28. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  29. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  30. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  31. Helen Corcoran: Queen of Coin and Whispers
  32. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  33. Louise Erdrich: The Birchbark House
  34. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  35. Jonna Gjevre: Arcans Unraveled
  36. Jasmine Gower: Moonshine
  37. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  38. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  39. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  40. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  41. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  42. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  43. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  44. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  45. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  46. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  47. Rachel Hartman: Seraphina
  48. Michelle Harrison: A Sprinkle of Socery
  49. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  50. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  51. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  52. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  53. Tanya Huff: Valor’s Choice (Confederation Novel 1)
  54. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  55. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  56. Leah Johnson: You Should See Me in a Crown
  57. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  58. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  59. Diana Wynne Jones: Power of Three
  60. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  61. Celine Kiernan: Geisterpfade
  62. Celine Kiernan: Königspfade
  63. Celine Kiernan: Begone the Raggedy Witches (The Wild Magic Trilogy 1)
  64. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  65. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  66. R. F. Kuang: The Poppy War
  67. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  68. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  69. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  70. Seanan McGuire: The Brightest Fell (October Daye 11)
  71. Seanan McGuire: Night and Silence (October Daye 12)
  72. Seanan McGuire: The Unkindest Tide (October Daye 13)
  73. Seanan McGuire: Middlegame
  74. Robin McKinley: Sunshine
  75. Robin McKinley: Dragonhaven
  76. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  77. Kelly Meding: Stray Magic
  78. Kelly Meding: Stray Moon
  79. Kate Milford: The Boneshaker
  80. Kate Milford: Bluecrowne
  81. Maya Montayne: Nocturna
  82. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  83. Bishop O’Connell: The Stolen
  84. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  85. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  86. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  87. Natalie C. Parker: Seafire
  88. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  89. C.E. Polk: Witchmark (Kingston Cycle 1)
  90. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  91. Philip Reeve: Larklight
  92. Kat Richardson: Labyrinth (Greywalker 5)
  93. Kat Richardson: Downpour (Greywalker 6)
  94. Kat Richardson: Seawitch (Greywalker 7)
  95. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  96. Annabelle Sami: Agent Zaiba Investigates 1 – The Missing Diamonds
  97. John Scalzi: Fuzzy Nation
  98. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  99. Barbara Sleigh: Carbonel
  100. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  101. Robin Stevens: A Spoonful of Murder (A Murder Unladylike Mystery 6)
  102. Robin Stevens: Death in the Spotlight (Murder Most Unladylike 7)
  103. Robin Stevens: Top Marks for Murder (Murder Most Unladylike 8)
  104. Robin Stevens: Death Sets Sail (A Murder Most Unladylike 9)
  105. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  106. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  107. Charles den Tex: Die Zelle
  108. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  109. Sarah Tolcser: Song of the Current
  110. Tiffany Trent: Unnaturalist
  111. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  112. Renee Watson: Piecing Me Together
  113. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  114. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  115. Amy Wilson: Snowglobe
  116. Amy Wilson: Owl and the Lost Boy
  117. Katherine Woodfine: The Jewelled Moth (The Sinclair’s Mysteries 2)
  118. Katherine Woodfine: The Painted Dragon (The Sinclair’s Mysteries 3)
  119. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  120. Xinran: Gerettete Worte
  121. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  122. Ibi Zoboi: Pride

119 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Sophie Anderson: The Girl Who Speaks Bear

„The Girl Who Speaks Bear“ ist Sophie Andersons zweite Veröffentlichung nach „The House with Chicken Legs“, und auch hier greift die Autorin Elemente aus russischen Märchen und Legenden auf und verflicht sie zu einer ganz eigenen Geschichte. Der Roman ist unabhängig von „The House with Chicken Legs“ zu lesen, auch wenn eine Nebenfigur (die dort nur einen sehr, sehr kurzen Auftritt hatte) von der Autorin noch einmal aufgegriffen wird. Erzählt wird „The Girl Who Speaks Bear“ von der zwölfjährigen Yanka, die von den Bewohnern des kleinen Dorfes, in dem sie lebt, nur „Yanka the Bear“ genannt wird. Dabei wissen die meisten ihrer Nachbarn nicht einmal, dass ihre Pflegemutter Mamochka Yanka als zweijähriges Kind ganz allein – neben einer von einer alten Bärin bewohnten Höhle – im Wald gefunden hatte.

So sehr Yanka ihre Pflegemutter liebt und so wohl sie sich mit ihrem besten Freund Sasha fühlt, so hat sie doch das Gefühl, dass sie nicht wirklich zu den Dorfbewohnern gehört. Und natürlich fragt sie sich seit Jahren, wo wohl ihre leiblichen Eltern geblieben sind, wieso sie allein im Wald gefunden wurden und wieso sich der „Snow Forest“ anfühlt, als ob er sie rufen würde. Als Yanka dann beim jährlichen Festival etwas Ungewöhnliches zustößt, beschließt sie, dass es Zeit wird, in den Wald aufzubrechen und mehr über ihrer Vergangenheit herauszufinden. Doch der Snow Forest birgt nicht nur das Geheimnis rund um Yankas Herkunft, sondern auch viele Gefahren und Herausforderungen.

Ich fand es wunderbar zu lesen, wie Yanka trotz aller Ängste, die sie im Laufe der Geschichte durchstehen muss, immer versucht vorwärts zu gehen. Ihr Bedürfnis, mehr über ihre Geburtsfamilie zu erfahren, ist so groß, dass sie sich auch von Hindernissen nicht abschrecken lässt. Während ihrer Reise lernt sie so viel über sich selbst, aber auch darüber, was eine Familie wirklich ausmacht und dass man nicht perfekt sein muss, um seinen Platz in einer Gemeinschaft zu finden. Doch vor allem lernt Yanka so viele neue Geschichten über den Wald und seine Bewohner – und gleichzeitig auch über ihre eigene Vergangenheit.

Während ich bei „The House with Chicken Legs“ nicht immer so glücklich mit der Protagonistin war, habe ich „The Girl Who Speaks Bear“ rundum genossen. Yanka ist eine liebenswerte Person, die man gern bei ihrem Abenteuer begleitet, und auch die Figuren, die sie im Laufe ihrer Reise kennenlernt, habe ich auf Anhieb ins Herz geschlossen. Es gibt so viele berührende, amüsante, absurde und liebenswerte Szenen mit all den verschiedenen Charakteren, dass ich das Buch gar nicht aus der Hand legen wollte. Dazu kommt, dass die Autorin wunderbar atmosphärische Beschreibungen vom Leben im und am Rande des Walds in ihren Roman eingebaut hat. Außerdem durchzieht ein ganzes Geflecht aus Geschichten und Märchen Yankas Leben, das ich rundum genossen habe. Jede Figur hat etwas zu Yankas Leben beizutragen, auch wenn das nicht auf den ersten Blick ersichtlich wird, und so bekommt man nach und nach erzählt, wie es dazu kam, dass das kleine Mädchen allein im Wald gefunden wurde, und welche Rolle es für die Zukunft des Snow Forest spielen wird.

Wer auch nur eine kleine Schwäche für märchenhafte Geschichten, für russische Folklore oder grundsätzlich für Erzählungen hat, in denen liebenswerte Charaktere und wunderbare Tierfiguren vorkommen, sollte sich „The Girl Who Speaks Bear“ auf keinen Fall entgehen lassen. Ich habe den Roman so sehr genossen, dass ich ihn am liebsten direkt nach dem Lesen noch einmal angefangen hätte, und ich bin mir sicher, dass ich spätestens zum Winterende noch einmal zu diesem Buch greifen werde. Für diejenigen, die nicht auf Englisch lesen mögen, gibt es mit „Das Mädchen und der flüsternde Wald“ im Januar 2021 eine deutsche Veröffentlichung beim Dressler Verlag, während ich jetzt darauf warte, dass mir der dritte Roman („The Castle of Tangled Magic“) der Autorin geliefert wird.

T. Kingfisher: A Wizard’s Guide To Defensive Baking

Mit „A Wizard’s Guide To Defensive Baking“ kommt hier die Rezension einer Geschichte, die ich schon im August gelesen habe und unbedingt noch auf dem Blog vorstellen wollte. Ursula Vernon sagte vor einigen Wochen auf Twitter, dass sie das Pseudonym „T. Kingfisher“ für alle Geschichten verwendet, die sich nicht in Schubladen stecken lassen. So ist ihr „A Wizard’s Guide To Defensive Baking“ schon ein älteres Manuskript, das sie viele Jahre lang nicht bei einem Verlag unterbringen konnte, weil es den Verantwortlichen zu düster für eine Veröffentlichung für Kinder war. Ich persönlich fand den Roman gar nicht so düster, auch wenn die Stadt, in der die Protagonistin lebt, nicht gerade freundlich mit ihren Bewohnern umgeht und die Handlung mit einigen Morden (unter anderem an Kindern) beginnt.

Die Geschichte wird aus der Sicht der vierzehnjährigen Mona erzählt, die seit ein paar Jahren in der Bäckerei ihrer Tante Tabitha arbeitet, wo Monas Magie dafür sorgt, dass die Brote knusprig werden und die Lebkuchenmänner tanzen können. Als Mona eines Morgens in die Bäckerei kommt, um die Öfen anzuheizen und die ersten Brotteige anzusetzen, findet sie im Verkaufsraum die Leiche eines jungen Mädchens. So schlimm sie dies findet (zumal sie auch noch verdächtigt wird, die Mörderin zu sein), so hat Mona doch nicht das Gefühl, dass dies wirklich etwas mit ihr zu tun hat. Auch als sie erfährt, dass in den letzten Wochen mehrere Personen, die über Magie verfügten, verschwunden oder getötet worden sind, glaubt sie noch nicht, dass dies sie persönlich betreffen oder sie gar in Gefahr bringen würde. Schließlich können magiebegabte Personen in dieser Stadt unbehelligt zwischen all den anderen Menschen leben. Und ohne den überaus geachteten Lord Ethan, der als Feuermagier der Armee der Stadt vorsteht, wären die Barbaren schon längst über das kleine Herzogtum hergefallen.

Aber natürlich hilft es nichts, wenn man sich selbst einredet, dass einen all dies nicht berührt, während gleichzeitig schreckliche Dinge geschehen, und so muss auch Mona sich eines Tages eingestehen, dass sie nicht weiter passiv zuschauen kann und handeln muss. Ich mochte es sehr, dass Mona so eine unwillige Heldin ist, und fand es realistisch, dass sie so lange darauf vertraut, dass schon alles gut geht und dass die Regierung alles regeln wird. Erst als sie flüchen muss, um ihr Leben und ihre Freiheit zu retten, wird ihr bewusst, dass sie selbst aktiv werden muss, um sich und die anderen Magiebegabten der Stadt zu retten. Dabei ist sie auf die Hilfe von Spindle, dem zehnjährigen Bruder der in der Bäckerei getöteten Tibbie, angewiesen, um ohne den Schutz ihrer Familie überleben zu können – und Ideen zu entwickeln, die ihr bei der Suche nach dem Mörder helfen. Mit ein Grund, wieso Mona sich die ganze Zeit nicht als „Heldin“ sehen konnte, ist, dass ihre Magie sich nur auf Brot (und anderes Gebäck) auswirkt und sie sich nicht vorstellen kann, dass man mit Brotmagie etwas Großes bewirken oder gar kämpfen könnte. Doch im Laufe der Geschichte lernt Mona, dass es sehr viele Möglichkeiten gibt, ihre Magie im Kampf einzusetzen – und dass es nicht so sehr auf die Stärke der Magie ankommt, sondern darauf, dass man sie kreativ verwendet.

So gibt es gerade in der zweiten Hälfte des Romans so einige amüsante Szenen, in denen Mona ihre Magie auf eine Art und Weise einsetzt, die sie sich früher nie hätte vorstellen können, und in denen sie gemeinsam mit Spindle einige unerwartete Abenteuer erlebt. Ich fand es großartig, welche Ideen die Autorin rund um den Einsatz der Brotmagie hatte. Aber nicht nur diesen Teil der Geschichte mochte ich sehr, sondern auch all die kleinen und großen Szenen rund um die verschiedenen Charaktere. Während der „Spring Green Man“, der der Mörder ist, ebenso wie der Inquisitor Oberon wunderbar hassenswerte Gegenspieler für Mona sind, gibt es auch so viele liebenswerte und warmherzige Charaktere, die dem Mädchen zur Seite stehen. Ich fand Tante Tabitha und Onkel Albert ungemein sympathisch, weil sie alles dafür geben, damit ihre Nichte sicher unter ihrer Obhut leben kann, oder die verrückte „Knackering Molly“, die eine ganz eigene Sicht auf die Welt hat, aber doch alles in ihrer Macht stehende versucht, um Mona und die anderen zu beschützen. Besonders erwähnen muss man auch Bob, der Monas Sauerteigstarter ist und … einen ganz eigenen Charakter hat. Bob ist einfach einzigartig, und was ihn so großartig macht, muss man einfach selbst lesen. *g*

Wenn ich etwas an „A Wizard’s Guide To Defensive Baking“ kritisieren müsste, dann könnte ich höchstens anführen, dass das erste Drittel der Geschichte sich ein bisschen hinzieht und der Weltenbau nicht besonders detailliert ist. Aber da ich auch das erste Drittel mit all den kleinen Szenen, die einem mehr über Mona, ihre Nachbarn und die Stadt, in der sie leben, erzählen, genossen habe, kann ich mich da eigentlich nicht beschweren. Und auch den Weltenbau fand ich eigentlich ausreichend, denn obwohl „die Barbaren“ als großer Feind von außen ein bisschen billig wirken, so reichen sie als beängstigende Gegner für diese Geschichte vollkommen aus. Außerdem würde jemand wie Mona, aus deren Sicht die Handlung ja nun erzählt wird, auch nicht mehr über die Barbaren wissen, als uns die Autorin in diesem Roman erzählt. Alles in allem habe ich „A Wizard’s Guide To Defensive Baking“ also wirklich genossen, über die eine oder andere Aussage ein bisschen sinnieren müssen und über eine Menge Szenen – gerade gegen Ende der Geschichte – schallend gelacht.

Michelle Harrison: A Pinch of Magic

Ich muss gestehen, dass mich das hübsche Cover auf „A Pinch of Magic“ von Michelle Harrison aufmerksam gemacht hat und ich erst im Nachhinein kapiert habe, dass das die Autorin ist, von der ich schon die „Elfenseelen“-Trilogie so sehr mochte. Außerdem sollte ich schon mal darauf hinweisen, dass es nicht die beste Idee von mir war, diese Geschichte im Juli zu lesen, obwohl die gesamte Atmosphäre in „A Pinch of Magic“ nach Herbst und Halloween ruft – bei der Fortsetzung werde ich also erst schauen, wann sie spielt, und sie dann jahreszeitlich passender lesen. Erzählt wird die Handlung aus der Perspektive der Betty Widdershins, deren großer Traum es ist, eines Tages die kleine Insel Crowstone zu verlassen und die Welt zu sehen. Doch als sie an ihrem dreizehnten Geburtstag (der auch noch auf Halloween fällt) heimlich mit ihrer sechsjährigen Schwester Charlie (Charlotte) aufs Festland fahren will, werden die beiden von ihrer Großmutter Bunny erwischt.

Um weitere Alleingänge von Betty zu verhindern, klärt Bunny die beiden Mädchen über den Fluch auf, der seit langer Zeit auf der Familie Widdershins liegt. Dieser Fluch sorgt dafür, dass jedes weibliche Mitglied der Familie, das die Insel Crowstone verlässt, im Laufe eines Tages stirbt. Angesichts dieser Mitteilung kann nicht einmal die Tatsache, dass Charlie, Betty und die sechzehnjährige Fliss (Felicity) zusammen mit dem Fluch auch drei magische Gegenstände geerbt haben, Betty aufmuntern. Stattdessen überlegt sie, dass es doch irgendeinen Weg geben muss, um diesen Familienfluch zu brechen und das Schicksal der Widdershins-Frauen zu ändern – und bei der Suche nach solch einem Weg lässt sie sich auch von all den Gefahren, die auf sie lauern, nicht aufhalten.

Ich mochte „A Pinch of Magic“ wirklich sehr! Mir gefiel die Atmosphäre, die Michelle Harrison in der Geschichte aufbaut, die Trostlosigkeit der kleinen Inselgruppe im Sumpfgebiet vor dem Festland, die Armut, die das Leben der Bewohner von Crowstone durchzieht, den Schatten, den die Gefängnisinsel Repent über die anderen Inseln wirft, und wie all dies erträglich wird durch den Zusammenhalt innerhalb der Familie Widdershins. Das Wirtshaus „Poacher’s Pocket“, das Großmutter Bunny gehört, ist kein wirklich heimeliger Ort, aber es ist das Zuhause und die Zuflucht von Fliss, Betty und Charlie. Ich fand es auch wunderbar zu lesen, wie unterschiedlich die Autorin die drei Schwestern dargestellt hat. So ist Fliss diejenige, die am wenigsten kämpferisch ist und die sich – nachdem sie an ihrem sechzehnten Geburtstag von dem Fluch erfahren hatte – damit abgefunden hat, dass sie den Rest ihres Lebens auf der Insel bleiben wird. Betty hingegen will ihre Träume nicht aufgeben und erkennt erst im Laufe der Zeit, dass die Gefahren, die die Suche nach einer Aufhebung des Fluchs mit sich bringen, nicht nur sie, sondern auch diejenigen, die sie liebt, betreffen könnten.

Neben den tollen Charakteren und der wunderbar-trostlosen Atmosphäre brachte „A Pinch of Magic“ auch noch eine Handlung mit sich, die voller amüsanter, gefährlicher und überraschender Szenen steckt. Von Anfang an steht fest, wer den Fluch über die Familie Widdershins gebracht hat, aber erst im Laufe der Zeit erfährt man die Geschichte und die Beweggründe dieser Person und muss so immer wieder überdenken, wer denn wohl der „Bösewicht“ in der Geschichte ist. Und obwohl die drei Schwestern in lebensgefährliche Situationen geraten, bleibt der Ton in der Geschichte in der Regel heiter genug, dass auch jüngere Leser.innen Freude an der Handlung haben werden. Außerdem ist es wunderbar. von dem Verhältnis der drei Schwestern zueinander zu lesen, gerade weil sie nicht immer nur nett miteinander umgehen, aber trotzdem die gesamte Zeit durchscheint, wie sehr die drei einander mögen und wie wichtig ihnen das Wohlergehen der anderen ist. So freue ich mich jetzt schon sehr auf das Lesen der Fortsetzung – vielleicht sogar gerade deshalb, weil ich mir nicht so recht vorstellen kann, worum sich der nächste Band wohl drehen wird.

Oh, und für diejenige, die neugierig auf die Geschichte geworden sind, aber keine Bücher auf Englisch lesen mögen: Der Titel der deutschen Ausgabe von „A Pinch of Magic“ lautet „Eine Prise Magie“ und auch die Fortsetzung („A Sprinkle of Sorcery“) ist schon unter dem Titel „Ein Hauch von Zauberei“ auf Deutsch erschienen.

Lese-Sonntag im September 2020

Die vergangenen Wochen waren seltsam und ich habe das dringende Bedürfnis mich einen Tag lang mit all den Dingen zu beschäftigen, die mir gut tun. Umso passender ist es, dass heute wieder der dritte Sonntag im Monat ist und ich diesen Tag wieder fest als Lese-Sonntag in meinem Kalender eingeplant habe. In der vergangenen Woche hat es weder mit dem Lesen, noch mit dem Rezensieren geklappt (dabei habe ich noch zwei Bücher, die ich im August gelesen habe, über die ich noch was schreiben wollte). Dafür habe ich in den letzten Tagen etwas intensiver „Animal Crossing“ gespielt (ich hatte viele Regentage im Spiel und suche noch immer einen – nur bei Regen fangbaren – Quastenflosser, um ein Modell daraus bauen zu können,) und eine Weltkarte gepuzzelt (und dabei mein Geografiewissen etwas erweitert). Mal schauen, wie der heutige Sonntag so verläuft, der einzige „feste“ Tagespunkt ist die Brettspielverabredung mit meinem Mann, ansonsten schaue ich mal, worauf ich so Lust habe …

Update 10:15 Uhr

Uff, der Vormittag war bislang etwas trubeliger als erwartet. Nachdem ich diesen Beitrag veröffentlicht hatte, habe ich meine Mailfacher kontrolliert und gleich drei Arbeitsmails vorgefunden, die eine Reaktion auf meine Mail von gestern Abend waren. (Eigentlich hatte ich gehofft, ich hätte den Sonntag frei, wenn ich Samstag alles erledigt bekomme. *g*) Also habe ich mich erst einmal damit beschäftigt und bin dann kurz bei „Animal Crossing“ rein, um den heutigen Rübenpreis herauszufinden – was wiederum dazu geführt hat, dass das Rübenkartell meine Insel stürmte, um sich für eine Woche voller Spekulationen einzudecken. 😉

Später gehe ich noch einmal in Ruhe ins Spiel, aber jetzt muss ich erst einmal das Nachthemd gegen „richtige“ Kleidung wechseln, mir etwas zu Trinken besorgen und das Geschirr von gestern Abend abwaschen …

Update 13:15 Uhr

Ich weiß nicht so recht, wo meine Pläne für einen entspannten Vormittag geblieben sind. *g* Nach dem Anziehen habe ich mir Musik auf die Ohren gesetzt und mich auf die Küche gestürzt, außerdem habe ich eine Ladung Wäsche angeworfen (die inzwischen schon in den Trockner gewandert ist). Als die Küche wieder sauber und ordentlich war, habe ich die in der Woche gepuzzelte Weltkarte weggeräumt, damit wir ein paar Päckchen fertig machen konnten, die Montag zur Post gebracht werden müssen. Außerdem habe ich zwischendurch Kommentare geschrieben, weitere Arbeitsmails beantwortet und mich kurz auf Twitter mit einer Freundin ausgetauscht. Danach war ich kurz davor meine kleine Sportrunde zu schmeißen und direkt zum Frühstück überzugehen, aber da mein Körper gerade sehr muckt, war ich dann doch brav und habe noch eine Runde mit Dehn- und Entspannungsübungen eingelegt. Heute habe ich ein neues Video dafür ausprobiert und festgestellt, dass meine Knie aktuell wieder nicht in den Vierfüßlerstand wollen – was mich etwas ärgert, denn Ende August ging es denen eigentlich wieder so gut, dass das relativ problemlos möglich war. Aber nun gut, ich kann es nicht ändern, nur wieder von vorn mit meinen Übungen anfangen, bis sich die Knie wieder erholt haben. Jetzt gibt es auf jeden Fall erst einmal Frühstück und danch wird es höchste Zeit für unsere Brettspielrunde! 🙂

Update 17:15 Uhr

Meine Frühstückspause dauerte dann doch noch etwas länger als geplant, da mein Mann dann noch das 24-Stunden-Rennen von Le Mans zuende schauen wollte. Ich habe in der Zeit dann die Kurzgeschichte „Vision Quest“ von Edward Willett gelesen, die in der von dem Autor herausgegebenen Anthologie „Shapers of Worlds“ erschienen ist. Ich habe von dem Autor vorher noch nichts gelesen, aber diese Geschichte hat mir sowohl inhaltlich, als auch vom Erzählton her sehr gut gefallen. Ich hoffe, dass ich jetzt mal wieder mehr Anthologien lese, davon haben sich in den vergangenen Monaten nämlich so einige auf meinem eReader angesammelt.

Dann ging es wirklich endlich mit „Obsession“ los und die heutige Runde war überraschend herausfordernd (für uns beide sehr viele Züge, über die wir sehr gut nachdenken mussten,) und ich hatte erschreckend häufig Pech beim Kartenziehen, wenn es um das „Einladen neuer Gäste“ ging. Spaß hat es aber trotzdem gemacht und nachdem wir nun an zwei Wochenenden unsere Erinnerungen an die Regeln und Spielmechaniken aufgefrischt haben, freue ich mich darauf, dass wir demnächst die neue Erweiterung „Upstairs, Downstairs“ in Angriff nehmen können. Jetzt lege ich ein bisschen meine Füße hoch und schaue, wie es euch so ergangen ist, und wenn ich danach noch etwas Zeit bis zum Kochen habe, dann schaue ich mal, ob ich doch noch ein paar Seiten lesen werde.

Update 18:45 Uhr

In der Zwischenzeit habe ich doch wirklich noch ein paar Seiten gelesen. *g* Erst hatte ich gehofft, ich käme wieder in die Tove-Jansson-Biografie rein, die ich im August angefangen hatte, aber da muss ich die schon gelesenen Kapitel wohl noch einmal querlesen, damit ich all die Personen, die in ihrem Leben eine Rolle spielten, wieder zugeordnet bekomme. Ich finde es eh ein bisschen schwierig, weil ich so wenige finnische Künstler.innen kenne und deshalb immer darauf angewiesen bin, dass mir die Autorin erklärt, über wen sie da gerade schrieb und in welchem Verhältnis die Person zu Tove Jansson stand. *g* Also habe ich es mir einfach gemacht und zu „They Do It with Mirrors“ von Agatha Christie gegriffen. Das ist eine der Geschichte, die ich schon häufiger auf Deutsch, aber noch nie auf Englisch gelesen habe, und ich muss zugeben, dass es nicht gerade einer meiner liebsten Agatha-Christie-Fälle ist. Ich finde, dass hier die Lösung ziemlich auf der Hand liegt und es gibt ein paar Charaktere, die mir sehr unsympathisch sind. Auf der anderen Seite mag ich es, dass man in diesem Buch so viel über Miss Marple und ihre Jugend erfährt – allein die Wahl ihrer Freundinnen als Teenagerin und wie und wieso sich diese Freundschaften über all die Zeit erhalten haben, sagt ja schon sehr viel über diese Figur aus … 🙂 Jetzt geht es für mich aber erst einmal wieder in die Küche, damit das Abendessen heute nicht so spät stattfindet.

Update 21:45 Uhr

Den Abend habe ich mit Suppe kochen (und natürlich essen 😉 ) verbracht, wobei es zur Paprika-Linsen-Suppe eine Folge „Top Chef“ auf Netflix gab. So ganz kann uns dieser Kochwettbewerb zwar nicht überzeugen, aber um sich etwas beschallen zu lassen, reicht die Sendung.

Und weil die Top-Chef-Folge länger dauerte als wir benötigten, um unsere Suppe zu essen, habe ich dann noch zum Strickzeug gegriffen. Ich weiß nicht mehr, wie viele Socken ich in den vergangenen Monaten gestrickt und wieder aufgeribbelt habe, aber ich bin dieses Mal fest entschlossen die für mich perfekte Socke zu finden. Ich glaube, so langsam komme ich der Sache näher – mal schauen, ob ich dieses Mal mit dem Fersensitz zufrieden bin, an dem ich jetzt schon eine Weile herumknobel. 😉

Zum Abschluss gab es dann noch etwas Schokolade als Nachtisch (jemand – dezenter Blick Richtung Natira – hat mich vor kurzem dazu gebracht Kaffee-Sahne-Schokolade zu kaufen, die ich nur in Norddeutschland kriege, und nun genieße ich sie sehr bewusst an den Tagen, an denen ich Schokohunger habe *g*) und dazu habe ich all die Dinge auf meiner Insel erledigt, für die ich heute keine Ruhe hatte, die ich aber gern täglich erledige. Wenn ich jetzt so auf die Uhr schaue, dann werde ich vor dem Schlafengehen vermutlich nur noch Zeit für eine Blog- und Kommentarrunde haben und dann war es das heute auch schon wieder für mich.

Es war schön heute wieder gemeinsam mit euch den Lese-Sonntag zu verbringen! 🙂 Ich wünsche euch einen angenehmen Start in die Woche – möge sie für uns alle nicht allzu viele unangenehme Nachrichten und stattdessen genügend Auszeiten zum Erholen mit sich bringen!

***

Heutige Mitleserinnen:

Natira
Ariana
Kiya
Anette
Neyasha

Herbstlesen im Oktober 2020

Ich habe ein bisschen überlegt, ob ich es wagen soll, das Herbstlesen schon jetzt anzukündigen, da ich nicht vollkommen sicher bin, ob ich in den kommenden Wochen nicht noch einmal zu meinen Eltern muss. Aber da es im Moment so ausschaut, als ob meine Mutter noch eine Weile nicht wieder zurück nach Hause kommt und mein Vater aktuell ganz gut allein zurechtkommt, gehe ich mal davon aus, dass ich im Oktober ganz normal Zeit für das Herbstlesen haben werde. Dringend nötig habe ich es auf jeden Fall, mich auf einen Monat voller gemütlicher Lese-Wochenenden zu freuen!

Wie immer geht es beim Herbstlesen weniger darum, möglichst viele Stunden mit Lesen zu verbringen, als sich bewusst für die Dinge, die einem Freude bereiten, gemütliche Auszeiten zu gönnen und diese dann über den Blog mit anderen zu teilen. Da ich normalerweise recht lange Beiträge pro Tag zusammenbekomme, gibt es von mir wieder einen Beitrag pro Herbstlesen-Tag (also je einen Post an jedem Samstag und an jedem Sonntag im Oktober). Wer sich mir anschließt, muss natürlich nicht so viel bloggen, wie ich es tue – es reicht auch ein Sammelbeitrag pro Wochenende oder Ähnliches. Wichtig ist mir nur, dass ihr an den Tagen, an denen ihr euch mir anschließt, einen Kommentar mit Link unter meinem Beitrag hinterlasst, damit ich euch verlinken kann. Der Austausch mit den anderen „Herbstlesern“ ist schließlich immer einer der nettesten Aspekte dieser Aktion, und wenn es einen zentralen Ort gibt, an dem alle Links gesammelt werden, geht das am besten.

Für meinen Herbstlesen-Oktober habe ich mir neben dem Reread der October-Daye-Reihe wieder einige Brettspielstunden mit meinem Mann vorgenommen. Wir haben so viele Brettspiele, die wir im Sommer nicht spielen konnten, dass wir damit vermutlich an den Wochenenden ganz gut beschäftigt sein werden. Außerdem knoble ich gerade an der „perfekten“ Sockenform für mich und werde vermutlich (wie schon in den vergangenen Monaten) sehr viel Zeit mit Sockenstricken und – aufribbeln beschäftigt sein. *g*

In diesem Jahr geht es mit dem Herbstlesen 2020 wieder am 3. Oktober los (der diesmal auf einen Samstag fällt), und der letzte Herbstlesen-Tag wird der 31. Oktober sein (der ebenfalls ein Samstag ist). Ich würde mich freuen, wenn ihr euch mir wieder anschließen mögt, und bin schon neugierig darauf, womit ihr euch die Wochenenden im Oktober „schön und erholsam“ gestaltet.