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Von Liebe, Tod und Ehre – die Themen-Challenge

In diesem Jahr habe ich gemerkt, dass es mir sehr gut getan hat, dass ich mich bei der Entscheidung für oder gegen eine Challenge nicht von meiner spontanen Lust habe hinreißen lassen. So habe ich mit der English-Challenge eigentlich nur eine „offizielle“ Herausforderung in diesem Jahr angepackt. Dabei hat es mir sehr gefallen, dass es freigestellt war, welches Genre ich lese und wann ich meine Rezensionen dazu schreibe.

Mit Neyashas Themen-Challenge habe ich für das kommende Jahr eine neue Challenge gefunden, die mir ebensoviel Spielraum ermöglicht und die mich sehr reizt. Also halte ich ab dem kommenden Jahr während des Lesens die Augen auf nach „klassischen“ Themen in der Literatur.

Die Regeln für diese Challenge hat Neyasha so formuliert:
  • Vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012 sollen 10 der 20 aufgelisteten Themen abgedeckt werden – es sind also mindestens 10 Romane für diese Challenge zu lesen.
  • Es müssen keine Listen im Vorfeld erstellt werden – manche Themen findet man ja vielleicht sogar erst während des Lesens. Wer dennoch gern eine Liste erstellt, kann das natürlich gern machen, muss sich aber keinesfalls daran halten.
  • Jedes Genre ist erlaubt und es zählt jedes eigenständige Werk (Romane, Theaterstücke, Versepen, auch Hörbücher, ….), allerdings keine Kurzgeschichten und keine Gedichte.
  • Ihr könnt gern Bücher nehmen, die ihr auch für andere Challenges zählt und ihr müsst das Buch auch nicht zum ersten Mal lesen.
  • Verfasst bitte zu jedem gelesenen Buch eine Rezension und verlinkt mir diese hier in den Kommentaren. Ich werde zwar die teilnehmenden Blogs im Blick behalten, möchte aber natürlich nicht, dass mir jemand durch die Lappen geht. Ihr könnt mir die Rezensionen auch gesammelt am Ende des Jahres hier verlinken.
  • Es gibt einen Anmeldeschluss und zwar den 31.01.2012. Warum das? Ich möchte gern die Challengefortschritte der Teilnehmer während des Jahrs verfolgen können und möchte also nicht, dass jemand am Ende des Jahres ganz spontan die gelesenen Bücher nach geeigneten Themen durchsucht und quasi noch rückwirkend mitmacht. 😉

Zur Auswahl stehen dabei folgende Themen:

  1. Abenteuer
  2. Aufstieg/Fall
  3. Das Böse oder Pakt mit dem Bösen/Teufel
  4. Ehre
  5. Familie
  6. Feindschaft/Rivalität
  7. Freundschaft
  8. Identität/Identitätssuche
  9. Kindheit
  10. Krieg
  11. Liebe
  12. Rache
  13. Rätsel
  14. Reise
  15. Schicksal/Prophezeiung
  16. Schuld
  17. Selbstverwirklichung
  18. Suche
  19. Tod
  20. Utopie/Dystopie

Ich denke, dass das ohne Stress machbar sein wird und eine Menge Spaß bringt. 🙂

[BuchSaiten-Blogparade] Zum Jahresende 2011 …

Ganz dezent hat Katrin von den BuchSaiten (unter anderem per Twitter) darauf hingewiesen, dass nun schon zum dritten Mal die Möglichkeit besteht, an ihrer Blogparade zum Jahresende teilzunehmen. Und wenn ich dann zusätzlich auch noch direkt von ihr aufgefordert werden, dann bin ich natürlich auch so brav und beantworte die Fragen. Hätte ich eh gemacht, auch wenn mir noch einmal persönlich verboten wurde, Frage Nr. 1 mit „Ich lese keine Bücher, von denen ich mir nichts verspreche“ zu beantworten – was für eine Bevormundung! 😉 Komischerweise fällt mir die Frage mit der Autoren-Neuentdeckung immer besonders schwer, vielleicht weil ich zwar einige Bücher in diesem Jahr gemocht habe, aber die Autoren noch nicht als eine Neuentdeckung für mich bezeichnen würde. Den „Entdeckung“-Titel müssen sie sich etwas härter verdienen … Wobei es die 2012-Frage auch in sich hat und … ach, sich für eine Nennung zu entscheiden, ist einfach schwer!

In diesem Jahr gibt es sogar ein Logo für die Blogparade, welches man sich für seinen Beitrag mitnehmen kann. Und wer ebenfalls Lust zur Teilnahme hat, der kann auf den BuchSaiten einen Kommentar hinterlassen, wenn er auf diesen LINK klickt. Es bleibt auch noch genügend Zeit, denn Katrin lässt die Blogparade bis nach Silvester laufen – nur für den Fall, dass man am letzten Tag des Jahres noch ein absolut erwähnenswertes Buch liest. 😉 Nun aber zur Beantwortung der Fragen:

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

Entgegen meiner flapsigen Bemerkung in der Einleitung lese ich eine Menge Bücher, von denen ich mir wenig verspreche. Bei „Deine Juliet – Club der Guernseyer Freunde von Dichtung und Kartoffelschalenauflauf“ dachte ich, dass das Hörbuch vielleicht ganz nett würde. Hoch waren meine Erwartungen auf jeden Fall nicht, auch wenn man mich mit der Grundvoraussetzung „Eine ehemalige Bibliothekarin, die über eine Autorin schreibt, die einen regen Briefaustausch mit einem Buchclub auf Guernsey beginnt“ schon locken kann. Die Geschichte hätte von langweilig bis ganz unterhaltsam alles werden können, ich war auf alles vorbereitet, nur nicht darauf, dass ich mich mit „Deine Juliet“ so wohl fühlen würde.

Ich habe „Deine Juliet“ in diesem Jahr zweimal gehört und mich auch bei der Wiederholung wieder von Neuem in die verschiedenen Charaktere verliebt, mit ihnen gelacht und geweint. Ich habe es genossen, dass jede Figur ihre ganz eigene Ausdrucksweise und – zum Teil sehr seltsame – Eigenheiten hat, welche von den (großartig ausgewählten) Sprechern wunderbar betont wurden. Der Spaß an der Geschichte und den Personen hat mich zwar nicht über die eine oder andere Schwachstelle hinwegsehen lassen, aber wen stört schon eine gewisse Vorhersehbarkeit in der Geschichte oder die Tatsache, dass all die verschiedenen Personen doch etwas zu „gut“ sind, wenn man sich so wunderbar amüsiert. Uff, ich glaube, ich muss doch noch mal eine Rezension zu dem Titel verfassen.

Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)

Es gab so einige Titel in diesem Jahr, die mich enttäuscht haben, aber hier führe ich nur das aktuellste Beispiel auf. „Die Alchemie der Unsterblichkeit“ habe ich gerade erst beendet, also ist der Eindruck noch frisch. Richtig viel habe ich mir von dem Buch nicht versprochen, war aber aufgrund der diversen lobenden Meinungen sehr gespannt auf den Roman. Als Kiya, die in den letzten Monaten sehr treffende Empfehlungen für mich hatte, dann noch meinte, dass ihr die Geschichte gut gefallen hatte, habe ich in dieser Woche endlich den Titel aus dem SuB gezogen.

Ich kann nicht sagen, dass „Die Alchemie der Unsterblichkeit“ schlecht war, aber die Handlung hat mich nicht gepackt. Für meinen Geschmack gab es am Anfang zu viele Anspielungen auf „Sleepy Hollow“. Und so atmosphärisch der Film ist und so sehr ich Johnny Depp mag, mir wäre es lieber gewesen, wenn Kerstin Pflieger schon zu Beginn ihre Geschichte eigenständiger erzählt hatte. Auch hat mich der Krimianteil nicht so recht überzeugen können – wobei ich sogar damit leben konnte, dass Icherios arg unerfahren vorgeht. Aber so früh zu wissen, wer der Mörder ist, sorgt nicht gerade für Spannung, selbst wenn das Morden danach weitergeht. Letztendlich ist es wohl vor allem das Gefühl, dass die Autorin hier und da das Potenzial für eine deutlich bessere Geschichte zeigt, das bei mir zu so einer Frustration beim Lesen geführt hat.

Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Ich war kurz davor zu schreiben, dass mir hier beim besten Willen niemand einfällt, und dann habe ich einen Blick auf meine Leseliste für dieses Jahr geworfen. Danach lautet die Antwort: Eindeutig Carola Dunn mit ihrer „Miss Daisy“-Reihe! Die Bücher habe ich nur durch Zufall für mich entdeckt, weil mich Irina (Bücher über alles) fragte, ob ich die Serie kenne würde. Da das nicht der Fall war, mich aber die Beschreibungen neugierig gemacht hatten, habe ich mal in der Bibliothek gestöbert und bin sogar fündig geworden. So konnte ich innerhalb kürzester Zeit an die Bände 1-7 herankommen und habe jeden einzelnen davon mit Begeisterung verschlungen. Für mich bieten die Bücher genau die richtige Mischung aus einer „gemütlichen“ Kriminalgeschichte, realistischen und sympathischen Charakteren und einer atmosphärischen Darstellung der 20er Jahre in England.

Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Eine erstaunlich schwierige Frage für jemanden, der so selten auf Cover achtet. Aber bei „Saeculum“ freu ich mich gerade immer, wenn ich einen Blick auf das Cover erhasche. Schlicht und doch atmosphärisch, das hat was.

Welches Buch wollt ihr unbedingt im Jahr 2012 lesen und warum?

Nächstes Jahr will ich unbedingt „Bloodhound“ und „Mastiff“ von Tamora Pierce lesen. Nachdem mir der ersten Band der Beka-Cooper-Reihe sehr gut gefallen hatte (und die Schriftstellerin zu meinen liebsten Fantasy-Jugendbuch-Autorinnen gehört), ruht der zweite Teil „Bloodhound“ noch immer in einem Umzugskarton und wartet darauf, dass ich ihn beim nächsten Durchwühlen wiederfinde. Und jetzt, da „Mastiff“ endlich erschienen ist und hoffentlich in den nächsten Monaten bei mir landen wird, habe ich eine noch größere Motivation, das Buch zu suchen. Ich hoffe sehr, dass diese Trilogie rund um Beka Cooper so gut weitergeht, wie der erste Band anfing!

[Figurenkabinett] Amethyst Alexandra Augusta Araminta Adelaïde Aurelia Anne von Phantasmorania

Ich habe Amethyst Alexandra Augusta Araminta Adelaïde Aurelia Anne von Phantasmorania schon häufiger auf meinem Blog erwähnt, auch wenn die meisten von euch sie unter diesem Namen wohl nicht erkennen würden. Als ich die Prinzessin kennenlernte, war sie noch ein rosiges, blondgelocktes, blauäugiges und zuckersüßes Baby, doch dies sollte sich am Tag ihrer Taufe ändern. Denn natürlich hatten ihre Eltern zur Geburt ihrer siebten Tochter auch daran gedacht, dass so eine kleine Prinzessin Patentanten benötigt, die sie mit den nötigen Eigenschaften ausstatten, doch dass eine Fee ihre Tochter mit Gewöhnlichkeit beschenken würde, das kam unerwartet!

Für Amy – wie Amethyst nicht nur von ihren sechs Schwestern Diamant, Opal, Smaragd, Saphir, Kristall und Perle genannt wird –, war es allerdings das beste Geschenk, das ihr passieren konnte. Sie störte es nicht, dass sich schon seit frühester Kindheit Sommersprossen auf ihrer Nase tummelten, dass sich ihre goldblonden Locken zu mausbraunen Strähnen entwickelten und dass graue Augen nicht gerade das sind, was man bei einer Prinzessin erwartet. Überhaupt ist Amy klug genug, um zu sehen, dass so manche Sachen, die allgemein von Prinzessinnen erwartet werden, einfach nur dumm sind.

Stattdessen gefällt es ihr, draußen herumzustromern, und als sie alt genug ist, um einen Weg über die Mauer aus dem Schlossgarten zu finden, nutzt sie ihn, um durch den Wald zu streunern. Dabei findet sie sogar eine Möglichkeit, um sich ein robusteres Kleid zu besorgen, damit sie nicht immer ihre schöne Hofgarderobe dreckig und kaputt macht und dafür dann Rede und Antwort stehen muss. Allein dafür könnte ich Amy in mein Herz schließen! Doch als Amy alt genug ist, um verheiratet zu werden, beginnen für die Prinzessin die Schwierigkeiten. Egal, wie sehr die Maler ihr Abbild schönen, es interessiert sich einfach kein Prinz für eine so gewöhnliche Königstochter.

Ehrlich gesagt kann Amy darüber auch sehr froh sein, denn all die Prinzen sind doch recht langweilige und humorlose Gesellen, und bestimmt wäre es grauenhaft, mit ihnen verheiratet zu sein. Während ihre Eltern immer verzweifelter werden, weil sie ihre Tochter nicht an den Mann bringen können, läuft Amy davon. Und auf der Suche nach einer Unterkunft für die Wintermonate und einem Job, mit dem sie neue Kleidung finanzieren könnte, findet sie auf ihre ganz eigene praktische und vollkommen gewöhnliche Art letztendlich sogar den perfekten Mann für sich.

Ich glaube, dass ich nach dieser Beschreibung gar nicht mehr groß begründen muss, warum mir Amy so ans Herz gewachsen ist. Aber sie ist auf jeden Fall dafür verantwortlich, dass ich eine große Schwäche für Prinzessinnen wie z. B. Cimorene von Linderwall habe, die nicht dem Klischee entsprechen. Wer nun Lust hat, Amethyst Alexandra Augusta Araminta Adelaïde Aurelia Anne von Phantasmorania persönlich kennenzulernen, der sollte auf den diversen Gebrauchtmärkten oder Tauschplattformen die Augen nach folgendem Buch aufhalten:

„Die gewöhnliche Prinzessin“ von M. M. Kaye

SuB-Zuwachs im Dezember

Nachdem der letzte SuB-Zuwachs schon ein bisschen her ist, hat mir heute der Paketbote etwas Nachschub geliefert. Ich muss zugeben, dass ich mich bei ein paar von den Titeln wirklich frage, wann und warum ich die auf meinen Wunschzettel gesetzt habe. Bei „Die Insel der besonderen Kinder“ war ich mir sogar ganz sicher, dass ich mich dagegen entschieden hatte … Aber ich beschwere mich auf gar keinen Fall über meinen Buchzuwachs, schließlich will ich nicht riskieren, dass mir der Lesestoff ausgeht. 😉

– D. E. Stevenson: Stich ins Wespennest
(Hah, daran kann ich mich erinnern! An dem Buch trägt Irina die Schuld! 😉 )

– Lene Rikke Bresson: Das Mädchen am Kreuz
(Etwas für meine aktuelle Krimilust und ein neuer Versuch mit einer dänischen Autorin.)

– Anthony Francis: Skindancer – Magisches Tattoo
(Noch ein Fall von „Huch, wo kommst du denn her?“. Mal gucken, ob mir die Geschichte gefällt. *g*)

– L.J. McDonald: Die Krieger der Königin 2 – Falkenherz
(Den ersten Teil fand ich zum Teil recht erfrischend, zum Teil verbesserungsbedürftig. Auf jeden Fall hat er sich gut weglesen lassen … )

– Yasmine Galenorn: Schwestern des Mondes 8 – Katzenjagd
(Ich hoffe sehr, dass der Titel besser ist als der vorhergehende Band, der mir total auf die Nerven ging!)

– Xinran: Wolkentöchter
(Die Bücher, die ich bislang von der Autorin gelesen habe, haben mir gefallen – und ich mag es, wenn ich manchmal über den Tellerrand in eine andere Kultur blicken darf …)

– Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder
(Da sieht man mal was passiert, wenn ich zu lange überlege, ob ich einen Titel lesen will oder nicht … *g*)

– Mike Resnick: Mallory und die Nacht der Toten
(Der erste Teil war so nett zu lesen, eine schöne Mischung aus „hardboiled novel“ und Fantasyparodie!)

– Janet Lee Carey: Drachenkuss
(Ich habe keine Ahnung mehr, warum ich den Titel reizvoll fand. Vielleicht finde ich es beim Lesen raus. 😉 )

– Uwe Voehl: Blut und Rüben
(Ein Krimi, der im Teutoburger Wald  und in dem eine lippische Haushälterin vorkommt – da kamen für mich unschlagbare Argumente zusammen. Und wehe, das Buch gefällt mir nicht!)

Zum Schluss noch eine lustige Manga-Mischung, damit ich auch in dem Bereich wieder gut versorgt bin. Und ja, ich gehöre auch zu denjenigen, die „Sailor Moon“ noch einmal für sich entdecken. 🙂 Wobei mir heutzutage „Code:Breaker“ und „Mirai Nikki“ doch mehr liegen, während bei „Detektiv Conan“ das Gefühl aufkommt, dass der gute Gosho Aoyama nach all den Jahren so langsam wirklich keine Lust mehr hat. Trotzdem sind es immer noch solide Kriminalgeschichten, die einem hier geboten werden.

Insgesamt landen so 10 Bücher auf dem SuB, die ich bis zum 17. Januar 2012 gelesen haben will, um meiner persönlichen Challenge gerecht zu werden. Ohje, ob ich es noch schaffe, dass ich mit einem SuB unter 100 in das Jahr 2012 starte?

Robin McKinley: Rose Daugther

Nach dem Märchen-Tag (und dem ganzen Schreiben über Robin McKinley) und da ich dringend noch ein November-Buch für die English-Challenge benötigte, habe ich am letzten Wochenende zu „Rose Daugther“ gegriffen. Der Roman entstand zwanzig Jahre nach „Die Schöne und das Ungeheuer“ und ist ebenfalls eine Neuerzählung dieses Märchens. Aber diese Version zeigt deutlich, wie sehr sich die Sicht der Autorin innerhalb dieser Zeit auf das klassische Märchenmotiv verändert hat.

Die Geschichte beginnt mit den Kindheitserinnerungen von Beauty. Ihre Mutter stirbt als die Kleine fünf Jahre alt ist, aber sie erinnert sich noch immer genau an das Parfüm, welches die schöne und beliebte Frau immer umgeben hat. Auf der Suche nach der Blume, die einen solchen Duft hervorbringt, entwickelt das kleine Mädchen eine Schwäche für Gärten. Aber nicht nur als Quelle für Blumen, sondern auch als ruhiger Zufluchtsort vor all den Dingen, die von ihr erwartet werden, und vor dem Trubel in ihrem wohlhabenden Elternhaus, genießt sie die Nähe der Blumen.

Nach dem Tod der Mutter wird jede Zauberei vom Vater verflucht und von der Familie fern gehalten, da er den Wahrsagern und Hexen vorwirft, dass sie seine Frau vor dem Unglück nicht gewarnt haben. Und während irgendwann wieder der Alltag einzieht, träumt Beauty regelmäßig einen schrecklichen Albtraum, in dem sie einen langen Korridor entlangläuft an dessen Ende ein Ungeheuer auf sie wartet, und ruft beim Aufwachen nach ihrer Mutter. Einzig im Garten, wo sie heimlich unter der Anleitung eines alten Gärtners den richtigen Umgang mit Pflanzen lernt, fühlt sie sich wohl.

Nicht nur in dieser Beziehung unterscheidet sich Beauty sehr von ihren beiden älteren Schwestern: Lionheart, die älteste, ist sehr mutig, während Jeweltongue, die mittlere, besonders redegewandt und klug ist. Aber beide Schwestern gehen nicht sehr gnädig mit ihrer Umwelt um und so ist es Beauty, die die „ausgedienten“ Pferde und Jagdhunde von Lionheart in bessere Hände vermittelt und die verängstigte Dienstboten tröstet, wenn diese Opfer von Jeweltongues spitzer Zunge wurden.

Kurz vor der Doppelhochzeit von Lionsheart und Jeweltongue mit zwei angesehenen Adeligen wird bekannt, dass ihr Vater pleite ist (auch aufgrund der Tatsache, dass er in den letzten Jahren keine Geschäfte mehr mit Magiekundigen gemacht hat). Die Männer brechen die Verlobungen, die Dienstboten laufen davon und die Schwestern geben ihr Bestes, um mit der Situation fertig zu werden. Lionsheart übernimmt die Küche, Jeweltongue kümmert sich um den restlichen Haushalt und Beauty versorgt den Vater, der zusammengebrochen ist, und versucht einen Überblick über die finanzielle Lage zu bekommen. Letztendlich bleibt ihnen nur der Umzug in ein kleines Häuschen auf dem Land, welches den Schwestern von einer alte Frau vererbt wurde.

Falls ihr jetzt das Gefühl habt, ich hätte hier eine endlose Inhaltsangabe geschrieben: Die bisher aufgeführte Handlung findet auf den ersten 25 Seiten des Buches statt und ich finde es großartig, wie es Robin McKinley gelingt die Familie und ihre Eigenarten hier so klar zu charakterisieren. Aber man bekommt auch einen guten Einblick in diese Welt, in der Kräuterhexen, Zauberer, Wahrsager und Astrologen zum normalen Alltag gehören und in der die in Märchen und Sagen erzählten Geschichten etwas sind, was der Großmutter (oder deren Großmutter) passiert ist und was deshalb im Kern auf jeden Fall wahr sein muss, auch wenn es inzwischen mehrere Varianten einer Erzählung gibt.

Longchance heißt der kleine Ort, in dem die drei Schwestern mit ihrem Vater landen, und angeblich gab es vor langer, langer Zeit dort mal eine Schlacht zwischen Zauberern, was dazu führt, dass sich keine Kräuterhexe an diesem Ort ansiedelt, weil die Überreste der Vergangenheit zu Albträumen und anderen unangenehmen Dingen führen. Aber das „Rose Cottage“, welches die Schwestern geerbt haben, besitzt einen ganz eigenen Charme und zu ihrer Überraschung findet Beauty ein große Anzahl dorniger Büsche im Garten des Häuschen, welche sich als wunderbar duftende Rosen herausstellen und zu denen sie eine ganz besondere Bindung entwickelt. So ist es auch ihre Liebe zu Rosen, die dazu führt, dass ihr Vater nach einer unglückseligen Reise in die alte Heimatstadt, einem Schneesturm und dem lebensrettenden Aufenthalt in einem verzauberten Schloss, seine jüngste Tochter einem schreckenserregenden Biest überlassen muss …

Diese Variante ist deutlich „fantasylastiger“ als „Die Schöne und das Ungeheuer“, so hat Beauty zum Beispiel die Gabe Pflanzen und Blumen wachsen zu lassen, ihre Mutter hatte einen kleinen übellaunigen Hausdrachen und in dieser Welt existieren Rosen normalerweise nur in den Gärten von Zauberern, denn nur mit Magie bringt man sie zum Blühen. Aber gerade diese liebevollen fantastischen Einfälle machen für mich diese Variante des Märchens zu etwas besonderem. Und auch der Schluss, der ein wenig von der klassischen Version abweicht, ist so wunderbar – und in meinen Augen so viel stimmiger -, dass es sich allein schon deshalb lohne würde, diesen Roman zu lesen.

Es fällt mir wirklich schwer konkreter auf die ganzen schönen Elemente dieses Buches einzugehen. Am einfachsten lässt sich für mich der Unterschied zwischen „Die Schöne und das Ungeheuer“ und „Rose Daughter“ zusammenfassen, wenn ich es so beschreibe:

„Die Schöne und das Ungeheuer“ ist ein wunderschönes Märchen mit liebenswerten Figuren, die für eine solche Geschichte angenehm realistische Züge haben. Aber durch das ganze Buch zieht sich eine Harmonie, die mich ein wenig an einen Disney-Zeichentrickfilm erinnert. Bei „Rose Daughter“ fühle ich mich viel mehr an einen Ghibli-Anime erinnert. Es gibt unheimlich viele vertraute Elemente, die man aber mit ganz neuen Augen entdecken kann. Die Handlung bekommt ganz neue Facetten, die Magie gehört zum Alltag der Menschen und hat doch nichts von ihrem Zauber verloren, der ganze Roman ist von einer ganz besonderen Atmosphäre durchdrungen und dann nimmt sich Robin McKinley immer wieder Freiheiten in dieser „Neuerzählung“ heraus, die ihre Version zu etwas ganz eigenständigem machen.

Am Ende habe ich nicht das Gefühl, dass das Paar den Rest ihres Lebens in einer rosaroten märchenhaften Glückseligkeit verbringen wird, sondern dass Beauty und ihr Beast in Zukunft Höhen und Tiefen vor sich haben, die sie – so wie jedermann – gemeinsam durchstehen müssen. Und diese Vorstellung finde ich deutlich realistischer und damit auch viel schöner als die märchenhafte Variante …

Oh, und was das Englisch angeht, so schreibt Robin McKinley wirklich gut verständlich, aber durch Beautys Liebe zur Gärtnerei kam ich hier und da doch an  meine Grenzen, wenn es um die Bezeichnungen von Pflanzen ging. Die muss man aber jetzt auch nicht unbedingt alle komplett verstehen, um der Handlung problemlos folgen zu können, abgesehen davon, dass ich es nicht immer so einfach finde, wenn es z.B. darum geht den passenden Baumnamen im Deutschen zu finden, da einem die diversen Wörterbücher da gerne mehrere Varianten anbieten.

Dies und Das (15)

Irgendwie komme ich mir momentan wie das „Weiße Kaninchen“ vor – mir fehlt nur die Taschenuhr, und noch plappere ich nicht laut „Keine Zeit! Keine Zeit!“ vor mich hin, auch wenn ich mich so fühle. Im Moment gibt es so viele Sachen zu erledigen, an so vieles zu denken und so viele Dinge, die ich eigentlich vor dem Jahresende schaffen wollte, bei denen ich nun aber überlegen muss, welche davon ich ins kommende Jahr schieben kann.

Umso ungeduldiger werde ich natürlich, wenn ich dann auch noch beim Arzt eine geschlagene Stunde auf die Ausstellung eines simplen Rezeptes warten muss oder wenn man mich mitten in einem Gedankengang anruft (und meine Familie hat gerade ein erschreckend großes Kommunikationsbedürfnis, während ich das Telefon einfach nicht ignorieren kann) oder sonst etwas passiert, das meine mühsam zusammengekratzte Konzentration stört.

Leider führt das auch dazu, dass ich diverse angefangene Bücher und kaum weniger angefangene Blogtexte habe, die ich irgendwann in den letzten Tagen mittendrin abgebrochen habe, weil mir irgendetwas Wichtigeres in den Kopf gekommen ist.

Dass ich jeden zweiten Tag hoffnungslos verschlafe, hilft auch nicht gegen das „Keine Zeit“-Gefühl. Und nicht mal ein gemütlicher Arbeitsplatz samt heißem Tee und – theoretisch – entspannender Musik lässt mich meine Sachen in Ruhe zu Ende bringen. Aktuell hibbele ich zum Beispiel schon wieder rum, weil ich mir die Kopfhörer nicht aufsetzen will, solange der Paketbote noch nicht da war.

Oh, und abends habe ich das Gefühl, ich könnte mich nicht einfach gemütlich auf dem Sofa einrollen, weil ja noch die Nachbarn vorbeikommen könnten, für die schon wieder zwei große Pakete in unserem Wohnungsflur stehen (welche ehrlich gesagt den Weg ins Badezimmer ganz schön blockieren).

So geht es auf jeden Fall nicht weiter! Vielleicht sollte ich mir einfach ein Beispiel an den Katzen nehmen, denn deren Ruhe ist zur Zeit durch nichts zu stören:

Oh, und wer sich wundert, dass ich noch so spät auf den Paketboten warte: Geschrieben habe ich den Beitrag kurz nach 16 Uhr, dann klingelte der Paketbote und brachte weitere Pakete für den Nachbarn, dann fiel mir ein, dass ich noch Geschirr abwaschen muss, bevor ich abends kochen kann, und schon war das Freischalten dieses Beitrags vergessen.

Keine Zeit, keine Zeit, keine Zeit …

Dezember-SuB

Ui, der November war ein verflixt schlechter Lesemonat für mich. Irgendwie habe ich sehr viele Bücher angefangen, aber kaum welche beendet. Somit komme ich für den November auf 9 Bücher, 2 Hörbücher und 5 Manga. Meine persönliche Challenge werde ich wohl in diesem Jahr nicht schaffen, aber immerhin habe ich noch einen Monat, um etwas aufzuholen. Außerdem bin ich bei der English-Challenge gut dabei, nachdem ich gestern Abend kurz vor 23 Uhr doch noch mein November-Buch beendet habe. Unter 100 bin ich mit dem SuB immer noch nicht, aber vielleicht zum Jahresanfang (auch wenn sich der nächste SuB-Zuwachs schon angekündigt hat). Dafür habe ich zum ersten Mal, seitdem der Blog besteht, kein Buch bei A stehen, weil die beiden Asprin-Romane endlich gelesen sind.

A (0)

B (8)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Sina Beerwald: Die Goldschmiedin

Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)

Jacques Bonnet: Meine vielseitigen Geliebten

Marie Brennan: Doppelgänger
Marie Brennan: Hexenkrieger

Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud
Lene Rikke Bresson: Das Mädchen am Kreuz

C (4)
Janet Lee Carey: Drachenkuss
Jennifer Chiaverini: Der Weihnachtsquilt
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)
James Collins: Zauberberg für Anfänger
Deborah Crombie: Die stillen Wasser des Todes

D (5)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals

Joe Donnelly: Jack Flint und der Bann des Herzsteins
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften

Rebecca Drake: Still sollst du sterben

F (14)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Jennifer Fallon: Kind der Götter (Das Dämonenkind 2)
Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Gayle Forman: Wenn ich bleibe

Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym

Earlene Fowler: Tödliche Schatten
Anthony Francis: Skindancer – Magisches Tattoo
Peter Freund: Laura und das Siegel des Mondes
Luca di Fulvio: Die Rache des Dionysos

G (4)
Yasmine Galenorn: Schwestern des Mondes 8 – Katzenjagd
Francois Gantheret: Das Gedächtnis des Wassers
Michele Giuttari: Rachefeuer
Thomas Görden: Der Mönch und die Jüdin
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (4)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Kim Harrison: Blutjagd
Kim Harrison: Blutlied
Kim Harrison: Blutpakt
Frederik Hetmann: Zeitenwende
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung

I (2)
Greg Iles: Leises Gift
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (3)
Marc Levy: All die ungesagten Worte
Siri Lindberg: Nachtlilien
Michaela Link: Der Spiegel der Kaiserin

M (5)

Chris Marten: Hydra

Christoph Marzi: Lyra
L.J. McDonald: Die Krieger der Königin 2 – Falkenherz
Richelle Mead: Dark Swan – Sturmtochter
Kai Meyer: Hex
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (4)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter
Rachel Neumeier: Der Greifenmagier – Herr der Winde
Elle Newmark: Der Granatapfeldieb

P (8)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
Renata Petry: Hilgensee

Kerstin Pflieger: Die Alchemie der Unsterblichkeit

Tamora Pierce: Young Warriors – Stories of Strength
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Ursula Poznanski: Saeculum 
Sarah Prineas: Der magische Dieb – Auf der Jagd nach dem Stein der Macht 

Q (0)

R (14)

Irene Radford: Der letzte Kriegsmagier (Die Historie des Drachen-Nimbus 2)
Irene Radford: Der abtrünnige Drache (Die Historie des Drachen-Nimbus 3)

Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Sarah Rayner: Das Licht des frühen Tages
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und die Nacht der Toten
Ransom Riggs: Die Insel der besonderen Kinder
John Maddox Roberts: Die Feinde des Imperators – Ein Krimi aus dem Alten Rom
Silvia Roth: Querschläger

Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)

Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Brian Ruckley: Winterwende (Die Welt aus Blut und Eis 1)
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (10)
Régis de Sá Moreira: Das geheime Leben der Bücher
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge

Arthur Slade: Mission Clockwork

Emma Smith: Der Ruf der Ferne
D. E. Stevenson: Stich ins Wespennest
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon

Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch

P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Aino Trosell: Eine grenzenlose Liebe
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

V (0)
Uwe Voehl: Blut und Rüben

W (4)
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan

Kiersten White: Flames’n’Roses

Gabriele Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Wrede und Stevermer: Sorcery and Cecelia or The Entchanted Chocolate Pot
Wrede und Stevermer: The Grand Tour
Wrede und Stevermer: Mislaid Magician

X (1)
Xinran: Gerettete Worte
Xinran: Wolkentöchter

Y (0)

106 Titel zum Monatsanfang
(fett markierte Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind neu hinzugekommen)
(blau markierte Titel habe ich für Aktionen vorgesehen)
(rot markierte Titel sind die, die ich für meine persönliche Challenge möglichst bald lesen sollte)
(graublau markierte Titel habe ich auf der Liste für meine persönliche Serien-Challenge)

Verwöhntag für die Winterkatze …

… oder auch der runde Geburtstag.

Da ich der Meinung bin, dass man seine Geburtstage rundum genießen soll, habe ich den 25. November schon vor Jahren zu meinem persönlichen „Verwöhntag“ bestimmt. Das bedeutet auch, dass ich mir an dem Tag – wenn möglich – frei nehme und keine Besucher einlade, für die ich die Wohnung herrichten, kochen und ähnliches tun müsste.

Also habe ich den gestrigen Freitag mit gemütlichem Räkeln im Bett begonnen, bin erst vormittags ins Wohnzimmer gewandert und habe dort die Geschenke von meinem Mann und meinen Eltern ausgepackt. Dann habe ich mir ein Stück Napfkuchen zum Frühstück gegönnt und dabei die Briefe gelesen, die in den letzten Tagen schon eingetrudelt sind.

Zu sehen, wie viele Leute an einen denken, ist doch das Schönste an Geburtstagen. Wobei ich die beiliegenden kleinen und großen Geschenke und die Gutscheine, die mir brieflich oder mündlich (am Telefon) überreicht wurden, auch sehr genießen kann. 😉 Und da gestern auch regelmäßig das Telefon klingelte, der Mailaccount Posteingang meldete oder das Chatfenster sich regte, habe ich viel mit meinen Freunden und meiner Familie reden können, auch wenn keiner von ihnen direkt bei mir war.

Ein besonders süßes Geschenk geht auf meine phasenweise auftretende Krimileidenschaft ein. Die Krimi-Mints in der kleinen Dose sollen bestimmt gegen den Geruch von Blut und Verwesung helfen, der bei besonders bildhaften Beschreibungen aufkommt. ;D Während das Lesezeichen mit den Fingerabdrücken einem (laut Beschreibung auf der Hülle) eine Atempause an besonders spannenden Stellen verschaffen soll. Ich bin übrigens ganz verliebt in den kleinen Revolver am Ende des Bandes. Ich muss mir nur noch überlegen, wie ich die Katzen davon abhalten kann, mit dem mörderischen Ding zu spielen, wenn es in meinem aktuellen Krimi steckt.

Bücher gab es für mich dieses Mal erstaunlich wenig und vor allem keine für den SuB, da die heißersehnte Jane-Austen-Box direkt in den Bestand wandert, weil ich die Titel alle schon kenne. Aber ich freue mich total darüber, dass ich die Romane nun in zueinander passenden und – angeblich besonders gut übersetzten – Ausgaben habe!

Und die restlichen Geschenke werden mich in den kommenden Abenden über das unglaublich schlechte Fernsehprogramm hinwegtrösten. Ich habe eine absolute Schwäche für Ghibli-Filme, und als ich hörte, dass von ihnen die Geschichte rund um die Borger (ich habe die allerdings immer als Borgmännchen in Erinnerung, von einer Schallplatte, die mein Cousin als kleines Kind hatte – keine Ahnung, ob ich mich da täusche oder ob das damals wirklich anders übersetzt wurde) umgesetzt wird, musste ich die DVD doch ganz oben auf meinen Wunschzettel setzen. Auch die „Van Dusen“-Hörspiele liebe ich und bin froh, dass nach dem ersten Teil (im letzten Jahr zum Geburtstag) und Teil 2 (zu Weihnachten 2010) nun der dritte Teil bei mir eingezogen ist. Wer weiß, vielleicht klappt es ja mit dem folgenden Hörspiel zu Weihnachten, wenn ich ein paar dezente Hinweise bei meinem Mann hinterlasse. 😉

Besonders freue ich  mich aber über „Ōkamiden“! Wir haben vor einigen Jahren begeistert „Ōkami“ auf der Playstation gespielt und waren hingerissen von der ungewöhnlichen und wunderschönen Grafik und dem Spielprinzip. Als dann „Ōkamiden“ angekündigt wurde, war ich ganz heiß auf das Spiel, aber irgendwie hat es mit dem Kauf nie geklappt – und irgendwann gab es das Spiel online nur noch zu absoluten Mondpreisen und ich dachte schon, dass das nichts mehr werden würde. Mein (gemeiner) Mann hat mir dann in den letzten Wochen jegliche Hoffnung geraubt, indem er vorgab, dass er das Spiel nicht mehr hätte bekommen können. Zum Glück stellte sich gestern morgen heraus, dass er im örtlichen Elektronikmarkt das letzte Spiel zum offiziellen Verkaufspreis erwischen konnte. Im Moment versuche ich noch, mir „Ōkamiden“ etwas einzuteilen und die Grafik und die Geschichte bewusst zu genießen. Wenn ihr aber in den nächsten Tagen von mir keine Blogbeiträge, Kommentare oder sonstige Lebenszeichen bekommt, dann bin ich dem Spiel endgültig verfallen. 😉

Leider habe ich es nicht geschafft, ein einigermaßen appetitliches Tortenfoto zu machen, aber ich habe mir gestern die Freiheit genommen und das Milchprodukteverbot meiner Ärztin ignoriert und nachmittags ein großes Stück Marzipantorte genossen. Und da mein Mann nach all den Überstunden in den letzten Wochen auch etwas erholungsbedürftig war, haben wir den Abend kulinarisch mit einer Lieferpizza ausklingen lassen. 😀

Es war ein rundum schöner Tag, den ich wirklich genossen habe. Und dank des Wellness-Gutscheins und des gesponserten Kurztrips in den Süden werde ich noch mehr „Verwöhntage“ genießen dürfen. Vielen lieben Dank an alle, die so lieb an mich gedacht haben!

Sprachprobleme

Seitdem unser „alter“ Paketbote den Status „Bin jetzt Boss!“ hat, ist es wieder verflixt kompliziert geworden mit den diversen Paketlieferanten zu kommunizieren.

In der Zwischenzeit hatten wir hier unter anderem ein junges (vermutlich polnischstämmiges) Paar, wobei sie die kleinen Sachen verteilen durfte und er sich mit den schweren Paketen abschleppte. Während er zumindest einigermaßen Deutsch verstand, war es mir in den letzten Monaten zum Beispiel nicht möglich ihr verständlich zu machen, dass ich weder medizinische Sendungen mit speziellem Vermerk, noch Sachen, bei denen vorher Geld gezahlt werden muss, für die Nachbarn annehmen kann. Bei dem einen Stapel war mir der Zahlungsvermerk auf dem Päckchen erst aufgefallen, als ich dem Nachbarn seine Post übergeben habe – und so wird wohl irgendjemand sein Geld nicht bekommen haben oder das nette Paar musste den fehlenden Betrag erstatten.

Immerhin habe ich den beiden klar machen können, dass ich etwas Zeit brauche, um an die Sprechanlage zu kommen (besockte Füße, Laminat und Katzen sind Komponenten, die nicht in Eile kombiniert werden sollten 😉 ), dass man nicht alle Klingeln auf einmal drücken darf, weil dann die Sprechanlage nicht mehr geht, und dass ich gern die Post für die Nachbarn annehme, sie aber einen Zettel in dem jeweiligen Briefkasten hinterlassen müssen.

Mit den anderen Paketboten ist das etwas schwieriger, aber irgendwie bekommen wir es in der Regel hin. Ich muss ihnen allen zugestehen, dass sie sich wirklich Mühe geben, aber die Sprachprobleme sind ein Hindernis. Richtig schlimm ist es mit dem Herren, der in dieser Woche die Pakete austrägt. Bislang weiß ich nur, dass er weder Deutsch noch Englisch versteht, aber Russisch sprechen würde.

Inzwischen denke ich, ich sollte mir einen Zettel zulegen, in dem ich auf Russisch, Polnisch und Türkisch die wichtigsten „Paketboten“-Sätze schreibe.

So etwas wie:

1. Bitte haben Sie etwas Geduld, es dauert einen Moment bis ich an der Sprechanlage bin.
2. Wenn Sie mehr als eine Klingel betätigen, dann funktioniert die Sprechanlage nicht und es dauert noch länger bis ich an der Haustür bin.
3. Ich nehme gern die Sendungen für die Nachbarn an, …
4. … aber keine Sendungen, die mit bestimmten Vermerken gekennzeichnet sind.
5. Bitte denken Sie an die Benachrichtungskarte für den Nachbarn.

Blöderweise kenne ich niemanden, der mir die Sätze übersetzen könnte, und deshalb wird das Thema Pakete wohl auch in den kommenden Adventswochen zu einer täglichen Herausforderung zwischen mir und den Paketboten!

Stöckchen: Der große Märchen TAG

Katrin von den BuchSaiten hat mich mit einem Märchen-Stöckchen beworfen, welches ich gerne beantworte. Märchen mag ich sehr gern – trotzdem versuche ich mich bei der Beantwortung der Fragen so kurz zu fassen, dass der Beitrag lesbar bleibt. 😉

1. Welches ist dein Lieblingsmärchen und wieso?
Als Kind fand ich „Allerleihrauh“ ganz toll. Vielleicht, weil die Prinzessin in einer schlimmen Situation sitzt und erst einmal ihren Verstand einsetzt, dann davonläuft, als Küchenmagd ein Auskommen und später ihr Glück findet. Aber je älter ich werde, desto unbehaglicher wird mir bei dem Märchen. Das ungesunde Verhältnis des Königs zu seiner Tochter und der Fellmantel, für den so viele Tiere gefangen und verletzt wurden, sind dabei nur die größten Aspekte, die mir inzwischen zu denken geben.

Heute liegt mir eher das Kunstmärchen „Die gewöhnliche Prinzessin“ von M. M. Kaye. Ich finde die Hauptfigur so wunderbar, da diese Prinzessin lieber durch die Wälder streunert, als sich so zu benehmen, wie es von ihr erwartet wird. Außerdem ist sie gewitzt genug, um sich ein robustes Kleid zu besorgen, im Wald zu überleben und herauszufinden, wie man einen Job bekommt, um sich Schuhe kaufen zu können. Und sie hat einen untadeligen Geschmack bei der Wahl ihres Prinzen.

2. Vor welchem Märchen hast du dich am meisten gefürchtet?
Ich kann mich nicht erinnern, dass ich mich vor einem Märchen gefürchtet hätte. Aber da ich mit den „unbereinigten“ Märchensammlungen von den Brüdern Grimm aufgewachsen bin, gab es so einige Schlussszenen, die ich irgendwann nicht mehr gelesen habe. Ich würde die schrecklichen Enden für die Stiefmütter, bösen Schwestern und Hexen vermissen, wenn ich eine „harmlosere“ Variante in die Finger bekäme. Aber bei einem Re-read überspringe ich dann doch lieber die mit Nägeln gefüllten Fässer, die glühenden Eisenschuhe oder ähnliche Bestrafungen. 😉

3. Welche Märchenfigur wärst du gerne?
Morgiane, Sklavin des Ali Baba. Okay, es ist nicht gerade angenehm, eine Sklavin zu sein, aber die Frau ist eindeutig intelligenter als ihr Herr und seine gesamte Familie zusammen. Ihr ist es zu verdanken, dass Ali Baba alle Mordversuche der Räuber überleben konnte, auch wenn sie dafür recht skrupellos vorgehen musste … Auf jeden Fall scheint mir Morgiane vielschichtiger zu sein als ein Großteil der sonstigen Märchenfiguren.

4. Welchen Märchengegenstand würdest du gerne besitzen?
Das „Tischlein, deck dich“ wäre überaus praktisch – und ich gehe selbstverständlich davon aus, dass es auch Wunschgerichte servieren kann. Ich fände es fantastisch, wenn ich nie wieder über dem Einkaufszettel hängen und mich fragen müsste, was ich in den nächsten Tagen kochen soll. Und von dem gesparten Essensgeld könnte man so viele Bücher kaufen … *g*

5. Wenn du verzaubert würdest, welches Tier wärst du?
Ich gehe jetzt mal davon aus, dass auch Fabelwesen zu den Tieren zählen, und dann wäre ich eindeutig ein Drache. Wissbegierig, schatzhortend, rätselliebend, reizbar und schwer zu wecken, wenn ich mich erst einmal im Tiefschlaf befinde. Meine angreifbare Stelle verrate ich hier aber nicht! 😉

6. Welcher Märchenfilm gefällt dir am besten?
Spontan fällt mir da „Der Salzprinz“ ein. Ich sitze zwar auch seit meiner Kindheit jedes Jahr zur Weihnachtszeit vor dem Fernseher und schaue mir „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ an, aber „Der Salzprinz“ hat bei mir einen viel tieferen Eindruck hinterlassen. Vielleicht, weil Maruška in ihrer naiven, aber treuen Art begreift, dass das einfache Salz so kostbar ist. Schon als kleines Mädchen fand ich es faszinierend, wie viel Macht und Einfluss in der Vergangenheit mit dem Besitz von Salz einhergingen – und doch vergisst man das so schnell, wenn man mal eben ein Kilo davon im Supermarkt einkauft. 

7. Magst du Märchenparodien?
Das hängt davon ab, was für Parodien es sind. Bei Filmen bin ich in der Regel eher vom Ergebnis abgeschreckt (vor allem bei deutschen Produktionen). Aber es gibt einige wunderbar amüsante Bücher, die Märchen parodieren, und die kann ich dann auch genießen.

8. Magst du moderne oder neuerzählte Märchen?
Auch da hängt es wieder von der Machart ab. Die Neuerzählungen von Robin McKinley zum Beispiel mag ich sehr gern, auch Patricia C. Wredes fantastische Geschichten im Zauberwald mit all ihren Märchenelementen sind so schön zu lesen. Ich finde es spannend, wenn ein guter Autor Märchenelemente aufnimmt und eine neue Geschichte daraus spinnt, aber manchmal wirkt so ein Versuch auch zu gewollt und geht dann kräftig daneben.

9. Glaubst du an Märchenprinzen und für welchen würdest du dich entscheiden?
Gewöhnliche Märchenprinzen finde ich ziemlich langweilig. Ich habe mir noch nie vorstellen können, dass so ein hochherrschaftliches Kerlchen, das auf einem Pferdchen in mein Leben reitet, wirklich zu mir passen würde. Aber ein Prinz wie Ossin aus „Deerskin“ („Tochter des Schattens“) von Robin McKinley käme für mich schon in die engere Wahl. Er ist ein aufmerksamer und liebevoller Mann, der mit beiden Beinen auf dem Boden steht, Hunde liebt und keine Standesdünkel hat.

10. Muss für dich ein Märchen mit ‘Es war einmal’ anfangen?
Nö. Aber der „klassische“ Anfang schadet auch nicht … 😉

11. Woher kennst du Märchen? Kassetten? Bücher? Hat man dir vorgelesen?
Meine große Schwester behauptet, dass unsere Mutter uns vorgelesen hätte, als wir klein waren, aber ich kann mich nicht daran erinnern. Aber ich weiß noch, dass ich mich sehr früh durch die Märchen gelesen habe, die wir (in altdeutscher Schrift gedruckt) hatten. Wilhelm Hauff, Hans Christian Andersen und die Brüder Grimm haben an so manchem Abend dafür gesorgt, dass ich vor dem Schlafengehen noch ein paar märchenhafte Abenteuer erleben konnte.

12. Greifst du auch heute noch zu Märchenbüchern?
Ja, sehr gern. Ich lese zwar nicht mehr so oft Märchen wie noch vor einigen Jahren, aber ich greife immer wieder zu den Märchensammlungen in meinem Besitz. Ich entdecke auch gerne Märchen aus anderen Ländern und finde es immer wieder faszinierend, wie manche Geschichten weltweit erzählt werden, während andere Märchen sehr speziell sind und nur in bestimmten Kulturkreisen zu funktionieren scheinen.

13. Würdest du deinen Kindern Märchen vorlesen?
Wenn ich Kinder hätte, dann würde ich das auf jeden Fall tun. Unsere Katzen sind allerdings weniger daran interessiert. 😉 Dafür habe ich aber in der Vergangenheit diversen „Fremdkindern“ Märchen und andere Geschichten vorgelesen und das hat mir (und zum Glück auch den Kindern) immer viel Spaß gemacht.

14. Hältst du Märchen für wichtig?
Ich finde schon, dass man die klassischen Märchen seines Kulturkreises kennen sollte. Nicht nur, weil Märchen etwas Essentielles sind, sondern auch, weil sie – in meinen Augen – zu einem fundierten Allgemeinwissen gehören.

15. Warst du schon in einem Märchenpark?
Als Kind war ich in mindestens einem Märchenwald. Der war aber so einfach gemacht, dass mich die dargestellten Szenen und die blecherne Stimme, die aus einem Kasten heraus Märchenszenen blökte, nicht überzeugen konnten. Als ich dann noch wegen des heißen Wetters ohnmächtig wurde, hatte ich die Nase voll davon und wollte nur noch ein Eis haben.

16. Magst du die Disney-Märchen?
Das kann ich nicht so einfach beantworten. Als ich klein war, gab es jedes Jahr zu Weihnachten einen Disneyfilm im Kino, den ich zusammen mit meiner Schwester angeguckt habe. Ich hatte höllische Angst vor der bösen Fee in „Dornröschen“ und fand „Cinderella“ bezaubernd (diese kleine, süße dicke Maus! *g*). Ich würde weder „Das Dschungelbuch“ noch die „Aristocats“ als Märchen bezeichnen, aber auch diese Filme habe ich geliebt. Wer kann Thomas O’Malley sehen und nicht von ihm hingerissen sein?

Nach „Cap und Capper“ habe ich dann eine Pause von den Disney-Filmen gemacht, der Film war einfach zu traurig. Und erst als“Arielle“ erschien, bin ich wieder ins Kino gegangen. Aber da war der Disney-Zauber für mich schon etwas verflogen, es fehlte einfach der altmodische Charme, den die alten Filme hatten. Und egal, wie sehr sich die Disney-Filme technisch weiterentwickeln und wie sehr man mir von der Musik und den Charakteren vorschwärmt, mich können die neueren Filme nicht mehr begeistern. Inzwischen meide ich Disney-Filme eher …

17. Welches Märchenelement ist dir bei einem Märchen sehr wichtig (Rache/Wahre Liebe/Gerechtigkeit)?
Weder Rache noch „wahre Liebe“ (wahre Liebe gibt es in Märchen ja doch eher selten) sind mir da wichtig. Mir gefallen eher die Geschichten von Treue, von Ehre oder sogar von Aufoperfung. Ich kann ein Mädchen, das jahrelange schweigend leidet, um seine sieben Brüder von einem Zauber zu befreien, höher schätzen als eine Märchenfigur, die nach einem Tanz auf einem Ball glaubt, dass sie mit dem Mann (mit dem sie nicht einen Satz gewechselt hat) den Rest ihres Lebens verbringen kann.

18. Welches Märchen würdest du gerne von Disney verfilmt sehen?
Disney soll bloß die Finger von meinen Märchen lassen! 😉

19. Welches Märchen magst du nicht?
Das vom Fischer und seiner Frau. Wie kann ein so netter Mann mit so einer schrecklichen und gierigen Person verheiratet sein?! Lieber Fischer, nimm deinen Fisch, wünsch dir einen netten Platz, an dem du Ruhe vor deiner Frau hast, und lebe glücklich für den Rest deines Lebens!

20. Mit welchem Märchen verbindest du die schönsten Erinnerungen?
Mit der Märchen-Neuerzählung „Die Schöne und das Ungeheuer“ von Robin McKinley. Für mich war das damals die erste modernere Variante eines Märchens, und ich war hingerissen von den Charakteren, von Beauty, die alles andere als eine Schönheit ist, von dem Ungeheuer, das mit seinen Krallen versucht, vorsichtig Buchseiten umzublättern und doch immer die Ecken ankratzt, von den beiden liebevollen Schwestern, die alles daran setzen, damit die Jüngste eine schöne Kindheit hat, und all den anderen Details, die ein zwar schönes, aber doch recht einfaches Märchen für mich zu einer fesselnden Geschichte haben werden lassen.

21. Dein Lieblingsmärchenautor?
Da die Brüder Grimm weniger Autoren als Sammler waren und die alten Kunstmärchen mich zwar immer wieder unterhalten, aber nicht wirklich berühren können, bleibt mir nur eine Antwort auf diese Frage. Ich liebe die Märchen-Neuerzählungen von Robin McKinley. Ihre Allerleihrauh-Variante „Deerskin“  bringt mich jedes Mal wieder zum Weinen, weil sie so erschütternd, aber auch so schön ist, und dabei ist es fast zwanzig Jahre her, dass ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe. „Die Schöne und das Ungeheuer“ kenne ich sogar noch länger (herrjeh, ist das wirklich schon 1984 erschienen?) und ich muss immer wieder über die kleine Brise schmunzeln, ich liebe es, gemeinsam mit Beauty das Schloss zu entdecken oder so nach und nach das Ungeheuer kennenzulernen. Und auch ihre zweite Variante der Geschichte, „Rose Daughter“, übt auf mich eine Faszination aus, die schon seit 1999 anhält …

Edit: Das kommt davon, wenn ich ein Stöckchen im abendlichen Halbschlaf beantwortet, dann vergesse ich prompt das Weiterwerfen. Um das noch schnell zu „berichtigen“, werfe ich das Stöckchen hiermit in die Luft und hoffe, dass es von  möglichst vielen beantwortet wird. 🙂