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Herbstlesen im September (2)

Sonntag ist Ausschlaftag! Dementsprechend lange habe ich mich heute morgen im Bett aufgehalten und fühle mich jetzt angenehm wach. Naja, relativ wach, denn morgens bin ich normalerweise nicht so fit. 😉

Lustigerweise hat mich der eine oder andere Jahrmarkt in meine Träume begleitet – zum Glück waren sie trotzdem nicht ganz so finster, wie sie dadurch eigentlich hätten sein müssen. *g*

Trotzdem werde ich heute Vormittag erst einmal mit „Zelot“ weitermachen, bevor ich überlege, ob ich noch eine Kurzgeschichte aus „Carniepunk“ lese. Miss Daisy wollte ich ja eigentlich erst einmal zur Seite legen, aber auf der anderen Seite bin ich da so kurz vor dem Ende des ersten Bandes, dass ich vermutlich im Laufe des Tages doch noch weiterlesen werde. Für das entspannte Lesen in der Woche hätte ich ja noch Teil 2 und 3 der Reihe, die ich beide ebenfalls schon auf Deutsch kenne.

Außerdem bin ich gespannt, wer sich heute mir wohl wieder anschließen wird. Kiya hat schon ihren ersten Eintrag zum heutigen Sonntag geschrieben und wurde dementsprechend von mir am Ende des Posts verlinkt. 🙂

Update 14:50 Uhr

Da ich zwischendurch das Netbook nicht nutzen konnte, gibt es jetzt erst ein Update. Zum Frühstück und danach habe ich weiter „Zelot“ gelesen. Ich hatte ja gehofft, dass ich einige Passagen weniger verwirrend finde, wenn ich mehr am Stück lese, aber diese Namensflut erschlägt mich. Allein das Kapitel über die fünf hintereinander von Rom eingesetzten Stadthalter und die Folgen ihrer Politik für Jerusalem und die gesamte Region ist so mit Namen gefüllt – die sich zum Teil dann auch noch ähneln, weil Vater und Sohn -, dass ich immer wieder innehalten und bewusst schauen musste, wer wer ist und was gerade tat. Dabei ist das nur ein Kapitelchen … Aber interessant ist das Buch trotzdem. Über den Teil der Welt weiß ich einfach viel zu wenig (und den Teil römischer Geschichte ebenso), dabei sind die Ereignisse bis heute relevant.

Trotzdem ist es Zeit jetzt zu „Carniepunk“ zu wechseln und etwas weniger Daten-Fakten- und Namen-gespicktes zu lesen. 😉  Vorher schaue ich aber mal, was Kiya bislang gemacht hat, und beantworte ein paar Mails. Ach ja, so sieht es übrigens gerade bei mir aus, während ich tippe:

Update 16:45 Uhr

Das Beantworten von ein paar Mails (und Reaktion auf ein paar Tweets und …) hat natürlich mal wieder länger gedauert. Deshalb gibt es zu Tee und Zimtschnecken doch nicht „Carniepunk“, sondern ein paar Seiten mit Miss Daisy. 🙂

Natira und Sayuri sind inzwischen wieder auch dabei und ich finde es schön, wie nett und ungezwungen das Wochenende mit meinen Mitlesern so verläuft (und wie viele appetitliche Essensfotos ich dadurch zu sehen bekomme :D).

Update 19:00 Uhr

„Death at Wentwater Court“ habe ich inzwischen beendet und die Geschichte auch beim zweiten Lesen sehr genossen. 🙂 Nun wird es Zeit zum Kochen. Heute Abend gibt es Paprika-Linsensuppe – wenn auch heute nicht mit roten Linsen, denn davon habe ich doch nicht mehr genug im Haus. Mal schauen, wie es mit einer anderen Linsensorte schmeckt. Oo

Update 21:15 Uhr

Ganz so gut passte unsere Suppe mit den Berglinsen nicht, aber es war trotzdem lecker. Jetzt greife ich doch noch zu „Carniepunk“  und danach werde ich vermutlich nur noch ein bisschen „Animal Crossing“ spielen (die Blumen im Dorf welken halt, wenn man nicht einmal am Tag gießt *g*). Vor dem Schlafengehen – was heute hoffentlich nicht so spät sein wird, da ich morgen wieder viel zu tun habe – schau ich noch kurz, ob es bei meinen Mitlesern noch Aktualisierungen gab. 🙂

Update 23:45 Uhr

Die Handlung von „The Sweeter The Juice“ von Mark Henry aus „Carniepunk“ muss ich definitiv noch etwas sacken lassen. Nicht wegen des Geschlechtsumwandlungsthemas (das ist mal ein interessanter Ansatz), sondern wegen der Zombies … Ich kann besser mit Gewalt in Romanen umgehen, als mit unappetitlichen Beschreibungen. Allerdings finde ich es immer wieder faszinierend, dass ich mich bei Kurzgeschichten eher auf Themen einlasse, die ich sonst meiden würde, weil die Handlung ja nur wenige Seiten lang ist.

Vor dem Schlafengehen brauche ich jetzt definitiv noch etwas Netteres und werde noch ein oder zwei Kapitel im zweiten Miss-Daisy-Band lesen! Es war heute wieder sehr nett mit euch gemeinsam den Tag zu verbringen. Gute Nacht! 🙂

Noch 19 Tage … 😉

***

Heutige Mitleser:

Kiya
Sayuri
Natira

Herbstlesen im September (1)

In der Woche bin ich wirklich nicht viel zum Lesen gekommen. Hier und da schleppe ich den Kindle mit mir rum und lese ein paar Absätze in „Death at Wentwater Court“. Da ich den ersten Miss-Daisy-Roman schon auf Deutsch gelesen hatte, kann ich bei dem Buch ganz gut unterbrechen, ohne dass ich bei der Geschichte den Faden verliere. Deshalb werde ich das Buch auch fürs Wochenende pausieren lassen und stattdessen heute zu zwei anderen Titeln greifen.

„Carniepunk“ ist eine Kurzgeschichtensammlung, in der einige Autorinnen veröffentlicht wurden, die ich gern lese. Ich bin gespannt, ob mir die Kurzgeschichten so gut gefallen wie die Romane dieser Schriftstellerinnen. Außerdem möchte ich endlich mal die drei Anthologien von meinem englischen SuB befreien. Das ist – wie bei den Sachbüchern – ein Genre, das ich wohl kaufe, aber bei dem ich die Bücher dann nicht so schnell anfangen zu lesen.

Apropo Sachbücher, „Zelot“ habe ich mir auch bereit gelegt. Das will ich schon so lange lesen und habe bislang gerade mal die Einleitung des Autors gelesen … vor ein paar Wochen … Am 16. ist der nächste Abgabetermin der Bibliothek und es wäre schön, wenn ich das Buch bis dahin gelesen hätte. Mal schauen, wie weit ich heute damit komme! 🙂

Ansonsten habe ich heute morgen mit meinem Mann den Wochenendeinkauf erledigt und danach den Hefeteig für die Zimt- und Schokoladenschnecken angesetzt. Während der Teig geht, kann ich ja schon mal mit dem Lesen anfangen (und Frühstücken).

Ach ja, eventuelle heutige Mitleser werde ich am Ende des Posts mit ihrem Beitrag verlinken.

Update 14:30 Uhr 

Bis jetzt sah mein Lesen so aus, dass ich einen Absatz gelesen habe und dann fing mein Mann an mir etwas zu erzählen. Einige Zeit später las ich den selben Absatz noch einmal und dann klingelte der Küchenwecker … 😀 Aber nun sind die Katzen gefüttert, die Zimt- und Schokoschnecken gebacken (mit Temperatur und Zeit muss ich noch mal experimentieren, dass passten die Rezeptangaben nicht zu meinem Schnecken) und mein Mann widmet sich der Playstation.

Ich greife also wieder zum Buch und fange an mit dem Satz „Love is a bitch“ und einer großen Tasse Tee …

Update 16:30 Uhr

So, die erste Kurzgeschichte ist gelesen. „Painted Love“ von Rob Thurman hat mir schon einmal sehr gut gefallen. Ein Jahrmarkt, ungewöhnliche Ansichten über Pudel und Clowns, ein pädophiler Psychopath und eine „Tigerin“. Vor allem hat es mich wirklich beschäftigt herauszufinden, wer mir diese Geschichte erzählt. 🙂

Nach der Geschichte habe ich eine kleine Schnecken- (lecker!) und Animal-Crossing-Pause eingelegt. Jetzt überlege ich, ob ich mir noch eine Kurzgeschichte gönne oder einen Blick in „Zelot“ werfe.

Oh, und ich habe gerade gesehen, dass nicht nur Kiya, sondern inzwischen auch Sayuri mitliest! 🙂

Update 18:15 Uhr

Ich hatte schon an anderer Stelle erwähnt, dass ich mit Religon nicht viel am Hut habe. Ich habe eine grundlegende Vorstellung vom Christentum, die vor allem auf Schul- und Konfirmationsunterricht basiert, aber mir persönlich ist Religion sehr fern. Umso spannender finde ich gerade Reza Aslans Ausführungen über die politische Situation in der Zeit rund um Jesus Geburt und über die Stimmung, die gegenüber dem Römischen Reich herrschte. Das gibt mir das Gefühl, dass ich mal wieder ein faszinierendes Puzzelstückchen zu meinem Geschichtswissen zufügen kann.

Update 20:30 Uhr

Nach dem Abendessen werde ich jetzt noch einmal schauen, was Kiya, Sayuri und Natira (die sich uns inzwischen angeschlossen hat), noch von ihrem Lesetag erzählt haben. Danach geht es weiter mit „Zelot“ und „Carniepunk“. Da mein Mann jetzt schön über Kopfhörer Musik hört, kann ich mich nun ganz auf meine Bücher konzentrieren. 🙂

Update 01:00 Uhr

Bei „Zelot“ muss ich ganz schön aufpassen, um den Sprüngen, die der Autor – zeitlich und gedanklich – macht, auch folgen zu können. Ich finde die politische und religiöse Situation von Jerusalem in den Jahrzehnten vor unserer Zeitrechnung spannend und erhellend, aber hier und da finde ich den Stil des Autors (oder Übersetzers) mit vielen eingeschobenen Nebensätzen anstrengend. Und die Flut der Namen sorgt dafür, dass ich immer wieder Passagen noch einmal lesen muss, um zu verstehen wer mit wem verwandt war, wer an der Macht war, durch wen eingesetzt worden war und wer in welcher Position welche Relevanz hatte. Trotzdem bin ich heute ein paar Kapitel weit gekommen und werde morgen bestimmt weiterlesen.

Die zweite Kurzgeschichte in „Carniepunk“ ist von Deliah S. Dawson. Die Autorin beschreibt sehr atmosphärisch einen glitzernden, überwältigenden und gefährlichen Jahrmarkt, was ich sehr genossen habe. Auf der anderen Seite hatte ich anfangs aus irgendeinem Grund das Gefühl, dass sie voraussetzt, dass ich als Leser Lydia (die Protagonistin in „The Three Lives of Lydia“) schon kenne. Und damit meine ich nicht den üblichen abrupten Beginn einer Kurzgeschichte. Die Handlung entwickelt sich dann zwar zu etwas vollkommen Eigenständigem mit einem netten bösem Ende, aber das hat mich auf den ersten Seiten wirklich irritiert. Ach ja, das war der erste Text, den ich von Deliah S. Dawson gelesen habe.

Zwischendurch habe ich dann doch noch etwas in „Death at Wentwater Court“ gelesen. Mit dem Wissen um die Auflösung bin ich ganz irritiert, dass ich trotz all der Ereignisse und Gespräche erst bei 20% bin, genieße aber trotzdem jedes Gespräch und jeden Gedanken, den Daisy und ihr Polizist übereinander haben. (Und während ich das hier schreibe, fällt mir ein, dass ich ein 4er-Bundle auf dem Kindle haben – somit sollten 20% schon der größte Teil des ersten Romans gewesen sein. :D)

Zuletzt gab es noch die Kurzgeschichte „The Demon Barker of Wheat Street“ von Kevin Hearne für mich. Die Geschichte ist Teil einer Serie rund um den Druiden Atticus und ich mochte den etwas Harry-Dresden-haften Ton und den Wolfshund (auch wenn er stellenweise etwas zu Bob-artig war). Ein bisschen frage ich mich aber, was die Autoren dieser Anthologie eigentlich immer mit Pudeln haben. Oo

Jetzt noch mein abendliches Spiele-Kalender-Schokostück* naschen und ein paar Seiten „Death at Wentwater Court“ lesen und dann geht es ab ins Bett.

* Anscheinend habe ich meine extreme Vorfreude auf das DS-Spiel „Fantasy Life“ in den letzten Wochen so oft zum Ausdruck gebracht, dass mein Mann sich genötigt sah mir – nach Vorbild eines Adventskalenders – einen Spiele-Kalender zukommen zu lassen. Jetzt gibt es jeden Abend ein Stück Schokolade bis die (noch 20 *seufz*) Tage bis zum Erscheinungstermin vorbei sind.

***

Heutige Mitleser:


Kiya
Sayuri
Natira

Herbstlesen im September

Wie schon in meinem „September-SuB“-Post erwähnt, wird dieser Monat ziemlich arbeitsintensiv für mich. Ich gehe momentan nicht davon aus, dass ich abends noch die Konzentration und die Lust zum Lesen und Bloggen haben werde (auch wenn die Ankündigung einer beitragsarmen Zeit oft genau die richtige Voraussetzung ist, um gerade dann intensiv loszulegen :D). Stattdessen möchte ich mir die Wochenenden zum Erholen, Lesen, Bloggen und vielleicht sogar Kochen und Backen freihalten.

Da ich die zwanglosen Lesewochenenden mit den anderen Bloggern bislang immer so genossen habe, mache ich eine Aktion daraus, damit ich mir auch wirklich die Zeit dazu nehme. Also werde ich im September hier auf dem Blog von meinen Wochenenden berichten. Es gibt je einen Post am Samstag und am Sonntag, in dem ich von meiner aktuellen Lektüre erzähle und hier und da ein paar Fotos einstelle. Ihr kennt das ja schon von anderen Aktionen. 😉

Vielleicht hat ja jemand von euch Lust, sich mir an dem einen oder anderen Wochenende im September anzuschließen und darüber zu bloggen, was gerade gelesen wird und wie man sich sonst so den Tag gemütlich und erholsam einrichtet. Wenn ja, dann würde ich mich freuen, wenn ihr mir in den Kommentaren (hier oder an dem betreffenden Tag) eine Nachricht hinterlasst.

SuB-Zuwachs im August

Im August waren meine Neuzugänge mal wieder etwas übersichtlicher (was gar nicht so schlecht ist, wenn ich eh wenig Zeit zum Lesen habe). Vor allem habe ich mich (wieder) darauf konzentriert ein paar Kindheitserinnerungen aufzufrischen.

Soman Chainani: The School for Good and Evil 2 – A World Without Princes
[Fortsetzung, da mir der erste Band rund um Agatha und Sophie so gut gefallen hatte.]

Anthony Minghella: Jim Henson’s The Storyteller
[Noch eins für die Jim-Henson-Sammlung – leider dieses Mal mit Illustrationen von verschiedenen Zeichnern und nicht ganz so bezaubernd wie die von Brian Froud.]

Der erste Teil der Elfquest-Gesamtausgabe ist nichts für den SuB, aber dafür die Erfüllung eines Jugendtraumes. Eine Freundin von mir hatte vor vielen, vielen Jahren die deutschen Comicalben und ich fand die Geschichten rund um die Wolfsreiter einfach toll. Aber irgendwie habe ich es nie geschafft, mir die Reihe selber zuzulegen – auch weil die Alben irgendwann nur noch zu Mondpreisen zu bekommen waren. Jetzt gibt es eine finanzierbare US-Gesamtausgabe und der erste Band beinhaltet den ersten großen Handlungsbogen. 720 Seiten mit ansprechenden Schwarz-Weiß-Zeichnungen, tollen Figuren und einer wunderschönen Fantasygeschichte … *hach* Allerdings liegt der Band doch erstaunlich schwer in der Hand, was eine längere Lesezeit unmöglich macht. 😉

Carola Dunn: Manna from Hades (Cornish Mystery 1)

Nachdem ich einige der „Miss Daisy“-Romane von Carola Dunn (da muss ich mir unbedingt noch weitere Bände besorgen) mit so viel Vergnügen gelesen habe, habe ich in diesem Monat den ersten Versuch mit ihren „Cornish Mysteries“ gestartet. Diese Geschichten spielen nicht in den 1920er Jahren, sondern in den 60ern in einem kleinen (fiktiven) Ort in Cornwall. Protagonistin ist die schon ältere Eleanor Trewynn, dazu werden einige Kapitel aus der Perspektive ihrer Nichte Megan Pencarrow erzählt, die als einer der ersten weiblichen Polizisten in Cornwall arbeitet.

Eleanor Trewynn hat ihr Leben lang gemeinsam mit ihrem Mann Peter im Ausland für eine gemeinnützige Organisation gearbeitet, doch nach Peters Tod ist sie nach Cornwall zurückgekehrt, hat ein kleines Haus gekauft und einen Geschäft aufgemacht, in dem Gebrauchtwaren für einen guten Zweck verkauft werden. Gemeinsam mit ihrer Hündin Teazle führt sie ein relativ ruhiges, aber nicht langweiliges Leben, organisiert Spenden für das Geschäft, übt regelmäßig für ihre Gesundheit Aikido und verbringt Zeit mit ihren Freunden und Nachbarn. Doch dann findet sie eines Morgens eine Leiche im Lager des Geschäfts: Ein junger Mann, der eindeutig ermordet wurde und den keiner je zuvor im Ort gesehen hat.

Mir gefällt es sehr, dass Eleanor sich nicht als Ermittlerin betätigt, sondern die Suche nach dem Mörder der Polizei (darunter auch ihre Nichte Megan) überlässt. Natürlich trägt sie trotzdem ihren Teil zur Lösung des Falles bei, indem sie als Zeugin von Dingen berichtet, die sie gesehen hat oder die ihr aufgefallen sind. Dabei gibt es immer wieder amüsante Szenen, in denen Eleanor und Detective Inspector Scumble aneinandergeraten, weil der Polizist klare und strukturierte Aussagen erwartet, während Eleanor sich von seiner Art Fragen zu stellen aus dem Tritt gebracht fühlt und nicht alle Informationen auf die Reihe bekommt, die sie ihm eigentlich mitteilen wollte.

Ich mag es, wie Carola Dunn Eleanor dargestellt hat. Sie ist eine patente Frau, deren Prioritäten und Ansichten sich durch die lange Zeit im Ausland von denen ihrer Nachbarn häufig unterscheiden. Während sie auf der einen Seite auf viele Personen etwas tüdelig wirkt, weil sie zum Beispiel nie weiß, wo sich ihre Schlüssel befinden oder weil sie mal wieder vergessen hat ihr Auto oder ihre Wohnung abzuschließen, bekommt man als Leser mit, dass Eleanor einfach nur andere Dinge deutlich wichtiger findet und sich lieber darauf konzentriert. So ist sie vielleicht nicht so effizient wie es sich der Inspektor wünscht oder so energisch wie die Pfarrersfrau, aber dafür ist es für den Leser immer wieder nett ihre Gedankengänge zu verfolgen und ihre Ansichten zum Verhalten verschiedener Personen nachzuvollziehen.

Der Fall an sich ist – wie so oft bei den Cozies – jetzt nicht so komplex, bietet der Autorin aber viele Gelegenheiten die 60er Jahre darzustellen (inklusive junger Hausbesetzer) oder die wunderschönen Landschaften von Cornwall zu beschreiben. Dabei artet das Ganze nicht in endlose atmosphärische Absätze aus, sondern wird angenehm in die Handlung eingebettet. Im Vergleich zu den „Miss Daisy“-Romanen fand ich „Manna from Hades“ ruhiger, da Eleanor zwar eine aktive, aber eben auch nicht mehr ganz junge Frau ist, die ein normalerweise ruhiges Leben auf dem Land führt. Mir persönlich hat diese Ruhe sehr gut getan und ich habe den Roman als kleinen „Urlaubsersatz“ empfunden. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass diese Ruhe und die nicht so wahnsinnig spannende Handlung – trotz des wunderbaren Humors – dem einen oder anderen zu langweilig wird.

[Kurz und knapp] Emma Goodwyn: Tod im Tower (John Mackenzies erster Fall)

In den letzten Wochen hatte ich relativ viele Zahnarzttermine und dementsprechend einen großen Bedarf an „Wartezimmerlektüre“. „Tod im Tower“ war perfekt für die Wartezeit beim Zahnarzt – atmosphärisch geschrieben, sympathische Charaktere und der Fall war zwar jetzt nicht superspannend, aber unterhaltsam geschrieben. Mit John Mackenzie hat die Autorin Emma Goodwyn eine reizvolle Figur geschaffen. Der ehemalige Armeepsychologe ist seit neustem Mitglied der königlichen Wachtruppe des Towers und als der Beefeater eines Abends seinen Dienst antritt, vermissen kurz darauf seine Kollegen eine Besucherin der Schlüsselzeremonie.

Als wenig später die Leiche der jungen Dame gefunden wird, steht schnell fest, dass als Mörder nur einer der Besucher oder ein Kollege von John in Frage kommt. Neben den Ermittlungen der Polizei (unter der Führung von Johns verhasstem Cousin Simon Whittington) soll John auf Anweisung seines Vorgesetzten nach möglichen Verdächtigen suchen. Seine Erfahrungen als Psychologe, so Johns Vorgesetzter, sollte ihm dabei von Vorteil sein und dabei helfen den Täter einzugrenzen.

„Tod im Tower“ ist kein besonders spannender Krimi, die Lösung ist recht vorhersehbar, die Schreibweise eher schlicht und die Figuren sind nicht besonders komplex dargestellt. Trotzdem habe ich mich von dem Roman wunderbar unterhalten (und vom Zahnarzttermin abgelenkt) gefühlt. Es gibt viele nette kleinen Szenen, sei es zwischen den verschiedenen Figuren oder rund um die Orte, an denen John sich aufhält. John selber ist ein netter und hilfsbereiter Familienmensch, die Arbeit im Tower wird atmosphärisch beschrieben (wobei ich nicht beurteilen kann wie realistisch die Darstellung ist) und obwohl ich das Buch bei 30 Grad Außentemperatur gelesen habe, habe ich die Vorweihnachtsstimmung der Geschichte genossen.

Ich bin jetzt nicht so hingerissen von dem Roman, dass ich mir sofort die Fortsetzungen besorgen muss, bereue die Zeit, die ich mit dem Buch verbracht habe, aber definitiv nicht. Es war einfach mal wieder eine unterhaltsame, wenn auch wenig aufsehenerregende Lektüre. Manchmal reicht es eben, wenn ein Buch nur „ganz nett“ ist.

[Challenge] Zurück in die Vergangenheit

Elena hatte schon im vergangenen Jahr die „Zurück in die Vergangenheit“-Challenge gestartet und diese nun um ein Jahr verlängert. Beim ersten Mal war ich schon sehr versucht, aber da meine gelesenen Bücher (immer noch) in Umzugskartons stecken und es nicht gerade leicht ist, an sie heranzukommen, habe ich den Gedanken wieder verworfen. Inzwischen denke ich aber, dass ich dann eben auf die Bibliothek zurückgreife oder vielleicht mal einen Titel auf Englisch lese – einen Trixie-Belden-Band habe ich zum Beispiel noch auf dem SuB liegen, damit könnte ich ja anfangen. 

Die Challenge läuft vom 15. August 2014 bis zum 14. August 2015. Die Regeln kann man detailliert HIER nachlesen, wichtig finde ich vor allem folgende Punkte:

Ziel ist es, Bücher aus verstaubten Winkeln hervorzukramen und in nostalgischen Erinnerungen an Kindheit und Jugend zu schwelgen. Wer denkt nicht gern an Klassiker wie “Die kleine Hexe” von Otfried Preußler, “Pippi Langstrumpf” von Astrid Lindgren oder “Die unendliche Geschichte” von Michael Ende zurück? Daneben hat fast jeder seine eigenen Lieblingsbücher aus dieser Zeit, die zwar nie die breiten Massen erobert haben, aber dennoch unvergessen sind. Im Rahmen dieser Challenge sollen diese Bücher, die man in aller Regel schon ewig nicht mehr gelesen hat, nun noch einmal eine Chance bekommen, uns zu verzaubern.

Regeln gibt es praktisch keine. Es sollten einfach Bücher sein, die Ihr in den letzten Jahren nicht gelesen habt. Eine Mindestzahl ist nicht vorgeschrieben, schön wäre es jedoch dennoch, wenn Ihr mehr als ein Buch lest. Damit das jeweilige Buch im Rahmen der Challenge zählt, verfasst Ihr nach dem Lesen eine kleine Rezension. Wenn Ihr in dieser beispielsweise erwähnt, wieso es eins Euer Lieblingsbücher ist oder was für Erinnerungen daran hängen, wäre das natürlich besonders toll.

Ihr werdet also auf meinem Blog in den kommenden zwölf Monaten hin und wieder einen meiner alten Schätze wiederfinden – vermutlich inklusive einer vollkommen subjektiven und immer noch hingerissenen Meinung. Außerdem werde ich die gelesenen und besprochenen Titel wie immer auf meiner Challenge-Seite auflisten.

Wenn ihr ebenfalls Lust bekommen haben solltet, dann bin ich sicher, dass Elena sich über weitere Teilnehmer freuen würde. Anmelden kann man sich HIER in den Kommentaren.

Dies und Das (7)

Als Bibendum am Montag ankam, teilte sie uns mit, dass meine Schwiegereltern dringend eine Salzlieferung benötigen würden. Seitdem wir vor einigen Jahren in Göttingen gewohnt haben, sind wir auf das dortige Siedesalz geeicht und haben die Schwiegereltern gleich angesteckt. Also haben wir – da unser eigener Salzvorrat ebenfalls zur Neige geht – eine Expresslieferung bestellt, von der Bibendum dann die Hälfte mitnehmen sollte, um sie an die Schwiegereltern weiterzureichen.

Mittwoch kam das Paket an – nur waren wir zu dem Zeitpunkt noch mit absolut köstlichen Leckereien in einem Café beschäftigt. Da anscheinend kein Nachbar da war, der mein Paket hätte entgegennehmen können, gab es eine Benachrichtigung mit der Mitteilung, dass wir am Donnerstag (ab 12 Uhr!) unser Paket in der Filiale abholen könnten.

Donnerstag sind wir also direkt nach meinem Zahnarzttermin und einem ebenfalls köstlichem Frühstück in einem anderen Café zur Filiale gefahren. Während ich im Auto wartete, versuchten mein Mann und Bibendum, unsere 20 Kilo Salz abzuholen. Leider vergeblich, denn angeblich wäre der Lieferwagen mit den Paketen noch nicht da gewesen. Es war ja auch erst halb eins …

Freitag fuhren Bibendum und mein Mann wieder los, während ich Pizzateig knetete (und kurz darauf den Küchenschrank von Motten befreite Oo). Es dauerte überraschend lange, bis die beiden von ihrer Paketabholungsrunde wiederkamen – ohne Paket. Nach einem ausführlichen Telefonat mit dem „Kundenservice“ stellte sich dann heraus, dass unsere Salzlieferung wohl am Mittwoch (oder Donnerstag) von jemandem in der Postfiliale auf den falschen Stapel gelegt wurden, so dass unser Paket dann irgendwann von DHL abgeholt und wieder zurück ins Paketzentrum gebracht wurde. Vermutlich ist das Paket gerade auf dem Weg zurück zur Saline … wo mein Mann dann auch gleich angerufen hat, um klarzustellen, dass wir immer noch unser Salz haben wollen und nicht wir diejenigen waren, die das Paket zurückgeschickt haben. Mal abgesehen davon, dass das Ganze schon so ärgerlich wäre, klappt es nun natürlich nicht mit einer rechtzeitigen Zustellung, damit Bibendum bei ihrer Abfahrt das Salz mit in den Norden nehmen kann.

Da es regelmäßig mit den Postfilialen (der alten und der aktuellen) solche Probleme gibt, sind solche Erlebnisse für mich dann doch wieder ein Grund, um selbst für die ärgerlichsten Nachbarn immer wieder die Pakete anzunehmen.

Davon abgesehen war die Woche aber bislang einfach nur sehr, sehr schön. Nette Gesellschaft, viel zu lachen und so viele tolle neue Restaurant- und Café-Neuentdeckungen. 😀

Nachtrag: Kaum jammere ich auf dem Blog über ein verirrtes Paket, da klingelt eine Stunde später der Paketbote und bringt uns 20 Kilo Salz. Anscheinend hatte doch noch jemand im „Zielpaketzentrum“ aufgepasst und unser Paket für heute wieder zu den Lieferungen sortiert – ich vermute sogar, dass es der Paketbote selber war, der dafür gesorgt hat, dass da doch noch was richtig lief. Inzwischen kennen wir uns ja … 🙂

[Kulinarisches] Oreo-Käsekuchen

Diesen Oreo-Käsekuchen habe ich Sonntag gebacken, weil sich Bibendum den als Geburtstagskuchen gewünscht hatte. Der Vorteil an dem Kuchen ist, dass er auch nach zwei, drei Tagen immer noch sehr lecker schmeckt – genau genommen schmeckt er umso besser, je besser er durchgezogen ist – und dass man das Rezept leicht auf die Hälfte oder ein Viertel der Menge runterrechnen kann, um eine kleinere Portion zu backen. Theoretisch könnte man den Kuchen auch als Muffins backen und einen Teil davon einfrieren, das verträgt er gut. Allerdings müsste man dann die Backzeit anpassen und den Kuchen bzw. die Muffins beim Backen im Auge behalten.

Zutaten für eine ca. 20×30 cm große Form:

36 Oreo-Kekse (schon von der Cremefüllung befreit)
4 EL Butter
800 g Frischkäse
225 g Zucker
1/2 TL gemahlene Vanille
4 große Eier

Zu Beginn den Ofen auf 160 Grad (Umluft) vorheizen. Bei meiner Glasform ist es nicht nötig, zu buttern, aber im Zweifelsfall würde ich zu dem Zeitpunkt auch die Form ausfetten. Dann 24 Oreo-Kekse zerkrümeln, indem man sie in eine Tüte gibt, diese fest verschließt und dann energisch mit einem Topfboden oder Nudelholz bearbeitet. Danach die 4 Esslöffel Butter in einem Topf schmelzen und – nach einer kurzen Abkühlungzeit – die Butter mit den Kekskrümeln in einer Schüssel vermischen, bis die Kekskrümel fettig glänzen. Die noch immer krümelige Masse wird dann in die Form gegeben, gleichmäßig verteilt und etwas angedrückt.

Dann in einer großen Schüssel den Frischkäse mit dem Zucker und der Vanille verrühren, bis eine homogene Masse entstanden ist. Dann die Eier einzeln mit einem Handrührgerät unter die Frischkäsemasse rühren. Dabei darauf achten, dass sich die Eier wirklich vollständig mit der Frischkäsecreme vermischt haben, bevor das nächste Ei zugegeben wird. Nun die restlichen Kekse grob mit den Händen zerbrechen und vorsichtig unter die Frischkäsemasse rühren, dann das Ganze in die Form füllen.

Den Kuchen 35 bis 40 Minuten backen, bis die Ränder fest sind. Die Mitte des Kuchens muss noch etwas wabbelig sein, wenn er aus dem Ofen genommen wird. Den Kuchen vollständig in der Form abkühlen lassen und dann in den Kühlschrank stellen. Im Kühlschrank hält er sich einige Tage, außerdem lässt er sich so gut in kleine Stücke schneiden und servieren.