Alle Artikel von Konstanze

Ankündigung: Herbstlesen im Oktober 2022

Auch in diesem Jahr wird es auf meinem Blog wieder das „Herbstlesen im Oktober“ geben, an dem ich (hoffentlich mit ein paar Mitleser*innen) an den Wochenenden viel Zeit mit den Dingen verbringen möchte, die mir Freude bereiten. Wie schon 2021 stehen uns dafür ganze fünf Wochenenden zur Verfügung, und da ich normalerweise recht lange Beiträge pro Tag zusammenbekomme, gibt es von mir wieder einen Beitrag pro Herbstlesen-Tag (also je einen Post an jedem Samstag und an jedem Sonntag im Oktober). Wer sich mir anschließt, muss natürlich nicht so viel bloggen, wie ich es tue – es reicht auch ein Sammelbeitrag pro Wochenende oder Ähnliches. Wichtig ist mir nur, dass ihr an den Tagen, an denen ihr euch mir anschließt, einen Kommentar mit einem Hinweis auf eure Teilnahme unter meinem aktuellen Beitrag hinterlasst, damit ich euch verlinken kann. Der Austausch mit den anderen „Herbstlesern“ ist schließlich immer einer der nettesten Aspekte dieser Aktion, und wenn es einen zentralen Ort gibt, an dem alle Links gesammelt werden, geht das am besten.

Herbstlesen-Logo, das herbstlich verfärbte Bäume vor blauem Himmel zeigt und im Himmel steht der Text "Herbstlesen im Oktober 2022".

Wie immer geht es beim Herbstlesen weniger darum, möglichst viele Stunden mit Lesen zu verbringen, als sich bewusst für die Dinge, die einem Freude bereiten, gemütliche Auszeiten zu gönnen und diese dann über den Blog mit anderen zu teilen. Für meinen Herbstlesen-Oktober habe ich mir neben einem ganzen Stapel mit Büchern auch wieder einige Brettspielrunden mit meinem Mann vorgenommen – es wird definitiv Zeit, dass wir mal wieder etwas längere Sachen in Angriff nehmen! Außerdem habe ich ein paar Spiele für die Switch, die ich gern etwas intensiver spielen würde, und große Lust aufs Handarbeiten habe ich gerade auch wieder. Ich werde die Oktober-Wochenende also gewiss rundum mit schönen und erholsamen Tätigkeiten gefüllt bekommen.

In diesem Jahr geht es mit dem Herbstlesen 2021 am 1. Oktober (Samstag) los, und der letzte Herbstlesen-Tag wird der 30. Oktober (Sonntag) sein. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch mir wieder (oder neu) anschließen mögt, und bin schon neugierig darauf, womit ihr euch die Wochenenden im Oktober „schön und erholsam“ gestalten werdet.

Angela Slatter: Vigil (Verity Fassbinder 1)

Um die Verity-Fassbinder-Trilogie von Angela Slatter bin ich schon länger herumgeschlichen, und nachdem ich vor kurzem große Lust auf Urban Fantasy hatte, habe ich zu „Vigil“ gegriffen. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Verity Fassbinder erzählt, einer Frau, die zur Hälfte „Normal“ und zur Hälfte „Weyrd“ ist – genau genommen war ihr Vater Grigor ein sogenannter „Kinderfresser“, und auch wenn sie keine seiner Verwandlungsfähigkeiten geerbt hat, so ist Verity doch ganz besonders stark. Außerdem hat sie das Gefühl, sie müsse die Verbrechen ihres Vaters wieder gutmachen, da dieser nicht nur (normale) Kinder tötete, sondern sich auch noch dabei erwischen ließ und somit die Existenz der Weyrd in Gefahr brachte. So arbeitet Verity als eine Art private Ermittlerin für die Weyrd, wobei ihr Hauptauftraggeber der Rat ist, der dafür sorgt, dass all die verschiedenen übernatürlichen Wesen sich zumindest an ein paar Grundregeln halten.

Ich muss zugeben, dass ich – obwohl mir „Vigil“ grundsätzlich sehr gut gefallen hat – ein paar Probleme mit dem Roman hatte. Zum einen jongliert Verity von Anfang an mit einem ganzen Haufen Fälle. Sie muss ermitteln, wer illegalen Wein anbietet, der aus den Tränen von (dabei getöteten) Kindern hergestellt wurde, sie muss einen (oder mehrere) Mörder finden, der Sirenen vernichtet, sie bekommt den Auftrag, einen verschwundenen jungen Mann zu suchen, und dann gibt es da noch eine unheimliche Wesenheit, der mehrere Personen in den Straßen von Brisbane zum Opfer fallen. All diese vielen verschiedenen Fälle laufen parallel, und dazu gibt es noch so einige Altlasten, mit denen Verity fertigwerden muss, wie zum Beispiel eine Verletzung, die sie sich bei ihrem letzten Auftrag zugezogen hat. Das alles ist ganz schön viel auf einmal, vor allem, da nebenbei noch von der Autorin die Urban-Fantasy-Welt vorgestellt wird, in der Verity lebt, sowie Veritys eigene Vergangenheit und welchen Einfluss ihr Vater (und seine Verbrechen) auf ihr heutiges Leben haben.

Trotz dieser Masse an Handlungselementen und vieler wirklich eindrucksvoll und atmosphärisch geschriebener Passagen hatte ich aber immer wieder das Gefühl, dass die Spannung nachlassen und sich die Geschichte stellenweise sogar etwas dahinschleppen würde. Erst nach Beenden des Romans fiel mir auf, dass es sich angefühlt hat, als ob die Autorin an einige Handlungsstränge herangegangen wäre, als ob es sich dabei um Kurzgeschichten handeln würde. Dazu sollte ich vielleicht erwähnen, dass Angela Slatter ihre Karriere mit ziemlich erfolgreichen Kurzgeschichten begonnen hat und „Vigil“ der erste Roman ist, den sie allein geschrieben hat. Diese „Kurzgeschichten“ innerhalb des Romans fand ich sehr überzeugend erzählt, und sie waren voller Elemente, die ich nachts mit in meine Träume genommen habe, aber zwischen diesen wirklich coolen Passagen gab es eben auch immer wieder Übergänge, die mich nicht so überzeugen konnten und die ein bisschen „zusammengebastelt“ wirkten. Vor allem in der ersten Hälfte des Romans fand ich das wirklich auffällig, während ich das letzte Drittel – vielleicht auch weil sich dort die diversen Handlungsstränge endlich zusammenfügten – deutlich besser lesbar fand.

Von diesen etwas zähen Übergängen abgesehen hatte ich aber viel Spaß mit „Vigil“. Angela Slatters Urban-Fantasy-Geschichte spielt nicht nur in einer (für mich) ungewöhnlichen Stadt, was dazu führte, dass ich all die Details rund um Brisbane sehr genossen habe, sondern die Autorin verwendet auch wirklich viele fantastische Wesen auf eine erfrischend andere Art und Weise. Ich mochte die drei Nornen (und ihr Café), ich fand die Details rund um die Sirenen spannend zu lesen, und ich habe große Lust, noch mehr Zeit in Veritys fantastischer Variante von Brisbane zu verbringen. Angela Slatter hat sich für ihre übernatürlichen Wesen eindeutig von den düstereren Seiten der diversen Märchen und Mythologien inspirieren lassen und schafft es trotzdem (oder gerade deshalb?) hervorragend, all diese Figuren in unsere moderne Welt zu transportieren und dort ihre ganz eigenen Nischen finden zu lassen. Dazu kommt, dass Verity die Art von Kick-Ass-Heldin ist, von der ich gerne lesen, und dass der „romantische Anteil“ der Geschichte so gar nicht „sexy“ oder romantisch ist, sondern daraus besteht, dass die Protagonistin einen wirklich netten Mann kennenlernt, mit dem sie sich stundenlang unterhalten kann. Dass es in dieser sich anbahnenden Beziehung – trotz all der Probleme, die Veritys Leben mit sich bringt – so gar kein Drama gibt, fand ich wunderbar erholsam und wirklich schön zu lesen. Insgesamt fühlte ich mich mit diesem Auftaktband der Reihe gut genug unterhalten, dass ich mir direkt im Anschluss die Fortsetzung „Corpselight“ besorgt habe (weshalb ich sagen kann, dass sich dieser Teil dann auch von Anfang an flüssiger lesen lässt).

Cat Gray: Spellstoppers

Ich habe keine Ahnung mehr, wo ich über „Spellstoppers“ von Cat Gray gestolpert bin, aber so lange kann das Buch noch nicht auf meinem eReader geschlummert haben, als ich es im August gelesen habe. Die Handlung wird aus der Sicht des zwölfjährigen Max erzählt, der seit Jahren ein riesiges Problem hat. Jedes elektrische Gerät, das er berührt, geht kaputt, während er selbst einen heftigen und sehr schmerzhaften Schlag bekommt. Nachdem er – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen – mit dem neuen elektrischen Auto seiner Mutter in Berührung kam, sieht seine Mutter ein, dass es so nicht weitergehen kann, und schickt Max in den kleinen Ort Yowling zu seinem Großvater Bram. Zu seiner großen Überraschung eröffnet Bram ihm, dass es so etwas wie Magie wirklich gibt und dass Max selbst von einer langen Linie von Spellstoppern abstammt.

Spellstopper sind Personen, die in der Lage sind, die Magie anderer zu neutralisieren. Und da Elektrizität und Magie sich nicht unähnlich sind, muss Max seine Fähigkeit in den Griff bekommen, bevor er noch einmal den Umgang mit elektrischen Geräten riskieren kann. Bram ist auch nicht der einzige Bewohner von Yowling, der über eine magische Fähigkeit verfügt. Der gesamte Küstenort wird von Personen bewohnt, die Magie besitzen oder selbst magisch sind. Dabei zittern sämtliche Bewohner von Yowling seit Generationen vor den Keepern, die die Aufsicht über das magische Schloss vor der Küste des Ortes haben und so mächtig sind, dass sie alle anderen Einwohner terrorisieren können. Als Bram entführt wird, um für den aktuellen Keeper zu arbeiten, muss Max gemeinsam mit seiner neuen Freundin Kit alles versuchen, um seinen Großvater zu retten – auch wenn das bedeutet, dass er seine gerade erst entdeckte Magie gegen eine unvorstellbar böse Macht einsetzen muss.

Es gibt viele Elemente in „Spellstoppers“, die mir sehr viel Spaß gemacht haben. Die Beschreibungen des kleinen Ortes Yowling habe ich zum Beispiel sehr genossen, ebenso wie die Begegnungen mit vielen der Einwohner, die Max im Laufe der Zeit kennenlernt. Überhaupt gibt es in der Geschichte wirklich viele schöne magische Elemente, die den Alltag in Yowling prägen, während gleichzeitig auch jemand wie Kit, die über keine Magie zu verfügen scheint, einen festen Platz in der magischen Gemeinschaft finden kann. Auf der anderen Seite hatte ich immer wieder ein Problem mit dem Handeln der verschiedenen Charaktere. So finde ich es auch einige Zeit nach dem Lesen des Romans noch immer unglaublich, dass die Mutter von Max ihn jahrelang mit seinem Problem kämpfen ließ und dabei zusah, wie er immer einsamer wurde, obwohl sie genau wusste, dass ihr Vater dem Jungen helfen könnte. Selbst wenn sie nicht wieder nach Yowling zurückkehren wollte, so habe ich nicht das Gefühl, dass eine liebevolle Mutter ein solches Problem ihres Sohnes ignorieren würde, um zu hoffen, dass er schon nicht deshalb sterben wird. Cat Gray lässt die Mutter zwar am Ende noch einmal deutlich sagen, dass sie all das nur getan hat, weil sie Max vor der dunklen Seite der Magie beschützen wollte, aber mich überzeugt das einfach nicht.

Auch bei Max gibt es immer wieder Momente, in denen er auf eine Art und Weise handelt, die ich für ihn als Charakter unglaubwürdig finde und bei denen ich das Gefühl hatte, dass das für die Autorin halt der einfachste Weg war, um die Handlung weiterzuführen. Was dazu führt, dass ich mich, obwohl ich „Spellstoppers“ insgesamt eigentlich nett fand, immer wieder schrecklich über bestimmte Szenen geärgert habe. Deshalb werde ich wohl nicht zu einem weiteren Buch von Cat Gray greifen, obwohl die Autorin so viele hübsche fantastische Ideen verwendet hat. Es ärgert mich einfach zu sehr, wenn Charaktere so widersprüchlich dargestellt werden, obwohl es so viele andere Möglichkeiten gäbe, um diese Elemente innerhalb der Geschichte zu klären. Ganz ehrlich, mir sind auf Anhieb drei verschiedene Ideen einfallen, die problemlos erklären könnten, wieso die Mutter Max nicht früher mit ihrem Vater in Verbindung gebracht hat und bei denen sie weiterhin als liebevolle und sympathische Person dastehen würde. Wenn eine Autorin es nicht auf die Reihe bekommt, aus ihren Charakteren glaubwürdige Figuren zu machen, dann finde ich das als Leserin wirklich unbefriedigend.

Jane Harper: The Lost Man

Nachdem Neyasha im vergangenen Dezember so begeistert über „The Lost Man“ von Jane Harper geschrieben hatte, hatte ich mir direkt das eBook besorgt. Da aber die Autorin nicht gerade die heimeligsten Geschichten schreibt, hat es eine Weile gedauert, bis ich Lust auf diese Art von Roman hatte. „The Lost Man“ gehört nicht zu den Veröffentlichungen rund um den Polizisten Aaron Falk („Hitze“ und „Ins Dunkel“), sondern ist ein eigenständige Geschichte, die aus der Perspektive von Nathan Bright erzählt wird. (Allerdings gibt es einen kleinen Verweis auf Aaron Falks Geburtsort Kiewarra, aus dem auch Nathans Mutter stammt.) Die Handlung in „The Lost Man“ beginnt damit, dass Nathan und sein jüngerer Bruder Bub vor einem alten Grabstein am Rande einer australischen Wüste im Südwesten von Queensland stehen – und neben diesem Grabstein liegt die Leiche ihres gemeinsamen Bruders Cameron. Schnell steht fest, dass Cameron der Hitze zum Opfer gefallen ist und dass sein Tod grauenhaft war.

Doch vor allem lässt Nathan die Frage nicht los, wieso Cameron überhaupt sein Auto verlassen hatte und das auch noch, ohne jegliche Wasservorräte mit sich zu führen. Die Rätsel rund um Camerons Tod führen dazu, dass Nathan sich nicht nur mit dem Leben seiner Familienmitglieder – die er seit Monaten nicht mehr gesehen hatte – auseinandersetzen muss, sondern auch mit seiner eigenen Vergangenheit. Jane Harper schreibt Geschichten von Menschen, die in unmenschlichen Umgebungen versuchen, sich ihre Menschlichkeit zu bewahren – und häufig genau daran scheitern. So gab es vor zehn Jahren in Nathans Leben einen Moment, in dem er eines der eisernen Gesetze seiner Gemeinschaft verletzte und dafür von seinen Nachbarn aus eben dieser Gemeinschaft ausgeschlossen wurde. Was genau Nathan damals getan hat, verschweigt Jane Harper ziemlich lange, und ich muss gestehen, dass ich deshalb im Laufe der Zeit mit der Autorin ziemlich ungeduldig wurde. Es ist für mich vollkommen in Ordnung, wenn Elemente verschwiegen werden, weil der Erzähler selbst keine Details weiß. Aber hier wusste so gut wie jeder Charakter, was Nathan damals getan hat, aber trotzdem wird lange drumherumgeredet, um künstlich Spannung aufrecht zu halten. So haben mich in dieser Phase vor allem die ungemein atmosphärischen Beschreibungen des Lebens am Rande einer Wüste bei der Stange gehalten.

Hier fand ich es sehr schön, wie Jane Harper Informationen, die Nathan und sein Bruder dem ortsfremden Polizisten zukommen lassen, als dieser sich den Schausplatz von Camerons Tod anschaut, mit kleinen Gedanken und Nebenbemerkungen des Erzählers mischt. So wird schnell deutlich, dass es bestimmte Dinge gibt, die kein Einheimischer vernachlässigen oder vergessen würde, so wie es zum Beispiel selbstverständlich ist, dass bei solch gefährlichem Gelände niemand nachts mit dem Auto fährt oder dass für eine zweitägige Fahrt ein ganzer Kofferraum voller Wasserflaschen und Nahrungsmittel mitgenommen wird. Immer wieder gibt es diese kleinen Momente, die zeigen, wie selbstverständlich die Gefahren eines solchen Lebens für die Einheimischen sind, während sich mir bei dem Gedanken, dass es im Notfall im optimalsten Fall mindestens drei Stunden dauern würde, bis Hilfe aus der nächsten Stadt eintreffen könnte, der Magen umdreht. All diese Details lassen einen nur zu gut nachvollziehen, wieso ein solches Leben die besten und die schlimmsten Seiten eines Menschen zum Vorschein bringen kann. So ist es auch nicht besonders überraschend, dass Nathan und seine Brüder selbst keine besonders glückliche Kindheit hatten, und auch wenn er selbst nicht die gleichen Fehler wie sein gewalttätiger Vater begangen hat, hat er dafür mit anderen Problemen zu kämpfen.

Ich will beim besten Willen nicht behaupten, dass „The Lost Man“ eine schöne Geschichte ist. Es gibt so viele zutiefst deprimierende und frustrierende Elemente, wenn es um den Schatten geht, den Nathans seit langem verstorbener Vater bis zum aktuellen Tag auf die gesamte Familie wirft. Aber ich fand es schön zu verfolgen, wie Nathan sich im Laufe des Romans weiterentwickelt hat. Je mehr er sich mit dem Tod von Cameron, mit den Problemen seiner Familie und sogar mit seinem Verhältnis zu seiner Ex-Frau Jacqui und seinem Sohn Xander auseinandersetzt, desto eher scheint er in der Lage zu sein, auch mal positive Gedanken und Gefühle zuzulassen. Wirkt Nathan anfangs geradezu lebensmüde, nach all den Jahren, die er isoliert von der Gemeinschaft verbracht hat, so führen all die Ereignisse rund um Camerons Tod dazu, dass er so langsam in der Lage ist, sich (und anderen) zu verzeihen und in die Zukunft zu blicken. So steht für mich in diesem Roman nicht Camerons Tod, sondern Nathans Entwicklung im Mittelpunkt der Geschichte, was dazu führt, dass ich es auch nicht schlimm fand, dass so viele „überraschende“ Wendungen rund um Camerons Ableben für mich deutlich leichter vorhersehbar waren als die Handlungsentwicklungen in den anderen beiden Büchern von Jane Harper. Die Autorin hat wirklich ein Händchen für realistische Charaktere voller Graustufen ebenso wie für wunderbar atmosphärische Beschreibungen des Lebens in den unwirtlicheren Ecken Australiens und hat es damit auch bei „The Lost Man“ geschafft, mich damit so sehr zu packen, dass ich den Roman zügig gelesen habe, obwohl ich ein paar andere Aspekte in dieser Geschichte nicht ganz so gelungen gefunden habe.

Mur Lafferty: The Shambling Guide to New York City (The Shambling Guide 1)

In den letzten Wochen habe ich so einige „nette“ Romane gelesen, die noch auf meinem eReader schlummerten (oder von mir spontan heruntergeladen wurden 😉 ). „The Shambling Guide to New York City“ von Mur Lafferty gehört definitiv in die Kategorie „nette Romane“ und hat mich gut unterhalten. Die Protagonistin Zoë Jennifer Norris sucht zu Beginn der Geschichte dringend einen neuen Job, nachdem sie ihren letzte Arbeitgeber wegen persönlicher Differenzen (vor allem mit der Ehefrau ihres Vorgesetzten) verlassen musste. Da Zoë sich als Autorin und Redakteurin auf Reiseführer für Städtereisen spezialisiert hat, ist sie hingerissen, als sie bei einem Ausflug in New York in einer seltsamen kleinen Buchhandlung über einen Aushang stolpert, in dem ein neu gegründeter Reisebuch-Verlag jemanden mit ihren Erfahrungen sucht. Doch obwohl Zoë sich sicher ist, dass sie ein Glücksfall für Underground Publishing sein müsste, will der Verlagsinhaber Phillip Rand ihre Bewerbung nicht einmal annehmen. Erst als deutlich wird, dass Zoë nicht so schnell aufgeben wird, kommt es zu einem Vorstellungsgespräch, bei dem sie herausfindet, dass der Verlag von Monstern Cotterie geführt wird.

Nachdem sie den ersten Schock darüber überwunden hat, dass es Vampire, Zombies, Todes-Göttinnen und ähnliche übernatürlich Wesen (allgemein als Cotterie bezeichnet) wirklich gibt, beschließt Zoë, dass die Arbeit für Underground Publishing eine Herausforderung darstellt, die sie wirklich reizt. Allerdings ist es nicht ganz einfach für sie, in einer solchen Umgebung Fuß zu fassen, vor allem, da es unter den Kolleg*innen nicht wenige gibt, die sich von Menschen ernähren. Ich fand es sehr unterhaltsam zu lesen, wie Zoë mehr über diese – ihr bislang vollkommen unbekannte – Parallelgesellschaft der Cotterie erfährt und wie sie sich bei jeder Begegnung mit einer neuen Spezies Gedanken um Etikette macht. Auch war es nett zu verfolgen, wie sie sich mit zwei Kolleginnen anfreundet, während andere Mitarbeiter sie vor größere Herausforderungen gestellt haben. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mich nach ca. 100 Seiten fragte, worauf die Autorin mit ihrer Geschichte eigentlich hinauswill, weil ich das Gefühl hatte, dass so langsam etwas passieren müsste. Ein Kapitel später war es dann auch so weit und Zoë begegnet ihrem neuen Kollegen Wesley, der nicht nur ein Konstrukt (in diesem Fall ein aus Leichenteilen zusammengesetztes Wesen) ist, sondern der auch eine Verbindung zu Zoës Vergangenheit hat. Ab diesem Moment nimmt die Handlung etwas mehr Fahrt auf, auch wenn ich sie insgesamt immer noch recht gemütlich zu lesen fand.

Vor allem lebt die Geschichte von „The Shambling Guide to New York City“ von all den größeren und kleineren Begegnungen, die Zoë mit den verschiedenen Cotterie-Varianten hat. Häufig überschätzt die Frau ihr angelesenes Wissen über die verschiedenen Kreaturen, was zu amüsanten Momenten führt, dann wieder trifft sie auf Cotterie, von denen sie vorher noch nie etwas gehört hat und bei denen die Protagonistin sich unsicher ist, wie sie sich verhalten muss, um heil aus der Situation herauszukommen. Dazu kommen all die verschiedenen Nebencharaktere, die mir wirklich viel Spaß gemacht haben, wie Zoës Kolleg*innen oder die alte Granny Good Mae, die Zoë in Selbstverteidigung unterrichtet. Mur Lafferty hat wirklich viele ungewöhnliche Ideen in ihren Roman gepackt, so dass ich immer wieder über überraschende neue Elemente in ihrer Version von New York stolpern konnte. Dazu kommen dann noch all die kleinen Einträge aus dem Reiseführer, an dem Zoë die ganze Zeit arbeitet, die noch weitere Details zu dieser Urban-Fantasy-Welt zufügen. Ich fand es nett, von den alltäglichen Problemen der Cotterie zu lesen, wenn es um die Nahrungsbeschaffung oder Übernachtungsoptionen auf Reisen geht, muss aber auch zugeben, dass all diese Elemente eben auch dazu geführt haben, dass der Roman stellenweise etwas zu gemächlich dahinplätscherte. Wer also eine eher gemütliche Urban-Fantasy-Geschichte mit amüsanten Städteführer-Auszügen sucht, hat mit „The Shambling Guide to New York City“ den passenden Roman gefunden. Wer lieber etwas mit mehr Action liest, sollte definitiv zu einem anderen Buch greifen.

September-SuB 2022

In der zweiten Augusthälfte habe ich richtig viel gelesen und auch wenn ich damit noch nicht an meine monatliche „Wohlfühlgesamtseitenzahl“ herankam, hat das richtig gut getan. Allerdings waren es ausschließlich eBooks, da die sich nun einmal in der verdunkelten Wohnung am Besten lesen lassen, was bedeutet, dass sich beim SuB nur wenig getan hat … Immerhin finde ich es spannend zu sehen, wie selbstverständlich die eBooks inzwischen zu meinem Lesen dazu gehören – was nicht nur an all den kostenlosen/billigen „Probier ich mal aus“-Romanen, sondern auch an all den Kickstarter- und Patreon-Titeln liegt, die ich ausschließlich als eBooks bekomme.

Für den September hoffe ich, dass ich weiterhin viel zum Lesen komme und dass die (hoffentlich anhaltenden) kühleren Temperaturen dafür sorgen, dass ich auch wieder mehr zum gedruckten Buch greifen kann. Es gibt so einige Titel auf dem SuB (gerade unter denen, die in den letzten Wochen eingetroffen sind), die ich doch endlich lesen will. Außerdem will ich meinen SuB mal gründlich durchsortieren und meine Listen auf einen aktuellen (und übereinstimmenden) Stand bringen. Irgendwo versteckt sich da ein Fehler und auch wenn ich in den letzten Monaten nicht die Energie hatte, um den zu suchen, stört er mich doch sehr. *g* Oh, und bei der Gelegenheit werde ich wohl auch den einen oder anderen Titel anlesen und entscheiden, ob ich ihn nach all den Jahren wirklich noch lesen oder einfach ungelesen aussortieren will. Mal schauen, wie mein SuB am Ende des Monats ausschaut … Oo

 

Belletristik-SuB:

  1. Julie Abe: Eva Evergreen and the Cursed Witch
  2. Katherine Addison: The Witness for the Dead (The Cemeteries of Amalo 1)
  3. Katherine Addison: The Grief of Stones (The Cemeteries of Amalo 2)
  4. Tomi Adeyemi: Children of Blood and Bone
  5. Becky Albertalli: Leah on the Offbeat
  6. Hanna Alkaf: The Weight of our Sky
  7. Kaia Anderson: Sisters in Arms
  8. Sophie Anderson: The Thief Who Sang Storms
  9. Kelley Armstrong: The Gryphon’s Lair (A Royal Guide to Monster Slaying 2)
  10. Kelly Barnhill: Iron Hearted Violet
  11. Kelly Barnhill: The Ogress and the Orphans
  12. Kelly Barnhill: When Women Were Dragons
  13. Kalynne Bayron: This Poison Heart
  14. T. J. Berry: Space Unicorn Blues
  15. Holly Black: The Coldest Girl in Coldtown
  16. Lawrence Block (Hrsg.): In Sunlight or in Shadow – Stories Inspired by the Paintings of Edward Hopper
  17. Lila Bowen: Conspiracy of Ravens (The Shadow 2)
  18. Rhys Bowen: Naughty in Niece (Royal Spyness 5)
  19. Rhys Bowen: The Twelve Clues of Christmas (Royal Spyness 6)
  20. Nicholas Bowling: Song of the Far Isles
  21. Marie Brennan: The Voyage of the Basilisk – A Memoir by Lady Trent
  22. Marie Brennan: In the Labyrinth of Drakes – A Memoir by Lady Trent
  23. Marie Brennan: Within the Sanctuary of Wings – A Memoir by Lady Trent
  24. Sarah Rees Brennan: Tell the Wind and Fire
  25. Sarah Rees Brennan: In Other Lands
  26. Rachel Caine: Paper and Fire (The Great Library 2)
  27. Julie Campbell: The Mysterious Visitor (Trixie Belden 4)
  28. Jennifer Carson: To Find a Wonder
  29. Beth Cato: Breath of Earth (Blood of Earth #1)
  30. Soman Chainani: Quests for Glory (The School for Good and Evil 4)
  31. David Chandler: A Thief in the Night (Ancient Blades 2)
  32. David Chandler: Honor Among Thieves (Ancient Blades 3)
  33. Orlagh Collins: All the Invisible Things
  34. Alyssa Colman: The Gilded Girls (Gilded Magic 1)
  35. April Daniels: Dreadnought (Nemesis 1)
  36. Benjamin Dean: Me, My Dad and the End of the Rainbow
  37. Sarah Driver: Once we were Witches
  38. Sarah Beth Durst: Race the Sands
  39. Joseph Elliott: The Good Hawk (Shadow Skye 1)
  40. Louise Erdrich: The Birchbark House
  41. Catherine Fisher: The Velvet Fox (The Clockwork Crow 2)
  42. Anita Frank: The Lost Ones – Some Houses are Never at Peace
  43. Francesca Gibbons: A Clock of Stars 1 – The Shadow Moth
  44. Laura Ann Gilman: Silver on the Road
  45. Nicole Glover: The Conductors
  46. Mira Grant: Parasite (Parasitology 1)
  47. Mira Grant: Symbiont (Parasitology 2)
  48. Mira Grant: Chimera (Parasitology 3)
  49. Alex Grecian: The Black Country (Scotland Yard’s Murder Squat 2)
  50. Kate Griffin: The Midnight Mayor (Matthew Swift #2)
  51. Kate Griffin: The Neon Court (Matthew Swift #3)
  52. Kate Griffin: The Minority Council (Matthew Swift #4)
  53. Kate Griffin: Stray Souls (Magicals Anonymous #1)
  54. Kate Griffin: The Glass God (Magicals Anonymous #2)
  55. Alexis Hall: The Affair of the Mysterious Letter
  56. Christian Handel (Hrsg.): Hinter Dornenhecken und Zauberspiegeln (Anthologie)
  57. Rachel Hartman: Seraphina
  58. Jim C. Hines: Die Buchmagier – Angriff der Verschlinger
  59. Jim C. Hines: Terminal Alliance
  60. Mark Hodder: Auf der Suche nach dem Auge von Naga
  61. Tanya Huff: Wizard of the Grove
  62. D. B. Jackson: Thieves‘ Quarry (Thieftaker #2)
  63. D. B. Jackson: A Plunder of Souls (Thieftaker #3)
  64. Sharna Jackson: The Good Turn
  65. Catherine Johnson: A Nest of Vipers (abgebrochen und aussortiert)
  66. Diana Wynne Jones: Crown of Dalemark (The Dalemark Quartet 4)
  67. Diana Wynne Jones: Dogsbody
  68. Diana Wynne Jones: Power of Three
  69. Diana Wynne Jones: Fire and Hemlock
  70. Michelle Ruiz Keil: All of Us with Wings
  71. Celine Kiernan: Geisterpfade
  72. Celine Kiernan: Königspfade
  73. Celine Kiernan: The Little Grey Girl (The Wild Magic Trilogy 2)
  74. Mary Robinette Kowall: The Calculating Stars
  75. Sarah Kuhn: Heroine’s Journey (Heroine Complex 3)
  76. Sarah Kuhn: From Little Tokyo with Love
  77. R. F. Kuang: The Poppy War
  78. L.D. Lapinski: The Strangeworlds Travel Agency 3 – The Secrets of the Stormforest
  79. Patrice Lawrence: The Elemental Detectives
  80. Yoon Ha Lee: Dragon Pearl
  81. Y.S. Lee: The Body at the Tower (The Agency 2)
  82. Darcie Little Badger: Elatsoe
  83. Cixin Liu: The Three-Body Problem
  84. Kari Maaren: Weave a Circle Round
  85. Janelle McCurdy: Mia and the Lightcasters (Umbra Tales 1)
  86. Seanan McGuire: Middlegame
  87. Seanan McGuire: Angel of the Overpass (Ghost Roads 3)
  88. Seanan McGuire: Spelunking Through Hell (InCryptid 11)
  89. Seanan McGuire: When Sorrows Come (October Day 15)
  90. Hilary McKay: The Time of Green Magic
  91. Robin McKinley: Sunshine
  92. Robin McKinley: Dragonhaven
  93. Anna-Marie McLemore: Blanca and Roja
  94. Wendy McLeod MacKnight: The Copycat
  95. Karen M. McManus: Two can Keep a Secret
  96. Sangu Mandanna: Kiki Kallira Breaks a Kingdom
  97. Kate Milford: The Boneshaker
  98. Kate Milford: Bluecrowne
  99. Kate Milford: The Thief Knot
  100. Ashia Monet: The Black Veins (Black Magic 1)
  101. Maya Montayne: Nocturna
  102. Bethany C. Morrow: A Song Below Water
  103. Tamsyn Muir: Gideon the Ninth
  104. Julie Murphy: Faith – Taking Flight
  105. Julie Murphy: Faith – Greater Hights
  106. James Nicol: The Spell Tailors
  107. Bishop O’Connell: The Stolen
  108. Nnedi Okorafor: Akata Warrior (Akata Witch 2)
  109. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): The Starlit Wood – New Fairy Tales (Anthologie)
  110. Dominik Parisien und Navah Wolfe (Hrsg.): Robots vs. Fairies (Anthologie)
  111. Natalie C. Parker: Seafire
  112. S. A. Patrick: A Vanishing of Griffins (Song of Magic 2)
  113. Leslye Penelope: The Monsters We Defy
  114. Tamora Pierce: Tempests and Slaughter
  115. C. L. Polk: Stormsong (Kingston Cycle 2)
  116. C. L. Polk: Soulstar (Kingston Cycle 3)
  117. Cindy Pon: Sacrifice (Serpentine 2)
  118. Sarah Prineas: Dragonfell
  119. Benjamin Read & Laura Trinder: The Midnight Howl (The Midnight Hour 2)
  120. Benjamin Read & Laura Trinder: The Midnight Hunt (The Midnight Hour 3)
  121. Philip Reeve: Larklight
  122. Rebecca Roanhorse: Trail of Lightning (The Sixth World 1)
  123. Rebecca Roanhorse: Race to the Sun
  124. John Scalzi: Fuzzy Nation
  125. Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
  126. Barbara Sleigh: The Kingdom of Carbonel
  127. A.C.H. Smith: Jim Henson’s The Dark Crystal
  128. Jessica Spotswood/Tess Sharpe: Toll and Trouble – 15 Tales of Women and Witchcraft (Anthologie)
  129. Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
  130. Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde
  131. Charles den Tex: Die Zelle
  132. Aiden Thomas: Cemetery Boys
  133. Rob Thomas: Veronica Mars – The Thousand Dollar Tan Line
  134. Sarah Tolcser: Song of the Current
  135. Jessica Townsend: Hollowpox – The Hunt for Morrigan Crow
  136. Tiffany Trent: Unnaturalist
  137. Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten
  138. Renee Watson: Piecing Me Together
  139. Jaye Wells: Dirty Magic (Prospero’s War 1)
  140. Martha Wells: All Systems Red (Murderbot Diaries 1)
  141. Martha Wells: The Cloud Roads
  142. J.T. Williams: Drama and Danger (The Lizzie and Belle Mysteries 1) (abgebrochen und aussortiert)
  143. Jen Williams: The Ninth Rain (The Winnowing Flame Trilogy 1)
  144. Kate Williams: The Babysitter Coven 2 – For Better or Cursed
  145. Amy Wilson: Angel and Bavar
  146. Katherine Woodfine: The Midnight Peacock (The Sinclair’s Mysteries 4)
  147. Katherine Woodfine: Peril in Paris (Taylor and Rose 1)
  148. Xinran: Gerettete Worte
  149. Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes
  150. Jy Yang: The Black Tides of Heaven
  151. Kelly Yang: Front Desk
  152. Damaris Young: The Switching Hour
  153. Katie Zhao: The Dragon Warrior
  154. Xiran Jay Zhao: Iron Widow
  155. Xiran Jay Zhao: Zachary Ying and the Dragon Emperor
  156. Ibi Zoboi: Pride

154 Titel auf dem SuB zum Monatsanfang

Sachbuch-SuB: (immer noch unvollständig)

  1. Bernadette Banner: Make, Sew and Mend
  2. Francis Burney: Journals and Letters
  3. Caroline Criado Perez: Invisible Women – Exposing Data Bias in a World Designed for Men
  4. Brunhilde Dähn: Berlin Hausvogteiplatz
  5. Ruth Goodman: How to be a Victorian
  6. Molly Guptill Manning: When Books Went to War
  7. Lindsey Fitzharris: The Butchering Art – Joseph Lister’s Quest to Transform the Grisly World of Victorian Medicine
  8. Kameron Hurley: The Geek Feminist Revolution
  9. Jennifer Kloester: Georgette Heyer’s Regency World
  10. Bea Koch: Mad & Bad – Real Heroines of the Regency
  11. Lily Koppel: The Astronaut Wives Club
  12. Natalie Livingstone: The Mistresses of Cliveden
  13. Gail MacColl/Carol McD. Wallace: To Marry an English Lord
  14. Philip Mansel: Prince of Europe – The Life of Charles-Joseph de Ligne
  15. Leo Marks: Between Silk and Cyanide – A Code Maker’s War 1941-45
  16. Molly Peacock: The Paper Garden – An Artist Begins Her Life’s Work at 72
  17. Michael du Preez und Jeremy Dronfield: Dr. James Barry – A Woman Ahead of Her Time
  18. Hallie Rubenhold: Lady Worsley’s Whim – An Eigtheenth-Century Tale of Sex, Scandal and Divorce
  19. Ronen Steinke: Der Muslim und die Jüdin – Die Geschichte einer Rettung in Berlin
  20. Lauren Stowell/Abby Cox: The American Duchess Guide to 18th Century Dressmaking

20 Titel auf dem SuB zum Montatsanfang

Catherine Coles: Murder at the Manor (Tommy & Evelyn Christie 1)

„Murder at the Manor“ von Catherine Coles ist der erste Teil einer (bislang) achtteiligen Krimi-Reihe rund um Evelyn und Tommy Christie. Die Handlung spielt in den 1920ern in Yorkshire, und es gelingt der Autorin meiner Meinung nach recht gut, die Atmosphäre klassischer britischer Cozies einzufangen. Die Geschichte wird zum Großteil aus der Sicht von Evelyn erzählt, die vor einigen Jahren Tommy Christie geheiratet hat, der zur Familie des Earl of Northmoor gehört. Dabei wird schon recht früh deutlich, dass weder Evelyn noch Tommy besonders angetan von Tommys Verwandtschaft sind und beide – statt den Beginn der Jagdsaison auf dem Familiensitz zu verbringen – lieber gemütlich zuhause in ihrem kleinen Cottage wären. Als dann der Earl of Northmoor stirbt und schnell der Verdacht im Raum steht, dass er vergiftet worden sein könnte, versucht das Ehepaar mehr über die Personen herauszufinden, die das Wochenende über im Haus waren.

Ich fand „Murder at the Manor“ wirklich sehr nett zu lesen, auch wenn (oder gerade weil?) die Handlung ein bisschen vor sich hinplätschert. Evelyn ist eine sympathische Figur, deren Perspektive ich gern verfolgt habe. Ich mochte, dass sie häufig unsicher ist, weil sie wenig mit den Traditionen von Tommys adeliger Familie anfangen kann, sich aber trotzdem bemüht, all diese Dinge zu respektieren. Und noch mehr mochte ich, dass sie trotz all ihrer Unsicherheit Rückgrat hat und Grenzen setzen kann, wenn eines von Tommys Familienmitglieder zu weit geht. Sehr viele Elemente in der Handlung erinnern an all die Romane von Agatha Christie, in denen im engen Familien- und Freundeskreis ein Mord begangen wird, wobei Catherine Coles‘ Erzählweise – besonders wenn es um zwischenmenschliche Elemente und Evelyns Gedanken zu ihrer eigenen Position als Frau in der Gesellschaft geht – immer wieder verrät, dass dieser Roman erst vor wenigen Jahren geschrieben wurde.

Ein wenig schmunzeln musste ich zum Beispiel bei all den Szenen, in denen Evelyn die Dienstboten zu diversen Themen und Vorfällen befragt und dabei recht gemütlich mit ihnen schwatzt, weil diese Momente so gar nicht mit den Eindrücken zusammenpassen, die ich in den letzten Monaten durch das Lesen von „The Cook’s Tale“ und „Below Stairs“ zum Verhältnis zwischen Dienerschaft und Herrschaft bekommen habe. Aber innerhalb des Romans funktionieren Evelyns Versuche, ein freundschaftliches Verhältnis zu Köchin, Küchenmädchen und Haushälterin aufzubauen, sehr gut, also konnte ich definitiv damit leben. Spannend fand ich es auch, dass Catherine Coles der Polizei keine nennenswerte Rolle in diesem Kriminalroman einräumte. Auf der einen Seite ist es schon wichtig, dass sowohl Tommy als auch Evelyn früher für die Polizei gearbeitet haben, nun aber aufgrund ihrer Verstrickungen mit der Familie nicht in die Ermittlungen einbezogen werden dürfen, auf der anderen Seite gibt es keinerlei Szenen, in denen Polizeiarbeit beschrieben wird.

Auch bei der Auflösung des Falls scheint es weniger wichtig zu sein, belegbare Beweise für die Polizei (und ein späteres Gerichtsverfahren) zusammenzubringen, statt die Unschuld derjenigen zu beweisen, die ohne eigenes Zutun von den Verbrechen profitiert haben. Dann ist da noch all das Beziehungschaos innerhalb von Familie und Freundeskreis, das es aufzuräumen gilt, um den Fall zu klären. Wobei Tommy die Polizei immer informiert, wenn er oder seine Frau etwas Wichtiges für die Ermittlungen erfahren haben, so dass die offiziellen Ermittler zwar nur eine geringe Rolle spielten, aber auch nicht als unfähig oder gar feindlich dargestellt werden. Insgesamt fand ich es überraschend unterhaltsam und entspannend, mit Evelyn (und Tommy) durch das Herrenhaus zu streifen und die Geheimnisse all der anwesenden Personen zu entdecken. Auch wenn ich nicht das Gefühl habe, dass der Roman einen langanhaltenden Eindruck bei mir hinterlassen hat, so kann ich mir doch gut vorstellen, in Zukunft weitere Geschichten mit Evelyn und Tommy zu lesen (und dabei herauszufinden, wie viel Gin Tonic Tommys Tante Em wohl benötigen wird, um den nächsten Mordfall zu überstehen).

Lisa Shearin: The Grendel Affair (SPI Files 1)

Ich muss zugeben, dass ich „The Grendel Affair“ von Lisa Shearin vor allem rezensiere, um bei der Masse der „netten“ Urban-Fantasy-Romane, die ich so lese, den Überblick zu behalten. „The Grendel Affair“ ist der erste Band einer (aktuell) achtteiligen Reihe, deren Handlung aus der Sicht von Makenna (Mac) Fraser erzählt wird. In „The Grendel Affair“ arbeitet Mac seit gerade mal einigen Wochen für das SPI (Supernatural Protection & Investigations), wobei sie bei ihrer Arbeit ihre angeborenen Fähigkeiten als Seherin einsetzt – was bedeutet, dass sie in der Lage ist, jegliche magische Tarnung zu durchschauen und die wahre Gestalt einer Kreatur zu sehen. Die Handlung in dem Auftaktband der Reihe beginnt kurz vor Silvester, als Mac sich nach der Arbeit aufmacht, um ihrem Freund Ollie einen Gefallen zu tun. Eigentlich ist Ollie eher ihr Informant als ein Freund, denn der Kuriositätenhändler bekommt von seinen nichtmenschlichen Kunden so einige Details mit. Doch an diesem Abend geht es Mac darum, einen Bavarian Nachtgnome zu fangen, der sich in Ollies Laden eingenistet hat. Als Seherin gehört sie zwar nicht zu den aktiven Kampfeinheiten des SPI, aber sie ist sich sicher, dass sie mit einem Nachtgnome schon fertig wird – zumindest ist sie das, bis sie über die Leiche eines unbekannten Mannes stolpert.

Der Tote wurde eindeutig nicht von einem Menschen getötet, sondern von einem Monster, das stark genug war, um der Leiche Gliedmaßen auszureißen. Es hat zudem eine Kralle am Tatort zurückgelassen, die den Verdacht nahelegt, dass es wirklich riesig ist. Im Laufe der Ermittlungen findet das SPI heraus, dass eine Gruppe von übernatürlichen Wesen vorhat, während des Silvester-Countdowns am Times Square einen Angriff durchzuführen, der die Existenz übernatürlicher Wesen enthüllen und die Menschheit einschüchtern soll. Mehr zur Handlung muss ich hier eigentlich nicht schreiben, denn so komplex ist sie nicht, dass mehr Details notwendig wären. Was mir bei „The Grendel Affair“ gut gefallen hat, war, dass sich die Geschichte leicht und fluffig lesen ließ. Es gibt immer wieder humorvolle Momente – gerade in den Gefahrensituationen – ohne dass ich das als zu Slapstick-haft oder abwegig empfunden hätte. Mac ist zwar mit dem Wissen aufgewachsen, dass es übernatürliche Wesen gibt, und ihre Polizistenfamilie übernimmt in ihrer kleinen Stadt im Prinzip ähnliche Aufgaben wie das SPI, aber sie selbst ist – wie sie schnell genug feststellen muss – keine Kämpferin.

So gern ich Kick-Ass-Heldinnen lese, so mochte ich es doch besonders, dass Mac eben alles andere als eine erfahrene Kämpferin ist (auch wenn sie ihre Fähigkeiten mit einer Schusswaffe anfangs noch höher einschätzt, als sie sind). Sie ist eine Frau, deren Stärken ihre Recherche- und Seherinnen-Fähigkeiten sind, und das führt dazu, dass Mac in all den Kampf- und Gefahrensituationen vor allem versucht, nicht im Zentrum des Geschehens zu landen, um dort den erfahrenen Kämpfern nicht im Weg zu stehen. Natürlich kann es in solch einem Urban-Fantasy-Roman nicht sein, dass die Protagonistin keinerlei Gefahren erlebt, aber oft genug übersteht Mac diese nur, weil sie entweder durch ihr eigenes Ungeschick oder durch das Eingreifen ihrer Kollegen gerettet wird. Wobei die Momente, in denen Mac tollpatschig ist, meiner Meinung nach von Lisa Shearin so geschrieben wurden, dass sie sich überraschend realistisch lesen, statt mir das Gefühl zu vermitteln, dass die Autorin verzweifelt eine Lösung für eine Situation gesucht hätte oder noch irgendwie humorvoll hätte sein wollen. Insgesamt fand ich es zur Abwechslung wirklich angenehm, dass Mac in vielen Bereichen eine so untypische Protagonistin für einen Urban-Fantasy-Roman war. Außerdem mochte ich die lockere Erzählweise und die humorvollen Szenen, die mich zwar selten überrascht haben, aber dafür sorgten, dass ich mich wirklich gut unterhalten gefühlt habe. Ich werde die Serie auf jeden Fall im Hinterkopf behalten für den Tag, an dem ich mal wieder Lust auf etwas leichtere Urban-Fantasy-Romane habe.

T. Kingfisher: Nettle & Bone

Bei T. Kingfisher (Ursula Vernon) kann ich inzwischen sagen, dass ich alle ihre Bücher rundum genieße – sogar die Horror-Romane, die ich bislang gelesen habe, haben mir gefallen. „Nettle & Bone“ habe ich also direkt am Erscheinungstag gelesen und dann gleich zwei Monate danach noch einmal, als ich ein paar Erinnerungen für die Rezension auffrischen wollte und mich dann dabei ertappte, dass ich das Buch nicht wieder aus der Hand legen mochte. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Marra erzählt, die die dritte und jüngste Prinzessin ihres Königreichs ist. Marra ist nicht wie ihre älteren Schwestern – und bevor ihr jetzt denkt, dass ihr das „not like other girls“-Element ziemlich über habt, muss ich betonen, dass es hier wirklich wichtig ist, dass Marra als Kind so naiv gegenüber all den politischen Schachzügen ist, die dafür sorgen, dass ihre beiden älteren Schwestern nacheinander mit dem Prinzen des Nördlichen Königreichs verheiratet werden. Erst als erwachsene Frau findet Marra mehr über die Ehen ihrer Schwestern heraus und beschließt, dass sie einen Weg finden muss, um den Prinzen zu töten.

Ich liebe es, dass Ursula Vernon so oft Charaktere, die über 30 Jahre alt sind, als Protagonisten ihrer Geschichten wählt. Figuren, die vielleicht desillusioniert sind und sich alles andere als heldenhaft fühlen, die aber das Gefühl haben, sie könnten nicht ignorieren, dass es da einen Job gibt, der unbedingt erledigt werden muss. Marra selber fragt sich die ganze Zeit, ob sich all die Helden in den Geschichten, die sie als Kind gehört hat, auch so verloren fühlten, und ob sie auch so viel Zeit mit Warten, mit dem Sammeln von Informationen und ähnlichen langwierigen Dingen verbracht haben. So gibt es in „Nettle & Bone“ nicht nur all die magischen und märchenhaften Momente, in denen eine Dust Wife (eine Art Friedhofshexe) Marra drei unmögliche Aufgaben stellt, sie den Goblin Market besucht oder einer unsterblichen Fee gegenübersteht. Zusätzlich gibt es auch noch Passagen, in denen sie das für sie richtige Verhalten in einer öffentlichen Kutsche herausfindet, in denen sie mit einem halben Ei zum Frühstück (und das kommt auch noch von einem dämonenbesessenen Huhn!) ihre Reise durchstehen muss oder als Assistentin einer heilkundigen Nonne die schmutzigen Details rund um eine Geburt kennenlernt.

Diese Mischung aus magischen und realistischen Elementen sorgt für eine Handlung voller überraschender Wendungen und für Kapitel, in denen ich immer wieder über Sätze gestolpert bin, die mich haben schlucken lassen, weil sie die menschliche Natur so gut auf den Punkt bringen. Es gibt es nur wenige Autor*innen, die mich beim Lesen regelmäßig innehalten lassen, weil ihre Sätze nicht nur schön zu lesen und humorvoll formuliert sind, sondern oft auch einen bitteren und erschreckend wahren Kern haben – Ursula Vernon gehört definitiv zu diesen Autor*innen. Dabei verzichtet sie in der Regel vollkommen auf großes Drama und unterhält mich stattdessen mit vielen absurden kleinen Szenen und lauter amüsanten Elementen, die vor allem aus dem Pragmatismus der Figuren entstehen. Ich mag all diese realistischen Charaktere, die sich trotz all ihrer Wehwechen und trotz des Gefühls, dass sie vollkommen ungeeignet für den Job sind, mit einer Ansammlung seltsamer Reisegefährten aufmachen, um die Welt ein kleines Stück zu verbessern – selbst wenn sie dafür Dinge tun müssen, die ihnen vollkommen zuwider sind.

Lese-Sonntag im August 2022

Nach einem Monat „Sommerpause“ freue ich mich richtig darüber, dass ich den heutigen Lese-Sonntag über bloggen (und mich hoffentlich dabei mit ein paar Leuten austauschen) werde. Nachdem ich am Donnerstagvormittag meinen (soweit ich es im Moment sagen kann) letzten Termin des Monats erledigt hatte, habe ich mich einfach mal nur aufs Entspannen konzentriert. Dabei habe ich immer wieder aus dem Fenster geschaut, um zu gucken, ob doch noch der vorhergesagte Regen eintreffen würde (was er nicht tat), und ansonsten die Füße hochgelegt, den Ventilator laufen gehabt und meine Nase in den eReader gesteckt. Aktuell habe ich drei angefangene eBooks, wobei ich bei zwei davon – der erste Teil der Veröffentlichung der Tagebücher von Anne Lister aus den Jahren 1816 bis 1824 und „The Witch King“ – noch nicht sehr weit gekommen bin und mich heute vermutlich vor allem auf „The Empress of Xytae“ von Effie Calvin konzentrieren werde. Das ist der vierte Teil der „Tales of Inthya“-Romane (HIER ist die Rezension zu „The Queen of Ieflaria“, dem ersten Band der Reihe,) und ich finde momentan diese Mischung aus (zum Großteil) sympathisch-skrupellosen Figuren, Humor und von Göttern verliehenen Magie sehr unterhaltsam. Ansonsten planen wir heute Vormittag eine Brettspielrunde (dieses Mal „Steampunk Rally“) und bis mein Mann dafür bereit ist, nehme ich mir Zeit zum „Wachwerden“. 🙂

 

Update 9:30 Uhr

In den letzten 2 1/2 Stunden habe ich richtig viel gelesen – allerdings keine einzige Buchseite. 😉 Genau genommen habe ich mir den Feedreader vorgenommen, in den ich seit Beginn meiner „Sommerpause“ keinen Blick mehr geworfen hatte, und die dort gesammelten Blogbeiträge der letzten Wochen durchgelesen. Ich habe einige Kommentare geschrieben, wenn auch weniger, als wenn ich die Beiträge zeitnah gelesen hätte, und nun das Gefühl, ich bin wieder auf dem Laufenden, was eure Blogaktivitäten so angeht.

Da mein Mann ist inzwischen auch aufgewacht ist und gefrühstückt hat, werden wir gleich mit unserer Brettspielrunde anfangen. Die hintere Wohnungsseite ist momentan noch erträglich, obwohl wir da noch nicht verdunkelt haben, aber so langsam müssen wir uns beeilen, damit wir mit dem Spielen fertig sind, bevor die Sonne so weit rumgewandert ist.

 

Update 13:00 Uhr

Eine Kollage aus vier Fotos: Links oben das Spielbrett von Steampunk Rally, rechts oben die Ausgangslage für meinen Erfinder, links unten meine Spielsitation während des Spiels, rechts unten mein Endstand. Es gibt sehr viel Bewegung in meiner "Maschine", ist aber wohl für jemanden, der das Spiel nicht kennt, nicht zu verstehen.

Uff, das war heute eine ungewöhnlich lange, aber auch sehr lustige Runde „Steampunk Rally“. Wir haben zum ersten Mal ein Rennen auf dem Mars gespielt und da gab es einige Zusatzschwierigkeiten für unsere Erfinder zu bewältigen. Ich habe Anne Easley gespielt und meine Rennmaschine wurde sehr schnell sehr groß – und es gab lange Zeit kaum Fortschritt, was die Bewegungen angingen. Allerdings habe ich es geschafft trotzdem den Großteil des Spiels vor meinem Mann zu liegen, der dann aber in der allerletzten Runde mit einem unglaublichen Zug an mir vorbeirauschte. Ich hatte eigentlich einen wunderschönen letzten Zug geplant, der mir theoretisch den Sieg hätte bringen müssen, aber die 20 Schritte, die er (auch durch einen Glücksfall beim Kartenziehen) noch geschafft hat, konnte ich dann doch nicht mehr einholen. Es war auf jeden Fall sehr lustig und wir werden am kommenden Sonntag definitiv eine weitere Runde mit diesem Aufbau spielen. (So langsam müssen wir gut überlegen, was wir in den nächsten Wochen spielen, denn die Auslieferung von „Flamecraft“ ist schon angelaufen, so dass wir das Spiel hoffentlich im Laufe des Septembers bekommen werden.) Ich flitze jetzt einmal schnell bei euch vorbei und dann mache ich mir Frühstück! 🙂

 

Update 16:30 Uhr

Eine Schale mit Udon-Nudeln in Brühe, auf denen in Streifen geschnittenes Rührei und ebensolche Gurken zu sehen sind, Auf dem Schalenrand liegen zwei hölzerne Essstäbchen.

Da ich im Moment gerade zu gierig nach herzhaftem Essen bin (und das in der Woche schon dazu geführt hat, dass ich mir zum Frühstück gesalzene Erdnüsse gegönnt habe), gab es heute Udon-Nudeln mit Ei und Gurke. Außerdem habe ich endlich ein bisschen weiter in „The Empress of Xytae“ gelesen. Die Protagonistin Ioanna ist die älteste Prinzessin des Landes, aber im Gegensatz zum Rest ihrer Familie wurde sie nicht von der Kriegsgöttin Reygmadra gesegnet, sondern von dem Gott Iolar – was bedeutet, dass sie keine Kriegerin ist, sondern ein regelorientierter, wissensdurstiger Mensch ist. Außerdem ist Ioanna in der Lage zu sagen, wenn eine Person lügt, zumindest solange diese Person bewusst die Unwahrheit sagt. Da all das nicht gerade als erstrebenswerte Eigenschaften für die Kaiserin eines Landes, das seit langer Zeit Reygmadra dient, angesehen werden, versucht Ionnas jüngere Schwester Netheia nach dem Tod ihres Vaters den Thron an sich zu bringen. Bislang ist Ioanna (gemeinsam mit der Prinzessin eines der Nachbarländer, die zum Zeitpunkt des Putschversuchs im Palast war,) auf der Flucht, aber ich bin gerade in dem Kapitel angelangt, in dem sie sich mit Verbündeten darüber berät, wie sie die Bevölkerung hinter sich bringen und ihre Schwester besiegen kann. Ich mag die Charaktere, die Effie Calvin für ihre Geschichten entwickelt wirklich gern, und mir gefällt es, dass sich ihre Romane zwar häufig um große Entwicklungen in den jeweiligen Ländern drehen, aber dabei vor allem von den kleinen (und dafür umso entscheidenderen) Momente mit den Figuren erzählen.

Vorne ein angeschalteter eReader, hinten links eine grüne Schale mit kleingeschnittenen Melonenstücken und einer kleinen Gabel, hinten rechts ein großes Glas mit geeistem Kaffee.

Obwohl ich – dank des Klappentextes des nächsten Bandes – schon weiß, wie die Geschichte am Ende grob ausgehen wird, macht es mir wirklich Spaß all diese kleinen Szenen mit den Figuren zu lesen und ich bin weiterhin neugierig darauf, welche Elemente für welche Entscheidungen bei den Charakteren führen. Bevor ich aber weiterlese, gönne ich mir jetzt erst einmal einen geeisten Kaffee und Cantaloupe-Melonen-Stücke – und eine Blog- und Kommentarrunde. 🙂

 

Update 21:15 Uhr (letztes Update)

Animal-Crossing-Screenshot, der meine Spielfigur auf einer Hollywood-Schaukel zeigt. Im Hintergrund sind Palmen zu sehen und an der rechten Seite lässt sich ein Gebäude mit einem Krankenhaus-Symbol erahnen.

Nach dem letzten Update habe ich noch ein bisschen gelesen und dann eine Runde „Animal Crossing“ gespielt. Am Wochenende dient diese Spielzeit zwar nicht dem gemeinsamen „Feierabend-Einläuten“ für meinen Mann und mich, aber irgendwie gehört es einfach für mich zum späten Nachmittag dazu. Danach bin ich in die Küche gewandert und habe mich ans Kochen (Linguine mit roter Kräuterbutter und Parmesan) gemacht und zum Essen haben wir dann einen Film geschaut.

Ein tiefer Teller mit einer Portion Pasta, die in roter Kräuterbutter gewendet und mit Parmesan bestreut wurde.

„Beyond the Infinite Two Minutes“ hatten wir vor einem Jahr im Rahmen der Nippon Connection geschaut und seitdem mein Mann den Film im Herbst gekauft hatte, wollten wir ihn noch einmal sehen. Heute haben wir es dann endlich auf die Reihe bekommen und wie beim letzten Mal fand ich es auch jetzt wieder faszinierend zu sehen, wie die Handlung mit all den verschiedenen Zeitsträngen erzählt wird. Es ist schon zu spüren, dass das Team normalerweise auf Theaterbühnen spielt, denn das Ganze hat schon etwas von einem Kammerspiel, aber natürlich ließe sich auf einer Bühne die Geschichte nicht genau so mit den ganzen Zeitverschiebungen erzählen. Da ich jetzt noch eine Blogrunde drehen und dann noch ein bisschen lesen will (und hoffentlich mein Buch beenden werde), bevor ich ins Bett gehe, haben wir heute auf die Extras verzichten und beschlossen, dass wir die morgen anschauen. Ich hoffe sehr, dass wir dann noch etwas mehr zu den Dreharbeiten erfahren und wie das Team es geschafft hat, dass sie den Film in solch langen Takes drehen konnten.

Da ich nicht denke, dass ich noch genug für ein weiteres Update erleben werde, ist das hier meine letzte Aktualisierung des Beitrags für heute. Es war schön den Tag wieder gemeinsam mit euch zu erleben und sich mit euch über die Dinge austauschen zu können, die dafür gesorgt haben, dass dieser Sonntag (hoffentlich) wieder rundum erholsam wurde. Ich wünsche euch einen schönen Start in die Woche und hoffe, dass wir uns (spätestens) an einem der nächsten Lese-Sonntage wieder lesen werden! 🙂

 

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Heutige Mitleserinnen:

Neyasha
Birthe
Anette
Jacquy