Kategorie: Uncategorized

Wochenendkatzen – Fernsehen mit Logan

Am Wochenende hat sich mein Mann damit die Zeit vertrieben, dass er eine japanische Serie geguckt hat. Das wurde ihm allerdings deutlich durch Logans Bedürfnis nach einem Sonnenbad erschwert:

Nicht mal die Drohgebährden des „Roten Barons“ haben unseren Kater von seinem Sonnenplatz vertreiben können. Dabei hatte er seinen Hintern genau vor dem Empfänger des Fernsehers platziert:

Und selbst liebevolle Aufforderungen doch endlich dort wegzugehen brachten nur folgendes Ergebnis:
Meine Perspektive auf das Ganze sah so aus:
Den Großteil des Tages wirkte es übrigens so, als ob Christie gemütlich mit mir in meinem Buch lesen würde, denn das hielt ich ihr die ganze Zeit vor die Nase.
Und um den Beitrag nicht zu sprengen, gibt es später in der Woche noch eine Auswahl von Christie-Fotos.

Kathryn Miller Haines: Miss Winters Hang zum Risiko

Nachdem Irina sich aufgrund meiner Begeisterung die ersten beiden „Miss Winter“-Romane angeschafft hat, dachte ich, ich sollte doch auch mal auf meinem Blog was zu den Büchern schreiben. „Miss Winters Hang zum Risiko“ ist der Debütroman von Kathry Miller Haines – inzwischen sind auf Deutsch zwei weitere Romane rund um die Schauspielerin Rosie Winter erschienen. Die Geschichte spielt im Jahr 1942 in New York und die Auswirkungen des Kriegs sind inzwischen auch in Amerika tagtäglich spürbar.

So hat sich Rosies (Ex-)Freund freiwillig zum Kriegsdienst gemeldet und das Durchsuchen der Vermissten- und Todesanzeigen in den Zeitungen gehört zum traurigen Alltag der Schauspielerin. Aber auch Lebensmittelrationen und die nächtliche Verdunklung der Stadt belasten die junge Frau. Zusätzlich stagniert Rosies Karriere am Broadway und so musste sie sich einen Nebenjob in einer Privatdetektei suchen. All das wäre gerade noch erträglich, wenn Rosie nicht nach den Weihnachtsfeiertagen die Leiche ihres Chefs Jim McCain im Büroschrank finden würde.

Abgesehen davon, dass ihr in Zukunft der Verdienst fehlen wird, ist sie auch empört darüber, dass die Polizei den Fall als Selbstmord behandelt, obwohl alles dagegen spricht. Um Jim Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, beschließt Rosie die Ermittlungen selber in die Hand zu nehmen. Mit gesundem Menschenverstand, viel Charme und erstaunlich viel Skrupellosigkeit schnüffelt Rosie im Leben ihres ermordeten Chefs herum und oft genug rettet sie nur die Hilfe ihrer Freundinnen vor einer Katastrophe.

Dabei stellt sich heraus, dass Jim McCains letzter Fall sogar in Rosies speziellem Wissensgebiet lag, denn der drehte sich um ein verschwundenes Manuskript des bekannten Autors Raymond Fielding. Nachdem Jim getötet wurde, sind erstaunlich viele Menschen an dem Manuskript interessiert. Nicht nur diverse Schauspieler und Regisseure wollen die Papiere in die Hände bekommen, sondern auch Jims Familie, Angestellte einer mysteriösen Regierungsstelle und Angehörige der New Yorker Unterwelt. Dabei sind nicht wenige von ihnen bereit für die verschwundenen Geschichte im Zweifelsfall auch über Leichen zu gehen.

Mit Rosie Winter hat Kathryn Miller Haines eine sehr reizvolle Hauptfigur geschaffen. Die Schauspielerin bringt sich mit ihrem vorlauten Mundwerk nicht nur ständig selbst in Schwierigkeiten, sondern sie ist auch die perfekte Besetzung für eine Geschichte, die Anfang der 40er Jahre in New York spielt. Die Autorin zeigt in ihrem Roman eine Gesellschaft, die alles daransetzt den Krieg zu verdrängen und stattdessen versucht das Leben – trotz aller Einschränkungen – zu genießen. Dabei bilden Flüsterkneipen und Einblicke hinter die Kulissen des Broadways den perfekten Rahmen für eine stimmungsvolle Geschichte.

Vor allem in diesem ersten Band haben mich viele Elemente an eine gute Screwball-Komödie erinnert, was einen schönen Ausgleich zu den eher desillusionierten Passagen bildet. Doch vor allem ist es Rosie Winter, die dafür sorgt, dass ich diese Serie mit so viel Vergnügen lese. Voller Unverfrorenheit erobert sie sich den Zugang zum Salon der einflussreichsten Familie der Stadt, tritt Mafiagrößen entgegen und trotzt der Regierung. Dabei lassen mich die Situationskomik und der wundervolle Wortwitz gern über die kleinen Logikbrüche in der Handlung und die (relative) Vorhersehbarkeit des Endes hinwegsehen.

Die folgenden zwei Bände „Ein Schlachtplan für Miss Winter“ und „Miss Winter lässt nicht locker“ sind immer noch amüsant, aber nicht mehr ganz so heiter wie „Miss Winters Hang zum Risiko“ konzipiert. Das ist aber durchaus stimmig (und bietet immer noch eine unterhaltsame Geschichte), wenn man sich vor Augen hält, dass der Krieg weiter fortschreitet, Rosie immer mehr Kontakt zu Soldaten hat, sich weiterhin Sorgen um ihren Ex-Freund machen muss und das Leben immer größere Herausforderungen für sie bereithält.

Dies und Das (13)

Wochenende
Irgendwie entwickeln sich gerade die Wochenenden zu einer fast internetlosen Zeit. Da mein Mann nicht mit der PS3 beschäftigt ist und ich meine kalten Hände auf dem Sofa unter einer Decke wärme, komme ich gar nicht dazu ständig einen Blick auf meinen Maileingang, den Feed-Reader oder Twitter zu werfen. Dafür verschiebt sich mein Schlafrhythmus total, weil ich unter der muckeligen Decke (und mindestens zwei Katzen begraben) schnell einschlafen und am Montag brauche ich den halben Tag, um wieder im Alltag anzukommen. Trotzdem finde ich es gar nicht so schlecht, dass ich momentan die Wochenende quasi offline verbringe. Erholsam ist das auf jeden Fall und zum Lesen komme ich so auch – meine Krimiphase scheint gerade gar nicht enden zu wollen.

Oh, und ein paar Katzenfotos habe ich am Wochenende auch wieder gemacht, aber die gibt es erst im Laufe der Woche.

Heizung
In der alten Wohnung hätte um diese Jahreszeit unser über 90-jährige Nachbarin mit ihrem frühzeitigen und intensivem Heizen für angenehm warme Füße gesorgt. Hier allerdings führt der Keller unter der Wohnung dazu, dass ich nicht nur dicke Wollsocken trage, sondern auch am Schreibtisch die Füße auf einen mehrfach gefalteten Flickenteppich lege. Theoretisch wäre sogar ich so langsam soweit die Heizung anzuwerfen, praktisch scheitert das daran, dass in diesem Herbst die – mit Klebeband zusammengehaltenen – Heizungsventile den Dienst verweigern.
Am Wochenende habe ich testweise in der Wohnung mal alle Heizkörper aufgedreht und nur zwei von fünf wurden warm. Natürlich waren die warmen Heizkörper in den Räumen, die wir nur im allertiefsten Winter heizen. Also muss ich morgen zum Baumarkt fahren und Ersatz für die zerbröselten Ventile besorgen. Eigentlich kein großes Ding, aber in einer gemieteten Wohnung ärgern mich solche Sachen dann doch. Trotzdem sollte ich zumindest Wohn- und Gästezimmer heizen können, bevor am Sonntag Besuch eintrifft.
Besuch
Auf den Besuch freue ich mich sehr, aber ein paar Sorgen mache ich mir schon, denn beim letzten Mal hat dieser Besuch recht heftig auf unsere Katzen reagiert. Vier Samtpfoten sind doch ein ganz schönes Problem für einen Allergiker, selbst wenn diese Person sonst nicht so allergisch auf Katzen ist. Somit wird das Vor-Besuch-Putzen dieses Mal noch etwas mehr intensiviert und die Gästematratze wird in dem Zimmer ausgeworfen, in das die Katzen bislang noch keine Pfote gesetzt haben. Und ansonsten bleibt nur Daumen drücken …

One-Word-Stöckchen

Gefunden habe ich das Stöckchen bei Tanja vom Lese-Leuchturm und da ich es ganz lustig fand, die Fragen mit einem Wort zu beantworten, habe ich es mitgenommen. Beantwortet habe ich es am Freitagabend. 🙂

1.) Wo ist dein Handy? unwichtig

2.) Dein Partner? Nachbarsofa

3.) Deine Haare? lang

4.) Deine Mama? teilzeitanstrengend

5.) Dein Papa? Spielkind

6.) Lieblingsgegenstand? Buch

7.) Dein Traum von letzter Nacht? Dauerschleife

8.) Dein Lieblingsgetränk? Kakao

9.) Dein Traumauto? Impreza

10.) Der Raum, in dem du dich befindest? gemütlich

11.) Dein Ex? vergessen

12.) Deine Angst? privat

13.) Was möchtest du in 10 Jahren sein? gesund

14.) Mit wem verbrachtest du den gestrigen Abend? Juno

15.) Was bist du nicht? Genie

16.) Das letzte, was du getan hast? gelesen

17.) Was trägst du? Wollsocken

18.) Dein Lieblingsbuch? unbestimmbar

19.) Das letzte, was du gegessen hast? Käsebrötchen

20.) Dein Leben? Achterbahn

21.) Deine Stimmung? zufrieden

22.) Deine Freunde? fern

23.) Woran denkst du gerade? Morgen

24.) Was machst du gerade? tippen

25.) Dein Sommer? seltsam

26.) Was läuft in deinem Tv? Vorabendkrimi

27.) Wann hast du das letzte Mal gelacht? heute

28.) Geweint? gestern

29.) Schule? Erinnerungen

30.) Was hörst du gerade? Katzengemauze

31.) Liebste Wochenendbeschäftigung? Sofamuckeln

32.) Traumjob? bittersüß

33.) Dein Computer? Problemgerät

34.) Außerhalb deines Fensters? Herbstlaub

35.) Bier? Okay …

36.) Mexikanisches Essen? vegetarisch

37.) Winter? Lieblingsjahreszeit

38.) Religion? uninteressant

39.) Urlaub? Meersehnsucht

40.) Auf deinem Bett? Shandy

41.) Liebe? Ehemann

[Figurenkabinett] Alanna von Trebond

Alanna von Trebond begleitet mich schon seit sehr vielen Jahren, genauer gesagt, seitdem die kleine Stadtbibliothek, die mich als Teenager mit Büchern versorgt hat, im Jahr 1985 das Buch „Die schwarze Stadt“ angeschafft hat. Sehr schnell ist mir Alanna ans Herz gewachsen, während ihr Zwillingsbruder mir etwas zu jämmerlich war – doch zum Glück spielt Thom in dieser Geschichte nur eine kleine Rolle. Alanna ist eine junge Adelige, die unter ungewöhnlichen Umständen aufgewachsen ist. Ihre Mutter verstarb bei der Geburt der Zwillinge, ihr Vater hat sich so gut wie nie um seine beiden Kinder gekümmert und sich lieber in seine Studien vertieft, während Alanna und Thom von einer Heilerin und einem Soldaten im Dienst von Alannas Vater aufgezogen wurden.

Zum Beginn von „Die schwarze Stadt“ sind die Zwillinge gerade alt genug, um von Zuhause weggeschickt zu werden. So soll Thom in die Hauptstadt Chorus reisen und am Hof des Königs seinen Dienst als Page antreten, während Alanna in ein Kloster geschickt werden soll, wo sie alle Fertigkeiten einer adeligen Dame erlernen soll. Doch während Thom eher an Schulwissen und Zauberei interessiert ist, ist Alanna diejenige, die gut bei der Jagd, beim Fährtenlesen und beim Kampf ist, und diejenige, deren größter Wunsch es ist, Ritter zu werden. So tauscht sie mit ihrem Bruder die Rolle, und während Thom ins Kloster geht, um dort als Zauberer ausgebildet zu werden, verkleidet sich Alanna und tritt als Alan den Pagendienst im Schloss an.

Alanna weiß genau, dass sie nun gezwungen ist, für viele Jahre als Junge zu leben – und wenn sie es jemals zum Ritter schaffen sollte, dann steht immer noch die Frage im Raum, wie sie dann die Öffentlichkeit (und ihren König!) über ihr wahres Geschlecht aufklären soll. Mir persönlich hat es immer gefallen, dass es Alanna nicht leicht gefallen ist, diesen Weg zu gehen und ihre Umgebung anzulügen. Auf der anderen Seite ist ihr Traum so groß, dass sie eben fast alles dafür tun würde, um ihn zu erfüllen. Dabei hilft ihr auch ihre Dickköpfigkeit, die sie immer wieder durch schwierige Situationen bringt.

Alanna ist nämlich nicht nur kleiner als die meisten ihrer Pagenkollegen, sondern sie hat auch ein paar Schwachpunkte als Kriegerin. So liegt ihr der Schwertkampf lange Zeit überhaupt nicht, bis sie sich selbst jeden Tag Extrastunden auferlegt. Dieses Training ist ihr so wichtig, dass sie sogar anfängt, mit links den Schwertkampf zu üben, als sie sich einmal den rechten Arm gebrochen hat. Während ihr ihre Dickköpfigkeit über so manches Problem hinweghilft, bringen ihre Spontaneität, ihr Jähzorn und ihr Gerechtigkeitssinn sie immer wieder in Schwierigkeiten.

Alanna von Trebond begleitet mich inzwischen schon seit über 25 Jahren, zu meinem 18. Geburtstag habe ich mir die vier Bücher rund um das rothaarige, dickköpfige und doch so sympathische Mädchen schenken lassen, und als ich vor vielen Jahren meinen Mann kennenlernte, haben wir uns gegenseitig diese Romane vorgelesen – und ihm haben sie anscheinend ebenso gut gefallen wie mir. Ich freue mich heute noch bei jedem Wiederlesen über die amüsanten, nachdenklichen und bewegenden Momente. Ich vergieße Tränen, wenn Alannas Begleitern etwas zustößt, ich leide mit ihr, wenn sie ihre Freunde wegen ihres Geschlechts belügen muss, und irgendwie könnte man sogar behaupten, dass ich zumindest in zwei der drei Männer verliebt bin, die in Alannas Liebesleben einer Rolle spielen.

In ihren späteren Jugendfantasytiteln hat die Autorin Tamora Pierce ihre Welt Tortall deutlich komplexer ausgebaut und auch die Emelan-(Circle)-Geschichten haben einen vielschichtigeren Hintergrund als diese vier Romane rund um Alanna von Trebond. Aber in all ihren Geschichten finden sich wunderbar realistische und sympathische Charaktere, sogar wenn diese Figuren zum Teil übernatürliche Fähigkeiten haben, die schon fast göttlich zu nennen sind. Alanna, ihre Freunde, ihre Feinde und das fantastische Land Tortall sind mir schon vor langer Zeit ans Herz gewachsen und in regelmäßigen Abständen greife ich wieder zu den Büchern und versinke in den Abenteuern, die Alanna auf ihrem Weg zur Ritterwürde bestehen muss.

Leider sind nur wenige Romane von Tamora Pierce ins Deutsche übersetzt worden, aber als Jugendfantasy sind die Geschichten auf Englisch wirklich gut zu lesen.

Tortall-Geschichten von Tamora Pierce:

Alanna – The Song of the Lioness Quartet:

  1. Die schwarze Stadt (1985) – Alanna: The First Adventure (1983)
  2. Im Bann der Göttin (1986) – In the Hand of the Goddess (1984)
  3. Das zerbrochene Schwert (1987) – The Woman Who Rides Like a Man (1986)
  4. Das Juwel der Macht (1988) – Lioness Rampant (1988)

Dhana – The Immortals Quartet:

  1. Kampf um Tortall (1992) – Wild Magic (1992)
  2. Im Tal des Langen Sees (1993) – Wolf Speaker (1993)
  3. Der Kaiserliche Magier (1995) – The Emperor Mage (1994)
  4. Im Reich der Götter (1996) – The Realms of the Gods (1995)

(Spielt einige Jahre nach den Alanna-Romanen und bringt deutlich mehr Magie in die Welt von Tortall. Viele Figuren, die aus den Alanna-Geschichten bekannt sind, tauchen hier wieder auf.)

Protector of the Small:

  1. First Test (1999)
  2. Page (2000)
  3. Squire (2001)
  4. Lady Knight (2002)

(Nach Alanna ist Keladry of Mindelan das zweite Mädchen, das die Pagenausbildung antritt. Sie muss ihr Geschlecht nicht verbergen, hat dafür mit ganz anderen Problemen zu kämpfen als Alanna. Ihr Tortall ist deutlich politischer als das von Alanna und in diesen Büchern verwendet die Autorin einige sozialkritische Elemente.)

Aly – The Daughter of the Lioness:

  1. Trickster’s Choice (2003)
  2. Trickster’s Queen (2004)

(In diesen Büchern ist Alannas Tochter die Hauptfigur – und ich muss zugeben, dass ich diese beiden Bände nicht ganz so gut finde wie die anderen Romane der Autorin.)

The Provost’s Dog:

  1. Terrier (2006)
  2. Bloodhound (2009)
  3. Mastiff (2011)

(Auf den dritten Band freue ich mich schon, mit etwas Glück zieht er dieses Jahr noch bei mir ein. Bei diesen Büchern habe ich das Gefühl, dass Tamora Pierce nicht nur versucht, eine frühere Zeit in Tortall zu beschreiben, sondern diese Welt auch mit Elementen ihrer Emelan-Reihe mischt. Auf jeden Fall finde ich diese Geschichten rund um Beka Cooper, die als Mitglied der Wache quasi als Polizistin fungiert, spannend und unterhaltsam zu lesen.)

Peter Abrahams: Was geschah in Echo Falls?

Auf „Was geschah in Echo Falls?“ bin ich durch Kiya aufmerksam geworden und zum Glück konnte ich den Titel auch über unsere Bibliothek vormerken lassen. Eigentlich könnte ich es mir nun einfach machen und nur auf Kiyas Rezension zu dem Titel verweise und sagen: Jupp, so ist es, ich stimme zu! 😉 Aber den einen oder anderen eigenen Gedanken zum dem Roman habe ich ja doch, so dass ich mir doch noch die Mühe mache und etwas mehr schreibe.

Als erstes muss ich übrigens anmerken, dass ich etwas verwirrt war, weil meine HC-Ausgabe keinen richtigen Rückentext aufweist, sondern dafür eine sehr lange Empfehlung von Stephen King, mit der er dem Leser das Buch ans Herz legt. Es ist ja schön, dass der Roman dem Herren gefallen hat, aber eigentlich ist mir seine Meinung recht gleichgültig. Dafür hat mich die Inhaltsangabe innen dann ein bisschen gespoilert – das hätte man schon etwas geschickter machen können.

In „Was geschah in Echo Falls“ ist die dreizehnjährige Ingrid die Hauptfigur. Sie liebt Sherlock-Holmes-Geschichten (und kennt sie so gut, dass sie jederzeit daraus zitieren kann), spielt gerne Theater und Fußball, verliert sich manchmal in Tagträumen und führt ansonsten ein recht normales Leben. Zumindest ist das bis zu dem Tag so, an dem sich Ingrid auf dem Weg zum Fußballtraining in ihrer kleinen Stadt verirrt. Während sie sich noch fragt, wie sie wieder nach Hause finden soll, trifft sie auf „Müll-Katie“ (Kate) – eine in der Stadt wegen ihrer Seltsamkeit verrufenen Frau -, die so nett ist und für Ingrid ein Taxi ruft.

Kurz darauf liest Ingrid in der Zeitung, dass Kate am Nachmittag ihres Zusammentreffens ermordet worden ist. Von diesem Zeitpunkt an lässt sie die Frage nicht los, wer der Täter sein könnte. Und als sie sich dann auch noch gezwungen sieht in Kates Haus einzubrechen, um etwas zu holen, das sie dort vergessen hatte, findet sie sogar Hinweise auf das Motiv für das Verbrechen. Obwohl sich das Ganze nun nach einem klassischen Kriminalroman anhört, ist es gar nicht der eigentliche Fall, der dafür sorgte, dass ich Spaß beim Lesen hatte. Der Krimianteil ist nicht mehr als nett und stellenweise sogar sehr vorhersehbar, aber dafür habe ich Ingrid schnell ins Herz geschlossen.

Während Kiya bemängelt, dass Ingrid nicht zu Beginn gleich zur Polizei geht, fand ich es ganz natürlich, dass sie dafür anfangs noch keine Notwendigkeit sieht. Sie hat zwar anscheinend als Letzte Kate vor dem Mord gesehen, ist sich aber sicher, dass sie nichts relevantes auszusagen hat. Und wenn sie zur Polizei gehen würde, müsste sie ihren Eltern beichten, dass sie sie angelogen hat und dass sie sich auf der Strecke zwischen ihrem Zahnarzt und dem Fußballtraining verlaufen hat (wie peinlich!), mal davon abgesehen, dass ihre Eltern bestimmt auch nicht begeistert wären, wenn sie wüssten, dass Ingrid Kontakt zu „Müll-Katie“ hatte.

In gewisser Weise finde ich die Familienverhältnisse von Ingrid faszinierend. Auf den ersten Blick ist es eine ganz normale Familie. Der Vater ist der Vermögensberater der reichsten Familie der Stadt, die Mutter arbeitet als Immobilenmarklerin, der große Bruder ist ein hervorragender Footballer und der Großvater „Grampy“ ein dickköpfiger ehemaliger Farmer, der alles daran setzt, um seinen Hof so zu behalten wie er ist. Aber je aufmerksamer Ingrid im Laufe des Buches durch die Gegend geht, desto mehr Unstimmigkeiten fallen einem auf. So fährt der Vater zwar einen großen Wagen, aber das Mädchen erinnert sich an Streitigkeiten zwischen seinen Eltern, bei denen es um die Ratenzahlungen für das Auto ging.

Und obwohl ihr großer Bruder Ty ein erfolgreicher Sportler ist und alle Erwartungen seines Vaters erfüllt, scheint er nicht glücklich zu sein. Dazu kommen noch gesundheitliche Auffälligkeiten und eine übermäßige Aggressivität gegenüber der kleinen Schwester, während Ingrid von ihren Eltern mit allen Mitteln zum Sport und zur Mathematik gedrängt wird, damit sie später eine Eliteuniversität besuchen kann. All das zeigt, dass die auf den ersten Blick so normale heile Familie gar nicht so gut funktioniert, dabei bietet einem Peter Abrahams keine einfachen Erklärungen für die vielen verschiedenen Szenen, sondern lässt sie einfach im Raum stehen, was mir besonders gut gefällt.

Ich weiß nicht, ob Jugendliche so schnell dahinterkommen, welche Probleme in Ingrids Familie herrschen, aber mir gefällt es, dass nicht alles ausgesprochen wird. Noch bleibt die Geschichte konsequent auf dem Wissensstand, den Ingrid hat, egal wie viele Gedanken man sich über all die Hintergründe machen kann. Diese Familienkonstellation, all die Anspielungen auf Sherlock Holmes und der kleine Hauch von „Liebes“geschichte, haben mir wirklich viel Vergnügen bereitet. Da konnte ich auch locker darüber hinwegsehen, dass der Krimianteil etwas vorhersehbar und nicht ganz so schlüssig war. Und nun bin ich so neugierig darauf, wie es mit Ingrid weitergeht, dass ich mir die beiden anderen bislang erschienenen Bände gleich in der Bibliothek vorgemerkt habe.

Eine Woche mit Besuch – dieses Mal ganz ohne Fotos

Vorfreude genossen,
Wohnung geputzt,
eingekauft,
Besuch begrüßt,
den Nachmittag verschwatzt,
Kaffee getrunken und Kekse geknabbert
und Pizza gegessen.
Abenteuer im Bus erlebt,
viel rumgelaufen und gesehen,
geschwatzt und Pläne gemacht,
auf dem Sofa eingerollt und weiter geschwatzt,
Kurzgeschichten gelesen,
Buchzugang betrachtet,
Omelette gegessen
und Schweine gejagt.
Umwege mit dem Auto gemacht,
unter freiem Himmel gefrühstückt,
einen Termin verpasst,
in ein fremdes Land geflüchtet
und einen Anfall von Fremdscham in Japan erlebt.
Schweizer Käsemakkaroni gekocht,
Füße hochgelegt und
ein Duell beobachtet …
weiterhin Schweine gejagt.
Auf dem Sofa gemuckelt,
Milchkaffee, Kekse und Schokolade genascht,
viel geschwatzt, gearbeitet und
etwas Musik gehört.
Pizza gegessen, 
noch eine Runde mit dem Bus gefahren,
in der Dunkelheit durch eine fremde Gegend geirrt,
einen neuen Sänger entdeckt
und ein langerwartetes Konzert genossen.
Wieder in den Bus gehüpft,
geschwatzt und in der Nacht Schokoladeneis gegessen,
dann ins Bett gefallen.
Ausgeschlafen,
geschwatzt und
wieder Schweine gejagt,
über Bibliotheken geredet,
Musik gehört
und ein Nickerchen gemacht.
Aufgewacht, um ins Restaurant zu gehen,
Essen auseinandergenommen,
gemopst und geteilt
– und trotzdem genossen.
Entspannen auf dem Sofa,
weiterhin Schweine gejagt
und natürlich geschwatzt
bis die Augen zugefallen sind.
Ein bisschen Hektik am Morgen,
Abschiedstimmung und Kichern,
eine große Überraschung zum Schluss 
und Vorfreude auf ein Wiedersehen.
Nun etwas Aufräumen,
Wäsche waschen,
Geschirr abwaschen und
Füße hoch und all die Eindrücke der letzten Tage sortieren.
Schön war es!

Phil Rickman: Mittwinternacht

Nach „Frucht der Sünde“ war ich mir nicht so ganz sicher, was ich von den Merrily-Watkins-Romanen von Phil Rickman zu halten hatte. Aber immerhin war meine Neugier so groß, dass ich mir noch den zweiten Roman um die ungewöhnliche Pfarrerin in der Bibliothek vorgemerkt hatte. Im ersten Band hatte Merrily Watkins zum zweiten Mal in ihrem Leben (beim ersten Mal hatte sie eine Art Erscheinung in einer Kirche und danach beschlossen, dass sie eine Ausbildung zur Pfarrerin beginnt) eine Begegnung mit dem Übernatürlichen. Wobei Merrily sich nie so ganz sicher zu sein scheint, ob sie sich das Ganze nicht nur einbildet oder ob es nicht rationale Erklärungen für die seltsamen Vorfälle gibt. Auf jeden Fall haben diese Erlebnisse dazu geführt, dass sie nun eine Art Weiterbildung zur „Exorzistin“ begonnen hat.

Aber natürlich ist es bei ihr nicht so einfach wie bei den männlichen Kollegen und so wird sie kurz nachdem sie bei Huw Owen einen Kurs zum Umgang mit „Spirituellen Grenzfragen“ gemacht hat, vom Bischof zur Diözesan-Exorzistin (Verzeihung, natürlich muss es heißen „Beraterin für spirituelle Grenzfragen“) ernannt. Was bedeutet, dass sich Merrily mit allen (vermeintlichen oder realen) seltsamen Begebenheiten in der – nicht gerade kleinen – Diözese rund um die Kathedrale von Hereford beschäftigen muss. So wird die Pfarrerin aufgrund ihres neuen (und zusätzlichen!) Amtes zu einem unheimlichen sterbenden Mann gerufen, muss eine von Satanisten entweihte Kirche wieder säubern, soll in einem Altenheim einen Geist austreiben und darf sich mit Kirchenpolitik, Intrigen und ihren eigenen Ängsten herumschlagen.

Währenddessen hat ihre Tochter Jane eine neue Freundin gefunden: Rowenna scheint es egal zu sein, dass Janes Mutter eine Pfarrerin ist und dafür teilt sie Janes Interesse an der Esoterik. Gemeinsam gehen die beiden Freundinnen auf eine Esoterik-Messe, lassen sich Karten legen und erkunden eine Frauengruppe, in der es um die Erforschung der eigenen Spiritualität geht. Auch der Musiker Lol (Laurence) geht inzwischen seine eigenen Wege, da er zwar in Merrily verliebt ist, aber keine Chance auf eine Beziehung mit ihr sieht. So hat er sein Cottage verkauft, besucht die Abendschule, um Psychotherapeut zu werden und haust über einem Musikgeschäft in Hereford. Nebenbei kümmert er sich noch um Katherine Moon, eine psychisch labile junge Archäologin.

Irgendwie ging mir beim Lesen dieses Romans der Begriff „Schauergeschichte“ nicht aus dem Kopf und in gewisser Weise habe ich damit ein Problem. Ich mag eigentlich den leichten – und manchmal etwas absurden – Grusel eines guten Schauerromans, aber hier gab es mir einfach zu viele unappetitliche Szenen. Mit der Beschreibung von Kälte, Furcht oder Geistern kann ich leben, aber ständige Übelkeit bei der Hauptfigur, das Gefühl besudelt oder gar vergewaltigt worden zu sein, verursacht mir beim Lesen Unbehagen. Irgendwie spricht das ja für den Autor, dass er so atmosphärisch schreibt, dass mich seine Geschichte in gewisser Weise belastet, aber eigentlich fand ich das in erster Linie unschön. Auf der anderen Seite war der Roman flüssig zu lesen und die Cliffhanger an den Kapitelenden haben – obwohl ich einige Entwicklungen vorhersehen konnte – dafür gesorgt, dass ich vor lauter Neugierde das Buch kaum aus der Hand legen konnte.

Ich glaube nicht, dass ich noch einen Teil dieser Reihe lesen werde – zumindest nicht, wenn er mir nicht durch Zufall in die Hände fällt -, aber ich muss zugeben, dass in meinen Augen „Mittwinternacht“ deutlich stimmiger von Phil Rickman konzipiert wurde als „Frucht der Sünde“. Ich habe das Gefühl, dass der Autor tiefer in seinem Thema steckt, vertrauter mit seinen Figuren ist und eine Linie für seine „Mystery“-Geschichte gefunden hat. Wer sich also nicht daran stört, dass die schauerlichen Szenen kaum ausgeglichen werden (was ich mir gewünscht hätte), der findet diesen Roman gewiss unterhaltsamer als den Auftaktband der Merrily-Watkins-Reihe.