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Diane Zahler: The Thirteenth Princess

Nachdem ich heute „The Thirteenth Princess“ von Diane Zahler ausgelesen hatte, habe ich gleich mal die anderen Bücher der Autorin auf meinen Wunschzettel gesetzt – dies nur, um mal anzudeuten, wie gut mir die Geschichte gefallen hat. Ich habe ja eh eine Schwäche für Märchen-Neuerzählungen, aber eine Variante der „Zertanzten Schuhe“ ist mir vorher noch nicht untergekommen, weshalb ich besonders gespannt auf diesen Roman war.

Erzählt wird die Handlung aus der Sicht von Zita, die als eine Art Dienstmädchen im Schloss lebt – und doch eigentlich die dreizehnte Prinzessin ist. Schon als kleines Mädchen bekommt Zita von der Köchin und der Haushälterin stückchenweise die Geschichte ihrer Eltern erzählt. Der König und die Königin heirateten aus Liebe, und die Geburt ihres ersten Kindes schien die Krönung dieser innigen Verbindung zu sein. Um seine Tochter Aurelia vor einem eventuellen Fluch zu schützen – schließlich weiß man ja, dass so etwas ständig schönen und geliebten Prinzessinnen passiert -, verbannte der König sogar jegliche Magie aus seinem Reich, vertrieb sämtliche Hexen und Zauberer und lebte erst einmal glücklich mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter.

Doch als auch in den kommenden Jahren nur Mädchen das Licht der Welt erblickten, reagierte der König mit jedem weiteren Kind immer ungnädiger. Nach Tochter Nummer zwölf entschied er, dass nun Schluss sein müsste – bis zu dem Tag, an dem ein anderer Monarch samt seiner vier Söhne zu Besuch kam und der König seiner inzwischen arg erschöpften großen Liebe noch eine weitere Schwangerschaft zumutete, in der Hoffnung, dass endlich ein Sohn das Licht der Welt erblicken würde. Doch statt des heiß ersehnten Thronfolgers wurde Zita geboren, während ihre Mutter – von den Strapazen der vielen Schwangerschaften erschöpft – verstarb. In seiner Wut und Trauer verbannte er die jüngste seiner Töchter, der er den Tod der Mutter zum Vorwurf machte, zum Personal.

Nachdem Zita herausgefunden hat, dass auch sie eine Prinzessin ist, versucht sie immer wieder, Kontakt zu ihren Schwestern aufzunehmen. Allen dreizehn Mädchen ist bewusst, dass sie sich weder vom König noch von den Dienstboten erwischen lassen dürfen, versuchen aber trotzdem, so viel Zeit wie möglich miteinander zu verbringen. So wächst im Laufe der Jahre die Zuneigung zwischen den Schwestern, während Zita weiterhin von dem „normalen“ Leben der Prinzessinnen ausgeschlossen ist. Trotzdem bekommt sie natürlich mit, dass es immer wieder zu seltsamen Vorfällen kommt, wenn ein Prinz im Schloss weilt, und einige Zeit später beschleicht eine geheimnisvolle Krankheit ihre zwölf älteren Schwestern. Zita versucht daraufhin alles, um die Prinzessinnen zu retten.

Diane Zahler hat mit Zita nicht nur eine wirklich sympathische und überzeugende Figur erschaffen, sondern auch ein paar sehr schöne Wendungen in die Handlung eingebaut, die das klassische Märchen stimmig ausschmücken, ohne sich allzu viele Freiheiten mit der Grundgeschichte zu erlauben. Doch vor allem gefällt mir das Verhältnis der dreizehn Schwestern zueinander. Trotz aller Schwierigkeiten möchten die Mädchen einander nahe sein und so viel wie möglich miteinander teilen. Dabei beschreibt die Autorin sehr stimmig, wie sehr sich Zita nach der Aufmerksamkeit und Liebe ihres Vaters sehnt, während ihre Schwestern gern ein etwas weniger reglementiertes und freieres Leben genießen würden. Doch trotzdem sind sie nicht neidisch aufeinander, sondern teilen stattdessen, was sie haben.

Auch für die männlichen Figuren hat Diane Zahler eine schöne Lösung gefunden: So steht Zita ein gewitzter und warmherziger Stallbursche zur Seite, so dass sie nicht ganz ohne einen Verbündeten losziehen muss, um ihre Schwestern zu retten. Und auch der Soldat, der am Ende den Zauber bricht, der über die zwölf Prinzessinnen gewoben wurde, wird stimmig in die Geschichte eingeflochten. Einzig seine Gefühle für Aurelia scheinen mir etwas arg tief zu sein, wenn man bedenkt, dass die beiden nicht einmal ein Wort miteinander gewechselt haben – aber dafür ist es dann eben doch wieder ein Märchen.

Zusätzlich wird die Geschichte durch diverse atmosphärische Beschreibungen bereichert. Sowohl das Schloss mitsamt der Folgen, die durch den Bau über einem Fluss entstehen, wird detailliert beschrieben, als auch kleinere Örtlichkeiten mitsamt ihrer Besonderheiten und stimmungsvollen Details. Insgesamt habe ich mich sehr wohl gefühlt mit „The Thirteenth Princess“ und habe das Lesen dieser bezaubernden Geschichte nur unterbrochen, wenn es wirklich unbedingt sein musste.

Von Buchstapeln und Buchkartons – Ein erschütternder Einblick

Ich muss gestehen, dass es in meinem Leben schon immer Buchstapel gegeben hat. Aber früher beschränkte sich das auf einen kleinen Stapel mit „in den nächsten Tagen lesen“-Büchern auf dem Nachttisch. Dazu kam dann vielleicht noch ein Stapel mit Bibliotheksbüchern (in der Regel neben dem Bett auf dem Fußboden) und vielleicht noch ein Stapel mit Büchern, die mir von Freunden geliehen wurden. Das war es aber … abgesehen von dem kleinen Stapel mit gelesenen Neuzugängen, die quer vor den anderen Büchern im Regal lagen und darauf warteten, dass ich meine Bestände so umsortierte, dass die Neuzugänge einen festen Platz im Regal fanden.

Alles ganz übersichtlich und einfach bis zu dem Tag, an dem mir der Regalplatz ausging, was kurz vor dem letzten Umzug war. Zu der Zeit quollen meine – schon diverse Male umgezogenen und umgebauten – Regale über, und Schreib- und Wohnzimmertisch wurden mit immer höheren Buchstapeln verziert. Der Umzug sorgte dann dafür, dass ich zum x-ten Mal meinen Bestand durchsortierte und kräftig ausmistete und die Bücher, die ich unbedingt weiterhin behalten wollte, sorgfältig in Umzugskartons verstaute. Der SuB wurde extra gekennzeichnet, aber der Rest – das stand schnell fest – würde längere Zeit in Kartons bleiben, bis wir neue Bücherregale anschaffen und das dritte große Zimmer in der neuen Wohnung in eine „Bibliothek“ umwandeln würden.

Vom Ehemann mit den wichtigsten Infos beschriftet

Wenn ihr bei diesen Fotos aufmerksam hinschaut, dann könnt ihr sehen, dass die Umzugskartons mehrreihig stehen – und zwar nicht nur seitlich, sondern auch in der Tiefe. Dazu kommt, dass einige Kartons inzwischen in keinem so guten Zustand sind (der Inhalt ist zum Glück wohlbehalten, das haben wir vor dem Stapeln kontrolliert) und deshalb bleiben diese Kisten unangetastet bis zu dem Tag, an dem sie durch Bücherregale ersetzt werden. Das aber wird sich noch einige Zeit hinziehen, denn weder finde ich Bücherregale, die meinen Vorstellungen entsprechen (gutes Preis-/Leistungsverhältnis, stabil genug, um Bücher in zwei Reihen pro Brett zu stellen, ohne dass die Böden durchbiegen, flexible Lochung, damit die Bodenhöhe immer wieder neu angepasst werden kann, und dazu Glastüren, um die Bücher vor Dreck und Beschädigungen zu schützen), noch ist der Rest der Wohnung inzwischen in einem Zustand, dass ich sagen kann, dass ein Raum abgehakt ist, wenn man mal von der Küche absieht.

So haben andere Räume erst einmal Vorrang beim Renovieren und Einrichten und ich werde noch eine Weile mit Kartons und Stapeln improvisieren müssen. Das sorgt dann für solche Anblicke:

„Meine“ Ecke des Wohnzimmertischs mit den Büchern (und aktuellen DVDs und Spielen), die ich gerade lese, gelesen und noch nicht umgestapelt habe oder ganz bald lesen will – also eigentlich jetzt oder zumindest heute Abend, alle gleichzeitig oder so ähnlich … Spätestens dann, wenn mein Mann den Fernseher nicht mehr sehen kann, muss ich die Stapel in Angriff nehmen. Ansonsten werden diese Stapel vor jedem angekündigten Besucher radikal zurück ins SuB-Regal gestopft oder umgelagert in einen anderen Raum. Was dann nach ein paar Tagen so aussieht, weil ich ja immer wieder was aus den Stapeln rauszupfen muss:

Und dann gibt es noch die beiden Beistelltische, auf denen ich die Bücher schon mal für das endgültige Verstauen oder Weggeben vorsortiere:

Blöderweise liegen da aber auch die Stapel mit geliehenen Büchern (also die, die nicht in der Leihschublade oder in dem Karton unter dem Tisch liegen) oder die Bücher, die ich aufgrund von Recherchezwecken nicht wegpacken kann. Oh, und Reihenanfänge, die ich erst wegpacken will, wenn ich die Folgebände gelesen habe … *seufz* Außerdem ist da noch der Stuhl, auf dem ursprünglich die Bücher gelandet waren, die ich mal wieder lesen wollte, aber da kamen dann noch ein paar englische SuB-Exemplare oder gelesene Bücher hinzu und am Ende sah er so aus:

Bevor ihr euch fragt, wie man denn langfristig so mit seinen Büchern umgehen kann: Kann man nicht! Deshalb gibt es ja regelmäßige Aufräum- und Sortieraktionen, die damit anfangen, dass mein armer Mann Kartons schleppen darf, während ich die Stapel mit in den letzten Monaten gelesenen Büchern, die sortiert und verstaut werden sollen, aus allen Ecken hole und auf dem Schreibtisch deponiere.

Ganz rechts kann man einen Stapel leerer Kartons sehen.

Dadurch kann ich dann auch gleich einen Beistelltisch nutzen, um darauf schon mal weiter zu sortieren:

Die Manga gehen schön schnell …

Die Romane machen mehr Arbeit. 😉

Die so sortierten Titel werden dann sorgfältig in kleine Buchkartons gepackt. Denn die sind nicht nur haltbarer als Umzugskartons, sondern man kann sie auch besser stapeln und bei Bedarf schnell rauskramen und eben durchgucken.

Auf den Deckeln gibt es mehr Details zum Inhalt, damit ich nicht so rumwühlen muss, wenn ich einen bestimmten Titel suchen sollte. Am Ende wird das Ganze dann liebevoll wieder in dem Raum mit den Umzugskartons gestapelt … und die ganze Sache geht von vorne los. Nach dem gestrigen Aufräumen und Sortieren habe ich jetzt einen Umzugskarton voller Bücher, die demnächst zur Bibliothek oder in den Bücherschrank wandern werden. So sieht die Stapel-Lage jetzt eigentlich wieder ganz gut aus. Allerdings sind da gestern Abend schon wieder die ersten Bücher auf dem Wohnzimmertisch aufgetaucht … 😉

SuB-Zuwachs im August

Beim Bücher-Rumräumen (mein Mann beschwert sich mal wieder, dass er den Fernseher nicht mehr sehen kann vor lauter Buchstapeln) fiel mir eben auf, dass ich meinen letzten Neuzugang unterschlagen hatte. Also schnell ein Foto gemacht, die SuB-Listen aktualisiert und einen Post veröffentlicht:

Gail Carrigers Parasol-Protectorate-Reihe im Schuber

Den ersten Band hatte ich schon vor längerem gelesen und da ich grundsätzlich eine Schwäche für Bücher habe, die in dieser Zeit spielen, mir der Humor von Gail Carriger gefallen hatte und ich Alexia sympathisch fand, durfte nun die komplette Box einziehen. Jetzt muss ich nur noch Zeit zum Lesen finden … 😉

Wilkie Collins: The Woman in White

„The Woman in White“ von Wilkie Collins hat es mir anfangs nicht so leicht gemacht. Erst gefiel mir die deutsche Übersetzung nicht, dann wurde ich nicht so recht warm mit der Figur des Walter Hartright, und auf Englisch hat sich das Ganze auch noch etwas hingezogen. Trotzdem hat mir die Geschichte sehr gut gefallen, als ich erst einmal in der Handlung drin war (und mich an die etwas langatmige Schreibweise der verschiedenen Figuren gewöhnt hatte). Erzählt wird die Geschichte aus mehreren Perspektiven – von denen mir die des alten Familienanwalts Gilmore und die der älteren Schwester der „verfolgten Heldin“ am liebsten waren.

Der Beginn von „The Woman in White“ wird von Walter Hartright berichtet, der sein Auskommen als Zeichenlehrer in London hat und über die Sommermonate etwas knapp bei Kasse ist. So könnte es ihm gerade recht kommen, als ein Freund ihm ein Engagement als Zeichenlehrer im Limmeridge House in Cumberland vermitteln kann – doch der gute Walter ist anfangs etwas unmotiviert und unwillig, auf Reisen zu gehen. Trotzdem nimmt er natürlich den Job an und verabschiedet sich am Abend vor der Abfahrt von seiner Mutter und Schwester, die in einem Cottage vor den Toren Londons leben.

Auf dem Rückweg in die Stadt wird er von einer geheimnisvollen Frau in Weiß angesprochen, die sich zu fürchten scheint und ihn bittet, sie bis London zu begleiten. Nachdem sie sich von ihm getrennt hat, ohne ihm ihren Namen zu verraten – aber dafür weiß er nun, dass sie gute Erinnerungen an Limmeridge House hegt, das sie als Kind besucht hatte – bemerkt er zwei Männer, die auf der Suche nach einer entflohenen Patientin eines Irrenhauses, die vermutlich ganz in Weiß gekleidet ist, sind. Bei seiner Ankunft in Limmeridge House ist er noch ganz erfüllt von diesem Erlebnis und versucht mit der Hilfe von Marian Halcombe (einer seiner beiden Zeichenschülerinnen), mehr über die Unbekannte herauszubekommen.

Aus den alten Briefen ihrer verstorbenen Mutter (Mrs. Fairlie) schließt die junge Frau, dass es sich bei der Dame in Weiß um Anne Catherick handeln muss, die als Kind eine Zeit lang in der örtlichen Schule unterrichtet wurde und die – aufgrund ihres zurückgebliebenen Gemüts und ihrer äußerlichen Ähnlichkeit mit Marians Halbschwester Laura Fairlie – von Mrs. Fairlie unter ihre Fittiche genommen wurde. Nach dieser Entdeckung scheinen aber alle Hinweise erst einmal ausgeschöpft zu sein und Walter und Marian erwarten nicht, dass sie noch mehr über die geheimnisvolle Anne Catherick rausfinden.

Währenddessen verliebt sich Walter in die schöne, sanfte und künstlerisch begabte Laura, die ebenfalls tiefe Gefühle für den Zeichenlehrer empfindet. Doch da er nicht standesgemäß ist und sie vor Jahren auf dem väterlichen Totenbett mit Baron Glyde verlobt wurde, kann aus der Sache natürlich nichts werden. So ist Walter gezwungen, einen persönlichen Notfall vorzuschieben, um von seinem Arbeitgeber (Lauras Onkel Sir Fairlie) vorzeitig aus seinem Engagement entlassen zu werden. Damit wäre die ganze Angelegenheit vermutlich erledigt gewesen, wenn nicht Anne Catherick unvermutet im Dorf aufgetaucht wäre und einen (eigentlich anonymen) kryptischen Brief an Laura geschrieben hätte, in dem sie die junge Frau vor der Heirat mit dem Baron warnt.

Doch da Anne nicht bereit ist, eine klare Aussage zu machen, und wieder verschwindet, bevor Walter und Marian mehr aus ihr herausholen können, und auch nichts Nachteiliges über den Baron herauszufinden ist, heiratet Laura den älteren Edelmann und geht für ein paar Monate auf Hochzeitsreise, während Walter sich von einer Expedition anheuern lässt, um die schöne Laura zu vergessen. Zwischen den beiden unglücklich Liebenden hängt Marian und versucht, für alle das Richtige zu arrangieren, zu trösten, zu schützen und ihrer Schwester so viel Sicherheit wie möglich zu geben. Natürlich stellt sich nach der Hochzeitsreise heraus, dass Baron Glyde ein Schuft ist – ebenso wie sein bester Freund, der italienische Conte Fosco, der ganz zufällig mit Lauras Tante verheiratet ist (die übrigens wegen der Wahl ihres Ehemannes von ihrer Familie verstoßen wurde).

Das war jetzt grob zusammengefasst (und ohne zu sehr zu spoilern) die Handlung des ersten Drittels von „The Woman in White“, die von Walter Hartright sowie dem Familienanwalt der Fairlies und Marian Halcombe erzählt wurde. Dabei gelingt es Wilkie Collins eigentlich sehr gut, im Leser (und in Walter und Marian) die Überzeugung zu wecken, dass Percival Glyde Böses im Schilde führt, aber auch aufzuzeigen, dass allen Beteiligten die Hände gebunden sind, solange sie keinen Beweis für den schlechten Charakter des zukünftigen Bräutigams haben. So kann man sich zwar die ganze Zeit denken, welche Richtung die Handlung jeweils einschlagen wird, aber die Frage, wie es genau dazu kommt, bringt einen dazu, sich intensiv mit der Geschichte zu beschäftigen und immer weiter zu lesen.

„The Woman in White“ war wirklich spannend zu lesen, dabei habe ich oft genug beim Lesen gedacht, dass da nur ein Haufen unfassbar schwafelnder Menschen zu Wort kommt – und so zappelte ich mit den Füßen vor Ungeduld, während jemand abschweift, weil er noch einschieben muss, dass er natürlich unter normalen Umständen niemals jemanden belauschen würde, aber das die einzige Chance zu sein schien, etwas über die Pläne des Barons, über die Beweggründe des Contes und über die Hintergründe dieses oder jenes Moments zu erfahren, obwohl man sich dafür in eine gefährliche und seinem Stand nicht angemessene Position bringen müsste, während das Wetter … *g*, weil ich doch unbedingt erfahren wollte, ob das Dienstmädchen vielleicht eine schlimme Begegnung hatte oder ob es in der Lage war, unbehelligt – aber dafür mit zwei brisanten Briefen in der Tasche – abzureisen. Und ja, das war jetzt ein einziger langer Satz, der hoffentlich verdeutlicht, wie es mir beim Lesen erging.

Aber nicht nur Spannung kommt durch diese ausufernde Erzählweise auf, man lernt auch die Charaktere sehr gut kennen. Bei denjenigen, die einem unsympathisch sind, fühlt sich jeder Absatz endlos an (und unterstreicht nur die unangenehmen Züge des jeweiligen Menschen), bei denjenigen hingegen, die einem sympathisch sind, sorgen diese kleinen Abschweifungen noch mehr dafür, dass sie einem ans Herz wachsen und dass sie mit ihren Stärken und Schwächen mit jedem Bericht ein bisschen realer wirken. Nur die Figur der armen Laura, die als Einzige nicht zu Wort kommt, erschien mir am Ende immer noch etwas farblos, aber damit konnte ich leben. Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich durch die „100 Bücher“-Challenge auf das Buch aufmerksam geworden bin. Und wenn ich irgendwann mal etwas mehr Ruhe und Lust auf etwas ausführlichere Lektüre habe, dann lese ich bestimmt noch einen der anderen Titel von Wilkie Collins.

[Comic] Malcolm Max 1 – Body Snatchers

Auf „Malcolm Max“ bin ich durch das Heft zum Gratis-Comic-Tag aufmerksam geworden und als ich vor einigen Wochen im Comicladen war, musste das Album gleich gekauft werden, als ich es in der Auslage fand. Mit der Inhaltsangabe mache ich es mir mal wieder leicht und zitiere den Klappentext des Verlags:

„Malcolm Max und seine wagemutige Begleiterin Charisma kommen anno Domini 1889 in London eigenartigen Ereignissen auf die Spur, die sich negativ auf ihre Lebensspannen auszuwirken drohen. Im Flackerlicht der Gaslaternen nimmt eine Serie grausamer Frauenmorde, die mit der Hinrichtung des Mörders „Der Poet“ eigentlich ein Ende gefunden haben sollte, ihre Fortsetzung. Dieses Bluttaten stehen möglicherweise im Zusammenhang mit den Leichendiebstählen, die Malcolm Max im Auftrag der Geheimloge „Custodes Lucis“ untersucht. Schon bald erfahren der Vampirjäger und die Halbvampirin am eigenen Leib, wie schnell aus Jägern Gejagte werden können.“

So gern ich die Zeit des ausklingenden 19. Jahrhunderts mag, so selten läuft mir ein Comic über den Weg, der in diesem Zeitraum spielt und dessen Inhalt mir zusagt. Genauso bin ich normalerweise extrem skeptisch, wenn Comics von deutschen Zeichnern und Autoren geschaffen werden, denn da habe ich in den letzten Jahrzehnten erschreckend wenige gefunden, die mir gefallen haben (vor allem bei denen, die es zur Verlagsveröffentlichung schafften). Mit „Malcolm Max“ hingegen habe ich ein Album gefunden, bei dem mich sowohl die Geschichte als auch die Zeichnungen sehr ansprechen.

Vielleicht liegt es daran, dass der Autor Peter Mennigen zwar Erfahrungen mit dem Schreiben von Comics hat, aber die Figur Malcolm Max ursprünglich für eine Hörspielreihe entwickelte. Für den Zeichner Ingo Römling hingegen ist dieses Album die erste Comicveröffentlichung, da er sonst – laut Verlagsangabe – vor allem im Bereich Cover-Design für Bands unterwegs ist. Diese beiden Punkte könnten der Grund sein, warum ich „Malcolm Max – Body Snatchers“ so gern gelesen habe. Ich hatte das Gefühl, ich bekomme hier eine qualitative (wenn auch leider nicht in sich abgeschlossene) Geschichte voller – für einen Comic – ungewöhnlicher Elemente geboten.

Die Protagonisten werden eher gemächlich eingeführt, und auch Nebenfiguren, die innerhalb dieses Bandes schon zu Tode kommen, bekommen einigen Raum, um dem Leser näher gebracht zu werden. Mir persönlich gefällt das sehr gut, weil es die Erschaffung von komplexeren Charakteren ermöglicht, statt sofort jedem Klischee zu verfallen, weil es eben für einen Autoren leichter ist, mit vertrauten Konzepten in aller Kürze eine Handlung zu erzählen. In einigen Rezensionen habe ich nicht nur Kritik an diesem Umgang mit Figuren gefunden, sondern auch an der eher textlastigen Erzählweise. „Malcolm Max“ ist wirklich ein Comic mit viel Text und lässt sich nicht mal eben durchblättern. Aber auch das finde ich stimmig und richtig, denn durch die Verwendung einer etwas umständlichen, beschreibenden und sich auch mal wiederholenden Sprache fühlen sich sowohl die Dialoge als auch die Passagen, die durch einen allwissenden Erzähler präsentiert werden, dem viktorianischen Zeitalter angemessen an.

Neben den beiden Hauptsträngen der Geschichte, bei denen es einerseits um Leichenraub und andererseits um ermordete Frauen geht, deren Leichen an exponierten Orten von ihrem Mörder zur Schau gestellt werden, gibt es immer wieder unterhaltsame Episoden, die auf reale oder fiktive Personen verweisen. So leben zwei Mädchen, die Malcolm Max kennen, in der Baker Street und haben von dem dort lebenden Detektiv einiges gelernt, während eine in dem Comic vorkommende Journalistin an die Frauenrechtlerin Emmeline Pankhurst angelehnt wurde.

Solche Elemente sorgen ebenso wie die tollen Zeichnungen für eine stimmungsvolle Atmosphäre. Die von Ingo Römling geschaffenen Figuren sind zum Teil etwas überzeichnet – so hat Malcolm in einigen Panels ein wirklich extrem schmales (und so sehr britisch wirkendes) Gesicht, aber immer in einem Rahmen, der sie nicht entstellt, sondern stattdessen ihre besondere Eigenschaften betont. Auch mit der Gestik und Mimik der Charaktere kann der Zeichner überzeugen, ebenso wie mit den vielen kleinen Details und den sehr schönen Hintergründen. Dazu kommt noch eine Farbgebung, die auf der einen Seite an alte sepiafarbene Fotos erinnert und auf der anderen Seite der düsteren und bedrohlichen Stimmung der im nebeligen London spielenden Geschichte gerecht wird. Ergänzt wird dieser Comic noch durch einen ausführlichen Anhang mit Details zur Entstehung des Comics, den Figuren, den unterschiedlichen Vorbildern und Inspirationen und Zeichnungen.

Fall es bis jetzt noch nicht klar geworden ist: Mir hat dieses Album wirklich richtig gut gefallen! Umso bedauerlicher finde ich es, dass der Splitter-Verlag bislang noch keinen Hinweis auf ein weiteres Album auf seiner Homepage gegeben hat. So bleibt mir nur zu hoffen, dass es nicht endlos dauert, bis die Abenteuer von Malcolm und Charisma fortgesetzt werden, damit ich irgendwann erfahre, wie es mit den beiden weitergeht.

[Übersetzungsirritation] Kelly McCullough: Die zerborstene Klinge

Ich bin gerade auf Seite 130 von „Die zerborstene Klinge“ von Kelly McCullough und stolpere mal wieder über ein Wort. Der Roman bietet bis jetzt eine unterhaltsame Fantasygeschichte mit ein paar nicht so ausgelutschten Elementen und einer interessanten Welt. Ich bin bislang schon über den einen oder anderen Satz gestolpert, bei dem mir der Satzbau etwas zu sperrig war, so dass ich aus dem Lesefluss gerissen wurde, aber das möchte ich der Übersetzerin Frauke Meier nicht ankreiden, da das vermutlich am Originaltext liegt.

Bei folgendem Zitat aber habe ich wirklich ein Problem und vermute, dass da entweder ein falsches Wort oder – wie bei der Gschaftelhuberin – ein spezieller Dialekt verwendet wurde. Die Hauptfigur Aral hatte gerade eine unangenehm Unterredung in einer Kneipe und zieht sich nun auf ein nahe gelegenes Dach zurück.

„Als ich die Straße betrat, gähnte die Sonne dem Untergang schon entgegen, also kletterte ich eine nahe Wand empor und sah mich nach einem Plätzchen um, an dem ich mich windgeschützt niederlegen und auf die Dunkelheit warten konnte. Der Prozess veranlasste diverse Schnittwunden und Blutergüsse, lauthals nach meiner Aufmerksamkeit zu verlangen. In einer Nische mit steilen Wänden, die zwischen zwei Dachgauben auf der Leeseite eines Daches lag, fand ich eine vorübergehende Molle(S. 130)“

 Diese Molle irritiert mich wirklich. Abgesehen davon, dass das Wort „Molle“ nicht zu meinem aktiven Wortschatz gehört, habe ich immer gedacht, dass das so etwas wie „Mulde“ bedeutet. Aber eine „vorübergehende Mulde“ ergibt wenig Sinn. Online habe ich bei einer schnellen Suche als Begriffserklärung  „Backtrog“ und „Bier“ gefunden – oh, und auf italienisch soll molle angeblich „locker“ bedeuten.

Edit: Oh, und da kommt die „Molle“ schon wieder vor:

„Und ich kannte einen passenden Ort, doch den konnte ich nicht aufsuchen, ohne vorher einen kurzen Abstecher zu meiner Hauptmolle im Stall des „Greifen“ zu unternehmen.“ (S. 131)

(Der „Greifen“ ist das Gasthaus, in dem unser „Held“ in den letzten Jahren wohnte.)

Vielleicht kennt ihr ja noch weitere Bedeutungen für „Molle“, die in diesem Zusammenhang etwas mehr Sinn ergeben?

Jacqueline Wilson: The Story of Tracy Beaker

„The Story of Tracy Beaker“ habe ich im Rahmen der „100 Bücher“-Challenge gelesen. Nachdem ein paar Challenge-Teilnehmer andere Titel der Autorin Jacqueline Wilson recht positiv bewertet hatten, dachte ich, dass ich sie auch mal antesten könnte. Leider hatte meine Bibliothek nur diesen Titel im Angebot – und für mich war es nicht die richtige Geschichte. Ich weiß nicht, wie viele Wochen ich benötigt habe, um die ersten 40 von 160 Seiten gelesen zu bekommen – und wenn ich den Roman nicht am 2. August zurück zur Bibliothek bringen müsste, hätte ich ihn wohl immer noch nicht geschafft.

Das Problem bei dieser Geschichte war für mich, dass ich die Hauptfigur einfach nicht leiden konnte. Tracy ist ein zehn Jahre altes Mädchen, das als kleines Kind in ein Kinderheim kam. Auf der einen Seite malt sie sich ständig aus, was ihre Mutter alles beruflich macht und wie sehr sie auf der Suche nach ihr ist, auf der anderen Seite erzählt sie von ihrem Leben bei Pflegefamilien und in Heimen. Dabei hat Tracy schon viele Stationen durchlebt und muss immer wieder erfahren, wie ungerecht das Leben zu einem Pflegekind sein kann.

Obwohl mir Tracy eigentlich leid tun müsste und ich mit ihr zusammen empört bin, wenn sie z. B. von einem Ehepaar wieder zurück ins Heim gegeben wird, weil das Paar ein Baby erwartet, kann ich sie nicht ausstehen. Normalerweise mag ich aufmüpfige, Horrorfilm-liebende und nicht zu angepasste Kinder, aber Tracy geht mir auf die Nerven. Sie ist zwar sehr realistisch dargestellt, aber ich möchte sie nur noch schütteln, wenn sie beteuert, dass sie keine Schuld an irgendetwas hat, oder wenn sie sich ausmalt, wie sie anderen Kindern Angst einjagen könnte, wenn sie nur einen großen Hund hätte, oder … Es gibt unheimlich viele Kleinigkeiten, die dafür sorgten, dass ich Tracy eine Ohrfeige geben wollte, statt weiterzulesen, um herauszufinden, wie es ihr ergeht.

Vielleicht wäre es besser gewesen, wenn Jacqueline Wilson Tracys Geschichte nicht in Tagebucheinträgen geschrieben hätte. Mit etwas mehr Abstand und ohne Tracys niedergeschriebene Gedanken hätte ich das Mädchen vermutlich sympathischer gefunden. So hat mich am Ende nur Cam – eine Autorin, die über das Kinderheim schreiben wollte und im Laufe der Geschichte Tracy näher kommt – vor einem Abbruch des Buchs gerettet. Sie fand ich vom ersten Augenblick an sympathisch, und als Cam und Tracy anfingen, sich gegenseitig Briefe zu schreiben, konnte ich mich auch mit Tracy etwas aussöhnen.

August-SuB 2013

Eigentlich kann ich wirklich zufrieden mit der Menge (und zum Teil auch mit der Qualität) der gelesenen Bücher im Juli sein. Insgesamt waren es 16 Bücher, 1 Comic und 1 Manga, allerdings keine Hörbücher. Nur der SuB hat sich im vergangenen Monat nicht bewegt, da müsste ich mal ernsthafter dran arbeiten und für die Challenges habe ich zwar gelesen, aber nicht alles beendet und nichts rezensiert. Für August nehme ich mir also wieder einmal 5 Bücher vom SuB vor und das Schreiben von Rezensionen für die Challenges (und überhaupt für den Blog). Nur gut, dass ich die zweite Veronica-Mars-Staffel schon fast fertig geguckt habe … 😉

A (2)
Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho
Tim Akers: Das Herz von Veridon

B (7)
Quentin Bates: In eisigem Wasser
Quentin Bates: Kalter Trost
Alfred Bekker: Drachenring (Die Drachenerde-Saga 2)
Alfred Bekker: Drachenthron (Die Drachen-Erde-Sage 3)
Bettina Belitz: Dornenkuss
Jenna Black: Rosendorn
Frank Bresching: Der Teufel von Grimaud  

C (1)
Eoin Colfer: Das Zeit-Paradox (Artemis Fowl)

D (4)
John Dickinson: Das Kind des Schicksals
Joe Donnelly: Jack Flint und der Dämon der Schlangen
Joe Donnelly: Jack Flint und der Raub der Kupferschriften
Rebecca Drake: Still sollst du sterben  

E (0)

F (9)
Melissa Fairchild: Weltenwanderer
Francecso de Fillipo: Gezeichnet
Alex Finn: Beastly
Alan Dean Foster: Echsenwelt
Alan Dean Foster: Die Stimme des Nichts
Alan Dean Foster: Patrimonium
Alan Dean Foster: Quofum
Alan Dean Foster: Die Spur der Tar-Aiym
Earlene Fowler: Tödliche Schatten

G (1)
Sandra Grimm: Der heimtückische Hühnermord

H (5)
Karola Hagemann: Jung stirbt, wen die Götter lieben
Brendan Halpin: I can see clearly now
Frederike Hieronymi: Silla – Tochter der Wölfin, Die Prophezeiung
Will Hill: Department 19 – Die Wiederkehr
Mark Hodder: Der kuriose Fall des Spring Heeled Jack

I (1)
John Irving: Letzte Nacht in Twisted River

J (1)
P.D. James: Ein makelloser Tod

K (5)
Elisabeth Kabatek: Laugenweckle zum Frühstück
Tom Kahn: Das Tibet-Projekt
Jörg Kastner: Die Tulpe des Bösen
Celine Kiernan: Schattenpfade
Clara Kramer: Eine Handbreit Hoffnung

L (1)
Siri Lindberg: Nachtlilien

M (4)
Chris Marten: Hydra
Christoph Marzi: Lyra
Kelly McCullough: Die zerborstene Klinge
Boris Meyn: Die Schattenflotte

N (2)
Melissa Nathan: Mit Milch und Zucker
Jo Nesbo: Headhunter

O (0)

P (4)
Jackson Pearce: Blutrote Schwestern
Renata Petry: Hilgensee
Bernd Perplies: Magierdämmerung – In den Abgrund
Chris Priestley: Mister Creecher

Q (0)

R (10)
Jennifer Rardin: Man lebt nur ewig
Ilkka Remes: Das Erbe des Bösen
Mike Resnick: Mallory und der Taschendrache
Silvia Roth: Querschläger
Michael Rothballer: Tausendsturm (Vermächtnis der Schwerter 1)
Michael Rothballer: Feuerzwinger (Vermächtnis der Schwerter 2)
Michael Rothballer: Götterschild (Vermächtnis der Schwerter 3)
Patrick Rothfuss: Die Königsmörder-Chronik 1 – Der Name des Windes
Craig Russel: Lennox
Craig Russel: Walküre

S (9)
Victoria Schlederer: Des Teufels Maskerade
Jens Schumacher: Ambigua – Der Sternstein von Mogonthur
Alexander Schwarz: flip rouge
Helen Simonson: Mrs. Alis unpassende Leidenschaft
Sabine Städing: Magnolia Steel 2 – Hexenflüstern
Ilka Stitz: Wer Fortuna trotzt
Jonathan Stroud: Bartimäus – Das Amulett von Samarkand
Rosemary Sutcliff: Troja oder die Rückkehr des Odysseus
Rosemary Sutcliff: König Artus und die Ritter der Tafelrunde

T (10)
Amy Tan: Der Geist der Madame Chen
Charles den Tex: Die Zelle
Thomas Thiemeyer: Nebra
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 2 – Der Palast des Poseidon
Thomas Thiemeyer: Chroniken der Weltensucher 3 – Der gläserne Fluch
P.J. Tracy: Der Köder
P.J. Tracy: Mortifer
P.J. Tracy: Memento
Jonathan Tropper: Sieben verdammt lange Tage
Gail Tsukiyama: Die Straße der tausend Blüten

U (0)

V (1)
Uwe Voehl: Tod und Schinken

W (5)
Danny Wallace: Auf den ersten Blick
Lauren Weisberger: Die Party Queen von Manhattan
Gabriella Wollenhaupt: Leichentuch und Lumpengeld
Gabriella Wollenhaupt: Grappa und die keusche Braut
Elizabeth Woods: Caras Schatten

X (2)
Xinran: Gerettete Wort
Xinran: Wolkentöchter

Y (1)
Rick Yancey: Der Monstrumologe und die Insel des Blutes

Z (0)

84 Titel auf dem SuB

Englischer SuB:

Gail Carriger: Changeless (Parasol Protectorate #2)
Gail Carriger: Blameless (Parasol Protectorate #3)
Gail Carriger: Heartless (Parasol Protectorate #4)
Gail Carriger: Timeless (Parasol Protectorate #5)
Kelly Meding: As Lie the Dead (Dreg City #2)
Kelly Meding: Another Kind of Dead (Dreg City #3)
Shawn Thomas Odyssey: The Wizard of Dark Street
Tamora Pierce: Bloodhound (The Legend of Beka Cooper #2)
Tamora Pierce: Mastiff (The Legend of Beka Cooper #3)
Tamora Pierce: Melting Stones (Circle Reforge)
Philip Reeve: Larklight

Titel auf dem englischen SuB

(durchgestrichene Titel habe ich in diesem Monat gelesen)
(kursive Titel sind in diesem Monat neu hinzugekommen)

Dies und Das (05)

Nach ein paar Tagen mit erträglicheren Temperaturen (heute „nur“ 25 Grad – am Wochenende sollen es wieder über 35 Grad werden) fühle ich mich ausnahmsweise mal wieder kommunikativer und habe den FeedReader in Angriff genommen. Ich habe in den letzten Monaten so einige FeedReader ausprobiert, nachdem ja frühzeitig angekündigt wurde, dass der GoogleReader abgeschafft werden würde (mal wieder eine Google-Entscheidung, die ich nie verstehen werde). Aber richtig zufrieden war ich nie. Entweder konnte ich die Sachen nicht so sortieren, wie ich wollte, oder die Aktualität war nicht gegeben (es ärgert mich schon, wenn ich manche Beiträge erst zwei bis drei Tage nach Veröffentlichung angezeigt bekomme) oder es gab zu viel Drumherum, während ich es doch schlichter mag.

Durch Irina kam ich dann auf den inoreader und bin endlich zufrieden. Der Reader ist übersichtlich, ich kann die Feeds in Ordner sortieren, die Posts lassen sich nach Aktualität sortieren (sowohl aktuellste zuerst als auch älteste zuerst) und die Aktualität ist schon fast erschreckend. So wurden mir heute abonnierte Kommentare im Reader angezeigt, die ich wenige Sekunden zuvor erst abgeschickt hatte. Und was mir besonders wichtig ist: Ich kann den FeedReader nach Suchbegriffen durchsuchen lassen, wenn ich z. B. einen alten Post wiederfinden will. Das mache ich oft, wenn ich mich nicht mehr genau erinnern kann, wo ich eine Buchrezension oder einen Link gefunden hatte und darauf in einem eigenen Post verweisen möchte.Wer also noch einen GoogleReader-Ersatz sucht, sollte den inoreader mal ausprobieren.

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Wenn das mit der Hitze noch eine Weile so weitergeht, dann wird es hier auf dem Blog auch weiterhin so still sein. Alle verschiebbaren oder vermeidbaren Arbeiten habe ich gestrichen, in den Garten geht es (wenn überhaupt) morgens um sieben und den Rest des Tages verstecke ich mich hinter heruntergelassenen Rollläden auf dem Sofa und strecke alle Viere von mir. Abends gönne ich mir gerade einen Veronica-Mars-Marathon und wenn ich nachts nicht schlafen kann, dann greife ich zu entspannenden Büchern oder beschäftige mich mit einem meiner UFOs (unfinished objects), denn davon habe ich eine Menge, und Handarbeit, bei der ich nicht denken muss, empfinde ich gerade als recht entspannend.

Die Katzen haben auch ihre unterschiedlichen Methoden, um mit dem Wetter fertig zu werden. Baltimore liegt 22 Stunden am Tag auf dem Schreibtisch – die Platte ist relativ kühl und er kann sich ungehindert ausstrecken. Christie ruht auf dem Bett und Shandy rennt durch die Gegend und äußert lauthals seinen Unmut (und zwingt mich zusätzlich noch zum regelmäßigen Badezimmerputzen). Nur Logans Verhalten bleibt mir ein Rätsel, denn der steckt seit zwei Wochen nur noch in der kleinsten Höhle, die wir anzubieten haben, und köchelt da vor sich hin. Zum Glück fressen und trinken sie trotz der Hitze ziemlich gut, so dass meine Rentnerbande bislang nicht abgenommen hat – wobei ich auch das Futter noch mehr als sonst mit Wasser vermische, damit sie auch wirklich genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Deon Meyer: Der Atem des Jägers

Im Mai hatte ich „Dreizehn Stunden“ von Deon Meyer an einem Tag verschlungen und da mir der Roman so gut gefallen hatte, wollte ich auch die anderen beiden Kriminalromane rund um Benny Griessel lesen. „Der Atem des Jägers“ ist der erste Roman, den der Autor über den südafrikanischen Polizisten geschrieben hat, und ich muss zugeben, dass ich den Anfang nicht so mitreißend fand wie bei „Dreizehn Stunden“. Obwohl auch hier von Beginn an mit Perspektivwechseln gearbeitet wird, brauchte ich etwas, um mich an eine der drei zu Wort kommenden Personen zu gewöhnen. Aber als ich erst einmal in die Geschichte hineingefunden hatte, habe ich auch dieses Buch an einem Stück durchgelesen, weil ich es so fesselnd fand.

Erzählt wird die Handlung aus drei Perspektiven. Auf der einen Seite ist da eine junge Frau, die einem Priester ihre Geschichte erzählt, dann ein schwarzer Farmer, dessen achtjähriger Sohn vor kurzem erst bei einem Tankstellenüberfall getötet wurde, und zuletzt Benny Griessel, der gerade am absoluten Tiefpunkt seines Lebens angekommen ist. Benny ist seit Jahren Alkoholiker, doch nun ist der Moment erreicht, an dem seine Frau Anna ihn vor die Tür setzt. So kämpft Benny auf der einen Seite (wieder einmal) damit trocken zu werden und auf der anderen Seite versucht er einen Serienmörder dingfest zu machen, der es auf Kinderschänder abgesehen hat.

Der Roman ist, obwohl man durch die verschiedenen Handlungsstränge sehr viele Dinge weiß, die der Polizist noch lange nicht herausfinden kann, wirklich spannend geschrieben. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, aber selbst vorhersehbare Szenen können einen fesseln. Deon Meyer hat ein Händchen für Charaktere, wenige Szenen genügen in der Regel, damit man das Gefühl hat, man kennt die Figur – und trotzdem sind die Personen nicht langweilig oder klischeeüberfrachtet dargestellt.

Ich muss zugeben, dass es mir normalerweise schwer fällt mit Charakteren, die Alkoholiker sind, Sympathie zu empfinden. Aber bei Benny ist das anders. Ihn mag ich wirklich – mit all seine Selbstzweifeln, seinen Kämpfen gegen die Sucht, seiner vorurteilsfreien Sichtweise, seiner Mischung aus Menschenfeindlichkeit und Geduld. Ihm kann ich sogar die aggressiven Ausbrüche verzeihen, da es auch die Zuneigung zu seinen Kindern gibt, seine Liebe zur Musik und seiner Freude an manchen kleinen Dingen im Leben.

Abgesehen von der spannenden Handlung und den gelungenen Figuren reizt mich auch der Schauplatz der Benny-Griessel-Romane. Südafrika gehört zu den Ländern, bei denen ich große geschichtliche Lücken habe. Umso faszinierender finde ich es einen Einblick in das heutige Südafrika zu bekommen, auch wenn ich keine Ahnung habe, wie weit Deon Meyers Beschreibungen die Realität wiederspiegeln. Aber es fühlt sich real an, wenn er darüber schreibt wie die verschiedenen südafrikanischen Völker sich aneinander reiben, wie sich der Rassismus (und zwar nicht nur den der Weißen gegenüber den Schwarzen) äußert, wie die Weißen Probleme haben sich an die geänderten Machtverhältnisse zu gewöhnen und wie schwierig es bei ständig wechselnden politischen Vorgaben ist, eine Behörde am Laufen zu halten.

Eigentlich gibt es sehr viele deprimierende Elemente in Deon Meyers Romanen, aber während ich mich bei vielen anderen Autoren schnell abgestoßen fühle, wenn es an allen Ecken und Enden von Bestechlichkeit, Korruption, Kriminalität in allen Schattierungen und anderen schlimmen Dingen wimmelt, finde ich bei den Benny-Griessel-Romanen genügend ausgleichende Szenen, um die Bücher trotzdem genießen zu können. Man spürt einfach, dass da ganz viel im Umbruch ist (und zwar nicht nur im Land, sondern auch bei den Personen selber) und dass es noch Hoffnung für die Zukunft gibt.